Nach einer Saison, in der es auf und neben dem Platz Schwierigkeiten gab, stellt sich die Frage: Wie geht es weiter mit Jackson Irvine und dem FC St. Pauli?
(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Knapp zwei Jahre ist dieser Text alt: „Ich habe sowas noch nie gefühlt“. Die Worte und Szenen von und mit Jackson Irvine kurz nach dem Aufstieg, sie waren besonders, rührten zu Tränen. Als Irvine dann knapp zwei Jahre später nach dem Abstieg des FC St. Pauli tränenüberströmt durch die Mixed Zone lief, musste ich unweigerlich wieder an die Szenen nach dem Sieg gegen Osnabrück denken. Und dabei fiel mir wieder auf, dass sich seitdem so einiges geändert hat, auf und neben dem Platz.
Chronik eines Konflikts
Fangen wir mit dem „neben dem Platz“ an: Noch in der Sommerpause, vor Start der Saison 25/26, sorgte Jackson Irvine für einen Aufschrei, als er sich auf einem Festival in einem „FC Palestine“-Trikot ablichten ließ und dies in seiner Instagram-Story veröffentlichte. Das Trikot zeigt den Nahen Osten, allerdings ohne den Staat Israel. Darauf angesprochen erklärte Irvine Wochen später, dass er damit seine Solidarität gegenüber den Menschen in Gaza ausdrücken wollte und bezeichnete die gegen ihn gerichteten Vorwürfe des Antisemitismus als zutiefst verletzend. Zum Existenzrecht Israels bekannte er sich damals nicht. Für Journalist*innen gab es danach keine Gelegenheiten mehr, ihn auf dieses sensible Thema anzusprechen. Damals im Trainingslager fand die letzte Medienrunde der Saison mit ihm statt, der Kapitän des FC St. Pauli war im Anschluss für Medien nicht mehr verfügbar. Abgesehen von einem Interview mit dem australischen TV-Sender ABC war Irvine nur noch unmittelbar nach Abpfiff für Journalist*innen zu sprechen. Und das ist nun wirklich keine Situation, in der man Spielern Fragen zum Nahost-Konflikt stellt.
Ebenfalls im Sommer 2025 verteilte Jemilla Pir, Irvines Frau, Herzen für einen Boykott-Aufruf gegen das Antira-Turnier. Ende des Sommers teilte Irvine dann ein Video der „SOS Gaza“-Demo in Hamburg. Eine Demo, so hatte es der FC St. Pauli vorher erklärt, bei der auch rechte und verschwörungsideologische Kreise zugegen sind.
Zudem gab es im Frühjahr 2025 Unstimmigkeiten bezüglich einer Werbeaktion von Lemonaid. Im Viertel waren Plakate zu sehen, auf denen Irvine für die Marke ChariTea warb. Es gab eine Signierstunde mit Irvine vor der Tabakbörse. Auf dem dazu veröffentlichten Video wurde auch der FC St. Pauli erwähnt, es entstand der Eindruck, dass Lemonaid Partner des Vereins sei. Das ist aber nicht der Fall. Vielmehr gibt es zwischen Lemonaid und Irvine private Verbindungen. (Er sitzt übrigens zukünftig im Aufsichtsrat des Unternehmens.) Eine Partnerschaft mit dem FCSP wurde zwar verhandelt, nach dieser Aktion aber abgesagt, wie das Abendblatt (€) berichtete.
Ein weiteres Beispiel, dass Profifußballer auch fernab des Vereins Werbeträger sind, gab es beim Derby-Hinspiel Anfang der Saison 25/26 zu sehen, als Irvine nicht im Kader stand, aber in Adidas-Klamotten auf der Auswechselbank saß. Womit er dann eher große Ähnlichkeiten mit Spielern des Gegners hatte, da der HSV von Adidas ausgerüstet wird, als als Teil des FCSP (Puma) wahrgenommen zu werden.
Burgfrieden ab Herbst 2025
Im Herbst 2025 erreichte der Streit zwischen Irvine und Pir auf der einen und dem FC St. Pauli auf der anderen Seite dann seinen unrühmlichen Höhepunkt. Pir machte via Instagram (wurde uns über Eck mitgeteilt, da die meisten Mitglieder des MillernTon von ihr auf Instagram geblockt wurden) darauf aufmerksam, dass Aufsichtsratsmitglied René Born unter einem ihrer Postings zwei Kommentare hinterlassen habe. Er schrieb: „Niemand ist größer als der Klub.“ und zwei Tage später fügte er dann hinzu: „Das ist unser Club, nicht deiner. Du wirst in wenigen Monaten weg sein und für einen Euro mehr woanders spielen. Wir werden immer hier sein, während du nicht mehr als eine Fußnote bist.“
Öffentliche Eskalation war also angesagt. Zwar versuchte Oke Göttlich, die Wogen zu glätten („Wir sind ein eingetragener Verein und kein Instagram-Kanal“), doch der Konflikt hatte es nun endgültig auf die große Bühne geschafft und war längst vereinsschädigend. Born ist weiter Teil des Aufsichtsrats, wurde für seine Kommentare vom Ehrenrat aber sanktioniert. Pir und Irvine – die die Kommentare und den Realnamen René Born veröffentlichten und damit ein massives mediales Echo erzeugten, obwohl es im Hintergrund bereits Gespräche dazu mit dem Verein gab – unseres Wissens nach nicht.
Seit dieser Zeit ist es stiller geworden in diesem Konflikt. Zumindest öffentlich, denn auch weiterhin machen Gerüchte um viele Aktivitäten Irvines neben dem Platz die Runde. Eine davon machte er dann selbst öffentlich: Ein in diesem Frühjahr veröffentlichtes Video zeigt Irvine, wie er einen Sticker mit der Aufschrift „Sankt Pauli Fans Against Genocide“ verklebt. Der Betreiber der Bar, in der er diesen Sticker verklebte, fiel in den Sozialen Medien mehrfach durch irritierende Posts zum Nahost-Konflikt auf, wie der Instagram-Account „fcsp4tss“ aufzeigte. Dieses Posting zeigte erstmals seit Herbst, dass der Burgfrieden bröckelt. Damals hatte Oke Göttlich auf der Mitgliederversammlung betont, bei Irvine „keinerlei menschenfeindliche Einstellungen“ ausgemacht zu haben und damit versucht, den Fokus zu verschieben, um sich auf das sportliche Geschehen konzentrieren zu können. Mehr als dieser Burgfrieden schien nicht möglich zu sein, der Verein sah sich nicht imstande, diesen Konflikt (öffentlich) zu führen. Anders ist das Verhalten des Vereins in dieser Thematik nicht zu erklären. Denn der FC St. Pauli schwieg zumeist stoisch zu dem Thema, schien es aussitzen zu wollen. Vermutlich wohlwissend, dass der Konflikt nicht durch Gespräche zu lösen ist, weil viele davon bereits ins Leere führten.
Individuell schwach, aber wichtig für das Team
Also los, Fokus auf den Platz: Jackson Irvine hatte bereits in der Saison 24/25 mit Schmerzen gespielt, wie Alexander Blessin damals kurz vor der Winterpause erklärte. Irvine ist, wie auch in der vergangenen Saison, bereit gewesen, für den FC St. Pauli über Schmerzpunkte hinauszugehen. Wer das nicht glaubt, erinnere sich bitte an die Partie des FCSP gegen Werder Bremen in dieser Saison, als Irvine sich in den kleinen Unterbrechungen der Partie sichtbar über den Platz schleppte, humpelte. Dass Spieler über Schmerzpunkte hinaus weitermachen, ist natürlich nichts, was unreflektiert abgefeiert werden sollte. Aber es zeigt die Bereitschaft von Irvine, auf dem Rasen alles zu geben. In der Vorsaison endete der Raubbau am eigenen Körper nach dem Auswärtssieg in Kiel, als der FC St. Pauli den Klassenerhalt mehr oder weniger dingfest machte. Im Anschluss verkündete der Verein, dass sich der Kapitän schwer verletzt habe. Ermüdungsbruch im Fuß, eine klassische Verschleißerscheinung.
