Mit einem Song-Contest möchte der FC St. Pauli einen neuen Stadionsong finden. Dass es diesen Contest gibt, ist auch ein Eingeständnis – und eine Chance sowieso.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Ein Kommentar von Tim
Mehr als 18 Monate ist es her, dass der FC St. Pauli das Abspielen des Liedes „Das Herz von St. Pauli“ aussetzte. Mehr oder weniger gleichzeitig begann die Suche nach einem anderen Song, der das Potenzial hat, eine Stadionhymne zu werden. Nun scheint es ein klares Ziel zu geben: Der FCSP hat verkündet, dass es einen „St. Pauli Song Contest“ geben wird. Dass dieser stattfindet ist notwendig, aber auch die letzte Patrone in Sachen Hymnensuche.
Vorweg: Es ist gut, dass es jetzt einen Song-Contest gibt. Klarheit, welcher Song nun Hymne wird, wird zwar nicht zur Befriedung aller führen. Aber egal wie, die wird es sowieso nie geben, warum also danach suchen? Mit der Beendigung der Songsuche würde aber Ruhe um das Thema einkehren. Einem Thema, das bereits viel zu lange schwelte, in und um den Verein herum.
Bisheriger Weg erfolglos
Doch dass dieser Song-Contest erst jetzt stattfindet, ist auch ein Eingeständnis. Denn es zeigt, dass ein anderes Vorhaben gescheitert ist. Vor fast genau einem Jahr veröffentlichte der FC St. Pauli einen Text zur Suche nach einer neuen Stadionhymne (Vielfalt statt verordneter Hymne). Darin wurde richtigerweise festgestellt „Kein einzelner Song funktioniert derzeit als Hymne“ und angekündigt, dass im Verlauf der Saison 25/26 unterschiedliche Lieder vor Anpfiff abgespielt werden, verbunden mit der Hoffnung, dass sich dabei ein Favorit herauskristallisiert, der „sich wie von selbst zu einer neuen Hymne entwickelt.“
Doch dieses eigentlich recht logische Vorhaben scheiterte, ehrlich gesagt ziemlich krachend. Unter anderem daran, dass die abgespielten Songs ziemlich stiefmütterlich behandelt wurden (Die Stadionhymne des FC St. Pauli – So ist der Stand). Vor den Heimspielen wurde nicht kommuniziert, welcher Song gespielt wird. Auch wurde er dann einfach abgespielt, es fehlte sogar die Info, welcher Song überhaupt läuft. Es ist wenig verwunderlich, dass sich unter diesen Bedingungen keiner der abgespielten Songs zu einem Favoriten herauskristallisieren konnte. (Edit: Erst im Frühjahr 2026 wurde die Kommunikation angepasst und es wurde im Vorwege kommuniziert, welcher Song zu hören sein wird)
Nach Saisonende gab es dann eine Umfrage zum Stadionerlebnis, bei der unter anderem auch die Suche nach einem neuen Song abgefragt wurde. Auch diese verlief kommunikativ nicht wirklich optimal, schließlich wurden die Ergebnisse, ob sich nun ein Großteil für oder gegen das Abspielen von „Das Herz von St. Pauli“ ausspricht, durchaus unterschiedlich interpretiert. Während unter anderem der FC St. Pauli selbst davon schrieb, dass sich „vier von fünf Befragten nicht für eine Rückkehr von „Das Herz von St. Pauli“ ausgesprochen“ hätten, kamen einige Medien zu einer anderen Schlussfolgerung.
