1. FSV Mainz 05 vs. FC St. Pauli 0:0 – Bloß kein Risiko!

1. FSV Mainz 05 vs. FC St. Pauli 0:0 – Bloß kein Risiko!

Mit Willen, guter Defensivarbeit und etwas Glück holt der FC St. Pauli einen Punkt in Mainz. Mehr wäre an diesem Tag auch nicht drin gewesen.
(Titelfoto: Pau Barrena/Getty Image
s/via OneFootball)

Erfolg und Schönheit müssen nicht Hand in Hand gehen. Vor allem im Abstiegskampf der Bundesliga ist nahezu jedes Mittel recht, um Punkte zu sammeln. Genau das tat der FC St. Pauli zum Jahresabschluss beim 1. FSV Mainz 05. In einem Spiel, in dem es dem Team von Alexander Blessin so gut wie gar nicht gelang, Offensivgefahr zu erzeugen, stand es immerhin defensiv so stabil (allerdings gegen einen Gegner, der mit arg limitierten Mitteln in der Offensive agierte), dass erstmals seit dem 2. Spieltag die Null gehalten werden konnte.

Die Aufstellung

Zwei Veränderungen gab es in der Startelf des FC St. Pauli: Adam Dźwigała stand aufgrund der Sperre von Eric Smith in der Innenverteidigung auf dem Platz. Zudem fehlte überraschend Martijn Kaars in der Startelf. Der Doppeltorschütze vom letzten Wochenende fehlte aufgrund von Adduktoren-Problemen, Alexander Blessin erklärte vor Anpfiff: „Der Schmerzpunkt ist zu groß“ und im Anschluss, dass nun ein MRT Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben wird. Hoffen wir das Beste! Durch den kurzfristigen Ausfall kehrte Andréas Hountondji nicht nur in den Kader, sondern auch in die Startelf zurück.

Im Vergleich zum Spiel in der Conference League unter der Woche änderte Trainer Urs Fischer seine Startelf auf nur einer Position: Wie von Alexander Blessin erwartet, startete Benedict Hollerbach anstelle von Nelson Weiper ganz vorne im Angriffszentrum. Im Vergleich zum letzten Ligaspiel waren es sogar fünf Veränderungen, gleich drei Spieler kehrten nach abgesessener Sperre zurück (Paul Nebel, Dominik Kohr, Nadiem Amiri). Das Team agierte im unter Fischer gewohnten 5-3-2.

Aufstellung beim Spiel 1. FSV Mainz 05 gegen FC St. Pauli M05: Batz - da Costa, Kohr, Hanche-Olsen, Potulski, Widmer - Nebel, Sano, Lee - Hollerbach, Amiri FCSP: Vasilj - Pyrka, Dźwigała, Wahl, Mets, Oppie - Fujita, Sands, Irvine - Hountondji, Pereira Lage
Aufstellung beim Spiel 1. FSV Mainz 05 gegen FC St. Pauli
M05: Batz – da Costa, Kohr, Hanche-Olsen, Potulski, Widmer – Nebel, Sano, Lee – Hollerbach, Amiri
FCSP: Vasilj – Pyrka, Dźwigała, Wahl, Mets, Oppie – Fujita, Sands, Irvine – Hountondji, Pereira Lage

So sieht Abstiegskampf aus, wenn niemand gewinnen muss

Was man aus ästhetischer Sicht von einem Spiel erwarten konnte, in dem der Tabellen-18. den Tabellen-16. empfängt, war ohnehin schon wenig. Zumal der zuletzt gezeigte Aufwärtstrend beider Teams nicht auf der Steigerung der Offensivgefahr, sondern der Stabilisierung der eigenen Defensive beruht. Es war spürbar, dass beide Teams hauptsächlich den Plan hatten, an diesem Trend der stabileren Defensive nichts zu ändern. Was der 1. FSV Mainz 05 und der FC St. Pauli auf dem Platz zeigten, wurde dieser Tabellensituation dann in gewisser Weise gerecht. Denn beide Teams gingen über die gesamte Partie nahezu gar nicht ins Risiko, um in der Offensive Gefahr zu erzeugen. Und auch, wenn wir alle am liebsten natürlich viele Offensivaktionen sehen wollen: Wer möchte es einem dieser beiden Teams vorwerfen?

