Zum Sportlichen wird es die gewohnte Analyse noch geben. Hier vorab ein Kurzbericht, was man rund ums Stadion so erleben konnte – und warum eine Antwort auf dem Platz schon schön gewesen wäre.
Titelfoto: Christof Koepsel/Getty Images via OneFootball (Verpixelung durch uns)
Ganz kurz vorab doch etwas Sportliches: Puh… das war schon erschreckend wenig. Und sowas ist aus Fansicht natürlich immer nochmal ärgerlicher, wenn es bei einem Verein wie RWE passiert, den man auf der Sympathie-Skala eben nicht sonderlich weit oben ansiedelt.
Auch Tim braucht wahrscheinlich etwas, um das zu verarbeiten. Um ihm diese Gelegenheit zu geben, hier ein paar Beobachtungen aus Essen selbst. Ich bin allerdings nicht mit dem Sonderzug hin- und zurückgereist, da ich nach dem Spiel noch auf die Pressekonferenz ging.
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Oldschool Fußball Hafenstraße
Dass dies kein „normaler“ Pokalauftakt (Profiteam bei Dorfklub) wird, war vorher klar. Dies war ja auch sowohl von Tim („RWE, Rechtsextreme & Widerstand“) als auch von Nina („RWE: Verein und Fanszene“) schon thematisiert worden. Der Vergleich zur letzten Saison und dem Spiel beim Halleschen FC drängte sich auf. Wobei RWE ganz sicher schon auch vom Klang her nochmal etwas ganz… nun ja, „Eigenes“ ist.
Wenn man wie ich vor dem Spiel die Muße hatte, sich einfach mal eine Stunde in Stadionnähe hinzustellen und das vorbeiströmende Heimpublikum zu beobachten, fielen zwei Dinge auf.
Erstens: Sehr viel Rot – wenig überraschend. Und dabei eben auch im absolut überwiegenden Teil Trikots oder rote Shirts mit Vereinsbezug. Bei allem, was man an RWE und seiner Fanszene kritisieren mag, muss man halt auch immer wieder in Erinnerung behalten, dass es für ganz viele Menschen eben einfach auch „nur“ ein Fußballverein ist, zu dem viele eine sehr emotionale Verbindung haben.
Zweitens aber auch immer wieder komplett schwarze „Scheiß St. Pauli“-Shirts, die offenbar in großer Auflage hergestellt und teils für ganze Gruppen als Kleidungsstück dienten. In Ermangelung von Shirts taten es sonst aber auch viele Aufkleber mit der gleichen Aufschrift, mit denen man die Shirts vollkleistern konnte. Schon immer wieder bemerkenswert, wie viel Abneigung man anderswo erzeugt.
Auch die weinroten Pokal-Shirts der Westtribüne, die (sicher nur ganz zufällig) auch noch schwarz-rot-goldene Ärmel hatten, waren zahlreich vertreten. Immerhin: Auch hier ist nicht alles schlecht, wie ja auch im Artikel von Tim sowie im „Vor dem Spiel“-Gespräch mit der „Rot-Weissen Solidarität“ klar wurde. Gerade die Gruppen, die sich in diesem Umfeld für Vielfalt engagieren, brauchen jede mögliche Unterstützung. Und vielleicht hängt das „RWE-Fans gegen Rassismus“-Banner dann irgendwann nicht mehr auf der Haupttribüne ganz außen hin zum Gästeblock, sondern irgendwann auch in der Heimkurve.
Der Gästeblock ließ zur Begrüßung dann auch ein lautes „Nazischweine“ erklingen, gefolgt von einem „Nie! Nie! Nie wieder Deutschland!“.
Ansonsten wurde das vor Spielbeginn präsentierte Motto „Oldschool Fußball Hafenstraße“ konsequent mit Leben gefüllt. Die gegnerische Mannschaftsaufstellung konsequent mit „Arschloch“-Rufen bedenken, beim Torwart-Abstoß „Arschloch, Wichser, Hurensohn“ – die 90er wären neidisch gewesen.
Tapeten im Heimbereich gab es natürlich auch. Eine nicht jugendfreie Stellungnahme beschäftigte sich mit den internen Problemen bei USP. Weitere Tapeten waren dann teils auch handwerklich so schlecht, dass sie sich nur schwer entziffern ließen.
Im Gästeblock zeigte man sich etwas humorvoller: „Hooligans Bremen nur beim FCSP“ stand dort in grüner Schrift zu lesen, eine Anspielung auf die (inzwischen nicht mehr so aktive) Freundschaft von RWE mit der rechten Hooligan-Gruppierung Standarte bei Werder.
Musik
Es gibt wahrscheinlich auch nur wenige Vereine in Deutschland, die Musik und Fußball so eng verbunden haben, wie RWE. Daher erstaunte es mich zumindest, dass man eine Stunde vor Anpfiff sogar noch ein bisschen (unbewussten) Fanservice für den Gästeblock bot, indem zuerst Rihanna mit „Diamonds“ lief und danach Vicky Leandros mit „Ich liebe das Leben“ gespielt wurde. Danach wechselte es dann aber in die hier wohl übliche Beschallung, und sowohl bei „Sweet Caroline“ als auch (das aufgrund einer Durchsage „leider“ abgewürgte) „Bella Napoli“ traf man ganz offensichtlich auf Zustimmung in der eigenen Kurve.
