Omar Marmoush – mindestens problematisch

Omar Marmoush – mindestens problematisch

Dieser Text fällt uns schwer. Denn das gesamte Thema ist eines, bei dem wir uns kein Urteil erlauben können. Denn unser Wissen über den Nahost-Konflikt mit all seinen Ungerechtigkeiten reicht dazu nicht aus. Es gibt hochbezahlte Politik-Journalisten, die auch an dem Thema verzweifeln. Wo wir uns aber recht sicher sind: Es gibt kein Schwarz und Weiß in diesem Konflikt. Entsprechend problematisch ist, wenn sich Personen deutlich positionieren. So geschehen von Omar Marmoush.
(Titelbild: Peter Böhmer)

In den letzten Tagen und vor allem gestern ist es zu massiver Gewalt in und um Jerusalem herum gekommen. Die Situation ist mittlerweile derart eskaliert, dass von der Hamas Raketen auf Israel abgefeuert wurden. Danach hat Israel Ziele im Gazastreifen angegriffen. Es gibt Berichte über Dutzende Todesopfer. Diese Eskalation ist somit ein weiteres dunkles Kapitel im Nahost-Konflikt und scheint noch nicht beendet.

Was die Beurteilung der Situation so schwer macht und vermutlich für nicht wenige den Nahost-Konflikt zu einem ganz schwierigen Thema macht: Es gibt so viele Vorfälle, so viel Unrecht auf beiden Seiten, dass es uns schlicht unmöglich ist, ein Urteil zu fällen. Der Nahost-Konflikt ist aufgrund seiner hochkomplexen Geschichte und des inzwischen seit mehr als 70 Jahren andauerndern Konflikts, vermutlich nie ganz aufzulösen. Wie sollte das auch gelingen, wenn zwei Völker das gleiche Territorium für sich beanspruchen?
(Wer sich die Chronologie des Nahost-Konflikts noch einmal durchlesen möchte, dem empfehlen wir diesen kurzen Überblick)

Es scheint also kein Schwarz und Weiß bei diesem Konflikt zu geben. Auch eine Lösung scheint trotz aller internationalen Bemühungen nicht möglich zu sein. Das ist nichts Neues und um das festzustellen braucht es auch keinen Fußballblog eines mäßigen Zweitligisten.
Da es kein Schwarz und Weiß gibt, ist mit einem gewaltigen Echo zu rechnen, wenn jemand sich bei diesem Konflikt klar auf einer Seite positioniert. Besonders dann, wenn diese Person Profi-Fußballer ist. Omar Marmoush postete am Dienstagmorgen (ist inzwischen gelöscht) diese Story bei Instagram:

Das gesamte Land Israel ist hier im Muster der Kufiya, einem in der arabischen Welt getragenen Kopftuch, auch „Palästinensertuch“ genannt, gehalten. Die Botschaft ist ziemlich eindeutig: Das Land Israel gehört den Palästinensern.
Zudem schreibt Omar Marmoush hierzu folgenden Text:

Eure Einladung an unsere Schwestern – möge Gott ihnen den Sieg gewähren.

Instagram-Story Omar Marmoush, sinngemäß übersetzt

Allein schon das Abbilden des Staates Israel mit einer Art Nationalsymbol von Palästina könnte man so deuten, dass Marmoush den Staat Israel nicht anerkennt. Strafrechtlich dürfte das noch nicht zur Zerstörung Israels aufrufen, man kann dies aber sehr wohl dort so herauslesen. Das ist mindestens problematisch.

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Die Rückmeldung aus der Fanszene auf diese Insta-Story ließ nicht lange auf sich warten:

Einige Tweets im Anschluss gehen dann in die Richtung, dass Omar Marmoush nach Ende seiner Leihe auch gleich gar nicht mehr ans Millerntor zurückkehren sollte.

Aber klar ist eben auch, dass es innerhalb der Fanszene des FC St. Pauli einige Stimmen gibt, die die Ansichten von Omar Marmoush teilen, genauso, wie es Personen gibt, die das genaue Gegenteil davon als richtig empfinden. Der Blick richtet sich hier beispielhaft nach Glasgow. Seit vielen Jahren ist die Positionierung der Fanszene von Celtic ein wiederkehrendes Thema in der Fanszene des FCSP. Denn es gab bereits mehrere Statements und auch Choreos, in denen offen mit Palästina sympathisiert wurde. Der Vorwurf des Antisemitismus ist da dann nicht mehr weit. Die Sichtweise auf den Konflikt ist von Großbritannien aus eine gänzlich andere als aus Deutschland, wo allerdings ja auch innerhalb „der politischen Linken“ (so es sie denn überhaupt als solche gibt) durchaus sehr unterschiedliche Meinungen existieren.
Doch zurück nach Glasgow:

Oder auch der von uns ebenfalls sehr geschätzte Account des FCSP South End Scum:

Diese Tweets dürften bei vielen Kritik hervorrufen. Und da sind wir mitten im Thema: Kann man ziviles Leid in Palästina losgelöst von den terroristischen Taten der Hamas betrachten? Kann man die Vergeltungsschläge von Israel rechtfertigen? Gibt es hier Schwarz und Weiß, ist es eine Henne/Ei-Problematik? Erzeugt Aktion immer Reaktion?
„Freiheit für Palästina“ wäre für sich genommen ja ein Statement, welches jede:r sofort unterzeichnen könnte – wenn es eben nicht jeweils auch die andere Seite der Medaille gäbe. Und so greift es als Forderung hier zu kurz.
Ist es deswegen als Forderung komplett falsch? Wir wissen es nicht und stehen dieser Problematik recht hilflos gegenüber.

Zusätzlich haben auch weitere Profis Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung bekundet. Leart Paqarada und Christopher Avevor teilten im Laufe des Vormittags die unten gezeigten Stories auf Instagram. Hierbei wird, anders als von Marmoush, darauf verzichtet den Staat Israel mindestens nicht anzuerkennen.

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Der Umgang mit dem Thema zeigt wie divers dieses Thema auch innerhalb der Fanszene betrachtet wird. Sicher ist, dass es bei diesem hochkomplexen Konflikt kein richtig und falsch geben dürfte.

Wir wünschen uns alle sicher sehr, dass Fußball-Profis mündig und meinungsstark in den Sozialen Medien auftreten. Wir wünschen uns, dass sie eben nicht einfach nur ein paar Bilder vom Fußball teilen, sondern das sie auch mal auf politische und gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen.
Allerdings ist gerade der Nahost-Konflikt ein Thema bei dem eine klare Positionierung alles andere als hilfreich erscheint. Das hat die Geschichte der letzten 70 Jahre gezeigt. Dieser Konflikt braucht keine weiteren radikalen Ansichten, die geteilt werden. Er braucht Verständnis füreinander, es braucht Schritte aufeinander zu. Ein Insta-Post bei dem der Staat Israel nicht anerkannt wird bzw. mit Palästinenser-Symbolen belegt wird, ist da sicher genau das Gegenteil von dem, was notwendig ist. Wenn dieser Post zudem noch mit den Worten „möge Gott ihnen den Sieg gewähren“ versehen wird, dann ist das inakzeptabel.

Das Marmoush die Story bereits wieder gelöscht hat, zeigt, dass entweder er selbst oder der Verein die Rückmeldungen registriert haben. Es scheint, dass die Verantwortlichen die Problematik erkannt haben und es ist zu erwarten, dass es hier seitens des Vereins eine Aufarbeitung des Themas gibt. Die kürzlich veröffentlichten Stories von Paqarada und Avevor zeigen umso mehr, dass der Verein gut daran täte, sich einem schwierigen Thema anzunehmen. Ohne, dass wir hier vorgeben könnten, in welcher Art und Weise dies genau zu geschehen habe.

Insofern: Die Kommentare sind offen. Wir haben hier bisher in ähnlichen Situationen bereits feststellen dürfen, dass es bei allen unterschiedlichen Meinungen absolut möglich ist, fair miteinander umzugehen und in der Sache zu diskutieren, ohne andere respektlos zu behandeln. Über eine derartige Diskussion zu diesem Thema würden wir uns auch hier sehr freuen, wohl wissend, dass auch da dieser Konflikt sicher nicht gelöst werden kann.
// Tim & Maik

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66 thoughts on “Omar Marmoush – mindestens problematisch

  1. Wow, ihr Beiden. Diese Stellungnahme hat euch sicherlich viel Kraft gekostet. Aus meiner Sicht habt ihr sehr angemessen und in der Beurteilung unparteiisch reagiert. Kompliment.
    Vielleicht sollte der Magische FC und seine Angestellten die aktuelle Quarantäne- Zeit nutzen, um in Herzlake zwei Wochen auf Smartphones zu verzichten?!

  2. Guter, ausgewogener und abwägender Kommentar.

    Ich selbst stehe zwar eher auf der Seite, die das Vorgehen der israelischen Sicherheitskräfte als zu hart ansehen und der die Vertreibung der Palästinenser aus ihren Siedlungen für einen Bruch internationaler Verträge hält und es demzufolge nachvollziehen kann, dass sich die Menschen mit denen ihnen zur Verfügung wehren. Aber ich habe auch schon Freunde in Israel besucht, die keine 30 Km von der Westbank entfernt wohnen und somit nur minimale Vorwarnzeit haben, um in einen der vielen Luftschutzbunker in ihrer Kleinstadt zu fliehen.

    Auf beiden Seiten herrscht Mißtrauen, Wut und Angst. Und auf beiden Seiten gibt es offenbar keine (führenden) Politiker die gewillt oder in der Lage wären, die Lage zu entspannen und zu befrieden. Und ja, über den Nahost-Konflikt zu diskutieren ist sehr schwierig, über Social Media sowieso.

    1. Danke für die Rückmeldung. Wir haben in dem Text ganz beusst darauf verzichtet eine Position zu beziehen. Auch weil wir uns das nicht zutrauen zu urteilen. Deine Schilderungen zeigen uns, wie schwierig und verfahren dieser Konflikt ist.

  3. Auch aus meiner Sicht ein guter und ausgewogener Kommentar. Was noch zu ergänzen wäre ist der emotionale Aspekt des Konfliktes. Viele Menschen auf beiden Seiten haben dabei persönliches Leid erlitten, was widerrum oft zu neuen Gewalttaten führt. Eine Spirale, die kaum zu durchbrechen ist. Es gibt in meinen Augen kein Gut oder Böse in diesem Konflikt, dazu ist er zu sehr in der Seele der Menschen im Nahen Osten eingebrannt, was man auch in dem Post von Omar sieht.

  4. Schwieriges Thema..

    Da es bei diesem Konflikt auf beiden Seiten viel Unrecht gibt, aber aufgrund der deutschen Vergangenheit relativ einseitig berichtet wird kann ich es verstehen wenn Menschen das Unrecht auf der anderen Seite thematisieren. Das sollte auch möglich sein, ohne dass man ihnen direkt Antisemitismus vorwirft.

    Schwieriger wird es wenn einer Seite der komplette Sieg gewünscht wird und man damit die Existenzberechtigung der anderen Seite abspricht (gilt in beide Richtungen)…

    Wer mündige Spieler will muss auch aushalten dass sie eine andere Meinung vertreten (Paquarada, Avevor). Wer allerdings die Grenzen überschreitet (Marmoush) sollte darauf hingewiesen werden und man sollte mit ihm reden. Wegcanceln bringt da niemanden was.

