Der FC St. Pauli 2020/21 – Eine Kader-Analyse

So. Die Länderspielpause bietet uns die Zeit mal die doch recht umtriebigen Umbauten am FCSP-Kader in aller Ruhe etwas genauer zu beleuchten. Was ist im Transfersommer in den einzelnen Teilen des Teams passiert? Wie sind die einzelnen Transfers und der gesamte Kader zu bewerten? Und was ist damit spielerisch möglich?
(Titelbild: Peter Böhmer)

Ziel: Alle Positionen doppelt besetzen – Wurde das erreicht?

Eines der Ziele in der Kaderplanung ist immer, dass alle Positionen doppelt besetzt sind. Gerade in einer Saison, die aufgrund der Corona-Pandemie einen richtig engen Spielplan vorsieht. Dieser im besten Fall natürlich nicht nur aufgefüllt mit Spielern, die dann nur schwerlich das Niveau halten können. FCSP-Sportchef Andreas Bornemann hat es in diesem Transfer-Sommer fast geschafft alle Positionen im Kader doppelt zu besetzen (mit Ausnahme einer einzigen Position, aber die war auch vorher noch nicht einmal einzeln besetzt). Mit Spielern, die je nach Ausrichtung und Spielstil mal mehr, mal weniger Startelf-Potenzial haben – aber niemandem, der richtig weit weg ist von der ersten Elf. Wenn so ein Kader dann auch noch wettbewerbs- und entwicklungsfähig in der 2.Liga ist, dann darf von einer guten Arbeit gesprochen werden. Die Eindrücke aus den ersten Spielen sprechen dafür.

Die Torhüter – Konkurrenz belebt das Geschäft?

Vorerst bleibt alles beim alten: Robin Himmelmann ist die Nr. 1 im FCSP-Tor. Damit geht der inzwischen 31-jährige in seine sechste Saison als Nr. 1 beim FCSP. Unterbrochen wurde diese Serie einzig von der Rückrunde 16/17 als Philipp Heerwagen im Tor stand.

Im Tor befindet sich also eine Konstante seit vielen Jahren. Konstant ist aber auch jeden Sommer wieder die Diskussion, ob es einen Wechsel im FCSP-Tor geben wird. So auch diesen Sommer, als mit der Neuverpflichtung von Dennis Smarsch die Konkurrenz auf dieser Position erhöht wurde. Smarsch erhielt dann auch relativ viel Spielzeit in den Testspielen, machte dabei einen guten Eindruck. Letztlich fiel die Entscheidung aber einmal mehr pro Himmelmann. Und da kannste dann sagen was Du willst, es spricht für Robin Himmelmann, dass er sich seit Jahren immer wieder auf dieser Position durchsetzt.

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Eine weitere Konstante ist die Nr. 3 auf dieser Position: Svend Brodersen. Das war aus persönlicher Sicht sicher nicht so geplant. In der letzten Saison wurde Brodersen in die U23 versetzt, damit er viel Spielzeit zur Vorbereitung auf die olympischen Spiele sammeln konnte. Doch spätestens seit klar wurde, dass die Saison der U23 aufgrund der Corona-Pandemie nicht fortgesetzt wird (bis dahin hatte er gerade einmal drei Spiele absolviert), wurde klar, dass es sich hier um eine Sackgasse handelt. Svend Brodersen, inzwischen 23 Jahre alt und seit 2010 im Verein, ist wohl einer der Verlierer der Corona-Pandemie im Kader des FCSP und muss nun fast wieder von vorne anfangen.

Das Team im Team: Die Torhüter des FCSP unter sich.
(c) Peter Böhmer

Die Abwehr – Zur Dreierkette dank Lawrence?

Die Abwehr des FCSP wirkt im Vergleich zur Vorsaison ziemlich runderneuert. Das liegt vor allem daran, dass Christopher Avevor und Philipp Ziereis endlich wieder fit und gänzlich einsatzfähig sind. Zwar stehen beide bereits seit etlichen Jahren am Millerntor in Lohn und Brot, aber die Spielzeit der beiden lässt zu wünschen übrig. Schaut Euch einfach die Verletzungshistorie von Ziereis an, da findet ihr den Grund. Denn sicher ist, dass beide wirklich gute Innenverteidiger sein können, wenn sie denn wirklich fit sind. Und seitdem Daniel Buballa hauptsächlich als Innenverteidiger agiert, eine Umstellung die ich weiterhin als sehr gelungen erachte, ist dieser auch häufiger verletzt. Das ist sicher Zufall, aber spätestens nachdem buballa zu Beginn der Saison nicht spielen konnte, wurde der Bedarf auf dieser Position eklatant deutlich.

