Neues von den Alten – Oktober 2026

Neues von den Alten – Oktober 2026

Fast genau acht Monate ist es nun schon wieder her, seit ihr an dieser Stelle das letzte Mal über die Transfers ehemaliger St.-Pauli-Akteure lesen durftet. Zwischenzeitlich haben wir einen schmerzlichen Abschied unserer Profikicker aus dem deutschen Fußball-Oberhaus sowie einen Fastabstieg unseres U23-Teams miterleben müssen. Der personelle Umbruch in beiden Teams war somit relativ groß – und so ist die Liste der hier zu lesenden Vereinswechsler heuer auch nicht gerade klein.

Beginnen wir also mit den Abgängen aus dem Ex-Erstligateam: Früh wurde bekannt, dass bei einem Abstieg auf jeden Fall NIKOLA VASILJ den Verein verlassen würde. Dass es am Ende ein saudischer Aufsteiger in die dortige 1. Liga sein würde, war dann die eigentliche Überraschung. Nach fünf Jahren FCSP mit 167 Einsätzen unterschrieb der bosnische Nationaltorhüter Ende Juli einen Zweijahresvertrag bei Al Diriyah FC. Auch JACKSON IRVINE zog es ins Ausland, er schloss sich Anfang August Cerezo Osaka in der japanischen J. League an.  Auch Irvine trug fünf Jahre lang das braun-weiße Trikot. Über die Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart. Nicht mehr braun-weiß, sondern grün-weiß schillern die Farben seit Saisonbeginn auf der Brust von HAUKE WAHL. Der gebürtige Hamburger unterzeichnete nach drei Jahren Millerntor auf die “alten Tage” einen mutmaßlich lukrativen Kontrakt beim VfL Wolfsburg. 1,8 Millionen Euro Ablöse sollen die VW-Städter laut transfermarkt.de an den FC St. Pauli gezahlt haben. Ein weiterer Abgang verflüchtigte sich nach Italien: Der luxemburgische Nationalspieler DANEL SINANI ging zum dortigen Zweitligisten Sampdoria Genua. Quasi nach nebenan verschlug es MANOLIS SALIAKAS, der für kolportierte 1,3 Millionen Euro zum griechischen Spitzenklub Olympiakos Piräus wechselte, wo er schon einmal von 2013 bis 2019 unter Vertrag gestanden hatte. Er spielt dort nun nicht nur mit dem Verein international, sondern auch wieder in der griechischen Nationalelf. Zurück auf die Britischen Inseln zog es den Waliser FIN STEVENS, der nun beim Drittligisten Leyton Orient sein Können zeigen darf. Eine Ligaetage höher kickt dort nun wieder ANDRÉAS HOUNTONDJI, denn nach einer Saison wurde die Leihe mit dem FC Burnley nicht verlängert. Genauso verhält es sich mit JAMES SANDS, der nach zweieinhalb Spielzeiten beim FCSP zurück zu New York City FC beordert wurde. Und auch die Leihe von Keeper EMIL GAZDOV endete nach einem halben Jahr am Millerntor: alter und neuer MLS-Klub ist CF Montréal. Auch JANNIK ROBATSCH tritt nun im Ausland gegen den Ball: Der FC St. Pauli lieh den Innenverteidiger Mitte/Ende August bis zum Ende der Saison an den belgischen Erstligisten SK Beveren aus. Innerhalb Deutschlands blieb Estlands Nationalspieler KAROL METS, der beim Ligakonkurrenten VfL Bochum unterschrieb. Und noch nicht ganz trocken könnte die Tinte unter dem neuen Kontrakt ALEXANDER BLESSINS sein, der am 22. September bei Borussia Mönchengladbach einstieg, nachdem dort Eugen Polanski nebst Co-Trainer TOBIAS TRULSEN nach drei Bundesligaspieltagen mit drei Niederlagen entlassen wurde. Zunächst übernahm dort Interimstrainer JAN-MORITZ LICHTE, der im Sommer aus dem Nachwuchs Manchester Citys als Co-Coach in den Borussia-Park gewechselt war, unterstützt von MARKUS GELLHAUS, der, ebenfalls im Sommer, von Hansa Rostock als Co in Deutschlands einzige Stadt mit zwei Hauptbahnhöfen kam. Neu ins Trainerteam holte Blessin unseren ehemaligen Spielanalysten NIKLAS LANWEHR, der erst kürzlich auf eigenen Wunsch den FC St. Pauli verlassen hatte. Und last but not least ist DANIEL GINCZEK als Co-Trainer bei den Gladbachern eingestiegen, war zuletzt in gleicher Funktion bei der dortigen U17 und U19 aktiv. Borussia Mönchengladbach – St. Paulis aktuelle Wechselstube könnte man fast meinen.