Klarheit gibt es bereits lange, aber erst jetzt eine Entscheidung
Nun macht der FC St. Pauli Nägel mit Köpfen und erklärte im Zuge der Vorstellung des Song-Contests: „„Das Herz von St. Pauli“ wird hingegen nicht mehr am Millerntor gespielt. Auch eine Cover-Version mit neuem Text würde die damit verbundenen Diskussionen und den teilweise erbittert geführten Streit im Verein nicht beenden. Deshalb kann „Das Herz von St. Pauli“ auch in veränderter Form nicht beim Song Contest eingereicht werden.“
Dieser Schritt hat sehr, sehr lange gedauert. Es hätte sicherlich geholfen, wenn die Diskussionen dazu bereits ein Jahr früher beendet worden wären. Möglich gewesen wäre es. Denn vor über einem Jahr wurde das Gutachten über das Wirken von Lied-Texter Josef Ollig veröffentlicht. Spätestens nach der folgenden Diskussionsveranstaltung war klar, dass der Song „Das Herz von St. Pauli“ als Stadionhymne keine Zukunft mehr am Millerntor hat. Der Verein hatte im Februar 2025 erklärt, dass es im Anschluss an diese Diskussionsveranstaltung „eine endgültige Entscheidung über den Umgang mit dem Lied“ geben werde. Doch erst jetzt – sich wie eine Ewigkeit anfühlende 14 Monate später – hat sich der Verein klar dazu geäußert. In den Monaten zuvor schwelte das Thema weiter, Heimspiel für Heimspiel – und nervte nur noch.
Nun kommt aber endlich Bewegung rein. Der „St. Pauli Song Contest“ startet noch im September, es wird eine neue Stadionhymne gesucht. Hier gab es ein klares Votum bei der Umfrage zum Stadionerlebnis: Sechs von sieben befragten Personen wünschen sich eine feste Stadionhymne. Bereits ab 22. September (bis 15. Oktober) können Vorschläge fast aller Art eingereicht werden. Im Anschluss wird es drei Abstimmungsrunden geben:
Vom 23. bis 25. Oktober können Songs aller Art (fertig oder nur Idee) eingereicht werden. Die 25 bestplatzierten Songs werden dann vom Verein geprüft. Dabei gehe es unter anderem „um rechtliche Fragen, relevante historische oder biografische Hintergründe sowie die Vereinbarkeit mit den Grundsätzen des FC St. Pauli.“
Vom 30. Oktober bis 01. November werden dann aus den 25 Songs fünf Finalist*innen ausgewählt.
Das Finale findet eine Woche später statt. Das Ergebnis soll vor der Mitgliederversammlung am 14. November bekannt sein.
Jetziges Tempo überrascht
Nachdem es lange sehr, sehr schleppend rund um das Thema Stadionhymne zuging, drückt der FC St. Pauli nun sehr stark auf das Gaspedal. Warum? Weil im November eine Mitgliederversammlung stattfindet und es Sorge vor kritischen Anträgen gibt? Das wäre ein wahrlich bemerkenswerter Grund. Vor allem, nachdem das Thema lange Zeit so beiläufig behandelt wurde und es ja auch bereits letztes Jahr eine Mitgliederversammlung gab, bei der ein Antrag zu dem Thema zwar eingereicht, aber nicht präsentiert und daher darüber nicht abgestimmt wurde. Wer sich aber das teilweise völlig verlorene Maß der Rückmeldungen anschaut, die der Verein jedes Mal erhält, wenn er etwas zu diesem Thema veröffentlicht, bekommt eine Idee davon, warum die Lust auf den Umgang mit dem Thema bei allen Seiten nicht sonderlich groß ist. Allerdings müssen wir da alle durch – und inzwischen dürften viele einfach froh sein, wenn es endlich ein Ende findet, fast egal wie. So ist auf jeden Fall begrüßenswert, dass nun endlich eine Entscheidung bevorsteht, das jetzige Tempo aber trotzdem überraschend, nachdem es so lange nicht voranging.
Gut ist, dass dieser Song-Contest transparent und demokratisch ablaufen soll, wie der Verein erklärt. Denn wer sich in die Untiefen Sozialer Medien begibt, wird schon festgestellt haben, dass dort echt wilde Theorien unterwegs sind. Von einem Machtzirkel um Musikboss Oke Göttlich, der das alles steuert, um privatwirtschaftliche Interessen durchzusetzen et cetera.
Bevor der Song-Contest startet, müssen aber unbedingt ein paar Dinge geklärt werden (wie der Verein auch bereits selbst angekündigt hat):
Wer kann Vorschläge einreichen, wer kann abstimmen?
Ist das Mitgliedern und Inhaber*innen von Dauerkarten/Saisonabos vorbehalten?
Wie wird abgestimmt?
Muss man sich mit seinem FCSP-Account anmelden? Online-Abstimmungen bergen ja oft die Gefahr, dass sie „gekapert“ werden. Würde so etwas ohne Schranken ablaufen, dann gäbe es sicher eine ganze Menge Personen, die Interesse daran hätten, dass das Vorhaben crasht.
