Der Abstieg des FC St. Pauli ist die logische Folge vieler Faktoren, die in dieser Saison nicht funktioniert haben. Eine schonungslose Analyse ist nun notwendig.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Der Erfolg hat viele Väter und der Misserfolg ist ein Waisenkind, heißt es. Der Aufstieg des FC St. Pauli vor zwei Jahren war die logische Konsequenz einer guten Kaderplanung, eines passenden Trainers, einer Prise Glück, eines passenden Saisonverlaufs und weniger Verletzungen. Ähnliches kann auch über die Saison 24/25 geschrieben werden, als der FCSP am Ende den Klassenerhalt in der Bundesliga feierte.
Mit dem Misserfolg verhält es sich allerdings ganz ähnlich: Es wäre zu einfach, nur ein einziges Problem auszumachen. Verfehlt ein Fußballclub sein Saisonziel, dann ist das eigentlich auch immer ein Produkt vieler Probleme. Genau das ist dem FC St. Pauli in der Saison 25/26 passiert.
Saisonziel
Bevor in diesem Artikel einzelne Bereiche kritisch analysiert werden, müssen wir uns Gedanken machen, was in dieser Saison für den FC St. Pauli überhaupt möglich gewesen ist. Ich weiß, die alte Leier, die viele auch nervt, aber: Geld schießt Tore, zumindest in gewissen Grenzen. Gemessen an Kaderwerten und den finanziellen Rahmen der Clubs ist der FCSP vor der Saison ein sicherer Abstiegskandidat gewesen. Die Zusammensetzung der Liga hatte bereits einen gehörigen Einfluss auf die Chancen des erneuten Klassenerhalts. In der Vorsaison gab es mit Bochum, Kiel und Heidenheim drei Teams, mit denen sich der FC St. Pauli gewissermaßen in einer Liga bewegte. Nun ist davon nur noch Heidenheim übrig geblieben. Und natürlich sind es genau diese beiden Clubs, die am Saisonende abgestiegen sind.
So ist bereits der 16. Tabellenplatz für den FC St. Pauli ein ambitioniertes, aber nicht unrealistisches Ziel gewesen. Aber eben auch eines, bei dem klar war, dass der FCSP mindestens einen finanziell überlegenen Club hinter sich lassen muss. Das hätten in dieser Spielzeit gut und gerne die Clubs aus Wolfsburg, Köln oder Bremen sein können. Denn trotz aller Rahmenbedingungen, die dem FC St. Pauli eine ganz schwierige Position verschaffen, sind wir uns vermutlich alle sicher: Mindestens Platz 16 ist auch in dieser Saison drin gewesen. Das Saisonziel Klassenerhalt wurde verpasst, weil der FCSP auf vielen Ebenen nicht an sein Leistungslimit kam.
Saisonverlauf
Der Eindruck, das in dieser Spielzeit mehr für den FC St. Pauli drin gewesen ist, dürfte durch den Saisonstart verstärkt worden sein. Ganz extrem sogar. So sehr, dass dieser Start vielleicht schon als einer der Gründe genannt werden muss, warum der FCSP im weiteren Saisonverlauf seltener an sein Limit kam. Sieben Punkte holte das Team aus den ersten drei Ligaspielen, der beste Start in eine Bundesligasaison in der Geschichte des Clubs. Plötzlich rückte bei Medien und Fans das Wort „Klassenerhalt“ in den Hintergrund, zugunsten von „Europapokal“ – ja, so verrückt war das zu Saisonbeginn!
Eine Stimme, die damals ebenfalls in den Hintergrund rückte, die aber rückblickend sehr viel mehr hätte wahrgenommen werden müssen, war jene von Hauke Wahl. Der erklärte zum Beispiel nach dem Sieg gegen Augsburg am dritten Spieltag, dass der FC St. Pauli nicht so stabil sei wie in der Vorsaison, in den ersten Spielen durchaus Glück gehabt habe.
Von Glück kann in den Wochen danach nicht mehr die Rede gewesen sein. Mitte September schien die Sonne, der FC St. Pauli hatte nach drei Spieltagen sieben Punkte geholt. Erst fast drei Monate später, am Nikolaus-Tag, kam der achte Punkt hinzu. Der FCSP hatte neun Spiele in Serie verloren. Und es ist zumindest nicht ganz auszuschließen, dass der erfolgreiche Saisonstart seinen Anteil an dieser epischen Niederlagenserie hatte.
Zwei Negativserien sind eine zu viel
Es war bereits im Dezember klar, dass sich der FC St. Pauli nur eine richtige Negativ-Serie leisten kann, wenn er in der Bundesliga bleiben möchte. Dank eines starken Februars (neun Punkte aus vier Spielen), konnte sich der FCSP in eine exzellente Ausgangsposition für die letzten zehn Saisonspiele bringen. Doch leider war der Auswärtssieg in Hoffenheim Ende Februar der letzte Saisonsieg, es gab danach nur noch drei Zähler. Der FC St. Pauli erlebte also zum Ende der Spielzeit eine zweite Negativserie. Eine, die am Ende entscheidend sein sollte und die den Club auf Platz 18 führte.
