Ende des Burgfriedens?

Ende des Burgfriedens?

Nach einer Saison, in der es auf und neben dem Platz Schwierigkeiten gab, stellt sich die Frage: Wie geht es weiter mit Jackson Irvine und dem FC St. Pauli?
(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Knapp zwei Jahre ist dieser Text alt: „Ich habe sowas noch nie gefühlt“. Die Worte und Szenen von und mit Jackson Irvine kurz nach dem Aufstieg, sie waren besonders, rührten zu Tränen. Als Irvine dann knapp zwei Jahre später nach dem Abstieg des FC St. Pauli tränenüberströmt durch die Mixed Zone lief, musste ich unweigerlich wieder an die Szenen nach dem Sieg gegen Osnabrück denken. Und dabei fiel mir wieder auf, dass sich seitdem so einiges geändert hat, auf und neben dem Platz.

Chronik eines Konflikts

Fangen wir mit dem „neben dem Platz“ an: Noch in der Sommerpause, vor Start der Saison 25/26, sorgte Jackson Irvine für einen Aufschrei, als er sich auf einem Festival in einem „FC Palestine“-Trikot ablichten ließ und dies in seiner Instagram-Story veröffentlichte. Das Trikot zeigt den Nahen Osten, allerdings ohne den Staat Israel. Darauf angesprochen erklärte Irvine Wochen später, dass er damit seine Solidarität gegenüber den Menschen in Gaza ausdrücken wollte und bezeichnete die gegen ihn gerichteten Vorwürfe des Antisemitismus als zutiefst verletzend. Zum Existenzrecht Israels bekannte er sich damals nicht. Für Journalist*innen gab es danach keine Gelegenheiten mehr, ihn auf dieses sensible Thema anzusprechen. Damals im Trainingslager fand die letzte Medienrunde der Saison mit ihm statt, der Kapitän des FC St. Pauli war im Anschluss für Medien nicht mehr verfügbar. Abgesehen von einem Interview mit dem australischen TV-Sender ABC war Irvine nur noch unmittelbar nach Abpfiff für Journalist*innen zu sprechen. Und das ist nun wirklich keine Situation, in der man Spielern Fragen zum Nahost-Konflikt stellt.

Ebenfalls im Sommer 2025 verteilte Jemilla Pir, Irvines Frau, Herzen für einen Boykott-Aufruf gegen das Antira-Turnier. Ende des Sommers teilte Irvine dann ein Video der „SOS Gaza“-Demo in Hamburg. Eine Demo, so hatte es der FC St. Pauli vorher erklärt, bei der auch rechte und verschwörungsideologische Kreise zugegen sind.
Zudem gab es im Frühjahr 2025 Unstimmigkeiten bezüglich einer Werbeaktion von Lemonaid. Im Viertel waren Plakate zu sehen, auf denen Irvine für die Marke ChariTea warb. Es gab eine Signierstunde mit Irvine vor der Tabakbörse. Auf dem dazu veröffentlichtem Video wurde auch der FC St. Pauli erwähnt, es entstand der Eindruck, dass Lemonaid Partner des Vereins sei. Das ist aber nicht der Fall. Vielmehr gibt es zwischen Lemonaid und Irvine private Verbindungen. (Er sitzt übrigens zukünftig im Aufsichtsrat des Unternehmens.) Eine Partnerschaft mit dem FCSP wurde zwar verhandelt, nach dieser Aktion aber abgesagt, wie das Abendblatt (€) berichtete.
Ein weiteres Beispiel, dass Profifußballer auch fernab des Vereins Werbeträger sind, gab es beim Derby-Hinspiel Anfang der Saison 25/26 zu sehen, als Irvine nicht im Kader stand, aber in Adidas-Klamotten auf der Auswechselbank saß. Womit er dann eher große Ähnlichkeiten mit Spielern des Gegners hatte, da der HSV von Adidas ausgerüstet wird, als als Teil des FCSP (Puma) wahrgenommen zu werden.

