1. Frauen: Vorbereitung, Hannover 96, SV Meppen und die Neuzugänge

1. Frauen: Vorbereitung, Hannover 96, SV Meppen und die Neuzugänge

Der nervenaufreibende Klassenerhalt der letzten Saison ist verdaut, die Schweißtropfen der Vorbereitung weggewaschen und die ersten zwei Ligaspiele sind auch schon gespielt. Zeit für einen ausführlichen Bericht der 1. Frauen, wieder geschrieben von Illi, Francis, Lina und Zawadi.
Titelbild: Matthias von Schramm

Die Vorbereitung

Nach einer turbulenten und hoch emotionalen Saison starten wir voller Tatendrang und Vorfreude in die Vorbereitung zur neuen Saison.
Trainingsstart ist der 18.07.22, also knackige sieben Wochen Vorbereitung stehen uns also bevor.

Es sind viele individuelle Laufeinheiten geplant, damit wir die Trainingszeit auf dem Platz hauptsächlich für das Wesentliche mit Ball nutzen können. Außerdem soll es fünf Testspiele geben, damit wir uns einspielen können und auch unsere Neuzugänge (dazu später mehr) mit unserem bevorzugten System vertraut gemacht werden können.
Am Ende sind es aufgrund von Gegnerinnen Absagen nur drei Testspiele, die wir allesamt souverän gewinnen. (Anm. d. Red: 8:0 in Eilbek, 12:0 beim FSC Kaltenkirchen und 5:1 beim SV Ahlerstedt/Ottendorf.)

Am letzten Wochenende vor dem Saisonstart in Hannover ist unser Trainingslager angesetzt. Dieses findet an der Feldstraße statt, weil unsere Trainerin Kim Fan von kurzen Wegen und so wenig Zeitverschwendung wie möglich ist.

Samstag morgen gibt es eine intensive Einheit auf dem Platz, anschließend geht es ins Stadion für das Teamfoto und die Einzelportraits.

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Das Team der 1. Frauen des FCSP. Vorne sitzend elf Spielerinnen, in der Mitte drei Torhüterinnen. In der zweiten Reihe sechs Spielerinnen, umrahmt von sechs Personenn des Trainerinnenteams. Und in  der hinteren Reihe erneut zehn Spielerinnen - alles auf dem Platz zwischen Süd und Gegengerade, die im Hintergrund zu sehen ist.
Bereit für die neue Regionalliga-Saison: Das Team der 1. Frauen des FC St. Pauli // (c) R.-M. Diedrich

Weiter geht es mit der Teamsitzung, in der Lotti und Zawadi wieder als Kapitäninnen bekannt gegeben werden und der neue Teamrat gewählt wird. Der Teamrat in der Saison 2022/23 setzt sich aus Lotti, Zawadi, Annie, Michelle, Julia H. und Verena zusammen.
Ausklingen lassen wir den Abend mit einem gemeinsamen Barbecue unter der Nordtribüne. Spielerinnen, Trainer*innenteam und Fans kommen zusammen und essen und klönen bis in die Abendstunden.

Sonntag geht es mit einer frühen Trainingseinheit weiter. Leider fällt auch das letzte Testspiel aus und so kurzfristig haben wir keinen Ersatz gefunden. Somit starten wir ohne Spiel im Trainingslager in die letzte Trainingswoche, bevor es ernst wird.
Die Stimmung ist gut, der Fitnesszustand zu dem Zeitpunkt ist auch gut, die Neuzugänge haben sich super eingefunden und die Vorfreude auf das erste Spiel gegen Hannover 96 ist riesig.

Auswärtsspiel in Hannover gegen 96

Schon bevor es richtig losgeht, gibt es die erste Überraschung des Tages. Nichtsahnend gehen wir mit Sack und Pack Richtung Stadionparkplatz zum Bus. Da ist das Ding! Wir reisen mit dem Bus der Profis zu unserem ersten Auswärtsspiel der Saison nach Hannover. Das ist etwas ganz Besonderes für uns und egal wie häufig es noch vorkommen sollte, es wird immer was Besonderes bleiben.

