Der FC St. Pauli hatte zum Ende der letzten Saison eine Umfrage durchgeführt, die sich mit vielen Aspekten des Stadionerlebnisses beschäftigte. Diese wurde nun ausgewertet.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Ende Mai 2026 veröffentlichte der FC St. Pauli eine Umfrage, die aus organisatorischen Gründen an die Mitglieder ging, die auch einen Account im Kartencenter haben. Dies inkludiert beispielsweise automatisch die Inhaber*innen einer Dauerkarte.
Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Der FC St. Pauli hat sie heute veröffentlicht.
Mit über 10.000 Teilnehmenden hat man es geschafft, einen durchaus relevanten Anteil der Stadionbesucher*innen zu erreichen. Ob die Umfrage nun im statistischen Sinne repräsentativ für die Personen ist, die die Spiele des FC St. Pauli am Millerntor besuchen, weiß ich nicht, dafür müsste man mehr über die Teilnehmenden wissen – eine Aussagekraft hat sie aber allein schon aufgrund der Anzahl an Menschen, die ihre Meinung dort mitgeteilt haben.
Positive Rückmeldungen zum Stadionerlebnis
Erstaunlich vielleicht, dass der Ordnungsdienst so positiv bewertet wird (4,14 von 5 Punkten), dies wäre auswärts sicher nicht der Fall. Umgekehrt ist es aber natürlich auch fraglich, ob Gästefans dem Ordnungsdienst am Millerntor ebenfalls so eine gute Note geben würden. Zumindest für den Heimbereich aber ist dies ein sehr guter Wert.
Während das Catering als solches gut bewertet wird, gibt es bei den Preisen mit einer 2,94 die schlechteste veröffentlichte Note. Laut Verein bewerten übrigens die gut 70 Prozent derjenigen, die zu fast jedem Heimspiel kommen, die einzelnen Kategorien jeweils kritischer als Gelegenheitsbesucher*innen. Welche Schlüsse man daraus ableitet, überlasse ich Euch.
Die Hymne: Kein Herz mehr
Und jetzt kommen wir zu dem Part, der wohl mit der meisten Spannung erwartet wurde – und der hoffentlich das Ende der „Die absolute Mehrheit der Fans wünscht sich ‚Das Herz von St. Pauli‘ zurück!“-Kommentare auf Social Media bedeutet.
Beginnen wir damit, dass sich 86,2 Prozent der Teilnehmenden eine feste Hymne wünschen. Also eine Art Ritual, wie es dieses ganz früher mit ‚You’ll never walk alone‘ und danach mit ‚Das Herz von St. Pauli‘ gab. Verständlich – und hier tatsächlich die absolute Mehrheit.
Für eine Rückkehr zum „Herz“ sprachen sich aber nur 19 Prozent der Teilnehmenden aus. Immerhin jede*r Fünfte würde also an jenem Lied festhalten wollen, um das es unzählige Diskussionen gab, dessen Text aus der Feder eines Menschen stammt, der die Nazis unterstützte. Die Diskussion müssen wir nicht wiederholen. Argumente wie „Wir haben das Lied mit der Zeit zu unserem gemacht und positiv besetzt“ sind valide, haben aber umgekehrt offenbar auch vier von fünf Menschen am Ende nicht mehr überzeugt. Die aber auf Social Media oft behauptete Aussage, die überwiegende Mehrheit würde das Lied zurück wollen, lässt sich so nun auch mit Fakten widerlegen.
Schwieriger wird es bei der Frage, was denn stattdessen nun gespielt werden soll. Hier kam kein Lied auf eine klare Zustimmung – und so bleibt am Ende nur der Auftrag, sich dem Thema Stadionhymne nochmal neu zu widmen.
