Lage am Millerntor – 20.04.2020 (KW 17)

Die Nachrichtenlage ist weiter übersichtlich, auch diese Woche bleiben wir noch bei wöchentlicher Erscheinungsweise. Je nach dem was am Donnerstag beim Treffen der DFL herauskommt, ändern wir das dann aber eventuell zeitnah auch wieder. Und vorm Donnerstag kommt ja der Montag Abend, und da haben wir was für Euch!

+++ Update Freitag, 10.15 Uhr +++
Die DFL-Pressekonferenz von gestern bestimmt natürlich die mediale Berichterstattung und es gibt da genug zu lesen, wir beschränken uns mal auf den sehr lesenswerten Text in der ZEIT von Oliver Fritsch.
Was für absurde Diskussionen in diesem Zusammenhang auch aufkommen, kann man u.a. bei der Sportschau nachlesen, wo einer von zwei Vorschlägen des Bundesarbeitsministeriums tatsächlich Masken sind, die während des Spiels alle 15 Minuten gewechselt werden müssen.
Es bleibt dabei, dass die DFL hier vor einer Aufgabe steht, bei der man kaum gewinnen kann. Sinnvoll wäre wohl, den ganzen Bereich Fußball einfach bis (mindestens) Januar in die Pause zu schicken – was aber eben auch gleichbedeutend mit der Pleite von wahrscheinlich deutlich mehr als der Hälfte der 36 Vereine wäre.
Wie man’s macht, macht man’s falsch…

Infos vom Kartencenter
Das Kartencenter hat jetzt Details zum Status von Tickets für diese Saison veröffentlicht. Während z.B. der FC Schalke eine Erstattung gar nicht vorsieht (maximal Gutscheine für den Fanshop oder Anrechnung für die nächste Dauerkarte), ist hier die Möglichkeit einer kompletten Erstattung (ohne Gutschein o.ä.) auch vorgesehen. Klar ist, dass natürlich auch für den FCSP die Zeiten nicht gerade rosig sind und man sich hier über jedes nicht zu erstattende Ticket freut. Wer komplett auf die Erstattung verzichtet, spendet damit 19,10% des Bertrages an Kiezhelden.
Gute Sache so zu verfahren, gefällt uns. Details folgen aber noch.

Etwas erstaunlich zu diesem Zeitpunkt ist die Verkündung von Infos zur Saison 2020/21, weiter unten im Text. Bei allen Unklarheiten wirkt dies etwas übereilt, vielleicht wird man hier aber im Kartencenter momentan mit Fragen zum Procedere überhäuft und will deswegen etwas Druck rausnehmen, keine Ahnung.
Wichtigste Info dürfte sein, dass die Jahreskarte Süd für die kommende Saison ausnahmsweise verlängert wird, was sicherlich sinnvoll ist.
Alles weitere dann zu gegebener Zeit, aktuell ist der 2.Juni als Verkaufsstart vorgesehen. Da bis dahin vielleicht noch nicht feststeht, ob wir weiter 2.Liga spielen oder doch noch aufsteigen (*hust*), ist dies sicher auch noch mit einem kleinem Vorbehalt zu sehen, es gilt also abzuwarten wie die finalen Details dann aussehen.

Vielleicht will man mit der frühzeitigen Info ja auch Reaktionen hervorrufen… und dann nutzen wir dies hier doch mal und wünschen uns, dass man alle Verpflichtungen mit Eventim so weit wie irgendwie vertraglich möglich runterschraubt – u.a. wäre ein (Teil-)Verzicht auf diese hohe Versandgebühr sinnvoll und vielleicht kann man aufgrund der Situation den Versand ja auch anbieten, ohne gleich das Abo abschließen zu müssen.
Bei einem 3-4 Personen Haushalt in dem jede*r eine Dauerkarte hat, sind 10€ pro Ticket Handlinggebühr halt nicht vermittelbar und man zwingt die Leute fast zur Abholung.
Vielleicht ist ja auch hier die Situation eine Chance zum Wechsel zu Besserem.

Last but not least noch ein Aufruf des Fanladens:

In diesem Sinne wünschen wir Euch ein schönes Wochenende.
Bleibt gesund, näht Masken und wascht Euch die Hände!

