Lage am Millerntor – 22.05.2020

Wochenende! Ja, kaum ist der Feiertag vorbei, schon locken sonnige Tage und Fußball – leider natürlich weiterhin nur mit Geisterspielen. Über den Feiertag hat sich hier natürlich auch für die ‘Lage’ das ein oder andere wieder angesammelt, also fangen wir schnell an, denn eine Spieltagsvorschau von Tim gibt es auch noch.

+++ Update 14:30h +++
Mit der Pressekonferenz von Jos Luhukay entlassen wir Euch (voraussichtlich) ins Wochenende.

+++ Update 12.00h +++
Rico Benatelli äußert sich zu seiner Situation, dem Geisterspiel gegen Nürnberg und der Aufgabe in Darmstadt (Vereinshomepage).

Ulf hat uns in den Kommentaren auf eine Aktion bei Aarhus GF hingewiesen, die bei ihrem Ligaauftakt Ende Mai die bei Gladbach und Sandhausen genutzten Pappkameraden in den Schatten stellen wollen:
Videowände mit Live-Zuschauern aus dem Wohnzimmer.
No comment…

+++ Moin+++
FCSP News
Da hatte es längere Zeit keine Verletzungen gegeben, dann aber kam zuletzt erst mal Christopher Buchtmann und jetzt vermeldete der Verein auch einen Muskelfaserriss bei Kevin Lankford:

Gute Besserung!
Alles weitere dann wohl um die Mittagszeit, wenn der Verein die Pressekonferenz zum Spiel abhält.

Fanszene News
Auf Twitter gibt es einen neuen Account, dem man folgen kann: Der Fanclub Weiß-Braune Kaffeetrinker*innen ist dort jetzt vertreten, dem einen oder der anderen sicher von den regelmäßigen Stammtisch-Angeboten im Fanladen bekannt.

Vorschau Darmstadt 98 vs. FC St. Pauli (wenn man es denn Vorschau nennen kann)
Samstag um 13.00h tritt der FCSP am Böllenfalltor an. Ich persönlich (Tim) nutze ja jede sich mir bietende Gelegenheit, um klarzumachen, wie sehr mich der Fußball ankotzt mit dem die Lilien 2015 in die erste Liga aufgestiegen sind. Das wird sich auch in den nächsten Zeilen nicht ändern, obwohl der SVD inzwischen wohl eher zur grauen Maus als zum Hassobjekt der Liga taugt:
Und wie könnte es anders sein, der SV Darmstadt 98 spielt natürlich in einem 4-2-3-1. Damit wird natürlich das Klischee des Vereins, der eine ausgefeilte Fehlervermeidungsstrategie als oberste Prämisse hat, weiter befeuert. Aber Trainer Dimitrios Grammozis hat diese Strategie in seiner inzwischen mehr als 15-monatigen Amtzeit doch nun schon etwas aufgeweicht und Darmstadt ist entsprechend nicht mehr ganz oben auf meiner persönlichen Hate-List anzusiedeln (da findet ihr den KSC). Denn wenn man sich mal die harten Fakten ein wenig anschaut, dann wird eher das Klischee einer grauen Maus bestätigt: Der SVD ist in den meisten Statistiken (Passgenauigkeit, Tore nach Standards, Fouls, etc.) doch tatsächlich nahezu ausschließlich zwischen Platz 8 und 12 anzutreffen. Grundsolide nennen das die einen, stinkend langweilig die anderen. Ich würde es entweder als eine Art Stagnation oder Pragmatismus bezeichnen oder aber, positiv ausgedrückt, als Zwischenstation einer Entwicklung. Aber ich drifte ab und lande in spekulativen Gefilden, denn ich habe diese Saison maximal 200 Minuten Fußball von Darmstadt gesehen. Und die sind mir aus fußballerischer Sicht weder besonders gut, noch besonders schlecht in Erinnerung. Sie sind es nämlich eher gar nicht. Auch das ist wohl ein Hinweis auf das graue Maus-Image.
Aber es wäre nicht so, dass sich am Böllenfalltor in diesem Jahr keine interessanten Dinge zugetragen hätten. Denn Trainer Grammozis wird sicher nach dieser Saison aufhören. Es gab Uneinigkeit über die Vertragslaufzeit seines neuen Vertrages, daher habe man sich auf eine Ende der Zusammenarbeit im Sommer geeinigt. Der Nachfolger steht bereits fest und ist in der 2.Liga kein unbeschriebenes Blatt: Markus Anfang. Der hat sich vor zwei Jahren in Kiel und letzte Saison in Köln einen Namen gemacht. Erst als Trainer, der mit seinem Team absolut begeisternden Offensiv-Fußball spielen will, dann, mit Köln, als Trainer, der seine Spielidee wohl nicht richtig auf das Team bringen konnte bzw. ist auf ein Team getroffen, dass von seiner Spielidee nicht gänzlich überzeugt war (bemerkenswert: Gleiches Schicksal ereilte Tim Walter in Stuttgart, nachdem er ebenfalls mit Kiel im Jahr zuvor richtig begeisterte).
Warum ich mich mit der Zukunft von Darmstadt und dem Schicksal von Tim Walter befasse? Weil ich absolut keinen Bock auf unsere Historie am Böllenfalltor habe. Könnt Ihr Euch an den letzten Sieg des FCSP dort erinnern? Nein? Kein Wunder, wir haben da auch noch nie gewonnen. Wir haben da zuletzt 1993 nen Punkt geholt und aus den drei Partien seit Darmstadt wieder in die zweite Liga aufgestiegen ist, haben wir ein ganzes Tor dort erzielt. Ich gebe da nicht viel drauf. Die Teams sind gänzlich andere. Beide Trainer sind auch neu im Vergleich zum letzten Aufeinandertreffen am Böllenfalltor. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass Fahrten nach Darmstadt eigentlich nichts als Tristesse beim FCSP auslösen (natürlich abgesehen vom Klassenerhalt 2015 – aber erinnert ihr Euch daran, was für ne Grütze wir da zusammengespielt haben?).
Den Auftakt nach der Corona-Pause hat Darmstadt in den Sand gesetzt. Ein wahrhaft trostloses 0-2 gab es beim KSC (40 der 250 Minuten Darmstädter Fußball, die ich sah stammen aus diesem Spiel). Es war gruselig. Und für Darmstadt könnte das womöglich der Start einer doch recht tristen Serie sein. Denn weder nach unten, noch nach oben geht was mit momentan 36 Punkten. Da musste dich dann erstmal motivieren für die restlichen Spiele, unter einem Trainer der nächste Saison sicher nicht mehr an der Linie stehen wird. Nehmen wir das mal als Hoffnungsschimmer.
Aber ehrlich gesagt erwarte ich ein trostloses Unentschieden. Darmstadt hat nämlich bereits 8-mal zuhause Remis gespielt diese Saison (Ligaspitze), der FCSP 5-mal auswärts (geteilter 3.Platz). Riecht also nach 0-0. Bis dann wie im Hinspiel in der 80.Minute ein Eckball in den FCSP-Strafraum segelt…