Beide Halbserien des FC St. Pauli hatten also positive wie auch negative Phasen. Am Ende holte der FCSP sowohl in der Hin-, als auch in der Rückrunde jeweils 13 Punkte. Die Hinrunde wurde auf Tabellenplatz 16 beendet, in der Rückrundentabelle liegt der FCSP auf Rang 17. Das ist auch die Platzierung, die in der Heimtabelle belegt wird. Auswärts wurden lediglich neun Zähler geholt, auf fremden Plätzen ist der FC St. Pauli das schlechteste Team der Saison. Das ist ein starker Unterschied zur Vorsaison, in der die Auswärtsspiele die Stärke des FCSP waren – 24/25 wurden doppelt so viele Punkte auf fremden Plätzen geholt. Das ist insofern bemerkenswert, da dem FC St. Pauli Auswärtsspiele mit seinem veränderten Kader eigentlich noch besser hätten liegen können, da mehr Tempo für Umschaltaktionen vorhanden war. Aber oft konnte der FCSP die Partien nicht mit den genau dafür benötigten Spielern bestreiten.
Verletzungen
Womit wir beim nächsten Thema wären: Die Saison des FC St. Pauli war immer wieder von schwerwiegenden Verletzungen geprägt. Wenn wir mal beim Thema Tempo in der Offensive bleiben, dann müssen wir feststellen, dass die drei schnellsten Spieler in dieser Saison lange Zeit nicht einsatzfähig waren. Ricky-Jade Jones verletzte sich bereits in der Vorbereitung und dann gleich noch einmal, nachdem er Anfang 2026 gerade so richtig reingefunden hatte. Er war nun erst im letzten Spiel der Saison wieder im Kader. Mathias Pereira Lage war die Lunge der Offensive in der Hinrunde, hatte dann im Februar erst muskuläre Probleme, ehe er sich kurz vor der Heidenheim-Partie eine schwere Knieverletzung zuzog. Und Andréas Hountondji hatte nach starkem Saisonstart schon in der Hinrunde immer wieder körperliche Probleme, ehe ihn ein Haarriss im Fuß bis Mitte März matt setzte.
Mehr Verletzungen als in der zweiten Liga
Kleinere und größere Verletzungen zogen sich wie ein roter Faden durch die Saison des FC St. Pauli. Eine vorsichtige Analyse zeigt, dass sie in dieser Spielzeit ein größeres Problem für den FCSP als im Vorjahr gewesen sind. Was in der verlinkten Analyse nicht dargestellt ist: Von welcher Wichtigkeit die Spieler für das Team gewesen sind, die ausfielen. Immer und immer wieder musste die Innenverteidigung umgebaut werden. Nicht Karol Mets, nicht Eric Smith, nicht einmal Hauke Wahl und auch nicht Winter-Neuzugang Tomoya Andō konnten eine ausfallfreie Saison vollbringen. Mit Jackson Irvine und Manos Saliakas verpassten zudem zwei Stammspieler die so wichtige Sommervorbereitung und im weiteren Saisonverlauf einen signifikanten Anteil an Spielen. Die wohl schwerwiegendste Verletzung ist nach meinem Empfinden jene von James Sands gewesen. Weil im Kader ein direkter Ersatz auf der so wichtigen Sechser-Position fehlte (später mehr dazu). Er verletzte sich im Spiel gegen Frankfurt in der Rückrunde schwer, danach holte der FC St. Pauli noch zwei Punkte aus neun Partien.
Der Vielzahl von Verletzungen muss unbedingt auf den Grund gegangen werden. Der FC St. Pauli muss genau analysieren, wie diese Verletzungen zustandegekommen sind. Auffällig ist, dass es mit dem Bundesliga-Aufstieg eine Veränderung gab. In den Jahren zuvor waren Verletzungen kein so großes Thema. Was hat sich seitdem geändert? Fabian Hürzeler hat immer eher lange und intensiv trainieren lassen. Wie unterscheidet sich das Training von Alexander Blessin? Und wie steht es um die Entscheidungsfindung, wann Spieler die intensive Belastung nach Verletzungen wieder aufnehmen? Dass sich Spieler wie zum Beispiel Saliakas und Mets immer wieder abmelden mussten, sollte zumindest genauer unter die Lupe genommen werden. Welche Rolle spielt der vor der Saison im Stadion und zuvor auf dem Trainingsplatz verlegte Hybridrasen? Die Studienlage dazu ist komplex und alles andere als eindeutig. Viel eindeutiger ist hingegen, dass die Bundesliga aufgrund des dort gespielten Fußballs generell zu mehr Verletzungen führt. Die höhere Anzahl an Verletzungen beim FC St. Pauli in den letzten zwei Jahren könnte also auch mit der Ligazugehörigkeit zusammenhängen. Viel Konjunktiv in diesem Absatz, aber ich wiederhole gerne den ersten Satz: Der Vielzahl von Verletzungen muss unbedingt auf den Grund gegangen werden.

