FCSP vs. VfB Stuttgart „Den Schwung müssen wir jetzt einfach mitnehmen.“ 

FCSP vs. VfB Stuttgart „Den Schwung müssen wir jetzt einfach mitnehmen.“ 

Der FC St. Pauli konnte sich endlich einmal für seine Leistung belohnen und holte am Samstagnachmittag den ersten Sieg im neuen Jahr. Die Stimmen und Statistiken zum Spiel gegen den VfB Stuttgart.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Die Erleichterung ist groß und beim FC St. Pauli sind sie allesamt stolz auf ihre Performance. Nach vielen Spielen, in denen sich die St. Paulianer nicht belohnen konnten, riss diese Serie an diesem Wochenende endlich. Der gut ins Spiel gekommene FC St. Pauli zeigte starke Willenskraft und bewies, dass er ein klarer Kandidat dafür ist, auch kommende Saison in der Bundesliga zu spielen. Manos Saliakas brachte die Mannschaft mit 1:0 in Führung (35. Minute), die zu Beginn der zweiten Hälfte durch einen Elfmeter ausgebaut wurde (Sinani, 55.). Der Anschlusstreffer der Stuttgarter (90. Minute, Leweling) brachte das Team nicht von seinem Weg ab und so gewann der FC St. Pauli gegen den VfB mit 2:1 am Millerntor.

Trainerstimmen

Hoeneß: „Für uns ist das ein gebrauchter Nachmittag.“

Der Cheftrainer der Stuttgarter, Sebastian Hoeneß, zeigte sich nach dem Spiel deutlich und verständlich enttäuscht: „Wir haben uns schwergetan, ins Spiel reinzukommen, ich glaube, das wurde sichtbar.“ Mit vier erfolgreichen Englischen Wochen im Rücken kam der VfB Stuttgart als klarer Favorit ans Millerntor, doch das war im Spiel nicht zu sehen, wie Hoeneß nach Abpfiff eingestand: „Ich glaube, das war ein verdienter Sieg, ein erkämpfter Sieg der St. Paulianer.“ Er beschrieb das Spiel als „offen, von Anfang an“ und betonte dabei, dass „Dinge, die man sonst sieht“ beim VfB am Samstagnachmittag gefehlt haben. Besonders kritisierte er dabei die fahrige Spielweise und dass zu viele Bälle einfach hergegeben wurden. Außerdem erklärte Hoeneß, dass die vielen Spiele im neuen Jahr sicherlich zu dem Ergebnis beigetragen haben: „Hier und da hat die mentale Frische gefehlt, die Handlungsschnelligkeit gefehlt, um gute Entscheidungen zu treffen.“ Des Weiteren bemängelte er, dass die Basics in diesem Spiel nicht funktionierten, und machte dennoch deutlich, dass sie in den bisherigen acht von neun Spielen im Jahr 2026 klappten und es deshalb trotzdem eine gute Quote sei. Nichtsdestotrotz sei klar, dass daran jetzt angeknüpft werden müsse. Zum Schluss seines Statements sagte er: „Am Ende geht der Sieg für die St. Paulianer in Ordnung, das muss man neidlos anerkennen.“

Blessin: „Absolute Top-Performance, haben uns belohnt für den Aufwand.“

„Wir sind natürlich sehr, sehr froh und glücklich, dass wir uns jetzt endlich mal für ein gutes Spiel belohnt haben. Dass wir auch zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht haben und hier, glaube ich, am Anfang ein Zeichen gesetzt haben.“ erklärte Chefrainer Alexander Blessin nach dem Spiel. Oft lobte er dabei die erste Hälfte und den Zusammenhalt der Mannschaft. Besonders aufgrund der vielen Spieler, die (kurzfristig) ausfielen, hat sicherlich der ein oder andere an einem Erfolg gezweifelt. Blessin betonte: „Dass jeder dann gebraucht wird, ist klar, aber sowas schweißt dann nochmal ein Ticken mehr zusammen.“ Dennoch erklärte er, dass in der zweiten Halbzeit die Kräfte natürlich etwas nachgelassen haben und die Wechselmöglichkeiten begrenzt waren. Dass dies keine einfache Situation für Mannschaft und Staff ist, dürfte klar sein. Deswegen (auch wenn er das eigentlich nicht mache) hob er einen Spieler besonders hervor: Jackson Irvine. Der Kapitän des FC St. Pauli sollte eigentlich nur eine Halbzeit spielen und hat sich dann unter Schmerzen durch das Spiel gekämpft. Dass die Mentalität und Motivation des FCSP-Captains eine wichtige Rolle spielen, ist klar, besonders bei so vielen ausgefallenen Spielern. Nach dem wirklich langen Januar und schwierigem Start in die Rückrunde sagte Blessin: „In der Summe eine absolute Top-Performance, wir haben uns belohnt für den Aufwand.“

