FC St. Pauli vs Eintracht Frankfurt 0:0 – Ein Punkt ist ein Punkt

FC St. Pauli vs Eintracht Frankfurt 0:0 – Ein Punkt ist ein Punkt

Der FC St. Pauli bleibt im sechsten Spiel in Folge am Millerntor ungeschlagen. Die erste Halbzeit ging an Braun-Weiß, die zweite an Eintracht Frankfurt – am Ende ein gerechtes Remis.
Titelfoto: Joern Pollex/Getty Images via OneFootball

Vor dem Spiel: Spieltag wird zum Kampftag

Ob beim FLINTA*-Fanmarsch vor dem Spiel, bei zahlreichen Aktionen rund ums Stadion oder auch per Durchsage etwa 25 Minuten vor Anpfiff und dem anschließenden Einspieler auf der Anzeigetafel: Der 8. März als Feministischer Kampftag hielt Einzug ins Millerntor.
Der Spieltag wurde zum Kampftag – und natürlich wäre es schön, wenn dies irgendwann nicht mehr nötig wäre. Davon sind wir aber leider noch immer weit entfernt.

In der Kurve der Eintracht wurde der 8. März ebenfalls per Banner gewürdigt – hier allerdings als besondere Huldigung des Gründungsdatums der Eintracht, die an diesem Tag im Jahre 1899 gegründet wurde.
Während des Spiels sorgte der Gästeblock dann für Unfrieden, als man bei einem medizinischen Notfalleinsatz zunächst munter weiter supportete, während das restliche Stadion schwieg. Nach einem offenbar bewusst abschließenden „Scheiß St. Pauli!“ unterbrach man zwar kurz, setzte den Support dann aber eben doch weiter fort. Sehr schade, da sind andere Kurven definitiv weiter.

Die Aufstellung

Beim FC St. Pauli fehlte bekanntermaßen Karol Mets, für ihn begann erwartungsgemäß Tomoya Andō.
Eintracht Frankfurts Trainer Riera wechselte in der Startelf notgedrungen im Tor, wo Kaua Santos letzte Woche beim 2:0 gegen Freiburg bereits in der ersten Spielminute eine Innenbandverletzung am Knie erlitt und durch Michael Zetterer ersetzt wurde. Im Feld begann der letzte Woche eingewechselte Torschütze Fares Chaibi für Mario Götze, der auf der Bank Platz nahm.

Erste Halbzeit

Die ersten paar Minuten gehörten der Eintracht, mehr als Ballbesitz sprang aber nicht dabei heraus. Der FC St. Pauli setzte Frankfurt hingegen sehr früh mit Pressing unter Druck, insbesondere bei Torabstößen. Auch Zetterer zeigte dabei mit dem Ball ein paar leichte Unsicherheiten, allerdings ohne konkrete Folgen. Bei Frankfurter Ballbesitz hingegen überließ man der Eintracht phasenweise aber auch mal bis zur Mittellinie den Ball.
Die größte Chance in der Anfangsphase gab es für den FCSP eigentlich in der 17. Minute – sie wird nur in keiner Statistik auftauchen und kam auch final nicht zustande, weil der entscheidende Außenristpass von Pereira Lage auf Fujita etwas verhungerte und so an Amenda hängen blieb. Fujita wäre sonst völlig frei und alleine von halblinks auf Zetterer zugelaufen. Der anschließende Ärger von Pereira Lage über sich selbst aber sprach Bände.

Pfosten links, Pfosten rechts – ächz!

Chancen, die auch wirklich zählten, gab es allerdings auch noch, ebenfalls für Braun-Weiß. In der 24. Minute gab es nach einer Ecke ein bisschen Ping-Pong und Abpraller, eine Rückwärts-Ablage per Kopf von Andō und den Abschluss von Pereira Lage, der leider nur den Außenpfosten traf.
Apropos Außenpfosten: Den visierte in der 31. Minute auch Danel Sinani an, der nach einem sehr sehenswerten Spielzug aus 18 Metern den rechten Pfosten streichelte, nachdem Pereira Lage vorher ja noch links gescheitert war. Das gibt es doch gar nicht – fehlte nur noch, dass Frankfurt jetzt das Tor trifft.

Doch Frankfurt fand gar kein Konzept gegen die gute gestaffelte Defensive des FC St. Pauli, aus dem Spiel heraus gelang nichts. Jonathan Burkardt war bei Hauke Wahl in sehr guten Händen. Der letzte Torabschluss der Eintracht in Hälfte eins stammte aus der 4. Minute.

Nach 40 Minuten gab es dann eine ungewöhnliche Spielunterbrechung, für die der DFB ausnahmsweise keine Strafzahlungen einfordern wird. Schiedsrichterassistent Christian Dietz humpelte vom Feld und musste mit dem 4. Offiziellen, Eric Weisbach, die Rollen tauschen.

