Lage am Millerntor 02.06.2020

Wir wünschen Euch, frohe Pfingsten gehabt zu haben. Vielleicht ein bisschen Zeit für Eure Lieben, ganz vielleicht ein bisschen Fußball. Statt der erhofften drei Punkte und der langsamen Vorbereitung auf die Sommerpause gab es in Karlsruhe nur einen Zähler – und es bleibt spannend. Gehen wir also rein in eine Woche, die für uns schon am Freitag in Bochum das nächste Spiel bereithält.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)

+++ Update 11:20 Uhr +++
Die FIFA (ausgerechnet…) macht den Weg frei für das DFB-Sportgericht, so er denn überhaupt blockiert war.
Laut AP sollen die Sportgerichte „common sense“ walten lassen und den Kontext beachten, wenn es um eventuelle Sanktionen geht, die die Meinungsäußerungen zum Mord an George Floyd betreffen.

+++ Moin +++
FCSP News
Tja, ein Punkt also beim KSC. Zum (sicheren Über)Leben zuwenig, zum Sterben zuviel. Das Einzige, was positiv stimmen kann, ist wohl, dass man den Abstand nach unten punktetechnisch konstant halten konnte. Ansonsten hüllen wir über dieses Spiel wohl besser den Mantel des Schweigens und richten den Blick auf Freitag, wenn es um 18.30h im Ruhrstadion zum 14.Mal in dieser Saison darum geht, außerhalb von Hamburg dreifach Zweitligapunkte einzufahren, was bekanntlich noch nicht gelang.
Hoffen wir, dass auch Ryo Miyaichi bis dahin wieder fit ist und es keine weiteren Verletzten gibt.

Justice for George Floyd
Das weltweit bestimmende Thema der letzten Tage war nicht mehr Corona – und in diesem konkreten Fall ist dies sehr schade. Nicht, weil das Thema nicht wichtig wäre, sondern weil der Anlass dazu so grausam ist.
Die Stimmen, dass der Mord an George Floyd einen Wendepunkt in Sachen Polizeigewalt in den USA herbeiführt, werden größtenteils eher mit „Schön wär’s…“ müde belächelt, trotzdem ist natürlich gerade jetzt umso wichtiger, Solidarität zu zeigen.
Sportler auf der ganzen Welt haben dies getan, auch Profisportler in den USA haben sich zu Wort gemeldet. Im Fußball haben dies in der Bundesliga am Wochenende der Schalker Weston McKennie mit eine Schriftzug am Oberarm, der Dortmunder Jadon Sancho mit einem Schriftzug unterm Trikot beim Torjubel und der Gladbacher Marcus Thuram durch Niederknien beim Torjubel gemacht. Auch andere Dortmunder wie Achraf Hakimi hatten „Justice for George Floyd“ unterm Trikot stehen, präsentierten dies mangels Torerfolg aber nicht während des Spiels.

Unpopuläre Meinung (Maik): Die Gelbe Karte für Sancho war aus Schiedsrichtersicht in Ordnung. Diese gab es nicht für die Botschaft, sondern für das Ausziehen des Trikots – und es ist für einen Schiedsrichter nicht möglich, bei jedem Trikotausziehen immer einmal schnell um den Spieler herumzulaufen und zu schauen, ob und wenn ja was da evtl. zusätzlich geschrieben steht. Man kann die Regel (Karte für Trikotausziehen) doof finden, aber hier gab es keinen Spielraum. Die Karte hätte es halt auch gegeben, wenn da gar nichts gestanden hätte. Und Jadon Sancho hat diese Karte ganz sicher auch komplett einkalkuliert, so wie es seit Jahren jeder Spieler tut, der sein Trikot auszieht.
Umgekehrt gab es weder für Thuram noch für McKennie eine Karte, was ebenso natürlich völlig richtig ist. Wenn der Schiedsrichter McKennies Botschaft überhaupt wahrgenommen hat, so hätte er es im Spielbericht vermerken können – ob er dies getan hat, ist nicht überliefert.

ABER!
Das große „Aber“ kommt jetzt ins Spiel, wenn der DFB und sein Sportgericht hier wirklich über eine Bestrafung nachdenken. Ich weiß nicht, ob es sich hier um ein „Anzeigedelikt“ handelt, oder ob das Sportgericht evtl. „ermitteln“ muss, wenn es von politischen Botschaften Kenntnis hat.
Ersteres ignorieren wir mal, dann kommt der Anzeigende hoffentlich in die Hölle, sollte letzteres der Fall sein, so werden die „Ermittlungen“ hoffentlich schnellstmöglich wegen „Hier gibt es nichts zu sehen“ eingestellt.
Der DFB hat gestern schon mal etwas ungewöhnliches getan, er hat sich nämlich zu den Ermittlungen erklärt. Deuten wir das einfach mal dahingehend, dass man sich im Klaren darüber ist, dass hier nur ein Urteil erfolgen kann, und dies ist ein Freispruch bzw. eine Einstellung des Verfahrens.
Schön wäre natürlich gewesen, man hätte dies einfach sofort getan und sich in dem Text auch noch deutlicher positioniert, aber wir reden halt immer noch über den DFB.
Bleibt zu hoffen, dass den Worten des DFB-Präsidenten Fritz Keller auch Taten folgen und das Sportgericht entsprechend (nicht) handelt.

