Auf maximal bittere Art und Weise verliert der FC St. Pauli bei Borussia Dortmund und schreibt dabei eine tragische Heldengeschichte.
(Titelfoto: Christof Koepsel/Getty Images/via OneFootball)
Fußball kann unfassbar gnadenlos sein. Besonders dann, wenn Heldengeschichten geschrieben werden, die ein schmerzhaftes Ende haben. So ist es dem FC St. Pauli am Samstag in Dortmund passiert. Gut im Spiel, trotzdem 0:2 hinten, dann tief in der zweiten Halbzeit den Ausgleich erzielt, nur um in der Nachspielzeit ausgerechnet in Person des zuvor gefeierten Torschützen zum 2:2 noch einen entscheidenden Fehler zu machen und am Ende wieder mit leeren Händen dazustehen – und zu allem Überfluss dadurch auch noch auf den letzten Tabellenplatz der Bundesliga zu fallen.
Die Aufstellung
Eine personelle Veränderung gab es im Vergleich zum Spiel am Mittwoch in Wolfsburg: Martijn Kaars feierte seine Startelf-Rückkehr und verdrängte Ricky-Jade Jones auf die Bank. Nicht in den Kader schafften es Connor Metcalfe und Danel Sinani, sodass Eric Smith wieder auf die Sechser-Position neben James Sands rückte. In der Innenverteidigung startete erneut Adam Dźwigała, Tomoya Andō blieb erstmal auf der Bank. Zudem fehlte der erkrankte Ben Voll, Neuzugang Emil Gazdov feierte entsprechend sein Kader-Debüt.
Bei Borussia Dortmund wurde zur großen Rotation angesetzt. Trainer Niko Kovac entschied sich für gleich fünf Wechsel in der Startelf im Vergleich zum erfolgreichen 3:0 gegen Werder Bremen vor einigen Tagen: Jobe Bellingham ersetzte Marcel Sabitzer auf der Sechser-Position, Julian Ryerson kam anstelle von Yan Couto in die Anfangself, Karim Adeyemi und Julian Brandt verdrängten Maximilian Beier und Carney Chukwuemeka auf die Bank und Emre Can ersetzte Niklas Süle in der Innenverteidigung.

BVB: Kobel – Can, Anton, Schlotterbeck – Ryerson, Bellingham, Nmecha, Svensson – Adeyemi, Silva, Brandt
FCSP: Vasilj – Dzwigala, Wahl, Mets – Pyrka, Sands, Smith, Ritzka – Fujita, Kaars, Pereira Lage
St. Pauli spiegelt pomadige Dortmunder
Direkt zu Spielbeginn ordneten sich beide Teams in einer Formation an, die man so sehr oft und sehr lange auf dem Platz sehen sollte: Die Dortmunder agierten mit dem Ball in einem 3-2-5. Die drei Innenverteidiger (Can, Anton, Schlotterbeck) bauten von hinten als Dreierkette auf, die Doppelsechs (Nmecha, Bellingham) agierte davor, die Außenverteidiger (Ryerson und Svensson) schoben auf eine Höhe mit Angreifer Silva und die beiden offensiven Außenbahnspieler (Adeyemi und Brandt) rückten in die offensiven Halbräume.
Nun agiert der FC St. Pauli bekanntlich in einer 5-2-3-Formation. Also genau dem Gegenteil von dem, was der BVB im Ballbesitz an Formation aufbot. Entsprechend ergab sich daraus eine natürliche Spiegelung, die der FCSP durch sein leicht mannorientiertes Verhalten noch weiter forcierte. Und genau diese Spiegelung sorgte dafür, dass der FCSP den BVB fast über die gesamte Spielzeit vor große Probleme stellte. Bei all den Worten zur durchaus vorhandenen Trägheit der Dortmunder, muss klar herausgestellt werden, wie sehr der FCSP es schaffte, dass der BVB nie so richtig ins Spiel fand.
Keine Rotationen = keine Offensivgefahr
Die Formation des Gegners spiegeln ist eine recht simple Variante, um das Aufbauspiel des Gegners zumindest zu verlangsamen. In der 2. Liga war das vor ein paar Jahren mal total en vogue. Bis jemand kam und auf radikale Weise die Probleme einer spiegelnden Verteidigungsweise offenlegte: Fabian Hürzeler und der FC St. Pauli rotierten so intensiv, dass gegnerischen Teams ihre Spiegelung zum Verhängnis wurde, wenn diese mannorientiert gespielt wurde. Weil Spieler in Räume gezwungen wurden, in die sie nicht gehören.
Die Spiegelung der Dortmunder Formation spielte der FC St. Pauli aber nur dann wirklich konsequent, wenn der BVB den Ball in der eigenen Innenverteidigung hielt. Wenn Dortmund den Ball etwas tiefer in die Hälfte des FCSP spielte, dann veränderte sich das Verhalten. Dann zog sich der FC St. Pauli in einem kompakten 5-4-1 zusammen, agierte weniger mannorientiert, stellte Borussia Dortmund aber vor ebenso große Probleme wie mit der Spiegelung weiter vorne auf dem Feld.
Auch gegen Teams, die sich im eigenen Drittel kompakt zusammenziehen, gibt es Möglichkeiten, sie zu knacken. Um kompakt zu stehen, müssen sich Spieler eng zusammenziehen, die Abstände untereinander müssen gering sein. Entsprechend kann ein kompakt stehendes Team nicht die gesamte Breite des Spielfelds abdecken. Folglich ergeben sich auf der ballfernen Seite Räume. Diese können vom ballführenden Team durch schnelle Verlagerungen erreicht werden.