Allerdings ist dies eine Aussage, welche Oke Göttlich bereits vor langer Zeit gegeben hatte und der bisher keine konkreten Schritte folgten. Ein paar Versuche gab es mit bestehenden Liedern, zumeist waren diese eher kläglich gescheitert. Nicht allzu verwunderlich, denn egal welche Lösung man auch präsentierte, sie konnte nicht allen gefallen. Zu emotional aufgeladen war das Thema bisher.
Gleichzeitig sollte dieses Ergebnis aber nun zeigen, dass es Zeit ist, etwas Neues zu wagen. Und dies erfordert dann von uns allen, diesem neuen Lied, wie auch immer es erwählt wird, auch eine Chance zu geben. Es sei erneut daran erinnert, dass auch beim Wechsel von YNWA zu DHvSP viele emotionale Debatten geführt wurden, mit ganz ähnlichen „Argumenten“ wie heute.
Veränderungen sind oft nichts, was man als Mensch gerne mit sich machen lässt – es sei denn, man verändert die Ligen-Zugehörigkeit, und auch da ist ja nur eine von zwei Richtungen willkommen.
Die Vergreisung der FCSP-Fanszene
Kommen wir zurück zum Punkt „Repräsentativ“: Oft wird von der „Vergreisung der Gegengerade“ gesprochen. Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, so liefert ihn diese Umfrage. Tribünenübergreifend.
Denn 64% der Teilnehmenden waren zum Zeitpunkt der Umfrage 45 Jahre alt oder älter, nur fünf Prozent waren unter 25.
Die Umfrage zeigt, dass es eine große Grundzufriedenheit mit dem Stadionbesuch am Millerntor gibt. Kein Wunder, sonst würden wir alle da ja auch nicht so regelmäßig hinpilgern, trotz der zuletzt oft überschaubaren sportlichen Leistungen.
Bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse der Umfrage aber auch abgesehen vom nun noch zu findenden neuen Lied auch weitere positive Veränderungen herbeiführen werden, die wir dann gerne zur Kenntnis nehmen.
Forza St. Pauli!
// Maik
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Die Umfrage unterstützt Raphaels Anregung für einen Stadionneubau mit entsprechender Kapazität – wie sonst sollen mehr jungen Menschen ins Stadion kommen, wenn wir Alten keinen Anstalten machen, dort wegzubleiben?
nach dem also „Das Herz..“ abgehakt ist, bin ich kürzlich über ein, wie ich finde, evtl. geeignetes Lied gestoßen mit St Pauli zusammenhang, „Komm gib mit deine Hand“ von den Beatles https://www.youtube.com/watch?v=xyXXtO4NJP8 – auch Textlich finde ich es ziemlich gut passend – und auf Beatles können sich doch alle einigen, gibt übrigens auch zwei Punkversionen einmal von den „Die Mimmis“ und sogar von „The Punkles“ aus Hamburg St pauli – die haben auch damals auf dem Solifest für den FC St Pauli gespielt
Mal abgesehen davon, dass es mittlerweile vielleicht unrealistisch ist, das „Herz“ als Hymne zurückkehren zu lassen, finde ich die ganze Art und Weise des Vereins mit diesem kontroversen Thema umzugehen, ziemlich bedenklich.
Offensichtlich war und ist man der Annahme, dass die Absetzung einer Hymne ein Thema ist, das keiner zusätzlichen Legitimation bedarf. Wohlwollend gesehen war man damals vielleicht der Meinung, damit definitiv im Sinne der Mehrheit zu handeln.
Mit der Gestaltung der „Stadionumfrage“ sowie deren ziemlich fragwürdiger Auswertung wird aber deutlich, dass man regelrecht Angst davor hat, die tatsächliche Einstellung der Fans herauszufinden. Erst mit der heutigen Veröffentlichung und Interpretation der Ergebnisse wurde klar, wie geschickt die Umfrage aufgesetzt war. Als Teil einer allgemeinen Stadionumfrage, gewissermaßen beiläufig als letzte Frage, ob man Vorschläge für eine NEUE Hymne habe.
