Leverkusen vs. FCSP „We were just nowhere near our level today.“

Leverkusen vs. FCSP „We were just nowhere near our level today.“

Der FC St. Pauli verliert nach nur elf Tagen erneut hoch und dieses Wochenende auch noch völlig verdient bei Bayer Leverkusen. Die Stimmen und Statistiken zum Spiel.
(Titelfoto: Christof Koepsel/Getty Images/via OneFootball)

Das DFB-Pokalspiel hatten sie bereits 0:3 verloren und jetzt ging es in der Liga noch tragischer weiter. Mit einem gerechtfertigten 0:4 ließ der FC St. Pauli die Punkte in Leverkusen liegen. Die Gegentore in der 13. und 14. Minute brachten das Team komplett aus der Fassung und auch in der zweiten Halbzeit zeigte es keinen sichereren Auftritt. Die Leverkusener hingegen zeigten einmal mehr, wie hoch die Qualität ihrer Mannschaft ist.

Trainerstimmen

Kasper Hjulmand: „Wichtig, wieder unsere Mannschaft zu sehen, mit dieser Intensität und unserer Leistung“

„Wir haben gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft eine gute Leistung auf den Platz gebracht heute“, sagte der Cheftrainer der Leverkusener nach dem deutlichen 4:0. Er hob hervor, dass sie zwar aus den letzten fünf Pflichtspielen zuvor vier Siege (und ein Unentschieden) geholt, allerdings nicht solch eine Leistung auf das Feld gebracht hatten: „Es war wichtig, wieder unsere Mannschaft zu sehen, mit dieser Intensität und unserer Leistung.“ Des weiteren erklärte er, dass die Mannschaft von Anfang an gut gespielt habe. Die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit beschrieb er als „ein bisschen zu wenig“, aber nach der Halbzeit konnte das Team wieder durchstarten. Obwohl Hjulmand mit der Performance wohl recht zufrieden sein dürfte, betonte er ebenfalls: „Ich habe sehr großes Vertrauen in diese Mannschaft und diese Qualität. Ich sehe auch Möglichkeiten, besser als heute zu spielen.“ Dies kann das Team schon am Mittwoch unter Beweis stellen, wo es gegen Olympiakos F.C. in der Champions League geht. Karneval und Feiern steht wohl nicht auf der Agenda, sondern laut Cheftrainer Kasper Hjulmand: „Ruhe, zu Hause, Essen, schlafen und dann geht es weiter.“

Blessin: „Bei Bayer Leverkusen brauchst du die 100%.“

„Ein absolut verdienter Sieg. Wir haben heute in keinster Weise die Energie auf den Platz gebracht, die nötig ist, um hier was zu holen“, erklärte Blessin in seinem Statement nach dem Spiel. Als Vergleich nannte er das Pokal- und Hinspiel gegen die Leverkusener, aber auch das Aufeinandertreffen mit Stuttgart letztes Wochenende. Da habe man gute Spiele gemacht und sich (gegen Leverkusen) dennoch nicht belohnen können. Am Samstag habe auch die Leistung nicht gestimmt: „Bei so einem Gegner wie Bayer Leverkusen, brauchst du die 100%.“ Des weitern lobte der Coach des FC St. Pauli die Energie der Leverkusener, die bei seiner eigenen Mannschaft fehlte: „Sie haben echt Bock gehabt, Fußball zu spielen und wir waren dann halt in den speziellen Momenten auch einfach nicht wach.“ Bälle verloren, keine Bereitschaft gezeigt, nicht klar im Verteidigen, oder einfach ein zu guter Gegner? Blessin erklärte: „Wie gesagt, das ist jetzt nicht ein Gradmesser für mich. Du kannst solche Spiele dann auch verlieren. Von zehn Spielen wirst du immer acht Spiele gegen so einen Gegner verlieren. Das heißt, zweimal kratzt man vielleicht dran und hat die Möglichkeit. Letzte Woche ist es uns gelungen, diese Woche nicht. Deswegen gilt es auch dieses Spiel sehr sehr schnell abzuhaken und sich auf Bremen zu konzentrieren.“

