FC St. Pauli vs. RaBa Leipzig 1:1 – Ein Stück zurück vom Fußballglück

FC St. Pauli vs. RaBa Leipzig 1:1 – Ein Stück zurück vom Fußballglück

Lange sah es so aus, als wenn der FC St. Pauli auch gegen RaBa Leipzig unglücklich verlieren würde. Doch in der Nachspielzeit belohnte sich der FCSP für einen mutigen Auftritt.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Vorweg: Es ist 1:54 Uhr am Mittwochmorgen, während ich diese Zeilen schreibe. Spiele um 20:30 Uhr bedeuten für Personen, die gerne darüber schreiben und sich dazu auch einzelne oder viele Spielszenen noch einmal genauer anschauen, immer Nachtschichten. Sowieso ist die journalistische Arbeit rund um den FC St. Pauli aktuell sehr herausfordernd. Abstiegskampf, Englische Wochen, offene Transferfenster – an Themen mangelt es nicht. Wir betreiben den MillernTon wahnsinnig gerne (auch jetzt gerade), freuen uns sehr darüber und sehen es als großes Privileg an, dass wir das als Job bezeichnen dürfen. Alle Inhalte, die wir beim MillernTon produzieren, sind gratis und das wird auch so bleiben. Wir freuen uns aber sehr, wenn ihr unsere Arbeit unterstützt. Alle Infos dazu findet ihr hier. Forza!

Das war vielleicht ein wilder Ritt! Der FC St. Pauli und RaBa Leipzig zeigten in der ersten Halbzeit ein Spiel, das durchaus hätte 2:3 stehen können, vielleicht sogar müssen. Es folgte eine zweite Hälfte, in der beiden Teams anzumerken war, dass sie den Fokus nun mehr darauf legten, etwas sicherer zu stehen und in der das Spiel dann lange Zeit genauso lief, wie es für Abstiegskandidaten eben läuft: Erst ein ärgerlicher Gegentreffer und dann die fast schon verzweifelte Suche nach der richtigen Entscheidung im letzten Drittel. Doch die Rechnung wurde ohne die Nachspielzeit gemacht oder besser gesagt: ohne David Raum – so kann sich der FCSP am Ende über einen dem Einsatz nach verdienten Punktgewinn freuen.

Die Aufstellung

Auf gleich vier Positionen wurde die Startelf des FC St. Pauli verändert. Der gesperrte Adam Dźwigała wurde durch Tomoya Andō ersetzt, der ein richtig, richtig vielversprechendes Startelfdebüt feierte. Zudem kam wie erwartet Ricky-Jade Jones für Martijn Kaars in die Anfangsformation hinein und sollte seinem Ruf als Gefahrenherd für hochstehende gegnerische Defensivreihen gerecht werden. Zudem bekam Mathias Pereira Lage eine Pause, für ihn startete Danel Sinani in der Offensive.

Vier Wechsel beim FC St. Pauli, keiner bei Leipzig

Etwas überraschend gab es noch einen vierten Wechsel in der Startelf des FC St. Pauli: Manos Saliakas stand erstmals nach längerer Zeit wieder von Beginn an auf dem Platz. Arek Pyrka musste dafür aber nicht auf die Bank, sondern rückte auf die linke Schienenposition und verdrängte dort Louis Oppie. Alexander Blessin erklärte diesen Wechsel nach Abpfiff damit, dass man mit Pyrka das enorme Tempo und die Zweikampfstärke der Leipziger auf der linken Seite matchen wollte, was ganz gut gelang (auch die Idee, Saliakas wieder in die Startelf zu bringen, ging auf). Zudem stand Mathias Rasmussen erstmals im Kader, er feierte dann in der zweiten Halbzeit sein Debüt im FCSP-Trikot.

Auf Seiten von RaBa Leipzig gab es hingegen keine personellen Wechsel im Vergleich zum vorherigen Spiel gegen Heidenheim. Trainer Ole Werner brachte damit die aktuell beste Elf der Leipziger auf den Platz. Mich als ausgesprochenen Freund von Formationen und Spieltaktiken hat es sehr gefreut, dass wir von den Leipzigern am Millerntor ein so dermaßen klares 4-3-3 zu sehen bekamen, wie ich es selten gesehen habe. Gefreut habe ich mich auch deshalb besonders, weil Leipzig zwar dank dieser Formation einige gute Offensivszenen hatte, aber der FC St. Pauli gegen dieses 4-3-3 sehr mutig spielte und selbst auch zu einigen Gelegenheiten kam.

