Der FC St. Pauli hat unfreiwillig Pause, nimmt die Ergebnisse der Konkurrenz aber durchaus anerkennend nickend zur Kenntnis. Die Lage am Montag.
FC St. Pauli
Erneut kein Gegentor gegen RaBa Leipzig
Tja nun, jetzt hat man „ein Spiel in der Hinterhand“, wie man so schön sagt, welches natürlich so nicht geplant war. Der FC St. Pauli hatte aber aufgrund der Situation keine andere Wahl, als das Spiel abzusagen, die zusätzliche Absage in Bremen zeigt dies ebenso.
Ein neuer Termin soll schnellstmöglich bekanntgegeben werden, ich hab mal das Pro & Contra für die möglichen Tage 20. / 27. / 28. Januar ausgearbeitet. // MillernTon
Hauke Wahl
Im großen MOPO (€)-Interview zieht Hauke Wahl ein kleines Zwischenfazit, blickt dabei auf die bisherigen Spiele und insbesondere auch die Niederlagenserie zurück. Neben der These, dass es bei einem bisschen mehr Spielglück gegen Leverkusen wahrscheinlich auch danach durchaus anders gelaufen wäre, macht vor allem folgender Abschnitt Mut:
„In dieser Situation kann es auch sein, dass Mannschaften auseinanderfallen. […] Ich finde, das haben wir als Mannschaft extrem gut gemeistert. Diese Phase hat uns noch mal mehr zusammengeschweißt. Wenn ich die Trainingseinheiten jetzt sehe, dann ist da wieder eine ganz andere Dynamik drin, das Miteinander hat sich weiterentwickelt. Wir sind als Team gewachsen.“
Hauke Wahl, FC St. Pauli in der MOPO (€)
Neues von den Alten
Da wären zunächst Philipp Treu und Igor Matanović zu erwähnen. Während Letzterer das 2:1-Siegtor für Freiburg gegen den HSV erzielte, feierte Ersterer dies in seiner Instagram-Story mit einem Bild vom Spiel und einem kleinen Totenkopfflagge-Emoji.
Wenig Freude wird dieses Spiel hingegen bei Loïc Favé ausgelöst haben, bekanntlich Co-Trainer bei den Rothosen. Über ihn und den gemeinsamen Weg als Trainer in den Profifußball berichtet aber Timo Schultz in der Mopo.
Ein paar Ligen weiter unten hat unser ehemaliger U23-Keeper Ronny Seibt bei Weiche Flensburg in der Regionalliga unterschrieben.
Lage der Liga
Den Stadionnamen „Millerntor“ nicht zu verkaufen, ist eine Grundsatzentscheidung der Mitgliederversammlung des FC St. Pauli gewesen. Und das ist gut so.
Trotzdem zuckt man natürlich immer etwas zusammen, wenn Meldungen wie die am Freitag bei anderen Vereinen auftauchen, wo Eintracht Frankfurt bekannt gab, den Namen des Waldstadions traditionell weiter an Bankhäuser zu vergeben und unter anderem dafür (lt. kicker) bis 2035 mindestens 100 Millionen Euro zu kassieren.
Werder Bremen hat sich in der Offensive beim VfB Stuttgart bedient und Jovan Milosevic bis Saisonende ausgeliehen.
Freitag
Wäre ich die DFL und würde ein paar Spiele ins Free-TV geben, so würde ich mir für die Wahl am Freitag selbst nachträglich auf die Schultern klopfen. Eintracht Frankfurt spielte gegen Borussia Dortmund 3:3 (1:1) und für neutrale*r Zuschauer*in hielt das Spiel genug bereit, um bestens zu unterhalten.
Rückstand, Ausgleich, Rückstand, Ausgleich, Führung in der Nachspielzeit, noch späterer Ausgleich und zwischendurch ein Tor des gerade aus der 2. Liga verpflichteten neuen Helden. Kann man mal so machen, guter Start ins Pflichtspieljahr. // Sportschau-Highlights
Samstag
- FC St. Pauli – RaBa Leipzig // abgesagt
- Werder Bremen – TSG Hoffenheim // abgesagt
- SC Freiburg – Hamburger SV 2:1 // Sportschau-Highlights
Wildes Spiel, keine Frage. Zur Halbzeit hätte sich der HSV (aufgrund Elli von nur 2000 statt der eigentlich angedachten 4000 Gästefans unterstützt) über einen 2:0-Rückstand nicht beschweren dürfen, doch es stand 0:0.
