„Jetzt wird es immer besser und das gibt einem ein gutes Gefühl“

„Jetzt wird es immer besser und das gibt einem ein gutes Gefühl“

David Nemeth stand nach dem Training des FC St. Pauli Rede und Antwort zu seiner Verletzung und zur Rückkehr ins Mannschaftstraining.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)

An diesem eher regnerischen und windigen Mittwochvormittag habe ich mich wieder einmal zum Training unserer Profis begeben – samt anschließender Medienrunde mit David Nemeth. Mit Freude konnte ich beim Training feststellen, dass Ben Voll weiterhin der größte Supporter von Jannik Robatsch ist, auch wenn das „ROBATSCH“ dieses mal nicht ganz so laut und häufig war. Ansonsten war ein intensives Training zu beobachten. Karol Mets war auf dem Platz im Einzeltraining zu sehen, während die anderen Verletzten oder Nationalspieler fehlten. Im Anschluss sprach David Nemeth über seine Verletzung und die Freude, endlich wieder im Training zu sein.

Zwei schwere Verletzungen beim FC St. Pauli

Schon 2022 zog sich David Nemeth eine schwere Schambeinverletzung zu und fehlte dem FC St. Pauli mehr als ein halbes Jahr. In der Rückrunde der ersten Bundesligasaison entwickelte sich David Nemeth dann zum Stammspieler und zeigte immer wieder sehr gute Leistungen auf dem Platz. In dieser Saison stand er im DFB-Pokal gegen Eintracht Norderstedt noch auf dem Platz, schoss sogar den entscheidenden Elfmeter. Kurz darauf verletzte er sich im Training, die Situation beschreibt er so: „Ich habe einen langen Schritt gemacht und dann hat das so reingezogen, das habe ich noch nie gespürt. Da wusste ich, das muss jetzt etwas Schlimmeres sein.“

Im Vergleich zur ersten langfristigen Verletzung war die zweite für ihn die schlimmere: „Beim zweiten Mal war es schwieriger, weil ich ein gutes Gefühl hatte. Ich habe viel gemacht und geschaut, dass ich immer fit bin. Dass das dann trotzdem passiert, war traurig für mich.“ Doch Nemeth hatte gute Unterstützung: „Ich habe mich bei der Familie, bei der Freundin, bei Frederic (Bokelmann, Rehatrainer, A.d.R.) mal auskotzen können. Das muss man auch mal machen und die haben mir alle sehr geholfen.“ Auch bereits die Erfahrung gemacht zu haben, nach einer langen Verletzung zurückzukommen, helfe die Zeit der Verletzung zu überstehen, auch wenn man mal Phasen habe, in denen man denkt, es funktioniere irgendwie nicht. „Jetzt, ich glaube ich bin drei, vier Wochen wieder im Mannschaftstraining, es wird immer besser und das gibt einem ein gutes Gefühl“, so Nemeth.

Etwa ein halbes Jahr nach seiner Verletzung stand für David Nemeth dann wieder das erste Training mit der Mannschaft an, was er als „unglaubliches Gefühl“ beschrieb, weil er so lange darauf warten musste. „Dann nerve ich Frederic schon, wann ich endlich mit der Mannschaft trainieren kann. Da muss man sich ja auch noch ein bisschen zurückhalten, weil die Trainingsbelastung ist dann nochmal eine andere. Die ersten Trainings waren ein richtig schönes Gefühl. Da sieht man, warum man es macht.“ Auch auf das interne Testspiel am Donnerstag freue er sich, um weitere Einsatzminuten zu sammeln. Vor kurzem stand er für 45 Minuten für die U23 auf dem Platz.

Chancen auf baldigen Einsatz?

Nach seiner Verletzung stand Nemeth bei den Profis zwar wieder im Kader, zum Einsatz kam er bisher aber noch nicht. Durch die jünsgten Verletzungen von Andō und Ritzka könnte eine baldige Rückkehr auf den Rasen nun realistischer sein, sollten sie bis zum nächsten Spiel nicht wieder fit sein. Nemeth selbst wusste in der Medienrunde noch nichts von den Verletzungen seiner Teamkollegen. „Das hoffen wir mal nicht, dass sie ausfallen. Andō hat es unglaublich gemacht. Lars macht es unglaublich. Das ist eine gute Konkurrenz. Das motiviert mich umso mehr. Ich werde ihnen auch ein bisschen Druck machen und das bringt auch ihnen am meisten, wenn sie das Gefühl haben, performen zu müssen.“

Bisher musste er von der Bank oder der Tribüne zuschauen, für Nemeth ist es aber auf der Bank erträglicher: „Auf der Bank kann man näher bei der Mannschaft sein, die Mannschaft pushen, deswegen ist es auf der Bank dann doch schöner.“ Auf seinen ersten Einsatz freut er sich, auch wenn es in einer brenzligen Situation passieren kann. „Man merkt im Training, wie das Feuer da ist, das hat man glaube ich auch heute gesehen. Auch wenn es diese Woche ein bisschen heruntergefahren ist, merkt man, dass wir trotzdem auf dem Platz alles reinhauen. Da wird auch mit ein bisschen Härte in den Zweikampf gegangen“, so Nemeth, der in der Vorsaison einer der großen Stabilisatoren des FC St. Pauli in der Rückrunde war. Genau so jemanden kann der FCSP jetzt gebrauchen.

Immer weiter vor!
//Nina

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