Fünf Gründe für das Viertelfinale

Fünf Gründe für das Viertelfinale

Morgen steht für den FC St. Pauli das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund an. Der Gast aus Dortmund, amtierender Pokalsieger, geht als klarer Favorit in dieses Spiel. Oder etwa nicht? Nun, es gibt tonnenweise Gründe, warum nur der FCSP dieses Spiel gewinnen kann. Wir präsentieren fünf davon.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Ihr habt erhebliche Zweifel daran, dass der FC St. Pauli morgen das Pokalspiel gegen Borussia Dortmund gewinnt? Tief durchatmen und entspannen. Schaut euch einfach die folgenden fünf Gründe an, warum der FC St. Pauli dieses Spiel schlicht nicht verlieren kann:

1. Niederlagen im Achtelfinale

Borussia Dortmund und das Pokal-Achtelfinale – das ist definitiv keine Liebesgeschichte. Mag ja sein, dass es sich bei diesem Klub um den amtierenden Pokalsieger handelt, aber habt ihr mal geschaut, was in den drei Jahren zuvor passiert ist? Richtig: Sie sind vorher ausgeschieden. Im Achtelfinale! Dreimal in Folge! Pokale gewinnen können sie vielleicht, Achtelfinale aber nicht.
Ohnehin spricht die Quote hier ganz klar für den FC St. Pauli. Die sind nämlich insgesamt erst dreimal im Achtelfinale ausgeschieden. Zuletzt in der Saison 86/87 (schonmal sorry an jene, die jetzt schauen gegen wen und wie hoch das damals war). Der FCSP ist also seit 35 Jahren nicht mehr im Achtelfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Borussia Dortmund im gleichen Zeitraum ganze zehn Mal. Verdammt, wenn das keine aussagekräftige Statistik ist, dann weiß ich auch nicht! Gut, der BVB hat in dieser Zeit vielleicht auch viermal den Pokal gewonnen, aber diese Quote, Diggah, sie spricht klar für St. Pauli!

2. Pokal im Januar

Habt ihr schonmal ein DFB-Pokalspiel mit dem FC St. Pauli im Januar verloren? Nein? Ich auch nicht. Wie auch? Es ist unmöglich. Denn der FC St. Pauli hat noch nie im Januar ein Pokalspiel verloren. Der erste Monat des Jahres, er kennt den FC St. Pauli nur als Gewinner! Zuletzt durfte der Januar eine exzellente Performance des FC St. Pauli am 25.01.2006 genießen. „Unbespielbar“ jammerten die einen, während auf der anderen Seite ein gewisser Timo Schultz für den 3:1-Endstand gegen Werder Bremen sorgte.
Und Borussia Dortmund? Hat auch schonmal im Januar Pokalspiele gewonnen. Aber eine weiße Weste, wie die des FC St. Pauli, sie ist nur ein feuchter schwarz-gelber Traum. Denn die eigene Januar-Weste trägt dunkle Schatten der Vergangenheit mit sich. Zum Beispiel 2009, als Werder Bremen durch die Tore von Hugo Almeida und Claudio Pizarro für das Ausscheiden der Dortmunder sorgte. Was? Genau die Bremer, die wir im Januar geschlagen haben?! Der Vergleich „Wir haben gegen die gewonnen und die haben gegen die verloren! Boah sind die schlecht!„, er ist zum Greifen nahe! Der Januar kennt Borussia Dortmund also als Verlierer – und er wird sich daran morgen erinnern. Was? In welcher Runde Werder damals den BVB rauswarf? Achtelfinale. Selbstredend.