Die ersten Spiele, besonders das erschreckende Spiel in Elversberg, zeigten, dass es der aktuellen Innenverteidigung an drei Dingen mangelt: der nötigen Physis in der Luft und Skills im Aufbauspiel (Mangel drei kommt gleich). Leider zeigte Marvin Senger, scheinbar einer der Gewinner der Vorbereitung, in Elversberg einen verunsicherten Auftritt. Zwar sind die Leistungen des 20-jährigen (noch) stark ausbaufähig in Sachen Kopfballspiel, aber den Spielaufbau betreffend hat der FCSP mit Senger ein großes Talent in seinen Reihen. Zweifelsohne ein Spieler mit guter Prognose, der wachsen kann, wenn er auf dem Spielfeld Unterstützung bekommt.

Und diese Unterstützung, also jemand, der auf dem Feld seine Mitspieler coacht, war ein weiterer Mangel im Kader des FCSP. Mit James Lawrence, der kurz vor Ende der Transferperiode verpflichtet wurde, versucht der FCSP genau diesen Mangel zu beheben (hier könnt ihr sein Spielerprofil detailliert nachlesen). Gutes Kopfballspiel (einen Air Østigård werden wir trotzdem so schnell nicht wieder finden), gutes Aufbauspiel dank starker Technik und vor allem ein Organisator in der Abwehr und darüber hinaus.

Mit Lawrence wird die Dreierkette beim FCSP plötzlich wieder eine sehr viel attraktivere Formation. In den bisherigen Spielen fehlte es an Organisation und spielgestalterischen Fähigkeiten, auch aufgrund starker Verunsicherung. Dies könnte nun behoben worden sein. Wir müssen zwar vermutlich noch etwas warten (James Lawrence hat auch vor seiner COVID19-Erkrankung nur eingeschränkt die Vorbereitung mitgemacht, da in Anderlecht nicht mit ihm geplant wurde), aber Lawrence erweitert die Optionen im FCSP-Spiel um ein Vielfaches, wenn er denn gesund bleibt (was letzte Saison leider nicht der Fall war).

Noch etwas weiter weg vom Kader: James Lawrence muss nach überstandener Covid19-Erkrankung und fehlender Spielpüraxis in Anderlecht erst einmal wieder aufgebaut werden.
(c) Peter Böhmer

Vielfache Optionen bieten sich FCSP-Trainer Timo Schultz auch auf den defensiven Außenbahnen, egal ob es sich hierbei um Außen- (in 4er-Kette) oder Flügelverteidiger (in 3er-Kette) handelt. Auf der rechten Seite ist derzeit völlig zurecht Sebastian Ohlsson nicht wegzudenken. Zu stabil und fehlerfrei spielt er. Ein unglaublich wichtiger Spieler. Bei dem hatte ich wirklich Sorge, dass er den FCSP noch verlassen würde und habe tief durchgeatmet als dies nicht der Fall war.
Entsprechend ist Luca Zander da momentan hinten dran. Nicht hinten dran, sondern vor Ohlsson agiert aktuell Jannes Wieckhoff, der jedoch auch als Flügelverteidiger spielen kann und da möglicherweise tempomäßig etwas besser geeignet sein könnte als Ohlsson. Aber dann wird das auch schnell dazu führen, dass Ohlsson auf anderen Positionen im Kader denkbar wäre. Einfach stark!
Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Situation ebenfalls gut, weil die Position doppelt besetzt ist. Und ähnlich wie Sebastian Ohlsson scheint Neuzugang Leart Paqarada auf links gesetzt zu sein (hier lest ihr sein Spielerprofil). Im Gegensatz zu Ohlsson scheint Paqarada auf beiden Positionen, als linker Außenverteidiger oder linker Flügelverteidiger die Nase im Kader vorn zu haben. Direkte Konkurrenz für Paqarada gibt es mit Daniel Buballa als Außenverteidiger und Maximimilian Dittgen als Flügelverteidiger. Mert Kuyucu, einziger weiterer nomineller Linksverteidiger im Kader, war diese Saison bisher noch überhaupt nicht im Kader und spielte stattdessen bei der U23.

Das Mittelfeld – Fehlt weiterhin ein Sechser?

Ein weiterer Grund, warum die Dreierkette für das Trainer-Team attraktiv ist: Es fehlt weiterhin ein Sechser im Kader, der das Spiel als Taktgeber leiten kann. Das ist dann auch die einzige Position im Kader, die nicht besetzt wurde, um die das Spiel des FCSP zumindest bis zur nächsten Transferperiode herumgebaut werden muss.
Das ist schon ärgerlich, da es sich hierbei um eine zentrale Position im Kader handelt, die auch dazu führt, dass andere Spieler und allgemein das Spiel besser funktionieren kann.

