Arminia Bielefeld – FC St. Pauli 2:0 – hinten kackt die Kuh

Arminia Bielefeld – FC St. Pauli 2:0 – hinten kackt die Kuh

Der FC St. Pauli verliert bei Arminia Bielefeld mit 0:2. Nach dominanter erster Halbzeit zeigte das Team in den zweiten 45 Minuten eine dürftige Darbietung und muss sich genau deshalb unangenehme Fragen anhören.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Ermüdend und frustrierend ist es, sich Niederlagen noch ein zweites Mal anzuschauen. Das mache ich aber meist, wenn ich während der Spiele zu emotional bin, um mir die taktischen Feinheiten reinzuziehen. So sitze ich also hier, nachts um 0:42 und schreibe diese Worte auf, während nebenbei gerade noch Etienne Amenyido vor dem gegnerischen Tor knapp am Ball vorbeigrätschte. Da war die Welt noch in Ordnung…

Die Aufstellung

Wie erwartet gab es in der Startelf des FC St. Pauli nur eine einzige Veränderung: Manolis Saliakas kam nach seiner Pokalsperre für Connor Metcalfe auf der rechten Seite in die Partie. Das Team startete wieder in einem 5-3-2 und zeigte in der ersten Halbzeit, dass das die richtige Entscheidung gewesen ist.

In der Startelf von Arminia Bielefeld gab es hingegen einige Veränderungen: Bastian Oczipka, Lukas Klünter, Ivan Lepinjica, Masaya Okugawa und Fabian Klos kamen hinein. Sie ersetzten Christian Gebauer, George Bello, Manuel Prietl, Mateo Klimowicz und Janni Serra. Die Formation veränderte sich nicht, Bielefeld agierte in einem 4-3-3, wobei Consbruch etwas offensiver und zentraler als Marc Rzatkowski agierte, es also je nach Situation ein 4-2-3-1 gewesen ist.

Aufstellung beim Spiel Arminia Bielefeld gegen den FC St. Pauli.

Gute Breite + Überzahl im Zentrum = Dominanz

Das Spiel neigte sich in den ersten Minuten schnell in Richtung des FC St. Pauli, das Team hatte viel Ballbesitz (was auch zu erwarten war) und drückte mächtig. Ursächlich dafür waren zum einen verunsichert wirkende Bielefelder, die zudem erhebliche Probleme mit dem Aufbauspiel des FCSP hatten. Direkt vom Anpfiff weg übernahm der FCSP die Spielkontrolle und verweigerte die ersten rund 30 Minuten dem Gegner jeglichen Zugriff auf das Spiel.

Die letzten Spiele von Arminia Bielefeld und auch die ersten Minuten am gestrigen Samstagabend zeigten, dass das Team einen starken Fokus auf das Mittelfeldzentrum hat. Das hatte der FCSP auch lange Zeit, aber mit der Umstellung auf ein 5-3-2 besetzt das Team nun besser die Außenposition, bekommt eine sehr gute und im Aufbau hilfreiche Breite in sein Spiel. Ein ums andere Mal gelang es zu Spielbeginn in die Verlagerung zu kommen. Das Team konnte sich damit eigentlich immer aus dem Druck der Bielefelder befreien, ihn quasi umspielen.

Doch auch im Zentrum gelang es dem FC St. Pauli häufig durchsetzungsstärker zu sein als Bielefeld. Das Dreier-Mittelfeld mit Lepinjica, Consbruch und Rzatkowski agierte eher mannorientiert und bekam immer dann Probleme, wenn sich beim FCSP ein ortsfremder Spieler im Zentrum in den Spielaufbau einschaltete. Das war meist Lukas Daschner, der sich aus hoher Position in diesen Spielfeldbereich reinfallen ließ, aber auch ab und an Etienne Amenyido und in einigen Fällen zog auch Leart Paqarada etwas in den Achterraum rein.