Aufstellung beim Spiel FC St. Pauli gegen Leipzig FCSP: Vasilj - Ando, Wahl, Mets - Saliakas, Sands, Smith, Pyrka - Sinani, Jones, Fujita RaBa: Gulacsi - Baku, Orban, Bitshiabu, Raum - Schalger, Seiwald, Baumgartner - Diamonde, Romulo, Nusa
Aufstellung beim Spiel FC St. Pauli gegen Leipzig
FCSP: Vasilj – Ando, Wahl, Mets – Saliakas, Sands, Smith, Pyrka – Sinani, Jones, Fujita
RaBa: Gulácsi – Baku, Orbán, Bitshiabu, Raum – Schalger, Seiwald, Baumgartner – Diamonde, Rômulo, Nusa

St. Pauli forciert temporeiches Spiel – und bekommt es

Im 4-3-3 agierte Leipzig zu Beginn sehr sicher. Bei Ballbesitz schoben die offensiven Außenbahnspieler ganz auf die Seiten, hinter ihnen schoben die Außenverteidiger nicht ganz so hoch, wie man es von anderen Teams kennt. Sechser Seiwald wurde vom FC St. Pauli im Zentrum isoliert und konnte so oft nicht am Spiel teilnehmen. Das war den Leipzigern aber fast egal, schließlich hatten sie einen ganz anderen Fokus: Sie wollten ihre offensiven Außen in direkte Duelle bringen. Was logisch ist, schließlich sind die Herren Nusa und Diamonde im Dribbling echt richtig, richtig stark (das Team hat die beste Dribbelquote der Liga). Wenn es Leipzig also gelingen sollte, dass der Gegner diese beiden Spieler im letzten Drittel nicht doppeln kann, dann wird es oft gefährlich.

Leipzig presst hoch? Das kann St. Pauli auch!

Auffällig oft wurden die Leipziger deutlich früher beim Aufbauspiel gestört, als für den FCSP üblich. In diesen Situationen schoben die Schienenspieler (Pyrka und Saliakas) weit vor, pressten Raum und Baku tief in der Leipziger Hälfte. Dann ergaben sich auf dem Platz viele Pärchen, weil der FC St. Pauli in diesen Situationen insgesamt sehr mannorientiert verteidigte. Und das entsprechend auch mit viel Risiko, denn in letzter Reihe standen dann die drei Innenverteidiger gegen die sehr breit positionierte offensive Dreierreihe der Leipziger. Dieses hohe Anlaufverhalten klappte ziemlich gut, Leipzig gelang es nur selten, diesen hohen Druck zu um- oder überspielen. Die gespielten hohen Bälle verteidigten die FCSP-Innenverteidiger sicher, in allen anderen Situationen wurden die Leipziger in direkte Duelle verwickelt, die an diesem Abend zum überwiegenden Teil an den FC St. Pauli gingen.

Etwas seltener sah man den FC St. Pauli im 5-2-3 auf dem Platz. Das war eher so etwas wie die initiale Positionierung. Doch diese Defensivformation löste sich oft schnell auf: Entweder in ein mannorientiertes Pressingverhalten (wie im Absatz zuvor beschrieben) oder aber, etwas häufiger, in ein tiefes 5-4-1. Leipzig gelang es in der ersten Halbzeit oft, diese eigentlich sehr kompakte Formation vor Probleme zu stellen. Womit wir wieder bei den Leipzigern Außenbahnspielern angelangt wären. Denn das Leipziger Aufbauspiel folgte einem klaren Muster. Der FC St. Pauli wollte, das erklärte Blessin nach Abpfiff, unbedingt verhindern, dass Leipzig mit seinen offensiven Außen in 1-gegen-1-Duelle kommt. Das lässt sich aber auch einfach nicht komplett vermeiden, dafür ist die individuelle Qualität, vor allem die Ballsicherheit, der Leipziger schlicht zu hoch. Wenn der FCSP im 5-2-3 stand, dann spielte Leipzig im Aufbau oft aus der Innenverteidigung auf eine der beiden Seiten. Das möchte ich gerne etwas genauer beschreiben:

Spieler isoliert, Kette lückenhaft

Meist gab es dieses Muster auf der rechten Seite der Leipziger zu sehen, auf der linken wurde es aber auch so angewendet. Im Aufbau wurde also Rechtsverteidiger Baku angespielt. Das sorgte dafür, dass entweder Fujita oder Pyrka auf Baku rausschoben und der FCSP insgesamt tiefer fiel, in ein 5-4-1. Diese Bewegungen sorgten für ein notwendiges Nachschieben weiterer Spieler. Oft schob Mets dann mit auf die Seite, um eine Isolation von Pyrka gegen Diomande zu vermeiden. Doch sobald Mets rausschob oder zumindest den Abstand zu Pyrka verkürzte, und es war wirklich fein orchestriert, setzte Leipzigs linker Achter Schlager im Rücken von Smith zum Tiefenlauf an und rannte genau in die Lücke zwischen Mets und Wahl hinein. Dadurch konnte nun entweder Mets nicht so weit rausschieben wie gewünscht oder aber Wahl musste die Lücke schließen. Oft war der FCSP dann also gezwungen, als Team sehr stark auf eine Seite rüberzuschieben, was Leipzig dann auch für sich nutzen wollte, indem schnell verlagert wird (was ihnen aber weniger gelang, als aus sich über eine Seite durchzukombinieren).

Ob das Leipziger Aufbauspiel nun erfolgreich war oder nicht, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Die wichtigste ist natürlich die von RaBa-Trainer Ole Werner, der auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte, dass er mit der ersten Halbzeit seines Teams überhaupt nicht zufrieden gewesen sei. Das sehe ich, angesichts von 23 Leipziger Ballkontakten im Strafraum des FC St. Pauli, anders. Denn Leipzig war offensiv sehr präsent, stellte den FCSP vor viele Probleme. Auch wenn Leipzig sich keine Chancen im Minutentakt erspielte und auch keine ganze Reihe von Hochkarätern: Es gab in dieser Saison nicht viele Teams, die der FC St. Pauli so oft in einer Halbzeit im eigenen Strafraum an den Ball kommen ließ.

Auf Jones und davon

Was Ole Werner aber sicher nicht gefallen hat, waren die Lösungen, die der FC St. Pauli präsentierte. Denn es war beileibe nicht so, dass Leipzig den FCSP komplett dominierte. Was vor allem daran lag, dass der FC St. Pauli in den Zweikämpfen einige Bälle gewinnen konnte (und auch klug einige Leipziger Pässe abfing), aber auch äußerst mutig selbst das Spiel aufbaute. Und da sich im Pressing oft beide Leipziger Außenverteidiger vorne mit einschalteten, wurde es dann schnell unangenehm für die Leipziger Innenverteidiger. Vor allem, weil sie einen Gegenspieler namens Ricky-Jade Jones hatten.

Es sind tatsächlich „nur“ zwei Szenen gewesen, in denen Jones gefährlich wurde. Aber Jones war halt gleich zweimal, in der 18. und 21. Minute, auf und davon. In der ersten Szene wurde er von Fujita steil geschickt, hatte sogar schon einen guten Vorsprung, verschleppte dann aber das Tempo (WARUM?!), sodass Orbán seinen Schussversuch noch abgrätschen konnte. Drei Minuten später war es Sands, der Jones auf die Reise schickte, dieser den Ball dann aber neben das Tor setzte. Da auch Rômulo eine Top-Chance in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ausließ, ging dann ein Spiel mit 0:0 in die Pause, welches Tore verdient gehabt hätte.