Vorfreude schon beim Einsteigen: Die Abfahrt nach Hannover im Bus der Profis. // (c) Matthias von Schramm

Die zweite Überraschung folgt direkt als wir im Bus sitzen. Unsere Sticker, die wir ganz dezent in der letzten Reihe beim letzten Spiel gegen Kiel platziert haben, sind noch da. Entweder die Profis haben sie bis jetzt nicht entdeckt oder sie haben sie bewusst hängen lassen, wir sind uns sicher Variante zwei ist die richtige. Während der Fahrt genießen wir die Blicke der Passanten auf der Straße oder der an uns vorbeifahrenden Autos, keiner weiß aufgrund der abgedunkelten Scheiben, wer da im Bus sitzt. Außerdem können wir dieses Mal im Vergleich zur letzten Fahrt entspannter im Bus sitzen und alle Knöpfe mal ausprobieren, so liegen wir in der letzten Reihe irgendwann wie in einem Camper ganz entspannt auf den heruntergefahrenen Tischen.

So lässt sich auch der Stau auf dem Hinweg super aushalten. Allerdings, wie soll es anders sein, wird – je länger die Fahrt dauert – deutlich, dass wir traditionell zu spät in Hannover ankommen. Aber anders als bei den letzten Malen wird relativ schnell und stressfrei bekannt gegeben, dass wir uns einfach im Bus umziehen und vor Ort ausreichend Zeit zum Aufwärmen haben und später angepfiffen wird.

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In Hannover angekommen ist uns nicht anzumerken, dass das Spiel später startet. Unser Ablauf ist wie immer und wir nehmen uns für alles so viel Zeit wie wir brauchen.
Nach der ersten motivierenden Ansprache gehen wir konzentriert und heiß auf den Platz und haben alle Bock, dass es endlich losgeht!

Das Spiel:

Wir kommen gut in die Partie und haben die ersten Annäherungen zum Tor. Es fühlt sich so an, als wenn wir das Spiel dominieren und wesentlich mehr Ballbesitz haben. Wir sind in der ersten Halbzeit hauptsächlich in Hannovers Hälfte und spielen uns eine Torchance nach der anderen heraus – umso erstaunlicher und wirklich auch auf dem Platz nicht zu begreifen, dass Hannover zur Halbzeit 3:0 führt.

Klar ist, wir nutzen unsere Chancen nicht, stellen uns defensiv aber als kompletter Verbund irgendwie auch unclever an.
Genau so ist in etwa auch die Halbzeitansprache, niemand kann es wirklich fassen und wir spüren, dass wir nicht schlechter sind und auch in der Lage sein können, mindesten drei Tore zu schießen.

Wir gehen raus und nehmen uns fest vor, das Spiel zu unseren Gunsten noch zu drehen. Das ist spürbar und auch von außen sichtbar, wir haben wieder zahlreiche Chancen. Leider will der Ball heute aber einfach nicht rein, stattdessen kassieren wir weitere drei Gegentreffer.

Man kann sich beklagen, dass die Chancen nicht genutzt wurden und wir das zeitweise fußballerisch bessere Team war, aber 6:0 verliert man auch nicht ganz unverdient. Es gilt, dieses Spiel aufzuarbeiten und weiterzumachen. Die defensiven Defizite waren sichtbar und so können wir gut an ihnen arbeiten. Wir weichen nicht von unserem Weg ab und stellen nicht alles in Frage, denn wir wissen, dass wir in der Lage sind eine viel bessere Hinrunde als letztes Jahr zu spielen und dieses Ziel verfolgen wir weiterhin.
Besser machen wollen wir es beim ersten Heimspiel gegen Meppen.

