Der FC St. Pauli feiert einen überraschenden, aber nicht unverdienten Sieg gegen die TSG Hoffenheim – weil es gelang, die kritische Anfangsphase zu überstehen und Lösungen gegen das Hoffenheimer Pressing zu präsentieren.
(Titelfoto: Sebastian Widmann/Getty Images/via OneFootball)
Wir müssen das an dieser Stelle mal richtig einordnen, damit wir erkennen können, wie ungewöhnlich das ist, was wir vom FC St. Pauli ab der 30. Minute in Sinsheim auf dem Rasen zu sehen bekamen. Da reist der Tabellensechzehnte zum Tabellendritten. Das bis dahin zweitschwächste Auswärtsteam der Bundesliga reist zu einem Gegner, der die letzten acht Heimspiele (oft in überzeugender Manier) gewinnen konnte. Und in der ersten Phase der Partie lief das Spiel in genau die Richtung, die man aufgrund der Konstellation erwarten konnte: Hoffenheim hatte viele Chancen, der FCSP Probleme. Doch der FC St. Pauli überstand diese Phase – und dann drehte sich alles…
Die Aufstellung
Am Donnerstag auf der Pressekonferenz hatte sich Alexander Blessin noch positiv geäußert, doch Tomoya Andō wurde nicht fit für das Hoffenheim-Spiel. Der FCSP-Cheftrainer rechnet aber damit, dass Andō kommende Woche wieder dabei sein kann. Durch den Ausfall rückte Eric Smith eine Position nach hinten, James Sands kam auf der Sechs neu in die Startelf.
Weiter vorne gab es eine personelle Veränderung, die zu erwarten war: Mathias Pereira Lage ersetzte Martijn Kaars in der Offensive. Im Kader des FC St. Pauli fehlte Matti Rasmussen, bei dem nun erstmal ein MRT gemacht werden muss, Ausfallzeit ungewiss. Dafür war Connor Metcalfe erstmals nach wochenlanger Pause wieder mit dabei.
Bei der TSG Hoffenheim gab es hingegen keine personellen Veränderungen in der Startelf. TSG-Trainer Christian Ilzer vertraute denselben elf Spielern, die auch in der Vorwoche gegen Köln (2:2) von Beginn an auf dem Platz standen. Zudem stand Offensivspieler Tim Lemperle erstmals nach ein paar Spielen Pause wieder im Kader. Ilhas Bebou und Max Moerstedt fehlten hingegen.

TSG: Baumann – Coufal, Hajdari, Kabak, Hranáč – Burger, Avdullahu, Prömel – Kramarić, Asllani, Touré
FCSP: Vasilj – Wahl, Smith, Mets – Saliakas, Sands, Irvine, Pyrka – Fujita, Sinani, Pereira Lage
Welle überstehen, dann aufdrehen
Die Partie startete so, als hätte der Barkeeper den ersten Drink des Abends wie den letzten gemixt. Statt gemütlich in das Spiel reinzugleiten, erstmal etwas Ruhe und Ballsicherheit zu haben, sich anzuschauen, was der Gegner vorhat, ging es sofort wild zu. Innerhalb weniger Minuten wusste man kaum noch, wo oben und unten ist, so viele Chancen gab es und das auf beiden Seiten. Das klare Übergewicht hatte in dieser Anfangsphase aber die TSG Hoffenheim. Zu Spielbeginn gelang es der TSG, sich aus geordneten Aufbausituationen Chancen zu erspielen. Der FC St. Pauli machte etwas zu wenig Druck auf die gegnerische Innenverteidigung, die diese Freiheit vornehmlich für Diagonalpässe nach vorne nutzte. Asllani kam so kurz nach Anpfiff zu einer guten Gelegenheit.
