{:de}Wingman gesucht! – Wer stürmt neben Guido Burgstaller?{:}{:en}Wingman wanted! – Who will join Guido Burgstaller as a forward?{:}

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In der Vorbereitung und zum Saisonauftakt stand Simon Makienok beim FC St. Pauli auf dem Platz. Im zweiten Spiel gegen Erzgebirge Aue saß er auf der Bank. Eine Woche später im Pokal war er wieder Teil der Startelf. Dieses Hin und Her hat weniger mit seiner Leistung zu tun, sondern mehr mit den Spielertypen, die der FCSP im Sturmzentrum benötigt.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Das der Stellenwert von Stürmern nur an der Anzahl ihrer Tore ermittelt wird, ist grober Unfug. Das ist spätestens seit der Zeit von Lennart Thy beim FC St. Pauli auch hier weithin bekannt. Klar ist aber auch, dass das Toreschießen ein zentrales Kriterium ist und Stürmer auch weiterhin daran gemessen werden. Die Anforderungsprofile sind aber inzwischen erheblich vielfältiger geworden. Vielfältig ist auch die Zusammensetzung des Kaders des FC St. Pauli auf dieser Position.

Wandspieler? Konterspieler? Strafraumstürmer?

Der FC St. Pauli hat sechs Stürmer in seinem Kader: Guido Burgstaller, Simon Makienok, Maximilian Dittgen, Etienne Amenyido, Daniel-Kofi Kyereh und Igor Matanović. Jeder dieser Spieler bringt ganz unterschiedliche Eigenschaften mit sich. Das ist auf der einen Seite nicht ganz optimal, da z.B. bei einer Verletzung ein direkter Ersatz fehlt. Auf der anderen Seite bietet diese Vielfalt dem Trainer-Team die Möglichkeit das eigene Spiel ganz individuell an den jeweiligen Gegner anzupassen. Mit so einer Anpassung ist z.B. auch der Startelf-Einsatz von Maximilian Dittgen in Aue zu erklären, wie Timo Schultz nach dem Spiel berichtete. Leider sind die Möglichkeiten aufgrund der Verletzungen von Amenyido und Matanović derzeit arg eingeschränkt. Trotzdem bieten sich mit Maximilian Dittgen und Simon Makienok zwei fast gegensätzliche Spielertypen für die Position neben Guido Burgstaller an.

Dittgen ist eher ein Konterstürmer, bringt enormes Tempo mit und kann dadurch auch im Pressing eine wichtige Rolle spielen. Simon Makienok kann eher als eine Art Wandspieler agieren, da er nicht nur Ziel für lange Bälle ist, sondern mit solidem Passspiel diese auch weiterleiten kann. Schultz hob auf der PK nach dem Spiel hervor, dass Erzgebirge Aue enorm viele Sprints absolviert und daher einen laufstarken Spieler auf der Position neben Burgstaller benötigte – die Wahl fiel daher auf Dittgen. Weniger Power im Anlaufen, mehr Passsicherheit und auch die Option „langer Ball“ wurde dann gegen Magdeburg benötigt, weshalb Makienok wieder in die Startelf rotierte.

Dieser Unterschied drückt sich nach zwei Spielen auch ziemlich krass in den Statistiken aus: Simon Makienok hat bisher pro 90 Minuten über 15 Kopfballduelle bestritten (viertmeiste der Liga), Dittgen nur ein einziges. Auf der anderen Seite hat Makienok noch kein einziges Mal gedribbelt, während Dittgen mit über fünf Dribblings pro 90 Minuten in den Top5 der Liga rangiert.

Bringt aufgrund seines Tempos ganz andere Eigenschaften mit als die personifizierte Lufthoheit Makienok: Maximilian Dittgen.
(c) Peter Böhmer

Eine andere Rolle bekleidet Guido Burgstaller. Der ist zwar auch sehr aktiv in allen anderen Bereichen, ist aber weiterhin der klare Zielspieler beim FCSP, der Typ Strafraumstürmer. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Makienok nur einmal, Dittgen noch gar nicht auf das gegnerische Tor geschossen haben. Gerade das ist so etwas wie der Knackpunkt bei beiden Spielern: Sowohl Dittgen als auch Makienok haben sich noch nicht wirklich nachhaltig als Torjäger empfohlen. Diese Rolle nehmen beim FC St. Pauli klar Burgstaller und, aus einer tieferen Position, Kyereh ein. Es geht bei der Besetzung der Position neben Burgstaller also aktuell eher um eine Art „Wingman“.