+++ Update Donnerstag, 15.00 Uhr +++
Infos von der DFL-Pressekonferenz:

  • Die Entscheidung für den tatsächlichen Termin der Saisonfortführung liegt bei der Politik.
  • Die Fortsetzung der Saison ist weiterhin für einige Vereine alternativlos.
  • Die DFL will alles dafür tun, am Tag X dann bereit zu sein – wie viele andere Branchen auch.
  • Die geäußerte Kritik an den Bestrebungen der DFL ist emotional nachvollziehbar in dieser Situation – man muss es trotzdem tun, um vorbereitet zu sein.
  • Es wurden mit fast allen Medienpartnern Vereinbarungen getroffen. (Soll wohl heißen: TV-Gelder kommen, wie und wann auch immer.) Liquidität bis 30.6. ist damit für alle 36 Vereine sichergestellt.
  • max. 213 Personen im Stadion, bis zu 109 Personen außerhalb, in der 2.Liga sind es geringfügig weniger
  • Sonic Health Care: Vertrag über die Testung von COVID-19 im Rahmen einer Studie
  • darüberhinaus wird ein großer Betrag (500.000€) für Tests für Pflegeheime o.ä. zur Verfügung gestellt, die vom Gesundheitsamt verwaltet werden. Es werden keine notwendigen medizinischen Kapazitäten blockiert.
  • 7,5 Mio€ aus dem Solidarhilfefonds gehen an die 3.Liga und der Frauen-Bundesliga, dort vertretene Vereine aus den beiden DFL-Ligen verzichten dort auf ihren Anteil.

Fazit: Christian Seifert macht einen ziemlich guten Job, ist verbindlich und ruhig in seinen Ansagen, zitiert eigene Aussagen der Vergangenheit und erinnert daran. Er geht auf Kritikpunkte der Öffentlichkeit ein, redet nicht drumrum und stellt auf der anderen Seite klar, was seine Prioritäten bzw. die der DFL sind und warum dies so ist. Die DFL könnte an der Stelle definitiv jemand Schlechteren sitzen haben, diverse Vereinsvertreter können sich an ihm ein Beispiel nehmen.
Man kann die Selbstbezogenheit des Profifußballs gerade in dieser Situation furchtbar finden – aber es ist und bleibt ein Wirtschaftszweig, der ums Überleben kämpft. Nicht mehr, nicht weniger.
Es gilt jetzt abzuwarten, wie die Politik entscheidet, ob und wenn ja ab wann der Profifußball wieder loslegen kann.

Genauere Analysen und die PK in voller Länge wird es sicher bald geben, die verlinken wir dann.

+++ Update Donnerstag, 11.45 Uhr +++
Mal ein Doppelpack NvdA (Neues von den Alten) zwischendurch:
Zum einen ein Interview in der 11Freunde mit Klaus Thomforde. Sehr lesenswert, vieles was man schon mal gelesen hat, aber auch einige interessante Einblicke die bisher noch nicht so öffentlich waren, beispielsweise seine Beziehung zu Volker Ippig, die wohl nicht die beste war.
Und aus der Kategorie „Lesenswert“ ist dann auch unbedingt dieses Interview mit Matthias Scherz im Kicker.

+++ Update Donnerstag, 08.00 Uhr +++
Offensiv gegen Rassismus – NDR Doku
Mal was anderes als die ewigen Corona-Meldungen: Auf ndr.de kann man gerade bereits eine halbstündige Doku sehen, die erst am Sonntag im Sportclub läuft.
Im Mittelpunkt von „Offensiv gegen Rassismus, eine Frage der Haltung“ steht neben Basketball-Profi Konstantin Konga und Eintracht Frankfurt-Präsident Peter Fischer auch der Hamburger Schiedsrichter Jamaine Arhin.
Nehmt Euch die halbe Stunde, es lohnt sich.

DFL berät über Saisonfortführung
Tja, heute soll es so weit sein, die DFL tagt mit ihren Vereinen und wird darüber entscheiden, ob zeitnah wieder gespielt werden soll, auch wenn das finale Go nur von der Politik kommen kann. Die Pressekonferenz danach wird überall live gestreamt, am späten Mittag / frühen Nachmittag sollten wir also mehr wissen.
Wenn man sich die gestrigen Medienberichte anschaut, so ist das Echo doch recht eindeutig. Das kleine gallische Dorf „kicker“ bemüht sich um eine neutrale bis vorsichtig positive Berichterstattung, alle anderen zeigen der DFL eher den Vogel.
– kicker: Start am 9.Mai unwahrscheinlich, DFL diskutiert Masterplan
– Sportschau: Virologen kritisieren regelmäßige Tests im Profifußball
– Sportschau: Keine Gruppenquarantäne
– schwatzgelb.de: Luftnummer Leitfaden Sonderspielbetrieb
– Süddeutsche Zeitung: Kommentar

