Das Spiel gegen den 1. FC Köln war der perfekte Moment für Karol Mets, um seinen ersten Treffer für den FC St. Pauli zu erzielen. Leider wurde er zur tragischen Figur der Partie.
(Titelfoto: Stuart Franklin/Getty Images/via OneFootball)
Insgesamt 88 Pflichtspiele hat Karol Mets für den FC St. Pauli bis zum Spiel gegen den 1. FC Köln absolviert. Getroffen hat er am Freitagabend zum allerersten Mal, in der 69. Spielminute war es endlich soweit. Der Ball kam nach Ecke von Sinani hinter dem langen Pfosten runter, wo Wahl per Kopf quer legte und Mets aus vier Metern per Kopf einnickte. Mit einem xG-Wert von 0,32 und xGOT von 0,74 lässt sich dieses Tor mal so richtig sehen. Nach mehr als drei Jahren im Trikot des FC St. Pauli erzielte Karol Mets also seinen ersten Pflichtspieltreffer für Braun-Weiß. Angesichts der Tabellensituation und des Gegners hätte es für so einen besonderen Treffer keinen passenderen Zeitpunkt geben können.
Erster Pflichtspieltreffer von Mets für den FC St. Pauli
Karol Mets sagte nach Abpfiff zu seinem Premieren-Tor: „We practiced it a lot and the boys make a lot of jokes about me never scoring a goal, but I always tell them that I score when it really matters. So today potentially could have been that time, sadly it wasn’t.“ Auch Teamkollege Hauke Wahl ging auf die Sticheleien in der Kabine ein und erklärte: „Es freut mich extrem für Karol, weil er sich schon die letzten drei Jahre viel hat anhören müssen von uns.“ Auch Cheftrainer Alexander Blessin freute sich mit dem Torschützen: „Wir wissen alle, dass er eine harte Leidenszeit hatte. Er hat sich nach seiner Verletzung zurückgekämpft. Und deshalb freut es mich ungemein, dass er das Tor gemacht hat.“
Besonders war das Tor nicht nur wegen dem ersten Treffer von Karol Mets, sondern auch, da es das dritte Tor in Folge des FC St. Pauli nach einem Standard war. Hauke Wahl erklärte nach Abpfiff, dass das Team in Zusammenarbeit mit Co-Trainer Peter Németh viel an Offensivstandards arbeite. Den Lohn dieser Arbeit sieht man in den Zahlen: Es war der vierzehnte Treffer des FC St. Pauli in dieser Saison nach ruhenden Bällen. Mehr als die Hälfte der in dieser Spielzeit erzielten Tore kamen nach Standardsituationen zustande.
Zweifelhafte Elfmeter-Entscheidung
Doch leider sollte Karol Mets auch noch im anderen Strafraum an einer entscheidenen Szene beteiligt sein: In der 83. Minute kam es zum Duell zwischen Mets und Kaminski rechts im Strafraum des FC St. Pauli. Der FCSP-Innenverteidiger setzte zur Grätsche an, um eine Hereingabe seines Gegenspielers zu verhindern. Doch Kaminski kam nicht mit dem Ball in Kontakt, spielte keinen Querpass. Allerdings hatte sein linker Fuß Kontakt mit den Beinen von Mets, der Kölner Offensivspieler kam zu Fall und beschwerte sich im Anschluss vehement. Schiedsrichter Jöllenbeck entschied zuerst nicht auf Elfmeter, wurde dann aber vom VAR an den Monitor zitiert. Dort konnte er sehen, wie es zweifelsohne einen Kontakt zwischen Kaminski und Mets gab. Die Situation war aber extrem unglücklich, Kaminski stellte den Fuß genau zwischen die Beine von Mets, ein Kontakt ist da nicht zu vermeiden gewesen, vor allem traf der Fuß von Kaminski erst die Wade von Mets. Reicht das für einen Elfmeter? Rechtfertigt das einen VAR-Eingriff? Alexander Blessin übte jedenfalls scharfe Kritik an der Entscheidung. Auch Hauke Wahl erklärte nach Abpfiff, dass es für Innenverteidiger in solchen Szene durch den VAR extrem schwer sei, Zweikämpfe zu führen. Ganz anders schätzte Mets selbst die Szene ein: „I clearly touched his leg. It was really clumsy for me to go for the ball. (…) He threw his leg out there really well and I got in contact with it, so I think it is a penalty.“
Mets ärgert sich und schaut voraus
Der 1. FC Köln nutzte den Elfmeter zum Ausgleich. Somit wurde Karol Mets zum tragischen Helden dieser Partie. Ob er sich nun mehr über das erste Tor freut, oder über die Elfersituation ärgert, konnte er nach dem Spiel einfach beantworten: „To be honest its more frustrating, ‚cause the three points would have helped us massively.“ Allerdings erklärte er auch, dass, wenn er mal auf sine Karriere zurückschaut, vermutlich sehr stolz und glücklich über das Tor ist, doch verständlicherweise war es in dem Moment einfach nur ärgerlich. Alexander Blessin betrieb nach Abpfiff direkt Aufbauarbeit: „Dieser Elfmeter wirft ihn nicht um, weil Karol ein Wettkampftyp ist. Er wird aufstehen und drauf und dran sein sein zweites Tor dann vielleicht nächste Woche zu machen.“
So muss der FC St. Pauli sich am Ende dieser Partie über zwei verlorene Punkte ärgern. „It feels like two lost points“, sagte leidtragende Karol Mets. Und trotzdem zog er auch neben seinem Treffer Positives aus dem Spiel: „This was clearly a step to the right direction. As it has been said, we have to keep performing like that if we want to stay in Bundesliga, hopefully we manage it.“
Alles in allem war die Energie da und auch die Art und Weise wie die Mannschaft gespielt hat, sah nach der Niederlage letztes Wochenende wieder mehr nach der Identität des FC St. Pauli aus. Für diese Leistung hätte der FCSP und insbesondere Karol Mets drei Punkte verdient gehabt. Und dennoch: Immer weiter vor!