Unterschiedliche Interpretation der Schienenspieler

Durch die Bewegungen von Daschner/Amenyido/Paqarada konnte der FCSP recht simpel eine Überzahl in dieser so wichtigen Spielfeldzone generieren. Arminia Bielefeld war in gewisser Weise die Hände bei einer Reaktion auf diese Überladung des Zentrums vom FC St. Pauli gebunden, denn da waren ja noch die breit stehenden Schienenspieler, vor allem Manolis Saliakas, der im Aufbau eher eine Art offensiven Flügel darstellte und so dafür sorgte, dass Bielefeld nur sehr ungern jemanden aus der eigenen Viererkette mit ins Mittelfeld schickte, um wieder auf Gleichzahl zu stellen.

Was Arminia Bielefeld in dieser Phase des Spiels überhaupt nicht gelang, war Druck auf die letzte Kette des FCSP zu erzeugen. Die drei Innenverteidiger wurden eigentlich zahlenmäßig zugestellt durch Hack, Klos und Okugawa. Trotzdem gelang es dem FCSP in den ersten 30 Minuten nahezu durchgängig diese erste Pressingreihe zu überspielen. Dies ist der wichtigste, vielleicht sogar spielentscheidende Unterschied zu den zweiten 45 Minuten.

Aufbauspiel FC St. Pauli: Aufgrund der Fünferkette bekam der FC St. Pauli eine gute Breite in sein Spiel. Durch Bewegungen zumeist von Lukas Daschner gelang es sogar Räume im Mittelfeld zu überladen.

Gegen den Ball zeigte sich der FC St. Pauli meist gut organisert. Im Anlaufverhalten gab es einen recht klaren Unterschied zwischen der rechten und linken Seite beim FCSP: Während der rechte Bielefelder Außenverteidiger (Lukas Klünter) fast ausschließlich aus dem linken Halbraum (Marcel Hartel) angelaufen wurde, wurde Bastian Oczipka auf der Gegenseite von Manolis Saliakas angelaufen. Dadurch konnte sich Jackson Irvine vermehrt im Halbraum aufhalten, sodass der FCSP auch weiterhin gut gegen die drei Mittelfeldspieler von Bielefeld organisiert war.

Abstimmungsprobleme

Das Anlaufverhalten von Saliakas sorgte aber auch ein ums andere Mal für Probleme. Denn Adam Dźwigała schob nicht immer konsequent nach. Grundsätzlich müssen beim Rausrücken des Schienenspielers auf den gegnerischen Außenverteidiger die anderen vier Spieler in der Kette einmal durchschieben. Das bedeutet, dass sich dann situativ eine Viererkette ergibt. Genau hier gab es aber das ein oder andere Abstimmungsproblem.

Und ich werde das Gefühl nicht los, dass Arminia Bielefeld dies auch so erkannt hatte. Nach etwas mehr als 30 Minuten, also genau zu dem Zeitpunkt, als die massive Druckphase des FC St. Pauli endete, stellte Arminia Bielefeld personell um. Robin Hack und Masaya Okugawa tauschten ihre Positionen. Fortan war der schnelle Hack auf der linken offensiven Seite aktiv. Diese Umstellung ergab auch Sinn, da es gegen eine Fünferkette das Ziel gibt „hinter die Schienenspieler“ zu gelangen. Mit dem schnellen Hack auf links gegen den sehr hoch stehenden Saliakas sollte (und konnte) das häufiger gelingen. Die Abstimmungsprobleme des FCSP auf dieser Seite sind aus meiner Sicht der zweite Punkt, warum sich der Spielverlauf in der Folge drehte.