    Guter Artikel

  5. Euer zurückhaltender Ansatz, dass der Israel-Palästina-Konflikt derart kompliziert und verworren ist, dass es quasi unmöglich ist, dazu eine korrekte Haltung einzunehmen, ist ehrenwert, aber im konkreten Fall nicht hilfreich. Denn so angenehm Eure Zurückhaltung auch ist, so drückt sie sich doch letztlich davor, eine Haltung bzw. Aussage energisch zu kritisieren, die auf die Abschaffung/Vernichtung Israels abzielt. Das mündet dann in mildem Tadel wie „das Gegenteil von dem, was notwendig ist“ statt einer klaren Kante gegen Antisemitismus. Man muss sich bei all den verwirrenden Verästelungen dieses Konflikt absolut nicht immer auf die israelische Seite schlagen, aber wer die Existenz Israels als jüdischen Staat nicht akzeptieren kann, der bezieht eine Position, die in meinen Augen nicht diskutabel ist. Und wieso es für Euch einen Unterschied macht, ob man diese Anti-Israel-Slogans von Hamburg oder von Glasgow aus in die Welt posaunt, verstehe ich nebenbei bemerkt auch nicht.

    (Chapeau, dass Ihr „ZEITGLEICH hat Ziele im Gazastreifen angegriffen“ korrigiert hab in „DANACH…“.)

    1. Danke für deinen Kommentar.
      Richtig, wir sehen uns nicht dazu in der Lage den Nahost-Konflikt zu beurteilen, daher die Zurückhaltung. Aber wie wir im Text geschrieben haben, finden wir den Post von Marmoush „inakzeptabel“ und gehen davon aus, dass es da auch innerhalb des Vereins zu Reaktionen kommt.
      Es macht für uns keinen Unterschied, woher die „Anti-Israel-Slogans“ kommen. Wir wollten nur betonen, dass wir in vielen Gesprächen gemerkt haben, dass die Sicht auf den Nahost-Konflikt in UK eine andere ist als in Deutschland.
      Ja, wir haben das geändert („zeitgleich/danach“). Da ist uns ein Fehler unterlaufen, den wir kurz nach der Veröffentlichung korrigiert haben.

  6. Rassistische Zwangsräumung ist die Ursache… Fang bitte mit den Tatsachen an OK!?
    Und seit wann hat die Kritik an der israelischen Regierung irgendetwas mit Antisemitismus zu tun?

  7. Das es auch anders geht, kann man ganz gut hier sehen:
    Neve Salom/Wahat Al Salam
    Will nur niemand der Macht hat, auf beiden Seiten….leider.

  8. Ahoi, Millernton-Team!
    Euer Text trifft angesichts der schwierigen Gemengelage genau die richtige Tonlage. Vielleicht täte es Omar ganz gut, mal in einer Mannschaft mit einem jüdischen oder israelischen Mitspieler aktiv zu sein. Da kommt das Umdenken meist ganz von alleine. Ganz ab davon, ob Omar nächste Saison überhaupt noch bei uns ist: Zum FCSP würde das auch gut passen …

    1. Danke für den Artikel, ihr Lieben. Ihr zeigt sehr gut, dass eine klare Positionierung im Grunde unmöglich ist.
      Als aktuelle Hauptursache sehe ich die territorialen Ansprüche beider Gruppen, die ich nicht schaffe, vernünftig zu beurteilen.
      Zum einen sind da legitime, weil uralte, Ansprüche jüdischer Bürger*innen auf das Land, auf dem jetzt gerade Palestinenser leben. Zum anderen leben eben diese auch schon seit Jahrzehnten genau dort und haben ebenso berechtigte Ansprüche. Wie soll das geklärt werden?
      Die durch die Hamas immer wieder bewusst inszenierten Gewaltausbrüche, die der Ausgangspunkt der wiederkehrenden Gewaltspirale sind, kann man dennoch klar verurteilen. Die Polizeigewalt auf der anderen Seite übrigens auch. Nur ist sie eben nicht die Ursache der aktuellen Eskalation.

  9. Danke für diesen informativen und abwägenden Artikel. Auch die Kommentare hier (bis auf den einen, der die genaue Ursache von allem kennt) sind hoch interessant und wichtig.
    Sehr angenehm fand ich auch, dass ich von diesen Postings hier von euch erfahren habe und nicht wie sonst aus der Boulevardpresse oder in erhitzten Social Media Ping-Pong-Debatten.

  10. „Sicher ist, dass es bei diesem hochkomplexen Konflikt kein richtig und falsch geben dürfte.“

    Das sehe ich komplett anders. Man kann bei verschiedenen Detailfragen zwar durchaus zu unterschiedlichen kommen, aber die Grundtendenz muss dabei trotzdem klar sein: Wir haben hier auf der einen Seite den einzigen demokratischen Staat der Region, mit all seinen bekannten Widersprüchen und auch Fehlern, wie sie bei nahezu allen demokratischen Staaten zu finden sind. Und auf der anderen Seite ein klerikal-faschistisches (und ja, Faschismus ist bei der Hamas die korrekte politikwissenschaftliche Einordnung, sie erfüllen souverän alle klassischen 14 Faschismusmerkmale nach Laurence W. Britt) Regime, das das Töten von Zivilisten in seinen Schulbüchern feiert und Plätze & Straßen nach Massenmördern benennt. Beides gilt übrigens auch für die Fatah. Den geschichtlichen Ausflug und die Verbindungen der Muslimbruderschaft, al-Husseini und der SS erspare ich mir an dieser Stelle, es unterstreicht aber nochmal, dass es in dieser Frage für einen FCSP-Fan eigentlich keine vermeintlich neutrale Position geben darf.

    Sich hier auf eine „das kann man so oder so sehen“-Position zurückzuziehen, empfinde ich daher nicht nur als politisch falsch, sondern auch als feige. Faschismus muss auch dann bekämpft werden, wenn er nicht von irgendeiner Kartoffel kommt, das sehen aber offenbar einige Spieler und leider auch nicht unerhebliche Teile der FCSP-Fanszene anders.

    1. Danke Dir, mit dem Vorwurf der Feigheit müssen wir dann wohl leben, denn genau diese eine „Nur die eine Seite ist alleine zu verurteilen“-Schlußfolgerung wollen wir nicht mitgehen.
      Klar aber, dass andere dies anders sehen – unglücklicherweise (siehe Artikel und dort verlinkte Tweets anderer Gruppen) aus beiden Sichtweisen.

      1. nee Maik, mit dem Vorwurf der Feigheit müsst ihr nicht leben. Da verwechselt Klaus ganz offensichtlich Feigheit mit Vernunft. Ich möchte da ganz klar eure Ansicht teilen, dass man sich bei unserem Wissensstand nicht vorbehaltlos auf eineSeite stellen kann/darf. Ich gehe zwar mit Klaus in der Beurteilung der Hamas und in Teilen auch der Fatah weitgehend mit. Aber die Schlussfolgerung, dass man deshalb das Vorgehen der israelischen Politik unbedingt teilen muss, halte ich für für naiv. Es verkennt überdies, dass die agierenden Organisationen in ihren Interessen nicht unbedingt interessengleich mit den im wahrsten Sinne des Wortes betroffenen Bevölkerungsgruppen sind. Ich finde den Kommentar von Klaus in der Sachbeschreibung sehr zutreffend. Aber eben nicht in der weiteren Bewertung. Eigentlich schade! Ich glaube, dass viele auf den Straßen von Tel Aviv, Jerusalem oder Ramallah mit eurer Sicht auf die Dinge gut leben könnten… und wir mit eurem Anstoß zum Diskurs auch!

  11. Lieber Millernton,

    Danke für den Versuch der Aufarbeitung. Ich finde das einen sehr legitimen Standpunkt, den Ihr da aufgemacht habt. Neutralität in dieser Frage ist keine Schwäche sondern ein Anerkennen der komplexen Umstände und das sage ich als jemand, der viele Jahre in Israel gelebt hat und der eine relativ eindeutige Meinung dazu hat. Dazu kommt, dass man wahrscheinlich gerade als Deutscher nicht derjenige sein sollte, der in diesem Konflikt lautstark einseitige Meinungen äußert, wenn man dies nicht in gleichem Maße bei allen anderen politischen Konflikten der Welt tut. Fasst man aber einmal die unkritischen Fakten zusammen, nämlich daß Israel ein durch die UN legitimierter Staat ist, dann sind jede öffentlichen Äußerungen, die den Staat als Ganzes delegitimieren, in dem Bereich der Hetze und Anstachelung zur Gewalt bzw. zur Legitimation solcher geeignet. Das ist hier einwandfrei der Fall. Der FCSP hat sich einem Wertekanon verschrieben, der solche Aussagen nicht zulässt und hat dies auch im Fall Cenk Sahin konsequent geahndet und sanktioniert und alles andere, als eine gleiche Verfahrensweise im Fall Marmoush wäre ein fauler Kompromiß und ein konkludentes Aufgeben eben solcher Werte und ein Zeichen von Doppelmoral.

    Man stelle sich einmal vor, ein Gremienmitglied des FCSP wäre in der Vergangenheit jahrelang bekennendes Mitglied des politischen Arms der Hamas gewesen – wie wäre in so einem Fall zu verfahren? Undenkbar? Well… Und was, wenn dies viele auch jahrelang gewusst hätten? Wer die Charta der Hamas liest und zudem die Einordnung der Hamas durch die EU und die Bundesrepublik kennt, sollte dazu eine klare Meinung haben.

    Die Glaubwürdigkeit des Vereins steht hier und heute auf dem Spiel. Darum habt Ihr etwas herum geschrieben aber man kann es herauslesen. Der Fall ist relativ klar. Schaun wir mal was passiert, wenn es nicht um einen abgeschriebenen Stürmer geht sondern um den fussballerischen Hoffnungsgträger.

  12. Liebe Millerntöner,
    Respekt für den mutigen Versuch, auf dieser Rasierklinge zu tanzen. Ich finde, Ihr habt es gut gemacht! Die Lage in Nahost ist zu komplex, als dass es irgendeiner Seite gerecht werden könnte, eine Position „pro“ oder „contra“ zu beziehen. Wer gestern beispielsweise den Korrospondenten von Arte zum Thema gehört hat, immerhin ein Politikwissenschaftler vor Ort, hat gut merken können, wie hilflos selbst Fachleute bei der Kommentierung oder Deutung der Vorgänge sind. Das aktuelle Geschehen wird übrigens sicherlich durch weit über die Region hinausgehende Interessenlagen beeinflusst.
    Ich habe schon vor gut 20 Jahren beruflich mit dem Friedensprozess in Nahost zu tun gehabt und bedaure sehr, dass eine friedliche Koexistenz von Palästinensern und Israelis bis heute durch die Verfolgung politischer Partikularinteressen verhindert wird. Und da geht es gar nicht, dass Außenstehende, egal wie emotional berührt sie sich auch fühlen mögen, der einen oder anderen Seite das Existenzrecht absprechen. Vor allem, wenn sie auch noch eine gewisse Reichweite in den sozialen Medien haben. Vielleicht sollte jemand im Verein Omar mal erklären, dass man Feuer nicht löschen kann, indem man Öl reingießt. Gewalt erzeugt immer Gegengewalt und hat meines Wissens noch nie zu einer brauchbaren Lösung geführt…
    … und auch mal danke für die vielen vernünftigen Kommentare hier!

  13. Lieber MillernTon,
    ihr be-schreibt die Thematik genauso, wie wir es alle handhaben sollten, die wir zu wenig Wissen haben, um einen überaus komplexen Konflikt in seiner Vollständigkeit zu verstehen. Abschließende Bewertungen aus Emotionen heraus zu treffen empfinde ich als doof.
    Die richtigen Worte sind von Pitter gesagt: Gewalt führt zu Gegengewalt. Das im übrigen schaffen die Menschen vor Ort und Zugereiste seit vielen Jahrhunderten. Und meine Gedanken halten nicht bei politischen Prozessen an, sondern denken sich weiter zu extremistischen Glaubenssätzen gedeuteter Religionsschriften und Taten, die aus Deutungen folgen. Für mich glaubensfernen Mensch erscheinen solche Konflikte eher als Krieg zwischen Lehren von Religionen, die mit der Grundlage unmenschlichen Glaubens daherkommen.

