Der FC St. Pauli feiert einen verdienten wie besonderen Erfolg gegen den VfB Stuttgart. Verdient, weil der FCSP gegen den Ball stabil blieb und besonders, weil er Widrigkeiten trotzte.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Es ist noch lange nicht vorbei. Der FC St. Pauli lebt und gibt – wer das Spiel gesehen, wird das zu 100 Prozent bestätigen – alles, wirklich alles, um in der Bundesliga zu bleiben (Grüße an alle, die in den letzten Tagen/Wochen/Monaten das Gegenteil behaupteten). Das führte zu einem Spiel des FC St. Pauli, an dessen Ende erleichterte, glückliche und stolze Gesichter blieben. Was für ein Fußball-Nachmittag!
Die Aufstellung
Aber vor dem Stolz und der Erleichterung gab es erstmal schlechte Nachrichten: Eine Stunde vor Anpfiff bekamen der ohnehin schon spärlich vorhandene Mut und die Hoffnung, dass der FC St. Pauli gegen den VfB Stuttgart etwas Zählbares holen könnte, einen massiven Dämpfer. Denn Hauke Wahl und Eric Smith schafften es nicht in den Kader. Zudem fielen mit Joel Fujita und Mathias Pereira Lage zwei weitere wichtige Spieler kurzfristig aus (Blessin äußerte vor allem bei Fujita die Hoffnung, dass dieser kommende Woche wieder spielen kann). Entsprechend stellte sich die Startelf fast ganz von alleine auf. Im Vergleich zum Spiel gegen Leverkusen standen Adam Dźwigała, Manos Saliakas und Jackson Irvine neu in der Startelf. Im Kader waren mit Taichi Hara, Jannik Robatsch, Nick Schmidt, Fin Stevens und Romeo Aigbekaen gleich fünf Spieler, die in dieser Saison (vier sogar noch nie) keine einzige Bundesligaminute auf dem Platz standen.
Fujita und Pereira Lage fallen kurzfristig aus
Eigentlich hätte man nach Bekanntgabe der Aufstellungen vielleicht doch etwas positiver gestimmt sein können. Denn das letzte Mal, dass der FC St. Pauli personell so dermaßen ramponiert in ein Bundesligaspiel ging, war gegen… Stuttgart. Kurz vor Weihnachten 2024 reiste der FCSP auf letzter Rille zum VfB und gewann dort überraschend mit 1:0. Ein gutes Omen also.
Der VfB Stuttgart veränderte seine Startelf im Vergleich zum Pokalspiel gegen Holstein Kiel auf zwei Positionen: Ermedin Demirović stand anstelle von Jamie Leweling in der Anfangsformation und Finn Jeltsch ersetzte Jeff Chabot in der Innenverteidigung. Eine qualitative Schwächung der Startelf bedeuteten diese Wechsel nicht. Durch die Hereinnahme von Demirović rückte Undav eine Position nach hinten, agierte im Zehnerraum.

FCSP: Vasilj – Dźwigała, Andō, Mets – Saliakas, Sands, Irvine, Pyrka – Sinani, Rasmussen – Kaars
VfB: Nübel – Vagnoman, Jeltsch, Hendricks, Mittelstädt – Karazor, Stiller – Undav, El Kahnnouss, Führich – Demirović
St. Pauli kontrolliert die Halbräume – und damit das Spiel
Das Ballbesitzspiel des VfB Stuttgart ist eines, mit dem der FC St. Pauli in den letzten drei Aufeinandertreffen große Probleme hatte. Die Stuttgarter zeigen im Spiel mit dem Ball eine ausgeprägte Asymmetrie der Formation. Aus dem nominellen 4-2-3-1 entwickelt sich eine Art 3-2-4-1. Die Asymmetrie entsteht dadurch, dass der VfB-Rechtsverteidiger sehr viel offensiver positioniert ist als der Linksverteidiger. Am Millerntor stand Rechtsverteidiger Vagnoman konsequent auf einer Höhe mit Mittelstürmer Demirović. Auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfelds war es aber nicht Linksverteidiger Mittelstädt, sondern Linksaußen Chris Führich, der diese Höhe besetzte. Mittelstädt blieb oft tiefer, schob auch immer wieder in den defensiven Halbraum rein.
Mets geht auf Dauer-Tuchfühlung mit Undav
Die Asymmetrie allein ist es nicht, was dem FC St. Pauli Probleme in den letzten Spielen gegen den VfB bereitet hatte. Vielmehr war es das Verhalten der beiden verbliebenen Offensivspieler auf dem Platz: Am Samstag waren es Deniz Undav und Bilal El Khannouss, die in den offensiven Halbräumen herumtanzten. Beide suchten mit steten Bewegungen immer den Raum schräg hinter den beiden Sechsern (Irvine und Sands), möglichst weit weg von der letzten Linie des FC St. Pauli. Genau in diese Räume möchte der VfB Stuttgart seine Pässe spielen, oft schon aus den Innenverteidiger-Positionen heraus. Von dort wird entweder direkt der Weg zum gegnerischen Tor gesucht oder aber das Spiel wird auf eine Außenbahn verlagert, um dort die temporeichen Spieler in direkte Duelle zu bringen. Das klappte am Samstag nur sehr selten.
