FC Augsburg vs. FC St. Pauli 2:1 – Irgendwas ist immer

FC Augsburg vs. FC St. Pauli 2:1 – Irgendwas ist immer

Der FC Augsburg spielt schlecht, der FC St. Pauli gut. Trotzdem gewinnt der FCA. Weil der FCSP, mal wieder, in entscheidenden Momenten nicht gut genug ist.
(Titelfoto: Sebastian Widmann/Getty Images/via OneFootball)

Es ist soooo frustrierend. Der FC St. Pauli macht vorne wie hinten zumeist viel richtig, aber in ganz wenigen Momenten eben nicht. So geschehen auch in Augsburg: Der FCSP erspielt sich eine solche Vielzahl an guten Gelegenheiten wie lange nicht, verwertet diese aber einfach nicht, trifft nur einmal, nach einem unberechtigten Elfmeter. Gegen den Ball steht der FC St. Pauli stabil, abgesehen von beiden Momenten, aus denen das Gegentor resultiert – und da macht es der FCSP leider so dermaßen schlecht, dass sogar ein alles andere als guter FC Augsburg zu Toren kommt. Die wachen Sonntagmorgen auf und können sich immer noch nicht erklären, wie sie mit so einer Leistung ein Bundesligaspiel gewinnen konnten.

Die Aufstellung

Verletzungsbedingt gab es eine personelle Veränderung beim FC St. Pauli: Hauke Wahl fehlte angeschlagen. Alexander Blessin erklärte nach Abpfiff, dass Wahl Probleme mit dem Innenband habe und äußerte zumindest die Hoffnung, dass er im Pokalspiel wieder mit dabei sein kann. Auch Adam Dźwigała (krank) war nicht im Kader. Aufgrund dieser Ausfälle rückte Eric Smith zurück in die Innenverteidigung. Den freien Platz im zentralen Mittelfeld übernahm Mathias Rasmussen, der sein Startelfdebüt feierte. Neuzugang Taichi Hara war nicht im Kader, absolvierte stattdessen eine individuelle Einheit in Hamburg.

Beim FC Augsburg gab es drei personelle Veränderungen im Vergleich zum 2:1-Erfolg gegen Bayern München: Innenverteidiger Noahkai Banks verdrängte Cédric Zesiger aus der Startelf und Michael Gregoritsch startete anstelle von Anton Kade ganz vorne. Zudem musste FCA-Trainer Manuel Baum auf Linksverteidiger Dimitrios Giannoulis verzichten, der aufgrund eines Muskelfaserrisses länger ausfallen wird. Marius Wolf rückte für ihn in die Anfangsformation.

Erwartete Aufstellung FC Augsburg - FC St. Pauli FCA: Dahmen - Chavez, Schlotterbeck, Banks - Fellhauer, Massengo, Rexhbecaj, Giannoulis - Rieder, Gregoritsch, Claude-Maurice FCSP: Vasilj - Andō, Smith, Mets - Saliakas, Sands, Rasmussen, Pyrka - Sinani, Jones, Fujita
Erwartete Aufstellung FC Augsburg – FC St. Pauli
FCA: Dahmen – Chavez, Schlotterbeck, Banks – Fellhauer, Massengo, Rexhbecaj, Giannoulis – Rieder, Gregoritsch, Claude-Maurice
FCSP: Vasilj – Andō, Smith, Mets – Saliakas, Sands, Rasmussen, Pyrka – Sinani, Jones, Fujita

Reifere Spielanlage, zu wenig Ertrag

Mit dem FC Augsburg und dem FC St. Pauli trafen zwei Teams aufeinander, die einen ähnlichen Spielansatz verfolgen: Beide wollen möglichst kompakt gegen den Ball agieren, stellen sich dazu in einem auf das Zentrum fokussierten 5-2-3 auf. Aus dieser kompakten Formation möchten beide dann offensiv vor allem durch Umschaltmomente Gefahr vor dem gegnerischen Tor erzeugen. So stand zu befürchten, dass es zwar ein sehr intensives, aber auch äußerst unappetitliches Spiel werden würde. War es aber nicht. Weil der FC St. Pauli mit dem Ball auch auf anderen Wegen nach vorne gelangte, als nur durch Umschaltmomente.