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Auch ganz ohne Spielbetrieb hat sich übrigens der FC Liverpool geäußert:

Und auch unser Ex-Spieler Fafa Picault hat sich geäußert:

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At 16 years old, I left my home country to accomplish my dreams and start my career. Throughout my 10 years abroad, I made some amazing friends, shared some of my best life moments, but also lived in a DAILY fight against racism, that often felt like a nightmare. 3 years and some months ago, events led me to return home and play in my country. As much as I love my country and the opportunity to play here, not much has been different socially. No matter how many languages I speak, how cultured I am, how much I’ve educated myself, how much love I spread, my daily battles remain the same. The deaths/killings are a small, yet bold fraction of what myself and those who look like me deal with on a DAILY basis. If a man can be killed in broad daylight, what do you think happens in the professional workforce? When we walk into stores? When cops racially profile us? When you hide your purse in the elevator? When you dismiss us all as drug dealers, upon appearance? When you only treat some of us well, because of our professions? We do not request pity. We do not need apologies. We want change. We want equality. I love every single person on this earth (even those that have done me wrong), but I too STAND today, exhausted. I pray you all are safe, and I pray for the hearts of the wicked. I love you all, God bless ✊🏾#gazelle #blacklivesmatter

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10 Jahre Kleiner Tod
Wir gratulieren ganz herzlich!
In der schnelllebigen Zeit sind zehn Jahre eine ganze Menge, da sind schon viele Internetseiten in nur einem Bruchteil dieser Spanne gegründet und wieder eingestampft worden.
Und wie es in unserer USP-Folge ja von Christian gesagt wurde: Die Akribie in der Sammlung von Tapetenfotos und die Dokumentation dieser ist großartig und eine Bereicherung.
Auf die nächsten zehn Jahre!

Der Glubb is ka Depp?
Aus unseren Vor- und Nach dem Spiel Gesprächen seid Ihr evtl. auf den „Ka Depp“-Podcast aufmerksam geworden. In der aktuellen Folge bespricht man, was da in Nürnberg gerade alles passiert.
Die Fanszene der Franken greift inzwischen schon nach dem vorletzten Strohhalm und schreibt an die Ehre appellierende Stellungnahmen, inklusive Tapeten am Trainingsgelände.

3.Liga is back
Natürlich sagt man ab und an, dass einem die Ligazugehörigkeit des eigenen Vereins ja egal sei, insbesondere beim FCSP. Andererseits kann man immer nur wieder ohne Ende dankbar sein, immer noch nicht wieder in der 3.Liga spielen zu müssen – das würden wir nervlich alle nicht lange mitmachen können.
Am Wochenende startete die 3.Liga (über Sinn und Zweck der Geschichte wurde bereits zurecht lang und breit diskutiert) – und die schon vorher enge Tabelle hat sich auch danach nicht wirklich entspannt. Von Platz 1 bis 11 sind es schlanke fünf Punkte! (Lediglich der FC Bayern II mittendrin darf nicht aufsteigen.)
Von Platz 12 bis zum ersten Abstiegsplatz sind es dann nur vier Punkte. Ein Wahnsinn… auch, und gerade was Planungssicherheit anbelangt, gerade zu Corona-Zeiten.
Und: Schon heute geht es weiter, u.a. empfängt Hansa Rostock um 20.30h den SV Waldhof Mannheim.

Zwei Elfmeter hintereinander
Noch ein kleiner Rechercheauftrag: Wann gab es das zuletzt, dass wir in zwei aufeinanderfolgenden Partien einen Elfmeter gegen uns gepfiffen bekamen, aber beide nicht verwandelt wurden?
Bonusfrage, falls es sich nicht bereits ebenfalls mit dem Fall gelöst wird: Wann wurden dann auch beide Spiele nicht verloren?
Wenn man das Darmstadt-Spiel noch mit dazu zählt, sind es sogar drei Elfmeter, die verschossen wurden, da war es halt nur einer für uns…

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Stop making stupid people famous
Heutiger Kandidat und quasi schon mit dem Preis für’s Lebenswerk ausgezeichnet:
Donald T.
Wir sind Antifa.

Bleibt gesund!
// Tim & Maik

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