Nur wenige Momente später meldete sich aber auch der FC St. Pauli in dieser Partie an, als Sinanis Schuss stark von TSG-Torhüter Baumann zur Ecke pariert wurde. Der Szene war ein langer Ball von Hauke Wahl vorausgegangen. Davon sollte es in dieser Partie mehrere geben, es war ganz offensichtlich einer der Wege, wie der FCSP sich Chancen ausrechnete (er sollte damit Recht behalten).
Als der FC St. Pauli dann erstmals in der Partie etwas höher presste, wurde das fast direkt bestraft. Hoffenheim – im Spielaufbau entweder in einem 4-6 oder 3-1-6 formiert (je nachdem, ob sich Avdullahu fallen ließ oder nicht) – spielte sich gekonnte über die linke Seite durch, Karol Mets klärte in höchster Not zur Ecke.
Zehn Minuten wie ein Fiebertraum – aber ohne Tore
Wieder nur wenige Momente später wurde die FCSP-Innenverteidigung durch einen langen Ball von Kabak ausgehebelt, TSG-Angreifer Kramarić war frei durch. Nikola Vasilj wollte diesen Ball erlaufen, entschied sich aber auf halbem Wege für das Gegenteil, rutschte dann zudem noch aus. Doch so unglücklich, wie er in den Sekundebruchteilen davor aussah, so sicher parierte er nicht nur den gelupften Ball von Kramarić, sondern auch den Nachschuss von Prömel. Weniger als eine Minute danach hatte die TSG noch drei weitere Male ihr Glück versucht.
Doch Zeit zum Durchatmen blieb nicht: Direkt im Anschluss an die vielen Abschlüsse der Hoffenheimer tauchte plötzlich Saliakas rechts im TSG-Strafraum auf. Sein Schussversuch wurde noch entscheidend geblockt. Zu diesem Zeitpunkt, dass Schuss-Verhältnis lautete 6-3, waren gerade einmal zehn Minuten gespielt. Wow! Und wenn man daran denkt, wie schnell das Spiel in Leverkusen für den FC St. Pauli vorbei gewesen ist, so darf rückblickend wirklich einmal tief durchgeatmet werden, dass der FCSP diese Anfangsphase unbeschadet überstand.
Vasilj legt auf, um dann stark parieren zu können 😉
Erst nach dieser Anfangsphase sortierte sich das Spiel etwas, wurden die Muster klarer. Gegen den Ball sortierte sich der FCSP in einem tiefen 5-4-1 und mit jeder weiteren Spielminute gelang es besser, die TSG-Offensive zu kontrollieren. Gleichzeitig wurden die Offensivansätze des FCSP wirksamer. Ein Element waren die langen Bälle, die das Team immer wieder in Aufbaumomenten einstreute, wodurch es das Spiel auf zweite Bälle forcierte oder aber die TSG-Innenverteidigung in Laufduelle zwang. Bevor sich ein weiteres Element des FCSP-Offensivspiels entscheidend zeigte, hielt Vasilj erst zweimal klasse nach einer TSG-Ecke, ehe er für eine weitere Großchance der TSG sorgte: Im Aufbau spielte er einen schwachen Pass, genau in die Füße von Prömel, der dann aber mit seinem Abschluss am glänzend reagierenden FCSP-Schlussmann scheiterte. Da der TSG-Mittelfeldspieler mit seinem Bein unglücklich die Nase von Vasilj traf, gab es eine längere Behandlungspause – und danach war die Phase des FC St. Pauli gekommen.
Bereits in den Minuten vor der verletzungsbedingten Unterbrechung gab es vielversprechende Elemente im Spiel des FC St. Pauli zu sehen. Blessin hatte vor der Partie erklärt, dass man aufpassen müsse, sich im eigenen Aufbauspiel aufgrund des aggressiven Pressings der Hoffenheimer nicht selbst in größte Not zu bringen (siehe die von Vasilj eingeleitete Chance). Doch das bedeutete nicht, dass der FCSP sämtliche Bälle stumpf nach vorne pöhlte. Je länger die erste Hälfte andauerte, umso öfter gelang es dem FC St. Pauli, sich nach vorne zu kombinieren. Und während es Mitte der ersten Hälfte noch sehr fehlerbehaftete Versuche waren, so waren es zum Ende des ersten Abschnitts spielerisch sehr ansprechende Angriffssequenzen, die man vom FCSP zu sehen bekam.
