Lage am Millerntor – 31.01.2020

Wieder geht eine Woche zu ende, wir bereiten Euch heute ganz langsam auf den morgigen Tag vor. Aktuell planen wir auch für Montag eine ganz normale nächste ‚Lage‘, sollte sich da aber alles irgendwie verzögern, liegt es am Superbowl. Und da am heutigen Tag das Winter/Transferfenster schließt, gehen wir davon aus, dass wir sicher im Laufe der nächsten Stunden noch einige Meldungen aus der Rubrik „Neues von den Alten“ bringen werden. Wir starten den Tag aber mit der Vorbereitung auf Samstag.

+++ Update 16:20 +++

Abschied
Heute war der letzte Arbeitstag von Ulf im Fanladen. Wir wünschen alles Gute zum Abschied! Und nehmt euch bitte seine Worte auf twitter zu Herzen:

Mathematik & Frisuren
Ein Interview mit Achim Beierlorzer, aktuell Chef-Trainer bei Mainz 05, möchten wir Euch noch ans Herz legen. Das hat nämlich, für Interviews mit Verantwortlichen im Fußball, recht untypisch viel Tiefgang. Geht umd die Parallelwelt, in der fußballer leben und um die Verbindung von Fußball und Mathematik (und auch ein bisschen um Mainz 05).

+++ Update 14:40 +++
Wenn jetzt nicht noch was spannendes auf dem Transfermarkt mit aktuellen oder Ex-Spielern passiert, beenden wir den Tag (und die Woche) mit zwei Meldungen der Vereinshomepage:
Zunächst fand die Pressekonferenz zum morgigen Spiel statt und Jos Luhukay konnte vermelden, dass es keine neuen Verletzten in dieser Woche gab, lediglich hinter Luca Zander steht ein kleines Fragezeichen.

Die zweite Meldung kommt aus dem Bereich Inklusion und Barrierefreiheit und ist von langfristigerer Bedeutung: Am Millerntor wurde ein „taktiles Leitsystem“ eingeführt.
Dabei handelt es sich quasi um eine Hilfe für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung, die auf die Hörplätze der Gegengerade wollen, um dort die AFM-Reportage zu verfolgen.
Gute Sache, Danke an die DKB die das mit ermöglicht hat.

+++ Update 12:25 +++
Auch bei KleinerTod könnt Ihr jetzt nochmal was zum Spiel in Fürth nachlesen.

+++ Update 11:50 +++
Deadline Day
Wie bereits geschrieben, schließt heute um 18.00 das Transferfenster. Grundsätzlich ist das Winter-Transferfenster ja eher was für ‚Notkäufe‘. aber wie sehr unterscheidet sich das vom Sommer-Transferfenster? Die „Sportschau“ hat die Leute gefragt, die es wissen müssen: Sportchefs und Berater:

Erdbeben im Sport?
In Spanien wurde ein internationaler Doping-Ring hochgenommen. Betroffen oder enttarnt sollen Sportler*innen u.a. aus dem Radsport, der Leichtathletik, aber auch dem Fußball sein. Insgesamt handelt es sich den Ermittlern zufolge um mindestens 250 Athlet*innen aus dem Amateur- und Profibereich. Ein sportpolitisches Erdbeben könnte die Folge sein. Oder doch nicht? Hajo Seppelt, allgemein bekannt als Dopingexperte, hat da so seine Zweifel.

FC Bayern unterstützt DPolG
Okayokay, den allgemeinen Unmut über die Polizei, den Fußballfans in großen Teilen verspüren, müssen Proficlubs nicht zwingend teilen, schon gar nicht öffentlich. Sehen wir ein.
Konstruktive Zusammenarbeit wird in den meisten Vereinen gang und gäbe sein, bei vielen Vereinen dürfte man vielleicht sogar die Polizei tatsächlich positiv sehen, mag alles sein.
Aber die DPolG? Die Gewerkschaft, die in allererster Linie für Rainer Wendt steht?
Du meine Güte, FC Bayern… (via Fanladen auf Twitter)

Fürth-Bericht auf Englisch
Da habt Ihr sicher alle drauf gewartet: Wer von der 3:0-Niederlage in Fürth gar nicht genug bekommt und die Analyse von Tim schon auf Deutsch mehrfach verschlungen hat, der kann sie jetzt auch auf Englisch lesen! Danke an Flo.
(Allgemein haben wir hier ja den Google Translator in der Navigationsleiste rechts eingebaut, mit der nahezu jede Sprache verfügbar ist, aber halt automatisch übersetzt wird. Dank Flo und Arne werden ausgewählte Blogbeiträge auch „wirklich“ übersetzt. Großen Dank an Euch beide, das ist ein riesiger Aufwand. #FCSPInternational)

