Der FC St. Pauli verliert gegen den 1. FC Kaiserslautern, die 1. Frauen holt einen Punkt in Wolfsburg, die U23 einen gegen Phönix Lübeck und die U19 scheitert im Pokal. Die Lage am Montag.
FC St. Pauli
1:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern
Notenvergabe
Einmal kurz vorab: Unsere Notenvergabe ist online. Wer an dieser zwischen 0.00h und 6.20h teilnehmen wollte, wird festgestellt haben, dass da noch die Aufstellung von letzter Woche hinterlegt war.
Mea culpa, mein Fehler – ich war wohl gestern zu frustriert, um da nochmal dran zu denken, die zu aktualisieren. Die eine bis dahin trotzdem abgegebene Antwort hab ich entsprechend gelöscht.
Bis heute um Mitternacht könnt Ihr noch abstimmen.
Fehlstart
„Fehlstart perfekt“ ist die Überschrift des Artikels, den Nike und Tim gestern schon recht schnell nach Abpfiff fertiggestellt haben, inklusive einiger Statements aus der Mixed Zone.
Die Detailanalyse folgt auch noch, braucht aber noch etwas Zeit.
Schiedsrichter
Alte Regel: Wenn man verliert, gibt es Schiedsrichter-Diskussionen, insbesondere bei Heimspielen.
Ich möchte hier auch für gestern keine Ausnahme davon machen, sondern über Eric Weisbach sprechen. Der hat nämlich aus meiner Sicht eine tadellose Leistung gezeigt. Klare (großzügige) Linie, klare Ansprachen, gute Vergabe der persönlichen Strafen, Zeitspiel durch frühzeitiges Anpfeifen bei Ecken und Einwürfen unterbunden – hat mir sehr gut gefallen.
Darf man auch mal sagen, insbesondere nach Niederlagen.
Weitere Links
- Highlights: Sportschau
- Fotos: Stefan Groenveld
- Bericht: Zaphod Beebleblox
- Bericht: Übersteiger
- Bericht: Abendblatt
- Bericht: MOPO
- Bericht: kicker
- Bericht und Fotos: fcstpauli.com
- Stimmen zum Spiel: fcstpauli.com
Lage der Liga
Freitag
- VfL Bochum – VfL Osnabrück 0:1 (0:1) // Sportschau-Highlights
Daniel-Kofi Kyereh gab sein Comeback im Profifußball. Abgesehen von wenigen Einsätzen für Freiburg II hatte er zuletzt im Februar 2023 auf dem Feld gestanden. Und wie es sich für solch ein positives Ereignis gehört, konnte er dies für sich und die weiteren ehemaligen Kiezkicker Robin Meißner und Trainer Timo Schultz auch mit einem 0:1 (0:1)-Auswärtssieg vergolden. - Eintracht Braunschweig – Hertha BSC 3:5 (2:2) // Sportschau-Highlights
Bevor wir zum wilden Samstag kommen, bot auch der Freitag hier schon ausreichend Spektakel. Besonderes Augenmerk möchte ich bei den Highlights auf den Braunschweiger Torjubel zum zwischenzeitlichen 2:0 legen (2m35s), wo im Hintergrund ein Fotograf steht, der zunächst (sicher unabsichtlich) etwas Speichel ausscheidet und dann auch noch einen Berufstipp zur Mutter des Torschützen platziert. Auch fußballerisch lohnen sich die knapp acht Minuten aber, es sind einige Kuriositäten dabei.
Samstag
Wilder Samstag. Ohne es überprüft zu haben, behaupte ich jetzt einfach mal: Torreichster Samstag in der 2. Liga aller Zeiten (zumindest im Schnitt pro Spiel). 27 Tore in nur vier Spielen.
- 1. FC Heidenheim – Dynamo Dresden 5:3 (0:1) // Sportschau-Highlights
Besonders wild war es dabei in Heidenheim. Sieben Tore in der zweiten Halbzeit, Gelb-Rot, erneute Gästeführung in Unterzahl, Eigentor direkt für Zeiglers Videoarchiv und vier Tore ab der 87. Minute. Alles drin. - Karlsruher SC – VfL Wolfsburg 2:5 (2:3)// Sportschau-Highlights
Unverstanden fühlt sich Fabian Reese, der bei seinem Ex-Klub (der ja zudem auch eine Fanfreundschaft mit der Hertha pflegt) konsequent ausgepfiffen wurde. „Wenn ich mal ganz ehrlich sein darf: Ich bin zwar kein blutjunger Fußballer mehr, sondern 28 Jahre alt – aber ich glaube, jeder sollte sich mal hinterfragen, wenn man von 30.000 Menschen ausgepfiffen wird, was das mit einem macht.“
Wahrscheinlich war aber genau das wohl die Absicht jener 30.000, nehme ich zumindest an. Und das muss man dann eben auch akzeptieren, wenn man vorher bei Hertha stets betont wie toll alles ist, und dann doch trotz weiterer Angebote nach Wolfsburg wechselt und von den „Werten“ dieses Vereins oder Konzerns schwärmt. - Energie Cottbus – SpVgg Fürth 3:4 (1:1) // Sportschau-Highlights
Felix Klaus hat jetzt von den sieben Fürther Toren fünf selbst erzielt und ein zusätzliches Eigentor erzwungen. - 1. FC Nürnberg – Arminia Bielefeld 4:1 (3:0) // Sportschau-Highlights
Sonntag
- Darmstadt 98 – Hannover 96 0:1 (0:0) // Sportschau-Highlights
Eine Rote Karte für eine „Handspiel-Notbremse“ ist immer noch ungewöhnlich – aber hier auch völlig korrekt. Übeltäter Aleksandar Vukotic verschätzte sich in der 20. Minute, Pichler wäre sonst durch gewesen. Aus meiner Sicht eine völlig unstrittige und korrekte Entscheidung, so bitter sie auch sein mag. Doch damit nicht genug, ein weiteres Handspiel brachte 96 den Sieg, denn nach VAR-Eingriff gab es auch noch einen Elfmeter zum einzigen Tor des Tages (Gindorf, 57.). - 1. FC Magdeburg – Holstein Kiel 2:0 (0:0) // Sportschau-Highlights
- FC St. Pauli – 1. FC Kaiserslautern 1:2 (0:1) // Sportschau-Highlights
Die Tabelle
Juhu, Relegationsplatz!