Die DFL hat die unangenehme Aufgabe, den Fortbestand ihrer Branche unter bestmöglichen Bedingungen zu sichern. Während man in der Vergangenheit hierfür gerne nach außen auf Tradition und Bodenständigkeit und Fanbindung setzte, war dies in den letzten Jahrzehnten immer mehr zum Feigenblatt geworden und führte zu jenem Graben, der viele einst engagierte Personen zur Abkehr vom Hochglanzprodukt brachte.
Jetzt ist man einen Schritt weiter, die Maske ist gefallen, es geht nur noch ums Geld. Das ist legitim, jede andere Branche verhält sich ebenso und alles andere wäre fahrlässig.
Schwierig wird es halt immer dann, wenn sich wie jetzt mit Laschet und Söder Politiker mit Wahlkampfabsichten vor den Karren spannen lassen und man mit Geld versucht, bestimmte Privilegien zu erhalten.
Allein der Anschein eines Zweifels, ob die Tests nicht vielleicht doch an anderer Stelle fehlen werden, sollte Grund genug sein auf eine Fortführung des Spielbetriebs vorerst zu verzichten.
Andererseits kann dies in 3-4 Wochen dann auch schon wieder ganz anders aussehen, deswegen muss die DFL entsprechende Vorkehrungen treffen, um dann eben auch bereit zu sein. Sie sollte eben nur sehr genau auf die momentanen Ausschläge im Stimmungsbarometer achten, um nicht zu früh einen dauerhaften Schaden zu erlangen. Noch mehr, als eh schon angerichtet.

+++ Update Mittwoch, 08.00 Uhr +++
Zunächst mal ein großes SORRY dafür, dass hier gestern Stille herrschte, aber der Frust und die Enttäuschung darüber, dass unsere schöne YouTube-Sendung vom Montag zunächst im Stream versagt und später dann sogar auch noch die Aufnahme kaputt war, war zu groß, wir brauchten mal etwas Abstand.

Kollau News
Ja, falscher Name und so, aber so ein bisschen Virus lässt uns hier doch keine gewachsenen Kategorien umbenennen. Aber: Es waren eher Millerntor News, denn dort wurde trainiert.

Fanszene News
Nochmals der Reminder an die beiden Veranstaltungen der AG Diversität. Die erste heute Abend (ZOOM) kann einfach online besucht werden, für den Workshop am Sonntag ist eine Anmeldung erforderlich.

Fortsetzung der 1. und 2.Bundesliga
Kommen wir zum derzeit wohl wichtigsten Thema im Profifußball. Geht es weiter? Und wenn ja, wie?
Wir hatten das schon vor ein paar Wochen mal angedacht und grundsätzlich hat sich wenig geändert:

  • Für die praktische Umsetzung ist es notwendig, dass eine positiv getestete Person nicht mehr zur Quarantäne für alle Kontaktpersonen führt
  • Für die Akzeptanz der Gesellschaft ist es eine Grundvoraussetzung, dass der Profifußball keine Tests an irgendeiner Stelle wegnimmt / blockiert, die an wirklich wichtigen Stellen dadurch fehlt.
  • Eine Fortsetzung und Beendigung der Saison dürfte für einige Vereine lebensnotwendig sein.

Punkt 1 ist wohl immer noch nicht so richtig aufgehoben, da scheint man ja aber auf einem guten Weg zu sein und sollten die Behörden grünes Licht geben, so ist wohl auch das geregelt.
Punkt 3 steht weiterhin völlig außer Frage und es wird an vielen Stellen die Hoffnung geäußert, der Profifußball würde „danach“ ein anderer werden und man würde nicht mehr so von der Hand im Mund leben, sondern Rücklagen bilden.
[Bitte hier gedanklich ein GIF eurer Wahl einfügen. Lachendes Mädchen prustet Kaffee aus oder sowas.)

Kommen wir also zu Punkt 2 und damit dem Punkt, der über Wohl und Wehe des ganzen Konstrukts entscheiden wird. Hat der Fußball mit den regelmäßigen Tests eine Sonderstellung? Darf er sie haben?
Beginnen wir mal mit ein paar Links zum Thema:
DFL Stellungnahme (21.4.)
– Medizinischer Direktor Bayer 04: Fußball nimmt niemandem einen Test weg (kicker)
– Berufsverband der Medizinischen Labore: „Kapazitäten nicht ausgeschöpft“ (kicker)
Re-Start der Bundesliga wirft Fragen auf (Tagesschau)
Coronatests in der Bundesliga: Machbarkeit und Moral (Tagesschau)
Robert-Koch-Institut hält andere Verwendung der Tests für sinnvoller (SZ)
Nähere Beleuchtung der DFL-Maßnahmen (SPIEGEL)

Während die ersten drei Links schon sehr deutlich darum bemüht sind, die Welt ein bisschen rosarot zu zeichnen, sind die beiden Links der Tagesschau wohl der neutrale Blick auf die Situation und insbesondere der zweite Text von Chaled Nahar zeigt sowohl das Dilemma als auch die unbedingt Notwendigkeit der Fortsetzung (aus Sicht der Vereine) ganz gut auf.

