Lage am Millerntor – 18.Mai 2021

Lage am Millerntor – 18.Mai 2021

Nein, Hannover ist abgehakt – aber das Titelfoto von Peter Böhmer ist einfach zu schön, um es Euch vorzuenthalten, Vielen Dank dafür, wie immer! (Gute Besserung, Marvin Ducksch, selbstverständlich.) Ansonsten: Lübeck ist abgestiegen, Keller zurückgetreten, an einigen Orten werden Fans zugelassen, an anderen nicht – auf in die Lage am Dienstag.

FCSP News

Simon Makienok im Interview

Anlässlich des gestrigen „Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit“ (#IDAHOBIT) ist auf der Vereinshomepage ein Gespräch mit Simon Makienok nachzulesen.
Ich werde hier jetzt nicht ein paar „catchy phrases“ als Zitate rausgreifen, weil Ihr Euch gerne die Zeit nehmen solltet, es komplett zu lesen. Was mir an seinen Aussagen besonders gut gefallen hat, ist die „zurückhaltende Entschlossenheit“, (in Ermangelung eines besseren Begriffes). Er versucht gar nicht erst so zu tun, als hätte er die große Allwissenheit, sondern er handelt einfach nach bestem Wissen und Gewissen. Wer ihm auf Instagram folgt, dürfte schon lange wissen, dass er sich so verhält, wie er es bei seinem Antritt hier angekündigt hat und tatsächlich sehr regelmäßig und ohne Aufforderung die Werte des FCSP auch selbst nach außen verkörpert – weil es auch seine eigenen sind.

Lage der Liga

Der SC Paderborn hat gestern den Nachfolger für den am Saisonende ausscheidenden Trainer Steffen Baumgart präsentiert: Lukas Kwasniok! Der war lange Jahre Spieler und später Jugendtrainer beim KSC und brachte letztes Jahr den 1.FC Saarbrücken in die 3.Liga und dort jetzt auch zum mehr als souveränen Klassenerhalt. Von einem mir bekannten Taktik-Experten bekam ich gestern zu dieser Personalie folgende Nachricht: „Kwasniok wird übrigens von Taktik-Bloggern verehrt“ Na, dann schauen wir in einem Jahr mal, ob die Nerds hier richtig lagen.

Beim Vizestadtmeister hingegen hat ein Spieler jetzt mehr Tagesfreizeit: Der ehemalige Dortmunder Jeremy Dudziak wurde von Horst Hrubesch aus dem Quarantäne-Trainingslager nach Hause geschickt, „weil er sich an einfache teaminterne Regeln nicht gehalten“ hätte. Laut Hamburger Abendblatt (€) hätte er sowohl vor der 2:3-Niederlage beim VfL Osnabrück als auch am Montag einen Termin zu spät mit seiner Anwesenheit beehrt und durfte dann noch gestern abreisen. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2022.

Leihspieler Watch

Ersin Zehir saß gestern beim Heimspiel des VfB Lübeck gegen den FSV Zwickau zunächst nur auf der Bank und wurde dann in der 61.Minute beim Stand von 1:1 eingewechselt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Lübeck durch ein Nachtreten von Kapitän Grupe bereits dezimiert – Trainer Landerl sah diese Entscheidung als nicht ganz korrekt an, vorsichtig formuliert (Highlights beim Kicker). In der 76.Minute erzielte dann ein anderer Ex-Kiezkicker das Siegtor – aber es war nicht Yannick Deichmann für die Marzipanstädter, sondern Felix Drinkuth für die von Ex-Kiezkicker Joe Enochs trainierten Gäste.
Somit ist der Abstieg des VfB Lübeck nach nur einem Jahr 3.Liga schon wieder besiegelt.

Leihspieler Watch 2020/21

SpielerSpieltageEinsätzeStartelfToreAssistGelbG/RRot
Yiyoung Park
(Türkgücü München)
38282200100
Ersin Zehir
(VfB Lübeck)
363022641000
Florian Carstens
(SV Wehen-Wiesbaden)
38292810611
Maximilian Franzke
(1.FC Magdeburg)
348611000
Jakub Bednarczyk
(Zaglebie Lubin)
288300000
Kevin Lankford
(SV Wehen-Wiesbaden)
18161123200
Marvin Senger
(1.FC Kaiserslautern)
1615810200

Fanszene News

Bilder und Berichte

Noch ein Nachtrag zum Hannover-Spiel von Kleiner Tod. Sportlich gibt es da nicht viel mehr zu zu sagen als Tim es eh schon getan hat, aber was rund ums Stadion los war (oder eben auch nicht) wurde dort mit vielen Bildern festgehalten.
Das „Nach dem Spiel“-Gespräch von Michael mit Henrik vom 96Freunde-Blog ist ebenfalls online, hier wird ein schöner Rundumblick über das Spiel und das Drumherum geworfen.
Erneut ist kritisch anzumerken, dass der South End Scum noch keinen Bericht geliefert hat – wir lassen allerdings mildernde Umstände gelten, weil sie dieses schöne Geburtstagsvideo zur St.Gala eingereicht hatten:

Werbung

Außengastronomie in Hamburg

Ob Ihr diesen Abschnitt nun gedanklich in „Fanszene“ oder „Döntjes“ zuordnet ist mir egal, es geht jedenfalls um diese Nachricht, exemplarisch vom NDR: Am Sonntag kündigte Bürgermeister Tschentscher bei Anne Will an, die nächsten Schritte zu Lockerungen in Angriff zu nehmen. Grundsätzlich sinnvoll, keine Frage. Allerdings fehlen noch jegliche Regeln, wie dies in der Praxis umzusetzen sein wird – und das ist sicher für die Gäste nicht so richtig super, für die Verantwortlichen (die Läden selbst) aber natürlich ein viel größeres Problem, finanziell bezüglich der Planbarkeit, vor allem aber auch rechtlich.
Hier zunächst das Statement vom Zoo (FB-Link, Einbettung aufgrund des NDR-Beitrags nicht möglich) und anschließend in voller Länge auch jenes vom Barkombinat.

Döntjes

Kein Freiburger Keller mehr beim DFB

Was er angekündigt hatte, setzte er gestern dann auch um: Fritz Keller ist als DFB-Präsident zurückgetreten.

„In jeder Phase der Umsetzung dieser Grundsätze stieß ich innerhalb des DFB auf Widerstände und Mauern.
[…] musste ich feststellen, dass es viel zu häufig um eigene Befindlichkeiten, interne Machtkämpfe, um die Sicherung von Vorteilen sowie um das „Arbeiten“ am eigenen Bild in der Öffentlichkeit ging. […]
Mein Fehlverhalten erfolgte in einem für den DFB beschämenden Umfeld, mein Rücktritt wird die Probleme innerhalb des DFB und des Fußballsports allerdings nicht lösen.“ 

Stellungnahme Fritz Keller

Jeder Satz eine schallende Ohrfeige für diesen Verband, allen voran für Vize Rainer Koch. Ob und wie dieser jetzt auch wirklich den Weg frei macht und nicht doch noch durch die Hintertür wieder zurück ins Präsidium will, dürfte eine der entscheidenden Fragen für die (zwingend notwendige) Neuausrichtung des DFB sein.

Am Wochenende Fans in den Stadien?

Eigentlich hatte ich gehofft, dieses Stammthema vom Saisonbeginn müsste man für diese Saison nicht mehr hervorholen, aber so einfach ist das halt nicht. Am Wochenende wird es (Stand jetzt) wohl zumindest bei Union Berlin – RaBa Leipzig Fans im Stadion geben, 2.000 Menschen sollen es an der Alten Försterei sein dürfen. Wie so oft hat auch dieses Thema zwei Seiten. Aus Sicht des Vereins kann man die Finanzen wohl vernachlässigen, der Mehraufwand dürfte eventuelle Einnahmen sicher nahezu auffressen. Man verkauft es mit der Argumentation, die Union schon von Beginn an anführte: Zum einen gehören Fans einfach ins Stadion, ohne sie macht es keinen Spaß und das dürfte die Pandemie auch klar gezeigt haben. Außerdem sammelt man mit solchen ersten Schritten natürlich auch Erfahrungen für die Zukunft – und so ein Test noch vor der Sommerpause kann hier sicher wertvolle Erkenntnisse liefern. Es ist also ein „Pilotprojekt“ (Tagesspiegel).
Und auf die Fläche der Alten Försterei bezogen, dürfte tatsächlich die Ansteckungsgefahr (beim Einhalten aller Vorgaben, Abstand und Masken) an der frischen Luft eher gering bis nicht vorhanden sein.
Auf der anderen Seite ist der Aufenthalt im Stadion ja eh nicht das große Problem, sondern die An- und Abreise. Inwiefern dies bei 2.000 Menschen ein Risiko ist oder ob das auch durch Zugangs-Termine sinnvoll entzerrt werden kann, dürfen gerne Leute mit mehr Ahnung als ich ich entscheiden.
Und dann steht natürlich die Frage im Raum, ob so ein Fußballspiel mit Fans denn eben das positive Zeichen ist, auf das Deutschland gewartet hat – oder ob man nicht besser einfach die Saison jetzt stillschweigend zu einem Ende gebracht hätte.
Für diese Variante hat sich jedenfalls Holstein Kiel entschieden, die bekanntlich am Wochenende gegen Darmstadt 98 den ersten Aufstieg der Vereinsgeschichte in die 1.Bundesliga feiern könnten. Überraschende hatte die Stadt Kiel gestern in Aussicht gestellt, dass Fans am Sonntag dabei sein könnten – wahrscheinlich mit einer ähnlichen Überlegung wie (s.u.) in Rostock, wo man davon ausgeht eventuelle Menschenansammlungen bei einer Aufstiegsfeier besser kontrollieren zu können, wenn sie sich im Stadion aufhalten als ungeordnet im Stadionumfeld. Der Verein aber stellte dann schnell klar, dass dies so nicht passieren werde. Nun mag es sein, dass dies auch organisatorisch eng geworden wäre, der Verein hatte aber eine deutlich bessere Begründung:

Weder sollte der Profifußball für sich eine Sonderrolle in der Gesellschaft reklamieren. Denn auch in anderen Veranstaltungsbranchen sind derzeit keine Zuschauer zugelassen. Noch möchte die KSV Holstein eine Bevorzugung gegenüber anderen Sportvereinen im Land erfahren.

