FC St. Paulis Keeper Nikola Vasilj zeigt Verständnis für die Fans, behält einen kühlen Kopf und äußert sich zu seiner Vertragssituation.
Titelfoto: Stefan Groenveld
Puh, es fällt noch immer nicht leicht, nach der Niederlage gegen Heidenheim am Samstag wieder in ein positives Mindset zu kommen. Zumindest geht es mir so, doch unsere Spieler müssen, ob sie wollen oder nicht, die Niederlage schnell verdauen und den Fokus voll und ganz auf das Heimspiel gegen Mainz 05 richten. Wie die Stimmung beim Training am Dienstag war, wollte ich mir also nicht entgehen lassen und auch die Medienrunde mit Nikola Vasilj mitnehmen, der aufbauende Worte fand.
Intensives Training, um Heidenheim abzuhaken
Der Fokus des Trainings lag auf wenigen Ballberührungen und schnellen Pässen. Insbesondere in der letzten Übung erhöhte sich die Intensität, als man in einer spielerischen Situation mit zwei Ballberührungen und erst nach acht Pässen ein Tor erzielen durfte. Dabei wurde viel kommuniziert auf dem Platz, vor allem durch lautes Zählen, aber auch hin und wieder kleine Konflikte, ob die Tore der gegnerischen Mannschaft auch den Regeln der Übung entsprachen. Diese wurden natürlich aufgeklärt und es herrschte schnell wieder Frieden. Die Intensität wurde aber stets hochgehalten und die Niederlage gegen Heidenheim war den Spielern kaum noch anzumerken.
Das sagte im Anschluss auch unser Keeper Nikola Vasilj: „Klar, in dieser Saisonphase tut eine Niederlage sehr weh. Aber wir haben heute im Training gute Energie gezeigt, dass wir bereit sind, daraus zu lernen und zu wachsen. Das wichtigste ist, dass wir die nächsten drei Spiele in unserer Hand haben. Es geht darum, nach vorne zu gucken.“ Zur Stimmung in der Mannschaft nach dem Spiel sagte er außerdem: „Natürlich waren wir traurig und emotional und es war hart, dieses Spiel zu verlieren, wenn du erwartest, eigentlich Punkte zu holen und besser zu spielen. Jetzt sind zwei Tage vergangen und wir müssen uns auf die nächsten Spiele konzentrieren. Solche Spiele passieren. Für uns ist es aber ein schlechter Zeitpunkt. Wir können uns nicht nochmal erlauben, so zu spielen in dieser Situation und es darf in den nächsten drei Spielen nicht passieren.“
Glaube an den Klassenerhalt
Für Nikola Vasilj, der sich selbst als sehr positiven Menschen beschreibt, ist der direkte Klassenerhalt noch immer das große Ziel, denn der Fußball schreibt bekanntlich seine eigenen Regeln: „Solange es mathematisch noch machbar ist, glaube ich daran. Warum auch nicht? Ich habe so viel im Fußball gesehen über die Jahre, ich weiß, wie schnell sich Dinge verändern können. Ein Sieg und plötzlich sieht alles ganz anders aus. Das ist unser Ziel. Solange es möglich ist, über den Relegationsplatz zu kommen, glaube ich daran.“
Und dass Nikola Vasilj ein positiver Mensch ist, machte er in dieser Medienrunde sehr deutlich: „Es ist jetzt entscheidend, weiter daran zu glauben, auch wenn es nicht so läuft, wie wir es wollen. Es ist entscheidend, jetzt positiv zu bleiben. Wir wissen alle, dass wir es hätten besser machen können, doch diese Spiele passieren. Jetzt geht es darum, ein gutes Wochenende und ein positives Mindset zu haben. Wir spielen zu Hause und wissen, dass wir dort gut spielen. Wir haben noch alles in der Hand und nur wir können über unsere Zukunft entscheiden.“
Diese Positivität möchte Vasilj auf seine Mitspieler übertragen. „Ich möchte positiv bleiben und die Spieler so gut ich kann im Training pushen. Ich möchte gute Energie geben. Am Ende geht es darum, was du auf dem Platz machst. Ich werde versuchen, immer da zu sein und dem Team die Sicherheit geben, die es braucht, denn es wird wichtig, an dieser Stabilität in den nächsten drei Spielen festzuhalten.“
Verständnis für Fans und unklare Vertragssituation
Dass nach dem Heidenheim-Spiel der Frust bei den Fans groß war, hat auch Nikola Vasilj gemerkt, doch er drückte sein klares Verständnis aus und machte auf die Bedeutung der Fans aufmerksam. Das schreibe ich Euch natürlich in voller Länge auf: „Wir haben als Mannschaft etwas darüber gesprochen und wir wissen alle, wie viel sie uns bedeuten. Es ist normal, solche Emotionen nach so einem Spiel zu haben. Sie stehen jedes Spiel, auswärts oder heim, hinter uns. Die gesamte Saison und jede Saison, egal ob in der ersten oder zweiten Liga. Wir wissen, dass wir sie immer im Rücken haben werden. Es ist komplett verständlich, solche Emotionen zu haben und wir sind nicht glücklich über unseren Auftritt in diesem Spiel. Es ist also gut, da es uns pusht, auch wenn wir gerade nah am Rand stehen. Ich bin mir sicher, wir werden wieder eine richtige Antwort darauf finden.“
Für Vasilj ist es nicht das erste Mal, das Fans ihre negativen Emotionen äußern, auch in der zweiten Liga habe er es schon erlebt. Er führte weiter aus: „Unsere Fans brauchen nicht viel, sie wollen nur sehen, dass wir kämpfen. Und wir müssen ehrlich sein, das hat gefehlt. Wir waren unsicher in diesem Spiel. Das ist aber das einzige, was wir auf das Feld bringen müssen, um unsere Fans zufrieden zu stellen. Sie hatten das Recht, wütend zu sein und das kann ich verstehen.“
Über seine Vertragssituation beim FC St. Pauli konnte Vasilj nicht viel sagen, da er sich darauf noch gar nicht konzentrieren kann, solange die Mannschaft noch für das Ziel Klassenerhalt kämpft. In seinem Vertrag ist nämlich eine Ausstiegsklausel, sollte der FC St. Pauli absteigen. „Mir ist es bewusst, aber jetzt darüber nachzudenken, wäre verrückt“, so Vasilj. „Ich fokussiere mich darauf, wie wir als St. Pauli in der Liga bleiben und wie ich dem Team dabei helfen kann. Ich bin bereits fünf Jahre hier, es wäre verrückt, jetzt darüber nachzudenken, was als nächstes kommt, falls wir absteigen. Ich glaube daran, dass wir in der Liga bleiben.“ Da nehme ich dich mal beim Wort, Niko, und hoffe, dass deine Positivität sich noch etwas auf mich und alle, die das hier lesen, überträgt.
Immer weiter vor!
//Nina
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