Jetzt gilt es – aber mit wem?

Jetzt gilt es – aber mit wem?

Die Partien direkt nach der Länderspielpause werden die Richtung für den weiteren Saisonverlauf des FC St. Pauli vorgeben. Mit welcher Startelf und welchem Kader diese bestritten werden, ist aber unklar.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Wenn der FC St. Pauli am Sonntag am Millerntor gegen den Karlsruher SC ins Spiel geht, dann endet für ihn eine dreiwöchige Pause des Pflichtspielbetriebs. Die neu eingeführte XXL-Länderspielpause ist derart lang gewesen, dass alle Profis, die nicht mit ihren Nationalteams auf Reisen waren, sogar eine Woche Urlaub genießen konnten. So eine Pause mitten in der Saison ist völlig ungewohnt. Zum Vergleich: Die letzte Winterpause des FCSP dauerte nur drei Tage länger, die vorletzte war genauso lang wie die jetzige Pause. Es fühlt sich nicht nur so an, sondern der FC St. Pauli befindet sich dieser Tage also tatsächlich in einer Art Kurz-Vorbereitung auf die anstehenden Spiele, wie nach einer Winterpause also.

Richtungsweisende Partien gegen schlingernde Clubs

Nun geht es dann aber endlich wieder los mit Ligafußball. Und anders als zum Saisonstart werden die nun folgenden Wochen richtungsweisend sein. Nach dem Heimspiel gegen den KSC und den beiden Auswärtspartien in Hannover und Darmstadt wird man beim FC St. Pauli wissen, wo man steht – und auch wo die Reise in dieser Saison hingehen kann, vielleicht sogar wird. Es sind nämlich Spiele gegen Clubs, die sich aktuell in unteren Tabellenbereichen bewegen. Will der FCSP in der Tabelle weiter nach oben klettern wollen, dann sollte in den folgenden drei Spielen gepunktet werden.

Cheftrainer Marcel Rapp hat gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“ (MOPO) zwar betont, dass der Aufstieg beim FCSP kein Thema sei, man sich aber sehr wohl am „Top25-Ziel“ orientiere. Entsprechend muss das Team in der Tabelle mindestens noch einen Platz gutmachen (von acht auf sieben). Und Rapp hat zumindest schon einmal angekündigt, dass es beim FCSP nun so weitergehen solle, wie in den beiden Partien vor der Pause, als man erst gegen Aufstiegs-Top-Favorit Wolfsburg gewinnen und im Anschluss trotz langer Unterzahl einen Punkt aus Cottbus mitnehmen konnte. Ob es sich dabei um einen Trend handelt? Mit dieser Frage ging man beim FC St. Pauli in die XXL-Länderspielpause. Nun wird es endlich(!) eine Antwort geben.

Wer ersetzt Tomoya Andō?

Antworten wird es auch darauf geben, wie sich die dreiwöchige Pause auf die Startelf-Zusammensetzung ausgewirkt hat. Sicher ist aktuell nur, dass Tomoya Andō kommenden Sonntag nicht auf dem Rasen stehen wird. Der Innenverteidiger, der aufgrund von Rückenproblemen keine einzige Minute für das japanische Nationalteam im Einsatz war, sah in Cottbus bekanntlich die Gelb-Rote Karte und fehlt gegen den KSC gesperrt. Wer diesen freien Platz einnehmen wird, dazu wird sich Marcel Rapp erstmals am Freitag auf der Pressekonferenz äußern müssen. Vieles spricht dafür, dass Lars Ritzka als linker Part der hinteren Dreierreihe agieren wird.

Denn der eigentlich als Stamm- und Führungsspieler geholte Marcus Mathisen kam in den letzten beiden Partien gar nicht zum Einsatz. Gegen Wolfsburg fehlte er krankheitsbedingt, gegen Cottbus entschied sich Rapp dann für einen Einsatz von Andō. Nun ist Mathisen auch weiterhin im Hintertreffen, da er an Problemen an der Fußsohle leidet, deshalb für das Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach passen musste und zu Wochenbeginn auch nicht am Team-Training teilnehmen konnte. Ein Einsatz am Wochenende ist daher recht unwahrscheinlich.