  14. Well done, Millernton! Ihr und die vielen guten abwägenden Kommentare sind weiterere Gründe, auf diesen Verein stolz zu sein!

    Forza!

    Jan

  15. Ich sehe das anders, sorry. Mir ist da zu viel Verständnis für die etwaig erlaubten Aktionen der Palästinenser und die Schwierigkeit der Debatte ist ein uralter Hut. Sie dient hier für mich letztlich nur der Rechtfertigung der Gewalt von Seiten der Palästinenser. Der Konflikt geht hier ganz klar von der radikalen Hamas aus.

    Es folgt eine Relativierung nach der Anderen; „kein Schwarz und Weiß, keiner kann den Konflikt lösen, allerdings ist gerade der Nahost-Konflikt ein Thema bei dem eine klare Positionierung alles andere als hilfreich erscheint. Das hat die Geschichte der letzten 70 Jahre gezeigt. Dieser Konflikt braucht keine weiteren radikalen Ansichten, die geteilt werden“

    Um es mal ganz klar zu machen. Der Staat Israel ist einer der wenigen Demokratien dort in der Region. Die arabisch geführten Staaten dort sind fast allesamt Diktaturen in schlimmster Ausprägung. Ich schätze die rechtskonservative Regierung in Israel nicht, sie ist aber wenn auch immer nur sehr knapp gewählt, der Ausdruck fast permanenter Bedrohung durch Terror von innen und außen. Diesen kann ich eben nicht mehr als „Freiheitskampf“ deuten. Selbst unter großzügiger Mithilfe der EU ist es eben nicht gelungen auch nur annähernd friedlich einen Staat für die Palästinenser aufzubauen, weil sie es eben nicht schaffen ihre Interessen ohne die Relegionsfrage klären zu wollen und auf der Überlegenheit des Islam bestehen.

    Aus der Sicht eines Menschen der Nationalismus und den Fanatismus aus der Zugehörigkeit zu einer Religion heraus strikt ablehnt, ist mein Verständnis bei Null.

    Ich würde mir wünschen Ihr positioniert Euch da klarer.

    1. Danke Dir für Deinen Beitrag.
      Ich denke, wir haben uns hier sehr bewusst gegen eine „Positionierung“ entschieden und dabei bleiben wir auch.
      Dass es an der Legitimation des Staates Israel aber auch gar nichts zu diskutieren gibt und Terror durch nichts zu rechtfertigen ist – das sollte hoffentlich bei aller Neutralität des Artikels trotzdem klar sein und auch deutlich lesbar sein. Gleiches gilt für das inzwischen gelöschte Posting, welches wir ja auch als nicht akzeptabel benannt haben.

  16. Die Ursache in diesem Konflikt ist aus meiner bescheidenen Sicht klar: Der Staat Israel unterdrückt die Palestinenser seit 50 Jahren auf das übelste, jetzt gerade wieder mit den Zwangsräumungen. Die versuchen mit dem wenigen was sie haben (Steine, Zwillen) sich zu wehren. Ein klarer asymmetrischer Konflikt! Das Ganze erinnert mich soweit immer an die Situationen beim G20-Gipfel oder jetzt gerade am 1.Mai, wobei der Grad der Unterdrückung hier sich mit dem Palestina nicht vergleichen läßt. Auf welcher Seite wir da stehen sollten ist ja wohl klar!

    Die Menschenverachtung der Hamas gegenüber beiden Bevölkerungsgruppen bringt aber eine völlig neue und andere Qualität hinein. Hamas verfügt über Waffen, Geld und eine üble Ideologie, ist aber mit dem arabischen Volk nicht gleich zu setzten! Aber ohne die Unterdrückung des israelischen Staates gäbe es die Hamas (zumindest in dieser Stärke) nicht! Deren Raketen sind eine Antwort!

    Von daher ist diese Unterdrückung auf’s schärfste zu verurteilen, und die Hamas ebenfalls! Das palestinensische Volk in seinem Befreiungskampf gilt es aber (unter Respektierung des Existenzrechts Israels) zu unterstützen!

    1. Dieser Kommentar zeigt exemplarisch die bestehenden Defizite im Kontext von Antisemitismus in Teilen der FCSP-Fanszene dar.

      So wird Israel als brutaler Unterdrücker gezeichnet und die sogenannten „Palästinenser“ als kollektives und unschuldiges Opfer.
      Um dieses Narrativ nicht zu gefährden wird alles ausgespart, was ihm widersprechen würde:

      1. Der moderne islamische Antisemitismus und die damit einhergehenden Pogrome sind keine Reaktion auf die Israelische Staatsgründung, sondern existiert seit den 1920er Jahren. (Siehe: die Muslimbrüderschaft in Ägypten und Mohammed Amin al-Husseini),

      2. Die „Palästinenser“ waren bis in die 1960er Jahre nichts anderes als gewöhnliche Araber, die beispielsweise mal unter britischer, jordanischer, osmanischer oder römischer Herrschaft standen. Im Übrigen bezog sich die antike Bezeichnung „Palästina“ immer auf das geografische Gebiet, nie auf eine Ethnie. Palästinenser:innen waren neben Juden, auch Christen, Drusen auch Muslime. Nie nur Muslime.

      3. Das Bild der „verzweifelten Widerstandskämpfer“, die sich nur mit „Steinen und Zwillen“ zur Wehr setzen hat nichts mit der Realität zu tun. Die Hamas, eine antisemitische Terrorgruppe, die das Judenmorden in ihrer Charta quasi zur Religiösen Pflicht erklärte (Artikel 7), besitzt modernes Kriegsgerät, welches sie auch gegen die israelische Bevölkerung einsetzt (von der im Übrigen 20% Araber sind). Dies ist der Grund warum es den „Iron Dome“ überhaupt gibt. Die Sogenannte „Mauer“, die du nicht erwähnt hast, ist eine Sperranlage, welche zum größten Teil aus einem Metallzaun besteht, der als Reaktion auf palästinensische Suicide Bomber während der Al-Aqsa Intifada errichtet wurde und zu einem Rückgang der Terroranschläge führte. Während dieser Intifada wurden ca.1100 Israelis von palästinensischenTerrorist*innen ermordet: Männer, Frauen und Kinder, religiöse und säkulare, unpolitische, linke und rechte – nur weil sie jüdisch waren. Nicht unerwähnt sollen die tausende Palästinenser:innen bleiben, die wegen vermeintlicher Kollaboration mit Israel von der PLO, Hamas und PFLP ermordet wurden.

      Ich fasse deinen Standpunkt mal zusammen:
      Israel räumt arabische Häuser (auf einem Territorium, deren Zugehörigkeit noch nicht geklärt ist. „Besetzt“ würde bedeuten, dass das Land den Arabern zugeschlagen worden wäre, was nicht zutrifft). Die Reaktion des verzweifelten palästinensischen Volkes besteht darin mit Steinen und Zwillen gegen die israelischen Sicherheitskräfte vorzugehen. Und die Hamas, deren Gründung ebenfalls Israels schuld sein soll, aber nicht mit dem „Palästinensischen Volk“ verwechselt werden darf, nutzt ihrer Raketen, um sie gegen zivile Ziele in Israel einzusetzen. Auf jeden Fall sollte wir als St. Pauli-Fans uns aber mit dem palästinensischen Befreiungskampf gegen das „rassistische Kolonial- und Apartheitsregime“ (das hattest du in deinem Bullshit-Bingo vergessen) solidarisieren.

      Nun, dem widerspreche ich als St. Pauli-Fan, der sich selbst in der politischen Linken verortet und sich gegen jeden Antisemitismus positioniert, grundsätzlich.

      Als Konsequenz aus der Shoah gilt in einer Welt, in der Antisemitismus und die ihm inhärente Vernichtungsperspektive für jüdische Menschen weiterhin eine Gefahr darstellt, der kategorische Imperativ Adornos:
      „Hitler hat den Menschen im Stande ihrer Unfreiheit einen neuen kategorischen Imperativ aufgezwungen: ihr Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz sich nicht wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“ (Adorno).
      Der Staatszweck Israels ist es, die praktische Umsetzung dieses Imperativs zu gewährleisten. Adornos kategorischer Imperativ bezieht sich explizit auf den kategorischen Imperativ von Marx – im Stande ihrer Unfreiheit – und hat so lange Gültigkeit, wie der Marx`sche Imperativ nicht in die Praxis umgesetzt wurde (vgl. ebd.). Dieser postulierte: „[…] alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (Marx). Und das könnte noch dauern.

      Israel hat den Palästinenser:innen Land angeboten – das wurde abgelehnt. Israel hat Frieden angeboten – das wurde abgelehnt. Israel hat 2005 ohne Gegenleistung den Gaza-Streifen geräumt – die Reaktionen waren Raketen auf Israel.
      In Israel sind alle Staatsbürger:innen gesetzlich gleichgestellt (auch wenn dort, wie in allen westlichen Demokratien Rassismus existiert) – in einem möglichen palästinensischen Staat sollen dagegen keine Juden leben dürfen.
      Israel beschützt seine Bevölkerung vor den Raketen – die Hamas benutzt die palästinensische Bevölkerung als Schutzschild für seine Raketenabschussbasen.

      Interessant finde ich auch, dass es nur zu weltweiten Aufruhr kommt, wenn Israel als Täter dargestellt werden kann. Räumt die ägyptische Armee palästinensische Siedlungen auf dem Sinai, so stört das niemanden. Werden palästinensische Zivilisten von anderen Arabern ermordet, so ist das auch keinen Aufschrei wert.

      Der palästinensische Terror ist fraglos ein antisemitischer. Daher sollte es tatsächlich keine Frage sein, auf welcher der Seiten man sich positioniert.

      1. Hi Dennis,
        wow! Eine Vorlesung solcher Länge zur Historie der politischen Entwicklung im Nahen Osten hätte ich mich nicht getraut – eben wegen der Länge deines Beitrags…
        Bei dem, was du ge- und beschrieben hast, bin ich grundsätzlich bei dir. Mir kommt dabei allerdings die Rolle Israels, speziell der Israelischen Regierung zu kurz. Wenn man mit politischer Analyse zu tun hat, stellt man sich gerne zu Beginn die Frage (ich lass die lateinische Klugscheißerei mal einfachheitshalber weg) „wem nützt das hier?“ – also die aktuellen Gewaltausbrüche…
        Da dürften exakt die Interessen zweier Akteure eine entscheidende Rolle spielen. Netanjahu kommt dieser Konflikt sehr gelegen. Weil er (der Konflikt, nicht Netanjahu) Araber und Israelis wieder einmal weiter spalten wird und damit die Regierungsbildung durch die Opposition sehr unwahrscheinlich werden lässt. Immerhin hängt für Netanjahu das Ministerpräsidentenamt davon ab. Er wird also kaum zur Deeskalation beitragen wollen. Juristisch würde man das zumindest unter Tun durch Unterlassung verbuchen… ja, wenn er nicht sogar aktiv den Konflikt ursächlich geschürt hat.
        Andererseits ist auch die Hamas unter Druck. Die Wahl zum Palästinensischen Parlament ist kurzfristig verschoben worden. Vermutlich, weil sich Präsident Abbas durch die Verzögerung eine Schwächung der Hamas und eine Stärkung seiner Fatah verspricht. Die Hamas hat also allen Grund jetzt den Palästinensern zu zeigen, wer der wahre Interessensvertreter Palästinensischer Interessen ist.
        Wer hier wann und mit welchen Mitteln den Stein ins Rollen gebracht hat, ist für uns nicht belegbar festzustellen. Nur: eine weitere Intifada würde sicher sowohl der Hamas als auch dem Netanjahu-Lager nützen. Die jetzt aktuelle Situation, und nur um die geht es hier in dieser Diskussion, unter diesen Rahmenbedingungen so zu kommentieren, wie der Millernton das getan hat, halte ich deshalb für ziemlich klug.
        Kleine Anmerkung am Rande: Dass du in deinem Einleitungssatz Teilen der FCSP-Fanszene „Defizite im Kontext von Antisemitismus“ bescheinigst, finde ich allerdings ehrlich – sorry! – oberlehrerhaft…
        Ich würde mir vielmehr wünschen, dass diese Diskussion hier bei manchem zu einer differenzierteren Betrachtung beiträgt!
        Auf jeden Fall: danke für deinen Beitrag dazu. (meine ich ehrlich!)

