Lage am Millerntor – 05. Januar 2026

Lage am Millerntor – 05. Januar 2026

Der FC St. Pauli startet 2026 mit einem torlosen Remis gegen Werder Bremen, ein Torwart und ein U23-Stürmer wurden verpflichtet und Hapoel-Fans erleben harte Repressionen. Die Lage am Montag.

FC St. Pauli

Testspiel gegen Werder Bremen

„Defensiv stabil“ war gestern die meistgebrauchte Beschreibung dessen, was der FC St. Pauli im Spiel gegen Werder Bremen auf den Rasen brachte. Offensiv erarbeitete man sich zwar Chancen, konnte aber keine davon nutzen.
Gut 25.000 Menschen waren trotz schwieriger Anreisebedingungen erschienen, Werders Offensive hingegen eher nicht. Dies und mehr im Spielbericht.

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Happy Birthday, Abdoulie Ceesay!

Unser Stürmer feiert heute seinen 22. Geburtstag – herzlichen Glückwunsch!

Ceesay im gestrigen Test gegen Werder. // (c) Stefan Groenveld
Ceesay im gestrigen Test gegen Werder. // (c) Stefan Groenveld

Neuzugang im Tor: Emil Gazdov

Da steht man leicht fröstelnd nach dem gestrigen Spiel in der Mixed Zone und wartet auf Andreas Bornemann, plötzlich pingt ein Transfer auf dem Smartphone auf. Mit Emil Gazdov hat der FC St. Pauli auf die Verletzung von Simon Spari reagiert und einen 22-jährigen Torhüter vom CF Montréal bis Saisonende und mit Kaufoption ausgeliehen.
Ein Spielerprofil ist bereits in Arbeit, mehr Details daher später.

Neues von den Alten

Felix Luz (und in meinem Kopf ertönt automatisch ein „Sportlich verbessert!“-Gesang) ist ab sofort neuer Trainer beim Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg. Sein Sportvorstand dort ist übrigens Namensvetter Felix Magath.

Robert Wagner spielte in der Hinrunde leihweise bei Holstein Kiel. Diese Leihe wurde nun aufgelöst und der SC Freiburg verleiht ihn gleich weiter zu Dynamo Dresden, wo er auf Sportchef Sören Gonther trifft.

Lage der Liga

Eintracht Frankfurt hatte es schon Freitag in diese Rubrik geschafft, als man mit Younes Ebnoutalib aus Elversberg den besten Offensivspieler der 2. Liga holte. Nun hat man sich mit Ayoube Amaimouni-Echghouyab von der TSG Hoffenheim II das nächste Talent geangelt und dem Konkurrenten quasi nicht nur vor der Nase weggeschnappt, sondern (um im Bild zu bleiben, wenn auch etwas schief) direkt aus der Nase herausgeholt. Amaimouni-Echghouyab ist auf der rechten offensiven Außenbahn unterwegs und holte 16 Scorerpunkte in 18 Einsätzen in der 3. Liga. Die TSG hätte ihn sicher gerne selber behalten, den im Sommer auslaufenden Vertrag wollte er aber nicht verlängern – und so unterschrieb er nun frühzeitig bei der Eintracht.

Wenige Kilometer weiter hat auch Mainz 05 eine Verpflichtung getätigt: Stürmer Philip Tietz wechselt vom FC Augsburg zum Tabellenschlusslicht. Borussia Dortmund hingegen gibt einen Spieler ab, Pascal Groß kehrt zu Brighton & Hove Albion zurück, bekanntlich trainiert von Fabian Hürzeler. Eine weitere Rückkehr gibt es vom HSV zu vermelden, Jonas Meffert verlässt die Rothosen und kehrt nach viereinhalb Jahren zu Holstein Kiel zurück. Bei RaBa Leipzig wurde der Vertrag mit Kevin Kampl nach achteinhalb Jahren aufgelöst.

FC St. Pauli von 1910 e. V.

Triathlon: Der Norseman

Ich als Triathlet (Hahahaha… ja, sorry, ein Mal Sprintdistanz im Stadtpark. Aber das ist wie Weltmeister und Olympiasieger, das bleibt man ja ein Leben lang!) bin natürlich vollkommen geflasht davon, was Tagesschau-Sprecher, Triathlet und FCSP-Dauerkarten-Inhaber Thorsten Schröder da am 2. August letzten Jahres in Norwegen abgeliefert hat.
Ich konnte schon bei seinen Iron Man auf Hawaii nur ungläubig den Kopf schütteln, aber das Ding ist ja noch bekloppter. Mehr Infos zum Rennen gibt es auf nxtri.com, aber am besten schaut Ihr einfach die YouTube-Folgen von „Torso“ selbst – und wer nicht so viel Zeit hat, fängt einfach direkt mit Folge 10 an.
Allergrößten Respekt, kompletter Wahnsinn! // YouTube

U23 verpflichtet Nikky Goguadze

Die Saisons 23/24 (16 Spiele, 13 Tore) und 24/25 (19 Spiele, 18 Tore) waren für Nikky Goguadze beim Bremer SV so erfolgreich, dass er im Januar 2025 den persönlichen Aufstieg in die 3. Liga zum VfL Osnabrück schaffte. Der Start dort verlief schleppend, eine gute Halbzeit bei Hannover 96 II mit zwei Toren beim 5:1-Auswärtssieg war der positive Ausreißer.
In der neuen Saison verlief es sogar noch schlechter, ein Einsatz über 58 Minuten am 1. Spieltag (0:0 gegen Alemannia Aachen) – das war’s.