Im Spätherbst kehrte Jackson Irvine, der vor der Saison von Alexander Blessin erneut zum Kapitän des Teams ernannt wurde, dann wieder auf den Rasen zurück. Und sorgte mit den Aussagen nach seinem ersten Startelfeinsatz (in der Hinrunde bei der 0:1-Niederlage gegen Union Berlin) für Aufsehen, als er deutlich vom Trainer abrückte. Dem Team schien die Rückkehr von Irvine zu helfen. Bis zum 25. Spieltag holte der FC St. Pauli aus den neun Partien, in denen Irvine in der Startelf stand, starke 13 Punkte. Doch Irvines individuelle Zahlen, unter anderem jene, die Bergas Brillianto veröffentlichte, waren äußerst bescheiden. Bergas zeigte aber auch, dass die Anwesenheit von Irvine das Team besser zu machen scheint. Nach Saisonende ist der Blick in die individuellen Zahlen nicht besser: Irvine ist knapp vor Fábio Vieira (HSV) der schlechteste Zweikämpfer auf seiner Position. Vieira kam in der Saison aber auf elf Torbeteiligungen (sieben Treffer, vier Vorlagen). Irvine verpasste es auch in dieser Spielzeit trotz einiger Chancen, einen Treffer in der Bundesliga zu erzielen. Zudem haben nur vier von 49 Spielern auf seiner Position eine schlechtere Passquote vorzuweisen.
Irvine sind der Einsatz und die Bereitschaft anzusehen, er gibt auf dem Platz alles. Und seinen Wert für das Team betonten die Mitspieler des Kapitäns im Verlauf der Saison immer und immer wieder. Aus den individuellen Zahlen lässt sich die sportliche Wichtigkeit von Jackson Irvine aber nicht ablesen. Auch die gute Quote nach Startelfeinsätzen wurde im weiteren Verlauf der Spielzeit massiv zurechtgestutzt: In den neun Partien bis Saisonende mit Irvine in der Startelf kamen nur noch drei Zähler hinzu.
Bornemann kontert Kritik von Irvine deutlich
Im Sky-Interview nach der Niederlage gegen den VfL Wolfsburg erklärte Jackson Irvine dann, dass man sich beim FC St. Pauli nun „auf allen Ebenen hinterfragen“ müsse. Das betreffe sowohl die Spieler, insbesondere auch die „Leader-Gruppe“, aber auch weitere verantwortliche Personen: „Ich hoffe, dass jeder andere im Klub das auch tut und auf deren eigene Rollen schaut, in dem, wo wir jetzt stehen“. Auf diese Worte reagierte Sportchef Andreas Bornemann gereizt. Er erklärte zwei Tage danach, dass Irvine „auch Teil des Abstiegs“ sei und sagte weiter: „Es dürfte auch keinem verborgen geblieben sein, dass das nicht die beste Saison von Jackson Irvine für den FC St. Pauli war.“ Zudem betonte der Sportchef noch, in welcher Rolle er Irvine sehe. Als Kapitän sei es seine Aufgabe, „als verlängerter Arm des Trainers Dinge ins Team hineinzutragen, Neue zu integrieren, Missstände aufzuzeigen und zu korrigieren.“
Genau in dieser Rolle als Kapitän des FC St. Pauli hat Jackson Irvine in dieser Saison womöglich nicht die beste Figur gemacht. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass er durch seine Verletzung sportlich lange zurückgeworfen wurde. Aber wenn die Aufgabe eines Kapitäns ist, dass er neue Spieler ins Team integriert und Missstände im Team aufzeigt, dann ist ihm das in dieser Saison wohl nicht so richtig gelungen. Zumindest ist immer wieder zu hören, dass es im Kader des FC St. Pauli in dieser Spielzeit zu Grüppchenbildung gekommen ist, die Stimmung in der Kabine bei weitem nicht so gut war wie in den Vorjahren. Alexander Blessin sprach das Thema in der Medienrunde nach dem Abstieg an, als er über die Rolle der Führungsspieler sprach: „Der innere Kern, der seit ich-weiß-nicht-wievielen-Jahren zusammenspielt, wie viel Raum gibt er für neue Spieler, für die Entwicklung? (…) In der Analyse müssen wir auch sehen, ob wir in dem Bereich vielleicht etwas aufweichen müssen. Das müssen wir dann auch so hart sagen.“
Zum Vergleich: Nikola Vasilj bezeichnete die nicht vorhandene Grüppchenbildung zu Beginn der Saison 23/24 als große Stärke des Teams, das damals am Saisonende bekanntlich aufstieg. In dieser Saison ist es nicht gelungen, eine Grüppchenbildung zu verhindern, was aber natürlich auch nicht allein dem Kapitän des Teams angelastet werden sollte.
Wie kann es weitergehen?
Zudem hat ein Kapitän eines Profi-Fußballclubs nicht nur diese team-internen Aufgaben. Er repräsentiert den Club auch nach außen und sollte entsprechend möglichst von allen Anhänger*innen des Clubs als Kapitän akzeptiert werden. Im November 2024 betonte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (€), dass der Club und er „dieselben Werte“ teilen. Es ist fraglich, ob er diese Aussage so wiederholen würde. Sicher ist, dass Konflikte bewusst in die Öffentlichkeit getragen wurden. Inwiefern Irvine als Kapitän des Vereins auch dessen Interessen vertritt oder er einfach sein eigenes Ding macht – das ist von außen betrachtet angesichts der letzten 14 Monate schwer zu beantworten. Fernab davon, wie man nun zu den Aktionen von Jackson Irvine neben dem Platz stehen mag, ob man sie gut oder schlecht findet, dürfte Einigkeit darüber herrschen, dass er mit seinem Handeln die Fanszene des FC St. Pauli eher spaltet, als sie zu vereinen.
Jackson Irvine hat kurz nach Abpfiff des Wolfsburg-Spiels erklärt, dass er beim FC St. Pauli bleiben möchte. Dieser Abstieg ist ihm nahegegangen, das war im Anschluss zu erkennen und auch klar zu hören. Andreas Bornemann setzte mit seinen deutlichen Worten in Richtung Irvine dann aber zumindest ein kleines Fragezeichen hinter dessen Verbleib. Sein Vertrag läuft noch bis Ende der Saison 26/27 und ehrlich gesagt dürfte der Markt für 33-jährige Spieler mit medizinischen Problemen nicht gerade attraktiv sein. Warum sollte Irvine, der massiv davon profitiert hat, Spieler des FC St. Pauli zu sein, auch gehen? Zweifelsohne ist er auf St. Pauli heimisch geworden. Und sportlich, siehe Aufstieg 2024, hat er dem FC St. Pauli lange Zeit extrem viel gegeben. Die Situation ist alles andere als einfach.
Wie kann es also weitergehen mit Jackson Irvine und dem FC St. Pauli? Hoffentlich nicht so wie in der letzten Saison.
// Tim
PS: Wir appellieren an die hier grundsätzlich sehr gute Diskussionskultur und würden Euch bitten, in der Sache zu bleiben. Ausführliche Abhandlungen zum Nahost-Konflikt und Antisemitismus helfen in diesem Thema nicht mehr wirklich, die Argumente sind (auch in unseren Kommentarspalten) bereits hinlänglich ausgetauscht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen oder die Kommentare zu diesem Artikel komplett zu sperren.
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Vielen Dank für diese sachliche Darlegung des bisherigen Geschehens, auch wenn natürlich noch ein paar Punkte fehlen. Es wird inzwischen auch sichtbar, wie viele auf Grund des großen Ziels Klassenhalt die Füße Lange still gehalten haben und jetzt nach und nach mit ihrer Kritik an die Öffentlichkeit gehen. Ich hoffe sehr, dass auch dem Verein das nicht verborgen bleibt. Es gibt immer mehr Stimmen und Sticker im Viertel, die sich klar gegen Irvine und Pir positionieren. So langsam kann auch Oke nicht mehr wegschauen und die Dinge schön reden. Positiv auch, dass sich immer mehr Fans gegen die antisemitischen Strömungen im Umfeld erheben, wie z. B. durch die Schalaktion deutlich wird. Bestellinfos übrigens hier:
tinyurl.com/fghtantisem
Dieser Punkt hier war mir in den bisherigen Analysen zu den Gründen für den Abstieg etwas zu kurz gekommen: „Zumindest ist immer wieder zu hören, dass es im Kader des FC St. Pauli in dieser Spielzeit zu Grüppchenbildung gekommen ist, die Stimmung in der Kabine bei weitem nicht so gut war wie in den Vorjahren.“
Einerseits würde mich natürlich interessieren, wo, von wem und welcher Form das „immer wieder zu hören“ ist/war. 🙂 Andererseits war gerade das vor allem in der Rückrunde für mich auf dem Platz augenscheinlich. Insbesondere Fujita schien wie ein Fremdkörper, die Spieler auf dem Platz keine Einheit zu sein. Im Gegensatz zum Beispiel zu Heidenheim.