Bevor wir uns aber den letzten 60 Minuten der Partie widmen, müssen wir festhalten, dass der FC St. Pauli in der ersten halben Stunde in Führung gehen muss. Es gab einige vielversprechende Torabschlüsse, die angesichts der doch deutlichen Überlegenheit sogar gerne noch vielzähliger hätten sein können. Ob sich ein zu diesem Zeitpunkt spürbar verunsichertes Team von Arminia Bielefeld von einem Rückstand erholt hätte, wage ich zu bezweifeln. Hätte, hätte – Fehlerkette.

Bielefeld passt an und geht ins Risiko

Nach etwas mehr als 30 Minuten konnte Bielefeld die Partie ausgeglichener gestalten. Mit Anpfiff der zweiten 45 Minuten dominierten sie das Spiel. Das Team presste nun wesentlich höher – und das mit hohem Risiko: Nicht selten formierte sich das Heimteam in einer Art 2-4-4 auf dem Platz und stand somit in letzter Reihe gegen Daschner und Amenyido Mann-gegen-Mann. Dieses Risiko zahlte sich auch deshalb aus, da es dem FCSP nicht gelang vernünftige Konter zu generieren. Marcel Hartel bewegte sich im ersten Abschnitt der zweiten Halbzeit sehr oft auf die offensive linke Außenbahn und war dort ziemlich allein. Mit zunehmender Spieldauer zog es ihn im Spielaufbau aber immer mehr an die Seite von Aremu in den Sechserraum. Der FC St. Pauli versuchte damit anscheinend besser die erste Pressingreihe der Bielefelder überspielen zu können.

Bielefeld, Deutschland, 22.10.2022 - Andres Andrade (Arminia Bielefeld) im Duell mit Etienne Amenyido (FC St. Pauli) - copyright: Peter Boehmer
Sicher ist auch Etienne Amenyido gegen Freiburg über seine Grenzen gegangen. Aber reicht das als Argument, um gegen Bielefeld stark nachzulassen?
(c) Peter Boehmer

Das Überspielen des Bielefelder Pressings gelang aber zunehmend schlechter, irgendwann eigentlich gar nicht mehr. Der Ball war meist schnell wieder weg. Plötzlich ging es nicht mehr darum kontrolliert nach vorne zu kommen, sondern eher darum Entlastung zu schaffen. Das gelang auch deshalb nicht, da der FCSP in den direkten Duellen brutal unterlegen war: Das Team gewann insgesamt 81 Duelle – Bielefeld 111, also 30 mehr (Bundesliga.de).

Fehlende Kraft?

Über das „warum“ darf gerne gestritten werden. Auch wenn die 120 Minuten in Freiburg und zwei Auswärtsspiele in Serie sicher anstrengend sind, so ist es aus meiner Sicht trotzdem nur bedingt angebracht genau dies als Argument für die zweite Halbzeit anzuführen. Denn Bielefeld hat am Mittwoch, sogar etwas später als der FCSP, im Pokal gespielt. Klar, das Team hat dabei einige Spieler mehr auf der Bank halten können, die am Samstag auf dem Platz waren. Die Kraftfrage ist aus meiner Sicht trotzdem, auch da der FCSP hinter Heidenheim das laufstärkste Team der Liga ist, wenn überhaupt nur ein Teil der Ursache für die Niederlage.

Doch wenn die fehlende Kraft als eines der Probleme ausgemacht wurde, dann hätte man dagegen auch während des Spiels zumindest ein wenig vorgehen können. Früher wechseln zum Beispiel. Übrigens saßen erneut zwei Torhüter und mit Metcalfe nur ein Mittelfeldspieler auf der Bank. Ein weiterer Mittelfeldspieler stand aber auch nicht zur Verfügung, da Niklas Jessen, Franz Roggow und Carlo Boukhalfa verletzt/erkrankt fehlten. So war die Auswahl an Spielern begrenzt.
Trotzdem: Ich fürchte, dass es sich nach Derby und Pokal-Highlight eher um den auf St. Pauli leider nicht unbekannten „Spannungsabfall“ handelt.