In der zweiten Hälfte erzielte Luka Vušković (48.) dann die erste Auswärtsführung des HSV in der 1. Bundesliga seit April 2018, doch Punkte konnten die Rot-Hosen (haha…) aus dem Breisgau trotzdem nicht mitnehmen. Ein Strafstoß (53.) nach Foul von Elfadli an Höler (gleichzeitig Gelb-Rot) und ein Kopfball von Matanović (83.) ließen das Heimpublikum jubeln. Diskutiert wurde anschließend sowohl über den Strafstoß als auch über einen Luftzweikampf vor dem Siegtreffer, Schiedsrichter Gerach ließ sich davon aber nicht beeindrucken. - 1. FC Heidenheim – 1. FC Köln 2:2 // Sportschau-Highlights
Apropos wildes Spiel: Das Tor von Marvin Pieringer (15.) dürfte demnächst in Heidenheim ausgestellt werden, umgekehrt dürfte Sirlord Conteh von seiner vergebenen Großchance noch eine Nacht träumen, während Ragnar Ache auf Kölner Seite gleich zwei Nächte was zu tun hat. Wildes 2:2. - Union Berlin – FSV Mainz 05 2:2 (0:1) // Sportschau-Highlights
Apropos wildes Spiel: „Ausgerechnet“ Benedict Hollerbach erzielte das 0:2 an seiner alten Wirkungsstätte und hatte danach bei einem Aluminiumtreffer das 0:3 und die Vorentscheidung auf dem Fuß. Doch dann kam Union zurück (77.), vergab zunächst durch Ilic das sichere 2:2 (79.) und traf dann aber doch noch zum Ausgleich (86.). Bitter für Schlusslicht Mainz, welches so nah an den drei Punkten war. - Bayer 04 Leverkusen – VfB Stuttgart 1:4 // Sportschau-Highlights
Apropos wildes Spiel: Leverkusen hatte seit acht Jahren nicht mehr gegen Stuttgart verloren – und dann steht es zur Halbzeit einfach 0:4. Die zweite Halbzeit konnte da nicht mehr mithalten. Stuttgart zog nach Punkten mit Leverkusen gleich.
Sonntag
- Borussia Mönchengladbach – FC Augsburg 4:0 (3:0) // Sportschau-Highlights
Haris Tabaković wurde per Doppelpack zum Spieler des Spiels, spätestens mit dem 3:0 in der 36. Minute war das Ding dann auch schon durch. - Bayern München – VfL Wolfsburg 8:1 (2:1) // Sportschau-Highlights
Deutlich länger ließen die Bayern danach die Wölfe im Spiel – und schlugen dann umso härter zu und sorgten für die höchste Niederlage der Wolfsburger in deren Erstligageschichte.
Die Tabelle
Borussia Mönchengladbach (jetzt Zehnter mit 19 Punkten) ist das einzige Team aus der unteren Tabellenhälfte, das am Wochenende gewinnen konnte. Wenn man die Spielabsage des FCSP mal rausnimmt, hätte der Spieltag kaum besser für Braun-Weiß laufen können.
Mit einem Sieg im Nachholspiel würde man Augsburg überholen. Das Trügerische dabei: Den Sieg müsste man aber natürlich auch erst einmal einfahren.
Außerdem besteht am Mittwoch die Chance, im direkten Duell in Wolfsburg an den Niedersachsen vorbeizuziehen. Ob deren Klatsche in München nun gut oder schlecht für uns ist, dürfte psychologische Seminare füllen – zumindest bezüglich der Tordifferenz hat es uns definitiv nicht geschadet.
FC St. Pauli von 1910 e. V.
60 Jahre Sven Brux
Ist das noch Punkrock, wenn man so alt wird?
