What shall we do with the drunken Spielplan?

What shall we do with the drunken Spielplan?

Man muss es nochmal festhalten: Der Profifußball ist durch die Pandemie erstaunlich gut durchgekommen, insbesondere in Deutschland sind die wenigen Ausreißer mit Verstößen gegen das Hygienekonzept meist eher Bestätigung der Regel. Auf den letzten Metern der Saison droht der Zug der 2.Liga aber jetzt zu entgleisen.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Zunächst einmal das Spielplan-Update: Die DFL hat die Spiele der in Quarantäne befindlichen Teams von Holstein Kiel und dem SV Sandhausen in der kommenden „Englischen Woche“ abgesetzt, konkret betrifft das die Partien Vizestadtmeister – Karlsruher SC und Holstein Kiel – SV Sandhausen.
Neue Spieltermine will die DFL „spätestens Freitag“ bekannt geben, insbesondere Kiel ist dabei ein Problem. Auch für Sandhausen und den HSV wird es zeitlich herausfordernd, aber Kiel ist da noch eine ganz andere Hausnummer. Ich hatte das in der Lage ja schon mal durchgespielt und bringe dann mal ein (mögliches) neues Szenario mit der jetzt neuen Absage für nächste Woche:
(bisher angesetzte Termine in Fettdruck)
(Update: Gleichzeitig mit der Veröffentlichung terminierte die DFL die Kieler Spiele neu, ich hab das unten auf die Schnelle angepasst.)

  • Sonntag, 25.April: VfL Osnabrück – Holstein Kiel
  • Dienstag, 27.April: 1.FC Nürnberg – Holstein Kiel
  • Samstag, 01.Mai: Borussia Dortmund – Holstein Kiel (DFB-Pokal)
  • Dienstag, 04.Mai: Holstein Kiel – SV Sandhausen
  • Freitag, 07.Mai: Holstein Kiel – FC St.Pauli
  • Montag, 10.Mai: Holstein Kiel – Hannover 96
  • 13.Mai: evtl. DFB-Pokalfinale
  • Sonntag, 16.Mai: Karlsruher SC – Holstein Kiel
  • Sonntag, 23.Mai: Holstein Kiel – Darmstadt 98

Mit dieser Variante spart man sich sogar die Notlösung, ein Spiel zwischen Spieltag 33 & 34 anzusetzen.

Aber Moment, gab es das denn schon mal, dass ein Spiel zwischen den beiden letzten Spieltagen angesetzt wurde? Ja, die legendäre „Wir spielen lieber statt zu trainieren“-Tour von Bayer 05 Uerdingen im April 1986!

  • Mittwoch, 2.April 1986- Atletico Madrid (A)
  • Samstag, 5.April 1986 – 1.FC Köln (A)
  • Dienstag, 8.April 1986 – 1.FC Saarbrücken (A)
  • Freitag, 11.April 1986 – Werder Bremen (H)
  • Mittwoch, 16.April 1986 – Atletico Madrid (H)
  • Freitag, 18.April 1986 – 1.FC Nürnberg (H)
  • Sonntag, 20.April 1986 – Hannover 96 (A)
  • Dienstag, 22.April 1986 – Borussia Mönchengladbach (A)
  • Donnerstag, 24.April 1986 – Eintracht Frankfurt (H)
  • Samstag, 26.April 1986 – Fortuna Düsseldorf (H)

Zehn Spiele in 24 Tagen. Sogar sechs Spiele an den letzten elf Tagen!
Gegen Madrid wurden beide Spiele im Europapokal der Pokalsieger (Halbfinale) verloren, alle anderen Spiele waren Ligaspiele und lediglich in Köln und in Hannover spielte man Unentschieden. Die anderen sechs Ligaspiele wurden aufgrund der hohen Belastung… gewonnen!
Uerdingen marschierte mit diesem Wahnsinns-Endspurt noch von Platz 7 auf Platz 3, der 33.Spieltag wurde am Dienstag ausgetragen (Werder-Fans: Kutzop-Elfmeter!) und Uerdingen spielte dann halt am Donnerstag noch mal.
Sorry für diesen kleinen Ausflug in die Historie. Eine Wiederholung der oben angeführten letzten sechs Spiele (Mi – Fr – So – Di – Do – Sa) erscheint aus heutiger Sicht unmöglich, aber… wer weiß.
Und warum war Uerdingen damals überhaupt so in Terminnot? Warum endete die Saison schon im April?
Für das frühe Saisonende war die WM ’86 in Mexiko verantwortlich. Und für viele ausgefallene Spiele der Winter bzw. die Platzverhältnisse in Zeiten, als Rasenheizungen noch kein Standard waren.

Das wäre natürlich alles nicht 1:1 auf die heutige Zeit zu übertragen. Die Athletik heute ist eine andere, die Belastung auch – andererseits ist natürlich auch das „Drumherum“ (Komfort bei Reisen, Regeneration, Medizin) 35 Jahre weiter als damals.

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Über allem steht die Bemühung der DFL, die Saison „sportlich“ zu beenden, inklusive der Relegation, auch wenn ein Vertreter des SV Sandhausen diese jüngst gerne als verzichtbar darstellte – verständlich, aus seiner Sicht, aber kaum realistisch. Während man die 2.Liga als solche problemlos verlängern könnte, da kaum Spieler zur Euro2020 abgestellt werden, ist dies eben für die Relegation nicht möglich, da dies bei den betroffenen Erstligisten anders aussieht. Und da die Relegationsteilnahme wohl auch bis zum letzten Spieltag offen bleiben könnte und Kiel einer der möglichen Hauptakteure ist – ja, spannend, alles.
Was natürlich nicht passieren darf, wäre ein weiteres Team der 2.Liga in häuslicher Quarantäne. (Und die heute kommunizierte halbe Quarantäne von Hertha BSC ist da schon nah am Unglück.) Dann fliegt nämlich auch der Notfall-Spielplan ober sehr wahrscheinlich auseinander. Die Quarantäne Trainingslager scheinen da die einzig mögliche Lösung, auch wenn selbst die natürlich keine Garantie liefern.
Was dann passiert? Pure Spekulation.
Wertungen gegen die Nicht-Antretende Mannschaft?
Verlängerung der Saison?
Keine Auf- und Absteiger?
Ich weiß es nicht und wahrscheinlich weiß man das bei der DFL aktuell auch nicht, weil es zu viele verschiedene Szenarien sind. Ich tippe darauf, dass man weiterhin versuchen wird, die Saison auf Gedeih und Verderb am 23.Mai abzuschließen (plus Relegation).
// Maik

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