Kernstatistiken

FC St. Pauli VfB Stuttgart
15 (7)Torschüsse (auf das Tor)7 (3)
9Fouls10
30,92Ballbesitz69,08
314 (240)Pässe (erfolgreich)651 (561)
52 (35)… davon ins letzte Drittel (erfolgreich)83 (54)
51 (29)… davon lage Pässe (erfolgreich)62 (34)
22Ballkontakte gegn. Strafraum27
54 (35)Defensivduelle (erfolgreich)38 (25)
35 (17)Kopfballduelle (erfolgreich)35 (17)
33.54PPDA7.54
120,69 kmLaufleistung114,65 km

Expected Goals

FC St. Pauli VfB Stuttgart
(2,07 / 2,23 /1,95) = 2,08(Wyscout / DFL / FotMob) Expected Goals(0,87 / 1,37 / 0,84) = 1,03
0,83xG herausgespielt0,84
0,33xG Standards0,00
2,77xGOT0,71

Negativrekord? Ja, aber nicht für uns.

Der VfB Stuttgart kam am vergangenen Samstag nur siebenmal zum Abschluss, davon dreimal aufs Tor. So wenig Abschlüsse hatte der VfB in der laufenden Bundesligasaison bisher noch nicht. Ihr Durchschnitt liegt übrigens bei 14,8 Schüssen pro Spiel, also mehr als doppelt so viel. Ein Beweis für die starke Defensivleistung des FCSP.
Der FC St. Pauli hingegen schaffte es in dieser Saison nur zweimal, sich mehr als 15 Schüsse zu erspielen. Am Samstag gingen sieben Schüsse auf das Tor, was bisher auch erst zweimal passiert ist. Sowohl offensiv wie defensiv eine beachtliche Leistung also, die gerne so fortgesetzt werden darf.

Spielerstimmen: „We’ve put our heart out there.“

Besonders nach dieser Woche und mit so vielen ausgefallen Spielern tun die drei Punkte einfach gut. Dieses Gefühl war auch der Mannschaft anzumerken, so zum Beispiel dem Kapitän des FC St. Pauli, Jackson Irvine: „We are really pleased, everybody I think. Everyone who played today really stepped up, it was just a massive performance from everyone.“ Mathias Rasmussen betonte nach dem Spiel: „We really put everything on the pitch, we gave everything, we put our heart out there and then we had some moments of really good football.“ Auch Teamkollege Karol Mets stimmte diesem zu und hoffte, dass dieser Sieg der Beginn einer Wende ist: „Hopefully this is the turning point for us.“

„Den Schwung müssen wir jetzt einfach mitnehmen.“

„Egal gegen wen, das tut gut. Für heute sage ich, können wir das auch genießen, aber ab morgen gibt’s dann schon wieder Fokus, den Schwung müssen wir jetzt einfach mitnehmen“, erklärte Blessin. Und genauso ist es auch. Ein verdienter Sieg nach einem guten Spiel könnte jetzt endlich der Push sein, den die Mannschaft gebraucht hat. Aus den Englischen Wochen raus und hoffentlich mit dem einen oder anderen Spieler wieder zurück im Kader geht es am Samstag gegen Leverkusen. Unter der Woche kein Spiel zu haben, kommt einem ja schon fast komisch vor und umso größer kann die Vorfreude auf das Wiedersehen mit den Leverkusenern sein. Wer gegen den FC St. Pauli in der Liga gewann, wurde im Pokal vom FCSP rausgeschmissen (Gladbach und Hoffenheim). Dieses Mal könnte das andersrum passieren und das heißt doch eigentlich: Samstag ist der Sieg für uns drin…

// Nike

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