„Nicht oft genug die Flasche geschüttelt“
Beides, das Rotieren und das Verlagern, hat der BVB in der Partie gegen den FC St. Pauli nur sehr selten gezeigt. Das lag zum einen am FC St. Pauli, der bei der Defensivarbeit sehr konzentriert zu Werke ging und dafür auch nach Abpfiff eine Menge Lob von Niko Kovac erhielt. Was der BVB-Trainer aber auch erklärte: Sein Team habe oft „die Flasche nicht genug geschüttelt“. Damit meinte er, dass es den Dortmundern zu selten gelang, durch Rotationen oder Verlagerungen die Defensive des FCSP in Bewegung zu bringen, sodass diese ihre Positionen verlassen musste.
Dass den Dortmundern mit dem Ball herzlich wenig einfällt, wie man diesen FC St. Pauli knacken kann, konnte bereits kurz nach Anpfiff der Partie beobachtet werden. Es gab nur ein paar zaghafte Versuche, die FCSP-Hintermannschaft zu zerreißen. Blessin erklärte nach Abpfiff, dass Brandt zu Spielbeginn einige Male zum Laufweg in die Tiefe ansetzte, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. Zudem tauschten Adeyemi und Ryerson auf der rechten Seite immer mal wieder die Positionen (besser wäre es gewesen, wenn sie auch mal beide gleichzeitig ganz außen geblieben wären). Am effektivsten und spielerisch gefährlichsten wurde der BVB immer dann, wenn einer der beiden Sechser auf die Außenbahn auswich und dort als vertikale Verbindung nach vorne agierte. Das sorgte für Unterzahlsituationen des FC St. Pauli auf der Außenbahn, selbst wenn es die ballnahe Seite war. Damit das nicht passiert, musste der FC St. Pauli mit einem der Sechser sehr weit auf diese Seite schieben, was dann zu offenen Räumen im Zentrum führte, die der BVB für sich hätte nutzen können. Das passierte aber nur sehr selten.

Der FCSP spiegelte die Formation des BVB. Die Dortmunder reagierten darauf nur selten mit Rotationsbewegungen und/oder Verlagerungen, sodass das Dortmunder Offensivspiel nahezu vollständig von Einzelaktionen abhängig war.
Starkes Team vs. starke Einzelkönner
Die konzentrierte Abwehrarbeit des FC St. Pauli und die durchaus pomadige Spielweise der Dortmunder sorgten dafür, dass der Vorteil des BVB durch höhere individuelle Qualität nur ganz selten zur Geltung kam. Bitter: Letztlich waren es aber diese wenigen Einzelaktionen, die Dortmunder den Sieg brachten.
Die Partie war sehr ausgeglichen und das ist als großes Lob für den FCSP zu verstehen. (Das Knacken von kompakten und/oder mannorientierten Gegnern verlangt vor allem Bereitschaft zur Laufarbeit – die BVB-Spieler müssen sich also durchaus den Vorwurf gefallen lassen, nicht mit der richtigen Einstellung in diesem Spiel aktiv gewesen zu sein). Der FC St. Pauli machte also dank guter Team-Organisation den individuellen Nachteil wett. Genau das, was man sich wünscht, wenn man als FCSP-Fan zum BVB reist.
Schlotterbeck liebäugelt mit einem Platzverweis
Dieses ausgeglichene Spiel sorgte entsprechend auch für Torraum-Szenen auf beiden Seiten. Zuerst segelte eine Flanke von Ryerson in den FCSP-Strafraum, Vasilj wehrte sie zwar ab, bekam sie aber nicht aus dem Strafraum heraus. Der Ball fiel Brandt vor die Füße, seinen Abschluss konnte Hauke Wahl aber vor der Linie klären. Kurz danach brach Pyrka auf der rechten Seite durch (nicht das einzige Mal in diesem Spiel – Pyrka hatte einen richtig starken Nachmittag) und Schlotterbeck wusste sich nicht anders zu helfen, als kurz vor der eigenen Eckfahne ein vielleicht sogar rotwürdiges Foul auszupacken. Der BVB-Innenverteidiger traf Pyrka mit offener Sohle oberhalb des Knöchels, der Ball war bereits weg. Nach meinem Empfinden darf er sich in dieser Szene überhaupt nicht beschweren, wenn er vom Platz gestellt wird. Das womöglich einzig entlastende Argument: Schlotterbeck zieht den Fuß recht schnell wieder weg, zieht also nicht ganz durch (was aber nach meinem Empfinden nur ein sehr weit hergeholtes Argument gegen eine Rote Karte ist).
Den anschließenden Freistoß brachte Smith flach hinein. Im Strafraum gab es gut getimte Laufwege des FCSP. Kaars kam zum Abschluss, der an Silvas Körper endete und dabei auch an der rechten Hand des BVB-Angreifers. Ein strafbares Handspiel? Nein, sicher nicht. Silva wird am rechten Arm getroffen, der am Körper angelegt ist, zudem vergrößert er damit auch nicht seine Körperoberfläche. Schiedsrichter Harm Osmers entschied zuerst auf Elfmeter, nahm diesen aber nach Ansicht der Bilder wieder zurück.
Adeyemi zeigt kurz, was er kann
Es war weiter ein Hin und Her: Ein Freistoß von Brandt landete denkbar knapp neben dem FCSP-Tor, fast im Gegenzug wurde Kaars von einem ganz feinen Smith-Pass auf die Reise gen Grundlinie geschickt (Smith zeigte sowieso sicher sein bestes Saisonspiel). Kaars fand mit seinem Querpass Pereira Lage am kurzen Pfosten, dessen Abschluss parierte BVB-Torhüter Kobel aber stark.