Denn der FC St. Pauli zeigte sich sehr gut eingestellt auf das Stuttgarter Aufbauspiel. Die beiden „Halbraumzehner“ Undav und El Khannouss wurden eng von Dźwigała und Mets bewacht, beide Innenverteidiger folgten ihren Gegenspielern teilweise bis tief in die Stuttgarter Hälfte. Karol Mets erklärte später den Grund, warum er Undav so krass auf den Füßen stand: „Er ist ein sehr kreativer Spieler. Wenn er im Halbraum aufdrehen kann, dann spielt er „Killer-Pässe“. Wir mussten da ein Auge drauf haben und ihn so gut es ging kaltstellen.“ Gleiches tat Dźwigała mit seinem Gegenspieler El Khannouss und Alexander Blessin war nach Abpfiff voll des Lobes: „Wir wussten, dass sie da in den Räumen warten und es schwierig wird, wenn wir ihnen den Raum lassen. Karol und Adam haben es hervorragend gemacht und dabei geholfen, sie nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.“
Viele gute Ballgewinne für den FC St. Pauli
Dadurch, dass der FC St. Pauli diese Räume schloss, der VfB Stuttgart aber ein (zu Recht, wie ich finde) sehr selbstbewusstes Team ist, welches trotzdem versucht, diese Räume zu bespielen, konnte der FCSP viele Bälle gewinnen. Und auch wenn es aufgrund der starken Teamleistung eher unangebracht ist, einzelne Spieler herauszupicken, so möchte ich einen ganz besonders hervorheben: James Sands hat laut FotMob sieben Stuttgarter Pässe abgefangen. Um einordnen zu können, wie überragend diese Zahl ist: Alle anderen eingesetzten Spieler (von beiden Teams) haben zusammen nur zwölf Pässe abgefangen, mehr als ein Drittel aller abgefangenen Pässe im gesamten Spiel gingen also alleine auf das Konto von „Jimmy“ Sands. Wow.
Aus diesen Ballgewinnen machte der FC St. Pauli viel. Mehr als in vielen anderen Spielen in dieser Saison. Blessin zeigte sich nach Abpfiff vor allem mit der Positionierung seines Teams zufrieden, betonte, dass man aufgrund der engen Staffelung gute Umschaltmomente generieren konnte. Auffällig war auch, dass die beiden Außenverteidiger, Pyrka und Saliakas, mehrmals Pässe auf der Außenbahn abfingen oder sehr schnell am Gegenspieler dran waren und diesen entscheidend stören konnten. Und wenn der VfB Stuttgart dann doch mal einen langen Ball über den kompakten Block namens FC St. Pauli spielte, dann war da immer noch Tomoya Andō. Der spielte so sicher und abgezockt, lief Gegner ab, gewann Kopfballduelle und organisierte sogar Mitspieler, als hätte er nicht erst seinen fünften Einsatz auf Bundesliganiveau absolviert. Es war schon in den letzten Spielen klar ersichtlich, dass Andō den FC St. Pauli besser macht. Gegen den VfB Stuttgart aber spielte er auf einem derart hohem Niveau, das ist doch einfach Wahnsinn. Wahnsinn, weil die Entwicklung so schnell geht und er dabei eine Selbstverständlichkeit an den Tag legt, als sei das Spiel gegen eine Top-Offensive der Bundesliga für ihn ein Spaziergang.

Hochverdiente Führung
So entwickelte sich ein Fußballspiel, mit dem vor Anpfiff sicher nur wenige gerechnet hatten: Probleme gegen den Ball bekam der FC St. Pauli nur dann, wenn es den Stuttgartern dann doch gelang, ihre Außenbahnspieler mit Tempo an den Ball zu bringen. Aus dem Zentrum heraus erspielte sich der VfB hingegen keinerlei Torgelegenheiten. Es war der FC St. Pauli, der sich die besseren Gelegenheiten erspielte. Der VfB Stuttgart kam in der ersten Hälfte nur zu mageren zwei Abschlüssen (beide Male nahe am Tor und aus sehr spitzem Winkel), der FCSP zu neun. Und je länger die ersten 45 Minuten dauerten, umso zwingender wurden die Gelegenheiten.
Es war dann der achte von diesen neun Schüssen, der den Weg ins Stuttgarter Tor fand. Der FC St. Pauli kombinierte sich nach einem eigenen Einwurf auf der linken Seite durch, Irvine legte per Hacke zu Pyrka, der zusammen mit Rasmussen links frei durch war. Pyrka brachte den Ball flach an den Elfmeterpunkt, wo Sinani, eng bewacht von einem Gegenspieler, den Ball durch die Beine weiterlaufen ließ, der dadurch zum völlig blanken Saliakas gelangte. Der war von seiner rechten Seite bis in den Strafraum eingelaufen, Blessin dürfte sich ob dieser Bewegung sehr gefreut haben, und Manos ließ den Ball perfekt über den Schlappen rutschen, sodass jener rechts im Stuttgarter Tor einschlug. Ein toller Treffer.
Der FC St. Pauli zeigte also erneut, wie auch in Leverkusen und Augsburg, eine extrem gute Anfangsphase und ging, wie auch in Augsburg, in Führung. Und dieses Mal fing sich das Team nicht den Gegentreffer zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt kurz vor der Pause, das Momentum blieb auf Seiten des FCSP. Es wäre auch echt völlig unverdient gewesen. Denn vom „Angstgegner“ VfB Stuttgart war so gut wie nichts zu sehen.
Stuttgart ballsicherer, aber weiterhin ungefährlich
Der VfB Stuttgart reagierte in der Pause, brachte Jamie Leweling anstelle von El Khannouss und damit noch etwas mehr Tempo und Dribbelstärke ins Spiel. Fast wäre der Start in die zweite Hälfte aus Stuttgarter Sicht gelungen, doch Dźwigała klärte eine Hereingabe mit etwas Glück an den Pfosten und nicht ins FCSP-Tor. VfB-Trainer Hoeneß erklärte nach Abpfiff, dass er mit dem Spiel seines Teams in der zweiten Hälfte zufriedener gewesen sei als mit jenem in den ersten 45 Minuten. Allerdings lief es offensiv bis in die Nachspielzeit ähnlich bescheiden. Neben dem Pfostentreffer durch Dźwigała kamen die Gäste im zweiten Abschnitt bis zur 90. Minute nur zu zwei eigenen Abschlüssen. Macht insgesamt vier Abschlüsse des VfB Stuttgart in 90 Minuten – und diese Zahl ist eigentlich alles, was man wissen muss, um zu erkennen, wie verdammt gut der FCSP verteidigte.