Ablenkungsmanöver missing

Und wenn das alles nicht so richtig funktioniert, dann muss halt auch mal in den destruktiven Modus geschaltet werden. Die Methode der Ablenkung erweist sich in solchen Situationen nicht selten als Erfolgsmodell. Beispiele gibt es so viele, wie Pfiffe im Stadion aufgrund von Zeitspiel und gesunder Härte der Gegner. Die Klaviatur dieser Methoden ist ziemlich lang, die darf/muss der FCSP in solchen Momenten dann auch mal nutzen. Um mal durchzuatmen oder den Rhythmus der Gegner zu unterbrechen. Doch davon war im Spiel nichts zu sehen. Erst als es 0:2 stand, habe ich mir ein „Frustfoul“ notiert (Irvine sah Gelb).

Da ich hinterher immer schlau daherreden kann (bzw. es zumindest versuche), schiebe ich gleich den nächsten Punkt hinterher: Der FC St. Pauli ist auch deshalb so schlecht in die Entlastung gekommen, weil das Team sehr defensiv stand. Aufgrund der ohnehin vorhandenen Abstimmungsprobleme auf der rechten Abwehrseite, stelle ich mir die Frage, ob eine Systemumstellung auf ein 4-4-2 eventuell Probleme hätte lösen können. Vermutlich wäre das Risiko dann noch etwas höher vom FCSP gewesen. Angesichts des enorm hohen Risikos der Bielefelder im Spielaufbau hätte es aber zumindest den Tatbestand „offenes Visier“ erfüllen können.

Bielefeld, Deutschland, 22.10.2022 - Die Spieler des FC St. Pauli sind enttäuscht nachdem Arminia Bielefeld ein Tor erzielt hat - copyright: Peter Boehmer
Der FC St. Pauli ist mal wieder nach einem Auswärtsspiel bedient und reiste bisher immer mit mindestens zwei Gegentoren wieder zurück nach Hause.
(c) Peter Boehmer

So war es dann ein ungewohnter Fehlpass von Hartel im Spielaufbau, der das Spiel endgültig kippen ließ. Im Mittelfeldzentrum, also genau da, wo Fehlpässe besonders wehtun. Im Anschluss hätte die Situation sicher noch geklärt werden können, aber das wurde sie nicht – Janni Serra erzielte die Bielefelder Führung. Und angesichts des Spielverlaufes bis zu diesem Zeitpunkt war das dann irgendwie auch verdient. Zwar hatte Bielefeld zuvor keine wirklichen Großchancen, aber der FCSP hatte das Heft des Handelns Stück für Stück abgegeben.

Der Gegentreffer war ein Tiefschlag. Ich persönlich hatte nicht das Gefühl, dass sich das Team davon noch erholen würde, besonders dann nicht, als ich die folgenden Minuten sah. Bielefeld hatte natürlich Oberwasser und, siehe Zweikämpfe, eben anscheinend auch etwas mehr Willen (wenn man es denn daraus herleiten will). Serra legte per Kopf das zweite Tor nach. Betim Fazliji soll übrigens 1,86m groß sein. Vergleicht das mal mit dem 1,85m großen Adam Dźwigała – ich habe da so meine Zweifel.

Aufbaugegner

Der FC St. Pauli überzeugte anfangs gegen Arminia Bielefeld, verpasste es aber sich für diese Anfangsphase zu belohnen und zeigte in der Folge, dass diese Formation anfällig ist. Die Gründe für die Niederlage sind vermutlich vielfältig: Die neue Formation sitzt noch nicht sattelfest genug, es fehlte womöglich die Kraft (und an der ein oder anderen Stelle ganz sicher das Personal), in jedem Fall aber die Cleverness, um in Bielefeld zu punkten.