        1. Moin Pitter!
          Vielen Dank für das Feedback!
          Ich werde mal kurz auf ein paar von dir angesprochene Punkte eingehen.

          „Netanjahu kommt dieser Konflikt sehr gelegen. Weil er (der Konflikt, nicht Netanjahu) Araber und Israelis wieder einmal weiter spalten wird und damit die Regierungsbildung durch die Opposition sehr unwahrscheinlich werden lässt. Immerhin hängt für Netanjahu das Ministerpräsidentenamt davon ab. Er wird also kaum zur Deeskalation beitragen wollen“.
          Ich sehe es so, dass die Hamas mit ihrem antisemitisch-martialischen Gepolter und den daraus resultierenden Folgen (Über 1000 Raketen auf Israel) Netanjahu zupasskommt. Des Weiteren denke ich, dass du die Meinungen in der israelischen Bevölkerung falsch einschätzt. Die Likudanhänger:innen werden wohl mit Netanjahus Politik d’accord gehen, sonst hätten sie ihn ja nicht gewählt. Der Likud bekam bei der Wahl 2020 35 von 120 Möglichen Sitzen in der Knesset. Ich denke, die meisten Israelis haben gar nicht den Wunsch, dass es weiter eskaliert. Sie wollen, dass der Raketenbeschuss aufhört.

          „[…] ja, wenn er nicht sogar aktiv den Konflikt ursächlich geschürt hat“.
          Dieses Geraune ist ein schönes Beispiel dafür, wie man Netanjahu dezent die Verantwortung für den Konflikt zuschreiben kann. Nicht falsch verstehen, ich halte ihn als Politiker für eine mittlere Katastrophe. Die Aggressionen der Hamas muss er aber nicht künstlich schüren. Die sind in der Charta festgeschrieben. Im Übrigen ein sehr interessantes Schriftstück, indem vormoderne anti-jüdische und moderne antisemitische Ressentiments miteinander verbunden werden. Sie beziehen sich sogar direkt auf die Protokolle der Weisen von Zion als „Quelle“.

          „Andererseits ist auch die Hamas unter Druck.“
          Der Terror gegen Israel hat sich für die Hamas noch immer ausgezahlt. Das wird auch dieses Mal nicht anders sein.

          „Kleine Anmerkung am Rande: Dass du in deinem Einleitungssatz Teilen der FCSP-Fanszene „Defizite im Kontext von Antisemitismus“ bescheinigst, finde ich allerdings ehrlich – sorry! – oberlehrerhaft“
          Das kannst du gerne tun. Da bist du nicht der Einzige. Oftmals wird ja gerne die Form kritisiert, um sich nicht mit dem Inhalt auseinandersetzen zu müssen. Ich versuche mich so präzise wie möglich auszudrücken und da kommen dann manchmal solche Sätze bei raus. Die Aussage trifft meiner Meinung nach zu.
          Wenn sich gegen Antisemitismus positioniert wird, so geschieht dies oftmals mit Bezug auf die deutsche Geschichte, was definitiv richtig und weiterhin wichtig ist. Und gegen den Antisemitismus wie er von Neonazis und auch gewöhnlichen Deutschen artikuliert wird. Die Kritik des Antisemitismus in der linken Szene und des spezifisch islamischen Antisemitismus angeht, sehe ich dagegen noch am Anfang.
          In seiner Konsequenz ist Antisemitismus immer mörderisch. Unabhängig davon, wie er sich auch artikulieren mag oder wer ihn artikuliert.

          As I said, just my personal view of things.

          Tschüss!
          Dennis

      2. Lieber Dennis, vielen Dank für deinen sprachlich wie inhaltlich hervorragenden Kommentar!

        Es ist kaum zu entschuldigen, sich nicht unzweideutig zu positionieren. Einige zentrale Gründe hast du bereits angesprochen. Israel ist die einzige Demokratie und der einzige Rechtsstaat, der einzige Staat in der ganzen Region, der Minderheitenrechte und bürgerliche Freiheiten garantiert. Auf der anderen Seite stehen mit PLO, PFLP, Hamas und Islamischer Dschihad vernichtungsantisemitische Terrorbanden, korrupte und mafiöse Faschisten, denen das Wohl der Palästinenser am Arsch vorbei geht, die miteinander um Macht konkurrieren, aber in ihrem Judenhass geeint sind. Es sollte nicht schwerfallen, hier Partei zu ergreifen. Dafür muss man Bibi nicht lieben.

        Die palästinensische Zivilbevölkerung und die palästinensischen Flüchtlinge im Libanon, in Jordanien und Ägypten können einem wahrlich Leid tun. Wer sich mit ihnen solidarisieren will, muss daher diejenigen bekämpfen, die ihnen ein Leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand vorenthalten: PLO, PFLP, Hamas und Islamischer Dschihad. Free Gaza – from Hamas! Wer hingegen Israel dämonisiert oder es gleich ganz von der Landkarte tilgen will, sitzt entweder antisemitischer Propaganda auf oder ist selbst ein Juden- und Menschenfeind.

        Dass sich Omar Marmoush, Leart Paqarada und Christopher Avevor derart geäußert haben ist verstörend. Noch verstörender hingegen ist die feige und windelweiche sogenannte Stellungnahme des Vereins, die alles tut, um eine Stellungnahme zu vermeiden. Nach der Arbeitsdefinition Antisemitismus der IHRA, die der FC St. Pauli dieses Jahr endlich übernommen hat, ist zumindest die Äußerung von Omar Marmoush klar antisemitisch. Das ist der Maßstab, den der FC St. Pauli an sich selbst anlegt, und hieran muss er gemessen werden. Wenn er die Äußerung von Omar Marmoush nicht unmissverständlich als antisemitisch verurteilt, macht er sich damit gemein und muss sich vorwefen lassen, Antisemitismus in den eigenen Reihen zuzulassen.

        P.S.: Dass Millernton für einen geschichtlichen Überblick ausgerechnet auf die Süddeutsche Zeitung verweist, ist mindestens unglücklich. Die Süddeutsche ist seit 1949 immer und immer wieder mit Antisemitismus aufgefallen und zeichnet sich regelmäßig durch eine extrem einseitige Darstellung des israelisch-arabischen Konflikts aus. Für einen kurzen geschichtlichen Überblick empfehle ich Eppinger/Küntzel: Eckpunkte israelischer Geschichte:
        https://www.mena-watch.com/wp-content/uploads/2020/09/WISSEN1-Geschichte-web.pdf

        1. Danke für deinen Kommentar Christoph.
          Das die Süddeutsche Zeitung so einseitig über diesen Konflikt berichtet, wie Du es darstellt, war uns bisher nicht bewusst. Das zeigt leider einmal mehr, dass wir uns (wie wir im Artikel auch schreiben) leider viel zu wenig mit dem Thema auskennen.

          1. Hallo Tim,

            danke für deine Antwort. Es ist keine Schande, sich mit dem israelisch-arabischen Konflikt nicht intensiv beschäftigt zu haben, aber dieses Defizit lässt sich beseitigen: Beispielsweise der auch Fußballfans bekannte Alex Feuerherdt (Collinas Erben, twitter.com/lizaswelt) schreibt bemerkenswert gut zu dem Thema und rückt auch immer wieder die deutsche Medienberichterstattung zurecht, wenn diese wieder einmal falsch, verzerrt oder hasserfüllt über Israel berichtet.

            Wie Christian Mihm hier aber schon schrieb, geht es darum in diesem Zusammenhang lediglich am Rande. Viel wichtiger als eine historisch-politische Einordnung des Konflikts wäre es gewesen, die antisemitische Äußerung von Omar Marmoush klar als solche zu benennen. Von eurer Seite aus, aber noch viel mehr von Seiten des FC St. Pauli. Dass dieser sich nun darum drückt, die eigene Antisemitismusdefinition auf diesen Fall anzuwenden, lässt sich nur so erklären, dass es ihm entweder völlig egal, er selbst von antisemitischem Denken durchdrungen ist oder er um die Stimmung unter seinen Anhängern genau weiß und keinen der „Israelkritiker“ unter ihnen mit einer unmissverständlichen Position verprellen will.

            Die Diskrepanz zum Fall Cenk Sahin ist offensichtlich. Nur dass es diesmal nicht um Erdogan geht (den ohnehin keiner leiden kann), wo eine Abgrenzung leicht fällt und sich zur Markenbildung/Imagepflege eignet, sondern um ein Thema, das auch und gerade unter deutschen Linken die hässlichsten aller Reflexe zum Vorschein bringt. Daran könnte man sich aus Vereinssicht viel zu leicht die Finger verbrennen. Dabei steht die Glaubwürdigkeit des FC St. Pauli auf dem Spiel, die nun offenbar aus Feigheit und Opportunismus aufgegeben wird.

            Zur Süddeutschen: Auf Wikipedia ist dem Hang der Süddeutschen zum Antisemitismus ein ganzer Abschnitt gewidmet, hier ergänzend ein offener Brief von Phillip Peyman Engel: https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/alles-einzelfaelle/
            Es wäre erfreulich, wenn ihr dementsprechend auch den Link im Artikel anpasst.

            Herzliche Grüße

          2. Hi Tim,
            ich kann Christoph leider nicht direkt antworten.Nur soviel: ja, die SZ hat, wie übrigens andere renommierte Medien im Nachkriegsdeutschland auch (z.B. DIE ZEIT), fragwürdige Positionen zum Antisemitismus, Israelfeindlichkeit und Geschichtsklitterung hinsichichtlich Nazideutschland bezogen. Allerdings betrafen die jüngsten antisemitischen Verlautbarungen der SZ nicht tagespolitische sondern feuillotonistische Artikel. Was die Entgleisung wahrlich nicht entschuldigt! Ehrlich: Ich finds zum kotzen, Igor Levit, den ich sehr großartig finde, antisemitisch zu verungliumpfen. Aber: Die von euch verlinkte SZ-Chronik zur Historie des Nahost-Konflikts ist nicht zu beanstanden. Ich habe mir das erst jetzt angeschaut und finde keine verfälschende anti-israelische Darstellung. Politisch, militär-historisch und juristisch ist das ok. Und die Darstellung beleuchtet zudem auch die Randphänomene „Arabische Staaten“, Libanon und Iran, die für die Beurteilung der aktuellen Geschehnisse von einigen Bedeutung sind.
            Es tut mir für Leart und Chris zudem leid, dass sie von Christoph in einen Topf mit Omar geschmissen werden. Die beiden haben lediglich ihre Solidarität für die Palästinensische Bevölkerung bekundet. Das halte ich für absolut legitim.
            Kritik an der rechts-populistischen Regierung Benjamins Netanjahus stumpf als Antisemitismus zu brandmarken, ist aus meiner Sicht aber zu billig. Immer deutlicher zeigt sich, dass Netanjahu den momentan eskalierenden konflikt zur weigenen Machterhaltung nutzen will. Es wird ihm gelngen. Leider!
            Und ein letztes: Es kann nicht von einem aufgeklärten und humanistischen Zielen verpflichteten Fußballverein verlangt werden, eindeutige Positionen zu beziehen, wo sich Weltmächte genau davor drücken… es ist zum verzweifeln…

          3. Moin Pitter!

            Du hast folgendes geschrieben:
            „Es tut mir für Leart und Chris zudem leid, dass sie von Christoph in einen Topf mit Omar geschmissen werden. Die beiden haben lediglich ihre Solidarität für die Palästinensische Bevölkerung bekundet“.