Der 1. FSV Mainz 05 spielt unter Neu-Trainer Fischer ein recht klares System: Gegen den Ball findet sich das Team in einem 5-3-2 zusammen. Je nach Spielstand und Gegner wird entweder ein wenig aktiver gepresst oder sich tiefer zurückgezogen. Gegen den FC St. Pauli entschied man sich zwar nicht für die Variante „Voll draufgehen“, aber doch für ein etwas aktiveres Pressing. Die Innenverteidiger des FCSP spürten zwar nicht stets den Atem der Gegenspieler, so richtig viel Zeit konnten sie sich aber auch nicht lassen.

Beide Teams mit ähnlicher Struktur

Es wäre interessant gewesen, zu sehen, was der FC St. Pauli mit etwas mehr Ruhe im Spielaufbau hätte anfangen können. Denn von der Grundstruktur sah es eigentlich recht spannend aus. Hountondji und Pereira Lage zogen sich ganz vorne eng zusammen, setzten aus dieser Position zu Tiefenläufen an, wurden dabei leicht abgesetzt flankiert von Oppie und Pyrka. In den Halbräumen fanden sich Fujita und Irvine ein, die auch gerne mal die Positionen tauschten. Macht insgesamt sechs FCSP-Spieler, die sich bei geordneten und ruhigeren Ballbesitzphasen, sofern es sie denn gab, im Drittel der Mainzer einfanden. Das ist eigentlich nicht wenig und die ersten Spielminuten zeigten, dass Mainz damit auch ein paar Probleme hatte.

Doch dabei blieb es nicht. Nachdem der FC St. Pauli ganz gut in die Partie gestartet war, mit einiger Präsenz im Mainzer Drittel, übernahm das Heimteam nach rund 20 Minuten mehr und mehr die Kontrolle. Das Mainzer Spiel ist dabei klar strukturiert gewesen und nahezu deckungsgleich zu jener Offensivformation, die der FCSP aufbot. Und wie auch der FC St. Pauli agierten die Mainzer trotz numerisch guter Anzahl im letzten Drittel eher vorsichtig, wollten sich auf keinen Fall auskontern lassen. Das führte dazu, dass sich beide Teams mehr oder weniger neutralisierten.

Fujita presst zentral im Zehnerraum, vor einer Doppelsechs

Es gab aber ein paar kleine Abweichungen im Mainzer Spiel, die dann auch erklären, warum das Team von Fischer zwar weiterhin wenige, aber die etwas besseren Offensivaktionen hatte: Sechser Sano wurde, das war eine Änderung in der Defensivformation des FCSP (statt mit einem Sechser und zwei Achtern, agierte man mit zwei Sechsern und einem Zehner), von Fujita in Manndeckung genommen, war am Aufbauspiel daher so gut wie gar nicht beteiligt und allgemein wurde das Zentrum vom FC St. Pauli ziemlich dicht zugestellt. Da auch Sands und Irvine ihren Gegenspielern in den Halbräumen recht penetrant auf den Füßen standen, wichen die beiden Achter der Mainzer, Nebel und Lee, häufig aus den Halbräumen ganz auf die Außenbahnen aus. Dort bildeten sie situativ zusammen mit den Außenverteidigern Überzahlsituationen. Aus diesen Duos wurden teilweise sogar Trios: Amiri turnte nahezu überall in der Offensive herum, mit einem besonderen Faible für die linke Seite, wo auch Hollerbach gerne zugegen war. Natürlich waren nicht alle gleichzeitig in diesen Räumen unterwegs, aber nicht selten konnte Mainz auf den Flügeln Überzahlmomente erschaffen.

Echte Offensivgefahr vermochten die Mainzer aus diesen Situationen aber nicht erzeugen. Weil der FCSP das auch einfach konzentriert wegverteidigte, in den wirklich gefährlichen Räumen stabil stand. Was dann leider nicht klappte: Dass der FC St. Pauli aus den vielen Ballgewinnen gefährliche Umschaltmomente generierte. Das Offensivspiel des FCSP lässt sich zusammenfassend wohl am besten durch tiefe Pässe ins Nirgendwo bezeichnen. Das klingt hart, aber muss halt auch einfach festgestellt werden. Es war klar erkennbar, was das Team von Alexander Blessin vorhatte – nach Ballgewinnen schnellstmöglich die Tiefe suchen – und war auch gut zu sehen, wie wenig das von Erfolg gekrönt war. Oft waren Pässe ungenau und genauso oft die Laufwege nicht gut abgestimmt, was in Summe dazu führte, dass der FC St. Pauli die Bälle sehr schnell wieder hergab und somit so gut wie keine Offensivgefahr erzeugte. Auch wenn man das natürlich im Kontext betrachten muss, so ist so wenig Torgefahr sicher das größte Thema, an dem in der nun anstehenden (kurzen) Winterpause gearbeitet werden muss.

