1. Frauen: Erfolgreiche Rutschpartie in Osnabrück

1. Frauen: Erfolgreiche Rutschpartie in Osnabrück

Premiere: Erstmals gibt es einen doppelten Bericht zu den 1. Frauen: Zunächst berichten wie gewohnt Ili, Francis, Lina, Hechti und Zawadi aus Spielerinnen-Perspektive, anschließend schildert Yannick alles Wichtige von „neben dem Platz“.
(Titelbild: Matthias von Schramm)

„Auch der Bus hat keine Bremsen!“

Nach drei siegreichen Heimspielen und dem Weiterkommen im Pokalspiel in Eimsbüttel folgte endlich mal wieder eine Auswärtsfahrt! Nicht im Zug, sondern im Bus der Profis machen wir uns gewohnt früh um 8 Uhr an der Feldstraße auf den Weg nach Osnabrück. Der Zug soll dennoch weiterhin ohne Bremsen bleiben. Einige holen noch Schlaf nach, andere schauen sich in cleverer Public Viewing Konstruktion die neuen Folgen der EM-Doku des DFB-Frauenteams an. Die perfekte Vorbereitung! (Wir haben nur die vorletzte Folge geschaut, wo das Finale noch gezeigt wird…)  

Das Bus-Innere. Ein Tablet mit der TV-Doku hängt an der Scheibe.

Nur Annie nutzt die entspannte und fokussierte Atmosphäre aus, um alle drei Minuten von ihrem Platz aufzustehen (ganz hinten links) und über alle rüber zusteigen, weil „es ist nicht bequem“.
Das hat auf jeden Fall Kopf und Körper von allen Beteiligten wachgehalten.
Während einiger Pausen wird der erste Schnee des Winters für Schneemannbau und Schneeballschlachten genutzt 😉  

Annie steht mit "Daumen hoch" vor einem Müllcontainer, auf diesem steht ein kleiner Schneemann.
Frau Annie und das Gespür für Schnee

Uns erreichte dann auch schon die Info, dass die Partie nicht wie gewohnt auf dem Rasenplatz stattfindet, sondern auf dem daneben liegenden Kunstrasenplatz. Angekommen bei der TSG sind wir überpünktlich und haben daher ausreichend Zeit um eben diesen Kunstrasenplatz zu begutachten.
Diagnose: Der ist verdammt klein und gefroren.

Auf dem Parkplatz entdecken wir einen zweiten Reisebus. Der gehört nicht etwa dem gegnerischen Team, sondern beinhaltet unsere Fans aus Hamburg – ein wahnsinniges Gefühl. Danke fürs Mitreisen und für eure Unterstützung. Ihr habt unser Auswärtsspiel zu einem Heimspiel gemacht und heute die richtige Wahl des Fußball-Konsums getroffen 😊 #boycottqatar #supportyourlocalplayers

Auch die Polizei hat den Aufruf des Fanladens mitbekommen und stellt „sicherheitshalber“ zwei Wagen zur Beobachtung ab. Die Atmosphäre ist dennoch toll, unsere Fans sind durchgehend am Supporten. Heimspiel!

Das Spiel

Alle Spielerinnen haben sichtlich Probleme mit dem Geläuf und rutschen der Reihe nach weg. Wir erarbeiten uns schnell einige Torchancen und können früh mit zwei Toren in Führung gehen. Janice und Neu-Goalgetterin Paula heißen die Torschützinnen. // Instagram

Kurz darauf bekommt Michelle als letzte Spielerin unglücklich den Ball gegen die Hand und wird vom sichtlich verunsicherten Schiri-Gespann des Feldes verwiesen. Die kann, aber muss man sicherlich nicht geben. In Folge bleiben wir dennoch das stärkere Team und sind 75 Minuten lang in Unterzahl dem 3. Tor näher als Gretesch dem Anschluss. Als dieser dann doch fällt wird es nochmal spannend, aber wir schaffen es, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Partytime mit den mitgereisten Fans – der Zug hat keine Bremse!

Das Team kommt nach dem Spiel gut gelaunt auf die Fans zugelaufen.
Und jetzt alle: „Der Zug, der Zug…“ // (c) Matthias von Schramm

Wir schnappen uns dann noch einen Glühwein vom netten „Gourmet-Tempel“, wärmen uns von innen wieder auf und treten die Rückfahrt an. Mit im Gepäck: weitere drei Punkte!
Fazit des Tages: 8 Stunden Busfahrt, 6 in a row, es ist Winter – unsere Fans sind die besten und das Team liefert.

Beim Montagstraining zeigt das TrainerInnenteam die Tabelle von den letzten fünf Spielen. Das sieht gar nicht mal so schlecht aus! Um das beizubehalten, müssen am Sonntag die nächsten drei Punkte her. Da empfangen wir dann die 1. Frauen vom Eimsbütteler TV zum Hinrunden-Abschluss. Kommt alle vorbei, es gibt wieder Glühwein, Kinderpunsch und Bier und um 15.15 Uhr spielen unsere 2. Frauen gegen SC Eilbek. #supportyourlocals
Wir freuen uns über eure Unterstützung. Forza!
// Ili, Zawadi, Hechti, Lina und Francis

Die Fanperspektive: „Unser Bus folgt dir egal wohin“

Gut 30 Menschen folgten dem Aufruf, der von den beiden Fanclubs „Die üblichen Verdächtigen“ und „Ey, die Hunde“ sowie vom MillernTon mit Unterstützung des Fanladens erfolgte und machten sich am Sonntagmorgen bei eisigen Temperaturen auf den Weg nach Burg Gretesch. (Alle Fotos von Yannick)

Zwei Kaffeetassen vom Fanclub "Die Üblichen Verdächtigen"
Die passenden Tassen dürfen auf einer Auswärtsfahrt natürlich nicht fehlen.