+++ Moin +++
Auf die Ohren – Update
Das neue Jahre kommt ins Rollen, dementsprechend steigt auch der VdS/NdS-Podcast-Output wieder. Yannick sprach „Nach dem Spiel“ in Fürth mit Danny und David. Und Michael sprach „Vor dem Spiel“ gegen den VfB Stuttgart mit Jannick vom „Rund um den Brustring“-Podcast.
Und wer Tim lieber liest statt hört und von dem gleich folgenden Text hier nicht genug hat, kann auch noch sein Interview bei „Rund um den Brustring“ nachlesen.

Der kommende Gegner: VfB Stuttgart
Am Samstag kommt der VfB Stuttgart ans Millerntor. Und beide Teams könnten in der letzten Zeit nicht gegensätzlichere Dinge erlebt haben: Während wir uns mit einer 0-3 Niederlage ins neue Jahr eingeführt haben, konnte der VfB vorgestern das wichtige Spiel gegen Heidenheim mit 3-0 gewinnen. Und als wäre das nicht genug Gegensatz, haben wir ja eine recht ruhige und harmonische Vorbereitung gehabt. Beim VfB lagen die Nerven mehr oder weniger blank. Die Gründe hierfür liegen klar bei den Ergebnissen vor der Winterpause. Diese führten nämlich letztendlich dazu, dass Trainer Tim Walter, erst zur neuen Saison von Kiel mit hohen Erwartungen und ordentlich Vorschusslorbeeren an die Seitenlinie in Stuttgart geholt, kurz vor Weihnachten entlassen wurde. Da stand der VfB auf dem 3.Tabellenplatz. Es lässt sich sicher vortrefflich darüber diskutieren, wie sinnvoll so ein Wechsel auf der Bank angesichts der Tabellensituation ist.
Ein anderes prominentes Beispiel war letzte Saison die Entlassung von Markus Anfang in Köln (1. Tabellenplatz), welches erst bei genauerem Hinsehen einen Sinn ergab. Und auch beim VfB Stuttgart gab es durchaus Gründe für die Entlassung von Walter. Nicht zuletzt holte der VfB nach gutem Saisonstart aus den letzten elf Spielen vor der Winterpause für seine Verhältnisse bescheidene 14 Punkte.
Neuer Trainer in Stuttgart ist Pellegrino Matarazzo. diese Entscheidung darf durchaus als sehr mutig bezeichnet werden, hat Matarazzo doch bisher auf dieser Ebene nur als Co-Trainer gearbeitet. Und nun soll er den äußerst unruhigen VfB Stuttgart zum Aufstieg führen? Was auf den ersten Blick wie ein Himmelfahrtskommando wirkt, hat bei genauerem Hinsehen nur bedingt was mit Mut zu tun. Es ist eher eine Tat aus Überzeugung. Und zwar die Überzeugung von Sportchef Sven Mislintat (der ein schönes Interview mit dem Spiegel geführt hat). Aus diesem Interview wird klar deutlich, dass Mislintat einen klaren Plan verfolgt und keine Angst vor Fehlern hat. Auf die Frage nach dem Riskio des jungen Kaders (mit 24,7 Jahren Durchschnittsalter der jüngste der Liga) antwortet er: „Die nach Sicherheit Schreienden denken so, die Pessimisten.„.

Die Spielweise
… ist aufgrund des bisher nur einen Spiels unter Neu-Trainer Matarazzo ganz schwer einzuschätzen. Hierzu empfiehlt sich die Lektüre vom VfB-Blog Rund um den Brustring und auch dieser Text beim Vertikalpass. Aus beiden Berichten lässt sich herauslesen, dass der VfB unter Matarazzo wohl erst einmal vermehrt auf die eigene Defensive Wert legt. Das zeigt auch schon die Grundformation, mit der der VfB gegen den FCH startete (4-4-1-1). Hierbei haben sich einige Spieler auf gänzlich neuen Positionen eingefunden. Zum Beispiel hat Atakan Karazor, vor der Winterpause im defensiven Mittelfeld unterwegs, den Innenverteidiger gegeben und Kapitän Kempf rückte dafür auf die linke Abwehrseite. Und der hochveranlagte Nicolaz Gonzalez (Siegtorschütze im Hinspiel), seines Zeichens Stürmer, fand sich im linken Mittelfeld wieder.
Ob das aber nun bereits der Weisheit letzter Schluss gewesen ist, sei dahingestellt. In der Vorbereitung war vielerorts darüber zu lesen, dass unter Ex-Trainer Walter einstudierte Automatismen nicht ohne Weiteres abgestellt werden können. Und ohnehin ist die Ausgangslage speziell, da der Kader schon erheblich mit Blick auf die Spielidee von Walter ausgerichtet wurde. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass der Kader für Zweitligaverhältnisse nennenswerte Schwächen aufzeigt (laut transfermarkt.de ist der Kaderwert mit knapp 68Mio € mehr als 3x mal höher als beim FCSP – und bei uns sind sechs Spieler mehr im Kader gelistet…).