Dieses Problem ist für mich einer der wesentlichen Gründe gewesen, warum es uns in der entscheidenden Schlussphase nicht gelungen ist, die Qualitätsdefizite über das Team zu kompensieren (eben weil es keines mehr zu sein schien) und zumindest den Relegationsplatz zu erreichen.
Ich hoffe es ist ok, wenn ich noch diesen öffentlichen Text zu Dokumentationszwecken hier rein kopiere (für Leute ohne Bock auf Social Media, verständlich). Da hier Antisemitismus nicht definiert wird, müssten sich damit ja eigentlich auch alle anfreunden können, da ja eigentlich alle behaupten, gegen Antisemitismus zu sein, es „nur“ anders definieren. (OK, zugegeben, etwas irritierend, dass Irvine’s friends, denen er vor dem Spiel immer zuwinkt, trotzdem gerne Sticker gegen Antisemitismus abknibbeln oder überleben, aber das sind dann vielleicht diese Widersprüche, von denen so oft wie Rede ist.)
Hier der Text:
wir haben Schals gegen Antisemitismus anfertigen lassen. Leider reichen unsere Kapazitäten nicht aus, um diese eigenständig zum Verkauf anzubieten, Geld einzusammeln, zu verteilen und zu verschicken. Daher haben wir uns was einfallen lassen:
Wir stellen Euch die Schal-Vorlage (Grafik-Datei) und eine leicht verständliche Bestellanleitung zur Verfügung, so dass Ihr:
– Die Schals ganz leicht selber bestellen könnt (bei Einzelbestellungen kostet der Schal inkl. Porto ca. 15 Euro).
– Euch selber organisieren und um Sammelbestellungen kümmern könnt (dann wird es natürlich noch preiswerter).
– Wenn Ihr möchtet auch selber als Verteiler agieren könnt, indem Ihr im Internet oder vor Ort den Schal selber anbietet und weiterverkauft (bitte seid in dem Fall so fair und bietet die Schals zum Selbstkostenpreis an, denn es geht hier um die Sache und nicht um Gewinnerzielung). Egal ob privat oder mit einem eigenen Shop.
Die Schal-Vorlage samt Bestellanleitung könnt Ihr hier als ZIP-Datei herunterladen:
https://tinyurl.com/fghtantisem
Zur Weiterverbreitung gibt es hier noch eine Insta-Kachel und einen Textvorschlag:
https://tinyurl.com/fghtantisem2
Unsere Humanität ist unteilbar! Gegen jeden Antisemitismus!
„Unsere Humanität ist unteilbar! Gegen jeden Antisemitismus!“
Eben! Ein Mensch ist ein Mensch. Egal ob in Israel, im Westjordanland, in Gaza, im Südlibanon oder im Iran.
Danke Tim für den wichtigen allerdings auch sehr unschönen Artikel.
egal wo man hinschaut überall Baustellen. und die Irvine Baustelle scheint mindestens genauso groß zu sein wie die Blessin Baustelle.
ich frag mich nur wer im Verein packt die an?
unabhängig von Jackson Irvine (zu dem ich aus den von dir genannten Gründen eine klare Meinung habe) wünsche ich mir, dass der Verein den Abstieg auch als Chance begreift und auf die, ohne Zweifel, vorhandenen Talente setzt. Und wenn man liest, dass den Talenten oder auch Neuen von „älteren“ Spielern, vielleicht zu wenig Raum gegeben wurde, muss man sich trennen und nach Vorne schauen. Sportlich zu Jackson, ich war schon Mitte letzter Saison und auch diese Saison der Meinung, dass wir sportlich bessere haben. Möchte seinen grundsätzlichen Impact auf das Team aber nicht klein reden. Aber hier ist dann das Thema Raum lassen auch wieder eines.
Zum Thema Israel und Nahost verläuft halt in der Anhängerschaft ein tiefer Graben, den wird man nie mehr überbrücken können. Deshalb stimme ich dem zu, nur die Seite Fussball und Mannschaft zu kommentieren.
Ja, mir fehlte einfach dieser unbedingte Wille zum Sieg auf dem Platz von der Gesamtheit der Mannschaft.
Nur wenige von Ihnen sind auf den Platz gekommen, um, ich sag das mal drastisch, „mit Schaum vor dem Mund den Platz umzupflügen“ ! Mal ehrlich, viele von euch, wie auch ich, haben doch selbst schon entscheidende Spiele ausgetragen (noch auf Grand und mit Alustollen) und wissen mit welcher Einstellung man siegen kann. Nur mal so zur Anschauung eine Szene die mich bei einem der letzten Heimspiele zur Weisglut getrieben hat. Nach einem Eckball im gegnerischen Strafraum rollt der Ball langsam Richtung Außenlinie. Unser am nächsten stehende Spieler trabt gemütlich hinterher um einen Einwurf zu machen.
Statt nun vorher mit Fullspeed den Ball zu erlaufen und mit dem selbigen in voller Geschwindigkeit in den Strafraum zu stürmen und die noch vorhandene Unordnung des Gegeners zu nutzen….trabt dieser „Stürmer“ zum Einwurf. Das ist es was den meisten Spielern oftmals fehlte, Leidenschaft und Hingabe. Gottseidank habe ich solche Zeiten schon am Millerntor erlebt, aber mit dieser Truppe werden wir vergebens drauf warten.
es kann mit Blessin nicht weiter gehen!
aber dritte Liga ist ja auch nett, ich erinnere mich noch an Hertha 2 gegen st Pauli 1 im Jahnsportpark
es war furchtbar xD
Wenn diese Saison im Debakel endet, weil man zu lange auf Blessin gewartet hat und sowohl Bornemann und Göttlich zu lange gewähren lassen haben, dann sollte der Blick ganz klar Richtung Aufsichtsrat gehen. Deren Aufgabenportfolio beinhaltet mehr als öffentlich Spieler bloßzustellen.
Wie klein doch dir Welt ist und wehr sehr dieser Konflikt in alle Bereiche und somit auch in den Profisport hineinwirkt.
Hier kann nur eines helfen: reden, diskutieren und vor allem gegenseitiges Zuhören! Social-Media hat sich in diesem Fall einmal mehr als denkbar ungeeignet dafür erwiesen.
An Vereinsführung, Trainer und Irvine: Bitte setzt euch intern zusammen und versucht euch einig zu werden! Ein schwelender Konflikt kann das gesamte Klima bis in die Fanszehne vergiften und muss in irgend einer Form beigelegt werden.
Jo, es sind verdammt viele Baustellen gerade. 🙁
Den Konflikt gibt es ja nicht erst seit gestern. Es gab zum einen Gespräche, sogar zwischen USP Vertreter:innen und Irvine. Nichts hat gefruchtet. Unzählige sachliche Versuche von weiteren Leuten Kontakt aufzunehmen. Alles ohne Erfolg. Das was du schilderst ist kein Zukunftsszenario. Es gibt leider nichts mehr zu besprechen, wie oft soll man das noch versuchen? Frau Pir hat trotz aller Bitten das nicht über social media auszutragen sogar noch immer das doxxing Video über R. Born drin. Das Tischtuch ist durch und die von Irvine supporteten Gruppen kennen in ihrer autoritären antisemitischen Ausrichtung auch keine Kompromisse. Die Realität ist wie sie ist und alles andere als ein Cut macht die Sache nur noch schlimmer. Man kann nur hoffen, dass beträchtliche Teile dann mit aus dem Stadion- und Vereins Umfeld verschwinden. Befürchte aber, dass es dazu auch schon zu spät sein könnte, weil Oke und Co viel zu lange relativiert und den Ernst der Lage nicht erkannt haben.
Entschuldigung, aber wenn Du wirfst vor, dass Jackson seine Frau besser kontrollieren sollte, muss ich fragen von welche Jahrhundert Du kommst.