Denn auch wenn Hoeneß einen besseren VfB in der zweiten Hälfte sah, so hatte er eigentlich nur mehr Ballbesitz. Im Vergleich zur ersten Hälfte brach das Team sogar etwas seltener gefährlich über die Außenbahn durch. Alexander Blessin erklärte nach Abpfiff, dass das auch damit zusammenhing, dass Saliakas und Pyrka etwas müder wurden und in Pressingsituationen öfter in der Kette verblieben, sodass der VfB seltener in ihre Rücken spielte.
Führich spielt Faustball im eigenen Strafraum
Das Spiel des VfB war also auch in der zweiten Halbzeit chancenarm. Aber die Gäste wurden in der zweiten Hälfte ballsicherer und entsprechend kam der FC St. Pauli nicht mehr so gut in Umschaltsituationen. Offensivspieler Chris Führich erzeugte zum Beispiel nur in einem Strafraum Gefahr, nämlich im eigenen: Nach einem FCSP-Freistoß schien die Situation eigentlich geklärt, Führich wollte den Ball rechts aus dem Strafraum spielen, war nicht unter Bedrängnis. Aber Ball und Arm zogen sich magisch an. Führich mag die Hand nicht absichtlich zum Ball geführt haben, aber sie traf ihn trotzdem entscheidend. Schiedsrichter Brand entschied zunächst auf Freistoß, wurde dann aber vom VAR darauf aufmerksam gemacht, dass das Vergehen innerhalb des Strafraums stattfand. Sinani schnappte sich den Ball (Irvine vermittelte in dieser Szene kurz zwischen Sinani und Kaars, der den Elfmeter auch gerne geschossen hätte) und verwandelte sicher zum 2:0.
Wenige Minuten nach diesem zweiten Treffer machte Tomoya Andō einen für ihn ungewöhnlichen Fehler, als er einen Stuttgarter Pass abfing, diesen dann aber direkt in die Füße eines Gegenspielers legte. Kurz danach lupfte Undav den Ball etwas zu weit, sodass der nicht im, sondern auf dem FCSP-Tor landete. Bis zur 80. Minute sollte das der erste und letzte VfB-Abschluss nach Wiederanpfiff gewesen sein. Zwischendrin hatte Sands noch eine gute Kopfballgelegenheit, die aber ein sehr schmerzhaftes Ende nahm. Weil der Ball knapp am Tor vorbeiging, seine Nase aber nicht am Kopf von Gegenspieler Hendricks.
Schiefnasen-Jimmy und Humpel-Jacko sorgen für Stabilität
So war der personell eh extrem angeschlagene FC St. Pauli ab dieser 63. Minute noch ramponierter als ohnehin schon. Sands konnte erst nach gestoppter Blutung wieder das Feld betreten. Nach Abpfiff wollte er aufgrund der stark geschwollenen und krummen Nase keine Interviews geben, aus der Nähe in der Mixed Zone machte diese einen gebrochenen Eindruck. Neben ihm auf der Doppelsechs humpelte Jackson Irvine über das Feld, deutlich sichtbar immer dann, wenn der Ball gerade mal nicht im Spiel war. Da es, abgesehen von Nick Schmidt, im Kader sowohl an Spielern für die „Halbraumzehner“-, als auch für Sechser-Position fehlte, erklärte Blessin nach Abpfiff, dass er geplant hatte den angenehm ballsicheren Matti Rasmussen nach hinten zu ziehen und Lars Ritzka(!) für die Position vorne links zu bringen (oder Saliakas hätte vorgeschoben), hätte Irvine oder Sands ausgewechselt werden müssen.
Der FC St. Pauli spielte, in Ermangelung an Alternativen, die Partie mit Schiefnasen-Jimmy und Humpel-Jacko (das ist überhaupt nicht böse oder gehässig gemeint) weiter. Und spätestens ab diesem Moment konnte man den Eindruck gewinnen, dass sich der Nachteil aufgrund der vielen Ausfälle längst in eine Stärke umgewandelt hatte. Hoeneß attestierte dem FC St. Pauli nach Abpfiff eine Wagenburgmentalität. Blessin erklärte, dass man sich aufgrund der vielen Ausfälle bereits vor der Partie gesagt habe: „Was sollen wir jetzt lamentieren? Wir müssen es so annehmen.“ Man habe dann im Spiel gemerkt, dass das Team enger zusammengerückt und ein Funke auf das Stadion übergesprungen sei, jede Grätsche wurde gefeiert, was das Spiel des FCSP noch weiter bestärkt habe.

Leweling schafft den Anschluss
Obwohl der FC St. Pauli erst in der 90. Minute überhaupt das erste Mal wechselte, gab es auch tief in der zweiten Hälfte keine Anzeichen dafür, dass er in der Defensivarbeit nachlässiger wurde. Wie schnell das Team nach Ballverlusten immer wieder hinter den Ball kam, sich zu seinem kompakten 5-4-1 zusammenfand, war beeindruckend und für den VfB Stuttgart ganz sicher auch zermürbend. Vielmehr hätte der FCSP vielleicht sogar noch das dritte Tor erzielen können, zum Beispiel scheiterte Kaars mit einem Abschluss am Gesicht von VfB-Torhüter Nübel. Als sich unter die Anspannung ganz langsam das wohlige Gefühl von „Wir schaffen das! Wir bringen das über die Zeit!“ mischte, wurde dieser Gedanke schnell bestraft. Denn mit Beginn der Nachspielzeit erzielte Leweling sehenswert den Anschlusstreffer. Die FCSP-Spieler monierten vergeblich ein Handspiel von Arevalo.