(c) Stefan Groenveld
Glück
Während Verletzungen ein oft genannter Grund sind, warum Fußballteams ihre Saisonziele verfehlen, ist das folgende kein sonderlich beliebtes Argument in der Sportberichterstattung. Weil „wir hatten einfach auch echt viel Pech“ schlicht keine Story ist, die nach Misserfolgen gerne gelesen wird, genauso wenig wie „wir hatten Glück“ nach Erfolgen. Viel lieber wird nach Gründen gesucht, seien sie noch so abwegig, die greifbarer sind, die im Misserfolgs-Fall als Schuldige ausgemacht werden können. Ich habe in der Woche vor dem Wolfsburg-Spiel Urlaub gemacht und hatte endlich mal wieder etwas Zeit, um ein Buch durchzulesen. „Die Tabelle lügt immer“ von Christoph Biermann. Eine der Kernaussagen des Buches: Glück und Pech beziehungsweise der Zufall spielen im Fußball eine sehr viel größere Rolle, als viele sich eingestehen möchten (das ist für die berichterstattende Zunft und die sportlich Verantwortlichen ziemlich doof, aber es sorgt dafür, dass wir diesen Sport so lieben).
Zahlen zeigen: Der FC St. Pauli steht da, wo er hingehört
Könnte der FC St. Pauli also in dieser Saison einfach etwas mehr Pech gehabt haben als in der Vorsaison? Mit Schiedsrichter-Entscheidungen? Mit dem Spielplan? Mit Verletzungen? Mit Spielverläufen? Blöd ist, dass diese Frage nicht wirklich zu beantworten ist. Aber wir können versuchen, uns anzunähern. Und diese Annäherung ist nicht wirklich erfreulich. Denn der Blick auf die xG-Werte und den daraus abgeleiteten xPoints-Wert zeigt, dass der FCSP mit Abstand das schwächste Team der Saison gewesen ist. Platz 18 bei eigenen, Platz 17 bei gegnerischen xG-Werten. Die fünf weniger erzielten Treffer als nach xG wahrscheinlich werden durch die sechs weniger gefangenen Treffer wieder ausgeglichen. Basierend auf den xPoints hat der FC St. Pauli genauso viele Punkte geholt, wie er verdient hat – und in dieser Tabelle liegt der FCSP acht Punkte hinter dem zweitschwächsten Team. Sonderlich viel Pech während der Spiele hat der Club in der Saison also nicht gehabt. Zum Vergleich: In der Vorsaison lag der FC St. Pauli mit einem xPoints-Wert von fast 40 auf Rang 14, stellte nach eigenen xG-Werten das zweitschwächste, aber nach gegnerischen xG-Werten das zehntbeste Team.
Trotzdem hätte der FC St. Pauli mindestens die Relegation erreichen können. Ein Punktgewinn in Heidenheim, kein später Ausgleich der Kölner, ein Ausgleich oder gar die Führung gegen Wolfsburg – all das war alles andere als unmöglich. Oft haben Kleinigkeiten die Spiele des FC St. Pauli entschieden. Allerdings zeigen die Zahlen, dass die geholten 26 Punkte schon sehr nahe an dem sind, was der FCSP auch an Leistung gezeigt hat. Dass oft Kleinigkeiten die Spiele des FC St. Pauli entschieden haben, lag eben auch daran, dass der FCSP am untersten Limit entlang schrammte, oft auf dieses „Spielglück“ angewiesen gewesen wäre und es eben nicht immer hatte.
Trainer
Auf dieses „Spielglück“ zu hoffen, es erzwingen zu wollen, das ist etwas, was Alexander Blessin vor vielen Spielen in dieser Saison betonte. War es richtig, dass der FC St. Pauli in den meisten Spielen versuchte, längstmöglich ein knappes Ergebnis zu halten, um dann gegen Spielende seine Chance zu suchen? Klar ist, dass diese Herangehensweise, die in der Vorsaison übrigens identisch gewesen ist, für viele Anhänger*innen unerträgliche Züge angenommen hat.
Denn die xG-Werte zeigen es ja ganz eindeutig: Der FC St. Pauli war weder defensiv stabil, noch offensiv gefährlich. Besonders die offensive Harmlosigkeit ist etwas, was nur schwer zu ertragen war. Oft gab es nach Gegentreffern bereits die Gewissheit, dass der FCSP nicht mehr kontern kann. Und Gegentreffer gab es ja leider auch genug in dieser Spielzeit. Von außen betrachtet wirkte es, als fehlte es an vielen Komponenten, deren Auswirkungen sich gegenseitig verstärkten.
Verunsicherung, Harmlosigkeit, wiederkehrende Fehler
Das Team wirkte in einigen Phasen der Saison und auch in den Spielen extrem verunsichert. Es ist auch mehr als einmal auseinandergefallen, verlor Spiele hoch oder darf sich glücklich schätzen, nicht noch höher verloren zu haben (Wie problematisch das ist? Überlegt mal, wie der letzte Spieltag ausgesehen hätte, wenn der FC St. Pauli nicht hoch zu Hause gegen Hoffenheim und Mönchengladbach verloren hätte). Diese Unsicherheit gab es in der Vorsaison nicht, vielmehr waren das selbstbewusste Auftreten und der unerschütterlich wirkende Glaube an die eigene Spielidee mitentscheidend dafür, dass der FCSP die Klasse hielt. Die Ursache dafür, warum es in dieser Spielzeit anders war, muss unbedingt identifiziert werden.