Nach welchen Vorgaben werden die Songs geprüft?
Das dürfte ein sehr wichtiger Punkt sein. Wird es eine Art Jury geben, die darüber entscheidet, ob es die geforderte „Vereinbarkeit mit den Grundsätzen des FC St. Pauli“ gibt? Wer würde dafür infrage kommen?
Auch wenn der bisherige Umgang mit dem Thema Stadionhymne alles andere als optimal verlaufen sein mag, so gibt es nun die Chance, dass sich alle im FCSP-Kosmos gemeinsam auf die Suche nach etwas Neuem machen. Klar, es wird kein Song vom Braun-Weißen Himmel fallen, den alle super finden. Vielmehr geht es darum, in einem demokratischen Prozess die bestmögliche Lösung zu finden. So ein Prozess verlangt von uns auch Kompromisse, damit es am Ende endlich eine neue Stadionhymne des FC St. Pauli gibt, die von möglichst vielen mitgetragen wird. Und wer weiß, vielleicht könnte es ja sogar Freude bereiten, sich durch etliche eingereichte fertige und unfertige Songs zu wühlen, die allesamt mit dem FC St. Pauli zu tun haben? Ich freue mich jedenfalls darauf, dass nun endlich ein Ende in Sicht ist – und freue mich auch darauf, einen neuen Song zu suchen.
// Tim
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i look forward to uploading St. Pauli ‚til I Die by Swearing At Motorists (featuring Hansemädchen) for the voting process.
feel free to check it out here: https://swearingatmotorists.bandcamp.com/track/st-pauli-til-i-die-2
here is the „Radio Edit“ that is shorter: https://swearingatmotorists.bandcamp.com/track/st-pauli-til-i-die-radio-edit
Lieber ein Ende mit Schrecken ( = blöder Song wird ausgewählt ) als ein Schrecken ohne Ende…
Wir alle in der GG haben den Song so viele Jahre vorbehaltlos und mit Pathos intoniert und lieb gewonnen. Niemand kam auf die Idee, die Gesinnung des Urhebers zu recherchieren.
Dass dies passierte war allerdings gut. Doch alles, was dann folgte, ist an Tollpatschigkeit schwer zu überbieten.
Es wurde uns ein Bein amputiert, ohne eine Prothese befestigt zu haben. Seitdem humpelt die Stimmung. Kein Wunder.
Die 3 Minütige Stille vor den Hells Bells killt den Stimmungsaufwuchs zum Anstoss. Diese Leere fühlt sich an wie eine Orgasmusstörung kurz vor dem (Rein)kommen.
Dass Ollig als Urheber untragbar ist, war richtig zu kommunizieren. Aber warum macht man dann in der Umfrage die Tür zu diesem Lied wieder auf und riskiert, dass es nun heissen wird: Der FC ist gegen die Demokratie. 80% Votum für das gecancelte Lied ist deutlich.
Völlig unnötig hat man sich hier selbst in die Klüten geschossen. Auf dem Wahlzettel im Juni hätte stehen müssen: „Nach eingehender Prüfung des Autors J Ollig und seiner nationalsozialistischen Gesinnung ist eine Rückkehr dieses Liedes absolut ausgeschlossen!“
Aber nichts da. Dass dann dieser Coitus interruptus, der selbst der „Stimmungskanone“ Blessin in einer PK übel aufstiess, nicht mal mit etwas wie „You’ll never walk alone“ gefüllt werden konnte, ist schon ärmlich bis erbärmlich. Dilletantismus nenne ich das.
Das ganze Thema – Tim liess es nicht unerwähnt – ist bereits deutlich über das Geniessbarkeitsdatum hinweg gegärt. Wem soll das Ganze jetzt noch schmecken?
Wo ist Bela B König Boris oder der Werte Herr Oerding oder sonst jemand mit Komponiertalent, wenn man sie mal braucht? Stattdessen schallte von der Süd mal wieder „Diamonds“ durchs Rund…und noch dazu die melancholische Ballade von Thees Ullmann (man erinnere sich an Bollers Abschied) sind beide aus meiner Sicht absolut ungeeignet, eine positive, elektrisierende Stimmung vor dem Einlaufen zu erzeugen.