Zu Thema Rene Born, als Aussichtsratmitgleid sollte man besser wissen und nicht auf Instagram trollen. Er war Stupid^10. Und nochmal, wenn Du die Ehefrau eines Mannes zu Problem des Mannes machst, unterschreibst Du ein Form von Patriarchat.
Und nur weil Menchen wie ich Deiner Definition und Verständnis von Antisemitismus nicht unterschreiben, macht das uns nicht zu Antisemiten. Was unfair ist, das Sichtbarmachen des zivilen Leids in Gaza und Lebanon, die Teilnahme an pro-palästinensischen Demonstrationen unter den Teppich zu fegen. Es muss Raum geben, um legitimer Kritik an israelischer Staatsgewalt und echtem Antisemitismus zu unterscheiden.
René hatte Recht
Inhaltlich hatte er vielliecht Recht aber es gäbe andere Wege das gleiche Message zu senden ohne ein Insta-Troll zu werden.
Alda, da platzt mir wieder ne Pulsader, wenn ich sowas lese. René ist kein Internettroll, sonderm AR. Wenn er keine vernünftige Art findet, sich zu artikulieren in dieser Position, dann muss er fliegen. Wenn unsere Art jetzt sein soll, unangenehmen Spielern im Internet in einer fragwürdigen Obsession hinterherzuschreiben, dann gute Nacht.
Danke für Deine Worte. Empfinde ich genauso.
Seit letztem Sommer ist ein agressiver Kampf über die Meinungshoheit ausgebrochen, der von vielen in vollkommen intoleranter Weise geführt wird. Für diese Leute hörte die Zeitrechnung am 7. Oktober 2023 auf. Die einseitige Blindheit für das Leid der „anderen Seite“ und die damit einhergehende Aggression gegen jede abweichende Meinung, zersetzten den Club und kosteten Stimmung und Kraft. Reflexartig wurde hier mit Schimpfworten gegen einen Spieler um sich geworfen, der sich wie wenige vor ihm für diesen Club eingesetzt hatte.
Irvine umgibt sich mit Leuten, die den 7. Oktober feiern.
Niemand hier (inkl. Jackson + Co.) feiert den 7. Oktober oder die Taten von Hamas. Höre bitte auf mit diesen Strohmännern. Es ist unehrlich. Die Trennlinie verläuft hier bei der Frage, was eine akzeptable Reaktion auf die Terroranschläge darstellt. Es lassen sich verschiedene vernünftige Schlussfolgerungen ziehen, und die meisten davon sind nicht antisemitisch.
Das ist schlicht unwahr. Sowohl die Hersteller/Inverkehrbringer des Trikots und der Aufkleber, als auch der Wirt tun dies. Die Quellen wurden auch hier mehrfach verlinkt. Dies zu ignorieren disqualifiziert dich schon für eine weitere Diskussion über Antisemitismus.
“ … Reflexartig wurde hier mit Schimpfworten gegen einen Spieler um sich geworfen, der sich wie wenige vor ihm für diesen Club eingesetzt hatte.“
was ist damit konkret gemeint? seine vielen BL-tore?
imho hat er sich schon immer in erster (& zweiter) linie für sich selbst (bzw seinen eigenen geldbeutel) eingesetzt.
auf ihn trifft das sprichwort „mehr schein als sein“ perfekt zu.
Warum nur ist euer Hass groß????
Unruhe in der Kabine entsteht zu meist aus Unzufriedenheit von Spielern und die wird meistens vom Trainer erzeugt.
So feindselig wie ihr mit Jackson umgeht so kritisch hättet ihr mal bei Blessin auf den Pressekonferenzen
nachfragen können. Gelegenheiten
gab es ja genug.
1. Hier geht es nicht um Hass sondern um Werte.
2. Warst du in der Kabine dabei?
3. Du hattest nach Gründen gefragt und sie genannt bekommen.
Im Artikel werden Fakten dokumentiert, in aller Sachlichkeit. Was daran soll Hass sein?
Es gibt keine objektive Sachlichkeit und die wird es auch nie geben. Alleine durch die Auswahl von Fakten, Themen und deren Gewichtung wird Meinung transportiert. Ich finde den Artikel auch relativ gut und möglichst neutral, aber die Meinung des Autors ist natürlich zu erkennen, wie auch meine eigene. Arte hatte mal eine tolle Doku zur Objektivität.
Na klar, kann man nüchtern Positionen transportieren, indem man bestimmte Aspekte überbetont und andererseits bestimmte Aspekte weglässt und Tim ist kein meinungsloser Roboter, natürlich hat er ne Position. Ich sehe beim besten Willen keine Hinlenkung zu einer Seite, da werden Aspekte auch genannt, die Jackson in ein besonders positives Licht stellen.
Jackson ist ein erwachsener und mündiger Mensch. Er hätte jederzeit sich hinstellen können und mit Vorwürfen aufräumen können, hat er unterlassen und damit anderen die Interpretation seiner Worte und Taten ermöglicht – damit muss er halt jetzt leben.
Ich habe Tim doch garnicht vorgeworfen zu einer Seite hinlenken zu wollen. Auch habe ich nicht gefordert, dass er ein Meinungsloser Roboter sein müsste. Er hat einen m.M. nach guten Artikel verfasst, nur wäre es falsch als Random im Internet darunter zu schreiben ,,siehe da, die absolute Sachlichkeit“. Es war nicht zu 100% nüchtern und objektiv, weil es das ja auch garnicht sein kann und sein soll.
Von Feindseligkeit zu sprechen, wenn der Bericht von Tim nichts weiter macht, als nüchtern „was bisher geschehen ist“ niederzuschreiben, wirkt deplatziert und ehrlicherweise übertrieben.
Dass du ein bloßes Recap so negativ auslegst, bedeutet für mich, dass du all die Geschehnisse selbst nicht gutheißt, aber noch nicht bereit bist, Jackson dafür in Verantwortung zu nehmen. I get it, aber wir müssen die Dinge nunmal nüchtern zur Kenntnis nehmen und wäre es nicht gerade er, sondern ein Stevens, ein Sands oder Nemeth, dann würdest auch du sicherlich anders darauf blicken.
Ich denke auch, dass Jackson nicht auf seinem Leistungspeak war, vorallem wegen seiner sehr langen Verletzung und einem nicht mehr ganz so jungen Alter. Auch sollte der innere Kern aufgelöst werden und Platz für neue Spieler machen, Oppie, Saliakas, Nemeth sollten nach vorne rücken. Als großer Fan von Jackson hoffe ich dennoch, dass er entweder seine alte Stärke wiedererlangt und Stammspieler wird oder aber als Rotationsspieler von der Bank helfen kann. Er macht das Team besser und er kann ein Vorteil sein. Idealerweise als Co-Kapitän, neben einem neuen Leader.
Irvine hat nach dem letzten Heimspiel alleine (also ohne weitere Teammitglieder) vor dem Shebeen Bier getrunken und allen aus dem Viertel die es hören wollten dann betrunken erzählt wie schlecht er Blessin findet.
Alleine das ist ein Grund warum er nicht mehr in das neue Team gehört!
Er hat sich schon früh gegen den Trainer gestellt was als Kapitän nicht geht und versucht weiterhin Teile der Vereinsführung zu unterminieren.
Alleine das ist ein Grund warum er nicht mehr in das neue Team gehört!
Vorsichtig mit solchen Infos. Kannst du sagen, ob du live dabei warst oder ist das nur Hörensagen?
Ich war dabei.
Ja, unschön sowas.
Bitte den Troll nicht füttern.
Lieber Tim, ich schätze deine Arbeit und dein Engagement außerordentlich. In diesem Fall bin ich aus zwei Gründen nicht einverstanden mit dem Artikel.
Zum einen – was ist deine Intention, ihn zu schreiben? Was soll er bewirken? Warum wiederholst du die hinlänglich bekannten Vorwürfe? Du stellst es dar, als seien es neutrale Informationen. Informationen sind niemals neutral – was schreibt man, was lässt man weg etc. Was ist also dein Ziel? Du schreibst lediglich über Dinge, die in deinen Augen belastend sind. Möchtest du Irvine loswerden, aber dann doch nur so halbgar? Hast du die Befürchtung, Zugänge zu verlieren, wenn du klarer kritisierst?