Teils Raute, teils Doppelsechs, aber immer hohe Außenverteidiger

Im Spielaufbau des FC St. Pauli war eine Veränderung deutlich erkennbar: Die Außenverteidiger, Saliakas und Pyrka, schoben beide zeitgleich mit auf eine Höhe von Jones. Zuletzt gegen Leipzig war es meist nur Saliakas, der weit mit aufrückte. Dadurch, dass beide konsequent hochschoben, ließen sich die beiden FCA-Außenverteidiger hinten binden, weil Augsburg es vermeiden wollte, in letzter Linie Mann-gegen-Mann zu stehen, aber auch, weil mit Fujita, Sinani und Rasmussen drei weitere Spieler oft in den offensiven Halbräumen rumturnten.

Dadurch, dass sich die FCA-Fünferkette hinten binden ließ, hatte der FC St. Pauli mehr Raum im Spielaufbau – und diesen bespielte das Team mit zwei Varianten. Oft schob Rasmussen im Ballbesitz auf der rechten Seite hoch, „verdrängte“ dort Sinani, der sich dann auf die Zehner-Position bewegte. Wenn Sands die Position auf der Sechs hielt und Fujita den linken Halbraum besetzte, dann gab es eine schöne Mittelfeldraute auf dem Platz zu sehen (ein 3-4-3). Manchmal fiel Sands auch in die Innenverteidiung, wodurch Andō und Mets dann im Aufbau wie Außenverteidiger agierten (ein 4-2-3-1). Wenn Rasmussen seine Position auf der Sechs hielt, dann war es eher ein 3-2-4-1. In all diesen Formationen kam der FC St. Pauli verlässlich ins letzte Drittel.

Sorge vor Jones öffnet die Halbräume

Auffällig war, wie die Anwesenheit von Jones das Verhalten des FC Augsburg bestimmte. Spätestens, nachdem er in einem Laufduell Gegenspieler Chavez auf einer Strecke von 30 Metern fünf Meter abgenommen hatte, schien der Respekt riesig zu sein. So riesig, dass die Innenverteidiger oft auf vorwärtsverteidigende Aktionen verzichteten, um Tiefenläufe von Jones besser kontrollieren zu können. Das wiederum nutzte dem FC St. Pauli im Aufbauspiel. Weil er dadurch oft Platz in den Halbräumen vorfand.

Auch vor diesem Laufduell zwischen Jones und Chavez in der 14. Minute war der FC St. Pauli das bessere Team auf dem Platz, schien viel griffiger (was auch die Zweikampfzahlen zeigten, nach 30 Minuten hatte der FCSP 70 Prozent davon für sich entschieden) und mutiger in seinem Spiel. Das Laufduell in der 14. Minute führte auch zur ersten Großchance der Partie. Jones erlief den Ball und passte quer durch den Strafraum zu Sinani, der völlig blank vor FCA-Torhüter Dahmen auftauchte. Der FCSP-Angreifer scheiterte aus kürzester Distanz an Dahmen und vergab damit eine Riesen-Gelegenheit. Es sollte nicht die einzige ungenutzte gute Möglichkeit des FC St. Pauli in dieser Partie gewesen sein.

St. Pauli nutzt die Chancen nicht

Auffällig war zudem, dass beide Teams nach Ballgewinnen ziemlich strikt den Weg nach vorne suchten. Auch das gelang dem FC St. Pauli in der Anfangsphase besser. Bereits vor der Großchance durch Sinani hatte der FCSP einige gute Szenen nach Ballgewinnen. Komischerweise gab es nach dieser Situation eine Phase, in welcher der FC Augsburg stärker aufkam. Nach einem langen Schlag war urplötzlich Claude-Maurice frei durch, sein Versuch klatschte an den Pfosten. Kurz danach wehrte Vasilj einen Freistoß von Gregoritsch stark ab. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt offen und für neutrale Zuschauer*innen überraschend attraktiv.

Wenige Minuten später war es wieder der FC St. Pauli, der eine große Gelegenheit ausließ. Fujita kam über die linke Seite und legte rein zu Jones, der den Ball mit der Schulter gen Tor bugsierte. FCA-Torhüter Dahmen konnte damit zwar überwunden werden, Chavez aber nicht, der auf der Linie klärte. Warum Jones es überhaupt mit der Schulter und nicht dem Kopf versuchte? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil der Ball etwas in seinen Rücken angeflogen kam. Aber trotzdem schien es so, als wäre der Kopf auf jeden Fall die bessere Variante gewesen.

Fehlentscheidung sorgt für FCSP-Führung, verdient ist sie trotzdem

Es dauerte wieder nur wenige Minuten, bis der FC St. Pauli die nächste dicke Gelegenheit bekommen sollte. Verglichen mit vielen anderen Spielen in dieser Saison, war das total ungewohnt, dass sich das Team so viele gute Chancen erspielte. Aber gute Chancen haben ist die eine Sache, sie auch für sich zu nutzen, offenbar die andere. In der 32. Minute war es dann aber soweit, denn es gab Elfmeter für den FC St. Pauli.