Als dies dann durch war und die Mannschaften zum Aufwärmen auf den Rasen kamen, begann die Heimkurve sich aufzuwärmen – und deutete schon mal an, was hier an guten Tagen möglich ist. Klar, sehr viel und wiederholtes „Scheiß St. Pauli“, aber man will ja zumindest auch die Klischees erfüllen, nehme ich an.
Das „Oh, RWE“ von Siw Malmkvist ist aber einfach eines der besten Fußballlieder in Deutschland, dies hab ich gerne mal wieder im Original gehört – zugegeben, auf die Einspielung beim Heimtor hätte ich verzichten können.
VAR-Proteste während des Spiels
Was war nicht alles im Vorfeld geschrieben worden. Tennisball-Szenarios wurden heraufbeschworen – die Fanszenen sollten angeblich gegen den (in der 1. Runde nicht eingesetzten) VAR protestieren. Doch anscheinend war das alles nur ein großer Bluff, mit dem man die Verantwortlichen erfolgreich in Unruhe versetzt hatte. Passiert ist zu diesem Thema (fast) gar nichts. Lediglich in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit gab es Tapeten in beiden Kurven, die die Abschaffung des VAR forderten (siehe Titelbild). Dieses war dann wortgleich so auch im Heimbereich zu sehen.
Überhaupt gab es wenig auf den Rängen, was dem DFB-Sportgericht Arbeit verschaffen dürfte, für den Anlass war es auch bei RWE erstaunlich wenig Pyrotechnik.
Und somit endet das Kapitel DFB-Pokal in diesem Jahr für den FC St. Pauli an der Hafenstraße schon in Runde eins.
Sportlich leider verdient, bei diesem „Drumherum“ aber natürlich umso ärgerlicher.
Forza St. Pauli!
// Maik
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Wir waren uns sicher, dass die 2. Tapete im Heimbereich falsch herum gehalten wurde, das konnte nun wirklich niemand lesen.
Ein Tag zum vergessen… Zu den Fans habt Ihr ja schon ziemlich alles gesagt. Könnte die Fanscene den Bundestag wählen, dann wäre aber ganz schnell wieder 1939, mit den blauen an der Macht… Größten Respekt an alle RWE Fans die da gegen halten!
Spielerisch kann ich nicht ganz verstehen, wieso Rapp so spielen lässt. Fujita hat in der letzten Saison gezeigt, dass er einer der Besten Spieler in Braun war und das er noch ein unglaubliches Potential hat. Nicht selten hat er Spieler stehen lassen oder Defensive Balleroberungen gehabt gegen Spieler die 10 mal so viel Wert waren. Wieso wird so ein Spieler so früh ausgewechselt? Klar muss man sagen, dass Fujita aktuell nicht so unglaublich spielt wie in der letzten Saison, aber wieso ist das denn so?? Passt das System nicht zu diesem Spielertyp? Als Zweitligist mit Fujita, Pyrka und Hrgota sollten wir jedes Spiel dominieren.
Und wieso kommt Smith erst gegen Ende rein, ist seine gesundheitliche Situation, sein Trainingrückstand wirklich so stark oder liegt es nur an seinem Wechselwunsch? Auch strategisch macht es kein Sinn die beiden besten und teuersten nicht voll Spielen zu lassen, es ist ja klar wie es sich auf den Marktwert auswirkt.
Moin. Fujita hätte ich noch fruher rausgenommen, das war gar nicht mal so gut. Vielleicht aber hat Rapp gedacht, da kommt noch was.
Ziemlich doof, was dieses Fußballspiel der ersten Herren angeht, An- und Abreise waren allerdings super!
Was haben wir Fans eigentlich verbrochen, dass man uns so behandelt? 6 Monate ohne Sieg. 6 Monate! Es ist zermürbend, für einen Pauli-Fan, diesen sportlichen Downfall mitanzusehen.
Man könnte meinen, Blessin’s langer Arm der Mutlosigkeit hatte heute alle im Würgegriff.
So wie unser Club auftrat. Wird es nicht darum gehen in Liga 2 irgendwas zu holen, sondern möglichst viel Luft vor Tabellenplatz 16 zu bekommen. Man hat immer das Gefühl, jeder Gegner, der ein bisschen kesser auftritt, bekommt sofort die Oberhand, wohlwissend, dass wir momentan nicht in der Lage sind, ein Spiel zu ziehen, geschweige denn einem Gegner mal weh zu tun.. Das war bitter in der Ersten Liga mitanzusehen, aber in Liga 2 ist dies eine sportliche Tragödie, die die geilen Fans nicht verdient haben.
Mittlerweile habe ich langsam körperliche Schmerzen, wenn ich unseren sogenannten Top-Stürmer sehe, wie er serienweise Grosschancen kläglichst versemmelt. Aber auch hinten ist der Abgang von Hauke und Karol nicht ansatzweise kompensiert worden. Und Nemeth ist eben kein Jacko. Es kommen harte – sehr harte – Zeiten auf unseren FC zu.
Es heißt Sankt.
Essen hat halt mehr Geld, da kann man nix machen… 😉
„Hooligans Bremen nur beim FCSP„
Schon jetzt die Tapete der Saison.
Moin, ich möchte kurz was zum Einlass sagen. Insbesondere bei den Dingen, die vorher im Raum standen. Wir sind gleich zur Öffnung rein und ich muss sagen, lange Auswärts nicht mehr so entspannt. Nette OrdnerInnen, eher zurückhaltend und alles ging ganz fix. So sollte es immer sein.