In den Minuten bis zur Pause holte sich Smith für sehr intensives Klammern gegen Can seine dritte Gelbe Karte ab, während Adeyemi durch Privat-Fehden mit Ritzka und Mets erst ein äußerst unangenehmes Bild von sich erzeugte, Minuten später dann aber kurz aufblitzen ließ, warum er trotz des unangenehmen Bildes in der Nationalmannschaft spielt:
Nur wenige Male gelang es dem BVB, die Seiten effizient zu verlagern. Eine solche Situation gab es dann aber in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Der FC St. Pauli verschob auf die linke Seite, der BVB verlagerte schnell durch das Zentrum nach links zu Adeyemi, der zum Dribbling gegen Ritzka ansetzte. Der BVB-Offensivspieler zog zur Grundlinie am FCSP-Linksverteidiger vorbei, auch deshalb, weil Ritzka in der Situation einen klitzekleinen Schritt auf Adeyemi zumachte, der seinerseits Sekundenbruchteile später beschleunigte. Passiert. Zeig mir den Verteidiger, der Adeyemi nie an sich vorbeiziehen lässt. Problematischer war vielmehr, dass der Querpass an Freund und Feind vorbei durch den Strafraum ging, bis er am zweiten Pfosten Brandt erreichte, den Sands aus den Augen verlor. Brandt konnte ungehindert einschieben.
FC St. Pauli macht einfach weiter – und gleicht aus!
Was für eine riesengroße Scheiße dieses Gegentor gewesen ist! Da spielst du als FC St. Pauli eine echt gute erste Halbzeit in Dortmund, lässt wenige Gelegenheiten zu, hast auch selbst einige gute Offensivaktionen, gewinnst 61 Prozent deiner Zweikämpfe – und dann lässt eine einzige Situation in der Nachspielzeit der ersten 45 Minuten das ganze Vorhaben in sich zusammenfallen.
Moment! Das mit dem Zusammenfallen stimmt nicht, wie sich im Verlauf der zweiten Hälfte herausstellen sollte. Denn zwar ist die Sorge natürlich berechtigt, dass der FC St. Pauli nach dem 0:1 noch größere Probleme hätte bekommen können, weil man sich nun eben nicht dauerhaft auf die Defensivarbeit konzentrieren kann. War aber nicht so. Alexander Blessin erklärte auf der Pressekonferenz, dass sein Team auch nach dem Rückstand weiter am Vorhaben festgehalten hat, es weiterhin so konzentriert wie zuvor umgesetzt hat.

(Christof Koepsel/Getty Images/via OneFootball)
Start in zweite Hälfte misslingt
Allerdings hat der FC St. Pauli im zweiten Abschnitt ein bisschen länger gebraucht, bis es in den Abläufen wieder so gut lief wie noch in der ersten Hälfte. Der BVB hatte kurz nach Wiederanpfiff seine beste Phase der Partie. Besonders – das mag ich gar nicht schreiben, ist aber leider so – Adeyemi stellte die FCSP-Hintermannschaft einige Male vor Probleme. Er war es, der nach 54 Minuten dann auch den zweiten BVB-Treffer erzielte. Weil ein Abstoß des FC St. Pauli postwendend zurückkam und dabei Brandt, Silva und Adeyemi auf eine zu diesem Zeitpunkt nicht gut sortierte Abwehrreihe trafen. Dadurch konnte Brandt Silva in die Tiefe schicken. Vasilj entschied sich dafür herauszulaufen, obwohl Silva noch Mets im Schlepptau hatte und damit nicht alleine auf das Tor zulief. Rückblickend muss man festhalten: Das hätte Vasilj mal lieber nicht tun sollen. Denn er erreichte weder Ball noch Silva. Der BVB-Angreifer legte den Ball zum mitgelaufenen Adeyemi ab, der diesen nur noch ins nun leere Tor einschieben musste – 0:2. Der Sargnagel?
Mitnichten. Zwar hatte der FC St. Pauli den zweiten Treffer erst einmal ein paar Minuten in den Kleidern hängen, doch in der 61. Minute setzte das Team zum Konter an. Pereira Lage trieb den Ball gen Strafraum, spielte dann aber einen zu steilen Pass auf Kaars, der dann aber noch eine Ecke herausholte (nach, so ehrlich muss man sein, einem Foul von Fujita an Schlotterbeck beim Ballgewinn). Die Ecke von Smith landete bei Sands, der sich gegen Can durchsetzte und den Ball ins lange Eck köpfte. Dieser Treffer änderte das Spiel für einige Zeit komplett.
Smith legt doppelt auf
Denn ab dieser 62. Minute spielte nun hauptsächlich der FC St. Pauli, der bereits vor dem Anschlusstreffer einen Dreifach-Wechsel vorbereitete. Oppie, Andō (überzeugendes Debüt) und Jones kamen hinein und wenige Minuten später sollte sich mindestens einer dieser Wechsel gelohnt haben. In der 71. Minute gewann Pyrka einen Ball im Pressing tief in der Dortmunder Hälfte (von diesen Ballgewinnen hatte er vor allem im ersten Abschnitt eine ganze Reihe) gegen Svensson, der sich nur mit einem Foul helfen konnte. Wieder brachte Smith den Freistoß herein…
Diese Flanke fand Jones am ersten Pfosten, der den Ball volley und mit gaaaanz viel Gefühl im langen Eck unterbrachte. Ein Traumtor. Jones lief vor den Gästeblock, der eskalierte, wie man halt eskaliert, wenn man als FC St. Pauli in Dortmund aus einem 0:2 ein 2:2 macht. Ja, das Endergebnis ist scheiße und es ist einfach frustrierend, dass es für diese Leistung am Ende keine Punkte gab. Aber dieser Moment nach dem 2:2, der Jubel, die Freude, das kurze Gefühl des maximalen Glücks, das nur der Fußball erzeugen kann… den kann uns niemand mehr nehmen.