Burgfrieden ab Herbst 2025

Im Herbst 2025 erreichte der Streit zwischen Irvine und Pir auf der einen und dem FC St. Pauli auf der anderen Seite dann seinen unrühmlichen Höhepunkt. Pir machte via Instagram (wurde uns über Eck mitgeteilt, da die meisten Mitglieder des MillernTon von ihr auf Instagram geblockt wurden) darauf aufmerksam, dass Aufsichtsratsmitglied René Born unter einem ihrer Postings zwei Kommentare hinterlassen habe. Er schrieb: „Niemand ist größer als der Klub.“ und zwei Tage später fügte er dann hinzu: „Das ist unser Club, nicht deiner. Du wirst in wenigen Monaten weg sein und für einen Euro mehr woanders spielen. Wir werden immer hier sein, während du nicht mehr als eine Fußnote bist.“
Öffentliche Eskalation war also angesagt. Zwar versuchte Oke Göttlich, die Wogen zu glätten („Wir sind ein eingetragener Verein und kein Instagram-Kanal“), doch der Konflikt hatte es nun endgültig auf die große Bühne geschafft und war längst vereinsschädigend. Born ist weiter Teil des Aufsichtsrats, wurde für seine Kommentare vom Ehrenrat aber sanktioniert. Pir und Irvine – die die Kommentare und den Realnamen René Born veröffentlichten und damit ein massives mediales Echo erzeugten, obwohl es im Hintergrund bereits Gespräche dazu mit dem Verein gab – unseres Wissens nach nicht.

Seit dieser Zeit ist es stiller geworden in diesem Konflikt. Zumindest öffentlich, denn auch weiterhin machen Gerüchte um viele Aktivitäten Irvines neben dem Platz die Runde. Eine davon machte er dann selbst öffentlich: Ein in diesem Frühjahr veröffentlichtes Video zeigt Irvine, wie er einen Sticker mit der Aufschrift „Sankt Pauli Fans Against Genocide“ verklebt. Der Betreiber der Bar, in der er diesen Sticker verklebte, fiel in den Sozialen Medien mehrfach durch irritierende Posts zum Nahost-Konflikt auf, wie der Instagram-Account „fcsp4tss“ aufzeigte. Dieses Posting zeigte erstmals seit Herbst, dass der Burgfrieden bröckelt. Damals hatte Oke Göttlich auf der Mitgliederversammlung betont, bei Irvine „keinerlei menschenfeindliche Einstellungen“ ausgemacht zu haben und damit versucht, den Fokus zu verschieben, um sich auf das sportliche Geschehen konzentrieren zu können. Mehr als dieser Burgfrieden schien nicht möglich zu sein, der Verein sah sich nicht imstande, diesen Konflikt (öffentlich) zu führen. Anders ist das Verhalten des Vereins in dieser Thematik nicht zu erklären. Denn der FC St. Pauli schwieg zumeist stoisch zu dem Thema, schien es aussitzen zu wollen. Vermutlich wohlwissend, dass der Konflikt nicht durch Gespräche zu lösen ist, weil viele davon bereits ins Leere führten.

Individuell schwach, aber wichtig für das Team

Also los, Fokus auf den Platz: Jackson Irvine hatte bereits in der Saison 24/25 mit Schmerzen gespielt, wie Alexander Blessin damals kurz vor der Winterpause erklärte. Irvine ist, wie auch in der vergangenen Saison, bereit gewesen, für den FC St. Pauli über Schmerzpunkte hinauszugehen. Wer das nicht glaubt, erinnere sich bitte an die Partie des FCSP gegen Werder Bremen in dieser Saison, als Irvine sich in den kleinen Unterbrechungen der Partie sichtbar über den Platz schleppte, humpelte. Dass Spieler über Schmerzpunkte hinaus weitermachen, ist natürlich nichts, was unreflektiert abgefeiert werden sollte. Aber es zeigt die Bereitschaft von Irvine, auf dem Rasen alles zu geben. In der Vorsaison endete der Raubbau am eigenen Körper nach dem Auswärtssieg in Kiel, als der FC St. Pauli den Klassenerhalt mehr oder weniger dingfest machte. Im Anschluss verkündete der Verein, dass sich der Kapitän schwer verletzt habe. Ermüdungsbruch im Fuß, eine klassische Verschleißerscheinung.