Insofern erscheint der Wechsel zurück in die 4. Liga für ihn der richtige Schritt zu sein, wo er auch für Jeddeloh II und Kickers Emden bereits erfolgreich war und dem FCSP jetzt beim Unternehmen Klassenerhalt helfen soll. // fcstpauli.com

Fanszene-News

Hapoel Tel Aviv

Wenn man sich als Fußballfan in Deutschland über Repression seitens der Staatsmacht beschwert, so geht es oft um Vorfälle wie in Frankfurt, als St. Pauli-Fans schon vor der Ankunft am Stadion eingekesselt wurden.
Dies ist schlimm und eine Einschränkung der Bürgerrechte, allerdings immer noch meilenweit von dem entfernt, dem Fans von Hapoel aktuell in Israel ausgesetzt sind. Dort erfolgt eine systematische Verfolgung seitens des Staates gegen politisch Andersdenkende, die beim versuchten (und vom Gericht inzwischen einkassierten) Verbot von T-Shirts beginnt und bei Verhaftungen und Hausdurchsuchungen endet.

„Sie kamen maskiert, blockierten den Eingang und haben die Zimmer auf links gedreht. Sie haben sogar die Pflanzen aus den Kübeln geholt. Als sie nichts gefunden haben, haben sie gelacht und gesagt: ‚Die Putzfrau kommt gleich.'“ Dieses Zitat eines Zeugen in der FAZ ist nicht die Beschreibung eines Überfalls rivalisierender Fußballfans, sondern von Polizisten, die Jagd auf jugendliche Hapoel-Fans machten. Der Verein und seine Fanszene sind seit längerer Zeit im Visier von Itamar Ben-Gvir geraten, dem rechtsradikalen und für „Nationale Sicherheit“ zuständigen Minister. // FAZ.net

Döntjes

Premier League: Wie viel ist ein Fußballclub wert?

Fantastischer Artikel – wenn man sich denn nicht eh schon angeekelt von all dem Geld vom Profifußball abgewendet hat. In der New York Times (The Athletic ($) wird aufgelistet, dass die Vereine der Premier League in den 16 Saisons von 2008 bis 2024 insgesamt 7,87 Milliarden Britische Pfund Verlust eingefahren haben („made an economic loss“), Inflationsbereinigt wären es sogar 10,6 Mrd. GBP. Mehr als die Hälfte davon entfällt demnach auf die „Big Six“: Arsenal, Chelsea, Liverpool, Manchester City, Manchester United and Tottenham Hotspur.

Doch Fußball wäre nicht so herrlich bescheuert, wie er ist, wenn diese verlustreichen Unternehmen nicht gleichzeitig auch die wertvollsten wären. Nicht, weil sie so viel Gewinn abwerfen und daher so attraktiv für mögliche Investoren sind, sondern weil Fußball anders funktioniert als andere Branchen und daher der Verkauf eines Vereins an mögliche Interessenten aus ganz anderen Dingen gespeist wird. Und so ist auch in der Bewertung des Werts der Vereine (von The Athletic in Zusammenarbeit mit Football Benchmark, Forbes, Kinnaird und Sportico erstellt) klar abzulesen, wo das Geld sitzt. Während allein diese sechs Teams alle oberhalb von 2,5 Mrd. GBP rangieren und Manchester United sogar auf bis zu 4,6 Mrd. GBP taxiert wird, bewegen sich die anderen 14 Teams in der vergleichsweise überschaubaren Range von 200 Millionen GBP (Burnley) bis 780 Mio. GBP (West Ham).

Premier League: Der Ball

Wo wir schon bei The Athletic sind, muss sich das Abo ja auch lohnen:
Der Ball (rund) muss ins Tor (eckig) – das dürfte für viele die einfachste Zusammenfassung von Fußball sein. Im Artikel aber geht es um „Orbita“. Schon mal gehört?
Nein, hat nichts mit xG- oder „Packing“-Werten oder ähnlichem zu tun, sondern das ist der PUMA-Ball, den die Premier League seit dieser Saison nutzt. Und dieser unterscheidet sich in seiner Aerodynamik offenbar deutlich von dem Nike-Produkt des Vorjahres und kann (unter anderem auch bei Freistößen) ganz außergewöhnliche (aber bewusst so vom Schützen gewollte) Flugbahnen hervorbringen.
Verrückt. // NY Times (The Athletic $)

Zu guter Letzt

Und dann war da noch dieser brutale… ähm… Kopfstoß gegen den Ellbogen.
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Forza St. Pauli!
// Maik

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