FC St. Pauli geht nicht ins Risiko

Den ersten Torabschluss gab es in dieser Partie nach 28 Minuten – und das sagt über die Herangehensweise beider Teams bereits sehr viel aus. An diesen risikoarmen Spielweisen änderte sich auch in der zweiten Hälfte nichts. Gefahr gab es auf beiden Seiten überwiegend nach Standardsituationen. Mainz investierte mehr, war aber qualitativ nicht gut genug, um sich gegen einen auf die Defensive fokussierten und in den Abläufen sicheren Gegner zwingende Chancen zu erspielen. Einzig rund um die 70. Minute hatte der FC St. Pauli eine kurze Phase, in der auch nach vorne etwas mehr ging. Auf fünf Abschlüsse kam der FCSP insgesamt. Irvine hatte die wohl beste Gelegenheit in der ersten Hälfte (nach einem Standard) und dann gab es vier Abschlüsse zwischen Minute 70 und 73 – das war es. Mainz hatte zwar sicher die etwas besseren Gelegenheiten, doch dem Heimteam gelang es nicht, auch nur einen Ball auf das Tor zu bringen (der Abschluss von Armindo Sieb in der Nachspielzeit zählt in den Statistiken zwar als Schuss auf das Tor, wäre aber im Außennetz gelandet). Alles andere als ein 0:0 hat diese Partie einfach nicht verdient.

MAINZ, GERMANY - DECEMBER 21: Benedict Hollerbach of 1. FSV Mainz 05 is challenged by Hauke Wahl of FC St. Pauli during the Bundesliga match between 1. FSV Mainz 05 and FC St. Pauli at MEWA Arena on December 21, 2025 in Mainz, Germany. (Photo by Pau Barrena/Getty Images)
Auch dieses Duell ging für Benedict Hollerbach mutmaßlich verloren. Dem Mainzer Angreifer gelang gegen die Defensive des FC St. Pauli herzlich wenig.
(Pau Barrena/Getty Images/via OneFootball)

„Minimalziel erreicht“

So spärlich wie die Chancengüte dieser Partie, so spärlich auch der dazugehörige Bericht. Denn er endet an dieser Stelle. Weil es eine Partie war, in der es Höhepunkte gab, die in vielen anderen Spielen kaum Erwähnung finden. Das ist für Mainz das größere Problem, als für den FC St. Pauli. Denn der Rückstand zum FCSP (= auf den Relegationsplatz) beträgt weiterhin vier Zähler. Für den FC St. Pauli ist das Ergebnis sicher nicht überragend, aber okay. Hauke Wahl brachte es nach Abpfiff am DAZN-Mikro auf den Punkt: „Wir wollten einfach nicht verlieren. Das war sicher nicht schön anzusehen, aber beide Teams haben ihr Minimalziel erreicht.“ Das ist nicht das, was man als Anhänger*in von begeisterndem Offensivfußball hören möchte, aber der 31-jährige erklärte auch direkt, warum der FCSP diese Herangehensweise wählte: „Wir wissen, wo wir herkommen. Wir haben letzte Woche gewonnen, aber davor viel Scheiße gefressen. Ich bin froh, dass wir als Mannschaft dann diesen Schritt gehen, clever sind und den Punkt dann mitnehmen. Da bin ich glücklich über den Fortschritt.“
Amen.