Im Spätherbst kehrte Jackson Irvine, der vor der Saison von Alexander Blessin erneut zum Kapitän des Teams ernannt wurde, dann wieder auf den Rasen zurück. Und sorgte mit den Aussagen nach seinem ersten Startelfeinsatz (in der Hinrunde bei der 0:1-Niederlage gegen Union Berlin) für Aufsehen, als er deutlich vom Trainer abrückte. Dem Team schien die Rückkehr von Irvine zu helfen. Bis zum 25. Spieltag holte der FC St. Pauli aus den neun Partien, in denen Irvine in der Startelf stand, starke 13 Punkte. Doch Irvines individuelle Zahlen, unter anderem jene, die Bergas Brillianto veröffentlichte, waren äußerst bescheiden. Bergas zeigte aber auch, dass die Anwesenheit von Irvine das Team besser zu machen scheint. Nach Saisonende ist der Blick in die individuellen Zahlen nicht besser: Irvine ist knapp vor Fábio Vieira (HSV) der schlechteste Zweikämpfer auf seiner Position. Vieira kam in der Saison aber auf elf Torbeteiligungen (sieben Treffer, vier Vorlagen). Irvine verpasste es auch in dieser Spielzeit trotz einiger Chancen, einen Treffer in der Bundesliga zu erzielen. Zudem haben nur vier von 49 Spielern auf seiner Position eine schlechtere Passquote vorzuweisen.
Irvine sind der Einsatz und die Bereitschaft anzusehen, er gibt auf dem Platz alles. Und seinen Wert für das Team betonten die Mitspieler des Kapitäns im Verlauf der Saison immer und immer wieder. Aus den individuellen Zahlen lässt sich die sportliche Wichtigkeit von Jackson Irvine aber nicht ablesen. Auch die gute Quote nach Startelfeinsätzen wurde im weiteren Verlauf der Spielzeit massiv zurechtgestutzt: In den neun Partien bis Saisonende mit Irvine in der Startelf kamen nur noch drei Zähler hinzu.

Bornemann kontert Kritik von Irvine deutlich

Im Sky-Interview nach der Niederlage gegen den VfL Wolfsburg erklärte Jackson Irvine dann, dass man sich beim FC St. Pauli nun „auf allen Ebenen hinterfragen“ müsse. Das betreffe sowohl die Spieler, insbesondere auch die „Leader-Gruppe“, aber auch weitere verantwortliche Personen: „Ich hoffe, dass jeder andere im Klub das auch tut und auf deren eigene Rollen schaut, in dem, wo wir jetzt stehen“. Auf diese Worte reagierte Sportchef Andreas Bornemann gereizt. Er erklärte zwei Tage danach, dass Irvine „auch Teil des Abstiegs“ sei und sagte weiter: „Es dürfte auch keinem verborgen geblieben sein, dass das nicht die beste Saison von Jackson Irvine für den FC St. Pauli war.“ Zudem betonte der Sportchef noch, in welcher Rolle er Irvine sehe. Als Kapitän sei es seine Aufgabe, „als verlängerter Arm des Trainers Dinge ins Team hineinzutragen, Neue zu integrieren, Missstände aufzuzeigen und zu korrigieren.“