Okay, etwas anders als erhofft, vielleicht… aber es ist ja noch Zeit, zum Glück.
Und im Ernst: Der 1. FC Nürnberg und Hertha BSC sind perfekt gestartet und haben bereits drei Siege auf dem Konto.
Die bisher noch punktlosen Teams vom VfL Osnabrück und Hannover 96 konnten hingegen ihren ersten Saisonsieg einfahren, neues Schlusslicht mit nur einem Punkt ist nun Darmstadt 98.
FC St. Pauli von 1910 e. V.
Regionalliga Nord (m/w)
1. Frauen beim VfL Wolfsburg
Ein Punkt bei Zweitliga-Absteiger VfL Wolfsburg II ist sicher nichts, wofür man sich schämen muss. Ein torloses Unentschieden bringt den zweiten Punkt im zweiten Spiel.
Im Idealfall soll jetzt am kommenden Wochenende der erste Saisonsieg her – um 13.30h geht es am Sonntag gegen Holstein Kiel. Das Team von der Förde ist allerdings bereits mit zwei Siegen gestartet.
U23 gegen Phönix Lübeck
Rückstand, Führung, Unentschieden. So der Spielverlauf der U23 gegen Phönix Lübeck gestern vor 131 Zuschauenden in Norderstedt.
Den Pausenrückstand konnte Wissou Kaba in der 51. Minute ausgleichen, Ammon Moser brachte die U23 dann in der 73. Minute sogar in Führung, doch in der 83. Minute musste man noch den Gegentreffer zum 2:2 (0:1)-Endstand hinnehmen.
DFB-Nachwuchsligen
A-Jugend: DFB-Pokal
Bitteres Ausscheiden für die U19 im DFB-Pokal: Gegen den sehr stark in die Saison gestarteten 1. FC Köln führte man gestern durch ein Tor von Jesper Becker (13.) lange mit 1:0. „Lange“ bedeutet hier, dass erst in der vierten Minute der Nachspielzeit noch der Kölner Ausgleich fiel und es so in die Verlängerung ging.
Hier erzielte der Effzeh in der 110. Minute dann den Siegtreffer zum 1:2 (1:0) n. V.
B-Jugend
Rückstand, Führung, Rückstand, Unentschieden.
Am Ende stand bei Holstein Kiel auch für die U17 ein Punkt, beim 3:3 (2:2) durchlief man dabei ein stetes Auf und Ab.
Mit sechs Punkten aus vier Spielen liegt man jetzt im sehr breiten Mittelfeld der Tabelle.
Fanszene-News
USP
Die Aufarbeitung bei USP zu den in der Sommerpause gemeldeten übergriffigen Vorfällen dauert nach wie vor an. Am Freitag gab es dazu nun eine längere Stellungnahme, die zeigen dürfte, dass man diesen Prozess sehr gewissenhaft führt – in dem Wissen, dass dies für Gruppen anderer Verein ein gefundenes Fressen der Häme ist.
Davon lässt man sich aber nicht abhalten, sondern handelt in der Absicht, die Strukturen dauerhaft besser zu gestalten. // USP
Stadionhymne
Der schon etwas länger von einigen geforderte Song-Contest wird Realität, genauere Infos dazu folgen hoffentlich zeitnah. Da das Ergebnis der Stadionumfrage aber mit der klaren Dreiviertelmehrheit auch einen neuen festen Song forderte, gibt es nun eine Zwischenlösung als Kompromiss mit sogar zwei Songs. „Das hier ist Fußball“ von Thees Uhlmann und „Diamonds“ von Rihanna werden nun vorerst gespielt.