So verliert man also beim Tabellenletzten, spielt mal wieder den perfekten Aufbaugegner (ich halte diesen Text weiterhin für Quatsch, aber der FCSP arbeitet an statistischer Signifikanz, damit er es nicht mehr ist). Der Frust sitzt (sicher nicht nur bei mir) ziemlich tief. Erneut enttäuscht der FCSP auswärts. Erneut, wie bisher immer in dieser Saison, fing sich das Team auf fremdem Platz mindestens zwei Gegentore. Das ist einfach zu viel, um erfolgreich zu sein. Und zu viel für mich um hier einen Text zu verfassen, aus dem euch nicht an allen Ecken und Ende der Frust entgegenspringt. Doch auch ohne Frust können nackte Zahlen heruntergeschrieben werden: Der FC St. Pauli kommt mit 14 Punkten nach 13 Spielen trotz (sehr) guter Ansätze in Sachen Formation und Taktik einfach nicht von der Stelle.

Immer weiter vor!
// Tim

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12 thoughts on “Arminia Bielefeld – FC St. Pauli 2:0 – hinten kackt die Kuh

  1. Danke für den Beitrag, Tim. Nach den beiden Highlightspielen am Millerntor und in Freiburg erleben wir wieder den FC St. Pauli der sieben Spiele zuvor. Man belohnt sich nicht in Phasen der Spielkontrolle, Saliakas schlägt ungezählte Flanken aus dem Halbfeld, es ist keinerlei Automatismus da, um mit diesem Instrument etwas anfangen zu können.
    Dringender denn je braucht der FCSP einen Strafraumstürmer, der in der Lage ist, den letzten Ball zu verwerten. Ich hatte mich auch gefragt, warum Otto nicht kam, der hatte doch gegen den HSV getroffen?
    Diese Abschlussschwäche vor dem Tor führt direkt in den Abstiegskampf.

  2. Warum habe ich das eigentlich genau so erwartet ? Ich habe leider das Gefühl das unser trainerteam nicht die richtigen antworten auf unser team (zb die abschuss schwäche) sowie und auf die jeweiligen gegner findet. Taktische Variationen fehlen uns. Gestern wären zb die zweiten Bälle wichtig gewesen und wie du gut schreibst die clevernes die uns auch oft komplett fehlt.

  3. Ein richtig guter Analyst Du bist. Auf den Punkt gebracht. Aber, auch wenn das immer so schön einfach ist und Mechanismen des Markts nicht FCSP like sind – das Trainerteam hat irgendwie keine Idee mehr, oder ist der Kader ggf. nur L und nicht XXL?

  4. Moin Tim

    Puh das alles nachts zu schreiben. Hut ab.

    Frage mich nur, wenn alles so müde sind, warum nehmen wir nicht einfach mehr frische Spieler mit? Die zweite Garde könnte ich mir vorstellen würde nicht schlechter Spielen. Im Gegenteil da würde bestimmt Feuer untern Hintern sein.

    Und warum nehmen wir 2 Torhüter mit. Welche Leichen liegen da im Keller?

    Ach man, dennoch bin ich Positiv gestimmt.

    Forza St. Pauli

  5. Tim, wie du richtig geschrieben hast war Dwzigala die Lücke die der Gegner gnadenlos bestraft hat. Aber hier kommt immer wieder dieselbe Frage, warum unser Trainer Team während dem Spiel zu spät oder gar nicht reagiert. Wieckoff oder Ritzka rein um wie du sagst 4-4-2 aufstellen, das habe ich mir auch in dem Moment gedacht. Aber was mir am meisten weh tut ist die fehlende Mentalität in den schwierigen Spiel Phasen, als die Persönlichkeit der Führungspieler benötigt ist. Beim Hartel ball Verlust vielleicht sofort faul ziehen, oder? Ähnlich wie Medic in Braunschweig der seinen Gegner für 40 Meter begleitet. Ach…. Ich sehe schwarz

  6. Nach dem Spiel dachte ich, morgen schreibt Tim wieder was von XG-Werten mit dem Tenor „hätten wir gewinnen müssen …“. Danke, dass Du den Text so geschrieben hast, wie er jetzt ist. 100% Zustimmung. Und was die taktischen Analysen angeht, wohl sehr treffend.