Über die Entstehung dieses Strafstoßes kann ganz vortrefflich diskutiert werden. Wolf ging im Strafraum gegen Saliakas per Grätsche ins Duell. Er war auch vorher am Ball, spielte diesen klar vor Saliakas weg. Blöd für ihn aber, dass er danach den Fuß durchgestreckt ließ und der FCSP-Außenverteidiger sein Bein genau dorthin setzte, wohin der Fuß von Wolf unterwegs war. Saliakas wurde klar getroffen, auch weil Wolf den Fuß nicht wegzog, sondern sogar noch etwas anhob. Schiedsrichter Stegemann entschied auf Elfmeter und das ist eine Fehlentscheidung, so ehrlich sollte man auch mit aufgesetzter FCSP-Brille sein. Dass diese Fehlentscheidung nicht so klar ist, dass sich der VAR einschaltet ist zwar auch ein bisschen verständlich und es wäre schön, wenn der VAR immer so zurückhaltend wäre – aber wenn so ein Elfmeter gegen den FC St. Pauli gepfiffen werden würde, der Schweiß würde meinen Körper tagelang als kochendes Wasser verlassen.

Danel Sinani war es sicher herzlich egal, wie wenig das nun ein Elfmeter war oder nicht. Er verwandelte diesen sicher unten rechts, wenngleich Dahmen die Ecke geahnt hatte. Diese Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient für den FC St. Pauli. Das Team hatte die klar bessere Spielanlage als der FC Augsburg, war mutiger, dominierte nicht nur in Ballbesitzphasen, sondern auch in den direkten Duellen und im Kampf um die zweiten Bälle. Ärgerlich war nach einer halben Stunde nur, dass der FCSP nicht bereits einen zweiten Treffer erzielt hatte.

AUGSBURG, GERMANY - JANUARY 31: Tomoya Ando of FC St.Pauli and Keven Schlotterbeck of FC Augsburg compete for the ball during the Bundesliga match between FC Augsburg and FC St. Pauli at WWK-Arena on January 31, 2026 in Augsburg, Germany. (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)
Der Großteil der Zweikämpfe ging am Samstag an den FC St. Pauli. Die Punkte behielt der FC Augsburg trotzdem. // (Sebastian Widmann/Getty Images/via OneFootball)

FC St. Pauli pennt zweimal – 1:1

So kam, was kommen musste, weil es so oft in dieser Saison schon passiert ist: Der FC St. Pauli pennt einmal fast kollektiv und einmal individuell – zack, steht es 1:1. In der 41. Minute ging der Ball nach einem Duell zwischen Pyrka und Fellhauer ins Seitenaus. Pyrka beanspruchte den Einwurf für den FCSP, nahm sich bereits einen Ball. Doch das Schiedsrichter-Gespann hatte es anders gesehen, der FCA hatte Einwurf. Noch während Pyrka und Mets sich an dieser Entscheidung störten, warf Augsburg ein. Sekunden später, die Szene wäre durch sofortiges Sortieren statt Lamentieren zu verhindern gewesen, wurde ein Abschluss von Gregoritsch zur Ecke geblockt. Diese trat Claude-Maurice und der Ball segelte an die Fünfmeterlinie. Hoch genug, um nicht von den Spielern am ersten Pfosten erreicht zu werden, aber gut genug getimt, um direkt dahinter „runterzufallen“. Dort gingen Smith und Gregoritsch zum Ball. Nee, wartet. Es ging nur Gregoritsch zum Ball, Smith versuchte ihn nur halbherzig daran zu stören, gute Zweikampfführung war das nicht. Und so eine Situation lässt sich jemand wie Gregoritsch nicht nehmen, er erzielte per Kopf das 1:1.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte hatte sich nicht viel geändert an den Kräfteverhältnissen. Der FC St. Pauli war weiter das Team mit der deutlich reiferen Spielanlage. Augsburg hingegen fand offensiv lange Zeit gar nicht statt. Bereits wenige Sekunden nach Wiederanpfiff spielte der FCSP einen tollen Angriff (ich weiß: Das Interesse daran könnte angesichts des Ergebnisses gering sein, aber falls sich wer diesen Angriff nochmal anschauen möchte: Der FCSP gewinnt den Ball auf der linken Seite bei Minute 45:32). An dessen Ende kam Sands in guter Position an den Ball, verpasste es aber, nach links auf Pyrka weiterzuleiten und so die nächste FCSP-Großchance zu ermöglichen. Fünf Minuten später eroberte Rasmussen den Ball in der FCA-Hälfte, Sekunden später bediente Fujita rechts im Strafraum den erneut völlig blanken Sinani, dem aus sehr guter Position der Abschluss völlig misslang – wieder so eine Szene, in der viel mehr drin war.