Hamburg, Deutschland, 27.01.2026, Bundesliga, Fussball, Millerntor-Stadion, FC St. Pauli - Leipzig Ricky-Jade Jones (FC St. Pauli) im Laufduell mit Willi Orban (Leipzig). Copyright: Stefan Groenveld
Ricky-Jade Jones ist auf und davon, Willi Orbán frisst Staub // (c) Stefan Groenveld

Zweikampfbilanz stimmt

Klar, wer gegen ein Team wie Leipzig gewinnen möchte, muss solche Chancen nutzen. Doch auch ohne Gegentreffer hinterließen diese Szenen Wirkung bei Leipzig. Denn im zweiten Abschnitt waren die Gäste wesentlich weniger intensiv unterwegs, sie schoben nicht mehr ganz so aggressiv mit vielen Spielern in den Angriffsaktionen vor, sie pressten auch nicht mehr ganz so intensiv. Blessin erklärte, dass der FC St. Pauli sich für den zweiten Abschnitt auch vorgenommen habe, die Abstände noch enger zu halten. So folgte auf eine an Offensivszenen reiche erste eine eher chancenarme zweite Hälfte. Das Spiel verlor etwas an Wildheit, der FCSP gewann aber an Stabilität. Was nicht nur mit engeren Abständen, sondern auch ziemlich direkt mit der Zweikampfbilanz zusammenhängen dürfte. Im ersten Abschnitt gewann das Team gute 58 Prozent seiner Duelle am Boden, im zweiten waren es sogar 63 Prozent.

Es passierte, was passieren musste – nein, doch nicht!

Und irgendwie war dann klar, was passieren würde: Der FCSP kam etwas besser in die zweite Hälfte, aber Leipzig ditschte sich irgendwie einen zurecht, bekam einen Eckball. Den klärte Saliakas am ersten Pfosten, allerdings so, dass er zentral, 20 Meter vor dem Tor in die Füße von Diomande fiel. Der fackelte nicht lange, zog ab, doch der Abschluss war eigentlich etwas zu zentral. Aber klar, Abstiegskandidaten haben die Scheiße gepachtet… Smith fälschte den Ball so unglücklich ab, dass dieser eine Flugkurve des Todes annahm und unhaltbar links oben einschlug.
Eigene Chancen nicht genutzt, eigentlich ganz stabil gestanden, trotzdem wieder das 0:1 gefangen – ich muss beim schreiben dieser Zeile fast auf die Tastatur brechen, so sehr hasse ich meine Finger dafür, dass sie das tun, was sie tun. Man ey!

Es sieht gut aus, „nur“ im letzten Drittel nicht

Doch der FC St. Pauli hatte keine Lust, dass dieser Abend so trostlos endet, wie bereits so viele Abende des FCSP in dieser Saison endeten. Obwohl die Versuche teilweise schon komplette Resignation bei mir hervorriefen. Denn zwischen Leipzig und dem FC St. Pauli gab es in diesem Spiel eigentlich keinen Unterschied zu erkennen. Abgesehen davon, dass der FCSP im letzten Drittel konsequent, zeitweise hatte ich das Gefühl mit Absicht, die falschen Entscheidungen traf. Vielversprechende Aktionen wurden oft durch Missverständnisse beendet, so spielten zum Beispiel Sinani und Fujita gefühlt 76 Minuten lang aneinander vorbei. Letzterer hatte im letzten Drittel Idee um Idee, fehlende Kreativität kann ihm nicht vorgeworfen werden, aber er hatte die Ideen zu oft exklusiv.

Zurück zum ersten Satz des vorherigen Absatzes: Der FC St. Pauli hatte spürbar keinen Bock auf eine Niederlage, wehrte sich mit allen Mitteln, ließ sich auch nicht davon unterkriegen, dass es offensiv einfach nicht zusammenlaufen wollte. Blessin wechselte Kaars, Pereira Lage, Irvine, Rasmussen und Ceesay ein und das Team versuchte es immer und immer wieder. Mit Beginn der Nachspielzeit hatte Kaars dann eine gute Kopfballgelegenheit, doch Gulácsi fing den Ball sicher ab.

Raum rutscht aus und mäht um

So stellte sich mein Körper bereits wieder auf Enttäuschung ein, als Ceesay noch einen Einwurf herausholte. Andō chippte in der Folge den Ball hinein, Ceesay legte klug auf Rasmussen ab, der direkt Kaars bedienen wollte. Doch Gegenspieler Raum war schneller, schien den Ball nicht nur gewinnen, sondern auch abschirmen zu wollen. Und dann gab es eine der klarsten Elfmeter-Entscheidungen, die ich je am Millerntor miterlebt habe. Denn Raum rutschte weg, so unglücklich, dass er genau nicht den Ball berührte. Dafür „berührte“ er Kaars und damit meine ich, dass er ihn nach allen Regeln der Kunst ummähte. Mit etwas mehr Drehmoment hätte es wohl für einen Salto von Kaars gereicht.

