Lage am Millerntor – 17.01.2020

Los geht’s!
Wie letzte Woche gestern angekündigt, versuchen wir das hier jetzt mal täglich. Okay, wir wollten erst Montag starten, aber wir hatten den Notizblock jetzt schon voll.

Die normalen anderen Inhalte (VdS/NdS-Podcast, die Monatssendung und die ausführlicheren Blog-Artikel) bleiben davon natürlich unbehelligt und erscheinen weiter, “die Lage” und “Verein am Wochenende” aber verschmelzen und wir (Tim und Maik) füllen diese Zeilen gemeinsam, daher auch nicht pro Absatz namentlich gekennzeichnet. Wenn sich im Verlauf des Tages etwas wichtiges ergibt, ergänzen wir den Artikel hier mit Zeitstempel, so stay tuned!
Und wie schon angekündigt: Wir machen das hier aus Spaß an der Freude und weil wir eine Alternative bieten wollen zu dem, was im FCSP-Kosmos außerhalb der Vereinsseite aktuell an “News” vorhanden ist. Dies kriegen wir zwar alleine auch irgendwie hin, es wird aber dauerhaft nur klappen (und uns ausreichend Spaß machen, um da so viel Zeit zu investieren), wenn es auch angenommen wird und Ihr mitmacht.

Sagt uns in den Kommentaren, dass das hier ne gute Idee ist, teilt lesenswerte Links in den Kommentaren aus welchen Bereichen auch immer, die hier irgendwie passen könnten – lediglich auf BILD und MOPO-Links bitten wir Euch zu verzichten, die werden schon oft genug angeklickt.

+++ 16:04 +++
Der heilige Rasen
Wir hatten es im Ankündigungstext geschrieben und werden uns auch daran halten: Einige Medien werden hier nicht verlinkt. Daher danken wir MillernTon-Leser flo, der dahin gegangen ist, wo es wehtut und folgende Info für uns mitgebracht hat:
Das Millerntor darf sich im Sommer über einen neuen Rasen freuen. So steht es zumindest in “Zeitungsberichten”. Satte 280.000,-€ werden dafür fällig. Somit steht wohl auch fest, dass der bereits arg ramponierte Rasen am Millerntor noch etwas durchhalten muss. Wir freuen uns schon auf die Ackermatches of death im Frühjahr gegen Nürnberg, Heidenheim & Aue!

+++ 15:52 +++
Entscheidung zu Strafe für Spruchband nächste Woche
Zack, da ist auch schon die Info zur #riseup4rojava-Aktion. Die Entscheidung wurde auf nächste Woche vertagt, was dann ein noch beschissenerer Cliffhanger ist, als den, den wir gerade geliefert haben.

+++ 15:37 +++
DFB reduziert Strafe für Pyro-Einsatz beim Derby
Der DFB hat die ursprünglich bei 120.000,-€ liegende Strafzahlung für den Einsatz von Pyrotechnik im (gewonnenen!) Derby auf 90.000,-€ reduziert. Damit gaben die Richter dem Einspruch des FCSP in weiten Teilen statt.
Auch der Nachbar aus dem Volkspark hatte Einspruch gegen die Geldstrafe eingelegt und auch diese wurde reduziert (von 200.000,-€ auf 140.000,-€).
Wer die Vorfälle, die zu der genauen Summe der Geldstrafe führte mal genauer aufgelistet haben will, kann das hier einsehen. Aber Vorsicht: Es könnte zu spontanem Grinsen führen, da es Erinnerungen an den Derbysieg weckt…
Zugestimmt hat der FCSP hingegen der Strafe für den Einsatz von Pyrotechnik (ihr erinnert euch an die XXL-Wunderkerzen?!) beim Pokalspiel gegen Frankfurt in Höhe von 16.200,-€ (danke an HeLuecht für den Hinweis und Link).
Was nun mit der Strafe aufgrund der absolut lobenswerten #riseup4rojava-Aktion ist (sollte auch verhandelt werden), verbleibt momentan unklar. Vermutlich gibt es da im Laufe des Tages noch mehr Infos, die ihr dann hier lesen könnt (was 1 cliffhanger).