So war noch einige Minuten Zittern angesagt, auch weil ein Treffer von Saliakas nicht zählte, da der Ball vorher von Ritzka aus dem Toraus wieder ins Spielfeld gebracht wurde. Schade eigentlich, denn die Bude von Saliakas war ein hammermäßiges Geschoss und hätte deshalb eine Wertung als Tor durchaus verdient gehabt.
Der Treffer zählte nicht und auch auf der Gegenseite passierte nichts mehr. Es wäre wohl das maximale Drama gewesen, das Gefühl großer Ungerechtigkeit wäre präsent gewesen, wenn der VfB doch noch zum Ausgleich gekommen wäre. Das wäre wohl ein heftigerer Niederschlag gewesen, als die Treffer der Münchener und Dortmunder in der Nachspielzeit zusammen.
+++ Unterstützt den MillernTon! +++
Dir gefällt, was Du hier liest?
Alle Inhalte auf MillernTon.de sind gratis und das wird auch so bleiben. Aber Du kannst unsere umfassende und professionelle Berichterstattung rund um den FC St. Pauli unterstützen.
Alle Infos dazu: Hier entlang!
+++ +++
Lebenszeichen und Rückenwind
Aber nein, dieses Mal nicht. Der FC St. Pauli brachte die knappe Führung über die Zeit und feiert somit einen verdienten Sieg gegen den VfB Stuttgart. Dieses Mal belohnte sich der FC St. Pauli für eine gute Leistung und gewinnt endlich wieder ein Bundesliga-Spiel. Dieser Erfolg darf durchaus als besonders bezeichnet werden. Nicht nur, weil der FCSP gegen eines der Top-Teams der Bundesliga gewinnen konnte, sondern weil er dabei sämtlichen personellen Widrigkeiten trotzte. Nach vielen Wochen, in denen es für gute Leistungen nichts oder nur wenig Zählbares gab, ist dieser Erfolg ein fettes Lebenszeichen im Abstiegskampf. Und dieses war bitter nötig, weil auch die Konkurrenz punktete. Damit dieses Lebenszeichen mehr ist als ein kurzes Aufflimmern im Kampf um den Klassenerhalt, müssen nun weitere Ergebnisse folgen. Denn auch wenn sich dieser Erfolg wirklich total großartig anfühlt und das Team sämtlichen Respekt verdient hat: Der FC St. Pauli steht weiterhin auf einem Abstiegsplatz. Allerdings mit nun deutlich mehr Rückenwind.
Immer weiter vor!
// Tim
Alle Beiträge beim MillernTon sind gratis. Wir freuen uns aber sehr, wenn Du uns unterstützt.
Unsere Kommentare sind nur per Registrierung zugänglich. Bitte bei Bedarf eine E-Mail mit Klarnamen und gewünschtem Username an Maik@MillernTon.de schicken.
MillernTon auf BlueSky // Mastodon // Facebook // Instagram // Threads // WhatsApp // YouTube
Moin, was für ein geiles Spiel von unserer Mannschaft mit super Unterstützung des Publikums.
Was hatte ich letztens geschrieben:
„ Es steht ja immer wieder der Satz „Spiele werden im Kopf entschieden“ im Raum. Vielleicht ein Ansatzpunkt im Trainingsbereich, den Hebel im Kopf anzusetzen…
Einfach Glaube und Hoffnung entfachen.“
Hat erfolgreich geklappt. Mannschaftliche Geschlossenheit, der Glaube an die eigenen Fähigkeiten und die „berüchtigte“ underdogmentalität können tatsächlich Berge versetzen (Hoffnung entfachen). Einfach weitermachen, so kann es die Mannschaft schaffen
Auch von mir grüße an die, die mich für komplett Wirr gehalten haben weil ich eben nicht Schwarz gemalt habe. Ich bin auf der Couch ausgerastet vor freude.
Bitte gegen Leverkusen wieder so einen Kampf. Stadion und Mannschaft waren der Wahnsinn selbst am TV war es zu spüren.
Klassenkampf!
Immer weiter vor!
🤎🤍
„We are back, we are back“ schreit Blessin im Kreis nach dem Spiel. Da war nicht nur das Team gemeint. Es war auch an den Kicker und die Bild gerichtet. So zeigt ein Trainer Reaktion
Und es bezieht sich auch auf das Spielglück. Die Leistungen gegen München und Dortmund waren auch schon sehr gut. Es fehlte leider das Glück und dem letzten Funken an Konzentration.
Weiter so bei den Pillen
Holy Shit!! Zum Glück scheint meine Einschätzung über die Mannschaft und den Trainer falsch. Steinigt mich digital unter diesem Kommentar dafür 🙂
Hoffentlich bleibt Jackson nach den 90 Minuten ohne Schäden. Jetzt noch die beiden Ws überholen und Platz 15 erobern. 🏴☠️
🙏
Ach Toni,
ich liebe es einfach, wenn Du Unrecht hast. 😉😊
Ich auch, Mario, ich auch 🙌🏻
Wenn du schon so freundlich darum bittest, werfe ich gerne den ersten Stein. 😉
Ich fand deine Stimmungsmache insbesondere gegen den Trainer extrem unangenehm und unangemessen, aber Respekt für das Eingeständnis, evtl. danebengelegen zu haben. 👍🏻
Das ging mir genauso, vor allem, weil Toni schon sehr überzeugt von seiner Sicht der Dinge war und immer weiter nachgelegt hatte. Aber auch von mir Respekt für seine „Einsicht“, auch schon nach Tims Kommentar…
Und gestern war wirklich magisch! Was für ein Auftritt.
wie gesagt, ich habe keine agenda, der ich blind folge. Ich habe die sache so interpretiert und reflektiert und kam zu meiner erkenntnis. Ich sehe nun, ich habe falsch gelegen und die mannschaft lebt und spielt für den trainer – daher bin ich praktisch gezwungen, zurückzuziehen. Alles andere wäre persönlich, was ich ja stets verneint habe.
