Mach es gut, Ziere!

Mach es gut, Ziere!

Innenverteidiger und Kapitän Philipp Ziereis und der FC St. Pauli werden nach der Saison getrennte Wege gehen. Wir halten Rückschau auf seine Zeit beim FCSP.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Der Kapitän geht, nach neun Jahren in Braun-Weiß. Gestern war das vorerst letzte Mal, dass wir Philipp Ziereis am Millerntor begrüßen durften. Und bei seiner Auswechslung in der 66. Minute erhob sich das gesamte Stadion, um ihm für seine Zeit bei uns den verdienten Dank zukommen zu lassen.

Philipp Ziereis erlernte das Fußballspielen beim SSV Jahn Regensburg. Dort debütierte er wenige Tage vor seinem 19. Geburtstag in der 3. Liga und konnte mit dem Team am Saisonende in der Relegation aufsteigen. Es folgte sein Debüt in der 2. Liga als Stammspieler. Bedingt durch eine längere Rotsperre und eine Verletzung (ja, das war auch damals schon Thema) kam Ziereis nur auf elf Saisonspiele. Im Sommer 2013 folgte dann der Wechsel zum FC St. Pauli im Alter von 20 Jahren. Ich weiß nicht, ob ihr euch noch daran erinnert, aber schaut mal, was für ein dünnes Hemd er damals war:

Philipp Ziereis (FC St.Pauli); Fussball GER 2 BL 2013 2014 Pressetermin Präsentation Porträttermin Porträt x0x 2013 hoch Fussball Bundesliga DFL Bundesliga 2.Liga Saison 2013/2014 Portrait
Ganz schön ZIERlich
(Baering/imago images/via OneFootball)

In seinem ersten Jahr war Ziereis dann sowohl für die U23, aber auch die Profis im Einsatz. Vor allem zum Saisonende sammelte er viel Spielzeit bei den Profis. Es folgte ein Jahr mit 17 Einsätzen in der zweiten Liga, welches er aber als dritter Innenverteidiger hinter dem Duo Gonther/Sobiech verbrachte. Seinen endgültigen „Durchbruch“ beim FCSP schaffte er in der Saison 15/16, als er zusammen mit Lasse Sobiech das Innenverteidiger-Duo bildete. Die 30 Saisonspiele damals sollten für ihn in der Folge unerreicht bleiben.

Die Erstligakarriere durch Verletzungen verpasst?

Es folgten drei Jahre mit langfristigen Verletzungen. Erst eine Viruserkrankung (16/17 – 15 Einsätze), dann ein Oberschenkelmuskelriss (17/18 – acht Einsätze) und ein Kreuzbandriss (18/19 – 16 Einsätze). Besonders die letzte Verletzung war nicht nur für Ziereis selbst, sondern auch für den FCSP schmerzhaft, da das Team mit ihm eine sehr gute Hinrunde spielte und dann, nachdem sich Ziereis im Winter schwer verletzte ein frustrierendes Frühjahr 2019 folgte. Auch in der Folgesaison unter Jos Luhukay war Ziereis wenig im Einsatz (nur sechsmal) und aufgrund dieser vier Jahre haftete an ihm das Prädikat „verletzungsanfällig“.

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Eine Abwehr aus Granit…

Ich finde, rein aus sportlicher Sicht ist, von jenen Spielern deren Verträge auslaufen, die nicht erfolgte Vertragsverlängerung mit Philipp Ziereis der größte Verlust. Ja klar, ich kann das alles nachvollziehen und finde die Entscheidung aufgrund der Rahmenbedingungen richtig. Aber Philipp Ziereis ist, wenn er körperlich stabil bleibt, ein sehr guter Innenverteidiger. Das hat er leider in seiner langen Zeit beim FC St. Pauli nicht konstant zeigen können.
Es ist natürlich vollkommen müßig, über das „Was-wäre-wenn“ zu diskutieren, aber man wird das Gefühl nicht los, dass die Karriere von Philipp Ziereis ohne vier Jahre voller Pleiten, Pech und Pannen noch einen ganz anderen Weg hätte nehmen können.

Revival unter Timo Schultz

Das mit der Verletzungsanfälligkeit änderte sich dann aber als Timo Schultz den Cheftrainer-Posten beim FC St. Pauli übernahm. Ziereis, seit der Saison 20/21 als Co-Kapitän (hinter Avevor, also faktisch als Kapitän) und seit 21/22 als Kapitän des Teams im Einsatz, ist einer der Führungsspieler gewesen. Diesem Status konnte er auch zuletzt endlich wieder gerechter werden, weil er nicht von langwierigen Verletzungen zurückgeworfen wurde. Dadurch stabilisierten sich auch seine Leistungen.

Das ist dann auch das, was wir ihm für seine Zukunft wünschen möchten: Stabil bleiben. Lieber Ziere, bitte bleib gesund und damit unangenehm für deine Gegenspieler. Wir hoffen, dass Du den FC St. Pauli in guter Erinnerung behältst und er einen Platz in deinem Herzen eingenommen hat. Wir sind sehr gespannt, wie es für dich persönlich nun weitergehen wird.

You’ll never walk alone!
// Tim

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