Das Ergebnis öffentlich so zu präsentieren als hätte es quasi eine Abstimmung zwischen verschiedenen Wahlmöglichkeiten einschließlich der alten Hymne gegeben, ist jedenfalls irgendwo zwischen gewagt und dreist anzusiedeln. Damit kann man vielleicht die Mopo täuschen, aber nicht die Fans, die sich (wie ich und die meisten, die ich kenne) immer noch bei jedem Heimspiel ärgern, ohne angemessene Diskussion um dieses Gemeinschaftserlebnis gebracht worden zu sein.
Eine ehrliche Abstimmung hätte Transparenz schaffen können, wieviele Fans tatsächlich so große Bauchschmerzen mit dem Lied haben, dass sie es gar nicht mehr singen mögen. Und selbst wenn das nur eine Minderheit wäre, hätte man damit argumentieren können. Aber so hat man nur Gräben vertieft und das Finden einer neuen Hymne noch schwerer gemacht als es ohnehin schon ist.
Sorry, aber über das Stadionlied zu diskutieren, hat doch wirklich keiner mehr Bock drauf. Das Einzige, worauf sich meiner Wahrnehmung nach die allermeisten einigen können, ist, dass der aktuelle Zustand denkbar beschissen ist.
Sorry für die Wortwahl, aber mir fehlt wirklich etwas bei meinem Stadionerlebnis. Ich brauche dieses Ritual, das mich darauf einstimmt, dass dieser verschissene Gottesdienst gleich losgeht. Ich brauche dieses kurze Innehalten, dieses Realisieren: Ich bin am Millerntor. Und ich will mir nochmal kurz die Seele aus dem Leib schreien, bevor es ernst wird.
Ich gehörte damals zur „Wir haben das Lied mit der Zeit zu unserem gemacht und positiv besetzt“-Fraktion.
Und das, obwohl ich mich eigentlich nie wirklich mit dem Text identifizieren konnte.
Sorry Leute, aber ich komme aus Rheinhessen. Und immer, wenn ich „In Hamburg, da bin ich zu Haus“ gesungen habe, kam ich mir ein bisschen komisch dabei vor.
Mich interessieren weder irgendwelche komischen Häfen noch irgendwelche verkackten Lichter. Die einzige Sehnsucht, die mich begleitet, ist die Sehnsucht nach diesem Stadion und diesem wunderbaren Verein.
Wenn ich es aber über Jahre geschafft habe, dieses Lied trotz dieses komischen Gefühls mitzusingen, dann schaffe ich das auch bei jedem anderen Lied mit St.-Pauli-Bezug.
Darum würde ich mir wünschen, dass nach 1,5 Jahren fruchtloser Diskussionen einfach irgendjemand kommt und sagt: Das ist jetzt unser neues Stadionlied. Und gut.
Von mir aus das Stadionsprecher-Team.
Mir ist mittlerweile wirklich ganz egal, welches Lied es ist. Ich würde mich freuen, wenn es von einer Band mit St.-Pauli-Bezug gespielt wird und wenn man es gut mitgrölen kann.
Aber alles ist besser als die jetzige Situation.
Ich gebe Dir in allen Punkten vollkommen recht, außer natürlich deinem Fremdeln mit dem Text („…und hat das Lebensschiff ein Leck, in Hamburg bleiben wir an Deck…“ – passt doch wie Faust aufs Auge zu St. Pauli).
Mir ging es um das miese Management des gesamten Themas, da wurde viel kaputt gemacht. Die unklare Gestaltung der Umfrage und ihre merkwürdige Auswertung setzt da nochmal einen drauf und das sollte auch thematisiert werden und nicht (wie leider auch vom Millernton) mit „hoffentlich ist jetzt Ruhe“ quittiert werden.