Zum anderen möchte ich klar kritisieren, wie du immer wieder seine Frau ins Spiel bringst. in meinen Augen offenbart das ein wirklich schwieriges Frauenbild. Jemila Pir ist Jemila Pir und Jackson Irvine ist Jackson Irvine. Er ist nicht verantwortlich für die Handlungen seiner Frau. Sie ist ein selbständiges Wesen. Du weißt nicht, wie er zu Handlungen seiner Frau steht. Vielleicht unterstützt er sie, vielleicht lehnt er sie ab. Wissen wir nicht. Also hat das auch wirklich gar nichts in dem Artikel verloren.
Ich finde auch die vorgebrachten Vorwürfe teilweise überhaupt nicht sauber. Du vermischst die Lemonaid Geschichte mit Gaza. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Er hat den Aufruf zu einer Demo geteilt, zu der auch Rechte aufgerufen haben. Korrekt, genau so, wie zu jeder Anti-Nazidemo neben den Organisator:innen sehr krude linke sektiererische Gruppierungen aufrufen. Manchmal stimmt die AFD für gute Anträge. Ebenso der Aufkleber St Pauli gegen Genozid. Inhaltlich ist dagegen wenig einzuwenden, es ist der Kontext, mit dem du nicht einverstanden bist. Und so weiter. Du kannst ihm nicht richtig etwas vorwerfen, also suchst du rechts und links kleine Schäufelchen Schmutz, traust dich aber auch nicht richtig, ihn anzugreifen. Nicht sauber.
Greif ihn ruhig an, damit habe ich kein Problem, aber dann steh auch dazu und lass seine Frau raus. Sippenhaft ist Mittelalter.
Oh weh …
Puh, schwere relativierende Kost, die du hier auftischst. Wenn das die durchgehende Meinung der Leute ist, die Irvine weiterhin abfeiern, wundert mich gar nichts mehr.
Ich habe Irvine in der Vergangenheit nicht abgefeiert. Und das unterscheidet mich von vielen Menschen, die derzeit besonders intensiv seinen Weggang fordern. Die Fallhöhe ist eine andere, ich bin nicht als Fanboy von meinem Idol enttäuscht worden.
Ich feiere ihn entsprechend auch heute nicht ab. Ich denke, es wäre sowohl für Verein, als auch für Irvine gut, wenn er geht. Ich bin aber nicht bereit, mich auf das abgrundtiefe Niveau des St Pauliforums herabzulassen und meine feststehende Meinung mit beliebigen Indizien zu untermauern.
Soweit ich das aus der Entfernung beurteilen kann, hat Irvine nicht das geringste Problem mit Menschen, die jüdischen Glaubens sind oder Menschen, die aus Israel kommen.Soweit ich das aus der Entfernung sehe, hat er ein sehr großes Problem mit der Politik des Staates Israel. Und das macht ihn nicht zum Antisemiten.
Ich persönlich halte Irvine nicht für besonders intellektuell – was ja auch vollkommen ok ist. Die Art und Weise, wie er Dinge äußert, halte ich immer wieder für naiv. Sie spiegeln allerdings das wieder, wie in so ziemlich jedem Land der Welt außerhalb von Israel und Deutschlands auf den Konflikt geblickt wird. Aber hier ist der Diskurs eben ein anderer und das hat er meiner Meinung nach massiv unterschätzt.
Ich kann anhand seiner Handlungen nur ableiten, dass Irvine nicht das geringste Problem mit antisemitischen Akteuren hat, welche versuchen die Fanszene, den Verein und andere Institutionen im Viertel zu unterwandern.
Belege?? Ach ja: „Let Gaza live“ hielt mal jemand hoch…
Hat man sich jemals dir die Mühe gemacht, das T-Shirt um das es ging mal richtig anzusehen? Diese Karte von Palästina ist mit blossem Auge kaum zu entdecken, geschweige denn die heutigen Staatsgrenzen. Die Demo SOS -Gaza im September wurde von Extremisten unterwandert, das ist richtig. Aber die Aussage gegen das tausendfache Sterben von Zivilisten zu sein, bleibt doch weiterhin gültig. Hier nur die Hassbotschaften sehen zu wollen ist schon mehr als bösartig, ggü Jackson, der wohl wie die meisten hier, nicht auf der Demo dabei war. Das Üble: Beim FC St Pauli gegen den Gaza-Genozid Stellung zu beziehen wird schwierig, wenn man nicht als Antisemit bepödelt werden will. Das darf nicht sein. Und beim FCSP schon gar nicht.
Die sind alle aufbereitet und auch hier schon mehrfach verlinkt worden. Ich fange die Diskussion mit dir nicht wieder bei null an.
nein, das kannst du nicht. Das möchtest du nur so unfassbar gerne, weil die Welt dann einfach wird und du jemanden hast, den du verachten kannst
Sorry, dafür habe ich schon Bibi.
Guter Einwand, den ich zu 90% teile, ohne Tim hier mit solchen „unsauberen“ Vorwürfen konfrontativ begegnen zu wollen.
Jackson ist Galeonsfigur des Vereins, wie wir noch keinen zuvor hatten. Genau dieses mediale „aus der Reihe tanzen“ geht vielen im Verein auf den Zeiger. Ist es Neid? Ist es Konformitätsfetischismus? Da werden dann schon mal Vorwürfe herangezogen, deren Validität und Seriösität zu wünschen übrig lassen. Es ist überdeutlich: Jackson wird mit strengeren Maßstäben gemessen als alle anderen. Kritik und eigene Haltung sind unerwünscht. Afolayan wagte es im letzten Herbst nach 9 verlorenen Spielen in der Öffentlichkeit einmal, die Spielweise zu hinterfragen, und – schwuppdiwupp – war er seine sportliche Karriere bei uns vorbei. Alles sehr unwürdig und schade.
Hä? Die Fakten solltest du nochmal checken…
Die Fakten sind ihm völlig egal, dass hat er hier schon mehrmals deutlich gemacht. Der Beitrag zeigt auch sehr schön, warum es auf so vielen Ebenen nötig ist, sich schnell von Irvine zu trennen.
Es ist keiner Diskussion zuträglich, wenn wir den Gegenüber als bewusst ignorant oder böse diffamieren oder nur ansehen.
Ich gehe erstmal davon aus, dass Jan hier einfach Dinge durcheinanderbringt, weil er sie nicht nochmal gecheckt hat. Wenn man dann eine Position hat und das Gedächtnis falsche Fakten abgespeichert hat, dann verfestigt das ja die eigene Position, die Fakten passen zu der Meinung.
Ich war ja auch erst kürzlich uninformiert unterwegs, weil ich kein Social Media mehr habe. Da war es hilfreich, dass einige wenige sich die Mühe machten, mir ein Recap zu geben. Nur so konnte ich dann das Ganze neu bewerten und komme auch da raus, dass Jackson den Verein Stand jetzt verlassen muss.
Moin, kurzer Einwurf zu deinem Vorwurf Jemila hätte hier im Text nichts zu suchen. Natürlich wissen alle (die es wissen wollen), wie er dazu steht. Schließlich gibt es stetige Interaktion von ihm zu ihren Posts.
Und natürlich hat in diesem Text sowohl das politische, als auch das wirtschaftliche zu suchen. Das es im politischen Uneinigkeit in den Kommentaren gibt sieht man ja. Da ist man dann wohl unterschiedlicher Meinung. Aber mir fällt kein Spieler ein, der seine wirtschaftlichen Interessen so (öffentlich) vor die des Vereins stellt. Und spätestens da sollten sich eigentlich alle einig sein. Und für mich persönlich gilt zum politischen habe ich eine klare Meinung, aber mir reicht schon das wirtschaftliche, um mit ihm abgeschlossen zu haben.
Das ist für mich keinerlei Beweis, dass er seine wirtschaftlichen Interessen über die des Vereines stellt. Da finde ich Spieler die uns gratis verlassen und vorher große Verbundenheit mit dem Verein signalisiert haben deutlich schlimmer. Siehe Hartel und vielleicht auch Vasilj. Das schadet den Verein wirklich finanziell, gerade wenn vorher Ablösebezahlt wurde. Irvine bleibt seiner Linie treu. Erst Celtic dann St Pauli. Die politische Ausrichtung zum sozialen und gerechten ist dauerhaft erkennbar.