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Heimspiel gegen Meppen

Erstes Heimspiel der Saison und die Fans begeistern schon beim Treffpunkt.
Die Feldarena strahlt mit braun-weiß-roter Fahne den Zaun entlang und direkt beim Fanblock leuchten Luftballons in Regenbogenfarben. Unsere Neuzugänge werden mit Tapeten an der Stadionwand begrüßt. Vielen Dank für diese vielen Gänsehaut-Momente schon vor Anpfiff.

Farbenfrohe Begrüßung. // (c) Matthias von Schramm

Wir haben alle Lust und sind positiv aufgeregt auf das Spiel. Aufwärmen verläuft gut und ohne besondere Vorkommnisse. Die Kabinenansprachen pushen alle und wir gehen raus und wollen unbedingt das Ergebnis der letzten Woche vergessen machen.

Die Feldarena ist gut gefüllt und die Herren, die vor uns gespielt haben, sorgen musikalisch mit Hells Bells beim Einlaufen für Stadionatmosphäre. Das müssen sich auch vier Spieler der Profis gedacht haben, die uns an diesem Sonntag zum ersten Mal bei einem Heimspiel unterstützen. David Nemeth, Jackson Irvine, Eric Smith und Luca Zander stehen an der Feldstraße und feuern uns an – vielen Dank, Jungs. Wir freuen uns euch in Zukunft regelmäßig bei unseren Spielen zu sehen 😉 #wirfüreuchihrfüruns.

Zum Spiel

Wir starten mit aggressivem Pressing in der Hälfte der Gegnerinnen und belohnen uns früh mit dem 1:0 durch Torsten. Klingt und fühlt sich an wie in den Spielen der Rückrunde. Torsten macht da weiter, wo sie aufgehört hat. An dieser Stelle nochmal Glückwunsch an Torsten zum zweiten Platz bei der Wahl zur Spielerin des Jahres, du hast es absolut verdient!

Leider machen wir nicht das zweite Tor, verlieren aus unerklärlichen Gründen ab der 25. Minute den Faden und lassen Meppen immer mehr ins Spiel kommen. Meppen spielt sich zwar keine Torchancen heraus, gewinnt aber zu viele Zweikämpfe und ist aggressiver. So kommt es wie es kommen muss und Meppen gleicht kurz vor dem Halbzeitpfiff aus. 1:1 zur Pause.

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In der Kabine wird es etwas lauter, aber manchmal muss es einfach sein. Wir machen uns bewusst, dass wir in der Anfangsphase klar besser waren und daran anknüpfen müssen.

Also gehen wir raus und machen genau das. Wir erzielen ziemlich schnell das 2:1 nach herausragender Vorarbeit von Annie, die gleich mehrere Gegenspielerinnen aussteigen lässt und Marie mustergültig bedient. Marie nimmt den Ball technisch sensationell Volley und macht ihr erstes Tor im ersten Pflichtspiel. Glückwunsch, Marie!
Zwei weitere Neuzugänge sind die Protagonistinnen des verdienten 3:1: ein kurz ausgespielter Freistoß auf die lauthals rufende und freistehende Janice, die über außen durch ist und den Ball flach auf Hechti spielt, die den Ball perfekt trifft und im Tor unterbringt. Super Heimspieldebüt von allen drei Neuzugängen. Kann gerne so weiter gehen.

Teamjubel vor der Nordkurve // (c) Matthias von Schramm

Leider tut es das nicht und wir verlieren wieder den Zugriff und lassen Meppen ins Spiel kommen. Jede Chance von Meppen führt heute zu einem Gegentor, so steht es plötzlich 3:4 und wir sind drauf und dran wieder ohne Punkte das Spiel zu beenden. Noch ist aber genug Zeit und wir holen das Momentum wieder auf unsere Seite und erzielen durch ein sehenswerten Fernschuss von Hechti das verdiente 4:4. So geht das Spiel auch zu Ende und wir haben nach zwei Spieltagen einen Punkt und ein Torverhältnis von 4:10. Wir brauchen nichts schön zu reden, so haben wir uns das nicht vorgestellt – aber wir sind uns sicher und zuversichtlich, dass wir den schlechten Start schnell vergessen lassen können.