Und klar, „Das Herz von St. Pauli“ ist als einziges Lied vom Songcontest von vornherein ausgeschlossen – weil man das Lied von einem Texter mit NS-Vergangenheit nicht in einem Stadion spielen will, in dem „Kein Fußball den Faschisten“ in großen Lettern auf den Tribünen prangt. // fcstpauli.com
Auf der Gegengeraden war mit der Tapete „Du willst das Herz? Wir wollen Antifaschismus!“ jedenfalls ein klares Statement zu lesen. Auch Stefan Groenveld findet die passenden Worte: „Der Mann, der diese Zeilen geschrieben hat, war Kriegsberichterstatter und verfasste für NS-Propagandamedien menschenverachtende Texte. Wer das Lied heute zurückwill, will es in Kenntnis dieser Tatsache. Das ist der Skandal — nicht, dass ein Lied verschwindet, sondern dass sein Verschwinden immer noch verhandelt wird.“
Ich hoffe, dass der Contest nun schnell auf die Beine gestellt wird – und für mich persönlich kann es dann eigentlich nur L.A.K. mit „Mehr als Fußball“ als Sieger geben. (Ja, der Wahlkampf startet früh…)
Döntjes
Regionalliga-Watch
Regionalliga Nord
Immerhin noch 1921 Zuschauende verloren sich am Samstag an der Lübecker Lohmühle, um den strauchelnden VfB Lübeck im Heimspiel gegen SV Drochtersen/Assel zu sehen. Die rivalisierenden Fangruppen der Marzipanstädter verfolgen das Spiel weiterhin auf getrennten Tribünen.
Doch als wäre das nicht schon alles schlimm genug, kommt nun auch noch sportlich ein Desaster nach dem Anderen hinzu, aktuell liegt man mit zwei Punkten aus sechs Spielen auf dem letzten Tabellenplatz.
Auf der Sonnenseite der Tabelle stehen mit dem VfB Oldenburg und Weiche Flensburg zwei Teams mit je 16 Punkten aus sechs Partien, der VfB zerlegte am Samstag vor 2609 Zuschauenden den gut in die Saison gestarteten Aufsteiger ETV mit 7:3.
Regionalliga Nordost
„Elf?!?“
Falls Ihr nicht ganz so viel Zeit für den kompletten Spielbericht zwischen Chemnitz und Jena habt, scrollt gerne zum Interview mit Jenas Trainer Marco Grote vor, der mit der Nachspielzeit nicht ganz einverstanden war – vorsichtig formuliert.
Regionalliga Bayern
4:0? „Ganz gefährliches Ergebnis“, wissen wir von Ewald Lienen.
Die DJK Vilzing verspielte dies in der Regionalliga Bayern bei Wacker Burghausen mit vier Gegentoren in nur 21 Minuten – und konnte dann doch noch 5:4 gewinnen. Doppeltorschütze Erol Özbay sah bei Vilzing der 89. Minute noch die Rote Karte, der erneute Ausgleich fiel aber nicht mehr. // Wacker Burghausen
Oberliga-Watch
In der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar muss nachgemessen werden.
Tabellenführer TuS Koblenz unterlag nach vier Siegen zum Auftakt zumindest in der Höhe überraschend am Samstag mit 5:1 beim TSV 1881 Gau-Odernheim. Noch am gleichen Tag aber kam die Meldung des Vereins, dass man gegen die Spielwertung Protest einlegt, da die Mindestbreite des Spielfeldes nicht den Vorgaben des Regional-Verbands Südwest entspräche. Diese solle normalerweise 68 Meter betragen, Ausnahmen könnten im Bereich von 60 bis 75 Metern bewilligt werden, so die TuS. Eine erste „Lasermessung“ vor Ort hätte aber nur 52 Meter betragen. Außerdem hätte man schon im Vorfeld des Spiels Bedenken geäußert und die TSV Gau-Odernheim hätte von einer Mindestbreite von 60 Metern gesprochen.
Dies könnte demnächst eine sehr interessante Platzbegehung geben.
Zu guter Letzt
Rocco Reitz erzielt in seinem ersten Spiel für seinen neuen Brauseclub ein Tor gegen seinen Ex- und Ausbildungsverein, Borussia Mönchengladbach. Er hebt, wie medienerprobte Profis das anscheinen so lernen, beim Jubeln entschuldigend die Arme – und macht dann irgendwie doch alles falsch. // Instagram
Forza St. Pauli!
// Maik
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Sehr geile Entscheidungen, die zum Thema Stadionhymne gefallen sind.
Ich finde die Idee einen Contest zu starten (aus dem natürlich „Mehr als Fußball“ als Sieger hervorgehen wird 😉) hervorragend. Auch dass man die Lücke jetzt mit einem Interims-Lied stopft und Diamonds als festen Bestandteil des Vorprogramms etablieren will finde ich großartig.
Klar, Diamonds entspricht nicht meinem persönlichen Musikgeschmack und es ist meiner Ansicht nach auch nicht als Hymne geeignet, aber eine weitere Möglichkeit zum Einsingen zu haben ist sehr begrüßenswert.
Ich übe derweil schon mal ein bisschen lautstark mittugröhlen.
🎵Ich hab Sankt Pauli in meinem Herzen tätowiert.🎶