Das Team machte die gesamte Saison über immer und immer wieder die gleichen Fehler, verteilte Geschenke an die Gegner. Es ist Blessin und dem Trainerteam einfach nicht gelungen, diese hohe Fehlerquote in den Griff zu bekommen. Zwar fokussierte man sich inmitten der langen Niederlagenserie mehr auf die Defensive, wollte wieder stabiler werden. Individuelle Fehler blieben aber weiter ein entscheidender Faktor. Zwar führte der veränderte Fokus schnell dazu, dass das Team etwas weniger Chancen zuließ, aber damit ging das komplette Erliegen der ohnehin schon schwächsten Offensive der Liga einher. Im Verlauf der Rückrunde versandete der Defensivfokus dann aber wieder. Die Zahlen (Gegentore, xG-Werte, zugelassene Abschlüsse) haben auch längst wieder das Niveau davor wieder erreicht. Der Plan mit einem veränderten Fokus ist also nicht wirklich aufgegangen.
Fokus hin oder her, der FC St. Pauli hat in vielen Spielen gezeigt, dass er weit weg davon ist, eine bundesligataugliche Offensive zu haben. Die Worte von Robert Andrich (er sagte nach dem Pokal-Aus des FCSP in Leverkusen, der FC St. Pauli habe nicht die Qualität, um Leverkusen gefährlich zu werden) hallen weiter mächtig nach. Denn der Innenverteidiger berichtete offensichtlich einfach das Erlebte, erklärte einfach, dass diese Offensive des FC St. Pauli nicht gut genug ist. Das hat vielerlei Gründe (zu jenem der individuellen Qualität kommen wir im nächsten Abschnitt). Es muss auch hinterfragt werden, wie genau der FCSP in einzelnen Spielen geplant hatte, Tore zu erzielen. Nicht selten schien es, dass wenn die geplanten Offensiv-Varianten in den Spielen nicht so recht klappen wollten (und das passierte bekanntlich oft), nicht oder viel zu spät zu einem Plan B gegriffen wurde. Der Kader versprach einen Fokus auf offensive Umschaltmomente, gesehen hat man davon so gut wie nichts. Der FCSP war eines der ungefährlichsten Teams nach Umschaltmomenten. Was auch damit zusammenhing, dass es in vielen Spielen nur wenige davon gab, da der FC St. Pauli oft Rückständen hinterherlief. Und in diesen Situationen, als das Team hinten lag, wirkte es mehr als einmal so, als wenn es gar nicht genau wisse, wie es diesen Rückstand eigentlich umbiegen kann. Wie bereits geschrieben: Das war für viele nur schwer zu ertragen.

(c) Stefan Groenveld
Göttlich erklärt, mit Blessin in neue Saison gehen zu wollen
Ein Team, das immer wieder ähnliche Fehler macht, das in Phasen extrem verunsichert spielt und dem es an Ideen in der Offensive zu mangeln scheint – diese drei Themen fallen alle in den Arbeitsbereich von Alexander Blessin. Entsprechend bedeutet eine kritische Analyse der Abstiegssaison auch, dass die Arbeit des Trainers hinterfragt wird. Diese Analyse hat es wohl bereits gegeben. Zumindest hat Oke Göttlich am Sonntag beim NDR erklärt, dass Blessin nicht entlassen werden wird, dieser höchstens selbst zurücktreten könnte.
Die Entscheidung des FC St. Pauli, an Alexander Blessin im Verlauf der Saison festzuhalten, ist zweifelsohne eine besondere. Weil die Mechanismen im Profifußball eigentlich andere sind. Wichtig ist auch zu erkennen, wie groß beziehungsweise klein der Einfluss eines Trainers auf den Erfolg eines Teams in der Bundesliga ist. Der Sportökonom und -soziologe Prof. Christoph Breuer erklärte Mitte April gegenüber dem Abendblatt (€), dass der Einfluss von Trainer*innen in der Bundesliga in den letzten Jahren abgenommen habe, weil die finanziellen Unterschiede zwischen den Clubs weiter auseinandergegangen sind. Doch auch wenn der Einfluss klein sein mag, so ist es trotzdem wichtig, nach Überzeugungen zu handeln. Schließlich, so erklärten es ja auch alle, könne der FC St. Pauli nur in der Bundesliga bestehen, wenn er an sein Limit kommt. Ob er das in dieser Saison trotz oder wegen Alexander Blessin als Trainer nicht geschafft hat? Diese Frage ist nicht zu beantworten, weil die Gegenprobe fehlt. Die Verantwortlichen des FCSP haben sie für sich aber trotzdem beantwortet.
Kader
Damit kommen wir automatisch zum Kader des FC St. Pauli und der Frage nach der Qualität. Sind die wiederkehrenden Fehler, die fehlende Offensivgefahr und mentale Stabilität vielleicht auch einfach ein Ausdruck davon gewesen, dass die individuelle Qualität nicht hoch genug gewesen ist?
Neuzugänge und etablierte Spieler erreichen zu selten Bundesliganiveau
Der FC St. Pauli hat vor und während der Saison nur Spieler verpflichtet, die allesamt keinerlei Bundesligaerfahrung besaßen. Die meisten haben noch nicht einmal auf dem Niveau einer der Top5-Ligen gespielt. Es war also von Anfang an klar, dass das Wohl und Wehe des FCSP zu großen Teilen davon abhängt, wie gut die Neuzugänge mit der Bundesliga klarkommen und wie schnell das passiert. Rückblickend betrachtet muss festgestellt werden: Zu wenige der Neuzugänge haben Bundesliganiveau erreicht, bei den meisten blitzte es nur phasenweise auf.