Holstein Kiel

Gerne Zuschauer dabei gehabt hätte der 1.FC Köln im finalen Spiel um die Ligazugehörigkeit gegen Schalke 04. Der Effzeh hätte hier davon profitiert, dass Köln eine der „Pilotstädte“ in NRW ist – allerdings ist die Inzidenz in Köln aktuell zu hoch (knapp über 100), so dass diese Sonderregelung nicht greifen kann. Da sie auch fünf Tage in Folge unter 100 liegen muss, reicht die Zeit bis Samstag nicht mehr – der Verein kündigte aber bereits an, für eine eventuelle Relegation einen neuen Versuch zu unternehmen.
Und dann haben wir da noch Hansa Rostock, die am Samstag wohl wie berichtet gegen den VfB Lübeck 7.500 Fans ins Stadion lassen dürfen (NDR).

Rassismus im NLZ bei Union?

Das Thema von außen zu bewerten dürfte weiterhin schwierig bis unmöglich sein. Beste Herangehensweise dürfte daher sein, da ganz in Ruhe drüber zu sprechen und im Zweifel auch noch mit Leuten (wenn schon nicht mit direkt Betroffenen), die da deutlich tiefer im Thema sind. Und wo ginge das besser als in einem Podcast? Dementsprechend geht die Hörempfehlung der Woche an den Rasenfunk. Wenn wir nächste Saison endlich aufsteigen, empfehlen wir den natürlich wieder jede Woche… und sobald Max endlich mit dem zeitraubenden Podcast über diesen Bayern-Funktionär durch ist, kriegt er sicher auch wieder die 2.Liga-Kurzpässe hin.
Aber zurück zum Thema: In der aktuellen Schlusskonferenz spricht er u.a. mit Laurenz Schreiner (Buzzfeed News) und Sebastian Fiebrig (Textilvergehen) über dieses Thema und hat auch eine umfangreiche Linkliste zum Thema erstellt. Selbstverständlich gibt es Kapitelmarken, das Thema startet bei exakt 2h00m.

Werbung

Finanzen beim SV Werder: „Das Insolvenzrisiko ist sehr, sehr minimal.“

Ja, das ist ein bisschen so wie mit dem schönen Satz: „Denke jetzt bitte NICHT an einen rosa Elefanten!“
Schwierig, Negation klappt im menschlichen Gehirn nur so semi. Was also bei obiger Aussage von Frank Baumann hängen bleibt, ist ein Insolvenzrisiko. Ich hatte letzte Woche schon den sehr ausführlichen Artikel der Deichstube verlinkt, gestern widmete sich der NDR (inkl. obigem Zitat) dem Thema und auch die Deichstube legte nach.

Vorfälle rund um den Aufstieg von Dynamo Dresden

Die innere Überzeugung, heutzutage zu Allem möglichst schnell eine Meinung zu haben und diese auch öffentlich mitteilen zu müssen. Gibt es da eigentlich schon einen Begriff für? Bestimmt.
Ich kann mich da vielleicht ab und zu auch nicht von freisprechen, versuche aber mein Bestes dann auch immer beide Seiten zu sehen. Da es seitens der Polizei wieder genug Verbreitung der dortigen Sichtweise in vielen Medien gibt, beschränke ich mich hier für heute darauf, Euch ein paar Links „der anderen Seite“ zu zeigen. Klar, dies ist dann unter Umständen auch einseitig und das sollte man beim Lesen auch so im Kopf behalten.
Beginnen wir mit der recht neutralen Schilderung des MDR, in der auch die Vereinsführung von Dynamo zu Wort kommt. Das Fanprojekt äußert sich so, wie man es wahrscheinlich so kurz danach tun sollte, nämlich zurückhaltend und ohne Details. Und die Schwarz-Gelbe-Hilfe versucht sich etwas später in einer ersten Aufarbeitung.
Insbesondere beim letzten Text würde ich gedanklich auch an der ein oder anderen Stelle einhaken, aber… ich war nicht dabei und: siehe den ersten Satz dieses Abschnitts.

Bleibt gesund!
// Maik

MillernTon auf Twitter //
MillernTon auf YouTube //
MillernTon auf Facebook //
MillernTon auf Instagram //

Wenn Dir gefällt was wir hier tun, findest Du hier die Infos dazu, wie Du uns unterstützen kannst.

5 thoughts on “Lage am Millerntor – 18.Mai 2021

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.