FCSP-Matchplan geht auf
Denn der FC St. Pauli schien sich von den stark aufspielenden Hoffenheimern nicht beeindrucken zu lassen. In der Phase ab der 30. Minute, also nach der verletzungsbedingten Unterbrechung, bis zum Halbzeitpfiff übernahm der FCSP das Spiel fast komplett, Hoffenheim wurde plötzlich im eigenen Stadion schwindelig gespielt. Dabei waren die meisten Aktionen des FC St. Pauli keineswegs makellos zu Ende gespielt. In etlichen Szenen fehlte die Genauigkeit der letzten Aktion. Erst legte sich Fujita den Ball in einer Szene zu weit vor, dann passierte gleiches Pereira Lage, ehe dieser kurz danach in aussichtsreicher Situation einen Querpass nur zum TSG-Verteidiger spielte. Dann traf Fujita den Ball am rechten Fünfereck nicht richtig und als sei es nicht genug gewesen, durfte Irvine nach einer Ecke noch zum „Jackson Classic“ ansetzen (= in der Bundesliga völlig frei aus rund elf Metern zum Abschluss kommen und diesen nicht auf das Tor zu bringen).
Die meisten dieser Szenen hatten eine ähnliche Entstehungsgeschichte: Der FC St. Pauli löste sich aus dem Hoffenheimer Pressing nicht mit langen Bällen. Vielmehr versuchte es das Team mit vielen „Steil-Klatsch“-Momenten, Pässe nach vorne wurden mit einem Kontakt abgelegt, sodass ein aufgedrehter Spieler an den Ball kam und erneut einen Pass nach vorne spielen konnte. Mit diesem Muster versuchte sich der FCSP oft direkt nach Ballgewinn nach vorne zu spielen. Mit einem Fokus darauf, den Ball schnellstmöglich auf die Außenbahn zu spielen, in den Rücken der zumeist weit aufgerückten Außenverteidiger der TSG Hoffenheim.

(Sebastian Widmann/Getty Images/via OneFootball)
Traumflanke bringt nicht unverdiente Führung
Dieser Matchplan ging auf. Denn in der dritten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte gab es genau so eine Situation: Pyrka fing einen Pass von Gegenspieler Coufal ab, spielte direkt nach vorne zu Pereira Lage, der den Ball zu Irvine abtropfen ließ. Der FCSP-Kapitän spielte direkt wieder nach vorne zu Sinani, der mit einem Kontakt den Ball zu Sands zurückspielte. Sands versuchte dann, den inzwischen auf links durchgestarteten Pyrka anzuspielen, der Passversuch misslang. Doch die folgende Klärungsaktion von Touré misslang ebenso, sodass Sands wieder an den Ball kam und auf Fujita legte. Auf der PK vor der Partie wurde Blessin gefragt, ob Sands besonders für die Partie gegen Hoffenheim wichtig sei, wegen seiner Stärken bei der Aufnahme von zweiten Bällen (und damit ein wichtiges Gegengewicht zu den Hoffenheimern sein könnte). Sands stand in der Startelf und war der Spieler auf dem Platz, der die meisten Pässe abgefangen und die zweitmeisten Bälle zurückerobert hat. Er untermauerte damit seine Wichtigkeit für den FCSP (wenn er doch nur Spitznamen mögen würde, dann würde ich ihn nun gerne „Second Ball“-Jimmy nennen).
