FCSP vs. Leverkusen „Man darf nie den Glauben verlieren“

FCSP vs. Leverkusen „Man darf nie den Glauben verlieren“

Drei Nackenschläge, viele gute Möglichkeiten und noch mehr verpasste Chancen. Der FC St. Pauli schafft nicht den Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale. Die Stimmen und Statistiken zum Spiel.
(Titelfoto:
Pau Barrena/Getty Images/via OneFootball)

Im Pokalspiel gegen Leverkusen konnte der FC St. Pauli sich erneut nicht belohnen. Die St. Paulianer unterlagen deutlich mit 0:3. Die Gastgeber übernahmen früh die Kontrolle und gingen in der 32. Minute durch Martin Terrier in Führung. In der zweiten Halbzeit konnten sie ihren Vorsprung durch Patrik Schick (63.) weiter ausbauen, in der Nachspielzeit machte Jonas Hofmann den Deckel drauf. 

Trainerstimmen

Kasper Hjulmand: „Wir waren sehr effektiv“

„Gegen St. Pauli ist es immer schwierig. Sie haben eine sehr gut eingestellte Mannschaft. Mit den 25 Minuten vor der Halbzeit können wir nicht zufrieden sein. Wir haben zu langsam und zu wenig in die Tiefe gespielt. Unsere Strukturen waren nicht gut.“ Mit diesen Worten eröffnete der Trainer der Leverkusener, Kasper Hjulmand, sein Statement zum Spiel. In der Pause habe er mit seinem Team besprochen, dass sie mehr bringen und sich besser positionieren müssten. „Das war dann auch viel besser. Wir waren sehr effektiv und sind über das 3:0 happy.“ Das können sie auch sein, denn leider muss man sagen: Das war verdient. Nach einem etwas holprigen Start ins neue Jahr ist dies nun ihr vierter Pflichtspielsieg in Folge. Dazu erklärte Hjulmand: „3:0 gegen St. Pauli ist schwierig, aber wir sind im Halbfinale. Das ist ein großer Sieg für uns. Heute müssen wir sehr froh sein und von hier geht es wieder los in die Bundesliga.“

Blessin: „Wir haben uns ein bisschen wieder selbst gestoppt.“

Cheftrainer Alexander Blessin zeigte sich nach dem Spiel sichtlich enttäuscht. „Es ist schade, weil wir in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht haben und mehr drin gewesen wäre. Wir haben uns ein bisschen wieder selbst gestoppt.“ Der erste Gegentreffer sei aus dem Nichts entstanden und der zweite einfach ärgerlich. Blessin betonte: „Wir wissen um ihre Qualität bei Ecken und Standards, da sind wir dann aber bestraft worden. Nach dem 0:2 war es schwierig, noch mal zurückzukommen.“ Die Mannschaft habe versucht, noch einmal alles zu geben und eine Druckphase aufzubauen, aber das Gegenpressing lief nicht wie geplant und sie hatte immer weniger Ballgewinne. „Natürlich spielt es auch eine Rolle, wie wir dann die Tore bekommen haben.“ Der Cheftrainer beschreibt sie als „Nackenschläge“ und fügte hinzu: „Die haben wir nicht so gut weggesteckt.“ Sein Fazit nach dem Spiel: „Wir müssen es akzeptieren und können uns nun auf die Bundesliga konzentrieren. Gegen den VfB wollen wir es am Wochenende dann besser machen.“

Kernstatistiken

Leverkusen FC St. Pauli
6 (4)Torschüsse (auf das Tor)6 (0)
5Fouls14
60,74%Ballbesitz39,26%
789 (729)Pässe (erfolgreich)491 (413)
62 (46)… davon ins letzte Drittel (erfolgreich)53 (37)
35 (19)… davon lange Pässe (erfolgreich)43 (29)
16Ballkontakte im gegn. Strafraum26
48 (37)Defensivduelle (erfolgreich)82 (67)
25 (15)Kopfballduelle (erfolgreich)25 (9)
13,58PPDA15,12

