Ronny schaut auf den BesucherInnen-Zuspruch der fünf höchsten deutschen Fußballligen der Männer sowie der beiden höchsten Staffeln bei den Frauen.
Ich bin als Abonnent der ersten Stunde in jedem Jahr sehr gespannt, wenn das fulminate. auf Historisches spezialisierte Fußballmagazin “Zeitspiel” sein aktuelles Jahresranking über das ZuschauerInnen-Interesse bei den hiesigen Leistungsligen veröffentlicht. Besonders große Überraschungen erwarten einen da zwar meist nie, aber im Detail entdeckt man dort doch auch immer wieder interessante Veränderungen.
Topp
So steht auch in der Saison 2025/26 Borussia Dortmund mit 81.365 ZuschauerInnen im Schnitt mit deutlichem Abstand vor Bayern München (75.000) an Position eins. Bereits auf Rang drei reiht sich der erste Zweitligist ein – der FC Schalke 04 mit durchschnittlich 61.782 Heimspielfans. Nach sieben weiteren Zweitligisten sowie elf Erstligisten rangiert der FC St. Pauli von allen 368 genannten Vereinen mit 29.484 BesucherInnen auf dem 22. Platz. Erster Drittligist ist dann auch schon bald, auf dem 27. Rang, Hansa Rostock und kommt dabei im Mittel auf 24.988 HeimspielbesucherInnen. Das ist etwas mehr als drei Mal so viel wie beim besten Viertligisten – der Nord-Regionalligist SV Meppen nämlich schaffte es auf 7.868 im Schnitt (Platz 49). Dies wiederum ist noch ein bisschen weniger als der beste Schnitt der 1. Frauen-Bundesliga. Dort legte Aufsteiger Union Berlin noch einmal um durchschnittlich über 1000 BesucherInnen kräftig zu und kommt aktuell auf mittelwertig 8.202 Anhänger und Anhängerinnen. Auf dem Vizethron findet sich hier der zweite Aufsteiger: Der Hamburger SV brachte es immerhin auf 6.934 UnterstützerInnen zu Hause. Auch in der 2. Liga der Frauen dominiert ein Aufsteiger, denn mit 3.162 Zuschauern und Zuschauerinnen amtiert dort der aus der Regionalliga gekommene VfB Stuttgart. Und weist damit fast genau 1000 BesucherInnen mehr auf als der beste Fünftligist bei den Männern: Der VfR Aalen aus der Oberliga Baden-Württemberg bringt es auf Rang 77 auf immerhin 2168 am dortigen Fußballgeschehen interessierte Menschen pro Spieltag.
Flop
Und wer schneidet am schlechtesten ab? Zahlen können zwar nicht lügen, doch natürlich kann man mit einem Stadion, das beispielsweise nur 12.000 ZuschauerInnen fasst, eben diese Marke nicht überschreiten. Leider listet das Zeitspiel-Magazin nicht auch noch zusätzlich die prozentuale Auslastung auf, die möglicherweise gerade diese Negativzahlen in eine nachvollziehbare Relation setzen könnte. Das wäre an dieser Stelle doch mal ein Verbesserungsvorschlag für die Zahlenkolonnen nach der nächsten Saison. Also: Die Rote Laterne im Oberhaus gebührt dem Beletage-Absteiger 1. FC Heidenheim, der es auf im Schnitt 14.892 Fans im Albstadion brachte. Erstligaaufsteiger SV Elversberg hingegen kam im saarländischen Waldstadion Kaiserlinde in der abgelaufenen Spielzeit auf lediglich 9.113 und bildet damit das Schlusslicht im Zweitligakosmos. Für die 3. Liga hat bei der Verteilung des negativen Zuschauerzuspruchs die TSG Hoffenheim II ganz laut “hier” gerufen und weist nur 1.597 BesucherInnen vor. Das sind immerhin gut fünf Mal so viele Menschen, wie der Viertligaletzte dieser Statistik einbringt: Ganze 312 Fußballfans besuchten im Schnitt die “Heimpartien” des – tätä! – FC St. Pauli II im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion. Das bedeutet mit noch einmal 6 ZuschauerInnen weniger als im Vorjahr heuer Rang 230, nachdem man zuletzt den 206. Platz eingenommen hatte. Allerletzter in dieser Klassifikation ist die dritte Mannschaft des SV Werder Bremen aus der dortigen Bremenliga: 50 Unentwegte besuchten durchschnittlich die Begegnungen der Weserjungs in der fünften Liga.
Übersicht der Durchschnittszahlen
Zum Abschluss noch ein paar allgemeinere Durchschnittszahlen zum hiesigen Fanzuspruch in den diversen Staffeln.
- 1. Bundesliga: 42.308
- 2. Bundesliga: 28.624
- 3. Liga: 10.469
- 1. Frauen-Bundesliga: 3.589
- RL Nordost: 3.125
- RL Südwest: 1.672
- RL Nord: 1.544
- RL West: 1.345
- RL Bayern: 937
- 2. Frauenbundesliga: 566
- Oberliga Baden-Württemberg: 516 (OL-Krösus)
- Oberliga Mittelrhein: 155 (OL-Schlusslicht)
P.S. Dieser Kurzartikel ist ausdrücklich auch eine Aufforderung an euch, die inzwischen im 12. Jahr vierteljährlich erscheinende Fachpublikation zu abonnieren (4 Ausgaben 36 Euro). Eine sinnvolle Ergänzung zum “11 Freunde”-Magazin, das sich zwar bekanntlich auch mit guten Hintergrundstorys hervortut, sich aber in erster Linie mit aktueller Tretsport-Berichterstattung beschäftigt – “Zeitspiel” geht stattdessen deutlich mehr in die Tiefe und die Vergangenheit. Das Heft gibt es übrigens nicht im Einzelhandel, sondern erhaltet ihr nur im Direktbezug via Homepage.
// Ronny
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