Ein Aspekt, der dabei noch nicht beachtet wird, ist dabei bereits vor einiger Zeit über den Tweitteraccount von BAFF gewandert: (vier Tweets insgesamt)

Man hat zunehmend das Gefühl, dass „der Fußball“ (in der Selbstwahrnehmung der DFL) dafür zuständig ist, die Welt zu retten. Nur eine Fortsetzung der Ligen könne vor häuslicher Gewalt in Deutschen Wohnungen schützen (ja, wir übertreiben).
Und genau da sieht man, wie weit entfernt „der Fußball“ inzwischen von „der Gesellschaft“ ist. Während sich Fanszenen überall in der Gesellschaft engagieren und vielfältige Hilfsangebote organisieren (teils unterstützt von Vereinen, ja), während es für viele Fans um die finanzielle Existenz geht (oder auch einfach ums reale Überleben), sollen Geisterspiele also unbedingt stattfinden!?

Ja, natürlich, weil nur dadurch die Gelder weiterhin fließen und Vereine, die über Jahre wirtschaftlich am Limit und darüber hinaus gelebt haben ansonsten Pleite gehen.
Und nicht, weil der Profifußball der „gesellschaftliche Kitt“ wäre, den es aktuell braucht. Ein gemeinsames Stadionerlebnis könnte vielleicht so etwas sein – aber das wird es nun mal nicht geben können. Und wer das Geisterspiel zwischen Gladbach und Köln gesehen hat, der wird sich kaum vorstellen können, dieses Trauerspiel für den Rest der Saison als etwas Positives wahrzunehmen. Es ist und bleibt dann ein notwendiges Übel aus finanziellen Zwängen und weil man eine Klagewelle der Vereine vermeiden will.
Nicht weniger – aber ganz sicher auch nicht mehr.

Und schwierig wird es dann, wenn man meint die Öffentlichkeit auch noch für dumm verkaufen zu können:

Es war früh klar, dass es in dieser ganzen Situation keine goldene Lösung würde geben können, denn die wäre eben ein Beenden der Saison mit Zuschauern.
Für die Vertreter der Vereine geht es jetzt morgen bei der DFL-Versammlung darum, abzuwägen, inwieweit Schadensbegrenzung durch ein sportliches Beenden möglich und nötig ist, und welchen Kommunikationsweg man dabei nach außen wählt.
Ein ehrliches „Der ganze Bums hier ist eine einzig große Scheiße, aber wir müssen da jetzt leider durch.“ wäre dabei wohl die beste Variante, eventuell von Christian Seifert etwas eloquenter formuliert.
Und dabei haben wir dann noch nicht mal drüber gesprochen, was eigentlich passiert, wenn (wie zuletzt von der WHO angedacht) Spiele mit Publikum wirklich erst ab Herbst 2021 wieder möglich sein sollten.

Wir wollen nicht in der Haut der DFL stecken, dies ist sicher keine leichte Entscheidung und es gibt wohl auch keine richtige Lösung. Es muss jetzt die gefunden werden, die am wenigsten Falsch ist. Viel Erfolg.

+++ Moin +++
Kollau News
Nüscht… also zumindest auch keine neuen Verletzungen und Henk und Jackson rücken weiter an die vollständige Fitness heran. Sollte die Saison fortgesetzt werden, sind wir ganz gut aufgestellt.

Fanszene News
Die AG Diversität hat erste Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit vorgestellt, in der es u.a. um den auf der Mitgliederversammlung beschlossenen Antrag für mehr Frauen in den Gremien den FCSP geht.
Als nächsten Schritt gibt es zwei Online-Meetings. Im ersten (schon übermorgen, Mittwoch) stellen Sandra Schwedler und Christiane Hollander die Arbeit von Aufsichtstrat und Präsidium vor.
Im zweiten Termin (Sonntag) geht es per Arbeit in (virtuellen) Kleingruppen darum, wahrgenommene Hürden für die aktive Mitarbeit abzubauen, hierfür ist vorab eine Anmeldung erforderlich.