St. Pauli erspielt sich die Chancen, Augsburg gelingt der Führungstreffer

Statt diese guten Chancen für sich zu nutzen, lud der FC St. Pauli dann in der 59. Minute die bis zu diesem Zeitpunkt der zweiten Hälfte offensiv völlig uninspirierten Augsburger zum Toreschießen ein. Im Mittelfeld bekam der FCSP keinen Druck auf Claude-Maurice, auch weil Sands gleich zweimal am Schiedsrichter hängenblieb. Dieser fehlende Druck war an sich aber nicht soo dramatisch. Viel schlimmer war, dass Smith Gegenspieler Gregoritsch einfach aus den Augen verlor. Ein Fehler, den man so tatsächlich sehr, sehr selten in der Bundesliga sieht, weil sowas zum kleinen Einmaleins der Abwehrarbeit gehört. Möglich, dass Smith davon ausging, Andō würde die Bewachung von Gregoritsch in dieser Szene übernehmen. Dieser war aber auf Gegenspieler Rieder orientiert und sowieso: Da Smith weit und breit keinen anderen Gegenspieler hatte, MUSS er in dieser Szene mit Gregoritsch mitgehen. Tat er aber nicht, sodass dieser mit einen Schnittstellenpass in die Tiefe geschickt werden konnte. Im Gegensatz zu allen Offensivspielern des FC St. Pauli zeigte Gregoritsch, wie man mit solchen Gelegenheiten umzugehen hat und erzielte das zweite Tor für Augsburg. Was für ein schmerzhaft billiger Gegentreffer!

Dieser Abschluss von Gregoritsch sollte bis tief in die Nachspielzeit der einzige Augsburger Abschluss in der zweiten Hälfte gewesen sein. Auch der FC St. Pauli hatte nach diesem Treffer nur noch wenige zwingende Offensivaktionen, da sich der FCA nun auch noch tiefer zusammenzog. Doch in der 72. Minute spielte der FCSP abermals einen richtig guten Angriff aus, an dessen Ende Rasmussen frei am Elfmeterpunkt zum Abschluss kam, allerdings am Fuß von Schlotterbeck scheiterte. Erst tief in der Nachspielzeit kam der FC St. Pauli noch einmal zu einer guten Gelegenheit, doch Irvine und Ceesay scheiterten kurz hintereinander an FCA-Beinen.

Immer wieder Fehler

Diese Doppelchance war der Schlusspunkt einer Partie, die der FC St. Pauli niemals verlieren darf. Sogar ein Unentschieden wäre angesichts der Chancen und Spielanteile zu wenig gewesen. Doch die so wichtige Partie gegen Augsburg ging verloren. Weil der FC St. Pauli vorne seine Chancen nicht nutzte und hinten einfach immer wieder Fehler macht, die zu Gegentreffern führen. Das Team schafft es einfach zu selten, anders als in der Vorsaison, Spiele ohne entscheidene Fehler zu beenden. Irgendwas passiert aktuell immer. So ist man inzwischen tief im Keller angekommen. Da die Konkurrenz punkten konnte, hat man sogar den Anschluss an den Relegationsrang verloren. Das tut weh, ist wahnsinnig ärgerlich und die Floskel „Wer solche Spiele verliert, steigt ab“ dröhnt sicher nicht nur in meinem Kopf.

Egal, wie sehr sich nun im Anschluss darüber geärgert wird, dass die Partie trotz der Überlegenheit verloren wurde, es wird nicht nachträglich doch noch Punkte dafür geben. Ja, natürlich ist das eine Frage der Qualität, wenn es immer und immer wieder vorne wie hinten in den wichtigen Momenten nicht reicht. Wenn das so dauerhaft passiert, wie in dieser Saison, dann hat das nichts mit Glück und Pech zu tun (und entsprechend waren die Wörter „Glück“ und „Pech“ in diesem Text bisher nicht zu finden). Das fühlt sich richtig, richtig scheiße an. Aber bringt diese Feststellung den FC St. Pauli weiter? Nein, sicher nicht. Es bleibt nur die Möglichkeit weiter nach vorne zu schauen, wütend und trotzig weiterzumachen.
Immer weiter vor!
// Tim

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29 thoughts on “FC Augsburg vs. FC St. Pauli 2:1 – Irgendwas ist immer