Sicherlich hätte man den Bus unter anderen Voraussetzungen auch komplett besetzen können, aber Lohnarbeit, andere Verpflichtungen, das Bedürfnis nach Winterpause aufgrund der bisher eher mauen Saison der Profis oder auch ein wohlverdienter Urlaub waren nur einige von vielen Gründen für andere Freizeitgestaltung. Am Platz sollten noch einige Anhänger:innen aus allen Himmelsrichtungen hinzu stoßen, aber dazu später mehr.
Guter Dinge trat man also kurz nach dem Team die Fahrt nach Osnabrück vom Fanladen aus an.

Fahrt und Forza

Die frühe Abfahrtszeit ermöglichte zwei ausgiebige Pausen. Beim ersten Halt haben wir unser Team sogar nur knapp verpasst und sahen noch die Rücklichter vom Bus der Profis. Den erbauten Schneemann (siehe oben) sowie das „FCSP1FRN“ haben wir aber entdeckt und kurzerhand um ein „FORZA“ ergänzt.

"Forza FCSP1FRN" in den Schnee geschrieben.
„Spuren im leichten Schnee“; FORZA FCSP1FRN

Zwischen den Pausen gab es ein Busquiz. Hier musste bei zehn Fragen das eigene Wissen rund um die 1. Frauen, den Gegner des Tages im Speziellen sowie die Stadt Osnabrück im Allgemeinen unter Beweis gestellt werden. Ich persönlich schneide hier immer schlecht ab, konnte aber immerhin 5/10 Fragen richtig beantworten. Aber wusstet ihr, dass Burg Gretesch quasi der „Dino“ der Regionalliga, vormals Oberliga ist? Seit 1991 ist man weder auf- noch abgestiegen. Und in Osnabrück gibt es ein Viertel, das Wüste heißt und deren Einwohner:innen sich selbst als „Wüstlinge“ bezeichnen. So viel dazu.

Tempel und Toiletten

Kurz nach dem zweiten Stop erreichten wir Osnabrück und unser Bus wurde wie oben beschrieben wiederum vom Team entdeckt. „Wir folgen dir egal wohin!“ Wir erfuhren dann am berühmt-berüchtigten „Gourmet-Tempel“, dass das Spiel an diesem Tag auf dem Nebenplatz ausgetragen werden würde, recht weit entfernt vom Catering. Größeres Problem zu diesem Zeitpunkt allerdings: Die Toiletten waren noch verschlossen…
Erfahrene Auswärtsfahrer:innen wissen: Das Klo im Bus ist nur für Notfälle.

Während wir wahlweise den Tempel oder die inzwischen aufgeschlossenen Toiletten im Kabinentrakt aufsuchten trudelten auch einige weitere Fans der FCSP1FRN ein, sodass insgesamt rund 45 braun-weiße Personen das Spiel zu einem Heimspiel machten, wie Francis & Co. es so schön geschrieben haben.

Der "Gourmet-Tempel", die Catering-Hütte der TSG Burg Gretesch.
Popcorn war leider aus, dafür hatte man extra für die Gäste aus Hamburg Astra besorgt.

Auch heimisches Publikum war vertreten, sogar mit kleinem Lautsprecher und Trommel. Doch insbesondere eine größere Gruppe sportlich gekleideter Menschen am hinteren Ende der Geraden sorgte für die bereits oben erwähnte Präsenz von Uniformierten und SKBs. Auf Nachfrage wurde uns dies auch mit einem „Wir sind nicht wegen euch hier“ bestätigt. Es blieb aber alles friedlich, auch wenn wir anders als bei manch anderem Auswärtsspiel ein besonderes Augenmerk auf unser Material und insbesondere unsere große Schwenkfahne hatten.

Karten und Kontrolle

Die TSG nahm übrigens fünf Euro Eintritt, was angesichts der schon beachtlichen Anlage nicht verwunderlich ist. Zum Geschehen „auf dem Platz“ verweise ich gerne auf den oberen Teil dieses Artikels oder wie immer auf den Bericht von Matthias von Schramm. Nur soviel: Die zumindest fragwürdige rote Karte auf Zuruf der Linienrichterin und auch die weitere Leistung im Spiel zeugte nicht von einer souveränen Spielführung seitens der Schiedsrichterin. Umso souveräner ist es natürlich, eine früh erzielte Führung 75 Minuten in Unterzahl nicht nur über die Zeit zu bringen, sondern bis auf wenige Ausnahmen sogar aktiv zu verteidigen, inklusive Chancen auf einen dritten Treffer. Erst nach dem Anschlusstor hieß es nochmal kurz zittern, wir hatten schließlich alle noch die ersten Spiele dieser Saison im Hinterkopf, bevor der Zug den Bremshebel löste…

Aber so blieb es am Ende beim 1:2 aus Sicht der Osnabrückerinnen und wir konnten ein „Six in a row“ verbuchen. Beseelt und leicht durchgefroren traten wir die Heimreise an und waren am Abend zurück in Hamburg.

Bis zur nächsten Auswärtsfahrt! Schließt euch gerne an, denn:
„We love you, we love you, we love you,
and where you play we follow, we follow, we follow,
‚cause we support St.Pauli, St.Pauli, St.Pauli,
and that’s the way we like it, we like it
Ooohoooohooo….“

// Yannick

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