Expeted Goals

Leverkusen FC St. Pauli
(0,93 / 1,28)(Wyscout / FotMob) Expected Goals(0,86 / 1,03)
1,13xG herausgespielt0,62
0,15xG Standards0,41
1,30xGOT0,00

xGOT-Negativrekord

Beim genaueren Hinsehen auf die Zahlen dürfte eine besonders ins Auge gesprungen sein: ein xGOT-Wert von 0,00. Huch! Dass von sechs Schüssen kein einziger auf das Tor ging, ist schon etwas erschreckend. Tatsächlich hat der FC St. Pauli damit einen Negativrekord für die laufende Bundesliga-Saison aufgestellt. Auch wenn es bereits in anderen Spielen etwas mau aussah (gegen Mainz und Köln gab es jeweils nur einen Torschuss), so schwer hat sich die Mannschaft bisher noch nie getan. Das einzig Gute daran: Schlechter kann zumindest dieser Wert nicht mehr werden. Das heißt, jetzt sollte es doch aufwärts gehen. 

Die Chancen sind da

In all der Negativität gibt es auch etwas Positives zu erwähnen: 26 Ballkontakte im gegnerischen Strafraum ist ein beachtlicher Wert. Erst dreimal in dieser Saison hatte der FC St. Pauli mehr – in der Hinrunde gegen den BVB, sowie in beiden Spielen gegen Augsburg. Das zeigt immerhin, dass die Mannschaft es schafft, sich die Möglichkeiten zu erspielen. Wie Blessin schon vor einer Woche betonte, kommt es für ihn erstmal darauf an, wie die Chancen entstehen. Ganz im Sinne von „Der Weg ist das Ziel“. Allerdings ist natürlich allen klar, dass jetzt Tore und Punkte kommen müssen.

Spielerstimmen

Die Spieler waren sich nach Abpfiff einig: Wieder haben sie sich nicht belohnen können für eine gute erste Halbzeit. Ben Voll, Louis Oppie und Martijn Kaars eröffneten alle mit dem in etwa selben Satz ihr Statement zum Spiel: „Wir haben uns vorgenommen, das Spiel möglichst lange offenzuhalten. Das haben wir nicht geschafft, das zweite Gegentor bekommen wir zu früh. Das hat uns den Stecker gezogen. Leverkusen hat seine Chancen genutzt, wir unsere nicht.“ so beschrieb DFB-Pokal Keeper Ben Voll die Niederlage. Sein Teamkollege Martjin Kaars hob besonders die Herausforderung dieses Spiels hervor: „Das 0:1 kommt aus dem Nichts und gegen ein Team wie Leverkusen wird es dann schwer. Sie haben gute Tore gemacht, da hat man ihre individuelle Qualität gesehen.“

Louis Oppie findet nach dem Spiel die richtigen Worte: „Leverkusen hat die Bälle eiskalt reingemacht und das hat den Unterschied ausgemacht. Leider zieht es sich durch die letzten Spiele. Es sind Dinge, die wir schnell besser machen müssen. Wenn es uns gelingt, dann kann es schnell auch in die andere Richtung gehen. Egal in was für einer Situation du steckst, ob nun schlecht oder gut, man darf nie den Glauben verlieren. Mit einem Erfolgserlebnis kann sich alles schnell wieder ändern.“
(Alle Stimmen stammen von hier)

Voller Fokus auf die Liga

So, Spiel abhaken und weitermachen. Das ist so ziemlich das einzige, was man jetzt tun kann und auch nur sinnvoll. Nach hinten schauen bringt uns nichts und der DFB-Pokal ist uns nun „scheißegal.“ Auf der anderen Seite kann der volle Fokus jetzt wieder auf die Bundesliga gerichtet werden. Die Englischen Wochen neigen sich dem Ende entgegen und das Spiel am Samstag gegen den VfB Stuttgart wird ein ganz anderes werden. Wie Martijn Kaars so schön sagte: „Wir müssen weiter Hoffnung haben und immer weitermachen. Wir erspielen uns Chancen, die Tore werden noch kommen.“
// Nike

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One thought on “FCSP vs. Leverkusen „Man darf nie den Glauben verlieren“

  1. Vielen Dank für den schönen Artikel und ein verspätetes Willkommen an Nike.
    Einzig im Einstieg zu schreiben: „Die Gastgeber übernahmen früh die Kontrolle (…)“, finde ich etwas am Geschehen vorbei geschrieben.

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