Der FC St. Pauli scheitert im DFB-Pokal bei Rot-Weiss Essen, die 1. Frauen holt im ersten Spiel ein Unentschieden und die U19 und U17 feiern Siege. Die Lage am Montag.
FC St. Pauli
Rot-Weiss Essen
Tja, scheiße. Alles.
Ältere Nutzer*innen der Futbology-App hatten wahrscheinlich schon morgens kein gutes Gefühl, als sie an die schlimme 0:6-Klatsche beim VfB Lübeck erinnert wurden, die am 23.08.2002 stattfand.
Alles scheiße.
Die Leistung gestern an der Essener Hafenstraße auf dem Platz war schlicht zu wenig und die Aussage „Wenn wir hier in Führung gehen, läuft das Spiel ganz anders!“ mag zwar stimmen. Aber wir sind halt nicht in Führung gegangen und der Konjunktiv war schon immer der Schutzpatron der Verlierer. Außerdem ehrt es Martijn Kaars, wenn er die Schuld für die Niederlage auf seine Kappe nimmt, aber auch von allen anderen war das einfach viel zu wenig. Und die über 400.000 Euro Prämie (plus Spieltagseinnahmen) für die 2. Runde gibt es nun auch nicht.
Mehr zum Spiel in Tims Analyse.
Wenn Ihr die Spieler benoten wollt, könnt Ihr dies noch bis Mitternacht hier tun.
Das Drumherum
Nach dem Spiel war alles aus St. Pauli-Sicht mindestens genauso scheiße wie schon während des Spiels. Eine kurze Zusammenfassung des Drumherums hatte ich mit Abpfiff veröffentlicht. Zugegeben, in der stillen Hoffnung, dann dieses Spiel schnellstmöglich abhaken zu können.
Wie man aber schon wenige Minuten später mitbekam, erfüllten auch einige RWE-Fans auf der Haupttribüne alle schlechten Klischees über männliche Fußballfans. Eine Mitarbeiterin des FC St. Pauli im Innenraum wurde mit obszönen Gesten bedacht und anschließend auch noch verbal übelst sexistisch beleidigt. Schlimm, dass es das 2026 immer noch gibt und diese Männer wahrscheinlich noch nicht mal ein Unrechtsbewusstsein für ihre sexistische Scheiße haben. Volle Solidarität mit jenen, die so etwas über sich ergehen lassen müssen.
Für die mit dem Sonderzug angereisten Fans ging es auf der Rückreise leider auch nicht besser los. Ärger mit der Polizei am Bahnhof und dann das lästige Warten darauf, dass der Zug endlich da ist und man endlich abfahren kann. Ich hoffe, zumindest die Rückfahrt selbst verlief dann ohne weitere Vorkommnisse.
Trikots
Ein ehrliches „Das dritte Trikot dürft ihr nicht anziehen, das sieht einfach zu scheiße aus!“ wäre vielleicht diskutabel gewesen und der DFB darf sich natürlich in Geschmacksdingen nicht äußern – aber was da jetzt passiert ist, ist schon hochgradig albern. Weil die mintgrüne Hose zu Verwechslungsgefahr mit den weißen Hosen von RWE hätte führen können, wurden diese dem FCSP untersagt, der dann seinerseits auch nicht mit braunen Hosen zu jenem Trikot antreten wollte. Also ging man davon aus, mit braunen Hosen und dem weißen Trikot spielen zu dürfen. Laut MOPO wurde dies aber im Vorfeld auch untersagt, weil es mit den roten RWE-Trikots kollidierte – und so spielte man in Braun! Was dem Rot viel ähnlicher war, für mein Farbempfinden zumindest.
Verstehe ich nicht… bin ich aber wahrscheinlich auch nicht der Einzige.
Weitere Links
- Highlights: Sportschau
- Bericht Abendblatt
- Bericht MOPO
- Bericht kicker
- Bericht und Fotos: fcstpauli.com
- Stimmen zum Spiel: fcstpauli.com
Jannik Robatsch
Im Juni 2025 kam Jannik Robatsch im Paket mit Simon Spari von Austria Klagenfurt – doch während bei einem Ersatztorhüter geringe Einsatzzeit durchaus eingeplant ist, dürfte sich Robatsch doch etwas mehr als 19 Kadernominierungen ohne jede Einsatzminute erhofft haben. Immerhin 16 Spiele bei der U23 (inklusive der aktuellen Saison) durfte er machen, jetzt aber soll es für ihn beim SK Beveren in der 1. Liga Belgiens auf höherem Niveau weitergehen.
Und ich kann hier immerhin wieder die „Leihspieler-Watch“-Rubrik befüllen.