Sicher, ganz sicher wurde auf dem Transfermarkt intensiv nach einem spielstarken progressiven Sechser gesucht. Sicher wurden auch einige solcher Spieler kontaktiert und womöglich gab es auch Verhandlungen oder Optionen. Letztendlich bleibt die Position aber unbesetzt.

FCSP-Trainer Timo Schultz hatte zwar in der Frühphase der Vorbereitung klar gesagt, dass er sich einen “physisch starken Sechser” für den Kader wünscht, aber wies auch darauf hin, dass der Kader das auch anderweitig kompensieren kann. Eine Möglichkeit, das Fehlen eines spielstarken Sechser zu kompensieren, ist eben die Dreierkette, da der Spielaufbau hierbei auch ohne kreative Sechs funktionieren kann. Deshalb gehe ich davon aus, dass wir eine Dreierkette mehr und mehr im Verlauf der Saison sehen werden, trotz des holprigen Starts jener Variante in Elversberg.

Die Leistungsdichte im zentralen Mittelfeld ist aber besonders hoch, auch wenn der gewünschte spielstarke Sechser fehlt. Es handelt sich um den Teil im Kader, bei dem eine Vorhersage zu den Startelf-Spielern am schwierigsten ist. Das liegt vor allem daran, dass viele Spieler auf einem ähnlich hohen Niveau agieren, aber eben auch einzelne Qualitäten je nach Spielausrichtung gefragt sind.

Es gibt aber eine Ausnahme: Marvin Knoll stand bisher in allen Pflichtspielen dieser Saison in der Startelf. Das liegt sicherlich daran, dass der FCSP aktuell nicht auf seine Physis auf der Position verzichten kann. Und das wird dann vermutlich genau die Variante sein, von der Schultz sprach, als er sagte, dass er das Fehlen eines “physisch starken Sechsers” auch anders kompensieren kann. Trotzdem ist Knoll weiterhin nicht unumstritten: Immer wieder wird medial auf die fehlenden Fähigkeiten im Spielaufbau hingewiesen, auch darauf, dass er wenig auf dem Spielfeld “coacht”.

rechts, links, oben, unten – alles ist möglich im zentralen Mittelfeld des FCSP. Marvin Knoll war dabei der bisher einizge Spieler, der immer in der Startelf stand.
(c) Peter Böhmer

Wenn ich davon schreibe, dass es dem FCSP an einem spielstarken Sechser fehlt, dann möchte ich damit explizit nicht die Qualitäten von Rico Benatelli schlechtschreiben. Deshalb schrieb ich auch bereits davon, dass dem FCSP ein progressiver Sechser fehlt, denn das ist neben der Physis in Defensivzweikämpfen das Einzige, was dem Spiel von Benatelli fehlt: Sein Aufbauspiel ist geprägt von Ballsicherheit und Umsicht, aber eben nicht davon, dass er ein Spiel an sich reißt und den Takt vorgibt und vor allem nicht davon, dass er sonderlich viele Pässe nach vorne spielt. Rico Benatelli ist von großem Wert, wenn es um Ballsicherheit geht, um Verlagerungen und längere Aufbauphasen. Pässe in die Tiefe gehören eher nicht zu seinem Repertoire.

Schon eher in diese Richtung agiert Afeez Aremu. Ein Spieler, bei dem einen das riesige Potenzial bei jeder seiner Aktionen ins Gesicht springt (hier mehr zu ihm). In den ersten Spielen zeigte sich dann aber auch, dass es noch viele Bereiche gibt, an denen er noch arbeiten muss. Allen voran seine Bewegung im Raum in der Rückwärtsverteidigung und die Präzision im Passspiel. Und trotzdem ist Afeez Aremu gar nicht weit weg von der Startelf, da er sehr progressiv spielt und auch zweikampfstark daherkommt.
Weiter vorne im doppelten Sinne ist da Rodrigo Zalazar, der teilweise, z.B. in Bochum (Taktik-Analyse hier) und gegen Heidenheim (Taktik-Analyse hier) eine sehr offensive Rolle im zentralen Mittelfeld einnahm. Ob das zukünftig auch der Fall sein wird, darf allein schon aufgrund der Verpflichtung von Guido Burgstaller angezweifelt werden (mehr dazu später). Ohnehin hat Zalazar seine größten Stärken in einer tieferen, zentralen Position. Der Typ ist aus meiner Sicht die geborene Acht.