James Sands eroberte den Ball jedenfalls zurück und fand mit seinem Kopfball Fujita. Der drehte sich um seinen Gegenspieler herum und währenddessen hatte Saliakas bereits erkannt, dass Außenverteidiger Touré (der oft eher die Rolle eines offensiven Außen bekleidete) deutlich zu hoch positioniert war und sich bereits in dessen Rücken abgesetzt. Fujita schickte ihn die rechte Seite runter und Saliakas schlug aus vollem Lauf und voller Drehung eine dermaßen perfekte Flanke, deren vollkommende Schönheit mich derart betörte, dass ich sie mir bereits zwanzigmal angeschaut habe. Im Strafraum hatte sich derweil Pereira Lage im Rücken des anderen TSG-Außenverteidigers Coufal davongeschlichen und köpfte den Ball wuchtig ins Tor der Hoffenheimer ein. BÄM! Die Führung kam nicht überraschend, vielmehr war sie zu diesem Zeitpunkt nicht einmal unverdient, weil der FCSP in den Minuten vor der Pause einfach das bessere Team gewesen ist.
Der FC St. Pauli rettet die Führung
So ging es in die zweite Halbzeit mit einem völlig klaren Ziel: Diese knappe Führung irgendwie über die Zeit zu bringen. Und das ohne Karol Mets, der aufgrund von Wadenproblemen rausmusste und durch Lars Ritzka ersetzt wurde (nicht durch Dźwigała, weil Ritzka als Linksfuß besser auf die Mets-Position passte, wie Blessin später erklärte). Während Vasilj in der ersten Hälfte zwar alles parierte, was auf sein Tor zuflog, aber in zwei Szenen eben auch direkt daran beteiligt war, dass es überhaupt zu Hoffenheimer Torabschlüssen kam, war er in dieser zweiten Hälfte sowas wie der Ruhepol des FC St. Pauli, fing einige Flanken ab und strahlte große Sicherheit aus.
Die TSG Hoffenheim konnte sich in der zweiten Halbzeit zwar oft in der Hälfte des FC St. Pauli festsetzen, allerdings nicht mehr die Wucht entfalten wie noch zu Beginn der ersten Halbzeit. Vielmehr gelang es dem FC St. Pauli nun besser, das initiale Aufbauspiel der Hoffenheimer zu stören. Das Team formierte sich nun viel öfter in einem klaren 5-2-3 und sorgte dadurch vermutlich für genug Druck auf die äußeren Innenverteidiger, die dann viel seltener Diagonalbälle schlugen. Trotzdem war es natürlich ein Tanz auf der Rasierklinge: Nach der Hälfte des zweiten Abschnitts kam die TSG bereits wieder auf 13 Ballkontakte im FCSP-Strafraum, in den 90 Minuten sollten es insgesamt 41 sein – ein wirklich hoher Wert. Nur gebracht hat es Hoffenheim wenig, kam das Team von Trainer Christian Ilzer doch besonders im zweiten Abschnitt nur selten zu klaren Gelegenheiten aus dem Spiel heraus.
St. Pauli bleibt giftig, aber Glück für Sinani
In der 70. Minute hatte der FC St. Pauli dann sicher auch ein wenig Glück. Denn der bereits Gelb-vorbelastete Danel Sinani ging mit viel Ellenbogen und wenig Kopf in ein Luftduell mit Innenverteidiger Hranáč. Ich will gar nicht wissen, wie sehr ich mich über die Szene aufgeregt hätte, wenn die Situation genau umgekehrt gewesen wäre. Aber irgendwie war dieser Zweikampf auch Ausdruck der Giftigkeit des FC St. Pauli. Denn die Präsenz in den direkten Duellen dürfte einer der Schlüssel in diesem Spiel gewesen sein. Mehr als 60 Prozent der Bodenzweikämpfe gingen an den FCSP, ein starker Wert.