Ansonsten bin voll bei Dir, was mit St. Pauli – Bezug und zum einfachen Mitgrölen! Nur leider war da bisher nichts dabei. Wenn Du in diese Richtung mit den Stadionsprechern
eine Lösung findest, gerne! 😉
Such Dir eins aus:
We Love FC St. Pauli – Le Fly
Mehr als Fussball – L.A.K
Millerntor Roar – Rantanplan
Wir gehn zu St. Pauli – Skatoons
…
Es gibt 100 Lieder die besser passen, als das Herz von St, Pauli.
Das einzige, warum meiner Meinung auch heute noch viele dieses Lied nennen ist, weil man so viele Erinnerung hat wie man kuschlig unterm Schal zusammen stand.
Ich finde halt, dass man diese Erinnerungen mit jedem anderen Lied haben könnte.
Ich glaube, dass zwei Fehler gemacht wurden.
1. Dieses ständige Wechseln des Liedes bringt nichts. Wenn jedes Spiel ein anderes Lied kommt, was noch nicht mal angekündigt wird, dann dudelt das nur vor sich hin. Das kickt niemanden.
So ein Stadionlied muss zum Ritual werden und damit es zum Ritual wird braucht es Zeit.
2. Dem Stadionlied muss ein Rahmen gegeben werden. Es muss über die Mikrofone angekündigt werden. Es muss irgendwie zelebriert werden.
Wie gesagt; Wir sollten einfach alle mal die ganzen Befindlichkeiten beiseite lassen und einem Lied einer Saison lang die Chance geben.
Und wer das entscheidet, welches Lied das wird ist mir wirklich egal.
Ich finde das Framing zu den Ergebnissen der Umfrage ärgerlich (hier bremse ich mich in der Wortwahl). Es ist exakt das Framing, das wir aus der Mitteilung der Vereinsführung kennen. Nämlich, dass „nur“ 19 Prozent für das Herz gestimmt haben. Daraus wird geschlussfolgert, 80 Prozent seien dagegen. Wie bitte? In den Sozialwissenschaften würde einem eine solche Interpretation um die Ohren geschlagen, in einem Meinungsforschungsinstitut wäre es wahrscheinlich ein Rauswurfgrund. Denn in der Umfrage wurde überhaupt nicht danach gefragt, ob man GEGEN etwas ist. Es wurde nur danach gefragt, welche Hymne man möchte. Es gibt Dutzende Gründe, warum jemand nicht das Herz geschrieben hat, obwohl er dafür im Grunde Sympathien hat (oder es ihm zumindest egal ist) Auch ich habe kurz gezögert, ob ich das Herz reinschreiben soll, weil die Vereinsführung ihre Entscheidung getroffen hat und da offensichtlich nicht dran will. Ich habe trotzdem das Herz geschrieben, viele andere dürften sich anders entschieden haben. Auf jeden Fall ist die Interpretation, die Ergebnisse zeigten, 80% wollten nicht das Herz, schlicht und einfach … naja unseriös, um nicht Härteres zu schreiben. Hey, die überwältigende relative Mehrheit der Abstimmenden hat sich für das Herz ausgesprochen! Was die restlichen 80 Prozent über das Herz denken, weiß man schlicht und einfach nicht. Alles andere zu behaupten, ist faktisch falsch, schlicht falsch. Mein Vorschlag: Abstimmung mit klar formulierter Frage, das Herz ja oder nein. Mehrheit gewinnt und dann ist das Thema vom Tisch (nie werden alle mit irgendwas einverstanden sein). Bei Nein wird weitergesucht oder ein Liedversuch in Auftrag gegeben, Was die Umfrage auf jeden Fall zeigt, dass sich eine große relative Mehrheit der Abstimmenden für das Herz ausgesprochen hat, das wir es uns in Piratenmanier erbeutet haben. Ehrlich, ich finde es bemerkenswert, dass jede Fünfte und jeder Fünfte im Stadion sich dafür ausspricht, wieder ein Lied zu spielen, eigentlich schon mit Tritt in den Hintern vom Hof gejagt wurde. PS: Dass überhaupt mal so Umfrage durchgeführt wurde, mit einer Stimme für jeden, finde ich super. Hierfür Dank an die Vereinführung, ehrlich!