Geboren als Zehner scheint Lukas Daschner zu sein (hier ein detailliertes Spielerprofil). Wir haben diese Saison noch nicht sonderlich viel von ihm sehen dürfen. Das dürfte daran liegen, dass er im Bereich Athletik noch zulegen muss. So sehr bei Aktionen von Afeez Aremu das Potenzial erkennbar wird, so sehr fallen mir immer wieder die Augen aus dem Kopf bei den Ballaktionen, die Lukas Daschner drauf hat. Die fehlende Athletik wird vermutlich dazu führen, dass sich seine Spielzeit dieses Jahr vermehrt auf Kurzeinsätze beläuft. Aber die Prognose ist verheißungsvoll.

Gleiches gilt für Finn Ole Becker. In der Vorbereitung durch einen Muskelfaserriss zurückgeworfen, hat er sich erstaunlich schnell wieder rangearbeitet. Und es wird sicher niemand für enormes Fachwissen gelobt, wenn das Talent dieses Spielers hervorgehoben wird. Ja, es sollten keine Spieler aus dem Kader hervorgehoben werden und niemand funktioniert alleine. Aber wenn Finn Ole Becker… im Hinblick auf das zentrale Mittelfeld freue ich mich sehr auf die Entwicklung während der Saison.

Schon eine Verstärkung, aber Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen: Afeez Aremu.
(c) Peter Böhmer

Fast in Vergessenheit gerät bei dieser Aufzählung, dass Christopher Buchtmann den Kader im zentralen Mittelfeld noch verstärken kann. Bei ihm bleibt zu hoffen, dass er endlich mal dauerhaft gesund wird. Seit er zur Saison 12/13 zum FCSP wechselte verpasste er 91 Spiele verletzungsbedingt. Das ist rund ein Drittel aller möglich Spiele in dieser Zeit! Und in dieser Rechnung fehlt noch die Anzahl der Spiele, die er aufgrund fehlender Fitness verpasste oder solche, die er trotz Verletzung unter Schmerzen bestritt. Eine in jeder Hinsicht schmerzhafte Statistik.

Deutlich näher ist Leon Flach dran an der ersten Elf. Bei allen vier Pflichtspielen stand er im Kader und sammelte gegen Heidenheim auch schon seine ersten Profiminuten. Welche Rolle er in der Saison auf welcher Position spielen wird, bleibt abzuwarten. Eigentlich ist er ebenfalls ein zentraler Mittelfeldspieler, hat aber in der U19 unter Schultz mehrfach auch als Linksverteidiger gespielt und könnte so auch als Back-Up für Leart Paqarada dienen.

Der Angriff – Das Prunkstück?

Ja genau, wer hätte gedacht, dass der Angriff des FCSP mal der Bereich im Kader des FCSP sein würde, der den Analysten der Gegner Kopfzerbrechen bereitet? Ich hatte das nicht erwartet. Dies war nach den torarmen Testspielen noch viel weniger zu erwarten. Vor allem nicht nachdem den FCSP im Sommer 38 Ligatore (von ohnehin nur mageren 41) verließen. Gerade die Abgänge von Gyökeres, Diamantakos und Veerman waren in dieser Hinsicht schmerzhaft (zusammen 25 von 41 Toren).

Aber der runderneuerte Angriff beim FCSP lädt leicht zum Träumen ein. Obwohl bisher einzig Daniel-Kofi Kyereh mit drei Toren gezeigt hat, dass er zurecht bei vielen weiteren Zweitligisten auf dem Zettel stand (auch von ihm findet ihr hier sein ausführliches Profil). Ehrlich gesagt bin ich mir gar nicht sicher, ob sich alle beim FCSP und anderswo und auch er selbst darüber im Klaren sind, wie gut er eigentlich ist. Toller 1.Kontakt, unglaubliche Laufleistungen, enorme Effektivität und Power im beidfüßigen im Abschluss – ich hoffe sehr, dass er dem FCSP noch lange erhalten bleibt, bin da aber skeptisch, wenn das so weitergeht.

Flankiert werden die Stürmer von Maximilian Dittgen (der natürlich auch intensiv begutachtet wurde) auf der linken Seite und, momentan, Jannes Wieckhoff auf rechts. Gerade auf rechts darf man trotz der durchaus überzeugenden Leistungen von Wieckhoff gespannt sein auf die Rückkehr von Ryō Miyaichi. Etwas weiter weg von der ersten Elf sind aktuell Kevin Lankford und Luis Coordes.