Auch wenn es in den letzten Wochen insgesamt oft zähe Kost gewesen ist, so darf rückblickend festgestellt werden, dass es sportlich für den FC St. Pauli recht gut gelaufen ist. Nach der Niederlage in München, der neunten in Serie, folgten ein 2:1-Erfolg im Pokal gegen Mönchengladbach sowie fünf Punkte aus drei Spielen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf (zwei der drei Spiele auswärts).
Nun gilt es, endlich ein wenig durchzuatmen. Die letzten Wochen waren intensiv, aber sie waren auch nicht erfolgos. Gar nicht auszumalen, was in dieser Winterpause los sein würde, wenn der FC St. Pauli eben nicht fünf Zähler aus den letzten drei Partien gesammelt hätte. Diese Ausbeute sollte Selbstbewusstsein liefern – und das wird, zusammen mit der nun anstehenden Pause, hoffentlich dazu führen, dass es in drei Wochen defensiv genau da weitergeht, wo der FCSP zuletzt aufgehört hat. Denn wenn es gelingt, diese Basis des FCSP-Spiels stabil zu halten, dann wird es hoffentlich auch Stück für Stück offensiv wieder aufwärts gehen.

Immer weiter vor!
// Tim

Alle Beiträge beim MillernTon sind gratis. Wir freuen uns aber sehr, wenn Du uns unterstützt.

MillernTon auf BlueSky // Mastodon // Facebook // Instagram // Threads // WhatsApp // YouTube

13 thoughts on “1. FSV Mainz 05 vs. FC St. Pauli 0:0 – Bloß kein Risiko!

  1. Lieber Tim,

    vielen Dank für diesen Bericht und deine Einschätzung. Nach einem kurzen Abstecher ins Forum beruhigt es mich sehr, dass du meine Einschätzung zu dem gestrigen Spiel und den Leistungen der letzten Wochen teilst. Ich dachte schon, ich würde in einer Parallelwelt leben.

    Natürlich war das sehr schwere Kost und alles andere als schön.
    Aber wie wären bitte die Reaktionen gewesen, wenn das Team versucht hätte, in Mainz auf Biegen und Brechen zu gewinnen, um dann nach bester Urs Fischer Manier ausgekontert zu werden?

    Da trafen 2 Teams aufeinander, deren Stärke es definitiv nicht ist, einen tiefstehenden Block aufzuknacken.
    Beide Teams sind aufgrund des Saisonverlaufs verunsichert und bei beiden steht (seit der Verpflichtung Fischers) die Defensive im Fokus.
    Dass Mainz in der Conference-League gespielt hat, zeigt m.E. eher die Qualität der Mainzer, als dass da irgendwo ein wirklicher Vorteil aufgrund von eventuell fehlender Frische zu vermuten war.
    Die Differenz in den anzunehmenden Kaderwerten ist enorm und Stand jetzt hat der FCSP 4 Punkte Vorsprung auf Mainz.
    Passt.

    Alles andere, als wie auch immer die Klasse zu halten, war vor der Saison unrealistisch, ist es aktuell und wird es auch den Rest der Saison bleiben. Auch bei einem Klassenerhalt wird die nächsten Jahre immer „nur“ der Klassenerhalt das Ziel sein können.
    Die Entwicklung nach den desaströsen Auftritten wie gegen Gladbach oder Hoffenheim ist definitiv positiv.
    5 Punkte in 3 Spielen, davon 2 auswärts, gegen direkte Konkurrenten ist vollkommen ok.

    Natürlich kann man sich über die fehlende Offensivstärke ärgern. Und ja, das sieht wirklich nicht schön aus. Wobei ich die erste Hälfte gegen Heidenheim tatsächlich sehr erbaulich fand.
    Aber was soll denn jetzt passieren?
    Einen neuen Trainer einsetzen, weil das Offensivspiel nicht schön/erfolgreich ist, aber der Tabellenplatz eigentlich in Anbetracht der Möglichkeiten in Ordnung ist und die Ergebnisse sich stabilisiert haben?

    All I want for FCSTP is eine erholsame, konstruktive Winterpause und anschließend ein Heimsieg gegen das Getränkemarketingkonstrukt sowie den dann irgenwie folgende Klassenerhalt. Und sei es über die Relegation…

  2. Stimme weg, Punkt noch da, ich werde mich wie Hauke ebenfalls nicht unglücklich unter den Weihnachtsbaum setzen.

    Kleiner Tipp noch an den Stadionaprecher in Mainz: Du hast ein Mikrofon…

  3. Tim, du bist ein Virtuose der Worte, hast mich beim Lesen fast glauben lassen, das wäre gestern eine halbwegs annehmbare Leistung gewesen. Seh ich einfach nicht. Amiri hat völlig recht, wenn er meint, wir kamen hin, um nicht zu verlieren. Ich sage, unser Ziel war es, nicht hoch zu verlieren.