Ein geiler Song, der Wucht hat, der alle mitnimmt, der klare Kante zeigt, wofür St Pauli steht und – vielleicht vielleicht – dem/der ein oder anderen ans Herz geht, hätte man vor 1 Jahr als Fanappell ausrufen können.
Allem, was jetzt bei diesem Contest herauskommen wird, gebe ich ähnliche Chancen sich als Hynme zu verankern, wie unsere letzten Beiträge beim ESC.
80% FÜR? Du meinst gegen.
So unterschiedlich können Erinnerung und Wahrnehmung sein. Für mich gibt es die Lücke zwischen dem letztem Song (früher der Hymne) und Hells Bells schon sehr lange. Ab dem Moment ohne Musik/Werbung beginnt die Süd (wirklich) zu singen und die Emotionen fahren hoch.
Na, also der letzte Song von Bela B, der vereinsseitig als eine Art Hymne abgespielt wurde hat von der Gegengerade aber nicht wirklich wohlwollende Rückmeldungen erhalten – und ward dann nach drei, vier Heimspielen auch nie wieder gehört….
Dieser Song Contest ist jetzt wirklich ein Tiefpunkt. Der Plan der letzten Saison wurde leider nicht strukturiert durchgeführt. Selbst nach Ankündigung das Lied jetzt vorher immer zu benennen ist dies nicht passiert. Ich persönlich finde eine „Hymne“ muss aus dem Stadion heraus kommen. Muss sich ggf. entwickeln. Die Chancen waren da. Wir sollten uns jetzt die Zeit nehmen zumindest die letzten 3 in der Abstimmung ein paar mal im Stadion zu spielen. Was ist, wenn man merkt, der Gewinnersong ist zwar nice, zündet aber nicht im Stadion. Dann steht man richtig dumm da. Stimmt man dann wieder ab? Mit der Absetzung von DHvS hat der Verein alles richtig gemacht und es war auch nicht undemokratisch. Jetzt irgendetwas zu machen, was nach demokratisch aussieht ( eine Abstimmung ist natürlich demokratisch), um irgendwelche Trollgemüter zu beruhigen, wird eh nicht funktionieren. Unabhängig davon, selbst mit diesem Song Contest könnte natürlich ein Antrag für DHvS auf der MV gestellt werden. Würde keine Mehrheit bekommen. Würden die Trolle nicht akzeptieren. Vielleicht merkt man hier, dass St. Pauli in Teilen auch nur ein normaler Verein ist und demnächst läuft dann der Text der neuen Hymne auf der Leinwand – Bayern lässt grüßen.
In vielen Punkten gebe ich dir recht, dass der Song Contest ein Tiefpunkt ist, kann ich allerdings nicht nachvollziehen.
Im Gegenteil. Für mich ist der Song Contest jetzt eine Befreiung, auch weil es die letzte Patrone ist.
Ich fand die Idee unterschiedliche Lieder auszuprobieren auch toll.
Aufgrund der Entfernung und den damit verbundenen organisatorischen Schwierigkeiten, bin ich nicht so oft am Millerntor. Als ich letzte Saison zum ersten Mal da war, habe ich mich wie Bolle auf die „Hymnenabstimmung“ gefreut.
Ich muss dabei sagen, dass ich so ein Typ bin, dem eigentlich gar nichts peinlich ist. Ich supporte im Zweifel auch auf Testspielen, auf denen niemand mit macht.
Darum habe ich mich so richtig drauf gefreut, das Lied mitzugröhlen.
Aber als das zur Abstimmung gestellte Lied dann gespielt wurde, habe ich das gar nicht mitbekommen. Das Lied wurde in der gleichen Lautstärke abgespielt, wie all die anderen irrelevanten Lieder die davor gespielt wurden. Es gab keine Ankündigung durch die Lautsprecher und die Gegengerade um mich herum musste noch wichtige Gespräche darüber führen, wie die Woche war.
Klar war es ein Fehler, die Lieder im Vorfeld nicht anzukündigen und das Lied dann einfach nur runter zu laiern, ohne dass sie in irgendeinen Rahmen gesetzt wurde.