Ernsthaft? Du würdest ein Lied als Stadionhymne wählen, auch wenn 49% es ablehnen und keinesfalls mitsingen würden?
Genau die von dir geforderte Abstimmung hat es doch auf der letzten Mitgliederversammlung gegeben. Da hat die überwältigende Mehrheit gegen das Lied gestimmt und damit muss es dann halt auch wirklich mal gut sein.
Sorry, das muss ich dann doch nochmal richtigstellen. Es gab eben keine Abstimmung dazu. Das einzige, was es gab, war ein Antrag auf Wiedereinführung, der aus mir unbekannten Gründen zurückgezogen.
Bei so einem sensiblen Thema wäre es besser gewesen, wenn das vom Verein eingebracht worden wäre (plus vorab eine Online-Mitgliederbefragung inkl. entsprechende Informationen).
Dann hätte man wenigstens mal ein einigermaßen vernünftiges Meinungsbild gehabt. Das das bis heute fehlt, ist doch ein wesentlicher Grund, warum die Diskussion nicht abebbt.
Der Grund für den Rückzug des Antrags war, dass der Antragssteller nicht vor Ort war und ihn daher nicht vortragen konnte – und sich trotz erheblicher Social Media Mobilisierung auch niemand finden ließ, der das für ihn machen wollte.
Da kann man jetzt viel hineininterpretieren, aber die Diskussion konstruktiv voran bringen wird es sicher jetzt auch nicht mehr.
Das Kack-Thema lässt mich immer noch nicht los.
Ich finde, dass man diese Umfrage eigentlich andersherum stellen müsste. Die Frage ist für mich nämlich nicht, ob 20, 50 oder 70 Prozent das Herz von St. Pauli weiterhin dufte finden. Die wirklich relevante Frage ist: Wie viele lehnen dieses Lied aufgrund des aktuellen Informationsstands kategorisch ab?
Denn selbst wenn 70 Prozent das Lied zurückhaben wollten, wäre es für mich untragbar, wenn 30 Prozent der Fanszene es aus nachvollziehbaren Gründen kategorisch ablehnen.
Ich würde kein Lied singen, bei dem ich nicht weiß, ob die Person neben mir ein Problem damit hat. Das hat für mich schlicht etwas mit Respekt zu tun.
Das Herz von St. Pauli war früher, als es vom ganzen Stadion mitgesungen wurde, ein verbindendes Element. Es hat das Millerntor zu einer Einheit verschmolzen.
Jetzt ist es ein spaltendes Element. Und eine Hymne, die spaltet, ist für mich keine Hymne.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich das jemals wieder gut anfühlen wird. Auch wenn ich es damals für mich eher so interpretiert hätte, dass wir Olek und Bolec einen Stinkefinger zeigen, wenn geschätzt 26.591 Antifaschistys das Lied singen.
Absolut, so hatte ich ja auch oben geschrieben. Selbst wenn in der Umfrage herauskäme, dass nur 10 – 20% das Lied definitiv nicht mehr singen wollen, könnte der Verein doch argumentieren, dass man damit zu viele ausschließt. Das wäre für mich eine akzeptable Entscheidung.
Ich kenne einfach niemanden (in meiner Bubble) auf der Gegengeraden, für den es nicht ok gewesen wäre, Werk und Autor getrennt zu sehen und hätte daher einfach gerne gewusst, für wieviele Fans das wirklich ein Problem darstellt.
Und eins ist ja auch klar: Bei jedem kommenden Lied wird es 5 – 10% geben, die dieses aus irgendwelchen Gründen ablehnen werden.
Durch das unglückliche Management des Ganzen kommt nun ein nicht unerheblicher Prozentsatz dazu, der aus Frust darüber jegliches neue Lied ablehnen wird. Ich zähle mich da zwar nicht kategorisch dazu, kann es aber aufgrund der Genese durchaus verstehen.