Und da wären wir bereits bei unseren weiteren Ex-Trainern angelangt, die auch neue Wege in den vergangenen Monaten gegangen sind. Ein Engagement erstmals im Ausland beispielsweise mutet sich OLAF JANSSEN zu, der Anfang Oktober bei den Grashoppern aus Zürich seine Arbeit begann. Janssen war zuletzt bis Ende März Chefcoach beim Regionalligisten SV Sandhausen gewesen. Dort übernahm dann MARKUS KAUCZINSKI nach fünf Spieltagen von Kevin Stotz. Auch FABIAN BOLL und JÖRN GROSSKOPF müssen sich Regionalliga nicht mehr antun. Allerdings unfreiwillig, denn Mitte Mai wurde ihnen von Eintracht Norderstedt vor der letzten Saisonpartie mitgeteilt, dass man ihre Verträge nicht verlängern würde. Dieses Schicksal teilen sie mit dem Trainerteam von Regionalligaabsteiger Altona 93. Bereits Anfang April musste ANDREAS BERGMANN seinem Co-Trainer ANDRÉ TRULSEN die Bank allein überlassen, fungiert aber seither weiterhin als Sportlicher Leiter des AFC. Mitte Mai dann wurde bekannt, dass auch Truller keine Zukunft an der Adolf-Jäger-Kampfbahn hat. Zum Saisonwechsel übernahm JAN-PHILIPP ROSE, der von Oberligameister ETSV an die Griegstraße kam. Eine Ligaetage drunter gab es in der Brandenburgliga vier Spieltage vor Saisonende einen überraschenden Wechsel auf der Trainerbank: Nach dem 0:2 gegen Stahl Brandenburg und dem damit einhergehenden Verlust der Tabellenführung entließ der MSV Neuruppin “Trainerlegende” DIETMAR DEMUTH. Wieder drin im Geschäft ist hingegen HOLGER STANISLAWSKI – allerdings nicht als Trainer, sondern als Berater. Anfang Juni wurde bekanntgegeben, dass Stani, 13 Jahre nach seinem letzte Trainerjob, ab sofort dem Nord-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel mit klugen Ratschlägen zur Verfügung stünde. Seine Trainerkarriere setzt DANIEL STENDEL fort, der von der zweiten Mannschaft von Hannover 96 als Cheftrainer zum englischen Drittligisten FC Barnsley wechselte. Neu ins Geschäft eingestiegen ist KHVICHA SHUBITIDZE, der im April als Leiter der Nachwuchsabteilung Erzgebirge Aues dort das Traineramt übernahm – zunächst als Interimslösung –, dort aber auch nach dem Abstieg aus der 3.Liga das Vertrauen der Vereinsführung erhielt und weiter an der Linie der Sachsen steht. Dort hält sich auch weiterhin ALEXANDER MEIER auf, der zu Beginn des Junis zum Co-Trainer bei Eintracht Frankfurts Erstligateam aufstieg. Meier, der davor als U19-Cheftrainer bei den Hessen agierte, erhielt einen Vertrag bis Juni 2029. Dort am Main ist seit dem 1. Juli auch PATRICK GLÖCKNER unterwegs und hat seither die Cheftrainerfunktion bei der U21 der Frankfurter inne. Glöckner war zuvor bis zum September 2025 beim TSV 1860 München für acht Monate der dortige Tonangeber. Seit demselben Datum ist ERDOGAN PINI beim Hamburger Oberligisten Nikola Tesla in der Verantwortung. Von 2011 bis 2015 hatte der Mittdreißiger seine Fußballschuhe für die U23 des FCSP geschnürt, beendete seine aktive Spielerlaufbahn 2025 bei VfL Lohbrügge, wo er zudem seit 2023 als Trainerassistent seine Übungsleiter-Laufbahn begann. Zuletzt betreute Pini die zweite Mannschaft von Eintracht Norderstedt. Ebenfalls eine zweite Mannschaft wird seit März von PETAR FILIPOVIC gecoacht: Beim LASK aus dem österreichischen Linz arbeitet der gebürtige Hamburger als zweiter Mann auf der Bank der LASK-Amateure. Der 36-Jährige, der Ende Januar seine Profilaufbahn beim Grazer AK beendet hatte, kehrt damit zu jenem Verein zurück, für den er von 2019 bis 2022 aufgelaufen war. Vom beschaulichen Linz geht es ins noch beschaulichere Röllinghausen – Stadtteil von Recklinghausen. Dort fungiert seit dem Sommer MARCO GRUSZKA beim Achtligisten Schwarz-Weiß Röllinghausen als Cheftrainer. Gruszka kam vom Neuntligisten TuS Haltern, der ihn bereits im Januar freigestellt hatte.  Relativ frisch ins Trainergenre eingestiegen ist im September RICHARD NEUDECKER. Im März hatte sich Richy bei seinem Drittligisten 1. FC Saarbrücken einen Kreuzbandriss eingefangen und sattelte nun um, um beim SSV Eggenfelden (6. Liga in Bayern) als erster Mann auf der Bank weiterhin den Fußballsport zu zelebrieren. Und nun wenden wir uns endlich der großen weiten Welt zu. Denn LARS HOPP, den ich nach seinem Engagement beim VfB Lübeck von 2021 bis 2023 ein wenig aus den Augen verloren hatte, und der in der Saison 2005/06 bei unserer U23 Assistent von Frank Bernhardt war, lebt und arbeitet seit Mitte Oktober 2025 im südpazifischen Vanuatu (ca. 330.000 Einwohner), wo er die Nationalmannschaft (Weltranglistenplatz 160 von 211) und zusätzlich den ersten Profiverein des Inselstaates, Vanuatu FC, trainiert. Beim NDR ist eine hübsche etwa halbstündige Doku über das Leben der Hopps dort zu bestaunen. Zurück in