Lage am Millerntor – 29.Oktober 2020

Morgääääähn. Yepp, morgen, 18.30h. Derby und so. Vielleicht vor wenigen Fans, vielleicht komplett als Geisterspiel, in jedem Fall ohne uns. Wer mag, schaltet das AFM-Radio an. und wir versuchen heute trotz aller Distanz zu diesem Ereignis schon mal, ein wenig die Vorbereitung anzuschmeißen.

FCSP News

Morgen, 18.30h. Wir geben zu, dass der Puls nun doch ein wenig steigt. Das VdS-Gespräch von Yannick mit Tanja habt ihr sicher bereits gehört, der schriftliche Vorbericht auf das Derby wird heute im Laufe des Tages veröffentlicht.

Bis dahin empfehlen wir Euch zur Vorbereitung auf das Spiel, auch wenn es ein bisschen wehtut, da wir ja dieses Mal nicht im Stadion sein dürfen, unsere Texte zu den vier Stadtmeisterschaften der vergangenen zwei Saisons.
Das erste Derby war eher ein stinkiges Erlebnis (und für neutrale BeobachterInnen auch ein stinklangweiliges). Ein sportlich ereignisarmes 0-0, welches dann aber immerhin reichte, um die Stadtmeisterschaft zu verteidigen (Der HSV riecht scheiße).
Erheblich mehr war beim Rückspiel am Millerntor los. Und es ist wohl untertrieben, wenn wir schreiben, dass dieses Derby (St. Pauli ist die einzige Möglichkeit) die FCSP-Fanseele bewegt hat, sowohl aufgrund der Geschehnisse auf dem Platz, aber auch auf den Rängen.
Da auf dem HSV nach diesem Sieg aber der Derbyfluch lastete, wurde auch in der letzten Saison die Stadtmeisterschaft ausgespielt. Das Spiel am Millerntor (Arbeitstitel: Derbysieg) war dann sicher eines der Spiele, in denen Helden geboren wurden (auch wenn diese leider nicht mehr beim Verein sind).
Und wer dachte, dass dieser Heimsieg bereits das Maximum an emotionaler Eruption gewesen sei, der/die wurde im Rückspiel (Im Derby dieser Stadt…) eines besseren belehrt. Zumindest im Gefühlsbereich der Autoren dieser Zeilen gab es wohl nur wenige Momente, die das Herz höher schlagen ließen als die beiden Tore von Henk und Matt.

Fanszene News

Das Vereinsmuseum hat weiter geöffnet, aktuelles Thema: Arbeitersport

Die aktuelle Ausstellung im 1910-Museum beschäftigt sich, wie schon erwähnt, mit dem Arbeitersport. Christoph Nagel hat zu dieser Ausstellung der taz ein Interview gegeben.

Kiezkick pausiert

Tja, leider wohl alternativlos. Haltet also Ausschau nach den digitalen Alternativen. (Instagram)

Verein am Wochenende

Handball

Bisher war ja “nur” der Spielbetrieb unterhalb der Oberligen ausgesetzt worden, jetzt wurde dies auch auf die Oberligen und damit die beiden FCSP-Teams (m/w) in der Oberliga erweitert. Der Spielbetrieb ist vorerst bis zum 22.11. ausgesetzt, wie auch beim Fußball in Schleswig-Holstein. (DHB.de)

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Mitgliederversammlung

Der Verein veröffentlichte gestern einen ausführlicheren Text zum nächsten Satzungsänderungsantrag, der Einführung einer Frauenquote in den Vereinsgremien. Auch der Magische FC äußerte sich.
Wir hingegen werden dies hier nicht tun – weil wir nämlich gestern Abend die Monatssendung aufgenommen haben, in der zwei der Antragstellerinnen zu Gast waren und ebenso ausführlich darüber sprachen, da können wir uns die Zeichen auch sparen. Veröffentlichung im Verlauf des Vormittags.