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Jones feiner Fuß sorgt für Ekstase
Doch wie ihr alle wisst, nahm diese Heldengeschichte noch ein ziemlich bitteres und äußerst dramatisches Ende. In dieser 72. Minute konnten wir natürlich noch nicht ahnen, wie der Fußball-Nachmittag für den FC St. Pauli und insbesondere für Ricky-Jade Jones enden würde. In den Minuten nach dem Ausgleich sah es sogar eher so aus, als wenn dieses Spiel zukünftig in der Galerie der größten FCSP-Spiele ever einen Ehrenplatz einnehmen würde. Denn der FC St. Pauli war nun das bessere Team, der BVB wirkte angeknockt. Jones hatte in der 78. Minute sogar noch die Chance, das 3:2 zu erzielen, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Kobel. Die Führung wäre zu diesem Zeitpunkt für den FCSP sogar verdient gewesen. Das Torschuss-Verhältnis in der 80. Minute: 7:5 für den FC St. Pauli.
Es kam, was irgendwie kommen musste, wenn man als Team im Abstiegssumpf festhängt: Je näher die Spieluhr gen Abpfiff tickte, umso besser wurde Borussia Dortmund. Guirassy hatte in der 81. Minute bereits eine gute Gelegenheit zur erneuten BVB-Führung, Vasilj war aber auf dem Posten. Durchatmen. Doch die Minuten wurden länger, der Puls höher, der BVB stärker. Aber der FC St. Pauli verteidigte die Situationen mit großer Leidenschaft. In der 93. Minute wurde ein Eckball per Kopf geklärt, der Ball flog ans rechte Eck des FCSP-Strafraums. Diesen versuchten dann der eingewechselte Beier und Jones zu erreichen. Beier war eher da, wurde von Jones in der Luft getroffen. Zweifelsohne ein Foulspiel und zweifelsohne unnötig, weil Beier mit dem Ball gen Eckfahne, nicht in den Strafraum unterwegs gewesen wäre. Osmers entschied auf Freistoß am Strafraumeck. Doch der VAR schaltete sich ein, das Foul soll nicht vor, sondern im Strafraum stattgefunden haben (übrigens zählt auch die Linie zum Strafraum). Es ist gut möglich, dass das der Fall war. Aber auf eine Kamera-Einstellung auf deren Basis die Entscheidung von Osmers zweifelsfrei als falsch angesehen werden kann, wartete man am Samstag vergeblich. Edit: Maik weist in den Kommentaren darauf hin, dass es eine Kamera-Einstellung gibt, auf der gut erkennbar ist, dass das Foul innerhalb stattfindet. Es gab jedenfalls Elfmeter, Can trat an, Vasilj ahnte die Ecke, kam aber nicht an den Ball. In den zwei Minuten danach kam Jones nochmal zum Abschluss, es gab noch eine Ecke, aber der FCSP konnte nicht mehr antworten. Fuck.
Null Punkte sind null Punkte – aber…
So verliert der FC St. Pauli bei Borussia Dortmund mit 2:3. Erneut fängt sich das Team auswärts ganz spät einen Gegentreffer und verliert einen Punkt. Das war bereits in Wolfsburg und München der Fall – aber hier gibt es keinen Gewöhnungs-Effekt, der Schmerz ist jedes Mal unverändert groß. Dieses Mal sicher sogar noch etwas größer, weil das Team nach einem 0:2-Rückstand noch so stark zurückgekommen ist.
Die Einordnung dieser Niederlage dürfte extrem unterschiedlich sein. Klar, wer solche Spiele in Reihe verliert, erhöht die Chancen eines Abstiegs. Sehr. Null Punkte sind null Punkte und wir haben die Saisonphase erreicht, in der es um nichts anderes als Ergebnisse geht. Auf der anderen Seite stand da in Dortmund ein Team des FC St. Pauli auf dem Platz, das taktisch super auf den BVB eingestellt war, mutig spielte, nicht aufsteckte und sich mit Zähnen und Klauen gegen eine Niederlage wehrte. So können nach diesem Spiel Stolz und Enttäuschung problemlos koexistieren. Oder um es mit den Worten von Sir Alex Ferguson etwas niederschmetternder zu formulieren: Football, bloody hell!
Immer weiter vor!
// Tim
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Danke Tim, dein Artikel macht mir den Sonntag etwas leichter. Etwas.
Was ich noch besonders hervorheben möchte. Die Mega starke Leistung der Innenverteidigung. Ja, zwei Tore gefangen. Aber so gegen dieses TopTeam so zu spielen, alle Achtung.
Und was auch schön zu beobachten war. Ricky wurde nach dem Abpfiff nicht allein gelassen. Auch das macht dieses Team stark.
Und die Stimmung in der Kurve. Eher Party, so laut und so viel Energie. Hammer.
#HateNachspielzeitWennEsToreGegenUnsGibt
Boah bin ich angepisst!!
Und was gibt es da besseres als die wöchentliche Therapie durch den Millernton-Spielbericht.
Danke Tim. War wieder sehr schön geschrieben. Macht Spaß die gute Mannschaftsleistung nochmal nachzufühlen.