  1. Am Ende bleibt die Gewissheit, dass es die besten Käse-Spätzle der Bundesliga im Wirtshaus unter dem Bogen in Augsburg gibt… 😢

  2. Nee, sorry. Es bringt nichts trotzig und wütend weiterzumachen. Alexander Blessin ist statistisch gesehen der schlechteste Trainer, den St. Pauli hatte, der mehr als 20 Spiele bekam. Die Fehler wiederholen sich alle und spätestens montags läuft die immer selbe Platte von „unverdient verloren“. Wieder kein Tor aus dem Spiel. Wieder wird die Bank nicht vollbesetzt, sondern mit Bankwärmern aufgefüllt, die man partout nicht einwechseln will, aber Testspiele mit ihnen bestreitet. Es ist jedem außerhalb der St. Pauli-Bubble klar, dass Smith als IV in der BuLi unbrauchbar ist. Stattdessen wieder auf Krampf Smith rein, obwohl genug andere Personen da rumturnen, die einen IV-Umbau möglich machen würden.

    Lasst das Gerede von Etats und arme Maus sein. Wieso schafft der HSV in München Punkte zu holen? Oder Mainz bei RB zu gewinnen? Haben die beide vergessen, dass sie das wegen kleinerer Etats gar nicht durften? Heute wird dann auch noch Heidenheim vermutlich gewinnen.

    Drei Dinge noch:
    1. Wie lange will Vasilj eigentlich noch Bälle ins Aus abschlagen?
    2. Wozu holen wir ZM-Spieler, wenn einfach trotzdem alles per Bogenlampe über das Mittelfeld hinweg auf Jones geprügelt wird?
    3. Warum wird sofort, unmittelbar und explosionsartig das eigene Spiel nach eigenem Treffer in HZ 1 eingestellt und eingeigelt? Das IST Trainervorgabe, braucht man mir nix anderes erzählen, weil diese Betteltaktik sich jedes Mal bei Führung wiederholt.

    Neustart auf der Trainerbank, wenigstens würdevoll absteigen.

  3. Smith verschuldet zwei Tore, wir machen aus über drei XG nur einen rein, das Licht im Keller geht aus. Mission failed.

  4. Ich bezweifle weiterhin, das Plan B, also mit anderen Trainer und anderer Taktik, besser funktioniert hätte. die Wahrscheinlichkeit, abgeschossen zu werden, wäre ungleich größer, der Frust dann auch. Absteigen ist immer Scheiße, würdelos ist es so wie wir spielen, mit Sicherheit aber nicht. Wenn schon absteigen, dann so wie jetzt, spielerisch weiterhin extrem stark und auf Augenhöhe mit den Gegnern in fast allen Spielen. Unnötige Entschädigungszahlungen an der Trainer vermeiden, das Geld stattdessen in Spieler investieren, die auch bei Abstieg eine Perspektive für eine führende Rolle in der zweiten Liga bieten. Für mich klingt das nach einem sehr sachlichen und vernünftigen Plan.

    1. Es bringt überhaupt nichts, Stand jetzt kampflos abzusteigen. Stand heute wollen die Verantwortlichen ja auch mit Blessin in Liga 2 gehen. Da kann man schon mal vorsorglich Sky kündigen und nach einem Magenta-Vertrag Ausschau halten.

      Es ist eben doch würdelos, wenn man diese harte Arbeit einfach wegwirft, weil man auf Gedeih und Verderb einen unpassenden Trainer weiterarbeiten lassen möchte, um sich das Prädikat „anders“ ans Revers hängen zu können. Ich bin so auf 180 mit dieser Verantwortungslosigkeit bei der sportlichen Führung.

      Morgen oder heute wird Afolayan gehen – es muss der Falsche gehen.

  5. @Toni was fährst du eigentlich für eine persönliche Agenda gegen Blessin. Laut dir hat er ja keine erfolge nachzuweisen, was einfach faktisch nicht stimmt (Klassenerhalt mit uns, Pokalsieger in Belgien…). Zudem hat er (leider gottes) die qualitativ vermutlich schlechtest besetzte Mannschaft der Liga (zum Vergleich: der HSV hat Spieler die einen Marktwert jenseits der 20 Millionen haben und Mainz spielt nun bereits über 10 Jahre erste Liga sowie mehrere Male in der Euro League). Was die gewisse Anti Fußball Attitüde angeht hätte ich dir vor Weihnachten wahrscheinlich auch noch recht gegeben, aber vor allem gestern oder auch gegen Leipzig sah das doch über große Teile des Spiels nett aus. Was soll Blessin eigentlich gestern anders machen? Den Kopf nach fujitas Ball selber reinhalten? Oder Gregoritsch selber in manndeckung nehmen?