Du verstehst es wirklich nicht oder? Mit finanziellen Interessen ist nicht sein Verbleib im Verein gemeint oder irgendwelche Ablösesummen. Sondern sein Handeln drum herum.
Was soll das alles nur und wo soll das alles enden. Ich kann in keiner Weise die hier vorgetragenen Argumente sowie die Art und Weise gegen einen Spieler vorzugehen verstehen. Wir haben einen Sportchef, der sich öffentlich dazu hinreißen lässt gegen einen Spieler zu motzen und dann leider auch Ihr vom Millernton. Ja Jackson Irvine ist ein politischer Mensch, etwas das was wir uns doch alle gewünscht haben, ein Spieler der weiter als zu seinem Sportwagen denkt. Dann passiert das was leider in der linken immer wieder passiert, oh Schreck er hat in einem Punkt eine andere Meinung als Ihr/Wir. Wie unseren anderen Spieler zu diesem Punkt stehen und lieber nichts sagen wissen wir nicht aber ist es besser? Was wollen wir, Spieler die sich auch weiter als den Sport auch gesellschaftlich positionieren oder nur „Söldner“? Und bei den Postionen, die ich so weit von Irvine mitbekomme, scheinen er eher im aktuell weltweiten linken Mainstream zu sein, ob wir das gut finden oder nicht. Aber dieses Thema spaltet von jeher die linke Szene und wollen wir im Fußball nicht die Menschen zusammen bringen und für Demokratie einstehen. Wichtig ist bei aller Differenzen immer das grundsätzliche Menschenbild, was jemand hat und was uns von den rechten unterscheidet – entweder für oder gegen Menschlichkeit – mehr können wir nicht verlangen und das müssen wir bei internationalen Spielern auch aushalten so lange diese nicht Homophob, Rassistisch oder Antisemitisch (ja ich weiß das wird hier gesehen aber ich glaube das Irvine sich klar nicht als Antisemit sieht, sondern kritisch Israel aktueller Politik gegenüber ist). Und da es eigentlich um Fußball geht würde ich mich freuen, wenn es wieder um die Fragen geht und von euch auch mehr beleuchtet werden. Ich finde die von dir angesprochen Punkte zu Thema Stimmung innerhalb der Mannschaft, festhalten am Trainer, die Rolle von unserem Sportchef und die komplette sportliche Misere der ersten und zweiten Mannschaft viel wichtiger für uns Fußballfans. Also bleiben wir bei „agree to disagree“ und hoffen auf ein positive Entwicklung in allen Bereichen.
Yup 🙂
Das finde ich einen ganz starken Punkt: Ist man eigentlich für oder gegen Menschlichkeit?
Genau das versuche ich inzwischen als Basis meines Wertesystems zu verstehen.
Natürlich hat es rein gar nichts mit Menschlichkeit zu tun, wenn Gaza kurz und klein gebombt wird.
Aber gleichzeitig frage ich mich eben auch: Was wäre eigentlich die menschliche Konsequenz daraus, das Existenzrecht Israels in Frage zu stellen? Für die Menschen, die dort leben?
Genau an solchen Punkten merke ich, wie kompliziert das Thema wird — weil Menschlichkeit für mich eigentlich nie nur für eine Seite gelten kann.
Aber ich finde es schade, wie die Causa Irvine immer wieder nur auf dieses Thema reduziert wird.
Für uns als Verein ist eine andere Sache viel relevanter:
In wie weit passt ein Social-Media-Star wie Irvine zum FC St. St.Pauli? Wie wirkt sich das auf die Fanszene aus? Wie auf die sportliche Leistung des Teams?
Ich finde es schon relevant das zu analysieren.
Meine subjektive Wahrnehmung:
Als Irvine zu uns kam war es ein Traum. Ein bunter Typ, der mit der U-Bahn zum Training fährt, locker drauf, jeder konnte sich mit ihm identifizieren.
Irgendwie hatten wir doch alle ein bisschen Volker Ippig-Vibes.
Und dann hat dieser Typ sich auch noch auf dem Platz ein Bein raus gerissen. Hat unter Schmerzen gespielt, die Zähne zusammen gebissen und bis zum letzten gefightet und das Team mitgerissen.
Ein Traum.
Genau sowas lässt das Fan-Herz höher schlagen.
Aber die Frage die sich stellt: Ist das im Profi-Fußball überhaupt zeitgemäß? Wir kennen das doch auch aus dem Job, die Typen, die 14 Stunden-Tage schuppen. Sind die wirklich leistungsfähiger als die anderen?
Und dann kommt dazu, dass Jackson Irvine eben nicht Volker Ippig ist.
Jackson Irvine ist eigentlich ein Social-Media-Star der heutigen Zeit. Mit allem was das mitbringt.
Echo-Blasen, Provokante, teils grenzwertige Aussagen, die die Klick-Zahlen hochtreiben, Flying Monkeys, die um einen Kreisen. Das ganze Programm.
Und all das hat die Beziehung zwischen Jackson Irvine und dem FC St. Pauli verändert.
Das interessante daran ist: Jackson Irvine benötigt den Verein unbedingt. Ihm verdankt er seine Popularität.
Könntest Du Dir einen Jackson Irvine bei Wolfsburg oder Paderborn vorstellen? Sicher nicht.
Und das weiß Irvine auch. Ich glaube, dass ist mit ein Grund warum er gleich klar gestellt hat, dass er mit in die 2. Bundesliga geht.
Es wirkt immer total cool, wenn ein Spieler sowas sagt. Aber das wirkt auch nur so cool, weil es in der Regel von Spielern kommt, die sportlich so stark sind, dass sie locker weiter eine Liga höher spielen könnten. Spieler die ein Opfer bringen, wenn sie aus vereinsliebe eine Liga tiefer spielen.
Das ist bei Irvine aber gar nicht der Fall. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Bundesliga-Verein nach den Leistungen der letzten Saison ein gesteigertes Interesse hat Irvine zu verpflichten.
Wenn die gleiche Aussage von Dźwigała gekommen wäre, wäre jeder verwundert gewesen und hätte die Reaktion von Bornemann verstanden.
Aber Irvine schwebt ja über den Dingen. Der muss ja keine Leistung bringen. Da muss der Verein ja dankbar sein, dass er erhalten bleibt, einfach weil er so ein toller Typ ist.
Dass Irvine das mit genau dem Hintergedanken gemacht haben könnte, dass der Shitstorm noch gewaltiger wird, wenn Irvine aus sportlichen Gründen aussortiert wird, das sieht keiner.
Und genau greift, wie ich finde, auch die Kritik von Born:
Auf mich wirkt es teilweise so, als verschiebe sich die Wahrnehmung: Weg vom Spieler im Kollektiv hin zur Person Jackson Irvine als Marke.
Man hat den Eindruck, er würde glauben der FC St. Pauli sei so, weil Jackson Irvine ihm Leben einhaucht, dabei ist es genau umgekehrt: Die Strahlkraft des FC St, Pauli verleiht Jackson Irvine seine Popularität.
Da wäre zum Teil manchmal vielleicht auch Demut angebracht, die ist aber nicht zu erkennen.
Und genau deshalb kann man auch seine Frau nicht aus der Gleichung herauslassen.
Das hat nichts mit einem komischen Frauenbild von Tim zu tun. Auch sie verdankt ihre Popularität zu großen Teilen der Verbindung mit Jackson Irvine und damit dem Verein.
Das sind für mich halt alles Punke, die in der Diskussion meiner Ansicht nach viel mehr Berücksichtigung finden sollten als irgendein Kommentar zum Palistinä-Israel-Konflikt.
Und deshalb finde ich es gut, das Tim diesen Artikel geschrieben hat.
Mehr noch: Ich halte es für journalistische Verpflichtung des Millernton sich an dieser Diskussion zu beteiligen. Auch wenn die überhaupt keinen Bock macht.
Word! Danke!