Leider haben sich in dem Artikel zwei Fehler versteckt:
1. Wir sind nicht Letzter. In der Tabelle, die du gesehen hast fehlen noch die drei Punkte gegen Rasenballsport. Eigentlich sind wir 15ter, je nachdem wie Augsburg morgen spielt.
2.Ich raffe diese bescheuerte Regel zwar überhaupt nicht, aber natürlich war das ein verschissenes Handspiel von dem Dortmunder!
Erst muss ich gegen Wolfsburg fast versehentlich in den Fernseher boxen, weil der Sky-Kommentator mir erzählen will, dass es nach der neuen Regel scheissegal ist ob ein Arm angelegt ist und ein Verteidiger sich weg dreht – „entscheidend ist das der Ball in Richtung Tor gegangen ist“…
… und dann, wenn es darum geht dass wir mal einen Elfmeter bekommen könnten, ist das plötzlich alles nicht mehr wahr!
… und da ist mir dann auch egal ob der Maik morgen in der Redax irgendsowelche vermutlich objektiv korrekten Fakten gegenüberstellt.
Und was man mal doppelt unterstreichen sollte – Was erlauben VAR??
In der Regel steht:
„Der Schiedsrichter darf nur dann durch einen Video-Assistenten unterstützt werden, wenn ein klare und offensichtliche Fehlentscheidung vorliegt“
Was ist die Definition von „klar und offensichtlich“? Ist „klar und offensichtlich“ wenn ich 327 verschiedene Sky-Perspektiven habe die wirklich gar nichts eindeutig zeigen, dass ich dann im Kölner Keller anfange Grashalme zu zählen.
Und jetzt erzähl mir bloß keiner was von fancy berechneten 3D-Modellen. Selbst wenn die gut ausgebildeten Video-Sachverständigen da den Fuß von RJJ in auf einer Töpferscheibe mit Ton nachbilden würden, würde ich dabei bleiben, dass Milimeter-Entscheidungen, die ich mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmen kann dann auch irgendwann zu irrelevant werden, um die Entscheidung auf den Platz zu überbügeln. Insbesondere, wenn sich beide Soieler aus dem Strafraum heraus bewegten und der Ball eigentlich weg war.
Wo ist denn da der Geist des Spiels, wenn man ihn braucht?
Jep, den Arm am Körper aber zur Abwehr Richtung Ball gedreht ist kein Handspiel, jedenfalls meint der VAR einschreiten zu müssen, den Unterarm vom Ball weggedreht und angeschossen, wie bei uns eine Woche zuvor, ist wiederum Handspiel, wtf, das nachzuvollziehen hab ich schlicht keinen Bock mehr, die Regel ist nicht klar genug, der Interpretationsspielraum zu groß und vor allem zweimal gegen uns.
Ich habe bis jetzt auch nicht die Einstellung gefunden die 100% ig belegt, dass RJJ das Foul im Strafraum begeht, ich hoffe auf Hilfe von Mike morgen.
Offensichtlich klar ist mir bislang jedenfalls nur, dass es kein offensichtlich klares Foul im Strafraum war, jedenfalls nach den TV Bildern die Sky gebracht hat.
Welche Bilder sehen die im Keller eigentlich?
Immer wieder die gleiche Kack-Diskussion, hat mehr mit der Erbsenzählerei eines Kleinstadtfinanzbeamten zu tun als mit Fussball.
6 Punkte auf den nächsten 2 Spielen und die Welt ist wieder braun-weiß!
💔
Man kann sich sicher darauf einigen, dann man den Klassenerhalt nicht in München, Dortmund oder Leipzig schafft.
Unser Problem ist leider, dass wir irgendwann, so wir den Klassenerhalt anpeilen, in auch in solchen Spielen punkten müssen, weil wir das nicht in anderen tun, beispielsweise bei an dem Tag schwachen Wolfsburgern.
Das Spiel einzeln betrachtet kann man dem Team gestern wenig vorwerfen. Sie haben alles versucht und hatten in entscheidenden Situation mit sehr viel Pech zu tun. Das Zusammenspiel des in Deutschland fürchterlich umgesetzten VAR mit einem maximal durchschnittlichen Schiedsrichter, der offenbar auch noch einer der besseren hierzulande sei, war gestern für uns tödlich. Klar machen wir auch mal wieder schlimme Fehler. Vasilj machte nicht nur einen, und das Einsteigen von RJJ vor dem Elfmeter in dieser Situation ist für einen Profispieler eine Katastrophe. Da in der Nachspielzeit in so eine unnötige 50/50 Situation gehen ist richtig schlecht. Das weiß er auch 100% selbst am besten. Es ist aber ja so (und da lasse ich mal das Argument der Finanzen und damit verbundene Qualität zu, Maik(!)), dass wir eben Spieler haben, denen im Gegensatz zu den Dortmundern so etwas eher passieren kann. Und wenn dann aber die Entscheidungen ausfallen wie sie ausfallen, dann haben wir eben schlechte Karten.
Elfmeter für uns: Hier mache ich Osmers keinen Vorwurf. In der Realgeschwindigkeit sehe ich da auch ein strafbares Handspiel, aber den Bildern nach ist der Arm direkt am Körper. Und das ist eben der Unterschied zu Wahl unter der Woche. Er dreht sich weg, ab der Arm ist eben nicht am Körper. Weswegen der eine Elfmeter einfach vertretbar ist und der andere nicht.
