Zwei Ausfälle, aber dafür drei Rückkehrer?

Zwei Ausfälle, aber dafür drei Rückkehrer?

Der FC St. Pauli muss vorerst auf die Dienste von Manos Saliakas und James Sands verzichten. Dafür könnten aber gleich drei Spieler gegen Borussia Mönchengladbach ihr Comeback feiern.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Zu gerne hätte Alexander Blessin am vergangenen Sonntag noch mit zum Beispiel Martijn Kaars eine frische Offensivkraft in der zweiten Halbzeit gebracht. Doch das war nicht möglich, denn der FC St. Pauli sah sich dazu gezwungen alle drei während des Spiels möglichen Wechselfenster anderweitig zu nutzen: So musste Tomoya Andō, arg Gelb-Rot-gefährdet, Mitte der zweiten Hälfte ausgewechselt werden. Zuvor hatte bereits Manos Saliakas das Spielfeld verlassen. Und kurz nach der Auswechslung von Andō saß dann James Sands auf dem Rasen, Minuten später musste auch er raus.

Sands und Saliakas fallen vorerst (aber nur kurz?) aus

Während Tomoya Andō beim nun anstehenden Spiel in Mönchengladbach wieder dabei sein wird, sieht das bei Saliakas und Sands anders aus: Bei einem Sprint fing Saliakas plötzlich an zu humpeln, griff sich kurz danach an den rechten hinteren Oberschenkel. Das Drehbuch einer mehr oder weniger klassischen strukturellen muskulären Verletzung. Und so ist es auch, wie der FC St. Pauli am Dienstag erklärte: Saliakas habe sich eine „leichte strukturelle Verletzung am rechten Oberschenkel“ zugezogen. Besonders das Wort „leicht“ sorgt aber für Aufatmen.
Auf der Pressekonferenz vor dem Gladbach-Spiel äußerte Alexander Blessin gar die Hoffnung, dass Saliakas nur für ein Spiel aussetzen muss: „Bei Manos habe ich gedacht: Ok, da ist jetzt alles durch. Aber da sieht es eigentlich ganz gut aus. Er wird diese Woche ausfallen, aber es besteht die vage Hoffnung, dass er nächste Woche wieder zur Verfügung steht.“

Durch den Ausfall von Saliakas bieten sich den verbliebenen Außenverteidigern im Kader natürlich Chancen sich (wieder) ins Rampenlicht zu spielen und sich für mehr Spielzeit zu empfehlen. Denn zuletzt hatten sich Arek Pyrka und eben Saliakas auf den Außenbahnen festgespielt. Nun wird am Freitag entweder Lars Ritzka oder Louis Oppie in der Startelf stehen. Blessin stärkte beiden den Rücken: „Sie haben es die letzten Wochen ganz gut gemacht, daher wäre die Spielzeit auch verdient.“
Besonders für Oppie könnte die Partie in Mönchengladbach besonders sein, denn er erzielte dort im Pokalspiel im Herbst den Siegtreffer zum 2:1. Doch danach ging es für den Linksverteidiger, der vor der Saison den großen Sprung aus der dritten in die erste Liga wagte, bergab. Nachdem er zu Saisonbeginn auf der linken Seite gesetzt war, stand der 23-jährige kurz nach der Winterpause plötzlich nicht mehr auf dem Platz: Seine letzten Bundesligaminuten sammelte er im Januar beim Spiel gegen den HSV, seitdem war er in sieben Ligaspielen zwar im Kader, kam aber nicht zum Einsatz (einzig im Pokal stand er auf dem Rasen). Nun ergibt sich eine neue Chance für Oppie, der sich laut Blessin zuletzt verbessert gezeigt hat: „Er wirkt im Training stabil und hat den Kampf angenommen. Louis wird sicherlich noch eine Rolle spielen.“

Sands-Ersatz: Smith, Fujita oder sogar Rasmussen?

Ungewisser als bei Saliakas ist die Prognose bei James Sands: „Wir wissen nicht wie lange, das wissen wir auch immer noch nicht“, sagte Blessin, der hofft, dass es „nicht so schlimm ist“, aber erklärte, dass man die nächsten Tage abwarten müsse.
Als Ersatz für die Sands-Position bieten sich zwei Optionen: Zum einen könnte Eric Smith wieder vorrücken auf die Sechserposition, Adam Dźwigała würde den dann freien Platz in der Innenverteidigung einnehmen. Diese Variante gab es bereits vor wenigen Wochen, als Werder Bremen am Millerntor zu Gast war. Blessin nannte entsprechend die „Eingespieltheit“ als ein Argument für das erneute Vorziehen von Smith.
Möglich ist aber auch, dass Joel Fujita eine Position nach hinten rückt und Connor Metcalfe stattdessen vorne rechts auf der offensiven Halbposition startet. Blessin über Metcalfe: „Ich finde er hat es sehr, sehr gut im letzten Spiel gemacht.“