            Das stimmt so nicht.
            Er zeigte sich darüber verstört, dass sich alle drei einseitig mit den Palästinenser:innen solidarisierten und dabei die Hamas, etc. aussparten, welche die Menschenrechte im Gazastreifen tagtäglich brechen. So habe ich es zumindest verstanden.

            Als antisemitisch hat er nur Omars Post bezeichnet:
            „Nach der Arbeitsdefinition Antisemitismus der IHRA, die der FC St. Pauli dieses Jahr endlich übernommen hat, ist zumindest die Äußerung von Omar Marmoush klar antisemitisch“.

            „Viel wichtiger als eine historisch-politische Einordnung des Konflikts wäre es gewesen, die antisemitische Äußerung von Omar Marmoush klar als solche zu benennen“.

            Dann schriebst du weiter:
            „Kritik an der rechts-populistischen Regierung Benjamins Netanjahus stumpf als Antisemitismus zu brandmarken, ist aus meiner Sicht aber zu billig“.

            Also, ich habe hier weder gelesen, dass die Regierung Netanjahu kritisiert wird, noch, dass eine derartige Kritik als antisemitisch denunziert wurde.

            Vielleicht habe ich es aber auch einfach überlesen. Wo steht das denn?

            Tschüss!
            Dennis

        2. Hallo C.,
          dein Kompliment gebe ich postwendend zurück!

          Dass der FCSP die Arbeitsdefinition Antisemitismus der IHRA vor nicht allzu langer Zeit übernommen hat, hatte ich zwar registriert, aber bei der aktuellen Diskussion gar nicht mehr im Hinterkopf.
          Danke für den Hinweis und die damit verbundenen zwingenden Konsequenzen für den Verein.

          „Dass dieser sich nun darum drückt, die eigene Antisemitismusdefinition auf diesen Fall anzuwenden, lässt sich nur so erklären, dass es ihm entweder völlig egal, er selbst von antisemitischem Denken durchdrungen ist oder er um die Stimmung unter seinen Anhängern genau weiß und keinen der „Israelkritiker“ unter ihnen mit einer unmissverständlichen Position verprellen will“.

          Ich persönlich tippe auf die dritte Möglichkeit.
          Vielleicht hat sich auch schlicht niemand die Mühe gemacht, die Definition auch tatsächlich zu lesen, was ebenfalls ein Armutszeugnis wäre.

          Ich bin gespannt, ob diesbezüglich noch etwas kommt.

          Tschüss!
          Dennis

  17. 1. Ich kann unmöglich mit Hamas-Klamotten durch Frankfurt laufen. Das muss jetzt alles schleunigst in den Müll.
    2. Ihr als Nachwuchs seid einfach nur peinlich: Eine Existenzberechtigungsbestreitung ist eine Existenzberechtigungsbestreitung ist eine Existenzberechtigungsbestreitung ist eine Existenzberechtigungsbestreitung. Euere allgemeine Meinung zum allgemeinen Konflikt ist überhaupt nicht gefragt! Als anständige Menschen solltet Ihr vielmehr konkret eine Meinung dazu haben, dass jemand jemand anderem konkret die Berechtigung bestreitet zu existieren. Ne, Jungs, das ist schwach, ganz, ganz schwach.
    Ciao, bella, ciao, ciao, ciao!
    Christian Mihm

  18. Lieber Dennis,

    Du kannst meinen Kommentar auch anders zusammenfassen: Der Israelische Staat ist eine Kolonialmacht und die Hamas ist eine antisemitische Islamistengruppe. Sorry just said my personal view of things!

    Das ist eine berechtigte Sicht der Dinge und zeigt nicht exemplarisch die bestehenden Defizite im Kontext von Antisemitismus in Teilen der FCSP-Fanszene!

    Aber Du hörst Dich offensichtlich gerne reden! 😉

    Tschüss
    Palito

    1. Moin Paloto!

      Du glaubst, dass du mit dem in Klammer stehenden, hinterhergeschobenen Verweis auf das Existenzrechts Israels, immun gegen Kritik wärst und deinem Hass auf Israel freien Lauf lassen könntest?

      Dein plattitüdenhaftes Bekenntnis zum Existenzrecht Israels entlarvt sich, ebenso wie deine pro-forma Verurteilung der Hamas, mit deiner einseitigen Parteinahme für das heldenhafte und vertriebene „palästinensische Volk“ als notwendige Anpassungsleistung an den hegemonialen Diskurs der „Israelkritik“.

      In deinen zwei Kommentaren zeigst du exemplarisch die von mir angesprochenen Defizite auf:

      Israel wird ausschließlich als „Unterdrücker“ und „Kolonialmacht“ gezeichnet.

      Das „palästinensische Volk“, welches du strikt von der Hamas getrennt wissen möchtest, ist bei dir ein unschuldiges kollektives Opfer, welches sich – zurecht! – mit „Steinen und Zwillen“ gegen die israelische Aggression „wehrt“.
      Ebenso, wie die Hamas. Die haben sogar Raketen. Und deren Raketen sind deiner Meinung nach auch nur „eine Antwort“ auf die israelische Aggression.

      Damit bagatellisierst und legitimierst du den antisemitischen Terror der Palästinenser:innen.
      Bei deiner Beschreibung „asymmetrischer Konflikt“ ist deine Enttäuschung darüber, dass das „palästinensische Volk“ nicht über bessere Waffen für ihren „Befreiungskampf“ verfügt, nicht zu überlesen.

      Spätestens wenn du auf diesen „Befreiungskampf“ konkreter beschrieben hättest, wäre dein „Bekenntnis“ wie ein Kartenhaus zusammengefallen.

      Tschüss!
      Dennis

  19. Moin,

    hier auch noch mal: vielen Dank für den ausgewogenen Beitrag! Vielleicht etwas spät, aber: über Twitter äußern sich Glasgow St. Pauli und South End Scum seit Tagen sehr, sehr einseitig. Ich habe verschiedentlich unter den Tweets dagegen argumentiert, habe aber das Gefühl, als wäre mein Englisch nicht gut genug bzw. als würde dort sehr wenig darauf eingegangen. Ihr habt nicht zufällig bessere Verbindungen dorthin und könnt im Sinne der Fanszene die Leute mal ansprechen? Mir geht es nicht darum, den Glasgowern ihre Sicht der Dinge abzusprechen, aber das Schwarz-Weiß ist schon hart zu ertragen.

  20. Ich finde es „mindestens problematisch“, wenn hier ein Kommentar von Christoph, in dem einfach so behauptet wird, dass die Süddeutsche Zeitung immer wieder durch Antisemitismus auffällt (das sollte den von Millernton verlinkten Hintergrund-Artikel zum Nahostkonflikt diskreditieren), in der Antwort von Tim eilfertig geschluckt wird: „… wusste nicht, dass die SZ so einseitig berichtet …“. Für mich drückt das nur aus, wie angstbesessen diese und leider auch andere Diskussionen geführt werden. Ich würde da eine gesunde Mischung von mehr Gelassenheit und Rückgrat empfehlen. Euer Artikel war top, der verlinkte Inhalt völlig unproblematisch und auch die Kommentare zu dem Thema, die überwiegend anerkennen, dass man diesem Konflikt in einem Gut vs. Böse-Denken nicht gerecht werden kann.

  21. @LeDucdeStPaul: vielen Dank für deinen Kommentar! Spricht mir aus der Seele. Auch ich finde den Text von Tim und Maik und die meisten Kommentare hier gut und angemessen.
    Für „mindestens problematisch“ halte ich allerdings die Versuche, die darauf hinaus laufen, unter Angabe eigener „richtiger“ Quellen und Diffamierung anderer Quellen und Meinungen die Deutungshoheit in diesem Thema hier für sich zu reklamieren. Sich gnädig nachsichtig zu zeigen, dass andere sich eben noch nicht so intensiv mit dem Nahostkonflikt beschäftigt haben (Christoph), und sich an anderer Stelle anzumaßen, Teilen der FCSP-Fanszene ein problematisches Verhältnis zum Antisemitismus zu bescheinigen (Dennis), hat für mich mit sachlicher Auseinandersetzung nicht mehr viel zu tun. Das scheint mir doch eher ein recht plumper Versuch, durch Dominanzgebahren einer Diskussion den eigenen Stempel aufzudrücken. Sehr schade…
    Am Ende möchte ich mich bei euch vom Millernton nochmal bedanken und euch darin bestärken, auch künftig neue Diskussionen, und eben auch solche in kritischem Kontext, anzustoßen…

    1. Moin Pitter,
      Vielen Dank für das Lob und auch von uns der Dank an Dich und für Deine differenzierten und ausführlichen Kommentare.
      So soll es sein – und so ist es leider viel zu selten.
      Maik

    2. War lange nicht mehr hier und es ist ja doch noch einiges passiert.
      Im Großen und Ganzen ist alles gesagt, finde ich.

      Eine Anmerkung habe ich aber noch zu deinem Kommentar, Pitter, weil du mich auch namentlich erwähnst.
      Über mich schreibst du, dass ich mir: „[…] anzumaße[n], Teilen der FCSP-Fanszene ein problematisches Verhältnis zum Antisemitismus zu bescheinigen“.
      Das was du als „Anmaßung“ bezeichnest sind jahrelange Erfahrungen und Beobachtungen, die ich seit Anbeginn meines Fanlebens gemacht habe. Ich habe zwar nicht ausgeführt, welche (Personen)Größe diese Teile haben (soviel sei verraten, diese problematischen Verhältnisse sind meiner Meinung nach nicht hegemonial), aber der Hinweis darauf – dass es Teile gibt – reicht dir schon, um meine Erfahrungen und Beobachtungen als pure Anmaßung zu diskreditieren.