Prognose für das Derby

Warum mache ich mir eigentlich über die unterschiedlichen Stümertypen Gedanken? Es ist Derbywoche und ich bin aufgeregt. Und da malträtieren mich solche Fragen zur Aufstellung noch etwas mehr als sonst eh schon. Die Frage wer da vorne gegen den HSV spielen wird, ist aus meiner Sicht eine ganz entscheidende. Denn die Besetzung wird eine Art Richtung für das Spiel vorgeben.
Die Innenverteidigung des HSV ist mit Sebastian Schonlau und Jonas David ziemlich gut besetzt. Beide können in Sachen Lufthoheit aber nicht mit dem Duo Ziereis/Medić mithalten (Ziereis liegt mit 90% gewonnener Kopfballduelle noch vor einem gewissen Lasse Sobiech auf dem ersten Platz in der Liga, hat aber auch bisher keine „Kopfballungeheuer“ zu betreuen gehabt). Aber das Duo ist auch alles andere als leicht zu bezwingen in der Luft. Trotzdem dürfte der FC St. Pauli Vorteile in der Luft haben, wenn Simon Makienok auf dem Platz steht. Andererseits ist besonders Sebastian Schonlau nicht als schnellster Spieler bekannt, könnte gegen einen Spieler wie Dittgen also deutliche Nachteile haben. Es gibt also für beide Seiten gute Argumente (bei der etwas klobigen Abwehr von Erzgebirge Aue schlug das Pendel jedoch viel klarer gen Dittgen aus).

Die Entscheidung wer neben Guido Burgstaller stürmt dürfte eher anhand der Definition der eigenen Taktik fallen. Setzt der FCSP vermehrt auf Umschaltmomente oder benötigt im Aufbauspiel die Exit-Strategie „langer Hafer“? Bei dem Druck, den der HSV auf das Aufbauspiel des FC St. Pauli entfachen dürfte, scheint eine Exit-Strategie sinnvoll. Ich tendiere trotzdem zu den Umschaltmomenten. Denn wenn man eines während der letzten beiden Trainer-Stationen von Tim Walter gelernt hat, dann, dass der sogenannte „Walter-Ball“ seine Schwächen in defensiven Umschaltmomenten hat. Vorteil Dittgen (der übrigens jeden Moment erneut Papa werden könnte).

//Tim

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Simon Makienok was on the pitch for FC St. Pauli in preparation and at the start of the season. In the second match against Erzgebirge Aue, he was on the bench. A week later in the cup, he was again part of the starting eleven. This back and forth has less to do with his performance and more to do with the types of players FCSP needs in the forward’s area.
(Cover picture: Peter Böhmer)

That the value of strikers is only determined by the number of goals they score is gross nonsense. This has been widely known here at the latest since Lennart Thy’s time at FC St. Pauli. It is also clear, however, that scoring goals is a central criterion and strikers will continue to be measured by it. However, the requirement profiles have become much more diverse in the meantime. The composition of the FC St. Pauli squad at this position is also diverse.

Wall player? Counterattacking player? Penalty area striker?

FC St. Pauli has six strikers in its squad: Guido Burgstaller, Simon Makienok, Maximilian Dittgen, Etienne Amenyido, Daniel-Kofi Kyereh and Igor Matanović. Each of these players brings very different qualities to the table. On the one hand, this is not entirely optimal, as there is no direct replacement in the event of an injury, for example. On the other hand, this diversity offers the coaching team the possibility to adapt their own game individually to the respective opponent. This kind of adaptation also explains the use of Maximilian Dittgen in the starting eleven in Aue, as Timo Schultz reported after the game. Unfortunately, the options are very limited at the moment due to the injuries to Amenyido and Matanović. Nevertheless, with Maximilian Dittgen and Simon Makienok, two almost opposing types of players are available for the position next to Guido Burgstaller.