Jedenfalls senden auch wir die allerherzlichsten Glückwunsche an Sicherheitschef Sven Brux, der vom Verein geschenkt bekam, an seinem Geburtstag kein Heimspiel organisieren zu müssen.
Auf die nächsten 60, Petri Heil! // Facebook
Fanszene-News
Tickets Werder (h)
Die Resttickets für das Heimspiel gegen Werder Bremen (Sonntag, 22. Februar, 17.30h) gehen am kommenden Donnerstag (15. Januar, 15.00h) in den Verkauf. // fcstpauli.com
Döntjes
Lukas Kwasni Yok!
Die Stimmung beim Effzeh ist mal wieder speziell, nach einem starken Saisonstart schwächelte man zuletzt und die Träume von Europa wurden längst gegen den Autoatlas für die kommenden Fahrt zu Preußen Münster eingetauscht.
Beim Spiel in Heidenheim gab es auf dem Zaun nun ein Banner mit großes Banner mit der Aufschrift „Kwasni Yok“, welches Linguisten schnell als türkisches Wortspiel identifizierten, da „Yok“ im türkischen für „Nein“ steht (vereinfacht ausgedrückt). Kwasniok gab sich auf der Pressekonferenz danach kommunikativ ungewohnt defensiv und kündigte an „da irgendwie in Kommunikation zu treten“. // WDR
Stefan Kuntz
Beim HSV hat mal wieder der Boulevard die Kommunikationshoheit übernommen. Der Vertrag mit Stefan Kuntz war zum Jahreswechsel aufgelöst worden, darum hätte Kuntz aus „persönlichen familiären“ Gründen gebeten.
Am Wochenende gab es nun Schlagzeilen, dass dahinter Vorwürfe der sexuellen Belästigung stehen würden. Kuntz wies diese von sich und schaltete seine Anwälte ein, der Verein wollte dem bereits Gesagten nichts hinzufügen. // MOPO / kicker / Sportschau / Abendblatt (€)
Nachtrag: Der Aufsichtsrat des HSV hat nun eine weitergehende Erklärung veröffentlicht.
Kevin Behrens schubst und beleidigt Mitspieler
Es ist ja jetzt nicht so, dass der ehemalige Wolfsburger Kevin Behrens sich schon vehement um Sympathiepreise beworben hätte, seine homofeindlichen Äußerungen dürften vielen noch in Erinnerung sein. Bei einem Testspiel seines aktuellen Vereins FC Lugano schubste er im laufenden Spiel seinen Kollegen Georgios Koutsias um und beglückte ihn direkt danach mit den Worten „Du kleine Missgeburt, sei leise!“ (Instagram). Warum genau der Schiedsrichter hier auf eine Rote Karte verzichtete, ist mir unklar. Die Beleidigung hat er aufgrund der Sprachbarriere wahrscheinlich gar nicht verstanden – die Tätlichkeit als solche hätte aber eigentlich schon ausgereicht. Glück für Behrens.
Die Gründe für den Ausraster sind noch unklar, der Verein kündigte eine interne Aufarbeitung an.
Zu guter Letzt
Zunächst einmal kann man natürlich gut die Highlights vom gestrigen Clásico anschauen, welcher im Supercopa-Finale bekanntlich in Jeddah stattfand, was leider im Video kaum thematisiert wird, schon gar nicht kritisch.
Oder aber man schaut einfach nur auf Arda Güler nach dem Spiel. // reddit
(No football players were harmed in this movie.)
Arda Guler slips while trying to kick bottle at full-time whistle
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Forza St. Pauli!
// Maik
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Nun denn. Der Nachbar hat mittlerweile eine Stellungnahme herausgebracht. Das finde ich erst mal gut. Nachholbedarf sehe ich allerdings darin, Herrn Kuntz nicht direkt wahrheitsgemäß verabschiedet zu haben, sondern ihm einen mit einer Lüge garnierten Notausgang angeboten zu haben. Ich hoffe, der Verein lernt daraus.
Der HSV hat mittlerweile dem bereits Gesagten etwas hinzugefügt, und das mit einer ganz untypischen Deutlichkeit.
Respekt dafür.