die hiesige Realität, in ein Bundesland, wo die AfD mit 38,2 Prozent die meisten Stimmen bei der kürzlichen Landtagswahl erreichte. In der Hansestadt Rostock waren es bei deutlicher SPD-Mehrheit allerdings “nur” 25,5 Prozent. Dorthin zog es nun ARVID RINAST (geborener SCHENK) zurück in seine alte Heimat. Als Nachfolger von Dirk Orlishausen übernahm er das Amt des Torwarttrainers bei der Kogge. Der gebürtige Rostocker freue sich, “nach Hause zu kommen” und wieder näher bei der Familie zu sein; und überhaupt sei es ihm “eine große Ehre”, wieder für Hansa arbeiten zu können. Auch CHRISTIAN RAHN war fast vier Jahre lang Teil der Community dort, trainierte seit 2022 das U19-Team der Ostseestädter. Zum Saisonende war dann allerdings dort Schluss für den fünfmaligen A-Nationalspieler. Wo’s nun hingeht? Noch offen… Das ist es auch für JAN-PHILIPP KALLA, der mehr oder minder überraschend Mitte/Ende September durch die autonom agierende Abteilungsleitung des Mädchen- und Frauenfußballs beim FCSP von seinen Aufgaben als Cheftrainer der 1. Frauen in der drittklassigen Regionalliga entbunden wurde. Bereits im Juni hatte KIM KOSCHMIEDER, bis dahin neben Kalla Cheftrainerin fürs FCSP-Team, mit Saisonende Adieu gesagt. Regionalliga bedeutet im Männerfußball vierte Liga, und dort kickt auch seit ein paar Jahren der FC Rot-Weiß Erfurt – in der Nordost-Staffel. Langjähriger Chefcoach ist dort FABIAN GERBER, bekanntlich Sohn unseres Ex-Stürmers und dortigen Geschäftsführers FRANZ GERBER. Der 46-jährige Fabian ist seit dem Sommer nicht nur dienstältester Trainer dieser Liga, sondern zudem auch Geschäftsführer Sport beim dortigen FC. Und wenn wir schon einmal im “Osten” sind: BERND NEHRIG übernahm bereits im April Aufgaben beim 1. FC Magdeburg: Kaderplanung, Scouting und Artverwandtes. Bis Januar 2025 war Nehrig zuletzt Teammanager beim SV Sandhausen. In Sandhausen kickte von 2023 für zwei Spielzeiten LUCA ZANDER, ehe er 2025 zu Blau-Weiß Lohne in die Regionalliga wechselte. Nun hat Zander nach dem Abstieg in der Oberliga seine leistungsaktive Fußballzeit beendet. Gleiches gilt für PATRICK FUNK, der nach sieben Jahren beim Oberligisten TSV Esslingen nun zum Saisonaus auch sein persönliches Aktivaus verkündete. Funk bleibt im Verein und soll in der sportlichen Leitung unterstützend wirken. Einen Trainerjob kann sich der 36-Jährige zukünftig durchaus vorstellen. Bereits 2023 hatte FIN BARTELS das ernsthaft Aktive beendet, nun stieg der Ur-Kieler bei seiner KSV Holstein als Scout ein. Auch der in Meppen gebürtige HOLGER WEHLAGE ist ein norddeutsches Urgestein – Engagements neben dem FCSP (1999-2001) u.a. auch in Meppen, Lübeck, Bremen und Braunschweig – er trainiert seit Februar 2025 die deutsche Gehörlosen-Nationalmannschaft. Genau ein Jahr später fing MARCO KNOOP als Torwarttrainer bei Nottingham Forest an, die Beschäftigung endete jedoch bereits Anfang Juli wieder und Ende September unterschrieb er bei Trabzonspor.

Und wer konnte sowas erahnen? PHILIPP ZIEREIS zog es nach einem Jahr Greuther Fürth zum australischen Dauer-Erstligisten Melbourne Victory. Auch ETIENNE AMENYIDO hat nach seinem Abschied von Zweitligaabsteiger Preußen Münster seinen neuen Arbeitgeber außerhalb der deutschen Grenzen gefunden: Újpest FC heißt sein neuer Klub, der seit über einem Vierteljahrhundert die 1. Liga Ungarns rockt. In die dortige Liga vom FC St. Pauli ausgeliehen war für eine halbe Spielzeit MAURIDES, der von Ende Januar bis Ende Juni 2025 für Debreceni VSC auflief. Anschließend ging der Brasilianer für kleines Geld bekanntlich zum polnischen Erstligisten Radomiak Radom, und nun im Sommer wagte der Stürmer den Schritt nach Georgien zum FC Dinamo Batumi. Fast genauso weit von Deutschland entfernt spielt seit Januar 2020 CENK ŞAHIN. Kayserispor, Gaziantep FK, Bursaspor, Sanliurfaspor, Erzincanspor und Istanbulspor hießen in der Türkei dessen sechs Stationen, ehe er nun im August zum Drittligisten Isparta 32 Spor wechselte. Seit dem 1. September ist auch YOUSSOUFA MOUKOKO im türkischen Ligabetrieb dabei. Sein Heimatverein FC Kopenhagen lieh den Stürmer für ein Jahr mit Kaufoption an den Erstligaaufsteiger Corum FK aus. Auch JEREMY DUDZIAK hat dereinst ein halbes Jahr am Bosporus die Fußballschuhe übergestreift (2023 bei Hatayaspor), jetzt geht’s von Hertha BSC ans andere Ende der Welt: Beijing Guoan heißt der Erstligaverein aus der chinesischen Hauptstadt, dem sich der in Hamburg Geborene nun angeschlossen hat. Nicht “angeschlossen”, sondern “abgeschlossen” hat nun MAX KRUSE – und zwar mit dem Engagement beim Hamburger Oberligisten TuS Dassendorf. Allerdings hatte der Ex-Nationalspieler auch nur drei Begegnungen für das Team aus