    Klar, schön mal zu 0 zu spielen – war aber auch die Mannschaft mit den wenigsten Toren (neben uns). Die Menge an zugelassenen Ecken hätte auch ins Auge gehen können. Souverän verteidigen ist was anderes.

    Der Trainingsinhalt scheint nur noch daraus zu bestehen, hohe Bälle im eigenen Strafraum zu verteidigen. Andernfalls kann ich mir nicht erklären, wie wenig Beinkontrolle alle Protagonisten bei uns hatten. Wie kann es sein, dass wir so viele Luftlöcher treten?! Unter 70% Passquote die Kirsche oben drauf. Ey, da wusste niemand, wo der andere hinlaufen wird, Einwürfe landeten sofort (!) beim Gegner und Vertikalpässe fanden nur den Weg aus dem Spielfeld raus.

    Letzte Woche sagte ich, dass unser Spiel nach der roten Karte nicht bewertbar war, weil du einfach sichern musst. Nach gestern habe ich das Gefühl, dass das doch genau unser Spielplan war.

    Insgesamt nach Gladbach und Köln nun der nächste spielerische Tiefpunkt. Ich brauch da auch keine Trainerdiskussion anfangen, das ist eh alles in Stein gemeißelt und entschieden. Wäre ja auch peinlich, wenn die eG Blessin ins Theater einlädt und er ist gar nicht mehr Trainer. Aber mittlerweile habe ich einfach den Glauben in diesen Kader verloren.

    Also: Willkommen zurück Kauczinski-Ball am Millerntor! Diesmal sogar in erfolglos.

    1. Trotzdem allen natürlich schöne Feiertage! Kommt gut rüber, damit wir auch im kommenden Jahr gesund und munter hier weiter über unseren Verein diskutieren können 🙂

    2. Wir spielen Bundesliga. Das hat Kauczinski nur für ein paar Wochen geschafft.
      Und dass Blessin durchaus andere Vorstellungen hat, haben wir in der 1. HZ gegen Heidenheim und in Gladbach beim Pokal gesehen. Aber gegen ein Fischerteam mit einem Hollerbach vorne in die offensive Vorleistung zu gehen wäre äußerst naiv gewesen.

      1. Klar, kann Hollerbach gefährlich werden, aber mal Butter bei die Fische: Wirklich gefährlich war er die ganze Saison nicht und steht deshalb auch bei 0 Toren. Wenn du wegen dieser Eventualität meinst, 80 Minuten dem Bus parken zu müssen, dann gute Nacht.

        Ich finds mega ironisch, das Afolayan vermutlich nun den Verein verlassen muss, weil er derjenige war, der dieses Mantra von „nur nicht hoch verlieren“ kritisiert hat. Art und Weise war Mist, aber es hätte einen üblen Beigeschmack, wenn der, der die Wahrheit sagt, am Ende der Idiot ist.

    3. Genau, der FCSP sollte höhere Ansprüche haben als den 14. Platz. Wir können erreichen, was Heidenheim vorletzte Saison geschafft hat!

      1. Genau, lass uns einfach alles mokieren und mit Sarkasmus kontern – bloß keine ernsthafte Diskussion zu lassen. Dass wir blutleeren unansehnlichen Fußball spielen, ist doch völlig in Ordnung! Abstiegsplatz? Gar kein Problem, wir sind der FC St. Pauli, wo Ambitionen und Wille zum Erfolg kleingeschrieben werden. So nämlich!!1!1!

        Mal wieder kurz zurück zum Thema in aller Ernsthaftigkeit. Ich stell mich hier nicht hin und sage, wir müssen EL als Minimalziel ausrufen. Mit Platz 15 kann ich absolut lebe und habe nichts anderes erwartet und gehofft vor der Saison, alles fein. Ich kritisiere lediglich den aktuellen Versuch und den Ansatz, dieses Ziel zu erreichen sowie das permanente Understatement, das gebetsmühlenartig angebracht wird, dass wir soooo chancenlos wären und was für ein ach so kleiner Verein sind, blablabla. Ist doch allen bewusst?! Wir sind Underdog, heißt doch erst Recht, dass wir die Hundehütte mit allem, was wir haben beschützen müssen, statt sich in ihr zu verkriechen und darauf zu hoffen, dass sie den Sturm übersteht.