Hamburg, Deutschland, 27.01.2026, Bundesliga, Fussball, Millerntor-Stadion, FC St. Pauli - Leipzig Martijn Kaars (FC St. Pauli) wird von David Raum elfmeter-reif gefoult. Copyright: Stefan Groenveld
Dass sich David Raum nach dieser Szene überhaupt noch beim Schiedsrichter für einen Videobeweis stark machte, ist schon bemerkenswert.
// (c) Stefan Groenveld

Ein verdienter Punktgewinn

Nach Abpfiff führte Kaars übrigens ein herrliches Interview in der Mixed Zone. Wann er geplant habe, den Ball nach links unten zu schießen, wurde er gefragt. „So etwa vor drei, vier Wochen“ war seine schmunzelnde Antwort. Dass er den Elfmeter ein wenig reingezittert hat (Gulácsi ahnte die Ecke) – geschenkt. Dass der FCSP nach dem Rückstand offensiv nur noch wenig zustande brachte, weil im letzten Drittel oft das Zusammenspiel fehlte – geschenkt. Dass ein Gegenspieler so viel Pech hat und per Ausrutschen in der Nachspielzeit einen Elfmeter verursacht – völlig egal! Dass der FC St. Pauli für eine mutige und sehr energiereiche Leistung am Ende zumindest mit einem Punkt belohnt wird – hochverdient und unbezahlbar!

Denn der Punkt mag dem FC St. Pauli in der Tabelle (noch) nicht viel weiterhelfen. Aber ein erneuter Niederschlag, die erneute Erkenntnis, dass man eigentlich ganz gut mitgehalten hat, sich aber ein ärgerliches Gegentor fängt und dann am Ende doch wieder mit leeren Händen dasteht, dieser Niederschlag hätte, zumindest für mich, für meine Finger, für meine Tastatur, schon final sein können.
Ist er aber nicht, nach all der Scheiße holt sich der FCSP ein Stück des Fußballglücks zurück. Nehmen wir gerne mit, vor allem den Schwung, der uns dann bitte bis nach Augsburg trägt – und auf dem Rückweg drei Punkte mit dabei hat.

Immer weiter vor!
// Tim

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14 thoughts on “FC St. Pauli vs. RaBa Leipzig 1:1 – Ein Stück zurück vom Fußballglück

  1. Guten Morgen Tim und danke für deine Einordnung, wie immer auf den Punkt, das Bild allerdings wie du beim Schreiben des Artikels fast in die Tastatur kotzt‘s kriege ich heute nicht mehr aus meinem Kopf :-). Übrigens finde ich es bemerkenswert wie du immer so ruhig auf deinem Journalisten Platz sitzenbleiben kannst, während ich dir, gefühlt ins Geländer beißend, vor der Nase rumtanze, sorry dafür.
    FORZA und bitte beglückt uns wieder mit einer Redax

    1. Hehe, ja, vielleicht etwas derbe die Wortwohl meinerseits, habe ich beim lesen gerade nochmal gedacht – und es ein wenig sanfter formuliert 😉

  2. Ich fand seltsam, wie oft Abseits gegen Jones gepfiffen wurde. Schien mir mehrmals verkehrt.

    Im Stadion habe ich noch gedacht, dass ich dafür vielleicht ungünstig stand. Allerdings zumindest zu dem Pfiff in der 20. Minute wird auch bei der Sportschau gezeigt, dass es wohl kein Abseits war.

    Nun, hätte er ein Tor gemacht, wäre es hoffentlich durch den VAR korrigiert worden. https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/toller-fight-st-pauli-holt-sich-punkt-gegen-leipzig,spielbericht-bundesliga-st-pauli-rb-leipzig-100.html

    1. Also bei der zweiten Chance von Jones habe ich das Zeichen des Linienrichters als Abstoß verstanden. Und darüber hat Jones sich auch aufgeregt, weil er einen Eckball haben wollte. Aber kann aiuch sein, dass ich das falsch verstanden habe.