Respekt für deine Einsicht.
Klassenkampf!
YNWA 🤎🤍
ENDLICH! ein positives Ende, gut gespielt haben wir oft genug, gegen Leverkusen klappte mir noch in der 1.Hz der Unterkiefer runter, so geil war das gespielt.
Und Augsburg zu verlieren war absurd.
Fortune is back!
Wobei der 3er gestern nix mit Glück zu tun hatte, viele verlorenen Spiele davor aber mit Unglück!
Unabhängig von seinen 2 Toren: Wie kann man Saliakas nur auf der Bank lassen? Wer sonst kann so geile Flanken von rechts?
Hoffentlich füllt sich der Kader gegen Leverkusen, spielen wir nur annähernd wie in den ersten 45 Minuten im Pokal, punkten wir!!!
„Ein toller Treffer“ – ist das ein gutes Gefühl, so einen simplen Satz mal wieder im MillernTon zu lesen…
Mit dem gestrigen Sieg hat sich der FCSP außerdem mit einem Schlag in eine sehr aussichtsreiche Lage versetzt: Sollte Bremen nicht gegen München punkten und Wolfsburg in Leipzig verlieren (beides durchaus valide Perspektiven), dann könnte der FCSP bei einem Sieg in Leverkusen sogar vorübergehend die Abstiegsplätze verlassen. Wie schnell sich nach so einer großartigen Leistung plötzlich alles wieder dreht…
In Ando we trust.
Das war ganz stark gestern. Das Pass-Spiel, das ich bisher nur gesehen habe, wenn unsere Verteidiger sich aus dem Pressing befreit haben, reichte auf einmal bis an den gegnerischen Strafraum. Dafür kaum Hail-Mary-Bälle in die Spitze, die nicht ankommen. Wenn die B-Elf so gut spielt, sollte die B-Elf dann nicht die A-Elf sein?
Das Team kann das, schreib ich doch. Klare Weihnachts-Vibes von 2024, Tim, genau so nämlich, Mariah Carey, Jubel, leichter Regen, Initialzündung
Dazu noch mit Andō und Rasmussen zwei fantastische Neuverpflichtungen, in Borne we should trust!
Bei Stuttgart ragten neben dem fairen Sebastian Hoeneß für mich noch Undav und Karazor heraus – allerdings negativ. Schade, in dem Fall natürlich auf Undav bezogen, dass die Schiedsrichter generell wieder viel zu viel „Ansprache“ durch die Nicht-Kapitäne zulassen. Naja, ihre verschwendete Energie, nicht unsere. Immer weiter vor und einfach in Leverkusen gewinnen. Choochoo!
Den Promibonus bekommt nicht nur Undav, auch Kane, Kimmich, Schlotterback etc. Und die bekloppte Schiri GmbH lässt sich von solchen Deppen einschüchtern oder fühlen sich noch hofiert.
Dadurch machen sie es auch allen Schiris im Land schwer. Undav darf das, ich auch.
Wir haben uns über die Diskutiererei mit dem Schiri amüsiert. Die Stuggis haben in Rückstand liegend wunderbar Zeit von der Uhr genommen und das wurde auch nicht auf die Nachspielzeit aufgeschlagen.
War das gut! Auf dem Platz, auf den Rängen!
Totgesagte leben länger und gestern Nachmittag durften wir erfahren, wie das aussieht. Wir hatten beim Veröffentlichen der Aufstellung wohl alle 20.12.2024 Vibes, die allerletzte Rille is back und so. Aber gleichzeitig stieg die Hoffnung, dass was geht. Und wie es ging!
Du hast Recht, Tim, jemanden hervorzuheben, geht eigentlich gar nicht. Nenn mir einen Namen und nenne Dir mindestens 1 überragende Szene des Spielers. Soooo geil.
2 Szenen haben mein Herz allerdings besonders erwärmt:
Alex fällt Arek an der Seitenauslinie von hinten um den Hals nach einer gelungenen Aktion, noch während des Spiels wohlgemerkt.
Fujita bejubelt Andos Leistung und fordert von der Gegengerade den Applaus für ihn ein. Es war so schön, ihn endlich wieder fröhlich und ein bisschen übermütig zu sehen statt traurig und maximal geknickt.
Für Leverkusen wünsch ich mir die „Spielt dasselbe Spiel noch mal“ Choreo, auch wenn der Gegner nicht VfB Stuttgart heißt. Immer weiter vor!
Für Leverkusen wünsche ich mir die Robert Andrich-Gedächtnis-Choreo:
„St. Pauli hat halt nicht die Qualität um Leverkusen gefährlich zu werden.“
Nach dem Spiel ein Banner mit
„who the f*** is Robert Andrich*
würde passen 🫶🏻
Den Satz groß vor dem Spiel in die Kabine hängen, sollte reichen.
Danke Andrich!