Rot für Schlotterbeck: Für mich ein klarer Platzverweis. Schlotterbeck geht absolut rücksichtslos mit offener Sohle in die Knochen. Er riskiert damit eine üble Verletzung des Gegenspielers. Nur weil seine Hacke gerade noch den Knöchel von Pyrka streift hier gelb zu geben ist einfach falsch und ich behaupte, dass wir in so einer Situation zu zehnt gewesen wären.
Elfmeter für Dortmund: Tja. Kommen wir zu eine Phänomen der deutschen Schiedsrichterei. Das Pfeifen nach Gefühl. Wir erinnern uns doch alle diesbezüglich an die Aussage von Hürzeler in Richtung Stegemann nach dem Pokalspiel gegen Düsseldorf. Ich habe bislang kein Bild gesehen, nach dem das Foul zweifelsfrei im Strafraum passiert ist. Wenn der VAR andere Bilder hatte, die das belegen: Absolut ok. Wenn aber nicht, dann ist dieses Eingreifen einfach falsch. Und in der Situation und der Spielminute einfach unerträglich. Das sitzt dann mal wieder ein typischer Badstübnerverschnitt (ersetze den Namen durch einen beliebigen schlechtesten Schiedsrichter deiner Wahl – ich wette wir kämen gemeinsam locker auf 7-8) im Keller und sieht ein Bild nach dem eventuell, wahrscheinlich, mit großer Sicherheit, ziemlich klar der Fuß im Strafraum getroffen wurde. Genau. Aber eben nicht zu 100%. Und das empfinde ich mal wieder als eine VAR-Farce, die mich massiv auf die Palme bringt.
Alles in allem machen wir gemessen an den Möglichkeiten der Vereine ein Superspiel. Ich komme dennoch nicht umhin nach der letzten Redax etwas zu schreiben, Maik: Wenn es so ist, dass wir ständig und nach jedem Spiel in dieser Liga sagen können, dass der Gegner einfach mehr finanzielle Möglichkeiten hat, dann stellen sich mir automatisch zwei Fragen.
1. Wieso sprechen wir hier überhaupt noch über das Sportliche, die Taktik usw? Warum macht ihr euch dann überhaupt die Mühe Spiele zu analysieren, wenn letztlich die Etats entscheidend sind und in 32 Spielen in dieser Saison als Totschlagargument auf jede Leistung wie eine Art Bewertungsfolie draufgelegt werden können? Machen wir uns doch alle nen schlanken Fuß und sprechen nur noch über die Stimmung (die sich in Dortmund btw. grandios anhörte), das Drumherum, Ankedoten, Sani-, und Polizeieinsätze, Spaß am Erlebnis. Am Freitag ist das Derby. Sollten wir das verlieren, sagen wir dann alle, „Ist nicht schlimm, der hsv hat einen viel höheren Kaderwert als wir.“? Wirklich?
2. Wieso habe ich das Argument jahrelang in der zweiten Liga umgekehrt nicht nach jedem Spiel in Sandhausen, Aalen, oder wo wir sonst abgeschossen wurden gehört? Es gilt doch hoffentlich in beide Richtungen. Ich werde jedenfalls, sollten wir die Klasse nicht halten, sehr genau zuhören, ob mit der Mannschaft dann kritischer umgegangen wird, wenn sie in Cottbus oder Verl verlieren sollte, weil die ja weniger Geld haben als wir. Das wird ja hoffentlich dann auch so sein.
Um das mal vermittelnd einzuordnen: Natürlich sollte mal der eigene Anspruch überprüft werden. Ich kann und werde nicht erwarten, dass unsere Mannschaft um mehr als um den blanken Klassenerhalt in dieser Liga kämpft und wohl auch die nächsten 5 Jahre, wenn sie es denn schaffen sollte. Und wenn es nicht gelingt, dann wäre das nichts was irgendwie einer Sensation gleich würde. Aber ich werde weiterhin erwarten, dass sie in bestimmten Situationen, wie z.B. in Wolfsburg, wo wir trotz der Unterschiede im Etat ebenbürtig waren, mutiger auf Sieg spielt. Denn nur so kann es eventuell am Ende gelingen. Sonst können wir das alles wirklich lassen, und uns auf Spaß mit Bezugsgruppen, Getränkeverzehr, oder was wir sonst gerne tun im Stadion und außerhalb konzentrieren. Die Finanzen dürfen niemals außer Acht gelassen werden, aber sie dürfen nicht nach jedem Spiel immer und immer wieder als letztes Argument kommen. Das wird uns auch nicht als Verein voranbringen, sondern im Gegenteil: Wenn man sich stets darauf zurückziehen kann, dann ist das bequem. Verhindert aber letztlich die Weiterentwicklung und Auseinandersetzungen mit teilweise unbequemen Fragen, und die gibt es nämlich gerade durchaus.
Zum Elfer: Beim FCSP-TV finde ich die Einstellung bei 49m31s (2. Halbzeit in voller Länge, Kameraperspektive auf der 16er-Linie) recht klar. So ärgerlich es auch ist, aber für mich ist der VAR-Eingriff da somit gerechtfertigt.
Zu den Etats: Ja, Nein, Vielleicht. Es ist kompliziert.
Und niemand sagt, dass wir 32 Spiele verlieren können und trotzdem alles gut ist. Es ist aber eben in dieser Liga immer möglich, zu verlieren und die Erwartungshaltung „Wir müssen uns einfach mehr anstrengen und werden dann automatisch mindestens 15.“ (so nicht von Dir formuliert, klar) ist halt einfach nicht realistisch.
Es bleibt dabei, wenn alle 18 Bundesligisten einen 100% perfekten Job abliefern, steigen trotzdem zwei Vereine ab – und das sortiert sich dann in aller Regeln grob nach den Etats. Die Unterschiede sind hier einfach nochmal eklatant und anteilig größer als in Liga zwei.