Schleswig-Holstein absolviert. Für die zweite Mannschaft von Dersimspor in Berlin will der Wahl-Hauptstädter allerdings weiterhin auf dem Platz stehen. Wieder auf dem Platz steht erfreulicherweise DANIEL-KOFI KYEREH, nachdem er sich jahrelang beim SC Freiburg mit schweren Verletzungen rumzuplagen hatte. Weil die Breisgauer seinen Vertrag nicht verlängert hatten, unterschrieb der in Ghana geborene Ausnahmeakteur beim VfL Osnabrück bei seinem alten Trainer TIMO SCHULTZ und kickt dort zudem gemeinsam mit LEON FLACH, der für ein Jahr vom polnischen Erstligisten Jagiellonia Bialystok ausgeliehen wurde. Kyereh hatte erst Mitte April, nach mehr als 1.000 Tagen Auszeit, sein Comeback gefeiert, als er für die Reserve-Elf Freiburgs in der 77. Spielminute gegen Eintracht Trier eingewechselt wurde und direkt die Vorlage zum 4:1-Endstand besorgte. Teampartner Kyerehs in der Saison 2021/22 war bekanntlich MARCEL HARTEL – und der hat sich nach zwei Jahren USA-Abenteuer (St. Louis City SC) ziemlich überraschend nach Deutschland zurücktransferieren lassen. Noch überraschender ist jedoch dessen neuer Verein: Hannover 96 mit Dreijahresvertrag! Die haben was vor… Ein Jahr vor der genannten Saison mit Hartel und Kyereh war RODRIGO ZALAZAR, als Leihkraft aus Frankfurt, für eine Saison überzeugender Gastspieler am Millerntor. Aktuell wechselte der gebürtige Albaceter mit familiären Wurzeln in Uruguay, innerhalb Portugals für 30 Millionen Euro Ablösesumme vom SC Braga zu Sporting Lissabon. Sporting hat mit nahezu 125 Millionen Euro Transferausgaben jetzt im Sommer deutlich gemacht, dass die Dauerkonkurrenten um den Meistertitel, FC Porto und Benfica Lissabon, sich warm anzuziehen haben – sofern man diese Redewendung in einem südeuropäischen Land wie Portugal überhaupt anwenden darf. Deutlich kühler geht es in Nord- und Mitteleuropa zu, wo nun beispielsweise JAKOV MEDIC von Norwich City (2. Liga) zum FC Utrecht (1. Liga) ausgeliehen wurde. OMAR MARMOUSH bleibt auf der “Insel”, wechselt nur auf Leihbasis vom Betrügerverein Manchester City zu den Hotspurs aus dem Londoner Stadtteil Tottenham. Die britischen Eilands temporär verlassen wird zunächst ERIC DA SILVA MOREIRA, der von Nottingham Forest zu Excelsior Rotterdam ausgeliehen wurde. Ebenfalls auf Leihbasis agiert aktuell ELIAS SAAD, der vom FC Augsburg für eine Saison an den MLS-Verein Nashville SC ausgeborgt wurde. Länger ausgeliehen waren NOAH WEISSHAUPT und ROBERT WAGNER. Seit Januar 2025 hießen Weißhaupts Stationen FC St. Pauli, Legia Warschau und Hannover 96; nun hat der SC Freiburg den Rostocker Jung für eine halbe Million Euro an Darmstadt 98 verkauft. Die Ablösesumme, die Dynamo Dresden für Wagner an die Breisgauer hinblättern musste, soll 850.000 Euro betragen haben. Robert Wagner war seit dem Sommer 2023 permanent nach Fürth, an uns, zu Holstein Kiel und seit Januar 2026 an Dynamo Dresden ausgeliehen. Nun schnappten sich die Sachsen den Rotschopf endgültig. Gleich nebenan, nämlich beim polnischen Zweitligisten FKS Stal Mielec, spielte zwei Jahre lang MARVIN SENGER, ehe er nun ins ein paar Grenzen nach Süden entfernte Bulgarien übersiedelte und sich dem dortigen Erstligisten Botev Plovdiv anschloss. Etwa achteinhalbtausend Kilometer Luftlinie weiter hat sich YI-YOUNG PARK aktuell festgesetzt: Nach eineinhalb Spielzeiten bei Phnom Penh Crown (Kambodscha) wechselte er nun im Sommer zum malayischen Erstligisten Negeri Sembilan FC. Ein Weltreisender in Sachen Fußball ist auch TOM TRYBULL: Seit Januar 2023 hießen seine Vereine FC Blackpool, Odense BK und seit dem August ist es der schwedische Erstligist und Abstiegskandidat Halmstads BK. Zuvor beehrte der Berliner, nach seiner FCSP-Zeit von Januar 2014 bis Juli 2015, vier weitere ausländische sowie drei deutsche Klubs mit seinem Können. Von den Fähigkeiten eines MARCEL BEIFUS scheint die Fußballwelt entweder plötzlich nicht (mehr) überzeugt zu sein, oder die sogenannte Fachwelt hat bei ihm Angst vor weiteren Verletzungen. Anders ist es nicht zu erklären, dass er laut transfermarkt.de aktuell der wertvollste deutsche Profi (1,8 Mio. Euro; Stand: 7. Oktober) ohne Vertrag ist, nachdem dieser ihm beim Karlsruher SC nicht verlängert wurde; wohl, weil ihn ein Knorpelschaden aus dem Januar sportlich aus der Bahn geworfen hatte. Wir drücken die Daumen. By the way: Auch diese Ex-St.-Paulianer sind, so mein Wissensstand, derzeit vereinslos: BORIS TASHCHY (zuletzt Erzgebirge Aue), MATT PENNEY (zuletzt Aldershot Town, 5. engl. Liga), DAVID HOILETT (zuletzt Swindon Town, 4. engl. Liga), MARC HORNSCHUH (zuletzt SC Freiburg II), MARC RZATKOWSKI (zuletzt Arminia Bielefeld) und SIMON MAKIENOK (zuletzt Hvidovre IF, 2. dän. Liga).