Es ist aber auch so, dass viele der etablierten Spieler im Team des FC St. Pauli ihr Niveau der Vorsaison nicht erreichen konnte. Vasilj war zwar weiterhin ein sehr, sehr großer Rückhalt, aber nicht so stark wie in der Vorsaison. Irvine hatte viel mehr mit sich selbst zu tun, als allen lieb gewesen ist. Smith konnte zu selten Spiele an sich reißen und war gegen den Ball auch nicht stabil genug. Und das sind nur drei Beispiele. Keinem der Spieler des FC St. Pauli, der in der Vorsaison mit dem Team die Klasse halten konnte, ist es in dieser Spielzeit gelungen, das zuvor gezeigte Niveau nochmal zu erreichen.
Zwei Lücken im Kader wurden zum Problem
Schwerwiegend kommt hinzu, dass sich im Saisonverlauf im Kader des FC St. Pauli zwei Lücken auftaten, die nicht anderweitig geschlossen werden konnten und dadurch zum Problem wurden. Offensichtlich fehlte es im Kader an bestimmten Spielertypen. Dass der FC St. Pauli mit Weißhaupt, Saad und Afolayan sämtliche dribbelstarke Offensivspieler ziehen ließ, ist verständlich. Dass im Anschluss aber kein einziger Spieler mit solchen Qualitäten im Kader war, wurde zum Problem: Der FCSP führte die wenigsten Dribblings aller Bundesligisten. Interessant ist dabei, dass der FCSP ja durchaus gewillt war, so jemanden neu in den Kader zu holen, der Transfer von Daisuke Yokota scheiterte aber auf den letzten Metern. Es wäre zumindest spannend gewesen zu sehen, wie anders das Team gegen tiefstehende Gegner hätte agieren können, wenn es mindestens einen Spieler auf dem Platz gegeben hätte, der Situationen auch mal per Dribbling hätte lösen können.
Zum womöglich neuralgischen Punkt sollte dann eine Position werden, die eigentlich als ausreichend besetzt galt: Doch dem FC St. Pauli fehlte nach der Verletzung von James Sands ein ähnlicher Spielertyp. Jemand, der wie Sands als eine Art Staubsauger auf dieser Position agiert. Sands ist der mit Abstand zweikampfstärkste Spieler auf dieser Position gewesen, war für das Aufnehmen von zweiten Bällen extrem wichtig und überzeugte zudem mit gutem Stellungsspiel. Er verletzte sich kurz vor Ende beim 0:0 gegen Frankfurt. Rasmussen, Smith und Fujita versuchten sich seitdem auf dieser Position. Keiner dieser Spieler hat ähnliche Qualitäten wie Sands, trotz üppiger personeller Besetzung des zentralen Mittelfelds fehlte ein direkter Ersatz im Kader. Wie schwerwiegend diese Verletzung gewesen ist, ist natürlich auch schwer zu beziffern, Fakt ist aber: Der FCSP blieb seit der Sands-Verletzung in keiner Partie ohne Gegentreffer, holte nur zwei Zähler aus neun Spielen.
Fazit
Auch der Misserfolg hat also viele Väter. So ist der Abstieg des FC St. Pauli eben auch aus vielfältigen Gründen zustande gekommen. Wichtig ist dabei, dass bei der Einordnung dieser Saison nicht nur der finanzielle Unterschied als Grund angeführt wird. Der FCSP ist in den letzten Jahren dadurch stark geworden, dass er die finanziellen Unterschiede als Herausforderung begriffen hat, versuchte trotzdem in die Bundesliga zu kommen und dort zu bleiben. Nun ist dieser Unterschied nicht wegzudiskutieren, aber es darf sich auch nicht dahinter versteckt werden. Der FC St. Pauli ist nicht aufgrund der großen finanziellen Unterschiede zu anderen Bundesligisten abgestiegen, sondern weil er es auf vielen Ebenen nicht geschafft hat, ans Leistungsmaximum zu kommen. Warum das nicht gelungen ist, muss kritisch analysiert werden.
// Tim
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Ich vermute, dass Maik und ich einen ganz ähnlichen Jahrgang haben, allerdings muss ich feststellen, dass ich trotz der Lebenserfahrung nicht so ein knallharter Typ bin.
Nach einem solchen Abstieg die braunweiße Brille auszuziehen, in den Journalisten-Anzug zu schlüpfen und objektiv irgendwelche Schiedsrichter-Entscheidungen beurteilen…
… Alter! Ich könnte das nicht.
Seit Heidenheim habe ich mich mental auf diesen Abstieg vorbereitet. Nach dem 3:1 am Samstag sollte dann auch wirklich jeder Zelle in meinem Körper klar geworden sein, dass das diesmal wohl nichts mehr wird mit dem Klassenerhalt …
… und trotzdem.
Normalerweise bin ich gerne laut ihm Stadion. Doch diesmal war nach dem Abpfiff die vollkommene Stille in mir.
Keine trotzigen „St.Pauli, St. Pauli“- Rufe. Kein „You never walk alone“, kein „Thees Uhlmann“… Ich wollte einfach nur noch diese tiefe Traurigkeit genießen. Mir die Tränen von der Wange wischen und das alles an mir vorbei ziehen lassen.