+++ 14:27 +++
Ab sofort: Schärfere Sanktionen von unsportlichem Verhalten


Eine womöglich doch recht tiefgreifende Änderung soll es ab heute Abend (Start der Rückrunde in der 1.Liga) in den Bundesligen geben: Unsportliches Verhalten (Ballmitnahme nach Pfiff, Rudelbildung, Protestieren) soll konsequenter & härter sanktioniert werden. Ob das wirklich hilfreich ist, bleibt abzuwarten, denn richtig in ein neues Regelwerk wurde dies nicht gegossen. Zu hoffen wäre es jedenfalls, denn Unsportlichkeiten im Fußball nerven hart.

+++ 10:42 +++
Derbytickets
Der Verein hat das Procedere für die Gästetickets beim Derby bekanntgegeben.
“Mangelverwaltung”, wie so oft, da kann man dann auch mal preislich hinlangen. Geld brauchen sie in der Vorstadt halt, daher sind es 19€ für den Stehplatz und 40-61€ für Sitzplätze.
(Bevor die Fans des Nachbarn meckern: Ja, da sind die üblichen ca. 10% Gebühr mit drin, die der FCSP dann selbst noch bei Auswärtstickets erhebt, die Heimfans besuchen das Spiel natürlich für viel weniger Geld.)
Lest Euch die Infos vom Kartencenter genau durch, los geht der Verkauf dann am Montag, dem 27.1. um 10.00h – und endet wahrscheinlich gegen 10.02h.

+++ 09:51 +++
NvdA (Neues von den Alten)
Alex Meier beendet sein Australien-Gastspiel. (Vereinsmeldung: Western Sydney Wanderers)
So richtig erfolgreich war sein Ausflug auf den Kontinent eher nicht. Zwar kam er in zwölf der 13 Spiele zum Einsatz, erzielte aber nur ein Tor und Platz 8 in der 11er-Liga entspricht auch nicht so ganz den Erwartungen.
Mal gucken, ob er jetzt anderswo die Buffer nochmal neu schnürt.
Guten Heimflug, Alex!

+++ 09:15 +++
Eishockey
Haha, nee, keine neue Abteilung.
Seit der Auflösung der Freezers sind die Crocodiles (wieder) die Nummer 1 der Stadt, was diesen Sport anbelangt. Wer schon mal bei einem Oberliga-Spiel in Farmsen war, wird zumindest bestätigen, dass die Halle dort “ihren ganz eigenen Charme” hat und wenig mit dem Hochglanzprodukt DEL zu tun hat – und das ist positiv gemeint.
Nun gibt es in den USA schon seit 2003 (und regelmäßig seit 2008) das “NHL Winter Classic“-Spiel, welches in einem großen Stadion statt in den normalen Einshockeyarenen ausgetragen wird.
Die DEL hat dies erstmals 2012 übernommen und führt dies seitdem zweijährig durch, die DEL2 hat das dann kurze Zeit später auch übernommen und dieses Jahr in Dresden dann sogar ein Ligaspiel mit einem Ligaspiel der ersten tschechischen Liga kombiniert, vor 32.000 Zuschauern.
Warum erzählen wir das alles?
Weil die Crocodiles ihrerseits nun auch die Idee haben, so etwas mal auszuprobieren, was dann gleichzeitig das erste Oberligaspiel wäre, welches in ein so großes Stadion umzieht – und dafür bietet sich aus ihrer Sicht das Millerntor an.
Das ist bisher nur eine Idee und weit davon entfernt konkret zu sein, die Rückmeldung des FCSP liest sich dazu bisher auch eher zurückhaltend, insbesondere in Anbetracht der Verfassung des Rasens.
Wir haben daher noch eine unvollständige Liste an weiteren Events zusammengetragen, die auf dem Rasen des Millerntors stattfinden könnten:

  • Ein Auftritt der österreichischen Band “Die Kletterbua’n”, die auf ihren Konzerten zusammen mit den Zuschauern in Steigeisen herumlaufen.
  • Der SPD-Parteitag zur kommenden Bundestagswahl – Da wird dann auch ein 5%-Hürdenlauf stattfinden.
  • Die 24. internationale Messe “Maulwürfe – wie loswerden?” inkl. praktischer Übungen (Pauli, höhö).
  • Hier, schnell, wie heißen diese Riesenautos noch… achja, MONSTERTRUCKS! Yöah!!!
  • Nochmal zum SPD-Parteitag: wenn die sich auflösen und dann nur noch Asche bleibt – super Dünger!