      Weiter schreibst du: „[…] Versuche, die darauf hinaus laufen, unter Angabe eigener „richtiger“ Quellen und Diffamierung anderer Quellen und Meinungen die Deutungshoheit in diesem Thema hier für sich zu reklamieren“.
      Es ist schon amüsant, dass du Quellen, die dir offensichtlich nicht in den Kram passen mit Anführungszeichen dekorierst, während du behauptest, das Quellen die etwas anders behaupten diffamiert werden.
      Nun denn, bei einer der angeblich diffamierten Quellen handelt es sich um die Süddeutsche Zeitung. Diese steht immer wieder wegen antisemitischer Ausfälle in der Kritik. Das ist Fakt und keine Diffamierung.
      Wenn man Google bemüht findet man allerhand Belege dafür. Beispielsweise diese:

      https://taz.de/Antisemitische-Karikatur-in-der-SZ/!5506527/
      https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/das-antisemitismus-problem-der-sueddeutschen-zeitung-li.113000?pid=true
      https://www.mena-watch.com/suddeutsche-einzelfallvermutung-gilt-nicht-mehr/

  22. Es wird ganz schön geschwurbelt hier und sich gegenseitig auf die Schultern geklopft, wie gut die defensiven Meinungen hier seien, weil man ja aufgrund der eigenen Unwissenheit keine abschliessende Meinung haben könne, ein „Schwarz-Weiss-Denken“ sei nicht angebracht.
    Halten wir doch mal die einfachen Fakten fest: Omar Marmoush hat der radikalislamischen Terrororganisation Hamas, die u.a. auch Homosexuelle durch die Strassen von Gaza prügeln lässt und die in ihrer Charta als Ziel die Ausrottung des Staates Israel und aller Juden hat, auf arabisch „göttlichen Beistand zum Sieg“ gewünscht.
    Anstatt dies unmißverständlich zu verurteilen, wird hier eine Abhandlung nach der anderen abgegeben, wer Schuld am Nahost-Konflikt sei. Ist das ernst gemeint?
    Statt klar zu sagen, dass dieser Post klar antisemitisch und faschistisch war, lese ich in einigen Blogs „Gegen jeden Antisemitismus“. Ja, nur nicht benennen welcher Antisemitismus hier konkret anhängig ist, nämlich der, der bei arabisch-stämmigen immigrierten Personen sehr weit vorhanden ist. Gleiches gilt für den hauptsächlich im linken Politik-Spektrum vorhandenen, antizionistischen Antisemitismus. Deutscher Antizionismus ist Antisemitismus und der ist kein Stück besser als der von rechtsradikalen Extremisten.
    Der FC St. Pauli hat in Teilen eine antisemitische und faschistische Fanbasis und vielleicht sogar prozentual in grösseren Teilen als so manch anderer Bundesligist, bei denen der antizionistische Antisemitismus kaum eine Rolle spielt. So lautet die traurige Realität und deswegen ist es so gut und auch notwendig, dass der Verein sich gegen Antisemitismus und Faschismus stark macht – zuallererst nämlich in Richtung der eigenen Fans. Im Fall Marmoush hat er aber im Gegensatz zum Fall Sahin versagt, aus Angst viele dieser Fans, die dem Antizionismus anhängen, auf den Fuss zu treten. Eine ziemliche Schlappe, die mit guten Leuten in der PR Abteilung sicher besser und souveräner hätte behandelt werden können.

    1. Ob es der Sache dienlich ist, wenn Du hier versuchst unter verschiedenen Nicknames Dir gegenseitig „auf die Schulter zu klopfen“ (hier und im Trikot-Artikel), weiß ich aber auch nicht. Ich hab das dann aus Transparenzgründen mal angepasst.

      1. Ganz starke, inhaltliche Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Antisemitismus der eigenen Fans, der Hinweis auf die Nicknames. Wie man sehen kann, sind die anderen hier ja alle mit Klarnamen und überhaupt nicht mit Fantasienamen am Start. Ironie off.

        1. Die inhaltliche Auseinandersetzung findet statt, auch schon oben im Artikel mit Verweis auf Fanclubs aus anderen Ländern und in den zahlreichen Kommentaren hier.
          Wenn Du aber hier „gegenseitiges Schulterklopfen“ kritisierst, ist es wohl nur fair den anderen Usern gegenüber, die das nach außen eben nicht erkennen können, darauf hinzuweisen wenn die gleiche Person hier mit unterschiedlichen Namen hantiert und damit den Anschein erweckt es würde die ähnliche Sichtweise von mehreren Personen abdecken.
          Und jetzt gerne inhaltlich weiter.

  23. Wieder inhaltlich? Oh ja gerne!
    Für diejenigen, die sich die Zeit nehmen möchten und können:

    https://www.spiegel.de/ausland/nahostkonflikt-was-hier-passiert-ist-zu-komplex-fuer-einen-tweet-kommentar-a-3d98dc14-ffb3-4478-8d65-bbe71f81fa4a?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph

    https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-05/nahostkonflikt-israel-palaestina-reaktionen-protest-kritik

    … mögliche Nebenwirkungen: Toleranz, differenziertes Denken, Respekt vor anderen Meinungen …
    … besonders geeignet auch für Menschen mit multiplen Persönlichkeiten…
    Ich gebe die Hoffnung nicht auf!!

    1. da antworte ich doch gerne drauf, da ich mich angesprochen fühle, da die Moderation die inhaltlichen Argumente durch den Hinweis auf die Verwendung von multiplen Nicknames etwas in den Hintergrund gedrängt hat verbunden mit dem Hinweis, jetzt doch wieder „inhaltlich“ zu werden, was ja auch dankbar aufgenommen wurde. Einen einzigen Fantasienamen zu verwenden ist natürlich viel authentischer. Werde ich auch so halten ab jetzt, versprochen.
      Die beiden Pressekommentare habe ich gelesen und überzeugen mich beide nicht, es sind eben Kommentare und keine Faktenberichte.
      Und nochmals, es geht hier auch nicht um den Konflikt als Ganzes sondern um die Frage, ob der Post antisemitisch und faschistisch war und das war er, egal wie man über den Konflikt denkt.

      Andersherum mal die Frage, wer ist eine grössere Bedrohung für den Frieden:

      ISIS oder Israel?
      Boko Haram oder Israel?
      Hisbollah oder Israel?
      Islamischer Djihad oder Israel?
      Al Qaida oder Israel?

      Aber im Fall „Hamas oder Israel“ soll es völlig offen sein. Das ist interessant. Angemahnt wird auch „Toleranz“ gegenüber anderen Meinungen. Auch der Meinung: die Deutschen seien nicht schuld am 2. Weltkrieg, viel mehr seien sie das Opfer, besonders wenn man die Anzahl der Toten vergleicht zwischen den USA und Deutschland im 2. Weltkrieg. Ist Toleranz gegenüber dieser Meinung auch angebracht? Und Respekt?

      1. Du kannst dich auch angesprochen fühlen, weil es in einer offenen Diskussion auf solch einer Plattform schon eine miese Form der Manipulation ist, mit mehreren Stimmen gleichzeitig aufzutreten. Du simulierst Meinungsmacht! Aber wenn du es nötig hast, dir selbst zuzustimmen, weil du Angst hast, dass es sonst kein anderer tut, spricht das ja für sich…

        Und nein, mein Name ist kein Phantasiename und er steht auch nur für eine Person. Nämlich mich!

        Dass dann ausgerechnet jemand wieder den Fokus auf die Frage lenken will, ob der Post von Omar antisemitisch war, der im nächsten Satz seines Kommentars die große Frage nach der größeren Bedrohung für den Frieden aufwirft und in seinem nächsten Absatz das Fass bis zur Frage der Tolerierung von Kriegsschuldverleugnern aufmacht, das ist schon echt skuril.

        Die von dir und einigen wenigen, oder nur von dir? – ich weiß es ja dank deines geschickten Täuschungsmanövers nicht – betriebene konfrontative Diskussionsführung entspricht darüber hinaus nicht meinem Verständnis von Austausch. Den übrigen Diskutanten und den Verfassern des Eingangsstatements ein Konvolut unbewiesener Behauptungen mit der gebetsmühlenartig wiederholten Forderung nach eindeutiger, man könnte auch boshaft sagen: einseitiger Positionierung vor den Kopf zu knallen, empfinde ich ebenso als wenig respektvoll.

        Und falls du dich jetzt angepisst fühlen solltest, kann ich dir nur sagen: Willkommen im Club!

        1. Mensch, Du hast mich erwischt. Ich bin tatsächlich alle, die sich hier klar positioniert haben, dass der Post antisemitisch war und vor allem, dass der Verein bisher beharrlich zu den Vorgängen islamistisch-arabischem Antisemitismus schweigt. Ich simuliere tatsächlich in Täschungsabsicht nur Meinungsmacht und daher sind alle meine Argumente unter den verschiedenen Nicknames alle unsinnig. Alles Konvolute unbewiesener Behauptungen. Auch total wahnsinnig von mir zu fordern, sich einseitig gegen Hetze und antizionistische Vernichtungsfantasien zu stellen. Ich danke Dir dafür, dass mich zum Umdenken bewegt hast, ich fühle mich jetzt viel besser und verspreche hoch und heilig, ab jetzt nur noch gegen rechtsradikalen Antisemitimus zu argumentieren. Alles andere und jede Diskussion und Kritik ist sonst respektlos.

    2. Stimmst du, nach Würdigung aller Tatsachen, der folgenden These zu?

      Omar Marmoush hat sich antisemitisch geäußert.

      Falls ja: Müssten der FC St. Pauli und seine Fans sich dazu nicht entsprechend verhalten?
      Falls nein: Keine weiteren Fragen.

      1. Es ist deine These, also ist es auch an dir, die Beweisführung für ihre Richtigkeit zu übernehmen.

        Du hast ja schon in einem deiner vorherigen Kommentare behauptet: „Nach der Arbeitsdefinition Antisemitismus der IHRA, die der FC St. Pauli dieses Jahr endlich übernommen hat, ist zumindest die Äußerung von Omar Marmoush klar antisemitisch.“ Dann subsumiere das mal bitte sauber! Meint: Welches Merkmal für Antisemitismus aus der Arbeitsdefinition wird zweifelsfrei, und ich meine zweifelsfrei, durch den Post von Omar erfüllt? Es wäre auch hilfreich, wenn du in diesem Zusammenhang den #redforpalestine mal einordnen könntest und auch inwieweit die Verwendung von Symbolen, die unter #redforpalestine verwendet und geteilt werden, individuell zurechenbare Äußerungen darstellen und damit justitiabel wären. Dabei wäre überdies von Interesse, wie sich der von dir Beschuldigte zur Sache äußert oder bereits geäußert hat. Ja, das gehört alles zu den zu würdigenden Fakten, die du so leichtfertig Tatsachen nennst. Aber das weißt du ja sicher alles. Und wenn du ein so eindeutiges Verdict vornehmen kannst, wie du es bereits getan hast, wird dir das ganze ja auch sicher keine Schwierigkeiten bereiten.

        Ich sage dir dann anschließend, ob ich deinem Ergebnis zustimmen kann. Solange gilt in einem Rechtsstaat wie dem unseren aber immer noch: in dubio pro reo.

        1. Das Plenum der IHRA beschloss nach Beratungen ihrer 31 Mitgliedsländer am 15. Mai 2016 folgende Arbeitsdefinition des Antisemitismus:[8]

          „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“
          – International Holocaust Remembrance Alliance
          In den folgenden Passagen wird die Definition anhand von Beispielen erläutert. Sie werden mit den folgenden Sätzen eingeleitet:
          „Um die IHRA bei ihrer Arbeit zu leiten, können die folgenden Beispiele zur Veranschaulichung dienen: Erscheinungsformen von Antisemitismus können sich auch gegen den Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, richten. Allerdings kann Kritik an Israel, die mit der an anderen Ländern vergleichbar ist, nicht als antisemitisch betrachtet werden.“

          https://de.wikipedia.org/wiki/International_Holocaust_Remembrance_Alliance

          So viel zur Definition des IHRA. Erscheinungsformen von Antisemitismus können sich auch gegen den Staat Israel richten, der als jüdisches Kollektiv verstanden wird.

          Komponenten: 1. gegen Israel 2. Israel als jüdisches Kollektiv.

          Beide Komponenten sind durch den Post erfolgt.

          1. gegen Israel.