Für Entlastung konnte der FC St. Pauli in dieser zweiten Hälfte dann aber fast gar nicht mehr sorgen. Insgesamt spielte das Team überhaupt nur noch 66 erfolgreiche Pässe. Deutlich zu wenig, um den Hoffenheimer Offensivbemühungen durch eigenen Ballbesitz Wind aus den Segeln zu nehmen. Ein Highlight des zweiten Abschnitts war sicher die Revanche von Fujita, der in der 79. Minute auf der linken Seite (auch weil es an Unterstützung mangelte) zum Dribbling ansetzte und vier TSG-Spieler aussteigen ließ, dabei Kabak tunnelte (nachdem er selbst in der ersten Hälfte getunnelt worden war). Symptomatisch dann aber, dass Fujita sich kurz nach dem Beinschuss den Ball zu weit vorlegte und somit eine aussichtsreiche Kontersituationen verpuffte.

Nikola Vasilj hatte großen Anteil daran, dass der FC St. Pauli drei Punkte aus dem Kraichgau mitnehmen konnte.
(Sebastian Widmann/Getty Images/via OneFootball)
Vasilj, Vasilj, Vasilj, Vasilj
So wurde es natürlich noch kribbelig für den FC St. Pauli, was bei so einem Spielstand völlig klar ist, je länger die Partie dauert. Der TSG Hoffenheim gelang es zwar nicht, aus dem laufenden Spiel heraus zu Großchancen zu kommen, dafür stand der FCSP zu kompakt und stabil. Aber nach Standardsituationen gab es zwei Szenen, die hätten bestraft werden können. Beide Male war aber Vasilj auf dem Posten: Einen wuchtigen Kopfball von Kabak lenkte er noch an die Latte (80. Minute) und in der Nachspielzeit parierte er den Kopfball von Asllani (90.+2). Und zwei Minuten nachdem Vasilj den Kopfball pariert hatte, war es dann auch endlich vollbracht. Endlich, endlich, endlich schafft es der FC St. Pauli, auswärts ein Ergebnis über die Zeit zu bringen. Kein später Gegentreffer, der am Ende dafür sorgt, dass man wieder mit leeren Händen dasteht. Nein, der FCSP kehrt mit drei Punkten im Gepäck aus dem Kraichgau zurück. Fühlt sich das gut an, ey!
Schockwellen in Richtung Konkurrenz
Und der Blick auf die anderen Ergebnisse zeigt, wie wichtig dieser Auswärtserfolg ist: Denn neben dem FC St. Pauli gewannen auch Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach ihre Partien, Mainz konnte in Leverkusen punkten, Wolfsburg ist erst am Sonntag im Einsatz. Eine Niederlage in Hoffenheim hätte also dafür gesorgt, dass der FCSP wieder deutlich schlechter in der Tabelle gestanden hätte. Nun sind im Abstiegskampf aber viele Clubs enger zusammengerückt. Gerne begrüßen wir endgültig den 1. FC Köln und – sollte er am Sonntag gegen RaBa Leipzig nicht für eine Überraschung sorgen – auch der HSV ist nur noch drei Zähler vom FC St. Pauli entfernt. Vor nicht einmal zwei Wochen waren es acht.
Noch wichtiger ist dieser Auswärtserfolg aber für die Köpfe. Denn er hat gezeigt, dass der FC St. Pauli in dieser Saison viel erreichen kann, wenn er mutig bleibt. Es lohnt sich, schwierige Phasen zu überstehen, es lohnt sich, mutig zu bleiben. Denn das wird belohnt, so wie jetzt in Hoffenheim. 23 Punkte nach 24 Spielen sind übrigens mehr als zum gleichen Zeitpunkt in der Vorsaison (damals hatte man 21 Zähler). Während viele, die es mit anderen Clubs halten, gehofft haben dürften, dass beim FCSP in dieser Saisonphase so langsam aber sicher die Lichter ausgeknipst werden (wie es in Heidenheim der Fall ist), passiert genau das Gegenteil: Der FC St. Pauli ist voll da. So muss es nun weitergehen, dann ist alles drin.
Immer weiter vor!
// Tim
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Klasse Analyse!
War geil im Stadion gestern. Partystimmung im und um den Block. Noch nie hat der FCSP in Hoffenheim verloren und das wird so bleiben 🤎🤍
Danke Tim, ich spüre seine Freude beim verfassen des Artikels.