Aber kehren wir doch zu denen zurück, die zwar teils schon vor langer Zeit den FC St. Pauli verlassen hatten, aber heute dennoch weiter aktiv sind. RICO BENATELLI ist beispielsweise so einer: 2022 vom Millerntor Abschied genommen und heute mit 34 Lebensjahren immer noch im Leistungsfußball unterwegs. Von Waldhof Mannheim wechselte der Deutsch-Italiener jetzt im Sommer zum SV Elversberg II in die fünftklassige Oberliga. MAXIMILIAN DITTGEN vollzog die Vereinsänderung quasi eine Etage höher: vom Drittligisten MSV Duisburg ging es zum Viertligisten VfL Bochum II. Noch eine Stufe höher wechselte DIMITRIOS DIAMANTAKOS Ende September, als er seinen neuen Kontrakt beim griechischen Zweitligisten Anagennisi Karditsa unterzeichnete. Diamantakos war zuletzt bis zum Juli beim zyprischen Erstligisten APOEL Nikosia unter Vertrag. Besonders groß war der Sprung bei ERIC OELSCHLÄGEL, der bekanntlich von Ende Oktober 2024 bis zum Sommer 2025 als Torwart-Upgrade für die FCSP-Erstligamannschaft seinen Mann stand – allerdings ohne Einsatz dort. Nach mehr als einem Jahr Zwangspause ging der in Hoyerswerda geborene Keeper im September zum Regionalligisten Hessen Kassel. Eine Etage darunter schnürt NICO EMPEN seine Stürmerschlappen, war im Sommer vom Sechstligisten SC Weiche Flensburg II zum Schleswig-Holstein-Oberligisten TSV Nordmark Satrup gewechselt. Auch OKAN KURT tritt noch gegen den Ball, allerdings aktuell und weiterhin nur noch in der fünftklassigen Oberliga Hamburg, wo er Staffel-intern vom TuS Dassendorf zum SV Vorwärts/Wacker Billstedt changierte. Er trifft dort auch auf JOHANN VON KNEBEL (früher FCSP-U23), der parallel ebenfalls aus Dassendorf an die Bille gewechselt ist. BENTLEY BAXTER BAHN war von Geburt an bis ins Jahr 2015 hinein an der Elbe aktiv, verdingte sich zuletzt zwei Jahre an der Wurm bei Alemannia Aachen und schloss sich jetzt im Juli dem an der Lech beheimateten FC Augsburg II (RL Bayern) an. Auch der längst als Trainer fungierende ALEXANDER LUDWIG hat ein neues Zuhause: Staffel-intern verließ er in der sechstklassigen Thüringenliga den SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen, um sich fortan dem Geschehen beim 1. SC 1911 Heiligenstadt zu widmen. Noch eine Liga tiefer heuerte nach einem Jahr Pause AKAKI GOGIA bei der FSG Wacker 90 Dresden-Leuben an. Zuletzt hatte der Georgier 2014/15 beim sächsischen Oberligisten SC Freital gespielt. Zwangsweise zwei Monate nicht gespielt hatte CARLOS ZAMBRANO, weil dieser nach Vorwürfen der sexuellen Nötigung aus dem Januar im Februar von seinem peruanischen Verein Allianza Lima suspendiert wurde. Seit Anfang April steht er nun wieder auf dem Platz und hält die Knochen für Ligakonkurrent Sport Boys Association hin. Juristisch ist der Streit, Zambrano bestreitet natürlich alle Vorwürfe, noch nicht geklärt.