          Der Post zeigt die geografisch-politischen Grenzen des Staates Israel und zusätzlich der Gebiete des Westjordanlandes sowie Gaza als eine Einheit unter dem Symbol der Kufiya.
          „Im Zuge des Nahostkonfliktes hat sich die Kufiya zu einem Symbol für die gegen Israel kämpfenden Palästinenser entwickelt, so dass es im deutschsprachigen Raum vielfach als „Palästinensertuch“ bekannt wurde.“
          https://de.wikipedia.org/wiki/Kufiya#Die_Kufiya_als_palästinensisches_Nationalsymbol

          Mit dieser bildlichen Assoziation, der Kufiya als Symbol der kämpfenden Palästinenser über dem gesamten Gebiet der sich unter Autonomie-Verwaltung befindlichen Gebiete im Westjordanland und Gaza sowie dem gesamten israelischen Staatsgebiet Israels, wird die Meinung deutlich, man wünsche sich eine Eroberung dieses Gebietes durch die kämpfenden Palästinenser und damit die Vernichtung des Staates Israel als jüdisches Kollektiv in Analogie zur IHRA Definition.

          Laut Nachrichtenlage sind die kämpfenden Palästinenser vorwiegend Mitglieder der Hamas im Gazastreifen.
          „Die Hamas (arabisch حَمَاسْ, DMG ḥamās ‚Begeisterung‘, ‚Eifer‘, ‚Kampfgeist‘, zugleich Akronym HAMAS aus Ḥarakat al-muqāwama al-islāmiyya ‚Islamische Widerstandsbewegung‘) ist eine radikalislamische Palästinenserorganisation bzw. eine sunnitisch-islamistische palästinensische Terrororganisation.“
          https://de.wikipedia.org/wiki/Hamas

          Deren Ziel laut der eigenen Charta ist:

          „“Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er schon andere Länder vorher ausgelöscht hat.“ (Präambel)
          „„Palästina ist ein islamisches Land … Deshalb ist die Befreiung Palästinas für jeden Muslim die höchste persönliche Pflicht, wo immer er sich befindet.“ (Artikel 13)“
          „Friedensinitiativen und so genannte Friedensideen oder internationale Konferenzen widersprechen dem Grundsatz der Islamischen Widerstandsbewegung. Die Konferenzen sind nichts anderes als ein Mittel, um Ungläubige als Schlichter in den islamischen Ländern zu bestimmen … Für das Palästina-Problem gibt es keine andere Lösung als den Jihad. Friedensinitiativen sind reine Zeitverschwendung, eine sinnlose Bemühung.“ (Artikel 13)“
          „Das Jüngste Gericht wird nicht kommen, solange Muslime nicht die Juden bekämpfen und sie töten. Dann aber werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: ‚Oh Moslem, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm‘ und töte ihn.“ (Artikel 7)
          „Die zionistischen Intrigen werden kein Ende nehmen. Über Palästina hinaus werden sie sich vom Nil bis zum Euphrat ausbreiten. wenn sie sich das Gebiet einverleibt haben, auf das sie ihre Hand gelegt haben, freuen sie sich auf die nächste Expansion. Ihr Programm ist in den „Protokollen der Weisen von Zion“ niedergelegt.“ (Artikel 2)

          2. gegen Israel als jüdisches Kollektiv

          Im arabischen Text des genannten Posts wird den kämpfenden Palästinensern göttlicher Beistand beim Erreichen der durch das visuelle Symbol gewünschten Ziele gewünscht. Damit wäre unweigerlich der Staat Israel als jüdisches Kollektiv nach der durch die IHRA kommentierten Definition ausgelöscht.

          Die inhaltliche Aussage des Posts von Omar Marmoush ist damit geeignet, den Anforderungen der IHRA Definition zu Antisemitismus zu genügen und inter alia eine Anstachelung zum bewaffneten Kampf gegen Israel darzustellen.

          Juristische Bewertung.

          Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz – AufenthG)

          § 54 Ausweisungsinteresse

          (1) Das Ausweisungsinteresse im Sinne von § 53 Absatz 1 wiegt besonders schwer, wenn der Ausländer
          zu Hass gegen Teile der Bevölkerung aufruft; hiervon ist auszugehen, wenn er auf eine andere Person gezielt und andauernd einwirkt, um Hass auf Angehörige bestimmter ethnischer Gruppen oder Religionen zu erzeugen oder zu verstärken oder öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften in einer Weise, die geeignet ist, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu stören,
          a)
          gegen Teile der Bevölkerung zu Willkürmaßnahmen aufstachelt,
          b)
          Teile der Bevölkerung böswillig verächtlich macht und dadurch die Menschenwürde anderer angreift oder
          c)
          Verbrechen gegen den Frieden, gegen die Menschlichkeit, ein Kriegsverbrechen oder terroristische Taten von vergleichbarem Gewicht billigt oder dafür wirbt, es sei denn, der Ausländer nimmt erkennbar und glaubhaft von seinem Handeln Abstand.

          https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__54.html

          Anhängig könnte insbesondere § 54 Absatz 1, Nr. 5c sein.
          Es wurde in dem Zusammenspiel von Wort- und Bildsymbolen für terroristische Taten einer durch die Bundesrepublik als Terrororganisation anerkannten Gruppe geworben. Dabei ist es unerheblich, ob der Betreffende eine andere politische Meinung zu dem gezeigten Inhalt hat, evtl. insbesondere durch seine kulturelle Sozialisierung und Erfahrungen, sondern es müssen die geltenden Kriterien und ein neutraler Empfängerhorizont angelegt werden. Kämpferische Handlungen der Hamas und gewaltverwendender Palästinenser mit dem Wunsch eines Palästinenserstaates auf dem heutigem Territorium des Staates Israel sind terroristische Handlungen. Für derartige Handlungen wurde hier geworben.
          Die Frage ist, ob die betreffende Person glaubhaft von seinem Handeln Abstand genommen hat. Dies ist in diesem Fall nicht zu belegen aber durch die Löschung des Posts zu unterstellen.

        2. Der „Sieg“, den Omar Marmoush sich vorstellt und für den er um göttlichen Beistand bittet, sieht offensichtlich so aus, dass der Staat Israel von der Landkarte verschwindet. Da die Juden ihren Staat nicht von sich aus aufgeben werden, kann dieser „Sieg“ nur in der gewaltsamen Auslöschung bestehen. Bekämpft wird der Staat Israel mit dem Ziel der Auslöschung von islamistischen und offen vernichtungsantisemitischen Terrorbanden.
          Somit sind zwei der in der IHRA Definition ausdrücklich genannten Beispiele für Antisemitismus einwandfrei erfüllt:

          1. Aberkennen des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung

          2. Aufruf zur Tötung oder Schädigung von Jüdinnen und Juden im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen Religionsanschauung sowie die Beihilfe zu solchen Taten oder ihre Rechtfertigung

          Die Frage der Justiziabilität kann ich nicht mit Sicherheit beantworten, vermute jedoch, dass die Äußerung noch unterhalb der Strafbarkeitsschwelle liegt. Für die ideologische Einordnung spielt dies aber keine Rolle.

          Unter #redforpalestine wird allerlei Ähnliches und Schlimmeres verbreitet, verschiedene Varianten der genannten Karte, häufig in Verbindung mit der Darstellung von Waffen.

  24. Besonders dem Kommentar aus der ZEIT, von Hasnain Kazim, würde ich gerne einen Kommentar von Shammi Haque entgegenstellen.

    https://www.koerber-stiftung.de/veranstaltungsuebersicht/gaeste-verzeichnis/veranstaltungen-zu-einem-gast/shammi-haque-2699

    Beide Autoren kommen aus einer geografisch vergleichbaren Region (Pakistan / Bangladesh) und dies ist im Sinne der Meinungsvielfalt und der Beurteilung, wie Herr Kazim zumindest teilweise sozialisiert wurde auch nicht unerheblich.

    „In der Schule wurde mir beigebracht, Juden zu hassen. Mir wurde beigebracht, dass Juden keine Menschen seien. In meiner Umgebung habe ich erlebt, wie viele Menschen Hitler als Vorbild sahen.
    Ich bin in Bangladesch aufgewachsen, einem Land mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.
    Es tut mir weh, mir wird schlecht, wenn ich daran denke, dass ich so aufwachsen musste. Mit Hass auf Israel, auf alles Jüdische, auf Juden.
    Doch ich bin kein Einzelfall. Das war und ist noch immer Realität in vielen islamischen Ländern. Die Folgen davon erleben wir nun in Deutschland.
    In Berlin, Frankfurt, Leipzig und anderen Städten haben wir pro-palästinensische Demonstrationen gesehen, die von Judenhass erfüllt waren. „Allahu Akbar“, „Scheiß Juden“, „Beschießt Tel Aviv“ – solche Slogans riefen Demonstranten gestern in Berlin-Neukölln.
    Doch noch immer will die Bundesregierung nicht über muslimischen Antisemitismus sprechen. Aus Angst vor dem Vorwurf der Islamfeindlichkeit, des Rassismus, der Intoleranz. Aber diese Toleranz-Politik gegenüber muslimischem Antisemitismus ist gefährlich.
    Wenn wir das Problem nicht einmal benennen, dann werden wir es auch nicht bekämpften können. Genau das passiert nicht.
    Ich musste vor Islamisten fliehen und bin als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Ich saß mit anderen Flüchtlingen, viele von ihnen Muslime, in einem Integrationskurs. Uns wurde viel über die deutsche Geschichte erzählt, aber fast nichts über Antisemitismus, obwohl die meisten meiner Mitschüler aus arabischen Ländern kamen. Aus Ländern, in denen nicht das Existenzrecht des jüdischen Staates Staatsräson ist, sondern dessen Vernichtung.
    Ich finde, es ist zutiefst alarmierend, dass dieses Thema wenig Aufmerksamkeit bekommt. Judenhass unter Muslimen kann sich hier so langsam normalisieren. Die junge muslimische Generation und Kinder erleben, dass Judenhass normal ist, wie auch ich es in meinem Heimatland gelernt habe.
    Können Juden mit einer Kippa ohne Angst in Neukölln auf der Straße laufen? Kann jemand mit einer israelischen Flagge in der Hand auf Deutschlands Straßen ohne Angst laufen? Die Antwort ist schon lange ein klares „Nein“.
    Weil zu viele Menschen in Deutschland vor dem muslimischen Antisemitismus die Augen verschließen.“

  25. Für meine letzten beiden Kommentare bitte ich alle hier, außer den Adressaten, um Entschuldigung. Eigentlich nicht meine Art…
    Aber um es mal mit The Offspring zu sagen: The Kids Aren’t Alright !

    1. Tut mir Leid für alle, die das schnell begriffen haben, was da auf Instagram gepostet wurde, dass sie sich nochmals durch die Herleitung lesen mussten aber um es einmal mit The Offspring zu sagen, This is not Utopia und an denjenigen, der die Herleitung erbeten hat und dann eine Antwort geben wollte: What happened to you

      1. Hey hey hey! Mach dich mal locker! Ich weiß ja nicht, was du so tagsüber zu tun hast, aber ich muss mich auch noch um ein paar mehr Sachen kümmern als nur um unser Zwiegespräch hier… zumindest scheinen wir ja beim Musikgeschmack was gemeinsam zu haben…

        Ich verkneif mir auch mal jeden Kommentar dazu, wen ich aufgefordert habe, seine These zu belegen, von wem ich dann Antwort gekriegt habe und wer mir zwischendurch noch so ne echt sachdienliche Antwort geschrieben hat…

        Die Arbeitsdefinition Antisemitismus der IHRA ist zwar nicht rechtsverbindlich, aber sie ist von der Bundesregierung, vom Bundesverfassungsschutz und den Verfassungsschutzbehörden der Länder als Handlungsleitlinie übernommen worden. Der von dir zitierte Satz „Erscheinungsformen von Antisemitismus können sich auch gegen den Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, richten.“ ist nicht Bestandteil der Arbeitsdefinition selbst, sondern im Einleitungsteil der Veranschaulichungsbeispiele aufgeführt.
        Die Bundesregierung hat die Arbeitsdefinition allerdings um den Satz „Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“ erweitert. „Mit der Aufnahme dieses letzten Satzes zur Bekämpfung von israelbezogenem Antisemitismus geht die Bundesregierung zudem über die von der IHRA konsentierte Fassung hinaus“ (Stellungnahme des Auswärtigen Amtes vom 22.09.2017). Durch diese Erweiterung der Definition hat die Bundesregierung das schutzwürdige Interesse des Staates Israel folglich weiter gefasst.