Sorry Maik, ich habe mir ein Bildschirmfoto genau von Minute 49.31gemacht, das ist klar vor dem Foul und es ist auch nicht 100% ig ersichtlich wo sich der Ball befindet. Die Kameraeinstellung ist irgendwo von links oben, wahrscheinlich Mitte Spielfeld im Rücken der Spieler.
In Minute 48.46 sieht man das Foul, aber auch da ist nicht 100% klar ersichtlich wo sich der Ball befindet.
Wenn der VAR nur diese Bilder hat ist ein einschreiten keinesfalls richtig, weil die Tatsachenentscheidung eben nicht zu 100% wiederlegt werden kann.
Schade, das ich die beiden Fotos nicht hochladen kann🤷
Vielleicht schmeisst der Browser unterschiedliche Zeitstempel aus (und so ne Sekunde ist ja auch lang), aber mein Standbild ist genau auf Höher 16er-Linie.
Wo der Ball ist, ist doch auch völlig irrelevant, oder?
Na klar, wo der Ball ist, ist völlig irrelevant, da hast Du natürlich absolut recht!
Bei Ansicht der Standbilder hatte ich die Lage des Balls quasi als Beweis für mich genommen, wie schwer es ist aufgrund der perspektivischen Verzerrung eine 100%ige Entscheidung zu treffen.
Im Film bei Min. 93.06 würde ich sagen, das Foul sieht aus als wäre es auf der horizontalen Linie des Strafraums, es ist aber unmöglich zu sagen ob die Berührung nicht außerhalb der vertikalen Linie ist und dann eben kein Elfmeter.
Für mich bleiben das individuelle Eindrücke und keine Beweise, ein VAR dürfte somit nicht einschreiten.
Ein Aspekt der mir zu kurz kommt: Der Schiri berücksichtigt bei Entscheidungen ja immer auch sofort die Konsequenzen. Das macht der VAR nicht. Wenn der Schiri ein Faul bewertet und dann pfeift, fließt in die Entscheidung mit hinein ob es zB einen Elfer als Folge hätte und auch welche Phase des Spieles ist es. Dies passiert bei Karten ebenfalls. Dies bestätigen Schiris ja auch.
Ich vermute, hätte er die Wahrnehmung gehabt dass es im Strafraum ist, dann wäre die Wahrscheinlichkeit eines Pfiffes unter Berücksichtigung des Spielstandes und der letzten Schlussphase deutlich geringer gewesen.
Diese kausalen Folgen berücksichtigt der VAR nicht. Und das sehe ich als Problem an.
Zudem fehlt mir hier für den Eingriff die klare Fehlentscheidung weil ein Freistoß an dieser Stelle ebenfalls sehr torgefährlich hätte sein können.
Das Foul als solches finde ich unstrittig.
Und bei der Frage ob innerhalb oder außerhalb ist es halt eine Schwarz/Weiß-Entscheidung, ähnlich wie bei Abseits.
Ich verstehe grundsätzlich, was Du mit der Berücksichtigung von Konsequenzen meinst und will dem auch gar nicht widersprechen, nur auf die Elfmeterszene bezogen sehe ich das nicht.
Selben Kausalzusammenhang sehe ich auch beim Schlotterbeck-Foul. Der Schiri hat in seine Bewertung „Gelb oder Rot“ mit eingedacht dass es früh im Spiel war und das es einen prominenten Spieler treffen würde, mit entsprechenden Medienrummel.
Beides beeinflusst, wenn auch nur unbewusst den Schiri.
Und wenn man nach der Regel geht („nur klare Fehlentscheidungen“), dann hätte der var hier auch nicht eingreifen dürfen. Denn Foul wurde gepfiffen. So weh das tut aus fcsp-Sicht.
Zu 1: Wenn es da ein Bild gibt, das mir entgangen ist, dann leiste ich Abbitte. Natürlich nicht dafür, dass FB ein schlechter Schiedsrichter ist, aber das ist ein ganz anderes Thema ;-).
Zu 2: Ich verstehe schon was du meinst, und warum du öfter sagst, bei dem was sich öfter nach Niederlagen, gerade in sozialen Netzwerken abspielt, nur klingt das in meinen Ohren mittlerweile immer mehr wie Absolution. Selbstverständlich weiß ich, dass wir selbst bei einer gut laufenden Saison runtergehen können. Allein, weil zB die beiden Aufsteiger einfach mehr mitbringen, als die beiden Absteiger, weswegen die Liga einfach auch schwieriger ist als letztes Jahr. Aber das heißt deswegen nicht, dass wir nicht das genannte Maximum ausschöpfen sollten. Haben wir das in Wolfsburg beispielsweise getan? In meinen Augen ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr. Das magst du sicher anders sehen, aber da sind wir uns dann eben nicht einig. Das heißt nicht, dass wir das Spiel nicht trotzdem verloren hätten, aber wir hätten zumindest den Versuch unternommen ein Spiel zu gewinnen. Und das fehlte mir in der Bewertung, und statt dessen kam wieder das liebe Geld.
Ich bin aber eh nicht so ganz zufrieden damit, wie wir grundsätzlich Spiele gegen welche Gegner angehen. Das ist dann aber natürlich ein ganz anderes Thema.
Ach, das war ein Kopfballtor von Jamie! Ich habe es aufgrund der Fahnen im Block gar nicht gesehen und NEIN, das ist keine Kritik daran.