Eine besondere Rolle im Angriff des FCSP kann Simon Makienok (ein neuer Spieler – ihr werdet nie darauf kommen, was ich hier verlinkt habe) einnehmen. Denn während der FCSP es mit Henk Veerman und Morike Sako schaffte, die weltweit kopfballschwächsten Spieler über 2m Körpergröße zu verpflichten, ist es dieses Mal anders. Denn sein Kopfballspiel, aber auch sein solides Passspiel machen Makienok zu einem idealen Wandspieler. Gerade in Zeiten in denen der FCSP im Aufbauspiel (noch) nicht jede Situation mit flachen und kurzen Pässen lösen kann, ist so ein Wandspieler eigentlich unabdingbar. Wenn Makienok dann auch noch in der Box seine Körpergröße gut ausspielen kann, dann dürften wir an diesem Spieler, der neben dem Platz perfekt zum FCSP passt (schaut mal in sein Insta-Profil (und vor allem in das seiner Freundin)), viel Freude haben.

Mit Simon Makienok auf dem Platz bieten sich dem FCSP urplötzlich ganz andere Optionen.
(c) Peter Böhmer

Und dann ist da ja auch noch Guido Burgstaller. Hier stellt sich mir persönlich die Frage, in welcher Rolle er auf dem Platz agieren kann. Anhand der Einschätzung, die Florian Zenger in der Vorstellung lieferte, scheint Burgstaller seine Stärken am besten in einem System mit zwei Angreifern einbringen zu können. Wir sollten jedoch nicht sofort Wunderdinge erwarten, denn ein Stürmer, der seit mehr als einem Jahr kein Tor mehr erzielt hat, muss vermutlich erst einmal eine Art Aufbautraining machen. Aber vielleicht geht auch alles ganz schnell.

Aufgrund der Neuverpflichtungen etwas in der Rangliste abgerutscht scheint Borys Tashchy zu sein. Leistungen und Treffer in den Test- und Trainingspielen hin oder her: Tashchy hat mich in den 15 Monaten, die er beim FCSP ist, in den Pflichtspielen noch nie richtig überzeugen können. Und während die Rollen und Profile von z.B. Makienok und Kyereh klar definiert sind, kann Tashchy zwar als polyvalenter Stürmer bezeichnet werden, aber eben nicht in ausgezeichneter, unverzichtbarer Rolle beim FCSP.

Formationen – Alles ist möglich!

…naja, fast alles. Denn durch den fehlenden progressiven Sechser bleibt die Dreierkette auch weiterhin die Formation der Wahl, um dem Spiel den Stempel aufzudrücken. Gegen den Ball hatte der FCSP in Bochum und zuhause gegen Heidenheim jedoch sehr viel stabiler mit einer Viererkette gewirkt. Auch wenn es sicher nicht ganz so extrem ist, wie ich es jetzt ausdrücke: Die Anzahl der Innenverteidiger auf dem Platz gibt die Marschroute vor.

Schaut mal, wer bei9 dieser fiktiven Aufstellung alles noch auf der Bank schlummert!

Denn eine Dreierkette bedeutet auch immer, dass der FCSP mit zwei Stürmern spielen kann, was bei der aktuellen Kader-Situation sicher nicht die schlechteste Idee ist.
Bei einer Viererkette ist es eben genau die Stürmerposition, die zugunsten eines weiteren Verteidigers geopfert wird.

Klar ist aber, egal ob mit Dreier- oder Viererkette: Es wird maximal zwei Positionen im Angriff geben. Sollte der FCSP in der luxuriösen Situation sein, dass Makienok, Burgstaller & Kyereh einsatzfähig sind, so muss die Rolle von Kyereh überdacht werden. Aus meiner Sicht kann er mit seinen Stärken, Geschwindigkeit und Technik, auch aus einer tieferen Position für Torgefahr sorgen. Eine Formation mit zwei Stürmern und Kyereh auf der Zehn ist aus meiner Sicht durchaus eine Option.

Der FCSP hat einen krassen Umbruch im Kader vorangetrieben. Der runderneuerte Kader besteht aus Spielern, die den Verein sofort weiterbringen, aber teilweise auch noch großes Entwicklungspotenzial haben. Eine Bewertung dieses Umbruchs ist nach vier Pflichtspielen (von denen übrigens nur eines gewonnen wurde) natürlich nicht möglich. Das liegt auch daran, dass der Umbruch nicht nur im Spielerkader sondern auch auf der Trainerbank vonstatten ging. Entsprechend wurde auch die Spielidee grundlegend überarbeitet. Diese Umstellung wird Zeit brauchen, die wir dem Kader auch geben sollten. Trotzdem ist die Grundstimmung aus meiner Sicht völlig zurecht sehr viel positiver als zu Beginn der letzten Saison.

//Tim

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