Dittgen is more of a counterattacker, brings enormous speed and can therefore also play an important role in pressing. Simon Makienok can act more as a wall player, as he is not only a target for long balls but can also pass them on with solid passing. Schultz emphasised in the post-match press conference that Erzgebirge Aue do an enormous amount of sprinting and therefore needed a strong-running player in the position next to Burgstaller – the choice, therefore, fell on Dittgen. Less power in the run-up, more passing security and also the option „long ball“ were then needed against Magdeburg, which is why Makienok was rotated back into the starting eleven.

This difference is also expressed quite blatantly in the statistics after two games: Simon Makienok has so far contested over 15 headed duels per 90 minutes (fourth-most in the division), Dittgen only one. On the other hand, Makienok has not dribbled a single time, while Dittgen ranks in the top five in the division with over five dribbles per 90 minutes.

Due to his speed, he has completely different qualities than the personified air sovereignty Makienok: Maximilian Dittgen.
(c) Peter Böhmer

Guido Burgstaller has a different role. He is also very active in all other areas but is still the clear target player at FCSP, the type of penalty area striker. So it is not surprising that Makienok has only scored once and Dittgen not at all. This is the crux of the matter with both players: neither Dittgen nor Makienok have really made a name for themselves as goal scorers. This role is clearly taken by Burgstaller and, from a lower position, Kyereh at FC St. Pauli. So the position next to Burgstaller is currently more about a kind of „wingman“.

Prediction for the derby

Why am I actually worrying about the different types of strikers? It’s derby week and I’m excited. And questions like that about the line-up torture me even more than usual. The question of who will play up front against HSV is a crucial one in my view. Because the line-up will set a kind of direction for the game.

HSV’s central defence is pretty well manned with Sebastian Schonlau and Jonas David. However, neither can keep up with the Ziereis/Medić duo when it comes to aerial supremacy (Ziereis is still in first place in the division with 90% of headers won, ahead of a certain Lasse Sobiech, but he hasn’t had any „header monsters“ to look after so far either). But the duo is also anything but easy to defeat in the air. Nevertheless, FC St. Pauli should have advantages in the air when Simon Makienok is on the pitch. On the other hand, Sebastian Schonlau in particular is not known as the fastest player, so he could have clear disadvantages against a player like Dittgen. So there are good arguments for both sides (however, with Erzgebirge Aue’s somewhat clunky defence, the pendulum swung much more clearly towards Dittgen).

The decision as to who will play next to Guido Burgstaller is more likely to be based on the definition of the team’s own tactics. Will FCSP rely more on transition moments or need the exit strategy „long oats“ in the build-up play? Given the pressure that HSV is likely to unleash on FC St. Pauli’s build-up play, an exit strategy seems to make sense. Still, I tend to go for the transition moments. Because if there’s one thing you’ve learned during Tim Walter’s last two coaching stints, it’s that the so-called „Walter Ball“ has its weaknesses in defensive transition moments. Advantage Dittgen (who, by the way, could become a daddy again at any moment).

//Tim (translated by Arne)

(Unless otherwise marked, all statistics are from Wyscout)

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3 thoughts on “{:de}Wingman gesucht! – Wer stürmt neben Guido Burgstaller?{:}{:en}Wingman wanted! – Who will join Guido Burgstaller as a forward?{:}

  1. //Ich tendiere trotzdem zu den Umschaltmomenten.//
    Yep, sehe ich auch als vielversprechenden Ansatz.
    Rechnest du schon mit Hartel in der Start11?

  2. Hab ihn nicht in meiner Start11

    Vasilj – Zander, Ziereis, Medic, Paqarada – Smith, Becker, Buchtmann, Kyereh – Burgstaller, Dittgen

    Bin auf Deine und natürlich Schulle gespannt, wie auf das Spiel.

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