      1. Nee, war Abstoß angezeigt, nicht Abseits. Kurze Anmerkung aus der Südperspektive: der Ball geht ans Außennetz, weil Gulasci ihn da hinlenkt, klare Ecke. Sonst schlägt der Ball nämlich unten links ein.

  3. Verdienter Punkt, aber wieder einmal kein Tor aus dem Spiel heraus und eigentlich sich selbst um den Sieg gebracht.

    Fujita und Sinani leider zu handlungsschnell unterwegs und Geister gesehen bei ihren Abspielen. Momentan außer Form..

  4. Wie würdest Du die 3 bzw. 5er Kette zukünftig aufstellen? Ich fand Ando unglaublich stark und der hat für mich direkt Stamm Potential.

    Auch die Umstellung auf Manos und Pyrka fand ich äußerst gelungen.

  5. Endlich! Kein „Gut gespielt, leider verloren“, super Performance von Pyrka auf links und wie Saliakas die Punktgenaue Flanke im fallen bringt, nur geil!!
    Was mich trotzdem wundert: Wir haben schnelle Spieler für das Mittelfeld bzw. Sturm verpflichtet. Wenn die langen Bälle auf RJJ gespielt wurden war er ständig Mutterseelenallein, bestenfalls Fujita lief 10 Meter hinter ihm mit.
    Das macht das Tore schiessen natürlich nicht einfacher.
    Ich vermisse im Ballbesitz die Angriffswelle von 4, 5 Spielern die sich gleichzeitig schnell nach vorn bewegen weil sie eigentlich schnell genug sind sich bei Ballverlust wieder nach hinten zu orientieren.
    Wenn immer nur 1, 2 Spieler in der Box sind müssen Flanken umso präziser geschlagen werden, was ja nun auch nicht gerade eine unserer Spezialitäten ist.
    Befände sich ein Pulk unserer Spieler vor dem gegnerischen Tor können Flanken deutlich ungenauer geschlagen werden.
    Natürlich ist die Kontergefahr hoch aber dafür sind ja erstens noch die 4, 5, Verteidiger im Rückraum und zweitens sollten, wie geschrieben, die Offensivspieler schnell genug sein um zurückzulaufen, bzw. gleich ins Gegenpressing umzuschalten.

    Ich bin echt auf das Spiel gegen Augsburg gespannt, hoffentlich wieder mit Saliakas/Pyrka!

  6. Ist das nur mein Eindruck oder bekommen wir immer wieder Gegentore von der Strafraumkante? Warum lassen wir den Rückraum, gerade auch bei Standards, blank? Und auch offensiv scheint mir dieser Raum oft verwaist.
    Dennoch: starker Auftritt gestern. Pyrka UND nicht oder Saliakas war eine gute Idee. Andò und Rasmussen machen Lust auf mehr. Jetzt gegen FCA der Dreier und wir sind wieder voll dabei.

    1. Ich habe zusammen mit der guten Seele des Hauses Eva Kalla das Spiel verfolgt und sie meinte noch zu mir vor der Ecke: „Wieso ist denn keiner von unseren Leuten im Rückraum? Diomande steht da völlig blank!“ Recht hat sie gehabt, kann doch aber nicht sein das sowas niemand vom Team auf dem Platz mitbekommt, oder?

  7. Was mir vor allem aufgefallen ist, dass gestern viele Spieler ihre potentielle Qualität andeuten konnten (anders als in sooo vielen Spielen diese Saison). Insbesondere der Abwehrverbund gefiel mir gegen sowie mit dem Ball wirklich gut. Genauso Eric Schmidt (Grüße an Martijn Kaars) wirkte gestern viel aktiver als Z.B gegen den GSV. Und auch wenn mit dem Ball definitiv noch Luft nach oben ist, gab es vor allem in Halbzeit 1 aus meiner Sicht vermehrt gute Ansätze flach hinten raus zu spielen statt nur den (nicht unerfolgreichen) langen Ball zu wählen. Mit der Leistung gestern kann man Augsburg schlagen!!