        1. Ich finde, von Dir kommen selber so viele Unterstellungen und hämische Äußerungen. Deswegen mache ich Dir gegenüber auch mal einen sarkastischen Spruch und finde dies angemessen.

  4. Mir fehlt die Erwähnung der Kohr Schwalbe gleich zu Anfang, wenn Irvine da durch ist und wir ein Tor schiessen, dann sprechen wir heute über ein ganz anderes Spiel. Ja, Konjunktiv, aber es ist schliesslich Fussball.

    Außerdem: wo war Haukes Puma? Bin ich da etwas ganz Grossem auf der Spur?

    Wünsche allen gute Feiertage (besonders natürlich den Millerntons), ruht euch aus für die erfolgreichste Rückrunde der FCSP Bundesligageschichte. Noch haben wir den Anschluss an die Europapokalplätze nicht verloren.

    Weiter, immer weiter.

  5. Es war einmal mehr der Fußballgott, der uns gerettet hat. 5 Punkte aus drei Spielen, gut und schön, die Lehre aus diesen Spielen muss eine andere sein als ein ‚weiter so‘, Hauptsache die Defensive steht. Wenn man auf den Platz geht um ein Spiel nicht zu verlieren, anstatt es gewinnen zu wollen, entsteht genau das, was wir gestern gesehen haben, keinerlei geordnete Bewegung nach vorne, sinnlose „Befreiungsschläge“ etc., womit auch einer wirklich stabilen Defensive ein wichtiges Element fehlt: die ENTLASTUNG. Um auf diese Weise das Minimalziel Unentschieden zu erreichen, braucht es immer den Fußballgott. Wir sind gut beraten, uns daran zu erinnern, wie oft wir den Mann nicht auf unserer Seite hatten, anstatt uns zu freuen, das es gestern mal geklappt hat.
    Und dabei können wir es besser, die Mannschaft hat es wiederholt gezeigt.
    Bitte schaut euch nur das System-Schema hier an, auch immer mal wieder mit Bezug auf das, was ich weiter unten ausführe. Ich wollte nur das Bild hier einfügen, das scheint aber nicht möglich zu sein:
    https://www.fussballtraining.de/wp-content/uploads/2024/04/Alonso-Taktik-Leverkusen-Check-2.jpg
    Wir sind von diesem System nur eine Änderung entfernt – der 3. Stürmer. Ich habe in früheren Kommentaren immer wieder darauf hingewiesen, das es eine geordnete Staffelung über den gesamten Raum (!) braucht, egal in welche Richtung man denkt- offensiv oder defensiv. Martijn schoss im letzten Spiel 2 eiskalte Tore – auch das zweite war kein Torwartfehler, sondern bewusst gegen das rechte Standbein des Torhüters gespielt, der sich für die kurze Ecke (!) entschieden hatte, und das belastete Bein so schnell nicht mehr frei bekam. Martijn konnte zeigen, was er drauf hat, weil Fujita über weite Strecken als 3. Stürmer (!) agierte. Und damit näherte sich die Mannschaft dem oben stehenden Schema an, ob bewußt oder spontan aus dem Spiel heraus, sei hier einmal dahingestellt. Nur der 3. Stürmer ist hier die Änderung, ansonsten bleibt alles beim Alten. Wir haben eine Doppelsechs, wir haben die bewährte 5er Kette, wir könnten defensiv und offensiv (!) auf den Flügeln Dreiecke bilden und mit einer flexiblen 9 könnten wir es auch im gegnerischen Strafraum, womit wir viel mehr Möglichkeiten haben, auch eine gegnerische 5er Kette aufzubrechen, zu Hinterlaufen etc, als mit 2 Stürmern. Bei Ballbesitz des Gegners haben wir 3 Stürmer vorne, die pressen, und in Kombination mit dem 4er Mittelfeld den generischen Aufbau im Keim ersticken können, auch in vorderster Reihe…mag jeder selbst einmal am Schema durchspielen. Der 3. Stürmer ist der Unterschied! Die Mannschaft hat es uns schon öfter demonstriert, allerdings nicht immer mit dem klar strukturierten Hinterbau, denn das Rückgrat jedes Systems ist das Passspiel, wo auch immer einer den Ball führt müssen sich die 2 nächsten Spieler sich so bewegen, das sie anspielbar sind, werden sie zu gelaufen, wird der Raum für hintere Spieler frei. Nimmt man aber die 9 und stellt sie sich als 3. Sechser vor, was wir oft genug gesehen haben – wie will man dann anders nach vorne agieren, als mit dem langen Ball auf einen der 2 Stürmer, der meistens ins Nirwana geht?
    Der 3. Stürmer ist der Unterschied, scheinbar also nicht eben viel…doch dahinter steht eine ganz andere Philosophie, Ballbesitz, strukturierter Aufbau von hinten heraus, so oft es geht, Zug zum gegnerischen Tor …was damit beginnt auf den Platz zu gehen und jedes Spiel gewinnen zu wollen!
    Der Link oben führt zu dem System, das Xabi Alonso in Leverkusen hat spielen lassen, doch nicht deswegen führe ich das hier an, sondern weil es nur einer Änderung bedarf (der 3. Stürmer) und wir stehen stabil im gesamten Raum… und nein, es funktioniert nicht nur mit den Super-Profis, es funktioniert auch in der Kreisklasse…:))