Die Chancen
Geld bzw. Markwert allein schießt natürlich keine Tore. Und so hat der FCSP sicher seine Chance morgen zu gewinnen. Die Hinserie hat nämlich gezeigt, dass der VfB vor allem dann Probleme bekam, wenn der Gegner über die Physis gekommen ist. Nun sind wir zwar nicht dafür bekannt, dass wir es so richtig krachen lassen in den Zweikämpfen (vor allem nicht letzten Dienstag), aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Mutmacher: Unsere Bilanz gegen Teams auf Aufstiegsplätzen diese Saison liegt bei zwei Spielen, zwei Siegen und 5-0 Toren.

Der Schiedsrichter
Hoher Besuch am Millerntor, Felix Brych pfeift!
Der „Weltschiedsrichter des Jahres 2017“ darf unseren heiligen Rasen betreten. In der Vergangenheit sagte man ihm gerne nach, dass die 2.Liga ja unter seinem Niveau sei und er dies entsprechend bei Auftritten im Unterhaus auch exakt so nach außen verkörpert hätte.
Schauen wir mal. Spätestens, wenn er Mario Gomez zum dritten Mal ein Tor wegen Abseits aberkennt, werden wir ihn sicher alle lieb haben.

Nach dem Spiel: Mit Grünkohl gestärkt zur Demo!
Direkt nach dem Spiel könnt Ihr im Fanladen veganen und nicht-veganen Grünkohl zu Euch nehmen, proudly presented by Antira-Kartoffelschäl-Crew, welche den Gewinn anschließend einer noch zu bestimmenden Initiative zukommen lassen wird.
Kochwurst statt Grote!

Und dann geht es auch schon schwupps zur Demo gegen das geplante Hamburger Polizeigesetz, wie schon mehrfach erwähnt und verlinkt (siehe Artikelbild).
Treffpunkt: 15.00h, Südkurvenvorplatz.

Braucht St.Pauli eine Straße, die nach Jan Fedder benannt ist?
Diese Diskussion wurde in den letzten Tagen laut und wir verweisen hier mal auf ein paar Zahlen, die Ihr bei @spani3er auch im Original in seinen Tweets nachlesen könnt:

  • St.Pauli hat 119 Straßen, Plätze und Brücken. Viele sind nach Funktionen oder Orten benannt (Budapester Straße, Schilleroper, Hamburger Berg).
  • Fünf Straßen sind nach weiblichen Vornamen benannt (Annenstraße, Brigittenstraße, Karolinenstraße/-platz, Mathildenstraße, Paulinenstraße/-platz), vier sind nach Frauen benannt (Bertha-Keyser-Weg, Betty-Heine-Stieg, Flora-Neumann-Straße, Wohlwillstraße)
    Insgesamt also neun mit weiblichem Bezug.
  • Demgegenüber stehen handgezählte 32 Straßen/Plätze mit männlichem Bezug (6x Vorname, 26x konkrete Person)
  • Quelle: Wikipedia – Liste
    (@spani3er kommt auf minimal abweichende Zahlen, die Tendenz ist allerdings die gleiche. Liegt wahrscheinlich daran, ob man Straßen und Plätze die gleich benannt sind, einfach oder doppelt zählt.)

Die Frage, die sich also stellt: Braucht es eine weitere Straße und/oder Platz, der nach einer männlichen Person benannt ist? Oder sollte man nicht viel eher dem Vorbild von Friedrichshain-Kreuzberg folgen, und erst mal Straßen und Plätze nur noch nach Frauen benennen, bis es zumindest in etwa einen Ausgleich gibt?
Allerdings gab es auch da jüngst eine Ausnahme, für Rio Reiser.

// Tim & Maik

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