Döntjes

Corona Update

Ja, die einschneidenden Verfügungen der Bundesregierung habt Ihr sicher alle mitbekommen – nein, wir werden diese hier nicht bewerten, dafür gibt es kompetentere Seiten.
Der Amateursport kommt also spätestens ab Montag auch im Training zum Erliegen (Individualtraining ausgenommen), der Profisport darf vorerst weiter machen, wenn auch ohne Fans in den Stadien oder Hallen. Das Derby dürfte theoretisch morgen dann noch vor 1.000 Menschen im Stadion stattfinden.
Was für die Fußballvereine schon finanziell schwierig ist (weil teilweise ja gar nicht mit so vielen Geisterspielen kalkuliert wurde, Hallo Effzeh), ist für andere Ligen ungleich existenzbedrohender. Die Basketball-Bundesliga BBL will aktuell am nächsten Wochenende (6.November) starten, ging bisher aber von einer erlaubten 20%-Auslastung aus und kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Ähnlich ergeht es der Handball Bundesliga, auch dort herrscht Irritation, da vorher anderes besprochen worden war.

Und während es in den hiesigen Profiligen immer wieder vereinzelte positive Fälle gibt, der Spielplan am Wochenende aktuell aber noch vollständig ist, sorgt ein Fall in der heute angesetzten Europa League für Schlagzeilen: Der PSV Eindhoven soll (und wird) heute bei Omnia Nikosia auf Zypern antreten. Zwei Spieler der Niederländer waren Anfang Oktober positiv getestet worden, durchliefen danach die Quarantäne und sind inzwischen wieder voll einsatzbereit – dürfen aber lt. Vereinshomepage nicht einreisen, da die zypriotischen Behörden die Einreise verweigern. (psv-nl)

Der Region geht es gut

Chapeau, Kaiserslautern. Was wir damals bei der Verkündung des Aussetzen von Konsequenzen bei Insolvenzen von DFB und DFL schon befürchteten, ist gar nicht zwingend eingetreten. Denn z.B. der HSV und Schalke haben diesen sinnvoll erscheinenden Weg der Insolvenz gar nicht gewählt. Aber der 1.FC Kaiserslautern hat dies gemacht – und wie es aussieht, damit genau die sportliche und wirtschaftliche Wettbewerbsverzerrung erreicht, die damals schon allen hätte klar sein sollen. Denn während “die Region” nun auf einen Schuldenschnitt hoffen darf und eine Investorengruppe frische Millionen in den Klub pumpen wird, sind die Vereine, die noch vor kurzer Zeit Transfergeschäfte mit dem Verein vom Betzenberg gemacht haben nun die Verarschten. So werden beispielsweise die Würzburger Kickers und Sonnenhof-Großaspach wohl auf dem Großteil ihrer offenen Transferforderungen sitzen bleiben, während die Spieler natürlich weiterhin für Lautern auflaufen. Schöne, neue Fußballwelt. (kicker)

Türkgücü und Disney

Was klingt wie ein neuer Sponsoren-Deal ist tatsächlich nur ein ziemlich schlechter Vergleich: Wir hatten gestern in unserer unfassbaren Naivität noch gedacht, die Story mit dem DFB-Pokal und der Suche nach Schalkes Erstrundengegner sei nun erledigt… doch wir haben die Rechnung ohne den Münchner Drittligisten gemacht. Geschäftsführer Max Kothny bezeichnete das Bayrische Sportschiedsgericht in Nürnberg als “Micky Maus Gericht” und kündigte dann auch gleich an, notfalls bis zum Bundesgerichtshof zu ziehen. (BR)
Tatsächlich kann man die Entscheidungsfindung des Bayrischen Fußballverbandes und den damals geschlossenen Kuhhandel ja sehr wohl kritisieren, ob sich der Verein mit seinem jetzigen Verhalten aber einen großen Gefallen tut, ist dann wohl auch fraglich.

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Zu guter Letzt:

Der Schalker TikTok-Account. Ja, TikTok. Neumodischer Kram. Kennt Ihr im Zweifel von Euren Kindern. Ja, Schalke. Alte Regel: Nur Gute, nur Alte, nicht auf am Boden liegende treten… egal. Schalke also… seit 1.904 Spielen ohne Sieg, am Wochenende das Derby verloren – aber auf Social Media ganz weit vorne, wie auch dieses TikTok-Video zeigt. Bockstark, ganz nah am Puls der Zeit und an der Basis. Welcher Fan würde sich nicht gerne so abgeholt fühlen?

Auf Twitter entschuldigte der Verein sich inzwischen und begründete das Video mit unterschiedlichen Zielgruppen auf den unterschiedlichen Plattformen. Wir sind ganz froh, dass der FCSP TikTok bisher noch nicht bespielt – und schon gar nicht zielgruppengerecht.

Bleibt gesund!
// Tim & Maik

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