Mathias Pereira Lage
Mathias Pereira Lage ist seit April am Knie verletzt und eine Rückkehr auf den Rasen ist aktuell noch nicht seriös absehbar. Letzte Woche schaute er zumindest mal für die Autogrammjäger*innen beim Training vorbei und im Abendblatt (€) lässt sich nachlesen, wie der Stand denn so ist. Die Kurzfassung: Marcel Rapp ist beeindruckt vom Offensivspieler und dieser ist zumindest gut im Plan seines Reha-Trainings. Ein Comeback noch in diesem Kalenderjahr ist aber eher fraglich.
Lage des Pokals
Nur ein Heimsieg am Freitag und Samstag – das Ausscheiden des FCSP kündigte sich quasi schon früh an. Murphys Law und so. Wenn es ein Fettnäpfchen gibt, treten wir zielsicher rein.
Freitag
Der Freitag stand, wie schon vorher zu erwarten, im Zeichen des Spiels zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern. Ein martialisches Betreten des Gästeblockes mit viel Pyro, beeindruckende Choreo auf Heimseite und ein Marlon Ritter im Trikot der Roten Teufel, der exakt den kompletten Fußball-Asi darstellt, den man im eigenen Team feiert und beim Gegner hasst. Dies alles gipfelte nach 90 torlosen Minuten in einer Rudelbildung, vielen geschmissenen Gegenständen auf die Gästebank, Pyro-Geschossen aus dem Gästeblock auf die Haupttribüne, einem versuchten Platzsturm, Polizei auf dem Platz inklusive Reiterstaffel, 30 Minuten Unterbrechung – das volle Programm.
Ein schöner Schlenzer von Ibrahim Kanaté in der 120. Minute brachte den Gästen dann den Sieg und die neutralen Zuschauer*innen um das Elfmeterschießen.
Samstag
Ungewohntes Bild für viele sicher, ein ausverkauftes Millerntor ohne Beteiligung des FC St. Pauli zu sehen. Der Lüneburger SK empfing Werder Bremen und neben den 9000 Tickets für die eigenen Fans reisten die Bremer*innen mit 20.000 Leuten an, die die komplette Süd und Gegengerade füllten – mal abgesehen von der Anzahl sicher etwas, was man nicht bei jedem anderen Verein so praktizieren könnte. Sportlich war es wenig spektakulär, das Spiel endete 0:3 (0:1).
Den einzigen Heimsieg des Tages erzielte die SG Sonnenhof-Großaspach gegen Arminia Bielefeld. Nach bereits gutem Auftritt in der regulären Spielzeit stand es 2:2, damit ging es nach der Verlängerung auch ins Elfmeterschießen – und während die SG alle drei Elfmeter verwandelte, versagten bei Bielefeld komplett die Nerven. Die ersten beiden Schüsse hielt Großaspachs Torwart Reule, der dritte Elfmeter ging über das Tor. Das Heimteam von Andrea Bergs Ehemann zieht damit zum ersten Mal in die 2. Runde des DFB-Pokals ein und ich denke, wir sollten zur Feier des Tages alle einmal „Ja, ich will“ in der Dorfklub-Version singen.
Hertha BSC (beim 1. FC Saarbrücken) und der 1. FC Nürnberg (bei Viktoria Köln) hingegen mussten bei Drittligisten ebenfalls ins Elfmeterschießen, konnten dies aber erfolgreich gestalten und so in die nächste Runde einziehen.
Sonntag
Der Spieltag begann mit einer Überraschung: Der SSV Jeddeloh II konnte den 1. FC Heidenheim mit 5:2 (3:1) ausschalten. Knackpunkt nach einer starken ersten Halbzeit sicher die 58. Minute, als Budu Zivzivadze einen an ihn selbst verschuldeten Foulelfmeter verschoss, der sonst den 3:2-Anschluss bedeutet hätte.
Montag
Heute finden noch drei Spiele um 18.00h statt (u.a. SC Verl – Hamburger SV), ehe um 20.45h unser letztjähriger Erstrundengegner Hallescher FC den FC Schalke 04 empfängt.
Dieses Spiel wird live in der ARD übertragen.
FC St. Pauli von 1910 e. V.
Regionalliga Nord (m)
1. Frauen mit Punkteteilung gegen SpVg Aurich
Der erste Punkt der neuen Regionalliga-Saison ist eingetütet, nach zweimaliger Führung hatte man sich aber wohl beim FCSP zwischendurch mehr erhofft. Direkt nach Wiederbeginn allerdings konnte Aurich zum zweiten Mal ausgleichen, das 2:2 war dann gleichzeitig auch der Endstand. Der Bericht des Teams folgt. // Instagram
Weiter geht es am kommenden Sonntag bei VfL Wolfsburg II, die gestern beim Walddörfer SV ebenfalls mit einem 2:2 in die Saison starteten.