+++ Moin! +++

Der heutige Tag dürfte sich aus FCSP-Sicht größtenteils in Frankfurt abspielen. Das DFB-Urteil zur Pyro-Strafe vom Derby steht an, nebenbei soll angeblich auch ein Urteil zu einer Solidaritäts-Choreo gefällt werden.
Die im Raum stehende 120.000€-Strafe für das Derby sind der normale DFB-Wahnsinn, der Nachbar soll 200.000€ zahlen und beide Vereine haben Einspruch eingelegt. So weit, so erwartbar.
Interessanter könnte die zweite Strafe werden, in der es um vergleichsweise wenig Geld geht: Mehrere Medien berichten von einer beantragten Strafe von 4.000€, weil im Heimspiel gegen Darmstadt auf der Gegengeraden eine Solidaritätsbekundung für die kurdischen Gebiete in Syrien mittels Zettel-Choreo und Transpi gezeigt wurde (Fotos u.a. hier bei Stefan Groenveld).
Man kann sich hier jetzt wunderbar echauffieren und aufregen und den DFB als kompletten Witzverein bezeichnen und hätte bei jedem einzelnen Punkt unsere komplette Zustimmung – allerdings steht doch eine Frage noch komplett aus: Wie zur Hölle wollen die das denn begründen?
“Bijî Rojava”, also “Es lebe Rojava”. Dazu grüne und rote Zettel und ein Banner der YPJ. Mir fehlt absolut jegliches Verständnis, selbst wenn ich versuche mich in das konservative Denken Frankfurter Verbandsvertreter hineinzuversetzen, wie man an dieser Aktion auch nur irgendetwas verwerfliches findet und dies meint zu sanktionieren. Und in der Urteilsbegründung dürfte “Weil das türkische Außenministerium das so will…” auch nicht ausreichen. Es ist daher fast ein bisschen schade, dass die Begründung bisher noch nicht öffentlich ist – aber so haben wir wenigstens am Montag dann auch wieder etwas, was wir besprechen können.
Den Worten von Oke Göttlich ist jedenfalls nichts hinzuzufügen: “Für den FC St. Pauli ist die Meinungsfreiheit nicht verhandelbar – auch im Stadion.

Blicken wir für den sportlichen Teil zu Beginn kurz zurück auf das Trainingslager in Spanien, welches noch bis Montag andauert. Nach anfänglichen Problemen mit dem Rasen wurden von der Agentur wohl akzeptable Ausweichmöglichkeiten organisiert, für sowas ist sie dann ja aber auch da.
Fehler passieren, ist sicher ärgerlich, hoffen wir das für die Zukunft draus gelernt wurde und die Aufregung eher medial war.
(Wie man in ähnlicher Situation auch richtig zur Lachnummer wird, zeigte Effes KFC Uerdingen, welcher sich in einem Golfhotel ohne Fußballplatz einquartiert hatte und dann wieder abreiste.)

Zumindest der Tagesausflug nach Valencia (geile Stadt!) scheint allen gefallen zu haben:

(Die Detailanalyse der Nahrung von Tim folgt im Laufe des Tages.)
Und hier ist sie: Ich würde zu gerne Bezug auf das Hüftgold in den hinteren Reihen auf den Tischen nehmen, aber ich komme einfach nicht weiter als bis zu Borys Tashchy’s Augen. Die einen nennen es Schlafzimmer-, die anderen BadBoy-Blick. Ich nenne das Kind jedoch beim Namen: Hat der gekifft?!
Und warum sitzen die eigentlich an Tisch 9? Wenn das der tabellarische Anspruch ist, dann dürft ihr Euren Nachtisch meinetwegen auch “con queso” serviert bekommen. Ich will, dass ihr an Tisch 3 sitzt, mindestens! Und wenn da gerade mehrere Rentner sitzen, die ihren Aktiv-Urlaub verbringen, dann wird kurz ein Stuhlbein weggezogen und laut “Hier sitzt jetzt St.Pauli!” gebrüllt. Die Kinder am Nebentisch werden weinen, aber das ist der Spirit!