Tja, jetzt haben wir den Salat und ich würde mich nicht wundern, wenn wir noch weitere 1,5 Jahre ohne Hymne dastehen. Einfach nur ein Trauerspiel…
Das mit den Bubbles ist halt echt ein Problem.
Jeder hockt in seiner Blase und denkt, die absolute Mehrheit hinter sich zu haben.
Ich kenne ein paar wenige persönlich, die sich das Herz von St. Pauli immer noch zurückwünschen. Denen unterstelle ich aber, dass sie nicht unbedingt an dem Lied selbst, sondern an der Erinnerung an vergangene Momente im Stadion hängen.
Ich kenne aber auch sehr viele, die das Lied aufgrund der Vergangenheit des Texters für völlig inakzeptabel halten. Und allein weil mir deren Gefühlswelt wichtiger ist als so ein Lied, würde ich es nicht mehr singen.
Dass jedes Lied von irgendjemandem abgelehnt wird, sehe ich nicht als Argument.
Wenn zum Beispiel „Diamonds“ als Stadionlied gewählt würde, würde ich das maximal scheiße finden. Weil ich es musikalisch grottig finde, weil es für mich nicht zum Aufheizen vor dem Spiel geeignet ist und – was für mich am wichtigsten ist – weil es absolut gar nichts mit dem FC St. Pauli zu tun hat.
Aber dennoch würde ich es mitsingen, wenn die Wahl darauf fallen würde. Einfach weil es einen Unterschied macht, ob man ein Lied musikalisch ablehnt oder ob ein Lied gegen das eigene Wertegerüst verstößt.
Ich denke übrigens auch, dass das Management des Ganzen von außen betrachtet unglücklich war.
Am Anfang wurde gut reagiert, indem eine offene Diskussion gefördert und eine historische Aufarbeitung inklusive Infoabend in Auftrag gegeben wurde.
Der Fehler bestand meiner Meinung nach darin, ein Vakuum entstehen zu lassen. Meiner Meinung nach hätte man gleich mit der Aussetzung von „Herz von St. Pauli“ ein Interims-Lied spielen müssen. Ich bin immer noch für „Schrei nach Liebe“.
Zumal man schon ziemlich früh gemerkt hat, dass dieses „Jedes Spiel ein neuer Song“ ein Schuss in den Ofen war.
Das mit den Bubbles wurde ja nur zum Problem, weil man aus mir unerfindlichen Gründen versäumt hat, nach Veröffentlichung und Diskussion der Recherche eine einfache Umfrage mit möglichst vielen Mitgliedern / DK-Inhabern zu machen. Dann hätte jede Bubble gewusst, wie die Gesamtheit dazu steht, statt bis heute seine Bubble-Meinung hochzurechnen.
Auch ich würde zur Not was anderes mitsingen, wird ohnehin sehr schwierig. „Schrei nach Liebe“ lässt sich zwar gut mitsingen, hat mir aber zu wenig St. Pauli – Bezug. Würde lieber was pro Verein und Stadtteil singen als nur gegen irgendwas. Also von den Vorschlägen am ehesten „St. Pauli“ von „Deine Cousine“, wobei das wiederum einigen zu schnell sein wird…
Moin , zu Herz von St. Pauli ! Es gab eine Veranstaltung zu demnThema … jeder konnte dort hingehen und die Versnstaltung konnte per Stream ( bin da kein Experte 😩) … ich war live da ! Alle die bei der Veranstaltung waren ( auch ich bin mit der Einstellung da hingegangen … hoffentlich bleibt der Song unsere Stadionhymne ) waren danach der Meinung wir können das Lied nicht mehr singen. Die Fakten waren einfach zu eindeutig ! Aber ich möchte auch wieder ein Stadionlied … und mein Favorit ist und bleibt „ Schrei nach Liebe „ von den Ärzten ! Vielleicht neibden nächsten Heimspielen ausprobieren … passt doch auch gut zu den Wahlen in der nächsten Zeit !