Die Kurve sie lebt, das Team lebt und das hat echt wehgetan, all das ist zur gleichen Zeit wahr.
Etwas ganz anderes: Wie quasi alle Auswärtsspiele, konnte ich auch dieses nur per Audio verfolgen. Natürlich zuerst per AFM-Radio, aber die Verbindungsqualität ist ja leider seit einiger Zeit dort immer wieder sehr schlecht, so dass ich irgendwann auf die Sportschau auswich.
Was aber bei beiden Streams gut zu hören war, war unser Support. Auch mein 10jähriger meinte irgendwann: Da wird ja nur St. Pauli angefeuert.
🤎🤍❤️
Das liegt aber auch daran, dass Dortmund generell recht leise ist. Als letztes Jahr USP zu spät kam, waren die Sitzpläte lauter als der Heimbereich. 🤷♂️
Die Stimmung im Gästeblock war in der Tat super. Da hatte ich von der „gelben Wand“ mehr erwartet. Nicht so super war der Wurf eines vollen Bierbechers in Block 70, der meinen Sohn knapp am Kopf verfehlt hat und stattdessen „nur“ zu einem durchnässten Oberkörper geführt hat. Es war eine schöne Rückfahrt. Wie gedanken- und rücksichtslos kann man sein?
Vielleicht hab ich irgendwas übersehen oder vergessen, und natürlich ist es nur ein weiterer hilfloser Versuch, noch einen weiteren Beleg für die allgemeine himmelschreiende Ungerechtigkeit der Fußballwelt zufinden, aber: Wo kamen denn eigentlich die vier Minuten Nachspielzeit in der 2. Halbzeit her?
Als es auf die 90. Minute zuging (und ich nur noch ein hyperventilierendes, zitterndes Nervenbündel war), dachte ich: noch zwei, höchstens drei Minuten aushalten, dann ist es geschafft. Als dann vier Minuten angesagt wurden, dachte ich nur: Häh, wofür?? Gab’s denn überhaupt nennenswerte Unterbrechungen in der 2. HZ? Ich meine, in der ersten Hälfte gab es u.a. die längere Behandlungspause für Pyrka UND den VAR-Einsatz samt On-Field-Review – und auch vier Minuten Nachspielzeit!
Von daher die ernstgemeinte Frage: War da was an Unterbrechungen, an die ich mich schlicht nicht mehr erinnere?
Ist mir auch aufgefallen, 1.Hz ok, 2.Hz-wofür?
Auch hier wäre eine Transparenz, wie in anderen Sportarten schon ewig üblich, gut. Einfach die offizielle Spielzeit auf der Anzeigetafel anhalten dann gibt es keine Nachspielzeit mehr…
Ja, der Fußballgott ist ein Arschloch…aber ich habe das mit Abstand beste Spiel seit langer Zeit gegen den 2. der Liga gesehen. Wir standen kompakt und hielten den Gegner über die gesamte Spielzeit auf Distanz, störten den Aufbau des Gegners sehr früh in seiner Hälfte, wofür der 3. Stürmer, der sich in den letzten Spielen klammheimlich ins System geschlichen hat, entscheidend war (siehe Grafik). Dortmund blieben fast nur noch eins gegen eins Aktionen um sich durchzusetzen, aber es ist Dortmund, das können sie gut. Das TV gab die Spielsysteme beider Mannschaften mit 3.4.2.1 an, was dann defensiv ein 5:2:3 wird, Dortmund interpretierte die Grundordnung etwas offensiver. Damit sind wir in einem System angekommen, das sich in den Top – Mannschaften der Liga bestens bewährt hat: Frankfurt, Leverkusen, Dortmund und …jetzt wir. Bitte, bitte jetzt keine Experimente mehr! Die Spieler müssen sich noch „eingrooven“, zu viele Pässe gehen ins Nirwana, zu wenig 2. Bälle erreichen den Mitspieler. Die Ursachen liegen nicht allein im technischen Bereich. Positonsspiel, Rotation und Laufwege sind noch nicht so verinnerlicht, wie bei der Konkurrenz. Dennoch: es gibt für mich an dem Auswärtsspiel (!) gegen Dortmund grundsätzlich nichts zu kritisieren…sicher doch, Tore fallen durch Fehler…geschenkt. Für mich ist dieses Spiel ein großer Schritt NACH VORN.
Es mag debattierbar sein, ob es ein Schritt nach vorne war, die Diskussion kann man ernsthaft führen, aber „großer Schritt“? Really?
Es sind Sekunden, die über das Ergebnis entscheiden…hätte JJ den Spieler nicht berührt…hätte er, in der einen Szene allein vor demTorwart, in die Mitte gelegt…und wir wären womöglich als Sieger vom Platz gegangen…Toni, hättest du dann wie oben nachgefragt ?
Will man das Spiel grundsätzlich bewerten, müssen wir uns vom Ergebnis lösen (!). Das Spiel ist in seinem gesamten Verlauf ein starker Beweis dafür, das die Defensive verstärken mit der ersten Pressingreihe im Strafraum des Gegners beginnt – nicht mit 3 6ern vor der 5er Kette. Es ist ein Beweis dafür, das Tore fallen, wenn wir so Zugriff über den gesamten Platz haben. Last but not least: die Jungs haben, im Gegensatz zu Wolfsburg, bis zum (leider bitteren) Ende durchgespielt und immer wieder für Entlastung durch mutige Läufe bis vor das gegnerische Tor gesorgt. Für mich, alles in allem, ein großer Schritt nach vorn, womit ich sagen will, es gibt sicher vieles im Detail zu kritisieren… aber grundsätzlich nichts.