    1. Von einem Anton zum anderen: Kein bisschen persönlich. Ich habe Blessin letzte Saison wo es nur geht verteidigt und klar formuliert, dass seine Erfolge überragend waren, weil er die Mannschaft hatte, die für Hürzeler gebaut wurde. In dieser Saison auch lange ihm den Rücken gestärkt, aber es ist nunmal die Einsicht eingekehrt, dass das Glück ihn verlassen hat, die Lösungen schlagen fehl und wir drehen uns im Kreis. Ich habe in dem Sinne falsch abgeleitet, dass seine Erfolge wirklich Erfolge waren, die er zu verantworten hatte, sondern er Profiteur der Umstände war. Je mehr die Mannschaft seinen Wünschen angepasst wurde, umso schlechter wurde sie, als würde er jeden einzelnen schlechter machen.

    2. Und weil es grad nicht ganz sauber formuliert war: Ich habe mich nicht gegen Blessin geäußert, sondern gegen die sportliche Führung, die ihn am Ruder lässt. Ich behaupte nicht, dass er böswillig uns zu Niederlagen coacht, sondern, dass er einfach seine Idee nicht vermitteln kann bzw. die Idee nicht zündet.

      Das deterministische Gerede um Marktwerte, die von Clowns wie mir über eine Community bestimmt werden, ist zu billig. Dann können wir es gleich sein lassen und die Fahrtkosten zu den Spielen sparen, ist ja eh automatisch verloren, weil xyz auf TM die Marktwerte festgestellt hat.

      1. Moin Toni, ich antworte dir mal auf diesen Kommentar, hätte es aber unter allen anderen hier tun können. Vieles was du schreibst, spricht mir aus der Seele. Wir haben jetzt eine komplette Halbserie nach unserem Traumstart gespielt und aus 17 Spielen einen Sieg und insgesamt 7 Punkte geholt. Das ist in jeglicher Hinsicht desaströs.

        Viele der Spiele, die wir verloren haben, hatten nicht den Marktwert als Hauptgrund für die Niederlage. Exemplarisch genannt die Spiele gegen Union, in Wolfsburg, Heimderby oder auch in Köln. Aber wenn es wirklich so komplett aussichtslos ist mit unserem Budget, dann lass und bitte in die 2. Liga gehen und nie wieder aufsteigen, hat ja eh keinen Sinn, also warum erst versuchen?

  6. Moin, danke Tim für die realistische Analyse. Leider zeigen die letzten Spiele, dass die Mannschaft trotz gegenteiliger Kommentare aus den eigenen Reihen in der Bundesliga nicht mithalten kann. Es fehlt an fußballerischer Kompetenz in fast allen Teilen der Mannschaft – Torwart ausdrücklich ausgenommen – und an mentaler Stärke. Es gelingt einfach nicht, die Konzentration über ein ganzes Spiel hinweg aufrechtzuerhalten. Dadurch entstehen dann auch die individuellen Fehler. Ob diese ganzen Defizite mal eben „wegtrainiert“ werden können, wage ich zu bezweifeln.

  7. Ich verstehe die Trainerdiskussionen nicht… was soll Blessin denn machen? Soll er Sinani vor dem Spiel nochmal die Füße massieren, damit er beim nächsten Mal das Ding rein macht? Ich sehe nicht, was man wie taktisch besser machen kann. Auch sehe ich keine Kritikpunkte an den Transfers. Es bleibt dabei: Damit man den Klassenerhalt schafft, müssen alle über sich hinauswachsen. Das kann klappen. Klappt leider aktuell nicht, bzw. nur zum Teil. Aber an der sportlichen Führung und am Trainer herumzukritisieren, wenn die erforderlichen 110 % nicht erreicht werden, obwohl es alle unbestritten versuchen, ist nicht sonderlich motivierend für alle. Ich stehe lieber beim nächsten Heimspiel auf der Tribüne und konzentriere mich darauf, die Mannschaft zu pushen und verbal zu unterstützen. Nur so kann sie und das gesamte Team drum herum über sich hinauswachsen.

    Auf geht’s St. Pauli!

  8. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, habe ich doch viel Gutes gestern gesehen. Klar, 2 blöde Fehler vor den Gegentoren (aber zentrale IV ohne Hauke schockt halt nicht), aber sonst eins der besten Spiele der Saison. Viele gute und richtige Entscheidungen, viele gute letzte Pässe. Also ganz klar ein weiterer Schritt hin zu erfolgreichen Spielen. Jetzt muss nur noch der Knoten beim Torabschluss platzen und dann gewinnen wir auch. Am besten schon am Dienstag!!