So könnte Lars Ritzka am Wochenende wieder in der Startelf stehen – und das womöglich auch länger als üblich. Denn weitgehend unbeachtet blieb beim Test gegen Mönchengladbach, dass der 28-jährige über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen stand. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise ist sein Arbeitstag zumeist nach etwas mehr als einer Stunde beendet. Mehr machte der Körper seit längerer Zeit nicht mit, was dazu führte, dass man bei einem Startelfeinsatz von Ritzka auch immer gleich einen weiteren Innenverteidiger einplanen musste. Nun gelang es aber endlich mal wieder durchzuspielen, der Körper hat standgehalten. Angesichts des sicheren Ausfalls von Andō und des möglichen Ausfalls von Mathisen ist das für Ritzka selbst und für den FC St. Pauli eine sehr, sehr gute Nachricht.

Krankheitswelle beim FC St. Pauli?

Nicht so gut waren die Nachrichten, die es am Dienstag von der Kollaustraße bei der letzten öffentlichen Trainingseinheit dieser Woche gab. Denn zwar kehrten mit Branimir Hrgota und Rony Jansson zwei Spieler ins Teamtraining zurück, die längere Zeit gefehlt hatten, doch neben Mathisen fehlten vier weitere Profis erkrankt: Scott Banks, Taichi Hara, Mathias Rasmussen und Abdoulie Ceesay. Ob sich diese Krankheitswelle noch weiter ausgebreitet hat oder die erkrankten Spieler rechtzeitig bis Sonntag wieder fit sein werden? Auch dazu wird sich Marcel Rapp am Freitag auf der Pressekonferenz äußern.

Sollten die erkrankten Spieler rechtzeitig fit werden und keine weiteren hinzukommen, dann ist der Konkurrenzkampf auf nahezu allen Positionen beim FC St. Pauli extrem hoch. Denn durch die Rückkehr von Hrgota und womöglich auch Jansson sind zwei weitere Kandidaten für den Spieltagskader und vielleicht sogar die Startelf wieder mit dabei. Wer für diese beiden Rückkehrer im Zweifel weichen müsste? Völlig unklar und allein die Gedanken darüber zeigen, wie stark der Konkurrenzkampf beim FCSP ist (der das Team ja hoffentlich besser macht). Denn dank guter Leistungen bzw. Treffer im Testspiel haben sich zum Beispiel Sam Klein (richtig gut neben einem überragenden Joel Fujita) und Ricky-Jade Jones in den Vordergrund gespielt. Aber welche Spieler sollten sonst ihre Kaderplätze räumen, wenn Hrgota zurückkehrt? Das ist nur eine der vielen kniffligen Entscheidungen die Rapp vor der Partie womöglich treffen muss – und zu denen er am Freitag bereits Einblicke oder Antworten liefern wird.

Ihr merkt, ich kann sogar die Pressekonferenz kaum abwarten, noch viel weniger den Anpfiff am Sonntag. Weil die nun anstehende Phase der Saison so wichtig ist für den weiteren Verlauf der Spielzeit. Weil die letzten Spiele richtig Bock auf mehr gemacht haben. Und weil ich mir dann endlich nicht mehr den Kopf zerbrechen muss, wie und mit wem der FC St. Pauli spielen wird. Es ist echt Zeit, dass es wieder losgeht.
Forza!
// Tim

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2 thoughts on “Jetzt gilt es – aber mit wem?”

  1. Moin Tim , soweit so gut ! Aber nach der letzten oder vorletzten Redax hatten ihr auch über eine mögliche Startelf für das nächste Spiel ( war damals glaube ich Cottbus ) diskutiert ! Genau wie diesmal fiel der Name Connor nicht ? Was muss er denn noch machen ( WM Tor … Tor gegen Brasilien ) und mit 2 ganz starken Spielen gegen Wolfsburg und Cottbus ?! Wenn er nicht bald Stammspieler wird ist er Ende der Saison sicher weg ! Meine Meinung : Connor muss in der jetzigen Form von Anfang an spielen ! Forza St Pauli

    1. Äh, Moment…
      Ich habe in dem Artikel auch nicht die Namen Pyrka, Smith, Nemeth oder Voll erwähnt. Warum nicht? Weil sich bei ihnen, genau so wenig wie bei Connor, die Frage stellt, ob sie es in die Startelf schaffen. Sie sind sicher drin.

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