Die Flanke von Saliakas ist so Mega kompromisslos, mit so viel Zug zu Tor.
Und ja, es war auch Glück dabei. das schmälert aber nicht das, was Blessin seinem Team mitgegeben hat. Die Mannschaft so einzustellen, zeigt welche Qualität unser Trainer hat.
Eine grandiose Energieleistung, aber ich bin so sauer, dass so eine hart erarbeiteter Sieg am Ende des Tages uns nur weiter im Spiel hält, weil die Bremer siegen, weil der scheiß Mäzenverein aus Berlin verliert und die Pillen meinen, gegen Mainz einbrechen zu müssen. Hoffe die Golfbauer verlieren heute.
Gespannt darauf, wie Mainz sich demnächst schlägt, wenn ihre Lebensversicherung Amiri nicht da ist.
Die betörende Schönheit der Flanke
Danke für so viel Lyrik am ersten Frühlingsmorgen des Jahres!
Das Spielglück ist zurück (vgl. XG-Werte von Wolfsburg mit denen von Werder, TSG). Und dadurch ist auch der Glaube der Spieler zurückgekehrt. Blessin hat da nach der Niederlagenserie offensichtlich die richtigen psychologischen Schalter umgelegt. Das verdient höchsten Respekt.
Was mir sonst noch Mut macht, denn auch 23 Punkte werden insgesamt nicht reichen:
– der Weitschuss ist zurück ( Sinani)
– es gibt Kopfball-Treffer (Wahl, PL)
– Mittelfeld- und Abwehrspieler treffen ( Fujita, Saliakas, PL)
– Treffer aus dem Spiel heraus ( Kombinationen)
– lyrische Flanken (s.o.)
Unseren Weltklasse-Torhüter erwähne ich hier lieber nicht, sonst spielt er nächste Saison woanders…
Wenn wir jetzt noch einen Budimir, Burgstaller oder Veerman hätten, könnte man sich mancher Träumerei hingeben, aber so bleibt der nochmalige Genuss der ersten Halbzeit und die jetzt realistischer Hoffnung auf den Klassenerhalt. 😁
¡Venceremos!
Moin Tim,
Deine Berichte/Analysen sind immer von großer Fachkenntnis und gleichzeitiger Emotionen geprägt, das macht sie auch so lesenswert. Danke dafür. Ich kann eigentlich schon nach ein paar Sätzen erkennen, wie das Spiel ausgegangen ist – Ergebnis kenne ich natürlich vorher.
Das Tor von Lage war Klasse, weil der Spielzug und besonders die Flanke von Saliakas hervorragend waren. Mehr davon in jedem Spiel.
Was mich im Gegensatz zu den letzten Spielen wieder optimistischer stimmt, ist, dass es Blessin gelungen ist, Feuer im Kopf zu entfachen und die richtige Taktik zu vermitteln. Auch hier: weiter so. Blessin ist eben doch nicht der „falsche“ Trainer, wie er gern von manchen dargestellt gestellt wird.
Wer jetzt noch an Spieltagen des Fußballclubs Sankt Pauli lethargisch ist: Äh, nein! Liebe ans Team und den Block, mich schleust das jetzt schon sehr durch die Woche. Vielen, vielen Dazk.