Aber meiner Meinung nach war es der zweite Fehler, das ganze nicht spätestens nach drei Heimspielen abzublasen und uns das Elend zu ersparen.
Aber ich denke mir halt, Fehler passieren und meistens gibt es auch Gründe dafür. Darum sollten wir jetzt, nachdem Tim das in seinem Artikel aufgearbeitet hat, einfach mal den Schwamm darüber gleiten lassen.
Der Song Contest und der durchgedrückte Fuß am Gaspedal zeigt mir jetzt, dass das Problem den Fokus bekommt, den es verdient. Das ist das wichtigste.
Wenn das daraus ermittelte Lied dann nicht am Millerntor angenommen wird, dann sind wir halt auch mal selbst schuld. Dann muss endgültig Schluss mit Fingerpointing sein. Dann haben wir als Fans es einfach verkackt.
Bitte??? Alle finden den Contest doof? Vielleicht bin ich schlicht zu simpel gestrickt, aber mein Bedürfnis endlich wieder mit 10.000-20.000 anderen vor Anpfiff etwas St.Pauli-Bezogennes zu Gröllen ist einfach so brutal stark, dass es mir inzwischen fast egal welcher Song (Nein, nicht DHvSP) und auf welche demokratische bis diktatorische Art und Weise es zustande kommt. Der Primat in mir will Singen! Je schneller, desto besser. Und Ruhe zu dem Thema wäre auch echt nett
Genau so nämlich.
Vor der Ankündigung mit dem Song Contest dachte ich auch einfach nur „Dann spielt halt einfach irgendwas!! Hauptsache laut!!!“
Jetzt denke ich halt, es kann nur einen Sieger geben und das ist natürlich „Mehr als Fußball“ 😉
Gut und wichtig das das Thema endlich Fahrt aufnimmt. Es bleibt komplex, nicht nur wegen dem zeitlich engen Korsett.
Alleine das Überprüfen von Kandidaten bezüglich der Werte des Vereins. Mal an einem konkreten Beispiel illustriert: ohne in Archive abzusteigen mit einfachem googlen über Wikipedia findet man einen Urheber Benny Blanco als Produzent von „Diamonds“. Sein Mentor war und zusammengearbeitet hat Benny Blanco mit Dr. Luke zu Beginn seiner musikalischen Karriere. Da standen Vorwürfe von sexuellem Missbrauch und Diskriminierung zwischen Luke und seiner Künstlerin Kesha im Raum denen man sich juristisch mit einem Vergleich entziehen konnte. Eine Sache die sicher nicht zu den Werten passt – aber inwieweit färbt das über Luke nach Blanco auf den Song „Diamonds“ ab? Einfach mal als Beispiel, jeden Kandidaten für den Contest unter ein solches Mikroskop zu legen könnte je nach Song eine komplexe zeitraubende Sache werden (die so aber vielleicht auch gar nicht bei jedem Beitrag durchgeführt werden muss – aber wo fängt man an und wo hört man auf?)
Persönlich würde ich „Diamonds“ nicht wählen (weil es einfach keinen Text hat den ich singen könnte – der übersetzte „ooohhhooo ich liebe dich mein fc st. pauli“ ist dann doch etwas zu knapp für eine Hymne). Und auch „Das hier ist Fussball“ ist mir viel zu larmoyant für den Zweck einer Hymne zu Beginn eines Spiels (schon klar das es durchaus populär ist, aber es ist für mich einfach keine Hymne). Ich bin also gespannt, wem wann welche Songs zur Auswahl gestellt werden.
Alles, nur bitte kein Alte-Männer-Schraddel-Deutschpunk für die Ü50-Fraktion!
Und egal welcher Song es wird, wenn es ein extra dafür eingespielter Song werden wird, dann wird es ein sehr langer Weg bis er akzeptiert werden wird. Und als mahnendes Beispiel sollten alle nochmal an den Auftritt von Bela B. (& The Tikiwolves) in 2002 denken.
Bei den bisher gespielten Songs war Vielen immerhin die Melodie und zum Teil der Text bekannt.
Daaaanke 🙏🏻
Au ja, alle schreiben jetzt erstmal auf, was sie nicht wollen. Und – noch wichtiger! – von wem sie es nicht wollen.