Timo Schultz knows how to win an Achtefinale!
(c) Peter Böhmer

3. Kyereh fehlt? Eine Machtdemonstration!

579,90 Mio € beträgt der Markwert des BVB-Kaders. 25,20 Mio € Euro beträgt der Marktwert des FCSP-Kaders. Aber das sind nur Zahlen, nur billige Momentaufnahmen auf einem viel zu überhitzten Transfermarkt. Viel wichtiger ist, dass Spieler über längere Zeit gute Leistungen zeigen. Daher ist ein wesentlich verlässlicherer Indikator für die Abschätzung der Stärke eines Teams die Berufung zu den Nationalmannschaften. Denn nur wer über einen längeren Zeitraum performed wird auch zu großen Turnieren eingeladen. Und da Fußball nunmal ein Teamsport ist, können auch nur von richtig starken Teams Spieler in Nationalmannschaften berufen werden. Der vom MillernTon weltexklusiv präsentierte NTSI (National-Team-Stärke-Indikator) setzt hier ein Ausrufezeichen: Denn wie viele Nationalspieler muss Borussia Dortmund aktuell für den Afrika-Cup abstellen? Richtig, erbärmliche Null. Der NTSI des FC St. Pauli liegt hier bei Eins – ein Ausdruck purer Überlegenheit, eine Machtdemonstration. Ja, lohnt es sich überhaupt einzuschalten oder wird das so eine langweilige Bayern vs. Regionalverein Erstrunden-Nummer, bei der die Fernsehanstalten mit krudesten Statistiken überhaupt so etwas wie Spannung aufzubauen versuchen? Klar ist: Der NTSI hat noch nie daneben gelegen. Es ist ein deutliches Zeichen der Überlegenheit. Das Spiel, nein, die Schlachtung, bekommt auf jeden Fall das FSK18-Label, soviel ist sicher. Aus Dortmunder Sicht würde ich das Viertelfinal-Ticket lieber per Post ans Millerntor schicken, anstatt mir dieses Auswärtsspiel überhaupt anzutun.

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4. Schultz ungeschlagen!

Unglaublich, aber wahr: Timo Schultz hat noch nie(!), wirklich noch kein einziges Mal ein Pokalspiel als Trainer des FC St. Pauli am Millerntor verloren. Eine Wahnsinns-Bilanz! Das ist ein Fakt, an dem niemand vorbeikommen kann, der es ernst meint. Natürlich kann BVB-Trainer Marco Rose da nicht mithalten. Er hat noch nie am Millerntor ein Pokalspiel als Trainer gewonnen. Eieiei, wenn Susi und Aki diese Statistik kennen würden… Ein Glück hat Timo Schultz kürzlich seinen Vertrag verlängert, sodass ich zur Melodie von „Heja BVB“ mit einem nasalen Furzton rausposaune: Don’t cry, BVB!

5. Wir ham Guido, was habt ihr?

Mag sein, dass Erling Haaland ganz gut kicken kann. Aber um mal nen Heiermann ins Phrasenschein zu droppen: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Hier kommt es nicht darauf an, wie toll deine Torquote in der Liga ist. Hier ist jedes Spiel einzigartig. Pokal musst Du fühlen, riechen und schmecken können. Einer, der das Wesen von Pokalspielen so gut kennt, wie sonst fast niemand auf dem Platz: Guido Burgstaller. Der hat nämlich in drei verschiedenen nationalen Pokalwettbewerben für sechs verschiedene Teams getroffen (take this, Erling!). Ob gegen den SV Heiligenkreutz, Coventry City, Fortuna Düsseldorf (Hell yeah, Guido!) oder Drochtersen/Assel: Burgstaller schmeckt, riecht und fühlt Pokal. Mit einer Hand ist er schon dran an dem Ding, mit einem Bein schon in Berlin! Müßig zu erwähnen, dass er noch nie ein Pokal-Achtelfinale mit dem FC St. Pauli im Januar am Millerntor verloren hat, oder? ODER?

Der siegreiche Januar, das aus Dortmunder Sicht gefährliche Achtelfinale, der ungeschlagene Timo Schultz, Pokal-Profi Guido Burgstaller oder sogar der abwesende Kofi Kyereh – Ihr seht: Alles andere als ein deutlicher Sieg und der ungefährdete Einzug ins Pokal-Viertelfinale des FC St. Pauli, wäre eine echte Überraschung.

//Tim

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10 thoughts on “Fünf Gründe für das Viertelfinale

  1. Man muss Zahlen recherchieren können, das hast du gezeigt. Eine wunderbare Analyse. Ich habe schon jetzt das morgige Spiel vor meinen Augen. Danke dafür.

  2. Freitag hatte ich mal wieder ein Stimmungstief, was den Fußball angeht, kein Bock auf das Aue-Spiel, Pokal: ja ok, Derby hatte ich nicht mal mehr am Schirm. Seit gestern und seit der Lektüre hier geht es wieder aufwärts und ich freu mich wieder drauf! Und Guido hat als Ex-Schalker nochmal besonders Motivation (und hat ja gegen den BVB auch schon getroffen)!

  3. Dortmund ist übrigens auch noch nie zweimal hintereinander Pokalsieger geworden. Und beim letzten Pokalsieg sind sie auch im Achtelfinale sang und klanglos auswärts gescheitert – in München und die haben wir im Pokal ja auch schon zu oft abgezogen….

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