Genau in dieser Rolle als Kapitän des FC St. Pauli hat Jackson Irvine in dieser Saison womöglich nicht die beste Figur gemacht. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass er durch seine Verletzung sportlich lange zurückgeworfen wurde. Aber wenn die Aufgabe eines Kapitäns ist, dass er neue Spieler ins Team integriert und Missstände im Team aufzeigt, dann ist ihm das in dieser Saison wohl nicht so richtig gelungen. Zumindest ist immer wieder zu hören, dass es im Kader des FC St. Pauli in dieser Spielzeit zu Grüppchenbildung gekommen ist, die Stimmung in der Kabine bei weitem nicht so gut war wie in den Vorjahren. Alexander Blessin sprach das Thema in der Medienrunde nach dem Abstieg an, als er über die Rolle der Führungsspieler sprach: „Der innere Kern, der seit ich-weiß-nicht-wievielen-Jahren zusammenspielt, wie viel Raum gibt er für neue Spieler, für die Entwicklung? (…) In der Analyse müssen wir auch sehen, ob wir in dem Bereich vielleicht etwas aufweichen müssen. Das müssen wir dann auch so hart sagen.“
Zum Vergleich: Nikola Vasilj bezeichnete die nicht vorhandene Grüppchenbildung zu Beginn der Saison 23/24 als große Stärke des Teams, das damals am Saisonende bekanntlich aufstieg. In dieser Saison ist es nicht gelungen, eine Grüppchenbildung zu verhindern, was aber natürlich auch nicht allein dem Kapitän des Teams angelastet werden sollte.

Wie kann es weitergehen?

Zudem hat ein Kapitän eines Profi-Fußballclubs nicht nur diese team-internen Aufgaben. Er repräsentiert den Club auch nach außen und sollte entsprechend möglichst von allen Anhänger*innen des Clubs als Kapitän akzeptiert werden. Im November 2024 betonte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (€), dass der Club und er „dieselben Werte“ teilen. Es ist fraglich, ob er diese Aussage so wiederholen würde. Sicher ist, dass Konflikte bewusst in die Öffentlichkeit getragen wurden. Inwiefern Irvine als Kapitän des Vereins auch dessen Interessen vertritt oder er einfach sein eigenes Ding macht – das ist von außen betrachtet angesichts der letzten 14 Monate schwer zu beantworten. Fernab davon, wie man nun zu den Aktionen von Jackson Irvine neben dem Platz stehen mag, ob man sie gut oder schlecht findet, dürfte Einigkeit darüber herrschen, dass er mit seinem Handeln die Fanszene des FC St. Pauli eher spaltet, als sie zu vereinen.

Jackson Irvine hat kurz nach Abpfiff des Wolfsburg-Spiels erklärt, dass er beim FC St. Pauli bleiben möchte. Dieser Abstieg ist ihm nahegegangen, das war im Anschluss zu erkennen und auch klar zu hören. Andreas Bornemann setzte mit seinen deutlichen Worten in Richtung Irvine dann aber zumindest ein kleines Fragezeichen hinter dessen Verbleib. Sein Vertrag läuft noch bis Ende der Saison 26/27 und ehrlich gesagt dürfte der Markt für 33-jährige Spieler mit medizinischen Problemen nicht gerade attraktiv sein. Warum sollte Irvine, der massiv davon profitiert hat, Spieler des FC St. Pauli zu sein, auch gehen? Zweifelsohne ist er auf St. Pauli heimisch geworden. Und sportlich, siehe Aufstieg 2024, hat er dem FC St. Pauli lange Zeit extrem viel gegeben. Die Situation ist alles andere als einfach.
Wie kann es also weitergehen mit Jackson Irvine und dem FC St. Pauli? Hoffentlich nicht so wie in der letzten Saison.
// Tim

PS: Wir appellieren an die hier grundsätzlich sehr gute Diskussionskultur und würden Euch bitten, in der Sache zu bleiben. Ausführliche Abhandlungen zum Nahost-Konflikt und Antisemitismus helfen in diesem Thema nicht mehr wirklich, die Argumente sind (auch in unseren Kommentarspalten) bereits hinlänglich ausgetauscht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen oder die Kommentare zu diesem Artikel komplett zu sperren.

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5 thoughts on “Ende des Burgfriedens?