  6. Der offensichtliche Plan, ein 0:0 beim Tabellenletzten mitzunehmen hat geklappt. Glückwunsch dazu. Vielleicht hatte man sogar vor, darauf zu hoffen, dass Mainz nach dem Spiel unter der Woche irgendwann müde werden könnte, dann hätte man aber
    a) mehr als 69% Passquote haben müssen
    b) mehr als 108 km laufen sollen, um den Gegner auch irgendwann dahin zu bekommen.

    Irgendwann musste man aber froh sein, dass die Einwürfe beim Mitspieler landeten. Bereits der Rückpass zum Einwerfer stellte aber einige Male eine zu hohe Hürde dar. Sprechen wir tatsächlich mittlerweile über solche Basics? Das hatte jedenfalls nicht viel mit Bundesligaleveln oder Marktwerten zu tun, dass uns im Passpiel ohne irgendeinen Gegnerdruck einfachste Dinge nicht gelangen. Das würde so auch nicht in der 2. oder 3. Liga zu Erfolgen führen. Wir erarbeiten uns dafür regelmäßig unter 0,5 XG pro Spiel. Tore werden da auch in Zukunft nicht viele fallen. Ein Plan dafür, der auch wirklich sichtbar umgesetzt wird, und nicht nur irgendein theoretisches Konstrukt ist, ist leider schwer zu sehen. Pressing? Gibt es nicht. Wie auch mit 2 Stürmern. Umschalten? Nur mit langen Bällen, von denen die meisten unbrauchbar sind. Für ein Spiel mit dem Ball gegen einen tiefer agierenden Gegner fehlen uns sowohl Ideen als auch das passende Personal. Immerhin kamen die Ecken von Oppie in den ersten 10 Minuten ganz gut. Die machten auch etwas Hoffnung, dass wir wenigstens phasenweise in der Lage sein könnten, Mainz in der Defensive zu fordern. Leider passierte das danach gar nicht. Durch das Unentschieden haben wir die immerhin auf Abstand halten können. Es gab also nach dem Abpfiff die positive Nachricht. Und auch die, dass wir das Minimalziel, nämlich 4 Punkte aus den Spielen gegen Heidenheim und Mainz geholt haben, die uns in Schlagdistanz gebracht haben. Wobei für mich ehrlicherweise Platz 16 auch schon ein Erfolg ist.
    Manche sprechen davon, dass es die Qualität ist, die fehlt. Mag sein. Nur wüsste ich nicht, welche Position wir in dem System verstärken sollten. Einen zweiten Kaars für MPL werden wir nicht kriegen und im Zentrum müssten wir wahrscheinlich einen Fujita in besser verpflichten. Nur war der ja schon der zweitteuerste Zugang der Vereinsgeschichte.
    Eigentlich wäre es besser, wenn die vorhandenen Spieler ihre Skills sukzessive verbessern würden. Aber auch daran scheint es im Moment zu hapern. Also hoffen wir, dass nach der Pause alles besser wird und dann auch etwas größere Schritte gemacht werden. Und damit meine ich nicht, dass in Spielen bei Mannschaften aus unserer Tabellenregion dann zwei statt einem Torschuss in 90 Minuten abgegeben werden.

Comments are closed.