Ich wusste schon letzte Woche, dass ich froh bin, wenn diese Sommerpause endlich los geht. Und dieses Mal, da war ich mir sicher, wird das eine vollkommen fußballfreie Zeit.
Keine Testspiele, kein mitfiebern bei den Transfergerüchten, einfach mal ein paar Wochen kein fucking St. Pauli.
Auf der Rückfahrt von Hamburg haben wir dann nochmal rekapituliert, was gerade so alles Scheisse ist.
Die U23 steigt ab. Das NLZ liefert auch nicht gerade Talente am Fließband, und warum hat eigentlich ein Verein wie der FC St. Pauli kein Frauen-Team in der Bundesliga, verdammt nochmal?
Sonntag Nachmittag ist dann etwas sehr seltsames mit mir passiert.
Plötzlich merke ich, wie ich im Internet nach Hotels fürs Trainingslager suche.
Dann fällt mir auf, dass ich versehentlich nebenbei die Konferenz der 2. Liga gucke.
Abends vor dem Grillevent, auf dem auch 05er anwesend waren, ziehe ich fast selbstverständlich ein St. Pauli-Shirt aus dem Schrank.
Mainz 05… war da nicht mal was? Wurde dieser Verein nicht als großes Vorbild genannt, als es darum ging, dass man sich in der 1. Liga etablieren will?
Und ist Mainz 05 nach kurzem Intermezzo in der Bundesliga nicht auch erstmal abstiegen, bevor sie sich wirklich in der 1. Liga festsetzen konnten?
Ja, bei uns wurden Fehler gemacht, sonst wären wir nicht abgestiegen. Aber muss man nicht auch mal zwischendurch richtig auf die Fresse fallen, um aus seinen Fehlern zu lernen?
Also sorry Leute, ich habe wieder richtig Bock und auch tatsächlich die Hoffnung, dass wir nächste Saison eine gute Rolle in der 2. Liga spielen können.
Was jetzt nicht passieren darf, ist dass alles auseinander bricht. Aber da bin ich gerade zuversichtlich.
Nächstes Jahr wird geil!
Mein Gott, ich hab schon wieder viel zu viele Millernton-Tabs auf.
Das war eigentlich ein Kommentar zur heutigen Lage. Aber egal. Hier passt es auch.
Aber deswegen hat das bei mir ja auch bis Montagmorgen gedauert, bis ich mir das anschauen konnte. 😉
Die MAINZAAAA!! haben im richtigen Moment die Konsequenzen gezogen, Jahr für Jahr. Sie geben ihren Trainern Zeit und verfallen nicht in Aktionismus, aber sie ziehen die Reißleine so, dass genug Zeit für den neuen Trainer bleibt. Dinge werden nicht einfach besser, wenn man sie aussitzt, sondern aktiv in Angriff nimmt.
Haha, ich fühl das auch so! Diese Saison war so derbe anstrengend, Zittern bei jedem Spiel (wir haben ja nur das Derby mit 2 Toren Abstand gewonnen, ansonsten waren alle Siege knapp), teilweise üble Auftritte, insgesamt irgendwie eine negative Stimmung bei allen. Ich habe das Ende der Saison echt herbeigewünscht- und jetzt häng ich hier schon wieder und ziehe mir alle FCSP-News rein. Ein bisschen gibt es allerdings einen Stich im Herz, wenn man bei kicker online auf Bundesliga klickt und weiß, dass uns das nicht mehr betrifft. Eine erholsame Sommerpause Euch allen. Ab August greifen wir wieder an!
Auch der Millernton muss sich mal hinterfragen und in die Analyse gehen.
Wie kann es eigentlich sein, dass Mario hier noch keine eigene Kolumne hat? Skandal!1!
im Ernst: Danke Mario für diese wundervollen Worte (mal wieder).
Ich liebe alles daran💖
Naja, der eigentliche Skandal ist ja, dass wir jetzt den 511ten Tag ohne Millernton-Adventskalender-Rätsel leben müssen. Und wenn ich mir Oké, Alex und Andreas Statements in der Medienrunde so durchlese scheint das bei der Analyse dieser Saison überhaupt keine Rolle zu spielen. 😉
Vielen Dank. Ich finde mich in den Ausführungen und dem Conclusio sehr gut wieder.
Abstiegskampf mit Ansage. Der Vereinsführung scheint nicht mehr zu helfen zu sein. Gut, wollte immer schon Magenta TV ausprobieren.
Tut mir Leid, nach dem Debakel einfach weitermachen, als wäre man nicht gerade miserabel gescheitert… puh. Ich fühle mich gerade wie die Schalker, als sie grandios den Aufstieg geschafft haben, um dann Frank Kramer vor die Nase gesetzt zu bekommen. Das killt jede Aufbruchstimmung. Aber es kommt zusammen, was zusammen gehört: FC St. Pauli und schnöder, erfolgloser Fußball – der etwas andere Verein (but don‘t call it Kultclub).
Schöne Sommerpause euch allen. Erholt euch von den Strapazen und Negativerlebnissen der letzten Saison, there is more to come 🙂 (und gebt das freigewordene Geld durch die DAZN-Kündigung sinnvoll für euer Wohlbefinden aus).
Mich von den Strapazen der Saison zu erholen, wird mir voraussichtlich leichter fallen als von deinen übellaunigen, besserwisserischen und pseudolustigen Kommentaren.