Zweite Halbzeit

Die Frankfurter Harmlosigkeit war dann mit Wiederanpfiff Geschichte. Jean-Mattéo Bahoya hatte links plötzlich sehr viel Platz, scheiterte aber an Nikola Vasilj. Warum Bahoya so viel Platz hatte, wurde leider direkt im Anschluss klar, denn Saliakas musste beim Sprint abreißen lassen, weil er sich wohl am Oberschenkel gezerrt hatte. Früher unfreiwilliger Wechsel also, für ihn kam Lars Ritzka ins Spiel. Der verteidigte fortan auf links, Pyrka wechselte auf die rechte Seite.

Kein Gelb-Rot, aber die Wechselslots gehen aus

In der 63. Minute dann eine Szene, die mit ein bisschen Pech auch mit einer Gelb-Roten Karte für Andō enden kann. Der war kurz zuvor verwarnt worden und foulte jetzt am Sechszehner Chaibi, knickte dabei auch selbst noch schmerzhaft um. Zwayer beließ es bei einer letzten Ermahnung – und Blessin wechselte quasi sofort Adam Dźwigała ein, um den drohenden Platzverweis zu verhindern. Bereits der zweite unfreiwillige Wechsel.

Beim FC St. Pauli klappte nun all das, was in der ersten Halbzeit nach vorne noch funktioniert hatte, jetzt nicht mehr. Frankfurt beherrschte die Partie, hatte am Ende 72% Ballbesitz – doch immerhin behielt der FCSP die defensive Stabilität bei und ließ wenig bis nichts zu. Frankfurt versucht es immer wieder, auch über außen, doch Trainer Riera benannte nach dem Spiel, dass man nicht schnell genug war, um die nötigen Chancen zu kreieren. Mehr „one touch“, weniger „one-two-three touch“. Doch hierfür benötige er noch etwas mehr Zeit mit dem Team.

In der 81. Minute stand dann endgültig fest, dass St. Pauli dieses Spiel nicht mehr hoch gewinnen würde. Eine Verletzung von James Sands am rechten Fuß sorgte für die Einwechslung von Connor Metcalfe – und die Durchsage „Dritter und letzter Wechsel“ mag auf den Rängen kurz für Verwirrung gesorgt haben, war aber inhaltlich korrekt. Das Zauberwort lautet „Wechselslots“ und von diesen hat man nur drei und somit waren diese jetzt aufgebraucht – auch wenn man eigentlich fünf Spieler einwechseln darf. Drei „erzwungene“ Wechsel – ärgerlich, weil einen dies natürlich in der Schlussphase dann doch nochmal um die eine oder andere Option brachte.

Alle auf dem Feld verbliebenen Spieler mussten nun bis zum Ende durchhalten – und dies sollte insbesondere für Pereira Lage noch herausfordernd werden, der bei normalem Verlauf wohl wenige Minuten später angeschlagen ausgewechselt worden wäre. Doch so musste er sich durchbeißen – und tat dies bravourös.

Fazit

Die durchaus besondere Statistik, dass es zwischen beiden Teams wettbewerbsübergreifend noch nie ein 0:0 gab und die Eintracht in bisher 14 der 15 Spiele gegeneinander in der ersten Liga getroffen hatte, ist nach dem Spiel nun erledigt. Umgekehrt blieb der FC St. Pauli eben jetzt im dritten von vier Spielen gegen Frankfurt ohne eigenes Tor, dabei gab es aber nun immerhin das zweite Unentschieden. Außerdem war es das zweite „clean sheet“, als „zu Null“ in Serie.

Der FCSP bleibt damit seit Ende November am Millerntor ungeschlagen, aus den sechs Spielen holte man drei Unentschieden (außerdem noch gegen 1:1 gegen Leipzig und 0:0 im Derby) und drei 2:1-Siege (Heidenheim, Stuttgart, Werder). Das Millerntor bleibt damit die Basis dafür, dass man den Klassenerhalt noch schaffen kann. Am nächsten Freitag aber steht in Mönchengladbach ein Spiel an, bei dem man gerne den zweiten Auswärtssieg in Folge holen darf.

Ob dabei Manolis Saliakas und James Sands mitwirken können, bleibt abzuwarten. Während bei Saliakas schon eine morgige Untersuchung am Oberschenkel angekündigt wurde, sei Sands umgeknickt – und man hoffe, dass die Bänder dabei nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Forza St. Pauli!
// Maik

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2 thoughts on “FC St. Pauli vs Eintracht Frankfurt 0:0 – Ein Punkt ist ein Punkt

  1. Absolut zufrieden mit dem Team und dem Ergebnis. Ein Punkt aus dem Spiel mitzunehmen war ein schweres, aber machbares Szenario, Mannschaft daher im Soll. Gefährlicher waren wir alle mal.

    Wenn man monieren will, dann, dass man wie übergreifend in der Saison zu lieb war. Wenn FFM meint, einen nach den anderen zu verletzen, dann bitte doch auch mal die Sense rausholen. Die müssen Angst vor uns haben, nicht wir vor ihnen.

    Schade, dass wie immer kein Verlass auf die Verrosteten aus Berlin ist und die Bremer unverdient vorbeigezogen sind.

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