Moin, grundsätzlich finde ich es gut, alles was so passiert ist hier nochmal runter zu schreiben. Danke Tim. Einige Sachen waren für mich neu und werfen dann doch Fragen auf (vorsichtig formuliert). Nur bei dem verlinkten Instagram Post von fcsp4tss musste ich kurz schlucken. Hier hätte ich mir eine differenzierte Erläuterung gewünscht, warum u.a. der erwähnte Sam Venton antisemitisch sein soll. „Jackson Irvine im antisemitischen Sumpf, Teil1“ ist mir dann doch zu reißerisch. Ich habe mir dann selbst mal versucht ein differenziertes Bild zu machen und habe anhand eines Postings von Sam Venton erkannt, dass er u.a. das Vorurteil/den Mythos/die Verschwörungstheorie bedient, dass Jüdinnen und Juden die Finanzen und Banken beherrschen. Es wird der Name „Rothchild“ erwähnt. Weiter habe ich dann eigentlich nicht mehr geguckt, da mir das dann schon reicht… Solche Dinge sind dann für mich schon klar antisemitisch, da es dazu dient, Jüdinnen und Juden für alles schlechte dieser Welt verantwortlich zu machen. Die Nationalsozialisten haben u.a. genau dieses Vorurteil dafür verwendet Ihren Hass gegen Juden zu begründen und letztendlich den Massenmord zu begehen… ich weiß, sollte klar sein. Wollte es nur nochmal für die Leute erwähnen, die hier was von „Meinungsfreiheit“ und „Jackson ist halt ein politischer Mensch“ schreiben.
Dass Jackson Irvine und seine Frau dann genau mit solchen Menschen „herum hängen“ ist dann als Spieler und Repräsentant des FC St. Pauli meiner Meinung nach höchst kritisch zu bewerten. Dass Sam Venton sogar einen Fanclub hat, ist dann noch eine weitere Baustelle für den Verein, die man ggf. mal angehen sollte.
Kleine Richtigstellung zu meinem Kommentar: Du (Tim) hast Sam Venton ja in Deinem Artikel nicht als antisemitisch bezeichnet, sondern erwähnt, dass er mehrfach durch irritierende Posts zum Nahost-Konflikt auffiel. Also wäre es meinerseits besser gewesen zu schreiben, dass ich mir eine kurze Erklärung gewünscht hätte, warum diese Postings irritierend sind… sorry für diese Unschärfe in meiner ersten Formulierung.
Es ist der 28. Mai 2026 und die Uhr zeigt 10:38 und wir haben immer noch keine Entscheidung in der Trainerfrage. DAS BEWEGT MICH AM MEISTEN und die Angst auf eine Horrorsaison in der 2. Bundesliga.
Die Causa Irvine interessiert mich mittlerweile einen Scheißdreck und die Masse der Fans haben eh eine andere Meinung als die Dauerkorrekten Linken.
Jetzt zum Thema:
Mein Trainerwunsch ist Horst Steffen !
Dude, bist du überhaupt beim richtigen Verein? Klingt fast so, als wolltest du behaupten, der Verein bestünde nur aus rechten Fans und ein paar linken verstrahlten 🤣
Ich habe bisher keine nennenswerte Statistik gesehen, die ein Stimmungsbarometer hins. Jackson untersucht, aber teil sie doch gerne, hätte gerne gesehen, wo „die Masse“ sich sieht.
Schnullerbacke, oh ha, da haste es mir aber gegeben.
Wäre ich interessiert daran, dies zu tun, hätte ich das wohl gemacht. Ich will nur dazu anregen, nicht von hypothetischen Mehrheiten zu schwafeln, die man nicht kennt. Nur weil die Leute im Block um dich herum, das ganze unkritischer sehen, spricht das nicht für den ganzen Verein oder Fans. Wissen wir halt nicht. Sprich doch einfach nur für dich.
die Fans haben die Antwort lange gegeben. Bei seiner ersten Einwechslung nach dem Aufkochen der Diskussion donnerte ein „Fußballgott“ aus tausenden Kehlen. Meine war nicht dabei, aber das Vorum war an diesem und den folgenden Spieltagen vollkommen eindeutig. In meinem Umfeld sehen ihn viele kritisch, einen klaren Antisemiten sehen aber vielleicht ein paar Dutzend Menschen unter den Fans in ihm.
Das ist der Beweis.
Kommen eigentlich noch Analysen der Leistungsdaten von den anderen Spielern? Oder wurde das Pulver an Jackson verbraucht.
DIY
„Burgfrieden“ klang gut. Dabei hätte man es belassen sollen.
Wenn Bornemann meint, Jackson wäre ein Teil des Abstiegs, dann ist Bornemann mit Sicherheit genauso einer! Ein sehr unglücklicher und überflüssiger Kommentar. Sich nach einer derartigen sportlichen Talfahrt auf allen Ebenen zu hinterfragen, ist doch jetzt das absolute Gebot der Stunde.
Yup, das Englische Satz von Jackson, „We need to take a deep look at ourselves and our structure from top to bottom….blah blah blah,“ ist ein ganz normale Weg zu sagen, wir als Verein sind für unsere Versagen verantwortlich und wir müssen uns genau im Spiegel gucken. Bornemann – Sport Director von ZWEI Abstiege (1. Herren und U23) – hätte nur „Er hat recht – wir alle inkl. Jackson und ich“ sagen sollten. Er hat zwei Teams nicht ganz gut aufgestellt.
Ich bin ja eher der Typ, der gerne in seiner rosaroten Wolke sitzt und zufrieden vor sich hin grinst.
Aufstieg, Meisterschale, zwei Dudes, die ihr Bier aus Turnschuhen trinken. All das war meine Welt.
Ich erinnere mich auch gerne an das Trainingslager in Scheffau. Damals verließ ein total abgekämpfter Typ den Trainingsplatz und brauchte 45 Minuten für die 50 Meter, die ihn von der erfrischenden Dusche trennte. Jeder verschissene Selfie-Wunsch wurde erfüllt. Immer lächelnd. Immer gut gelaunt.
Während Saad sichtlich genervt ins Hotel stapfte, stand Jackson Irvine cool in einer Menschentraube. Verteilte Shake Hands und ließ sich ablichten. Man sah schon von weitem: Dieser Mensch ist für das Fußball-Star-Ding geboren.
Ich erinnere mich auch noch genau, dass eine Person sehr gerne ein Foto mit Jackson und der australischen Flagge gemacht hätte, was dieser vehement aber freundlich ablehnte. Die australische Flagge wurde durch eine St. Pauli-Fahne ersetzt und die Knipserei konnte weitergehen.
Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das damals nicht beeindruckt hätte.
Als ein Jahr später die Israel-Palästina-Diskussion los ging, war ich dann echt angenervt: „Warum nur müssen die jetzt mit aller Gewalt diese fucking Gewitterfront in mein rosarotes Zuckerwatte-Haus blasen?“
Sorry Leute, aber mein abgebrochenes Politik-Studium reicht einfach nicht aus, um mich in diesem Konflikt auch nur ansatzweise so zu positionieren, dass es der Sache gerecht wird.
Ich bin nicht der Typ, der sich stramm hinter eine Fahne stellt. Ich muss weder einer rechtsgerichteten israelischen Regierung bedingungslose Solidarität zusichern noch irgendeine Form von Hamas-Romantik entwickeln.
Meine Verpflichtung vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte sehe ich eher darin, beim Thema Antisemitismus genauer hinzuschauen und vielleicht eine Minute länger darüber nachzudenken, wo legitime Kritik an der Politik Israels endet und antisemitische Ressentiments anfangen.
In der Diskussion im letzten Jahr musste ich lernen, dass das im Detail gar nicht immer so einfach ist, wie es den Anschein hat.
Aber zurück zu Irvine:
Als dieses Foto mit dem Palästina-Shirt auftauchte, hat das meine Welt ganz schön aufgerüttelt. Das schlimme war nicht das T-Shirt selbst. Als kleiner Punker verfügte ich über eine sehr gut sortierte Sammlung von provozierenden T-Shirts.
Mein größtes Problem war der Umgang mit dem Thema im Anschluss.
Es hätte mir vollkommen gereicht, wenn ich danach ein Statement gelesen hätte, in dem er gesagt hätte: „Sorry, ich wollte mit dem Shirt meine Solidarität mit Palästina ausdrücken. Aber natürlich sollte das nicht den Eindruck erwecken, dass ich das Existenzrecht von Israel in Frage stelle.“
Aber wie Tim schon schrieb: Dieses Statement kam nicht.
Stattdessen bekam das Bild, das ich von Jackson Irvine hatte, in der Folge ziemlich deutliche Risse.
In genau dieser Zeit hätte ich mir gerne ein Bild von der Meisterfeier geklickt. Ich hab hier einfach den perfekten Platz an der Wand und dieses Bild mit Irvine und der Meisterschale würde einfach zu gut passen.