Vielleicht hat Alexander Blessin sogar noch eine dritte Option für die Besetzung der Sechserposition. Denn er erklärte auf der PK vor der wichtigen Partie gegen Mönchengladbach, dass Matti Rasmussen wieder spielfit ist und erklärte, dass dieser am Freitag auch im Kader stehen könne. Rasmussen hatte bereits vor dem Frankfurt-Spiel das Laufpensum wieder steigern können und wird nun womöglich wieder mit an Bord sein.
Das gilt etwas überraschend auch für Andréas Hountondji. Der weiterhin beste Torschütze des FC St. Pauli in dieser Saison in der Bundesliga (vier Treffer, wie auch Danel Sinani) hatte aufgrund eines Haarrisses im Sprunggelenk seit dem Jahreswechsel keinen Einsatz verzeichnen können. Nun werde er aber wohl wieder im Kader stehen, wie Blessin auf der PK erklärte, der aber gleich einschränkte: „Er war jetzt eine längere Zeit raus, da müssen wir schauen, wie er es konditionell hinkriegt“ und Aussicht auf einen 15-minütigen Einsatz gab. Der FCSP-Chefcoach erklärte zudem, was genau man sich von einer Rückkehr Hountondjis erwarten kann: In den Trainingseinheiten habe man zuletzt wieder gesehen, welch großer Faustpfand die Schnelligkeit des 23-jährigen sein kann. Eine Eigenschaft, die dem FC St. Pauli aufgrund des Fehlens von Hountondji und auch Ricky-Jade Jones zuletzt etwas abging.

Hamburg, Deutschland, 27.09.2025, Millerntor-Stadion, FC St. Pauli - Bayer 04 Leverkusen Andreas Hountondji (FC St. Pauli) setzt zum Torschuss an, Loic Bade (Bayer Leverkusen) stört entscheidend. Copyright: Stefan Groenveld
Andréas Hountondji ist trotz einer langfristigen Verletzung weiterhin bester Torschütze des FC St. Pauli in dieser Saison. Er könnte nun wieder in den Kader zurückkehren. // (c) Stefan Groenveld

David Nemeth kehrt zurück, Spielzeit aber erstmal in U23

Und noch ein weiterer Spieler steht vor der Rückkehr in den Kader des FC St. Pauli: David Nemeth. Blessin erklärte, dass der Innenverteidiger erstmals in dieser Saison in der Bundesliga im Kader stehen dürfte. Nemeth musste kurz nach Saisonbeginn an der linken Adduktorensehne operiert werden und fehlte dem FCSP bereits seit Ende August. Nun steht aber womöglich die Rückkehr an. Blessin: „Bei David bin ich guter Dinge, dass er das erste Mal wieder zur Verfügung stehen könnte.“ Einsatzzeit wird es für Nemeth dann aber wohl hauptsächlich am Sonntag geben, wenn die U23 des FCSP gegen FSV Schöningen spielt. Diesen Weg über die U23 hatte Nemeth bereits letzte Saison gewählt, welches Blessin ihm sehr positiv anrechnete.

Es tut sich also eine Menge im Kader des FC St. Pauli. Am Sonntagabend war bei vielen noch das Gefühl präsent, dass der Punktgewinn gegen Eintracht Frankfurt durch die Verletzungen von Saliakas und Sands sehr teuer erkauft wurde und der FCSP mit deutlich ramponierten Kader in die kommenden Spiele gehen muss. Durch die Rückkehr von Rasmussen, Hountondj und Nemeth hat sich die Kadersituation aber wieder deutlich gebessert. Wenngleich besonders die beiden letztgenannten Spieler nicht wirklich als direkter Ersatz für die neuerlichen Ausfälle taugen und gegen Mönchengladbach nicht mit viel oder überhaupt Einsatzzeit von ihnen zu rechnen ist, so könnte die Rückkehr dieser Spieler durchaus ein positives Signal senden, in Form eines angeheizten Konkurrenzkampfes im Kader. Auf personell letzter Rille fährt der FC St. Pauli jedenfalls nicht ins Rheinland.

// Tim

Alle Beiträge beim MillernTon sind gratis. Wir freuen uns aber sehr, wenn Du uns unterstützt.

Unsere Kommentare sind nur per Registrierung zugänglich. Bitte bei Bedarf eine E-Mail mit Klarnamen und gewünschtem Username an Maik@MillernTon.de schicken.

MillernTon auf BlueSky // Mastodon // Facebook // Instagram // Threads // WhatsApp // YouTube


One thought on “Zwei Ausfälle, aber dafür drei Rückkehrer?

Schreibe einen Kommentar