Interessante Umfrage. Wieder mal bestätigt sich, dass ein Fußballstadion immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaft ist. Der demographische Wandel ist längst auch im Millerntorstadion angekommen: Die Alten machen ihr Ding, die Jungen bleiben außen vor. Dem Verein sollte das zu denken geben.
Moin , ich möchte mal dagegen halten bei der Aussage die jungen bleiben draussen ! Wenn Du die Gegengerade nimmst , sind da natürlich viele gestandene ( die mal gestanden haben 😂) Fans … aber due jungen bleiben nicht aussen vor !!! Das Trockendock ist sicherlich für jung und alt gedacht … der Fanladen wird von vielen jungen Fans besucht , gerade bei Spielen ! Und gerade die AFM macht auch viele gute Dinge , die auch von „ jüngeren „ Fans gerne angenommen werden ! z.B. St Depri , was da für eine Möglichkeit für eine erste Möglichkeit geboten wird über Depressionen etc. etwas zu erfahren oder ertes Hilfsangebote kennenzulernen hat mich beeindruckt ! Ich als „ alter weisser Mann „ lerne im Umfeld Gegengerade immer wieder engagierte jungen Menschen kennen z.B. auch im Umfeld Blindenfussball !
Natürlich hast Du da einen Punkt, ist aber ja kein einfach zu lösendes Thema, denn viele Dauerkartenbesitzer sind lange dabei und werden halt älter. 🙂
Oder wie wäre dein Vorschlag?
Dauerkartenrotation? Altersobergrenze bei Dauerkarten?
Danke für deinen Kommentar. Natürlich ist das kein einfach zu lösendes Thema, denn – und jetzt bitte festhalten —wir werden alle älter! Eine Altersobergrenze für DKs ist mir zu populistisch und klingt doch arg nach Altersdiskriminierung. Eine DK-Rotation macht für mich auch keinen Sinn, denn das entwertet ja irgendwie den Sinn einer DK. Ich sehe das Problem vor allem bei den steigenden Ticketpreisen und natürlich der allgemeinen „Versorgungslage“. Hätten wir viel mehr Plätze zu vergeben, könnte z.B. ein günstigeres Ticket für junge Fans eine Option sein.
Danke für deinen Kommentar. Ich nehme das komplett anders wahr (vielleicht auch weil ich fast immer mit meinem mittlerweile 11-jährigen Sohn im Stadion bin) und gehöre mit 48 Jahren sicher nicht zu den jungen Besucher*innen des Stadions. Mir geht es zunächst einmal nur um den Stadionbesuch und die Zahlen der Umfrage sprechen ja erstmal eine klare Sprache. Das hat ja auch seine Gründe (viele DK-Besitzer*innen, hohe Ticketpreise etc.) und in anderen Vereinen wird diese Diskussion auch geführt. Natürlich sind auch junge, engagierte Fans im Stadion – keine Frage! Aber im Schnitt sind das halt immer noch recht wenig. Ich habe mittlerweile wirklich auf allen Tribünen gesessen/gestanden und sicher unterscheidet sich die Altersstruktur auf der Süd von der auf der Gegengerade, aber ganz generell ist eine eher gehobene Altersstruktur im Publikum doch nicht von der Hand zu weisen und bildet einfach das demographische Gefälle ab (Farbenfrohe Erlebnisberichte, bei denen sich altgediente Fans über Kinder und jüngere Fans im Stadion beschweren, lasse ich hier mal weg…). Am Ende muss man sich einfach die Frage stellen, was daraus folgt und wie es dem Verein gelingen kann, auch jungen Fans die Möglichkeit zu geben, öfter ins Stadion zu kommen und die Fankultur so lebendig zu halten.