MillernTon goes YouTube – Fußballer auf Social Media in Corona-Zeiten
Jahaha, heute Abend, 21.00h! Es wird magisch!
Wer gut vorbereitet sein will, sollte sich nochmal den Artikel zu „Fußballprofis unterm Weihnachtsbaum“ durchlesen, wir sind aber sehr zuversichtlich das Niveau heute nochmals deutlich zu senken. Stellt Euch Getränke kalt, wir haben einiges vorbereitet.

Profifußball nach Corona
Es ist ja schon viel geschrieben worden, was sich alles ändern muss, wird, kann und soll.
Ich persönlich (Maik) glaube, dass sich gar nichts ändern wird und nach spätestens einem Jahr alle Verhaltensweisen und Vorgänge im Profifußball wieder in den vorigen Trott zurückmarschiert sind. Sei es der Umgang mit Spielerberatern oder auch die jetzt vielfach geforderten Rücklagen, die die Vereine doch bitteschön bilden sollen.
Ähnlich sieht es wohl auch Fredi Bobic, der im heutigen Kicker Interview (Auszüge davon online) schon darauf hinweist, dass bei vorhandenen Rücklagen und brisanter sportlicher Situation der Ruf nach Spielerverpflichtungen o.ä. so laut wird, dass die Rücklagen schnell wieder aufgebraucht sein werden.
Und wer den Kicker eh am Kiosk kauft, sollte dann auch gleich weiterblättern zum Interview mit DFB-Präsident Fritz Keller, der sich dazu äußert, wie Profi- und Amateurfußball momentan an einem Strang ziehen und das der Profifußball bei Fortführung der Ligen keine Sonderbehandlung erwartet.

Vom Kicker zum Spiegel, wo wir gleich drei Artikel empfehlen möchten:
Zunächst den Blick auf die Zahlung von Sky, die zwar noch nicht offiziell ist, aber wohl erfolgt – und damit für einige Vereine sowas wie eine lebensverlängernde Maßnahme ist – aber eben auch nicht mehr.
Im Artikel wird herausgestellt, wie wichtig für die DFL (und ihre Clubs) gerade jetzt jemand wie Christian Seifert ist, der sonst im emotionalen Bereich Fußball eher als kühl betrachtet wird – jetzt, wo der Profifußball aber mehr und mehr seine Maske verliert und „nur“ ein weiterer Wirtschaftszweig ist, braucht es eben genau so jemanden. Und wir alle müssen dann eben für uns entscheiden, ob man diesen Unternehmen weiter folgen will.
Vielleicht ist dies als Fan des FCSP leichter als bspw. bei RaBa Leipzig, Wolfsburg, Bayern oder Dortmund, vielleicht auch nicht.

Warum Bayern und Dortmund in dieser Liste auftauchen? Weil dort momentan Vertragsverhandlungen in aller Öffentlichkeit diskutiert werden, die zumindest eine Augenbraue hochzucken lassen. In Dortmund geht es um die Verlängerung des Vertrages von Jadon Sancho, ein Beleg dafür, dass es nach Corona wieder so weitergehen wird wie vorher. Warum auch nicht? Spieler verdienen gut, Verträge müssen ausgehandelt werden, ist halt so.
Der Verein hingegen hat jetzt verkündet, wie mit den Tickets umgegangen werden kann und bietet hier (nach Gesprächen mit Fangremien) immerhin drei Varianten an, die in Summe sehr sinnvoll erscheinen. Mit den offenen Worten vorab, dass es sowohl den Fans als auch dem Verein aktuell finanziell schwer zu schaffen macht, je nach Situation.
Es gibt sowohl die Varianten „Ich will mein Geld zurück“ und „Ich will nichts zurück“, als auch eine dritte Variante, in der man 19.09% an die Vereinsstiftung „leuchte auf“ stiftet und den Rest erstattet bekommt.
Beim FC Bayern geht es um Manuel Neuer und seinen Vertrag – und um Wertschätzung. Inwieweit man diese einfordern darf, wenn man die Diskussion öffentlich mit einem Interview in der BILD anheizt, dürft Ihr selbst entscheiden.

Und zu guter Letzt unsere Freunde aus „der Region“. Sowohl in Kaiserslautern als auch in Karlsruhe könnte die „Planinsolvenz“ als „charmanter Weg“ aus der Krise gewählt werden.

Derbysieger, again!
Okay, nur an der Konsole… aber immerhin!

// Tim & Maik

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