  8. Klasse geschrieben und analysiert Tim. Das hat mir mein Lächeln heute noch breiter gemacht. 🏴‍☠️

  9. Ich glaube es war Hauke Wahl, der im Interview nach dem Spiel sagte, das man bei Ecken bewusst die Mitte überladen möchte und dafür die Absicherung des Rückraums opfert. Was sagt der Taktikexperte Tim dazu? Verteidigen wir dadurch mehr Gegentore, als wir durch den Rückraum fangen? Ich mag es nicht beurteilen.

    Ansonsten noch ein Lob an David Raum, der a) nach dem Spiel am Mikro seine falsche Wahrnehmung beim Foul erklärte und sich dafür entschuldigte (der Moderator war sichtlich enttäuscht, dass er dadurch kein Thema mehr hatte) und b) seinen Mitspieler nach dem Tor daran hinderte, direkt zu den Heimfans zu jubeln. Eine Unsitte – die endlich auch mal ein Spieler erkannt hat.

  10. Nach dem Pokalspiel erstmals wieder im Stadion, konnte ich mir die Abläufe im Sturm in der ersten Hälfte genauer anschauen als im TV, wo man meist Ballorientiert schaut und die Bewegungen weiter weg dann nicht so genau erfassen kann, oft auch die potentiellen Möglichkeiten einer Spielsituation nicht vollständig überblickt. Einsame Highlights waren die Läufe von RJJ, doch man konnte seine Nerven vor dem Abschluss beinahe in der Luft flattern sehen, nach 2 erfolglosen Sprints drehte er beim 3. mal freiwillig ab, obwohl der zuständige Verteidiger noch hinter ihm (!) lief. Waren wir zu dritt, manchmal mit dem aufgerückten Pyrka zu viert, vor der Box, versiegte meist schon der 2. Ball. Erschreckend die Ideenlosigkeit, das feste Beharren auf der Position, ohne Bewegung. Wenn einer lief, dann direkt auf das Tor zu, und, was Wunder, der Pass kam nicht an, wurde weg geblockt oder landete von hinten zwischen den Beinen des Laufenden. Auf die Idee, mal die Position zu wechseln, einen Verteidiger mit zu ziehen und so den Raum für einen Mitspieler frei zu machen, kamen sie nicht ein einziges mal. Symptomatisch eine Szene: Fujita im Halbraum, außen Pyrka, etwas zurück zwischen den beiden Baku. Fujita spielt auf Pyrka, und, anstatt auf die Eckfahne durch zu laufen, Baku mit zu ziehen, damit Pyrka nach innen gehen kann, stoppt Fujita halbherzig ausgerechnet auf der Höhe von Baku, so dass Pyrka noch nicht einmal mehr abspielen kann. Die 2. Möglichkeit wäre gewesen, das Pyrka den Ball sofort Richtung Grundlinie spielt, und ohne Ball nach innen zieht, die 3. Möglichkeit wäre, das Pyrka Baku hinterläuft und so den Raum für den Ballführenden Fujita frei macht…man kriegt beim Zuschauen wirklich die Krise, und das ging nicht nur mir so, wie die Leute um mich herum lautstark bekundeten. Ganz anders die Situation nach der Umstellung, mit dem aufgerücktem Ando, Smith, Jackson, Rasmussen, Ceesay und Martijn, und, nicht zuletzt (bis zur 88.) auch Saliakas, waren ausnahmslos Passsichere Spieler auf dem Platz, Martijn zog immer wieder aus der Mitte nach außen um Räume zu schaffen, ebenso später Ceesay, eine Flanke von der Grundlinie, ich glaube von Jackson, lief unglücklich zwischen 3 freistehenden Pauli- Spielern (!) hindurch. Das Stadion wurde mitgerissen…natürlich kann man nicht von vorne herein so weit aufmachen, aber grundsätzlich mal muss das genau so sein!
    Natürlich kennen die Spieler all das, was ich weiter oben versucht habe zu beschreiben, und der Trainer, der selbst ein Stürmer war, kennt das natürlich auch. Es ist die Lähmung durch die endlose Niederlagen Serie, hier immer wieder beschrieben, die die Kreativität versanden lässt. Und doch war dieses Spiel wieder ein kleiner Schritt weiter heraus aus der Misere. Es wird schon…:)

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