Kernstatistiken

FC St. Pauli Bayer Leverkusen
11 (1)Torschüsse (auf das Tor)11 (8)
11Fouls7
30,83Ballbesitz69,17
404 (311)Pässe (erfolgreich)845 (753)
43 (26)… davon ins letzte Drittel (erfolgreich)87 (62)
34 (16)… davon lange Pässe (erfolgreich)45 (23)
12Ballkontakte gegn. Strafraum28
57 (40)Defensivduelle (erfolgreich)32 (23)
16 (8)Kopfballduelle (erfolgreich)16 (7)
29,2PPDA9
120,87 kmLaufleistung118,26 km

Mehr als doppelt so viel

Puhh! Diese Statistiken anzuschauen, bringt nicht so richtig viel Spaß. Besonders wenn man sieht, dass Bayer Leverkusen mehr als doppelt so viele Pässe gespielt hat (845 zu 404) und damit einhergehend natürlich auch mehr als doppelt so viel Ballbesitz hatte. Der niedrige Ballbesitz ist, um ehrlich zu sein, keine Seltenheit bei St. Pauli, aber besonders nach so einem Spiel gestern einfach nochmal frustrierender. Die Passquote des FCSP (76,4 Prozent) war in dieser Saison nur zweimal schlechter, gegen Mainz (0:0) und Hoffenheim (0:3).

Expected Goals

FC St. Pauli Bayer Leverkusen
(0,83/0,69/0,52) = 0,68Expected Goals
(Wyscout/DFL/FotMob)
(1,95/0,9/1,58) = 1,47
0,33xG herausgespielt1,10
0,19xG Standards0,48
0,07xGOT1,78

Die Qualität im Abschluss fehlt

Bayer Leverkusen hat einen xG-Wert von 1,47 und trotzdem 4:0 gewonnen. Beachtliche Leistung, die noch einmal mehr untermauert, was gestern beim FC St. Pauli nicht gestimmt hat.
Wer den Artikel zum Pokalspiel gegen Leverkusen gelesen hat, erinnert sich, dass dabei der xGOT-Wert des FC St. Pauli von 0,00 hervorgehoben wurde (nach dem Motto: schlechter kann das wenigstens nicht mehr werden). Nun ist der Wert auch nicht schlechter geworden, aber 0,07 xGOT sind immer noch arg wenig. Den St. Pauli-Durchschnittswert von 0,93 (nur Bundesliga-Spiele dieser Saison) dürfte dieses Spiel also ein Stück weit runter gezogen haben.

Spielerstimmen

„It wasn’t our day, let’s be honest“

„We were just nowhere near our level today. (…) In games like that (…) you have to survive and stay in the game until your moments come. We didn’t manage to do that“, erklärte Jackson Irvine. Natürlich waren die zwei schnellen Tore in der ersten Halbzeit ein Schlag ins Gesicht, doch der Kapitän des FC St. Pauli betonte besonders, dass es eigentlich keine Ausreden gibt: „We had enough of a break after last weekend to bring the energy again and we didn’t do it. We can’t find excuses. (…) We still have enough in us to solve it. We have enough experienced players out there to be able to ride through those tough moments.“ Karol Mets erklärte nach dem Spiel: „It’s an honest result today, we have to be truthful. We didn’t have anything today to deserve even a point here.“ Des weiteren sagte er: „It wasn’t our day, let’s be honest“. Wie auch seine Mitspieler ist Mets ebenfalls der Meinung, dass es ganz einfach ein gelaufener Nachmittag war und jetzt auf das nächste Spiel geschaut werden muss.

„Everything is still in our hands“

Und was jetzt? Das Spiel vergessen und weitermachen: „We just gotta put it behind us very quickly, because we got an absolute massive game before us next weekend at home and we need to find a way to reach the level that we reached last week and leave this one behind us“, erklärte Kapitän Jackson Irvine. Auch Alexander Blessin ist dieser Meinung: „Für mich gilt es jetzt, dieses Spiel abzuhaken, also das ist oberste Prämisse.“ Kommenden Sonntag trifft der FC St. Pauli auf den Abstiegskampfkonkurrenten Werder Bremen. Der Tabellensechzehnte, der nur zwei Zähler mehr als der FCSP hat, verlor am Samstag gegen Bayern mit 0:3. Das Spiel nächstes Wochenende dürfte also auf jeden Fall ein spannendes werden, in dem beide Teams sicherlich eine Reaktion zeigen wollen. Es ist also wie Keeper Nikola Vasilj ganz richtig beschrieb: „Everything is still in our hands“. Und darum gilt ab jetzt: Voller Fokus auf Sonntag!
// Nike

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