  1. Vielen Dank für diese sachliche Darlegung des bisherigen Geschehens, auch wenn natürlich noch ein paar Punkte fehlen. Es wird inzwischen auch sichtbar, wie viele auf Grund des großen Ziels Klassenhalt die Füße Lange still gehalten haben und jetzt nach und nach mit ihrer Kritik an die Öffentlichkeit gehen. Ich hoffe sehr, dass auch dem Verein das nicht verborgen bleibt. Es gibt immer mehr Stimmen und Sticker im Viertel, die sich klar gegen Irvine und Pir positionieren. So langsam kann auch Oke nicht mehr wegschauen und die Dinge schön reden. Positiv auch, dass sich immer mehr Fans gegen die antisemitischen Strömungen im Umfeld erheben, wie z. B. durch die Schalaktion deutlich wird. Bestellinfos übrigens hier:

    tinyurl.com/fghtantisem

  2. Dieser Punkt hier war mir in den bisherigen Analysen zu den Gründen für den Abstieg etwas zu kurz gekommen: „Zumindest ist immer wieder zu hören, dass es im Kader des FC St. Pauli in dieser Spielzeit zu Grüppchenbildung gekommen ist, die Stimmung in der Kabine bei weitem nicht so gut war wie in den Vorjahren.“

    Einerseits würde mich natürlich interessieren, wo, von wem und welcher Form das „immer wieder zu hören“ ist/war. 🙂 Andererseits war gerade das vor allem in der Rückrunde für mich auf dem Platz augenscheinlich. Insbesondere Fujita schien wie ein Fremdkörper, die Spieler auf dem Platz keine Einheit zu sein. Im Gegensatz zum Beispiel zu Heidenheim.

    Dieses Problem ist für mich einer der wesentlichen Gründe gewesen, warum es uns in der entscheidenden Schlussphase nicht gelungen ist, die Qualitätsdefizite über das Team zu kompensieren (eben weil es keines mehr zu sein schien) und zumindest den Relegationsplatz zu erreichen.

  3. Danke Tim für den wichtigen allerdings auch sehr unschönen Artikel.
    egal wo man hinschaut überall Baustellen. und die Irvine Baustelle scheint mindestens genauso groß zu sein wie die Blessin Baustelle.
    ich frag mich nur wer im Verein packt die an?

  4. unabhängig von Jackson Irvine (zu dem ich aus den von dir genannten Gründen eine klare Meinung habe) wünsche ich mir, dass der Verein den Abstieg auch als Chance begreift und auf die, ohne Zweifel, vorhandenen Talente setzt. Und wenn man liest, dass den Talenten oder auch Neuen von „älteren“ Spielern, vielleicht zu wenig Raum gegeben wurde, muss man sich trennen und nach Vorne schauen. Sportlich zu Jackson, ich war schon Mitte letzter Saison und auch diese Saison der Meinung, dass wir sportlich bessere haben. Möchte seinen grundsätzlichen Impact auf das Team aber nicht klein reden. Aber hier ist dann das Thema Raum lassen auch wieder eines.

  5. Zum Thema Israel und Nahost verläuft halt in der Anhängerschaft ein tiefer Graben, den wird man nie mehr überbrücken können. Deshalb stimme ich dem zu, nur die Seite Fussball und Mannschaft zu kommentieren.
    Ja, mir fehlte einfach dieser unbedingte Wille zum Sieg auf dem Platz von der Gesamtheit der Mannschaft.
    Nur wenige von Ihnen sind auf den Platz gekommen, um, ich sag das mal drastisch, „mit Schaum vor dem Mund den Platz umzupflügen“ ! Mal ehrlich, viele von euch, wie auch ich, haben doch selbst schon entscheidende Spiele ausgetragen (noch auf Grand und mit Alustollen) und wissen mit welcher Einstellung man siegen kann. Nur mal so zur Anschauung eine Szene die mich bei einem der letzten Heimspiele zur Weisglut getrieben hat. Nach einem Eckball im gegnerischen Strafraum rollt der Ball langsam Richtung Außenlinie. Unser am nächsten stehende Spieler trabt gemütlich hinterher um einen Einwurf zu machen.
    Statt nun vorher mit Fullspeed den Ball zu erlaufen und mit dem selbigen in voller Geschwindigkeit in den Strafraum zu stürmen und die noch vorhandene Unordnung des Gegeners zu nutzen….trabt dieser „Stürmer“ zum Einwurf. Das ist es was den meisten Spielern oftmals fehlte, Leidenschaft und Hingabe. Gottseidank habe ich solche Zeiten schon am Millerntor erlebt, aber mit dieser Truppe werden wir vergebens drauf warten.

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