Na dann ist doch alles in bester Ordnung!
Verlieren, absteigen, alles egal – nur dieser Penner auf millernton.de, der sich permanent aufregt… man raubt er Kraft.
PS: Es ist sarkastisch, nicht pseudolustig.
Ergänzung:
Aus Interesse, und um weniger auf den Sack gehen zu müssen, weils mir um den Erfolg unseres Vereins geht und nicht darum, der Besserwisser zu sein, weils scheinbar das einzige ist, was hängenbleibt: Angenommen, ich würde fortan sachlich-nüchterne Kommentare abgeben, redigiert, sodass sie inhaltsvoll ohne „Anton-Faktor“ sind, im Kern, aber eben kritisch bleiben – würde das dich zufriedener stellen oder gehts darum, dass ich unsere aktuelle Entwicklung kritisch sehe und man das nicht in dieser Bubble hören will?
Bist du eigentlich Intern bei Gesprächen der verantwortlichen dabei? Du äußerst von Außen so als wärst du mitten drin und keiner hört dir zu. Du weißt doch garnicht was alles besprochen wird. Ja Saisonverlauf war scheiße, dennoch glaube ich das die Verantwortlichen genau wissen was sie tun. Vergiss nicht was für ein Zweitligist wir bei antritt Bornemanns waren. Wo wir jetzt sind. Und auch die Personalie Hürzeler. Nach dem schnellen Abgang und dem schnellen Handeln direkt nach dem Aufstieg. Blessin hin oder her. Wir waren 2 Jahre in der Bundesliga. Wenn er so krass schlecht gewesen wäre wären wir letzte Saison schon abgestiegen!
Nein, ich bin natürlich kein Faktor in den Gesprächen, aber es kann ja nicht damit enden, dass wir immer meinen, nur weil wir außen stehen, haben wir keinerlei Ahnung. Natürlich hat der Verein einen Wissensvorsprung, natürlich habe ich und andere Kritiker nicht die Wahrheit (C) gepachtet.
Man kann legitim zu dem Ergebnis kommen, wir probieren es weiter, aber ich sehe es nicht. Ich habe in 2 Jahren keine nachhaltige Entwicklung gesehen, was die Offensive angeht. Die Gefahr Liga 3 steht im Raum und erneut stellt sich ein Spieler vors Mikro und bemängelt den Trainerstab (und andere Verantwortliche). Ich finde es ein Unding, dass Bornemann darauf reagiert und zu Wort gibt, dass Irvine da nicht mitzureden hätte, das täte er ja auch nicht. Die Ehrfurcht vor dem Trainerwissen mag man ja noch bei einem Fan nachvollziehen, aber ein Sportdirektor muss da schon ein wenig mehr mitreden und vor allem nicht nach diesen Leistungen zum Schluss kommen, Trainer bleibt.
Es ist alles nur meine Meinung, die ich versuche objektiv zu erklären. Klar, wie immer bissig, gefällt nicht jedem, aber ich bin beim FCSP nunmal hyperemotional, tut mir Leid. Ich will nicht mit Alex weitermachen, weil ich den irgendwie doof finde oder so, ganz im Gegenteil, aber ich bin nicht mehr von ihm als Trainer überzeugt und ich fürchte, er wird in der neuen Saison eine Lame Duck, wie auch alle anderen Trainer, die nach Abstieg geblieben sind.
Freiburg hat bei allen vier Abstiegen am Trainer festgehalten. Dein letzter Satz ist dementsprechend schlicht falsch.
Wenn das bedeuten würde, dass deine Kommentare auf mich weniger den Eindruck machen würden, dass es in erster Linie darum geht, deine schlechte Laune rauszukübeln, damit es dir nachher besser geht, und ohne Insiderwissen über Hintergründe und mögliche Alternativen einfach nur besserwisserisch rumzunörgeln, wenn es also sozusagen Kommentare ohne „Arschloch-Faktor“ wären – ja, das würde für mich das Mitlesen hier angenehmer machen.
Ich glaub dir ja, dass es dir um den Erfolg des Vereins geht, das wird wohl bei fast allen hier so sein, aber ich glaube nicht, dass Sarkasmus und Nörgelei der Schlüssel zum Erfolg sind.
P.S.: „Sarkastisch“ und „pseudolustig“ schließen sich nicht zwingend gegenseitig aus.
Wenn es mir nur darum ginge, alle runterzuziehen, hätte ich wohl kaum vor dem letzten Spieltag nochmal versucht Zuversicht zu verbreiten. Ich dachte, wenn ICH die versprühe, springen doch alle anderen erst Recht auf. Ich hab sogar wirklich bis zum 3. Gegentreffer dran geglaubt 😉
Danke Tim. Die Einordnung passt auch zu meinem Gefühl.
Ich will das hier gar nicht Fussballwissentschaftlich betrachten. Mein erstes Abstiegserlebnis war 77/78. Da kannte jeder den Hauptgrund, zu viel Spiele im Stadion an der Müllverbrennungsanlage statt am Millerntor.
Und dann noch das, nämlich das unsere Jungs fast ausschließlich (mit wenigen Ausnahmen wie Gerber) im Großraum Hamburg großgeworden sind und NACH dem Spiel quer durch die Kneipe zum Hinterzimmer zum Essen mußten. Glaubt mir spätestens beim nächsten Spiel hätten die den Rasen am Millerntor umgepflügt, sonst hätte Willi denen seine Tröte auf die Birne gehauen.