Was für ein tolles Spiel von unserem Team und wie glücklich und beseelt kann man für den Rest vom Wochenende sein. Kurios für mich persönlich war ein Gespräch mit Helmut S. (Ich meine er arbeitet aktuell im Scouting beim VfB) kurz vor dem Spiel über die benötigte Anzahl von Punkten die für den Klassenerhalt nötig sind, das die bis vor dem Spiel gestern geschossenen Tore, also 18 dafür reichen würden. Was rechnet man nicht alles zusammen um weiter dran glauben zu können, das der Klassenerhalt noch möglich ist. Ich hoffe er behält damit Recht, jetzt sind es nur noch 15 Punkte die wir brauchen, also z.B. noch 5x Siege in 13x Spielen 😉
Und nach dem Spiel konnte ich sogar noch ein paar Worte mit Oke wechseln. Auch er war natürlich voll des Lobes und berechtigterweise sehr stolz wie unser Team unter den widrigen Bedingungen bis an die Grenzen und sogar darüber hinaus gegangen ist. Direkt nachgeschoben hat er aber auch gleich, das noch viel Arbeit vor uns liegt und es so weitergehen muss. WORD.
Ach so, und: I mean „Humpel-Jacko“ (danke Tim dafür), er war so wichtig auf dem Platz und schön zu sehen wie auch Fujita nach dem Spiel ausgelassen mit dem Team auf dem Rasen feiern konnte, großartig. Und was für eine Maschine ist bitte Ando, wow.
…was ein schöner Sonntag. Heute werde ich mir nochmal alle Zusammenfassungen reinziehen, aber eins ist doch klar: Der Millernton ist und bleibt einfach die beste Berichterstattung zu unserem geliebten Verein, Danke dafür.
FORZA
Ab jetzt! Gewinnen! Immer! Wir!
Boah ist das geil! Sonntag morgen und ich bekomme das Grinsen immer noch nicht aus dem Gesicht!
Andō, ich will ein Kind von dir!
Es ist halt einfach so geil! Und ganz ehrlich: Das 2:1 ist fast schmeichelhaft für den VfB.
Aber Alter! Was war das bitteschön für eine Nachspielzeit? 6 Minuten??? Meinem TV-Gerät klingeln jetzt noch die Ohren, so sehr musste ich mich aufregen.
Abgesehen vom Spiel ist dieses Wochenende aber auch ein guter Zeitpunkt, um auf die Trainer-Diskussion einzugehen, die die letzten Wochen immer mal kurz hoch gepoppt sind. Ich würde dafür gerne mal den Blick in Richtung Weser lenken:
Da wurde im Sommer mit der Verpflichtung von Horst Steffen ein langfristiges Projekt ausgerufen. Es war klar, dass das Zeit brauchen würde, das es Rückschläge geben würde und das es Geduld erfordert.
Diese Geduld war zum Schluss nicht mehr gegeben, also wurde zum einzigen Mittel gegriffen, was man scheinbar sah: Der Trainer musste weg.
Die Folge: Bo Svensson sagte ab. Bo Henriksen bekam keine Freigabe aus Mainz und so muss jetzt mit Thioune ein Trainer ran, der noch nie auf diesem Niveau gearbeitet hat.
Dafür wurde dann ein langfristig angelegtes Projekt auf Eis gelegt.
Nun hat Werder gegen Freiburg das erste Spiel unter Thioune verloren. Nächste Woche kommt Besuch aus München, eine Woche später muss man zum Endspiel ans Millerntor. Wenn Werder da wieder nicht gewinnt, ist der Effekt des Trainerwechsels vollständig verpufft und man steht an der Weser vor einem Trümmerhaufen und auf einem Abstiegsplatz.
Warum ich das gerade jetzt schreibe, wo wir doch alle so gut gelaunt sind: Ich habe auf sowas überhaupt keinen Bock!
In den nächsten Wochen bis Mai liegen noch einige Wochenenden vor uns an denen wir verdammt schlechte Laune haben werden. Und nur, weil wir gegen Stuttgart ein grandioses Spiel gesehen und dreifach gepunktet haben, bedeutet das nicht, dass wir jetzt automatisch die Klasse halten werden.
Ein Abstieg ist immer noch verdammt wahrscheinlich.
Aber auch wenn es mich tierisch anpissen würde, wieder Samstags um 13;00 Uhr durch die Käffer tingeln zu müssen – ich habe noch mehr Angst davor, dass alles was bei uns in den letzten Jahren aufgebaut wurde auseinander fällt.
Und ja: Ich würde mit Blessin auch in die 2. Liga gehen.
Aber was schreibe ich hier für einen Kappes, ist ja alles eh irrelevant. Wir holen im Bayerlande mindestens einen Punkt, gewinnen dann zu Hause gegen Werder und auf Platz 15 sieht die Welt sowieso wieder ganz anders aus.
100% bei dir.
Klassenkampf für alle!
Mit den Fans im Rücken wird die Mannschaft weiter gepusht! Mit Alex und Alex geht es immer weiter vor!
Hey Mario, vielen Dank für den Kommentar, der, wie meist bei dir, sehr pointiert und klar ist. In puncto Breme/Trainerwechsel etc bin ich so was von deiner Meinung, da gibt es nichts hinzuzufügen. Chapeau.
Aber zum Thema Nachspielzeit hab ich mittlerweile eine andere Meinung, als noch gestern im Stadion, wo ich auch außer mir war und wohl ähnlich rumgebrüllt hab, wie du. Es gab schon längere Unterbrechungen mit Bahandlungspausen, zB bei James Sands, dessen Nase gebrochen schien, zwei Tore, Auswechslungen…
War schon in Ordnung.
Peinlich war eher das ‚mimimi‘ einiger VFB Spieler, die in Interviews noch 2 Minuten mehr haben wollten..
Jo, vielleicht blubbert da immer noch etwas zu viel Adrenalin von gestern in meinem Blut.