Jetzt haben wir erstmal ein spielfreies Wochenende und arbeiten weiter hart, um den ersten Dreier so schnell wie möglich einzufahren. Das nächste Spiel wird auswärts am 18.09. bei den letztjährigen Vizemeisterinnen Holstein Kiel sein, bevor wir dann die Woche drauf am 25.09. zum Derby aufrufen und die Gegnerinnen aus Norderstedt zu Gast haben.

Neuzugänge

Auf unserer Instagram Seite wurden unsere Neuzugänge schon sehr gut vorgestellt, aber wir haben sie ans Mikro bekommen und konnten Emotionen der ersten Wochen bei St. Pauli einfangen.

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Janice von Werder Bremen U17:

„Ich wurde sofort seit dem Probetraining von allen herzlich aufgenommen. Der Zusammenhalt des Teams mit der Freude und Leistungen des Teams haben mich direkt überzeugt. Deswegen habe ich nicht lange überlegt und hab direkt Ligaunabhängig zugesagt. Die Gespräche mit den beiden Trainer*innen waren sehr positiv und herzlich. Auch wenn das erste Ligaspiel nicht optimal lief, können wir mit diesem Team und unserem Willen viel erreichen. Das erste Heimspiel mit den vielen Fans und der zauberhaften Begrüßung durch die Plakate der Fans waren sehr schön.
Ich freue mich auf die nächsten Spiele, Trainingseinheiten und vor allem die Heimspiele.“

Hechti (Julia) von TV Jahn Delmenhorst:

„Seit ungefähr zwei Monaten bin ich jetzt Teil der 1. Frauen des FCSP. Als Neuling in diesem Team wird man in jeglicher Hinsicht super herzlich und offen empfangen. Ich war direkt von Trainer*innen und Staff überzeugt und genauso schnell wurde der besondere Spirit des Clubs deutlich. An der Feldstraße bin ich zwar schon einige Male aufgelaufen, nicht aber im St. Pauli-Trikot und umso schöner war es, die Dynamik und Besonderheit zwischen Fans und Team auf dem Platz zu spüren. Ich denke, dass das Spiel gegen Meppen schon eine Steigerung war, jetzt ist es an der Zeit Punkte zu holen und den ersten Sieg einzufahren – Potential hat das Team ohne Frage.“

Marie vom SSC Hagen Ahrensburg:

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„Vom Team her haben es mir die Mädels und auch der ganze Staff echt einfach gemacht, weil alle mega offen sind. Vom Fußball her ist es aber echt ne andere Nummer und ich war am Anfang noch sehr aufgeregt, aber jetzt bin ich so happy und ich weiß, dass ich genau richtig bin bei St. Pauli.
Das erste Pflichtspiel zuhause gegen Meppen war so unglaublich. Die Atmosphäre mit den Fans, der Musik und der Kulisse war so überwältigend. Ich hab einfach immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, weil ich sowas noch nie erlebt habe.
Ich freu mich daher umso mehr auf die nächsten Spiele und auf die ganze Saison mit dem Team :)“

Torfrau Lisa von HTB U17:

„Für mich war das Verlassen des Jugendfußballbereiches ein großer Schritt, den mir der FCSP leichter gemacht hat. Von Anfang an, war mir bewusst, dass ich ab sofort auf einem anderen Niveau Fußball spielen lerne und mit einem neuen Team, neue Ziele erreichen möchte. Das Team und Trainer*innenteam hat mich herzlich empfangen. Von Beginn an bin ich froh und auch stolz ein Teil dieser einzigartigen Mannschaft zu sein, die es liebt an der Feldarena Fußball zu spielen.“

Weitere Links:

// Illi, Francis, Lina und Zawadi

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