Eine Menge hat sich in den vergangenen Monaten auch bei ehemaligen U23-Spielern des FC St. Pauli getan, die hier allerdings nur in aller Kürze gewürdigt werden sollen, damit ich Eure Lesekonzentration nicht allzu sehr strapaziere. Bekanntlich wurde die Aufmerksamkeitsspanne in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten aufgrund des verstärkten Konsums neuer Medien beim Lesen permanent niedriger. Hier gehen wir also: Sehr viele Jungs aus dem Team von Cheftrainer KARSTEN NEITZEL, der mit dem Saisonwechsel von Neucoach Alexander Hahn abgelöst wurde und in die Scoutingabteilung zurückgekehrt ist, haben den FCSP verlassen müssen oder wollen. Schwierig war die Situation insbesondere deshalb, weil lange nicht feststand, in welcher Liga man zukünftig kicken würde (RL oder OL), dann eigentlich abgestiegen war, aber aufgrund des Lizenzentzuges von 1860 München und dem Nichtabstieg von Havelse dann doch in der RL verblieb. Mit sechs Saisontreffern war OLEG SKAKUN interner Torschützenkönig der U23 und schließt sich nach einer Spielzeit hier der Zweitvertretung des 1. FC Kaiserslautern an. Auch ein weiterer “Teamstar” ist zunächst nicht mehr dabei, denn ROMEO AIGBEKAEN wurde für eine Saison an Fortuna Köln ausgeliehen. OLS BACKHAUS ging zum 1. Juli zunächst zum SV Meppen, war dann aber plötzlich drei Wochen später Angestellter bei TuS Esens (7. Liga). Der Grund: Wegen gesundheitlicher Probleme bat Backhaus den Drittligisten um Auflösung seines Arbeitsvertrages. MUHAMMAD DAHABA, seit 2011 (!) Klubmitglied, zog es zum ambitionierten Viertligisten SV Drochtersen/Assel (s.a. Holger Stanislawski). ISMA BARAZE ADAM schloss sich dem Nordost-Regionalligaaufsteiger RSV Eintracht 1949 an. MAX HERRMANN kehrte beim insbesondere bei St.-Pauli-Fans beliebten Verein Atlas Delmenhorst ein. JAMEL GRAMBERG bleibt in der Hansestadt und unterstützt nun den Eimsbütteler TV (ETV), dorthin wollte auch Tormann JURI BEHR (ohne U23-Einsatz). JULIUS GRUNWALD hingegen verlässt die Stadt – aber nicht die Liga – und kickt jetzt bei Eintracht Norderstedt. Abwehrmann CALVIN RAHR möchte sich fortan bei der U21 des HSV beweisen. Und auch BENNET WINTER bleibt in der Nord-Regionalliga – wechselt zum HSC Hannover. Beim Oberligisten FC Süderelbe ist Ende August MAX STÜVEN gelandet. Vereinslos aus dem U23-Kader 2025/26 sind bislang hingegen: KEVIN JENDRZEJ, THIESS MAHNEL, ADEM PODRIMAJ und RIJAD SMAJIC. Die Spieler NIKKY GOGUADZE und KENAN AYDIN hingegen waren ursprünglich bereits verabschiedet worden, durch den verspäteten Klassenerhalt waren ihre Verträge dann aber doch wieder gültig. Und dann sind da noch diese ehemaligen Nachwuchskicker: Auf Leihbasis war ROBIN MEISSNER (2012-2020 FCSP) für ein Jahr von Dynamo Dresden an den VfL Osnabrück abgegeben worden. Nun zahlte der Zweitligist 200.000 Euro an die Sachsen und hat den gebürtigen Hamburger Mittelstürmer fest unter Vertrag. Ein weiterer Mittelstürmer, der leider nicht mehr bei uns aktiv ist, ist JULIAN ULBRICHT. Zunächst bis 2015 in der Jugend bei uns am Start, bewies sich der Hamburger von 2023 bis 2025 bei unserem U23-Regionalligateam, ging anschließend zum SV Meppen und ist seit dem Juli Offensiver bei Waldhof Mannheim in der 3. Liga. In der vierten Liga ist NATHANEL KUKANDA gelandet, nachdem er Ende Juli TuS Dassendorf verlassen hatte und jetzt beim Nordost-RL-Aufsteiger RSV Eintracht 1949 aus Stahnsdorf unterschrieb; Kukanda trifft dort auf Isma Baraze Adam (s.o.). Auch KRISTOF KURCZYNSKI hat den ewigen Oberligisten aus dem 3.400-Einwohner-Kaff verlassen und spielt nun gemütlich in der sechstklassigen Landesliga Hansa beim SV Curslack-Neuengamme. Auch MUSTAFA ZAZAI tummelt sich in dieser Liga, läuft dort für den SC Condor auf. Eine Staffel höher engagiert sich BUJAR SEJDIJA beim TBS Pinneberg, kam von Vorwärts/Wacker Billstedt. Beim TBS hat ebenfalls VIKTOR WEBER im Sommer angedockt, nachdem der Sprung ins Profiteam beim Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach nicht so recht ins Rollen kommen wollte. Eine neue sportliche Heimat fand bei Altona 93 LUIS JAHRAUS, der zuletzt ein halbes Jahr beim ambitionierten ETSV Hamburg angestellt war. Zum Hamburger Oberligaabsteiger