Aber ich finde es schon bemerkenswert, dass es nach einer 2. Halbzeit immer so viel mehr Nachspiel gibt als nach einer ersten Halbzeit.
Klar, liegt auch an den Auswechlungen, aber gut.
Warum die Stuttgarter sich so darüber aufgeregt haben kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Sollen sie doch froh sein, dass sie nicht 3:1 verloren haben…
Für mich ist der Ex-Trainer in Bremen das klassische Bauernopfer.
Der vorherige Trainer Werner will unter den gegebenen Umständen (verständlicherweise) nicht weitermachen und wird entlassen. Daraufhin bekommt Horst Steffen ein Angebot, das er nicht ablehnen kann und am Ende der Wintertransferphase wird er dann gefeuert, weil er nicht genug Punkte aus dem Kader holt. Alle bekloppt.
Zuletzt stellt sich jetzt der Präsident hin und verkündet, dass die aktuelle Krise nicht an einer Person festzumachen ist. Achja, erzähl das mal wer Horst Steffen.
Dass dann erneut ein Trainer ohne Erstliga- und Abstiegskampferfahrung (korrigiert mich, falls es falsch ist) geholt wird, wirkt schon fast zynisch.
Ich bin so froh, dass Borne das anders macht. Alle wollen Freiburg sein, aber fast niemand hat die Geduld dazu. Die Ruhe und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die der Mitarbeitenden. Ich hab kein Problem damit, dass der Verein mit Alex in die 2. Liga geht, wobei ich natürlich nicht absteigen will. Aber wenn es sein muss, dann bitte mit den aktuell handelnden Personen.
Da schreibst Du was: „Alle wollen wie Freiburg sein…“
Die Älteren unter uns erinnern sich:
Freiburg ist 2015 mit Christan Streich abgestiegen.
Die noch Älteren unter uns erinnern sich, dass Freiburg in den 1990ern und 2000ern mehrfach mit Volker Finke auf- und abstieg.
Aber nicht nur deswegen wählte ich dieses Beispiel.
Ab 2002 war auch ein gewisser Andreas Bornemann Sportchef beim SCF…
Zumindest dieser Andreas Bornemann ist tatsächlich älter als ich. Der wird sich vermutlich erinnern. 😉
Hach 😁 Heute macht das lesen der Kommentare doch mal wieder deutlich mehr Spaß!!!
Nachdem die letzten Spiele in vielen Dingen nicht schlecht waren, war das gestern insgesamt und über die ganze Zeit ganz großes Kino!!! 🤩
Auf das uns nicht noch mehr Spieler ausfallen und die Mannschaft „im Flow“ bleibt
Glaube Liebe Hoffnung 🤎🤍❤️🏴☠️
Was für ein Spiel…!
Es hat sich seit einigen Spielen angekündigt, unabhängig vom jeweiligen Ergebnis: wir haben ein starkes, stabiles Zentrum entwickelt, das sich auch vor den Top Mannschaften der Liga nicht mehr verstecken muss. Es fing schon vor den Neuverpflichtungen an, mit der Erkenntnis, das die Defensive ganz vorne beginnt, wofür es drei Stürmer (10 ner, so what) und 2 aufgerückte Außenverteidiger braucht (auf der Höhe ihrer Gegenspieler), für ein konsequentes Pressing in der Hälfte des Gegners. Dann kamen Ando und Matti Rasmussen, und Jackson kam zurück, und mit ihnen entstand eine permanent anspielbare (!) vertikale Achse, die von Tag 1 an das Passspiel auf ein neues, ungekanntes Level hievte. Das die Ergebnisse ausblieben, war mehrfach extrem unverdient, aber das ist Fussball, und wird immer mal wieder so sein. Dass das letzte Spiel noch mal einen drauf setzte – sie schafften es in der 1. Hälfte sogar, bei Ballgewinnen unmittelbar vor dem eigenen Tor, ruhig von hinten heraus zu spielen, statt den Befreiungsschlag zu wählen – das hat für mich 2 Gründe:
1. Mit Mets, Adam Dzwigala, Manos und Dani S. war die eben beschriebene vertikale Achse um Spieler ergänzt, die sich schon sehr lange kannten und miteinander eingespielt waren, schon aus der Zeit vor Alex Blessin. Die einzige Ausnahme war Arik Pyrka und deswegen möchte ich ihn hier ganz besonders hervorheben, denn ich habe ihn schlicht nicht wieder erkannt! Ich gehörte zu denen, die es Spiel um Spiel nicht verstanden, warum er Saliakas vorgezogen wurde, wo er doch offensiv in seinen ersten Einsetzen praktisch nicht stattfand, er rückte nicht konsequent auf, seine Flanken waren spärlich und kläglich…aber gestern, der Mann war ein ganz anderer, er spielte sich regelrecht in einen Rausch, rückte bis zur Grundlinie auf, dribbelte, passte, und war genau so sicher und schnell zurück, es war eine Augenweide! lediglich der Abschluss fehlte, aber jetzt bin ich mir sicher, das wird noch!
2. Unsere beiden Sprinter waren nicht (!) dabei. Sie hatten das Spiel nach vorn komplett auf sich zentriert, was sicher eine Vorgabe des Trainers war, und so haben wir Staffetten von sinnlosen langen Bällen gesehen, in der verzweifelten Hoffnung, dieses eine mal könnte der Sprinter schneller als sein Gegenspieler sein…und wenn es dann so kam, dann scheiterte RJJ ein ums andere mal an seinen Nerven. Das hat sich gestern von selbst korrigiert und ich hoffe, die Verantwortlichen reflektieren, das die Mannschaft so eindimensional nicht erfolgreich agieren kann, jedenfalls nicht nachhaltig, egal ob man die Sprinter zur Verfügung hat oder nicht.
