„(Sc)Henk doch ein das Ding!“

FC St. Pauli – VfL Bochum 1:1

Für einen Freitagabend an dem man vor dem Stadion von den Lichtern des Doms empfangen wird, war es ganz schön mau – egal ob man den Dom nun mag oder nicht. Vielleicht liegt es am grauen Mittelfeld der 2. Liga in dem wir uns bewegen oder daran, dass es so langsam dämmert, dass auch dieses Jahr nicht um den Aufstieg gespielt wird. „Transitional Year“ wird das, was wir gerade zu sehen bekommen im US-Sport genannt. Der Kader wird umgebastelt, um zukünftig wieder oben anzuklopfen. Das Problem dabei; im Gegensatz zu den Teams im US-Sport kann der FC St. Pauli absteigen. Ein schwieriger Weg. Vielleicht sehe ich es auch einfach ein bisschen zu kritisch und es ist schlicht das 3. Heimspiel in 10 Tagen und die Energie, die Mannschaft zu pushen, fehlt ein wenig.

Zumindest in Block 1 der Gegengerade wurde die fehlende Energie mit einer schicken Choreo bekämpft. 15 Jahre Barflies United ist Grund genug.

Die Mannschaften auf dem Platz haben scheinbar im Briefing nicht aufgepasst und zeigten alles andere als grauen Zweitligafußball. Beide Mannschaften befinden sich auf einem ähnlichen Niveau. Ein weiterer Hinweis darauf, wie eng die Liga ist. Die Gefahr in die untere Tabellenregion zu rutschen ist umso realer, wenn man beachtet, dass mit Nürnberg, Hannover, Bochum und Dresden einige Schwergewichte hinter uns sind.

In der Startelf können wir endlich mal wieder Ziereis begrüßen, wodurch Buballa wieder nach außen rücken kann. Becker landet auf der Bank und Gyökeres steht bei den Hells Bells auf dem Rasen. Der Kicker wertet das als 4-4-2, doch wer das Spiel verfolgt hat, sah wie Gyökeres sich auf links versuchte. Es lässt sich festhalten, dass das nicht seine Position ist.

Der Klang des Pfostenschusses von Sobota verschließt mir den Mund, da ich just in dem Moment mangelnde Torgefahr als eine Schwäche bei ihm verortet habe. Danke, Waldemar! Wenn man keine Ahnung hat – einfach mal die Fresse halten.

In dem wahnsinnig schnellen Spiel netzt Zoller den ersten ein. Mehrfach wurde unsere rechte Abwehrseite geknackt. So auch bei Führungstor für den VfL. Neidisch blickte ich bei ungemütlichem Wetter auf die großzügig verteilten Bierduschen im Gästeblock. Auch nach dem Führungstor ist kein Bochumer Mittelfeld auf dem Platz auszumachen. Regelmäßig wird bei Ballbesitz das Leder umgehend in das letzte Drittel befördert. Da wir dieser Aufforderung zum offenen Visier in nichts nachstehen wollen, wird Manndeckung ohne Absicherung gespielt und bei Ballgewinn sofort eine Überzahlsituation im Mittelfeld (eines der Bochumer gab es ja nicht) genutzt.

Spätestens nach dem Pfostenschuss, aber eigentlich schon im antiken Rom, wurde davor gewarnt, Sobota frei in sechzehnernähe an den Ball zu lassen. Das hatte ich ja nun mittlerweile auch endlich mitbekommen. Nun muss dazu erwähnt werden, dass  die Bochumer das nicht taten. Sobota schaffte es sich den Ball mit der rechten Hacke selbst auf rechts vorzulegen. Gnadenlos gut!

An dieser Stelle ein Zitat von Taktikfuchs Tim, welches er mir nach dem Ausgleich seicht ins Ohr schrie: „Digger, wenn das Spiel so weitergeht, dann geht das 8:8 aus!“. Aber da hatte er schon einige Bier getrunken.

Das Potenzial war da. Die erste Halbzeit hätte auch gut und gerne 3:3 enden können. Östigard zeigte einen brutalen Kopfball nach einer Ecke (!) und die Bochumer trafen den Außenpfosten.

Nun bin ich kein Fußball-Taktiker. Ich könnte zwar die Triple-Option-Plays aus der I-Formation der Baltimore Ravens gegen die New England Patriots sezieren und sagen, warum die so gut läuft (nämlich wegen dem zweiten Tight End als Fullback), aber bin froh, wenn ich unsere Formation auf dem Platz erkenne. Deswegen meine schlichte Aussage zu dem weiteren Verlauf:

Das Spiel flaute etwas ab. Tim holte sich noch ein Bier.

Dass der FCSP Henk und Knoll von der Bank bringen kann, erinnert daran wie breit der Kader ist. Besonders an Henk knüpften wir unsere gesamte Hoffung. Siehe Titel. Es ist aber Marvin Knoll in der 89. Minute mit einem sahnemäßigen Freistoß und fast das ganze Stadion sieht den drin. Ich erwischte meinen Steh-Nachbarn bereits versehentlich mit dem Ellenbogen. Stattdessen bricht einige Minuten später die blanke Panik im Block aus. Eine Ecke für den Gegner! Eilige Stoßgebete werden an wen auch immer gerichtet, Flüche ausgesprochen und Gespräche gänzlich eingestellt. Doch wir werden verschont. Diesmal.

Anschließend machen wir uns auf den klassischen Nachhauseweg (Clubheim-Zoo-Bett). Stand jetzt (Samstag, 18.30 Uhr) stehen wir auf Platz 10 mit nur 2 Punkten Vorsprung auf Platz 17. Das lasse ich mal so stehen und wünsche allen eine erholsame Länderspielpause. Har. Har. Har.

// flippa

Weiteres zum Spiel:

BeebleBlox: Am Ende ist es immer zu wenig

Stefan Groenveld: Gähnend zur Länderspielpause

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2 thoughts on “„(Sc)Henk doch ein das Ding!“

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