Auf dem Platz gab es neben bisher vielen Trainingseinheiten ein Testspiel über 4×30 Minuten, eine Spielform die auch in der Vergangenheit schon angewandt wurde und sicher bei entsprechender Anzahl an Spielern absolut sinnvoll ist, um allen ausreichend Spielpraxis zu geben.
Nun sollte man Testspielergebnissen keine allzu große Aufmerksamkeit geben, aber gestern gab es gegen den SV Wehen-Wiesbaden ein 5:2 mit Toren von Boris Tashchy, Henk Veerman (2x) Christopher Buchtmann und Ryō Miyaichi.
Wichtigste Info: Es scheint sich niemand verletzt zu haben.

Am Samstag geht es dann noch gegen Arminia Bielefeld.

Der Blick über den Tellerrand führt aktuell fast unweigerlich zu Hannover 96. Ein Verein zerlegt sich selbst.
Sportlich ist der angestrebte Aufstiegsplatz so weit entfernt wie für uns, da kann sich Martin Kind in Ruhe dem restlichen Chaos widmen, welches am Donnerstag eine neue Ebene erreichte.
Die Kurzform, es ist ja kompliziert:
Im April 2019 stand H96 bekanntlich auf einem Abstiegsplatz in Liga eins, man trennte sich von Horst Heldt, der seit März 2017 dort war, schon in den Jahren zuvor allerdings mit Wechseln zu Wolfsburg und dem 1.FC Köln liebäugelte, die ihm da noch verwehrt wurden.
Enger Mitarbeiter von Heldt (und offiziell Sportlicher Leiter) war Gerhard Zuber, der bei Heldts Entlassung zunächst im Amt blieb, dem dann aber schnell 96-Idol Jan Schlaudraff vor die Nase gesetzt wurde. Martin Kind zeigte mehr oder weniger offen, dass er Zuber (neben Heldt) für den Schuldigen an der sportlichen Talfahrt hält und beschnitt dessen Aufgabenfelder immer weiter, bis Zuber schließlich sogar den Verein verklagte. Er war eine “lame duck” geworden und ganz offensichtlich wollte 96 ihn lieber gestern als heute loswerden.
Am Mittwoch folgte nun der Sieg vor Gericht, die umstrittene Laufzeit des Vertrages (2020 oder 2021) wurde vom Gericht sogar als “Unbefristet” bewertet, was generell für den Profifußball noch Folgen haben könnte.
Bei 96 aber hatte es sehr schnelle Folgen: Am Donnerstag verkündete der Verein die Trennung von Jan Schlaudraff und reinstallierte Zuber als Sportdirektor.
Wenn man ihn eh bezahlen muss, kann er auch arbeiten, dachte man sich wohl…
Ob der Österreicher sich in dem Posten nun dem vollen Vertrauen der Vereinsführung sicher sein kann, darf bezweifelt werden, ob er auf den Job noch so richtig Bock hat wohl auch.
Immerhin wird es beim “kleinen HSV” nicht langweilig.
Jedes Jahr ein Kind, jedes Jahr ein Kind, bis es 96 sind…

Ausstellung “FC St.Pauli: Lebenswege 1933-45”

Interessantes gibt es auch von unserem Verein zu berichten, in diesem Fall vom 1910 e.V.-Museum.
Dieses eröffnete am Donnerstag eine Ausstellung in der St.Pauli-Kirche. Die St.Pauli-Kirche feiert 2020 ihren 200.Geburtstag und zeigt die Ausstellung “FC St.Pauli: Lebenswege 1933-45”, die an die Sonderausstellung “Fußball in Trümmern, der FC St.Pauli im ‘Dritten Reich'” anknüpft, die 2017 im Vereinsmuseum lief. Gezeigt werden die Lebenswege von acht St.Paulianern, von Verfolgten über “Wehrkraftzersetzer” bis hin zum NS-Karrieristen. Wie verhielten sie sich, was geschah später mit ihnen?
Wir müssen den Leser*innen dieses Blogs sicher nicht erklären, dass der Blick in diesen Teil der Geschichte aktueller ist denn je.
In der Regel könnt Ihr die Ausstellung bis zum 1.März jeden Donnerstag von 15-18h und Samstags und Sonntags von 13-16h besuchen, der Eintritt ist frei. Für Gruppen ab acht Personen sind auch individuelle Öffnungen möglich, bitte prüft die jeweiligen Öffnungszeiten auch auf www.stpaulikirche.de

// Tim & Maik

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