Martijn hat leider nicht die Beine von RJJ, sonst wäre er perfekt. Er fand – auch dank Arik – eine deutlich bessere Bindung zum Spiel als zuvor, trug mit seinen Läufen zu den außerordentlich kreativen Kombinationen in der Stuttgarter Box bei, auch (und manchmal gerade) wenn er am Lauf des Balles nicht direkt beteiligt war. Sein Abschluss in die obere kurze Ecke war cool und präzise und es war unglaublich, das Nübel einfach stehen blieb! Das zeigt, wie gut die Stuttgarter vorbereitet waren, sie wussten, Martijn wird aufgestellt werden und Nübel wusste, das Martijn, wie schon einmal, die schwierigere, hohe kurze Ecke wählen würde, denn in 9 von 10 Fällen lässt sich der Torwart fallen und verkürzt den Winkel zur langen Ecke, und wird dann gegebenenfalls dafür gelobt, das er es möglichst spät tut, aber fallen lässt er sich. Das Nübel stehen blieb, und tatsächlich den Ball noch mit dem Kopf erwischte, ist außergewöhnlich – leider.
Manos Tor war ein Schuss aus der 2. Reihe, dann schenkte er noch einen ein, der leider nicht gezählt wurde. Das konnten von den Jungs auf dem Platz gestern nur noch Dani, und Karol, aber der ist von der Position her zu selten vorn. Von den Verletzten hat nur Eric diese Fähigkeit mehrfach gezeigt, Hauke gelegentlich, und Fujitas Versuche in dieser Hinsicht waren eher kläglich. Wir schießen zu wenig aus der Distanz – 2 Sichere Schützen aus der 2. Reihe sollten immer auf dem Platz stehen, und Manos, für den das eine Tugend unter vielen ist, sollte nie wieder auf der Bank versauern.
Was für ein Spaß über ein nahezu perfektes Spiel zu fabulieren! Denn auch für Lewelings Tor ist niemand zu kritisieren, es war außerordentlich gut gemacht und sehr präzise geschossen, aber das der Ball dann durch 3 Paulianer hindurch geht, dafür braucht man auch ein Augenzwinkern des Fussballgottes.
Last but not least: Denis Undav ist ein guter Junge, die gelbe Karte gegen ihn war nicht berechtigt (!) und das ständige Herunterputzen von gegnerischen Spielern in einigen (wenigen) Kommentaren steht weder uns hier, noch dem Verein gut zu Gesicht. Wir sind im sportlichen Wettkampf hier – nicht im Krieg.
.
Was Undav angeht, bin ich gar nicht Deiner Meinung. Hast Du Dir das noch mal angesehen? So, wie er reinspringt, kann er froh sein, dass er Ando nicht voll trifft. Hätte er das, würden wir einen weiteren Verletzten beklagen und Undav hätte rot gesehen. Diese gelbe Karte war sehr berechtigt.
Deniz Undav ist ein guter Junge, keine Frage. Wenn es läuft. Gestern empfand ich die viele Lamentiererei und diesen unnötigen Einsatz gegen Andō völlig drüber. Zeigt aber auch, dass unsere Defensivkünstler vieles richtig gemacht haben. Einen Undav mit derart schlechter Laune muss man sich erstmal verdienen.
Denis Undav ist zu spät gekommen und hat dafür gesorgt das er Ando nicht trifft, er hat die Fußspitzen abgeklappt und nicht nachgehakelt. Und seien wir doch mal ehrlich: würden wir nicht genau das anführen, wenn es einer von unseren Jungs wäre?Es war ein Foul, okay, aber für mich kein gelb, weil keinerlei ausgelebter Frust dabei, zu dem ein Stürmerfoul, ohne weitere negative Auswirkungen auf die betroffene Mannschaft. Es war keine Fehlentscheidung, man kann es geben, wenn ein Spieler „so reinspringt“, Arne, aber meins ist das nicht…:)
Nein, wäre das einer unserer Spieler gewesen, wäre ich froh gewesen, dass er keine rote Karte bekommen hat. Undav kommt eindeutig zu spät, also nimmt er das Foul sehr billigend in Kauf. Da gibt es für mich keine mildernden Umstände, weil er die Fußspitze abgeklappt und nicht nachgehakt hat. Wie gesagt, hätte er das nicht getan, wäre er bitte direkt vom Platz geflogen.
Aber vielleicht schätze ich das auch komplett falsch ein.
Moin Maik,
würdest Du Deine Einschätzung der Karte/des Fouls für/von Undav teilen? Hier oder in der Redax, falls noch nicht im Kasten? Danke!
Für mich klassisch Gelb, so wie auf dem Platz entschieden.
Er berührt ein bisschen den Ball, er trifft ihn nicht am oder oberhalb des Knöchels – ich sehe da nichts, was für mehr als Gelb spricht.
Danke!
Ein Fussballer, der in die Zweikämpfe geht, kommt immer mal wieder zu spät und der Schiedsrichter muss beurteilen ob es unglücklich oder böswillig war. Ich stimme zu, das es bei der Entscheidung „gefährliches Spiel“, besser ist, einmal mehr als einmal weniger zu Gunsten der Knochen der Spieler zu pfeifen, insofern keine Fehlentscheidung. Trotzdem liebe ich die Schiedsrichter, die eher laufen lassen, als abpfeifen. Das kann man sicher auch anders sehen…:)
Man muss bei aller Euphorie beachten, dass fast alle der wenigen Tore durch Elfmeter geschossen wurden…
Insofern ist die Flaute im Sturm weiterhin unser ärgstes Problem.
¡Venceremos!