Ein verdienter Sieg. Um mit 1 Tor zu gewinnen, braucht es Spielglück – nun ja, wir hatten es oft genug nicht auf unserer Seite. Überraschend für mich war die Ruhe und Sicherheit der Mannschaft nach dem 1.Sturm. Nicht die langen Bälle drehten das Spiel auf unsere Seite, obwohl sie zuweilen für gute Chancen sorgten, sondern die überraschend sicheren und schnellen Kombinationen, die nicht nur Chancen kreierten, sondern für ein geordnetes Nachrücken sorgten, wodurch wir uns im letzten Drittel der 1. Halbzeit sogar in der Hälfte des Gegners festsetzten. Das Spiel des Teams wächst sichtbar, neue Elemente kommen hinzu, viele konträre Läufe im Mittelfeld (z.B. bei Einwürfen), 1:1 (Fujita), mehrmaliges Hinterlaufen der äußeren Verteidiger, Fernschüsse etc…und das alles auswärts gegen den 3. der Liga. Mit der Chancenverwertung hapert es noch, nur Manolis denkt vor dem gegnerischen Tor wie ein Stürmer, er sieht die Räume, die Löcher in der Verteidigung, schießt sofort hindurch, auch aus Distanz, und die Pässe…schöner als Tim kann man es nicht ausdrücken. Pyrka, der immer besser wird, geht zu selten ganz bis zur Grundlinie durch, von wo aus er die Chance hätte einen scharfen, flachen Pass in die Mitte zu schlagen (wo zu selten einer auf Ballhöhe mitgeht), oder aber einen Pass in den Rückraum vor dem Tor zu spielen (der leider oft unbesetzt ist). Aber ich bin zuversichtlich: auch das werden wir noch sehen. 2 klassische Tore auf diese Weise kann man von RB im Spiel gegen Dortmund letzte Woche bewundern. Was mich aber am meisten gefreut hat, ist, das es Alex offensichtlich gelungen ist, die Last des Sieges von den Schultern der Spieler zu nehmen, sie hatten Bock zu spielen und dann liefen die Bälle, wurden die Räume und Spielsituationen intuitiv erfasst, das es Streckenweise die reine Freude war. Und okay, in der 2. Hälfte war zu wenig Entlastung, ein zu früher Fokus auf die Verteidigung der dünnen Führung, aber gut, es hat geklappt – weiter geht*s.
Pyrka als Rechtsfuß hat sicherlich andere Qualitäten als einen klassischen Winger zu geben, der durchgeht und reinflankt. Der Plan mit ihm ist – das hat er im Interview gesagt – stärker in die Mitte zu ziehen und dann eher einen zweiten Stürmer zu geben, also in Abschlussgelegenheiten zu kommen, von daher ok für mich, wenn er die Linie nicht beackert 😌
Wenn Pyrka vor seinem Verteidiger steht muss dieser sich im unklaren darüber sein ob er runter zur Grundlinie (!) zieht oder zur Mitte geht, sonst werden seine Pässe/sein Weg in die Mitte immer wieder gerne abgefangen – so ist es derzeit oft. Er ist schon mal runter gegangen und dann sogar 1:1, ich glaube im Spiel gegen Stuttgart, egal ob das klappt oder nicht, er muss es öfter tun, muss unberechenbar bleiben. Er kann noch eine Menge von Manolis lernen, der meistens die richtige Entscheidung trifft.
Ja, alles gut, verstehe den Gedankengang, aber er ist nun mal ein Rechtsfuß, den musst du anders auf der Schiene nutzen. Treu hat auch keine Flankenläufe gemacht, wozu auch? Wir haben keinen richtigen Abnehmer da vorne. Also die „Schwäche“ mit dem Fuß auf der falschen Seite in eine Stärke umwandeln. Lieber hier den Abschluss verbessern anstatt das zu lernen, was andere auf der Bank ohnehin besser können (Oppie).
Warum Profifussballer immer noch nur durch Eigeninitiative Beidfüßigkeit erlernen, erschließt sich mir nicht – Kimmich hat gerade mit seinem „schwächeren“ Linken ein Tor ins Eck gesetzt, das so manch einer mit seinem Hauptfuß nicht hinkriegt.
Das müsste von klein auf trainiert werden, aber da schon die Jugendtrainer vor allem (Mannschaftlich) Erfolgsorientiert arbeiten, bleibt wohl auch heute immer noch zu wenig Zeit für die Abstellung von individuellen Schwächen.
Entschuldige, wie kommst du darauf, dass Beidfüßigkeit nicht „von klein auf“ trainiert wird. Hier habe ich ganz andere Erkenntnisse.