FC Türkiye gesellte sich zu Saisonbeginn MERT KUYUCU, der zuvor vier Jahre in der Türkei kickte und sogar zwei Ligaeinsätze für unser Profiteam vorzuweisen hat (Saison 2019/20). Die Hansestadt verlassen hat MARCELL SOBOTTA, er ließ Altona 93 nach einer Spielzeit hinter sich und fühlt sich nun hoffentlich beim Oldenburger SV in der Oberliga Schleswig-Holstein wohl. Auch LAURYNAS KULIKAS ist weiterhin im nördlichsten Bundesland der Republik unterwegs, wechselte jetzt von Holstein Kiel II zum Sechstligisten TSV Kronshagen. Bereits heute ist klar, dass ab Neujahr auch TORALF HENSE in  Schleswig-Holstein Fußball spielen wird. Der Stürmer wird dann vom ETV zu Holstein Kiel wechseln. Nicht Kiel, sondern Köln heißt die neue Heimat von NIKLAS HOFFMANN: vom SV Waldhof Mannheim zum 1. FC Köln II veränderte sich nun der gebürtige Pfälzer. Ein aktueller Kristallisationsort für ehemalige St. Paulianer ist, neben dem SV Drochtersen/Assel, der VfB Lübeck. Dort angeheuert haben aktuell LUIS COORDES, der von TuS Reppenstedt kommt (dorthin wechselte übrigens LINUS BÜCHLER vom TuS Neetze kommend), PINGDWINDE DAOUDA BELEME, vom Al-Jazira Al-Hamra Club (2. Liga der Vereinigten Arabischen Emirate) kommend, und auch MAXIMILIAN SCHÜTT vom Bremer SV. Den VfB verlassen haben hingegen LUCA MENKE – in Richtung Drochtersen/Assel (sic!) – und PIERRE BECKEN, der eine Trainerlaufbahn als Assistent beim 1. FC Bocholt (RL West) begonnen hat. Der 23-jährige Reinbeker MIKA STUHLMACHER dagegen hat quasi erst seine Laufbahn als Profispieler begonnen: Nach zwei Jahren SV Meppen ging es nun zum Zweitligaabsteiger Preußen Münster, wo man große Stücke auf den Stürmer hält. Und weil der Name so schön ist, noch dreimal Drochtersen/Assel: Vom TSV Steinbach Haiger kehrt Ballfänger JESPER HEIM In den Norden zurück, JUSTUS PLAUTZ geht von D/A zum FC Hude (Bezirksliga Weser-Ems 2 Niedersachsen) und NICLAS DÜHRING kehrt nach einem Jahr Leihe von D/A zurück zum Karlsruher SC. Auch DIRK PREDIGER bleibt in Baden-Württemberg – von der SG Stupferich zog es den 39-jährigen Mittelfeldmann zu FV Grün Weiß Ottenbronn, wo von der Dämmerung bis in die Nacht hinein unter LED-Flutlichtanlage gegrätscht und geflucht werden kann. Selbstredend, dass GWANG-IN LEE als Ex-Steinbacher das Flair des südwestlichen Bundeslandes hat schätzen lernen dürfen und deshalb, natürlich, im Bundesland blieb, um sich bei Südwest-Regionalligist SGV Heilbronn-Freiberg schadlos zu halten. Ins Nachbarland Bayern (Pfui!) hingegen wollte unbedingt weiterhin ALEXANDER LUNGWITZ, um dort sein Können zu beweisen und tauschte in der fünftklassigen Bayernliga den FC Pipinsried (remember: Fabian Hürzeler) gegen den FSV Pfaffenhofen als Arbeitgeber. Statt Sachsen entschied sich CEMAL SEZER Ende August für Hessen und wechselte vom FSV Zwickau zu den Kasseler Löwen, wo zukünftig auch Eric Oelschlägel (siehe dort) sein Spielpartner sein wird. Im selben Bundesland ist der Braunschweiger MAX BRANDT gelandet, zog es vor, statt SSV Ulm 1846 lieber Wehen Wiesbaden auf der Visitenkarte stehen zu haben. “BG Pathum United” klingt da natürlich schon ganz anders auf dem Vorzeige-Din-A-8er. Und EDIN OSMANOVIC, zuletzt beim bosnischen Erstligisten FK Zeljeznicar Sarajevo am Start, schloss sich Ende Juli BG Pathum United in Thailand an, wo er nun erneut 1. Liga spielt. Immerhin in der Drittklassigkeit ist KWASI OKYERE WRIEDT dabei, der den Weg von Alemannia Aachen zum gerade mal so eben geretteten TSV Havelse gefunden hatte. Ebenfalls im Norden ist wieder Torhüter OLE SPRINGER unterwegs, ging von der halbjährigen Vereinslosigkeit im Januar zu Werder Bremen II und kann seit dem 1. Juli den VfB Oldenburg in der RL Nord mit Paraden unterstützen. Die Oldenburger verlassen hat hingegen AUREL LOUBONGO, der seit dem Sommer beim Drittligaabsteiger Erzgebirge Aue für Sturmwind sorgen soll. Das Erzgebirge verlassen hat stattdessen, in Richtung Drittligist SC Verl, MIKA CLAUSEN, der bei transfermarkt.de mit einem Marktwert von immerhin 275.000 Euro notiert ist. Etwa 250.000 Euro war um 2012 herum der Marktwert von NILS PICHINOT, der nun, ohne Notierung, von der DJK Struth zum 1. FC Eichsfeld (Thüringenliga) wechselte.

