MillernTon-Adventskalender: Tür Nr. 5

Hintergründe zum Adventskalender und eine Übersicht der Türchen findet Ihr hier auf dieser Seite.
Eure Lösung schreibt Ihr bitte in die Kommentare zu diesem Artikel, die Freischaltung erfolgt allerdings zusammen mit der Auflösung erst jeweils am Nachmittag, um allen anderen auch weiterhin ein fröhliches Mitraten zu ermöglichen.
Wir bieten Euch in diesem Kalender zwei Schwierigkeitsstufen an. Für Adventskalenderprofis mit einschlägigen Erfahrungen im Rätseln und Singen, sollte normalerweise schon die rein textliche Beschreibung ausreichen, um auf Gesang und Original zu kommen.
Da einige Beschreibungen sehr St.Pauli-spezifisch sind oder auch generell die Lösung vielleicht nicht so einfach ist, verlinken wir zusätzlich am Ende eine Audio-Datei des Fangesangs – in mal besserer und mal schlechterer Qualität.
Schreibt gerne bei Eurer Lösung dazu, wie Ihr drauf gekommen seid und ob Ihr die akustische Hilfestellung in Anspruch nehmen musstet.

Tür Nr. 5:

Tatsächlich weiß ich zu diesem Lied noch ganz genau, wie alles anfing… zumindest für mich.
Es war Mittwoch, der 8.Dezember 1993 und ich stand in der zugigen und nach wie vor nicht überdachten Ostkurve des Bremer Weserstadions.

32.000 Menschen waren da, um die Partie des 2.Spieltags der Gruppenphase der Champions League zu verfolgen, in der der RSC Anderlecht bei Werder antrat.

Philippe Albert traf in der 16.Minute zum 0:1, Danny Boffin in der 18. zum 0:2 – und als Boffin in der 33.Minute dann noch auf 0:3 erhöhte war klar, dass es nach der 3:2-Niederlage in Porto auch hier nicht viel würde zu holen geben.

Wie das dann halt so ist, wenn man als Fußballfan sich nicht mehr so richtig mit dem Geschehen auf dem Rasen zu beschäftigen hat, versucht man sich an anderen Dingen. Mein Kumpel Nils wohnte in Stadionnähe und wollte sich den Mist dann nicht mehr zuende anschauen, er ging zur Halbzeit – und mit Beginn der zweiten Hälfte begann auch dieser Gesang, angelehnt an diesen Coversong einer englischen Band, die ihn im September 1993 veröffentlichten und später auch auf Platz 1 der Deutschen Charts brachten. Die Bremer waren selbstverständlich nicht die ersten, die dies sangen, der BVB hatte in der Europapokalrunde zuvor dieses Lied sehr ausdauernd bei einem Auswärtsspiel gesungen, Vereinsnamenstechnisch angepasst, natürlich.

Wer sich in Musik wirklich gut auskennt, wird zusätzlich wissen, dass es eben eine Coverversion war, die tatsächlich auf dem Lied der… nein, das wäre zu einfach. Ich benenne die Original Band nicht, verrate aber zumindest, dass sie auch schon mal einen WM-Song für die Nationalmannschaft beisteuerte und im Jahre 1979 das Original zum heute gesuchten Song veröffentlichte. 

Ein Flop, damals, übrigens.

Ganz im Gegensatz zur späteren Coverversion der Jungs aus London.

Ach ja.…der Gesang in der Ostkurve hielt sich minutenlang und wurde immer lauter… bis ihn gefühlt dann ab der 60.Minute das halbe Stadion mitsang, was für Bremer Verhältnisse damals alles andere als üblich war. Und bis heute bin ich davon überzeugt, dass nur deswegen der Funken nochmal auf den Rasen übersprang und Werder durch Tore von Wynton Rufer (66.), Rune Bratseth (72.), Bernd Hobsch (80.), Marco Bode (83.) und nochmals Rufer (89.) noch sensationell auf 5:3 drehen konnte.

Klar, dass wir nach Spielschluss dann noch bei Nils vorbeischauten und ihn herzlich auslachten.

Am Millerntor ist der Gesang dann doch etwas textlastiger geworden und hat vier Zeilen, ehe er in einem “Lalala” mündet und wiederholt werden kann.

Hier gehts zum Gesang

 

Auflösung:

Village People // Pet Shop Boy – Go West

Es war ein Spiel des BVB bei Bröndby im November 1993, der “Olé, hier kommt der BVB” lange anhaltend über die Fernsehschirme in unsere Wohnzimmer brachte – und der SV Werder konnte dies dann ohne allzu große Mühen auf die eigenen Vereinsbuchstaben umdichten. 

Und so hielt der Gesang dann irgendwann auch Einzug am Millerntor, wenn auch eben mit “Voran FC St.Pauli, niemand zwingt Dich in die Knie, voran FC St.Pauli, unter, nein das gehst Du nie!” mit etwas mehr Text.

Und ja: Die Pet Shop Boys bedienten sich natürlich bei den Village People. Und ja: Die Village People bedienten sich bei Johann Pachebels “Kanon in D”.
Und einfach weil wir es können, schmeissen wir hier gleich alle drei Versionen rein – ich persönlich bevorzuge ganz klar die Village People, einfach weil der TV-Ausschnitt beweist, dass man auch zu Playback mit ganz viel Motivation Perfomance-Tanz vollführen kann.

Viel Spaß, bis morgen!

Version 1:

Version 2, definitiv die beste Performance:

Und Version 3, wohl die bekannteste:

// Maik

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