Wer ist Simon Makienok? – Ein Spielerprofil

Der FC St. Pauli hat Simon Makienok verpflichtet. Der seit Ende der letzten Saison vereinslose Däne unterschreibt beim FCSP einen Vertrag bis 2022 und wird die Offensive verstärken.
(Titelbild: Stefan Groenveld)

Dieses Mal können wir leider kein Interview anbieten. Unsere Kontakte zu den Ex-Klubs von Makienok sind so übersichtlich, dass wir mit unseren Bordmitteln auskommen müssen. Experten für Preston North End, Utrecht und ähnliche Kaliber melden sich bitte für die Zukunft für unsere Kartei.
Da es vermutlich wieder den Einen oder die Andere verwundern wird, dass wir diesen Text so kurz nach der Bekanntgabe durch den Verein raushauen, eine kurze Erklärung: Während sich der Wechsel von Henk Veerman langsam andeutete, erschien auf dem Dänischen Pendant zu fussball.de, bold.dk der erste Hinweis. Eine kurze Übersetzung einer dänischen Bekannten offenbarte, dass Makienok bereits heute den Medizin-Check absolvieren soll (der ist auch bitter nötig, später mehr dazu) und sich der Berater zwar bedeckt hält, aber dem Gerücht auch nicht entschieden widerspricht. (Wer gerade keine dänische Bekannte hat, kann auch den Google Translator bemühen.)
Und da ja bereits aus verschiedenen Medien zu erfahren war, dass Andreas Bornemann erst morgen nach Herzlake reist und der FCSP nach Veermans Abgang Bedarf hat für einen solchen Spieler, haben wir eins und eins zusammengezählt und sind mit der Erstellung dieses Textes quasi All-in gegangen.
Da ihr diesen Text gerade lest, haben wir damit die absolut richtige Entscheidung getroffen, sonst läge er nämlich immer noch in den Entwürfen.
(Das Gerücht, wir hätten einen entsprechenden Artikel über alle Spieler der oberen europäischen Ligen ist natürlich kompletter Quatsch. Als ob wir uns auf Europa beschränken würden…)

Simon Makienok Christoffersen ist Stürmer und nicht nur deshalb mit Henk Veerman vergleichbar. Er ist nämlich auch mit 2,01m genauso groß wie Henk. Und Makienok kennt die zweite Liga. Er hat nämlich das letzte halbe Jahr bei Dynamo Dresden gespielt und in dieser Zeit drei Tore erzielt. Bis vor einigen Wochen war auch noch gar nicht klar, dass seine Zeit bei Dynamo wirklich endet (das „ich bin Fan auf Lebenszeit“ sollten wir ihm noch abgewöhnen). Beim Heimspiel gegen Dresden am Millerntor im Februar haben wir Makienok nicht auf dem Platz gesehen, da er rotgesperrt fehlte. Aber bevor wir tief in seine Vita eintauchen, könnt ihr Euch mal ein paar Tore von ihm gönnen:

Neben der Körpergröße gibt es leider noch mehr Vergleichbares zu Henk Veerman: Simon Makienok hat in letzter Zeit mit schweren Verletzungen zu kämpfen gehabt. Bevor er das letzte halbe Jahr bei Dynamo Dresden verbrachte, hat Makienok fast das gesamte Jahr 2019 und die Saison 17/18 aufgrund von schweren Verletzungen verpasst. In diesem Interview erzählt er ein wenig über diese schwere Phase. Deshalb kam er in seiner Zeit beim FC Utrecht auch nur zu insgesamt neun Einsätzen (zwei Tore) in 2 1/2 Jahren(!).
Vor dieser Zeit spielte Makienok zwei Jahre in der englischen zweiten Liga: Zuerst, 15/16 bei Charlton Athletic und in der Saison darauf bei Preston North End (insgesamt erzielte er in der Liga acht Tore in den beiden Jahren). Bei beiden Klubs war er jedoch nur als Leihgabe vom US Palermo. Dort spielte er auch die Saison 14/15. Wobei „spielen“ vielleicht das falsche Wort ist, da Makienok auch diese Saison nahezu komplett verletzt ausfiel. Richtig viele Tore erzielte Simon Makienok in den beiden Jahren zuvor in Diensten von Bröndby IF in der ersten und davor bei HB Köge in der zweiten dänischen Liga.
Das ist für einen 29-Jährigen eine ziemlich mächtige bzw. lange Vita. Und ja, er ist fast komplett volltätowiert (ohnehin ist sein Insta-Profil eine Reise wert… – oder noch deutlicher: Es ist pures Gold!!! Und… ähm… folgt einfach seiner Freundin).

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Die Rolle von Simon Makienok beim FCSP scheint recht klar zu sein: Er soll die durch den Weggang von Veerman entstandene Lücke füllen. Aber im Gegenteil zu Henk hat Simon Makienok noch ein paar andere Skills, die dem FCSP helfen können: Makienok ist ein sehr pass- und auch kopfballstarker Spieler (könnt ihr auch in diesem Video mal selbst anschauen und bewerten). Und daher muss vielleicht doch das Label „Ersatz für Henk Veerman“ etwas aufgeweicht werden, da Henk nun nicht als Wandspieler seine Kopfballstärke ausspielte (eher im Gegenteil). Wer sich die beiden Torvideos angeschaut hat, wird feststellen, dass gefühlte 80% seiner Tore im oder am Fünfmeterraum erzielt werden – was auch eine besondere Qualität ist.
Da Makienok nicht nur als Wandspieler für Kopfbälle gut ist, sondern auch das ein oder andere Tor per Kopf erzielte, könnte das z.B. recht gut mit der neuen linken Seite des FCSP zusammenpassen.

Trotzdem ist Simon Makienok definitiv kein Spieler auf den man in der Kaderplanung setzen sollte. Dafür ist seine Verletzungshistorie einfach viel zu erschreckend. Entsprechend kann davon ausgegangen werden, dass es noch weitere Neuverpflichtungen in der Offensive geben wird. Das finanzielle Risiko ist womöglich auch überschaubar, da keine Ablöse für ihn fällig ist und er bei seiner Historie sicher nicht zum Top-Verdiener am Milerntor werden wird.
Aber trotz des Fragezeichens aufgrund seiner Verletzungen können wir Simon Makienok als starken Zusatz zur Offensive betrachten. Ein Spieler, der, wenn er fit ist, durchaus wertvoll für das Spiel des FCSP sein kann und auch ein paar Skills in den Kader bringt, die so noch nicht vorhanden sind.
Wir wünschen jetzt bereits beste Gesundheit und sind sehr gespannt!

Herzlich Willkommen am Millerntor, Simon Makienok!
// Tim

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