Aber irgendwie hat das ganze ein Geschmäckle bekommen und so ist die Wand immernoch kahl.
Und dann kam endlich der Burgfrieden.
Ja, es gibt schon auch Vorteile, wenn man so weit vom Millerntor weg wohnt.
Man sieht keine Sticker, die irgendwo verklebt werden, man führt vielleicht etwas andere Diskussionen, als wenn man vor Ort das ein oder andere Detail mitbekommt, das nicht durch die Presse geht…
Ich für meinen Teil habe die Zeit des Burgfriedens jedenfalls genutzt, um zufrieden festzustellen, dass die Mannschaft besser spielt, wenn Irvine auf dem Platz steht und mir einzubilden, dass das alles bestimmt nur ein ganz großes Missverständnis war.
Und dennoch passierte genau das, womit man irgendwie rechnen musste: Erst der Abstieg und dann poppen die Themen wieder auf, die man während der Saison so wunderbar unter der Decke gehalten hat.
Umso dankbarer bin ich Tim für diesen Artikel. Eben auch, weil nicht nur auf die politischen Aspekte, sondern auch auf die menschlichen und sportlichen Bereiche eingegangen wurden.
Genau das habe ich gebraucht, um mich emotional für die nächsten Tage und Wochen zu rüsten.
Und was lernen wir aus diesem ganzen Mist?
Das Oke vor vielen Jahren doch Recht hatte.
Ich weiß noch, wie ich mich damals geärgert habe, als die Rückennummern 17 und 21 kommentarlos vergeben wurden und Oke lapidar meinte, dass zum FC St. Pauli kein Starkult passe.
„Wie kann er so was sagen?“, habe ich mich damals gefragt. Das war doch gerade so schön, als der Thees mit dem Boll und der Klampfe ums Stadion gelaufen ist, alle geheult haben und die Süd ihr ACABAB-Plakat ausgerollt hat.
Aber scheiße. Heute muss ich leider erkennen, dass die Welt eben nicht aus rosa Zuckerwatte gebaut ist. Dass man im Stadion zwar von Fußballgöttern singen kann, die Typen auf dem Rasen am Ende aber genauso Menschen sind wie wir Freds hier — die mal schlaue, mal äußerst dumme Kommentare schreiben.
Amen 🙏🏻
Sehr schön geschrieben!!!
Trifft sehr meine Gefühls- und Gedankenwelt!
Und trotzdem erhalte ich mir ein bisschen Zuckerwatte. Ich finde es absolut richtig, Solidarität mit den leidenderen Palästinensern zu zeigen, und die Staatsführung Israels zu verurteilen, für ihr maßloses Vorgehen. Genauso sollte man aber auch die terroristische Hamas verurteilen, die an dem Leid der Palästinenser ebenso schuld ist und nicht die Juden und alle Israelis für das vorgehen Ihrer Staatsführung verurteilen. (Ich schweife ab).
Will sagen: Irvines Aktionen fehlt die Einordnung und Distanzierung vom Antisemitismus. Das sehe ich auch so. Ein Fehler. Vielleicht liegt dies aber auch daran, dass er nicht den deutschgeschichtlichen Backround hat und ihm somit das Gefühl für die Sensibilität dieses Themas speziell in Deutschland fehlt. Ich denke nicht, dass Irvine generell antisemitisch denkt, alle Juden und Israelis verurteilt oder ablehnt. Das möchte ich vor dem Hintergrund, wie er sonst auftritt, welche Werte er vertritt, etc. mal annehmen.
Fehlt eine Einordnung, ein Statement? JA. Ist das ein Fehler und zumindest ungeschickt? Mit Sicherheit. Hat eer sich antisemitisch geäußert? Nein. Sollte man ihn dafür verurteilen? Ich denke: Nein, auch wenn die Kritik am verhalten diesbezüglich erlaubt sein muss.
Abseits davon fand ich seine Aussagen direkt nach dem Abstiegsspiel völlig in Ordnung. Zu sagen, dass sich in dieser Situation ALLE hinterfragen sollten, auf allen Ebenen. finde ich richtig und wichtig. Und es steht dem Kapitän, der Mannschaft meines Erachtens auch zu. Er ist wichtiger Teil der Mannschaft. Nicht verlängerter Arm des Trainers, sondern eher Bindeglied -in beide Richtungen! Es spricht für sich, wenn sich die verantwortlichen Herren „da oben“ reflexartig angegriffen fühlen und nach unten treten. Ein Offenbarungseid.
Sportlich gesehen, hat er mit Sicherheit nicht mehr die große Qualität gebracht und ist von daher auch nur bedingt erstligareif. Durch seinen Einsatz und Impact auf die Mannschaft hat er aber eine sehr wichtige Rolle gespielt und meines Erachtens, die Mannschaft besser gemacht. Durch viele Abgänge und Neuordung wird es nun eine andere Struktur in der Mannschaft geben. Ich denke er wäre eine gute Integrationsfigur für Neue und ein neues Gerüst. Das mögen viele anders sehen, aber ich denke, es braucht genau so Jemanden, bei einem Neuaufbau…
walk on Burgfrieden
FORZA
Du hast vieles wunderbar auf den Punkt gebracht. Dank dafür. Für besonders bedenkenswert halte ich deinen Hinweis, dass Irvine als Australier nie mit dem speziell deutschen Verhältnis zum Staat Israel in Berührung gekommen ist, auch nicht als er in Schottland spielte. Ihm vorzuwerfen, er habe sich nicht von der Hamas distanziert, ist unredlich. Das ist Sprech der israelischen Regierung, mit dem auch eine deutsche Journalistin diffamiert wurde.
Nur mal als Randnotiz: Das habe ich ihm tatsächlich nicht vorgeworfen.
Ich habe eher meine Sicht auf den Konflikt beschrieben und warum ICH als Deutscher von MIR selbst ein gewisses Fingerspitzengefühl beim Thema Antisemitismus erwarte. In keiner Zeile habe ich ihm vorgeworfen, sich nicht von der Hamas zu distanzieren.
Finde ich ehrlich gesagt auch Quatsch. Nur weil jemand den Krieg in Gaza oder das Vorgehen der israelischen Regierung kritisiert, macht ihn das noch lange nicht zum Hamas-Sympathisanten.
Ich vermute allerdings schon, dass Irvine nach dem T-Shirt-Foto erklärt wurde, warum dieses Symbol von manchen Menschen sehr problematisch gelesen wird und welche Assoziationen es auslösen kann.
Und genau da liegt für mich der Knackpunkt: Ich hätte mir im Nachgang einfach eine Einordnung gewünscht. Nicht, weil ich glaube zu wissen, was Jackson Irvine denkt — sondern weil das Ausbleiben einer Einordnung diese ganze Debatte inklusive der Spekulationen am Laufen gehalten
Die Aussagen nach dem Abstieg fand ich Anfangs auch noch in Ordnung, je mehr ich sie aus einer anderen Perspektive betrachte, desto heftiger finde ich sie.
Lass uns das ganze Mal in ein anderes Szenario verpacken:
Stell dir vor ein Unternehmen hat kommt in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die unter anderem auch zur Folge haben, dass einige Personen das Unternehmen verlassen muss.
Der Teamleiter des Teams, was vermutlich den größten Einfluss auf die Bilanz des Unternehmens hat, hat alle seine Jahres-Ziele krachend in den Sand gesetzt.
Dieser Teamleiter stellt sich jetzt bei Verkündung der Unternehmenszahlen auf die Bühne und sagt:
Ich werde definitiv auch nächstes Jahr dabei sein.
Außerdem werde ich mit meinem Team hinterfragen, was scheisse gelaufen ist. Das sollten aber auch alle anderen Ebenen des Unternehmens tun.
Mal ganz abgesehen davon, dass es eine Unterstellung ist dass die anderen Ebenen sich nicht hinterfragen, würde jeder Chef sagen: „Freundchen, wir müssen noch ein Mitarbeitergespräch führen und schauen was aus deinen Jahres-Zielen geworden ist. Und welche Rolle Du dann nächstes Jahr spielst und ob Du dann überhaupt noch im Unternehmen bist, das gucken wir dann.“
Meine Meinung? Spieler mit Ecken und Kanten erreichten schon immer mein Herz.