    In der Bahn wurde gerade ein „Blessin raus, dafür Steffen holen und das Team für die 2. Liga aufbauen!“ gefordert. Da hab ich jetzt schon Nackenschmerzen vom Kopfschütteln…

  9. Auch mit dem Abstand einiger Stunden wiegt die Niederlage beim FCA schwer.
    Sowohl beim Trainer (siehe PK) als auch bei Fans und Sympathisanten. Jeder sucht nach möglichen Ursachen, manch einer glaubt – aus seiner Sicht – eine Erklärung gefunden und letztendlich sogar Lösungen zu haben.
    Die einfachste Lösung: Der Trainer, als der sportlich Verantwortliche.
    Er trainiert in der Woche die Mannschaft, er bereitet sie (taktisch) vor, er entscheidet wer spielt.
    Nach 90 Minuten sehen wir alle das Ergebnis auf der Anzeige.
    Für den Trainer bedeutet das doch oberflächlich betrachtet: Wieder eine Woche Arbeit ohne Punkte.
    Auch wir (nur) als Zuschauer sind sauer und enttäuscht.
    Aber jetzt versetzt euch mal in die Lage des Trainers kurz nach Schlusspfiff den (mehr oder weniger) schlauen Fragen der Sky Reporter antworten zu müssen.
    Auch wenn das landläufig als „gehört zum Trainerjob und dafür bekommt er ein gutes Gehalt“ bezeichnet wird, nötigt es mir doch Respekt ab wie Alex Blessin, in dieser schwierigen Phase, damit umgeht.
    Ich würde mir wünschen den Trainer nicht in Frage zu stellen. Denn es bleibt immer die Frage ob ein anderer es erfolgreicher machen würde – oder?

  10. Danke Tim, volle Zustimmung.

    @toni: Die Zahlen helfen weiter, Trainerwechsel bringen nichts. Sie werden meist nur gemacht, weil andere Vereine vor den Tonis dieser Welt einknicken.
    Und Dapo wechselt wahrscheinlich in die 2. Liga. Weil er die Premier League doof findet?
    Du kannst eine Agenda bestreiten, offensichtlich ist sie schon.

    Ich freue mich schon auf Dienstag bei den Pillen. Nichts zu verlieren. Regen, kalt. Beste Voraussetzungen

      1. Ach toni, in seiner Bubble vielleicht. Die Zahlen sehen anders aus. Aber wahrscheinlich sind die Fakten egal. Als Elternteil von Dapo, kann man das nicht anders machen. Verstehe ich.

          1. Bitte in den Kommentaren sachlich bleiben, andernfalls sehen wir uns als MillernTon gezwungen einzugreifen.

  11. Selbst als hoffnungsloser Optimist gucke ich jetzt schon auf die Tabelle der 3. Liga und hoffe dass Cottbus und/oder Rostock nicht aufsteigen.
    Und vielleicht sollte Ricky in die Leichtathletikabteilung wechseln 🙁

  12. Wer so spielen kann wie gegen Dortmund, Leipzig oder zuletzt gegen Augsburg, muss nicht absteigen.

    Bei aller Unzufriedenheit über das gestrige Ergebnis; Spielerisch wird’s gerade immer besser, xGs hier, Offensivverhalten da. Wenn man denn glaubt, ein Trainerrauswurf würde uns helfen, bittesehr, ich persönlich seh’s anders. Apropos persönlich: Die in meinem Augen teilweise sehr persönliche Kritik am Weg meines Herzensvereins macht mir zum einen wenig Freude, zum anderen verstehe ich sie nicht so ganz. Mit Statistiken zu Trainerwechseln braucht man nicht kommen, der SC Freiburg der Vergangenheit taugt nicht aka Vorbild für unsere Zukunft, und die Spieler muss man eh ganz anders einsetzen, so von der Tastatur aus betrachtet. Und was ist eigentlich mit Choupo-Moting und den Hartel-Millionen? Tja.
    Der FC St. Pauli macht die Dinge so, wie er sie machen muss. Ich bin davon überzeugt, das dieses hier und da anders machen auch das richtig ist und sportlichen Erfolg nicht verhindert sondern ihn sogar verstärkt.
    Dazu zählt eine gewisse Haltung, eine Genossenschaft und auch ein geduldiges Auge auf das Team der 1. Fußballherren. Die letzten Jahre haben mir gezeigt, dass die so genannte Führung da auch einen sehr guten Job macht, sie hat mein Vertrauen.