Blindenfußball
Eine FCSP-Co-Produktion (Instagram-Reel) sorgte am Samstag für großen Jubel im Nationalteam.
Zunächst hatte man am Freitag das Platzierungsspiel gegen Rumänien mit 4:1 für sich entschieden. Hier erzielten neben Doppelpacker Jonathan Tönsing (BVB) auch Rasmus Narjes und Natan Werner je ein Tor.
Damit hatte man das Spiel um Platz 5 gegen Spanien erreicht. Dies konnte man dann am Samstag mit 1:0 für sich entscheiden, einen Pass von Narjes verwandelte Werner dabei souverän zum umjubelten Goldenen Tor des Tages. Damit ist die Qualifikation für den „Intercontinental Cup“ sowie die „European Para Championships“ 2027 gelungen – und die Chance auf die Paralympics 2028 in Brasilien gewahrt.
Wie viel Pech man bei der Gruppenauslosung hatte, zeigt sich unter anderem daran, dass beide Gruppengegner (England und Frankreich) auch ihre Halbfinals gewannen und ins Finale einzogen. Gegen England hatte das Team Unentschieden gespielt, gegen Frankreich nur knapp mit 1:0 verloren. Mit diesem Ergebnis holte Frankreich sich jetzt auch den Titel.
DFB-Nachwuchsligen
A-Jugend
Beim Berliner AK gewann die U19 am Sonntag mit 0:1 (0:0) und bleibt damit Spitzenreiter in der Vorrunden-Gruppe A, mit jetzt sieben Punkten aus drei Spielen.
Torschütze in der 59. Minute war Evens Quasi.
B-Jugend
Starker Auftritt der U17 schon am Samstag: Gegen den Eimsbütteler TV gab es ein zumindest in der Höhe überraschendes 6:0 (3:0). Der ETV, der sich in den bisherigen Spielen mit knappen Niederlagen durchaus achtbar aus der Affäre gezogen hatte, wurde dabei insbesondere in der Anfangsviertelstunde förmlich überrannt – schon nach 16 Minuten stand es 3:0.
Die Tore für den FCSP erzielten Ibrahima Camara, Atakan Zepeta (je 2), Joel Sarkodi und Ivan Maric. Nach fünf Punkten aus drei Spielen geht es am nächsten Wochenende zu Holstein Kiel.
Teqball
Folgender Aufruf der Teqballer*innen erreichte uns, den wir gerne weiterleiten:
Das Jugendteam unserer Teqball-Sparte sucht ab sofort Verstärkung! Werde Teil des größten und erfolgreichsten Teqball-Teams Deutschlands. Bei uns hast du die Möglichkeit, in Braun und Weiß bei nationalen Turnieren wie den Deutschen Meisterschaften anzutreten und gleichzeitig mit einigen der besten Teqball-Spieler*innen Deutschlands zu trainieren.
Wenn du zwischen 12 und 17 Jahre alt bist und vom Fußball bereits etwas Ballgefühl mitbringst, bist du bei uns genau richtig. Probier Teqball aus, verbessere deine Technik an der Platte und entdecke eine Sportart, die Geschicklichkeit, Kreativität und Spaß miteinander verbindet.

Trainiert wird derzeit mittwochs von 17 bis 19 Uhr in einer Schule direkt auf St. Pauli. Du hast Interesse, kannst aber mittwochs nicht? Melde dich trotzdem gerne bei uns! Wenn genügend Interessierte zusammenkommen, möchten wir einen zusätzlichen Trainingstermin anbieten.
Dass sich das Training lohnt, zeigte zuletzt unser Jugendspieler Joona (15) bei den Deutschen Meisterschaften. Er gewann in den Jugendkategorien gleich zwei Bronze-Medaillen und überzeugte auch bei den Erwachsenen. Sowohl im Herreneinzel als auch im Herrendoppel mit seinem Coach Tom überstand er die Gruppenphase und erreichte jeweils die K.-o.-Runde.
Wir haben dein Interesse geweckt? Dann melde dich gerne per E-Mail an fcsp.teqball@gmail.com oder schreib uns auf Instagram unter @fcsp_teqball. Wir freuen uns auf dich!
Döntjes
Zu guter Letzt
Latte, linker Pfosten, rechter Pfosten, gehalten… wenn man schon kein Glück hat, kommt manchmal eben auch noch das Pech hinzu. // Instagram
Forza St. Pauli!
// Maik
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