Zur detaillierteren Vorbereitung empfehlen wir nochmals das “Vor dem Spiel”-Gespräch von Yannick mit Daniel vom Hoch und Weit-Podcast und unser neues YouTube-Format, die “Wochenschau” (30min).

Bundesliga-Update
Ein Interview mit Christian Seifert in der SZ (SZ Plus) machte gestern die Runde. Ich (Maik) habe mich hier die letzten Wochen ja als Seifert-Fanbhoy geoutet, weil ich die Art und Weise seiner ruhigen Kommunikation sehr schätze.
Das Interview liest sich auch sehr angenehm, auch wenn man sich natürlich an einigen Details stören kann, wie beispielsweise dem Verweis auf die Bürotippgemeinschaften, die jetzt froh sind wieder tippen zu können.
Trotzdem merkt man auch hier zwischen den Zeilen, dass die letzten Wochen Spuren hinterlassen haben und die DFL verdammt nah an der Katastrophe vorbeigeschrammt ist – und noch immer einen Meter vor dem Abgrund steht.
Mein Lieblingszitat aber geht raus an alle Polizeigewerkschafter, bezogen auf die “befürchteten” Ansammlungen vor Stadien:

Wir sind mit einigen Fan-Organisationen im Dialog, und mir war völlig klar, dass die aktive Fanszene viel zu intelligent ist, um ihren Kritikern den Gefallen zu tun, vor den Stadien aufzumarschieren. 

Christian Seifert in der SZ

Spielplan
Die restlichen Spieltage sind jetzt durchterminiert und insbesondere die Lösung für Dynamo Dresden war mit Spannung erwartet worden.
Am Wochenende hat man Quarantäne-bedingt eh noch frei, das Spiel in der kommenden Englischen Woche bei Arminia Bielefeld wurde verschoben, Start ist dann am 31.Mai gegen den VfB Stuttgart.
Die Spieltage bis Saisonende gestalten sich dann wie folgt:
So – Mi – Sa – Di – Fr – Mo – Do – So – So
Acht Spiele in 22 Tagen, Knallerprogramm, darunter drei Auswärtsspiele (Bielefeld, Kiel, Sandhausen) vom 15.-21.Juni… die Regenerationsphase zwischen dem 33. & 34.Spieltag muss denen dann wie Ferien vorkommen.
Ob es dann aber überhaupt so weit kommt, bleibt abzuwarten.

3.Liga geht wieder los!
Man hört den asiatischen TV-Markt quasi aufatmen, Ralf Rangnick würde sicher sagen “die ganze Menschheit” freut sich auf Großaspach gegen Unterhaching.
Spaß beiseite: Der DFB hat entschieden, am 30.Mai soll es weitergehen… ob es wirklich so kommt, bleibt hier nochmal deutlich mehr abzuwarten als im Fall von Dynamo, die unterschiedlichen Trainingssituationen und regionalen Genehmigungen erscheinen doch als zu gravierend, als das es wirklich schon in acht Tagen wieder losgehen wird.

Premier League: Spieler äußern sich kritisch zur Fortsetzung
Ob und wenn ja wann die Premier League wieder starten wird, ist noch unklar. Weiterhin äußern sich aber die dortigen Profis deutlich häufiger offen negativ über die geplante Fortsetzung.
Aktuell zieht es den Nationalspieler Danny Rose durch die Gazetten, der einen ziemlich drastischen Vergleich (“Laborratten”) wählte und seine Gesundheit nicht “für die Unterhaltung anderer” aufs Spiel setzen will. Rose ist aktuell von Tottenham an Newcastle ausgeliehen, vor ihm hatte sich schon andere Spieler “zurückhaltend” geäußert.

Watfords Troy Deeney hingegen weigert sich ins Mannschaftstraining zu gehen, weil sein fünf Monate alter Sohn unter Atembeschwerden leidet. Bei der 11Freunde könnt Ihr ein Portrait über Deeney lesen, geschrieben vor Corona, in dem er aber auch schon als Rebell bezeichnet wird.

Bleibt gesund!
// Maik & Tim

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