Auch ein paar Funktionäre beziehungsweise ehemalige Spieler, die ins Funktionärsgenre gewechselt sind, sollen hier noch Erwähnung finden. Zum einen ist dies der seinerzeit sportlich hoch geschätzte Ballkünstler CARSTEN PRÖPPER – auch beim FCSP 2007 schon mal kurz als Vizepräsident in Amt und Würden –, der als gebürtiger Remscheider im Mai als sportlich Verantwortlicher in den Vorstand des FC Remscheid (1968 Deutscher Amateurmeister, 1991-1993 mit Pröpper in der 2. Bundesliga) gewählt wurde. Dies geschah auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, nachdem der FC gerade von der Landes- in die Bezirksliga abgestiegen war. Beim VfL Wolfsburg gab es nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga nicht nur auf dem Grün einen merklichen Umbruch, sondern zudem in der Geschäftsführung. Dem fiel unter anderem auch der bald 55-jährige Geschäftsführer MICHAEL MEESKE zum Opfer, der seit 2018 im beliebten VW-Städtchen am Werkeln war. Nur gut drei Jahre wird ANDREAS RETTIG im Amt gewesen sein, wenn er sich zum 31. Dezember 2026 von seinem Job als DFB-Geschäftsführer Sport freiwillig verabschieden wird. Abschied nehmen, allerdings für immer, mussten wir leider auch in diesem Jahr wieder von einigen dem FC St. Pauli ehemals zugetanen Menschen. Gleich zwei herbe Verluste musste die braun-weiße Rugby-Community verkraften. Bereits am 18. März verstarb 83-jährig der 30-fache Nationalspieler HORST WOHLER. Wohler kam 1960 zum FC St. Pauli und wurde hier im Laufe der Jahrzehnte zu Hamburgs Rekord-Internationalem. Als langjähriger Kapitän des FCSP-Rugbyteams führte er den Verein 1964 zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte bei den Männern: die Deutsche Vizemeisterschaft. Bei diesem Endspiel am 7. Juni in Offenbach (0:11 gegen Hannover 78) war auch JENS CLAUSS dabei. Der von seinen Mitspielern “Zange” genannte Clauss wechselte 1959 mit ein paar Freunden aus der Fußballabteilung zu den Rugby-Jungs, dessen Vater war sogar Gründungsmitglied der Rugbyabteilung. Jens Clauss gehörte im Juni 1997 zudem zum ersten Aufsichtsrat des FC St. Pauli und übernahm im Gremium und im Verein echte Verantwortung, als es im Verein drunter und drüber ging und er Ende 1998 für ein paar Monate den AR-Vorsitz übernahm. Aus dem Aufsichtsrat schied der in der Hein-Hoyer-Straße großgewordene Clauss im Herbst 1999 aus. Beeindruckende 68 Jahre gehörte Jens Clauss dem FC St. Pauli an, am 18. Juni verstarb er 82-jährig. Nur zwei Jahre, von 1984 bis 1986, gehörte PETER NOGLY zum FCSP-Kosmos. Überraschend wechselte der Lübecker damals 37-jährig von Hertha BSC Berlin ans Millerntor, sollte mit dazu beitragen, den Verbleib des FCSP in der Zweitklassigkeit zu gewährleisten, nachdem man gerade aus der Amateuroberliga Nord aufgestiegen war. Dieses Vorhaben misslang bekanntlich, doch in der Folgesaison sorgte “Eiche” Nogly mit dafür, dass der Wiederaufstieg gelang. Besonders interessant machte das Ganze seinerzeit, weil der Mann aus Travemünde jahrelang beim Hamburger SV gekickt hatte und Nogly als Rothosen-Kapitän insbesondere vor dem ersten Erstligaderby gegen unseren Verein im September 1977 nicht eben feinfühlig mit des Stadtkonkurrenten-Seelenleben umging. Das 0:2 durch Tore von Kulka und Gerber war dann die angemessene Antwort damals. Peter Nogly verstarb nach langer, schwerer Krankheit 79-jährig im Marienkrankenhaus in Hamburg-Hohenfelde. Nicht ganz so prominent, aber umso präsenter war SUSANNE KATZENBERG im Vereinsleben des FC St. Pauli. Viel zu jung verstarb sie am 27. März im Alter von nur 59 Jahren. Die Fotografin war langjährige Dauerkartenbesitzerin, hatte Dauerausstellungen im Millerntor-Stadion, war Mitgründerin des “Mudder-Hartmann-Klubs” und nicht zuletzt Co-Fotografin des FCSP-Bildbands “Millerntor”. Ich lernte Susanne im Zuge dieser Buchproduktion kennen und habe sie dabei als sehr zugewandten und humorvollen Menschen kennengelernt – von ihrer fotografischen Kunstfertigkeit einmal ganz abgesehen. Der FC St. Pauli schrieb anlässlich ihres Todes auf Instagram: “Für den FC St. Pauli hat sie mit ihrer Arbeit einen bedeutenden Teil der Vereinsgeschichte sichtbar gemacht und für kommende Generationen bewahrt.” Dem ist nichts mehr hinzuzufügen; außer vielleicht: Tschüs Susanne, mach’s gut da oben.
// Ronny

Alle Beiträge beim MillernTon sind gratis. Wir freuen uns aber sehr, wenn Du uns unterstützt.

Das Verfassen von Kommentaren ist nur nach Registrierung möglich. Bitte bei Bedarf eine E-Mail mit Klarnamen und gewünschtem Username an Maik@MillernTon.de schicken.

MillernTon auf BlueSky // Mastodon // Facebook // Instagram // Threads // WhatsApp // YouTube

Schreibe einen Kommentar