    Der Optimismus nach den letzten beiden Spielen hat sich (sicher nicht nur bei mir) ins Gegenteil verkehrt. Wir gewinnen gegen den Tabellenführer in einem herausragenden Spiel und verlieren eine Woche später gegen den Letzten. Thees Uhlmann lässt grüßen.

    Dieses unerklärliche gegen-schwächere-Teams-schlechter-motiviert-sein gibt es, seit ich den FCSP intensiver verfolge (seit etwa 12 Jahren). Woran liegt das? Es gibt in der 2. Liga kaum wirklich schwache Teams, in dem Sinn, dass der Sieg sicher ist. Und wenn es mal so wäre, muss man da was fürs Torverhältnis tun. War ja auch nie toll in den vergangenen Jahren. Warum bekommt das kein Trainer-Team aus denen raus? Es gibt schon lange die These vom zu-sehr-Wohlfühlverein. Ich halte das für keine schlüssige Erklärung; es sind doch alles Profis, die irgendwann auch nochmal Vertragsverhandlungen führen möchten, ob mit dem FCSP oder andernorts – oder?

    1. Nachtrag: ich hatte den verlinkten Text vom „Aufbaugegner St Pauli“ nicht gelesen, als ich den obigen Kommentar abschickte. Da hat Tim das Thema ja schon behandelt, wie gewohnt mit Statistik – die meine gefühlte Erfahrung bestätigt. 😉

  7. Müdigkeit macht Konzentrationsschwäche: letzteres ist – meist nach erfolgreichen Szenen nicht nur in diesem, sondern fast allen bisherigen Spielen dieser Saison – ein Minuspunkt dieses Teams: sie sind jung und Schulle verpaßt es, den jungen Jungs „Konzentration auf den Augenblick“ einzupauken! Ja! Einzupauken! Trainerfehler Nummer Eins. Und hier gleich Trainerfehler Nummer Zwei: viel zu späte Wechsel!
    Beides wird Timo auch zukünftig nicht bringen: das ist sein Fehler Nummer Drei. Tragisch. So ein guter Trainer…

  8. Für mich fängt das Team beim Torwart an. Ohne Hain ist diese Position ganz schlecht trainiert. Im Sturm ist dringend Handlungsbedarf in der WM Pause. Warum schießt keiner aus der 2. Reihe? Man muß doch nicht immer den Ball ins Tor tragen. In der Box wird der Ball zuviel hin und her gespielt bis die Chance vertan ist.

    1. Bzgl. Hain:
      Du scheinst selten bis nie Torwarttraining unter dem alten und dem neuen Torwarttrainer live beobachtet zu haben.
      Da liegen Welten zwischen – und das ist ausdrücklich ein Lob für den neuen Torwarttrainer, Marco Knoop.

  9. Leudde!

    Was wird denn hier auf den/das Trainer/Trainerteam rumgehackt?
    Ja, ich finde auch, dass gegen Bielefeld zu spät gewechselt wurde, das Team wirkte in der 2.Hz fahrig und unkonzentriert.
    Aber die schon fast genial zu nennende taktische Auf- und die dazugehörige Einstellung der Jungs gegen die Rauten und ebenso Freiburg
    wird mir hier zu schnell vergessen.
    Es fehlte nunmal auch unsere halbwegs eingespielte Innenverteidigung und auch Roadrunner wie Hartel und Irvine sind irgendwann nicht mehr taufrisch. Die Qualität der Beiden kann kein Team in der 2.Liga durch frische Bankspieler ersetzen…

    Eine andere gefühlte Wahrheit ist, dass wir gegen hochklassige Teams meist gewinnen, freuen wir uns auf Darmstadt!

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