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Geht mir diese unaufhörliche Schiri-Kritik auf die Nerven. Schiri hier, Schiri da. Alter man hat das ganz allein selbst verspielt mit Chancenwucher nach Standards, einem nicht existenten koordinierten Offensivspiel in der gegnerischen Hälfte und dem Unwillen von Team und Trainerstab, an seinem Spiel festzuhalten und lieber nach einem verdienten Treffer jegliche Spielteilnahme komplett einzustellen. Köln hat nichts angeboten, nichts. Glückwunsch an dieser Stelle zum Klassenerhalt.
Alexander Blessin kann mal irgendwann anfangen scharfe Kritik an sich selbst zu üben.
Fande das Spiel war ordentlich. Köln hatte wenig zu bieten. Hinten war es im großen und ganzen auch gut. Die Druckphase der Kölner nach dem 1:0 war auch sehr gut verteidigt, Schade das Hountondji den Kopfball in hälfte eins nicht reinbekommen hat. Das Spiel macht Mut für die nächsten Spiele.
Immer weiter machen. Das wird schon 🤎🤍
Ich tue es ungern, aber allmählich müssen wir uns die Frage stellen, ob wir mit diesem Trainer die Liga halten können. Wieder mal ein sehr schwacher Gegner am Millerntor, gegen den wir keine drei Punkte ziehen. Über den Elfmeter kann man streiten, allerdings war es nur eine Frage der Zeit, bis das 1-1 fällt. Hier kann man auch von fehlenden Spielglück sprechen, im Gegenteil – durch die Verletzung von Ache wurde das in der Halbzeit veränderte Konzept von Köln auf den Kopf gestellt.
Wir sind auf dem drittletzten platz, allerdings nur weil Heidenheim und Wolfsburg jeweils eine völlig desolate Saison spielen. Und müssen hoffen dass es so bleibt.
Spielerisch ist es ein Offenbarungseid was wir abliefern. Sinani könnte mal ne Pause gebrauchen, hat ihm das letzte mal auch gut getan.
Im Sturm ist es eine Katastrophe. Pereirra hat BL format, eventuell noch Kaars, allerdings ist unsere Spielweise nicht auf ihn ausgelegt. Ne Rakete ist er nicht, eher ein Strafraumstürmer mit einem guten wumms ausgestattet. Die Verpflichtung von Hara erschließt sich mir überhaupt nicht. Offenbar traut ihm man die Bundesliga nicht zu, sonst würde er spielen. Und mit Ceesay haben wir schon einen oberligareifen Stürmer im Kader
Moin
Wie üblich eine gute Analyse. E war so schön, die Freude bei Mets nach seinem ersten Tor für den FCSP zu sehen, aber auch sehr traurig, sein Gesicht zum Elfmeter zu erleben.
Schade, dass nach dem gelungenen 1 : 0 die Taktik gewechselt und nicht das letztlich bis zur Führung erfolgreiche Spiel weiter geführt wurde. Leider nicht zum ersten Mal. Ich finde es sehr bedauerlich, dass es im Verlauf der Saison weder eine Entwicklung noch Lernfortschritte gegeben hat – in allen Bereichen.
Ich habe gestern nicht viel erwartet. Zunächst wurde ich über eine lange Zeit positiv überrascht und anschließend leider in all dem bestätigt, was ich über große Teile der Saison sehe.
Wir haben gestern viel richtig gemacht, damit schließe ich den Trainer ein. Und wir gingen verdient in Führung. Und dann…
Tja. Es ist selbstverständlich hoch spekulativ, ob wir mit anderen Wechseln das Spiel gewonnen hätten, aber aus meiner Sicht wurde mit diesen Wechseln die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir es nicht tun. Wir haben minutenlang keine Entlastung mehr gehabt, gegen einen Gegner, dem insgesamt außer langen Bällen wenig einfiel. Und so haben wir die eine Situation eben zugelassen, wobei ich da tatsächlich einen Elfmeter sehe. Es ist im Fußball nicht besonders außergewöhnlich, dass zu tiefes Reinfallen lassen Tür und Tor für unkontrollierte Zufallsmomente öffnet. Das nahm der Trainer in Kauf und hat sich leider verspekuliert. Dieses rein defensive Denken ist tief in ihm, und dann auch im Mindset seines Teams verankert.
Siege müssen auch mal erzwungen werden. Auf dem Feld und an der Linie. Es ist nicht unsere Kernkompetenz.
Was nun? Morgen Abend kann Platz 15 auf 5 Punkte weg sein. Realistisch ist er dann eher nicht. Wenn Wolfsburg gleich gewinnt, dann frisst die Angst unsere Seele noch mehr auf. Wenn nicht, ist Platz 16 gut möglich. Allerdings ist es nicht so, als wenn mich beim Gedanken daran riesiger Optimismus befällt, denn dort müssen wir dann auf Sieg spielen, und dass dann plötzlich der Schalter umgelegt wird, bezweifle ich stark. Man möge mir das verzeihen.
Der Kommentar sollte eigentlich unter Tims Artikel zum Spiel. Naja, man möge ihn sich dort denken ;-).