        Bei deiner Beschreibung des Posts von Omar und des Symbolcharakters der Kufiya gehe ich mit. Auch wenn die Kufiya als traditionelles Kleidungsstück im gesamten arabischen Raum verbreitet ist und auch zunehmend von anderen zivilen und militärischen Gruppierungen getragen wird, muss man ihr in diesem Kontext die von dir genannte symbolische Bedeutung sicher zuschreiben. Stellt jemand also das Staatsgebiet Israels mitsamt dem Westjordanland und dem Gazastreifen unter der Kufiya dar, liegt die Vermutung nah, dass dem die Vision eines Pälästinenserstaates in ebendiesen Grenzen zu grunde liegt, was wiederum mit der Existenz des Staates Israel – auch aus meiner Sicht – unvereinbar wäre. Auch bis dahin gehe ich mit dir mit.

        Bei deinem Exkurs über die Hamas bin ich dann aber zumindest teilweise nicht mehr bei dir. Was die Hamas selbst angeht, ja klar.

        Der Konflikt beschränkt sich aber eben nicht auf Gaza allein sondern nimmt auch im Westjordanland an Schärfe zu, wo die Hamas nicht involviert sein dürfte, so dass ein alleiniger Verweis auf eine Verbindung des Posts von Omar zur Hamas – zumindest aus meiner Wahrnehmung – unzulässig wäre. Das sehe ich auch mit Blick auf Gaza kritisch, weil, wie du selbst schreibst, „die kämpfenden Palästinenser vorwiegend Mitglieder der Hamas“ sind. Eben vorwiegend, aber nicht ausschließlich. Auch wenn die Hamas dort aufgrund der vorherrschenden Strukturen und Bewaffnung die Hauptträger des Konfliktes sein dürften. Nicht nachvollziehen kann ich, warum du überhaupt den Bogen zur Hamas schlägst (reine Verständnisfrage!). Wenn du bei der Bewertung des Posts die Verbindung zur Hamas so prominent heraushebst, lässt sich dem ohne weiteres entgegenhalten, dass die Hamas weder im Post genannt wird noch eine unmittelbare Beziehung zur Hamas erkennbar ist. Für mich jedenfalls nicht, ohne sich auf das dünne Eis von Mutmaßungen zu begeben.

        Probleme habe ich mit dem ersten Teil der freien Übersetzung des arabischen Textes im Post. Danach werden ausschließlich „unsere Schwestern“ angesprochen. Die Botschaft im zweiten Teil ist deutlich. (Ex.: Vielleicht bin ich für den ersten Teil einfach zu blöd?!?) Mein Dilemma ist, was uns beide gleichermaßen trifft, dass wir keine Ahnung haben, was der Verfasser mit seinem Post konkret ausdrücken wollte. In diesem Zusammenhang wäre auch eine Einordnung des #redforpalestine interessant. Nur soviel ist offensichtlich: Aus diesem # stammt die gesamte Abbildung. Sie ist nicht von Omar selbst entworfen, nur der Text und die Emojis stammen offenbar von ihm selbst. Das Pictogramm, oder wie immer man es dann auch nennen will, wird dort sehr breit verwendet. Viele Nutzer haben das dort als ihr Profilbild eingerichtet. Es lässt sich jedoch nicht klären, wer das Pictogrmm erstellt und hochgeladen hat. Ich bin nur bis zu einer Nachrichtenplattform aus Dubai gekommen. Ob die aber die wirklichen Urheber sind und welche Motivlage dahinter steht, lässt sich nicht klären. Klar ist aber, dass dieses Pictgramm auf verschiedenen Social media-Plattformen von allen möglichen Leuten, von abstrusen Verschwörungstheoretikern und Fanatikern über relativ Neutrale bis zu Politiker:innen, prominenten Sänger:innen und Schauspieler:innen verwendet wird. Ob das die Bewertung der hier diskutierten Aussage des Pictgramms ändern kann, lasse ich mal dahingestellt.

        Bei deinem Ergebnis „Die inhaltliche Aussage des Posts von Omar Marmoush ist damit geeignet, den Anforderungen der IHRA Definition zu Antisemitismus zu genügen und inter alia eine Anstachelung zum bewaffneten Kampf gegen Israel darzustellen.“ bin ich dann folglich wieder bei dir.

        An deinem Ausflug ins Ausländerrecht nehme ich dann aber doch nicht mehr Teil. Zum einen, weil ich kein Experte für Ausländerrecht bin, was eine außerordentlich schwierige Rechtsmaterie ist. Zum anderen unterliegen Profisportler besonderen Regelungen und Bedingungen, was die Erlangung eines Aufenthalttitels angeht. Wesentliche Fragestellungen des Ausländerrechts unterliegen zudem der behördlichen Ermessensausübung, deren Reichweite zumindest ich mir nicht einzuschätzen zumute. Ich halte es andererseits aber auch nicht für wahrscheinlich, dass der Post von Omar für eine ausländerrechtliche Befassung ausreicht.

        Noch ein Wort zum Beziehen eindeutiger Positionen: Vielleicht erkennst du auch einmal an, dass der Millernton hier eine sehr interessante und möglicherweise für den ein oder anderen bereichernde Diskussion angestoßen hat. Und das ohne eine Positionierung pro oder contra. Und was meinen, und vielleicht ja auch deinen FCSP angeht, gebe ich mal zu bedenken, dass ein Arbeitgeber gegenüber seinen Angestellten im Rahmen betrieblicher Fürsorge auch Schutzpflichten hat. Das macht die Sache eher schwieriger als leichter. Und wer wäre ich, dass ich mir anmaßen würde, über die Zurückhaltung des Vereins den Stab zu brechen, ohne irgendetwas über den Umgang des Vereins mit dem Fall zu wissen. Außerdem wären wir dann schon im Arbeitsrecht und damit habe ich schon genug am Hals…

        Is lang geworden… שהשלום יהיה עימך

  26. Hi,

    also erst und ein für alle mal, ich bin hier nur Max und nicht irgendeiner sonst noch hier.

    Ein paar Infos: die Hamas ist sehr aktiv in der Westbank, kämpft sie dort gegen die verhasste Fatah. Während die Fatah mit den Israelis zusammenarbeitet, war es die Hamas, die wiederholt Unruhen in der Westbank angestachelt hat und es auch heute wieder getan hat. Sie ist ganz klar der Treiber der gewaltsamen Handlungen.

    Ferner schreibst Du, dass die Kufiya im gesamten arabischen Raum verbreitet sei. Das ist, sorry to say, schlicht komplett falsch. Fakt ist vielmehr, dass die meisten Araber die Palästinenser hassen. Und zwar abgrundtief und daher mitnichten mit der Kufiya rumlaufen. Das gilt für Ägypten, für Jordanien, für Syrien, den Libanon und die meisten anderen arabischen Länder. Beispielhaft seien hier als Grund nur der Schwarze September 1970 und die Vertreibung der Palästinenser aus Jordanien nach Syrien und in den Libanon oder die Massaker der christlichen Libanesen an palästinensischen Flüchtlingen (Sabra und Schatila) genannt. Ich kann das gerne ausführen aber das würde zu weit führen. Gern genutzt werden die Palästinenser von den Arabern jedoch als Projektionsfläche im Hass gegen den Feind Israel. Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Politik. Jedenfalls wirst Du mir zustimmen, dass man dazu wenig aus der arabischen Welt an Empörung vernommen hat, genauso wie zu der Tatsache, dass die Palästinenser an der Seite des syrischen Schlächters Assad kämpfen (Hisbollah), der in den letzten Jahren bis heute zehntausende töten lässt. Schade, dass Omar dazu nie was geschrieben hat, wenn ihm die Schwestern so am Herz liegen.

    Grundsätzlich sind wir ja auch einig und die Frage, woher antisemitische Memes und Grafiken stammen ist sekundär, es geht um die Verbreitung solcher. Wie bei Kinderpornografie und Nazisymbolen auch, in Kenntnis das jeder Vergleich hinkt. Und natürlich reicht dieser Post nicht für eine Ausweisung aus, das wäre absurd aber es geht hier um das anhängige Recht und das es grundsätzlich justiziabel ist.

    Es wäre eben so einfach gewesen, dieses Posting richtigzustellen, an gleicher Stelle, auf Instagram, so dass keiner mehr raten muss, wie wir hier ellenlang. Ebenso wäre es am Verein gewesen, gerade in einer Aktionswoche gegen Rassismus (!) das Thema nicht unter den Teppich kehren zu wollen sondern sich damit auseinanderzusetzen. Das muss man aus Kommunikationssicht schon als völlig dilettantisch bezeichnen, ich frage mich wirklich, wer da in der Kommunikationsabteilung tief und fest schläft. Gerade wenn dies ein Medium wie dieser Blog aufgreift. Keiner würde verlangen, Marmoush an den Pranger zu stellen, obwohl dies im Fall Sahin kein Problem war und zB Hertha BSC in einem anderen Fall sehr konsequent war aber es hätte gerade dieser Tage einer Verurteilung dessen bedurft, was an muslimischem Antisemitimus auf den Strassen und in den sozialen Medien zu sehen und zu hören ist.

    Was der Millernton gemacht hat, war extrem löblich, sie haben sich da rangewagt, als Einziger und mit richtigem Tenor aber – vielleicht verständlich – nicht in letzter Konsequenz und Richtigkeit. Das ist aber sehr verzeihbar, weil die Richtung stimmt.

    So, jetzt aber genug, jedenfalls für mich. Shalom.

    1. Danke für den versöhnlichen Abschluss!

      Das mit der Rolle der Hamas im Westjordanland ist mir nach dem Absenden auch aufgefallen. Korrekt ist, wie du es beschrieben hast, dass Hamas-Aktivisten dort nachweislich unterwegs sind. Wie übrigens im israelischen Kernland und sicher auch anderswo auf der Welt auch. Nur treten sie dort wie hier nicht offiziell als Hamas auf. Das wars eigentlich, was ich ursprünglich sagen wollte. Shit happens…

      Und dann check bitte nochmal deine Quelle zur Kufiya. Die, die du selber angeführt hast, sagt da was ganz anderes, und das deckt sich auch mit meinen früheren Wahrnehmungen. Ich habe sie bei Treffen mit Irakern, Jordaniern, Beduinen und Saudis gesehen, wenn sie traditionell gekleidet waren. Trageweise, Farben und Muster variieren, aber das Tuch bleibt das gleiche. Es ist eben nur der explizite Symbolcharakter, der ausschließlich der palästinensischen Variante zukommt. Den Rest, vor allem, was die Uneinigkeit unter den Arabern betrifft, unterschreibe ich… auch ein trauriges Kapitel…
      Hat zum Schluss doch noch Spass gemacht! Danke dir dafür! Und ich steige an dieser Stelle auch aus…
      Dir noch alles Gute!

      1. Vielen Dank an alle.
        Es zeigt doch, dass Diskussionen in diesem Internet bei allen unterschiedlichen Meinungen und Ansichten immer noch sachlich und respektvoll geführt werden können.
        Klappt nur leider nicht in jedem Medium.

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