    Augsburg als Reiseziel an sich übrigens eine 10/10. Richtig, richtig schön und auch ziemlich stabil. Leverkusen wird anders, was ihnen allerdings nicht helfen wird. Voran, immer weiter!

  13. Bitte nicht „das Kind mit dem Bade ausschütten“…Toni, du hast nur in einem Punkt Recht: nach dem 1:0 hat die Mannschaft dieses Ergebnis nicht vorne verteidigt (!) sondern den Gegner sich warm spielen lassen, ein Fehler, der nicht zum ersten mal passiert. Ando und Rasmussen haben die Mannschaft sehr sicher gemacht, so das der Ball mühelos von hinten heraus gespielt werden konnte, wie cool insbesondere Ando agierte, wenn sich abzeichnete, das er nicht abspielen kann, er legte den Ball mit dem ersten Kontakt in den Raum zwischen die 2 nächsten Gegner und zog locker durch die Jungs durch, ein ums andere mal…BITTE SCHAUT WAS PASSIERT ! NICHT NUR AUF DAS ERGEBNIS…das Mittelfeld war Passsicher wie lange nicht mehr, die Kombinationen kreativ wie selten zuvor bis zum letzten Ball, aber der Abschluss, er scheiterte an den NERVEN der Stürmer. Und die schlechte Nachricht ist, das wird auch so bleiben, denn es ist nur sehr schwer weg zu trainieren, wenn die Nerven eines Spielers sich im entscheidenden Moment verselbständigen. Wir brauchen also Knipser, vorn, eben Stürmer, die genau diese Prädisposition nicht haben, und möglicherweise haben wir mit Taichi schon einen weiteren. Wir haben mit Martijn schon einen, er hat 2 mal vor Tor gezeigt, das er in den letzten Bruchteilen von Sekunden vor dem Torwart noch realisiert, was der macht, bzw. machen wird – leider sitzt er meist auf der Bank und fand in seinen letzten kurzen Einsätzen wenig Bindung. Sinani hat bei seiner 100 pro Chance noch locker die Zeit gehabt darauf zu reagieren, das der Torwart bei seiner Ballannahme schon in der Luft Richtung rechte Ecke war (!), er hätte den Ball locker und sicher über den Torwart hinweg gegen dessen Bewegungsrichtung heben können, wenn er nur cool geblieben wäre. Aber Sinani ist ein Verlegenheitsstürmer, ebenso wie Fujita ein Verlegenheitszehner/Stürmer ist. Wer klare 10ner Qualitäten zeigt, ist Jackson (was für ein Traumpass zur Grundlinie!), leider laboriert er mit seinem Fuß.
    Ich möchte hier mal Bilanz ziehen zur Debatte um den Trainer:
    Ich habe ihn, wie andere auch, hart kritisiert, weil er der Mannschaft unbedingt ein ganz, ganz besonderes Spielsystem auf zwingen wollte, anstatt sie dort abzuholen, wo sie stand, ich habe ihn kritisiert, weil er mutlos war, mit 3 6ern spielte und dies als „Defensive“ verstärken verstand, andere hier haben einen kreativen Mittelfeldspieler angemahnt, ich habe wiederholt den 3. Stürmer im System gefordert…all dies hat die sportliche Leitung INZWISCHEN REALISIERT, wofür sie unsere Weisheiten wohl nicht brauchte, sie hat die Probleme eher selbst gesehen und abgestellt. Die letzte Baustelle ist der Sturm und auch dort ist schon etwas passiert. So what? Wen soll man da von der sportlichen Leitung ablösen und warum?
    Ein Wort zu den Toren: Tore fallen durch Fehler, aber das 1. Tor von Gregoritsch ist ein Klassiker, er zog ansatzlos genau durch die Mitte (!) zwischen Smith und Ando durch, durch die Mitte spielt man auch im Tennis Doppel, wenn beide am Netz stehen, weil dann eine große Chance besteht, das keiner reagiert..!
    Die Ecke ist eher schlecht verteidigt, aber Smith konnte es nicht verhindern, der Mann vor Gregoritsch hätte zurückweichen müssen um per Kopf zu klären, Smith aber hätte Gregoritsch nur nach vorn schieben können, um an den flach herein fliegenden Ball zu kommen, der hätte sich sofort fallen gelassen und einen Elfer gezogen.
    Alles in allem läuft es läuft grundsätzlich sehr gut, das Ergebnis blieb leider aus…müssen wir uns aufregen? Geschenkt…

    1. Ich teile deine Einschätzung und Resumee nicht, aber ich verstehe, wie man auf sie kommt. Daher starker Kommentar 🙂

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