St. Pauli, unser FC, das ist das echte Leben ! Eben 2 Schritte vor und einen zurück. Er ist und bleibt bis zum Ende Teil meines Lebens.
It’s all over now?
Mal sehen, ob das nur für den Moment so ist…
Einen zum Schluss derart erfolglosen Trainer einfach weiter machen zu lassen, ist im besten Falle mutig zu nennen.
Ich gehe davon aus, dass Blessin auch bei Transfers ein Mitspracherecht hat (Kaars, Rasmussen? Hara??).
Wenn man in den letzten 10 Spielen voraussichtlich noch 2 Siege braucht, darf man auch mal den Gegner überraschen (Umstellungen, Varianten im Matchplan, nach Anstoß 10min bedingungslos offensiv spielen…). Ich war live dabei, wie eine limitierte Drittligamannschaft des FCStP im „Bokal“ Erstligisten überzeugend besiegt hat.
Und damit komme ich zum Thema Resilienz und Feuer: Wer soll einer verunsicherten Mannschaft diese Dinge beibringen, wenn nicht der Coach?
Zum Schluss frage ich mich, welcher Spieler sich denn eigentlich entwickelt hat, vielleicht Pyrka, vielleichtwar der aber schon gleichso gut. Aber Hountondji, Kaars, Hara, Fujita?
Warum waren kopfballstarke Defensivspieler nicht in der Lage 4-5 Kopfballtore zu erzielen? Wieso kann man Irvine nicht ein Minimum an Torgefährlichkeit beibringen, wenn er immer wieder in gute Abschlusspositionen kommt?
Diese Fragen möchte ich noch als Ergänzung zu denen stellen, die Tim bereits in seinem wie gewohnt ausgezeichneten Artikel niedergeschrieben hat.
Und mein Appell geht in eine ähnliche Richtung, wie ich das bei ihm zwischen den Zeilen glaube vernommen zu haben.
Ich würde gerne mit fundierter Vorfreude in die neue Saison gehen statt mit latenter Angst.
¡Venceremos!
Was wir vor allem brauchen werden und da gebe ich dir Recht, sind resiliente Spieler, die mit Leistung vorangehen. Ich würde da an Bornemanns Stelle gucken, welche Kapitäne in einer halbwegs kompetitiven Liga wechseln wollen und leistungstechnisch aufgefallen sind. In Hannover schwirrt so jemand rum..
Ich versuche es nochmal: Das Fußballgeschäft ist doch kein Wunschkonzert! Auf der PS5 lässt sich Deine Traummannschaft vielleicht zusammen stellen, mit der Realität hat das nichts zu tun. Deine völlig übersteigerten Erwartungen in Bezug auf die tatsächlichen Möglichkeiten des FCSP führen vermutlich zu Deiner tiefen Frustration und Deiner irrationalen Unzufriedenheit, die Du seit dem Aufstieg mit uns teilen musst. konkret: An Leopold sind drei (!) Bundesligisten dran, auch Hannover selbst kann durch höhere Stadioneinnahmen und verkauften Stadionnahmen ihm noch ein WESENTLICH höheres Gehalt + Handzahlung + bessere sportliche Perspektive bieten als wir. Warum sollte ein Berufsfußballer sich unter den Bedingungen für uns entscheiden? Weil Hamburg so schön ist oder St. Pauli so anders? Weil hier alle so fröhlich und immer positiv gestimmt sind?
Enzo ist einfach nur ein reingeworfener Name. Mir bewusst, dass das sehr schwer wäre, einfach nur ein Wunsch. Worum es mir mehr geht, ist der Teil davor: Kapitäne/Führungsspieler von uns überzeugen, um ein neues starkes Grundkonstrukt zu bauen.
Ich würde mich im Übrigen freuen, wenn wir mehr über den Inhalt quatschen, anstatt über mich. Nur so als Idee.
Danke Tim
für die sehr wichtige und und umfassende Analyse.
da steckt sehr viel von dem drin, was mir auch durch den Kopf ging allerdings vollkommen ungeordnet und durcheinander.
vielen Dank
Tim, ich kann mich nur anschließen. Tolle Analyse.
Ich hoffe sehr, dass ich mich täusche aber diese Saison hat mein Vertrauen in die Vereinsführung deutlich erschüttert. Da haben sich schon viele vor mir geäußert und ich halte mich erstmal zurück. Bin auch noch zu emotional, traurig und enttäuscht. Da wird man dann schnell unfair und in ein paar Wochen sieht die Welt ja vielleicht schon wieder anders aus.
Deine Artikel hilft jedenfalls einen kühlen Kopf zu bewahren. 🙂
Moin kann ich alles mitgehen. Was mir noch fehlt, ist die Unruhe, die einige Spieler in die Medien ins Team und somit vermutlich auch in die Kabine gebracht haben. Ob mit bewussten Aussagen oder unbedachten. Das ist auch so eine Sache, wir waren jetzt längere Zeit auf der Erfolgsspur und da ist dann eher automatisch Ruhe, jetzt ist einiges kommunikativ eher schlecht gelaufen. Und ja da kann man auch Alex in Teilen einen Vorwurf machen.