Tell me why – I don’t like Volkspark

Tell me why – I don’t like Volkspark

„HSV ist scheiße“ ist die Liedzeile eines bekannten Volksliedes, derer sich auch die Fans des FC St. Pauli gerne bedienen. Wir haben gestern im Derby beim Hamburger SV mal wieder gezeigt bekommen, warum wir sie so gerne und laut mitsingen.

Vorab: Wir verstehen uns weiterhin als Medium, welches versucht das Geschehen rund um den FC St. Pauli journalistisch zu begleiten. Alles zum Sportlichen hat Tim bereits in „Stolz und Ernüchterung“ aufgeschrieben.

Die Fanperspektive gehört da aber für uns ganz sicher auch weiterhin dazu und aus dieser ist dann auch dieser Artikel geschrieben. Auch wahrscheinlich: im Falle eines Auswärtssieges wäre uns davon einiges egaler gewesen, als es jetzt ist. So ist es natürlich auch ein bisschen „Schreiben als Form der Frusttherapie“.

Das Ballyhoo vorab

Uwe Seelers Zehennägel

Du. Meine. Güte. // Twitter

Es ist relativ müßig darauf zu verweisen, dass die farbliche Verunstaltung eines gerade aufwändig restaurierten Steinwappens vor der Südkurve (wie mehrfach geschehen) ein anderes Level hat als fünf handgroße Aufkleber auf Metall. Diese waren wahrscheinlich zwanzig Sekunden nach erster Sichtung rückstandslos entfernt.
Wenn man die Kommentare unter obigem Tweet oder auch in zitierten Tweets durchliest, bekommt man aber den Eindruck, die Fanszene des FC St. Pauli hätte gerade Katzenbabys lebendig gehäutet oder einem Land von der Größe Andorras den Krieg erklärt.

Darüber hinaus besteht wohl Unklarheit, wo genau Uwe Seeler beerdigt worden ist, denn ab und an wurde sogar von „Grabmal“ geschrieben.
(Und nur für’s Protokoll: Es wurde oft genug und völlig zurecht darauf verwiesen, dass bei allen Gegensätzen beider Vereine und Fanszenen der Respekt gegenüber Uwe Seeler auch beim FCSP immer da war. Daran ändern auch fünf Aufkleber auf Metallfußzehen nichts. Auf einer Statue, wohlgemerkt, nicht an seinem Grab.)

Buttersäure

Völlig anders verhält es sich dann offenbar aber damit, wenn HSV-Fans selbst Buttersäure verteilen. Nun war das vielleicht(!) noch „originell“, als man das vor Jahren mal am S-Bahnhof machte, wo die Fanszene des FCSP später ankam. Dies gestern morgen vor der Fankneipe zu wiederholen – nun ja.
Warum man das aber zusätzlich dann auch noch so verteilt, dass der nahegelegene öffentliche Spielplatz ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird… wie stumpf und dumm ist das denn?

Presse auf die Fresse?

Ins Gesamtbild passt dann auch, dass man (nicht ich) bei der Abholung von Presse-Akkreditierungen vor der Nordkurve fanseitig erkannt und dann als „Zecken-Fo**e“ beschimpft wurde. Geschlechterspezifische Ungenauigkeit inklusive.

Der Weg zum Stadion

Der Treffpunkt am Jungfernstieg im Herzen der Stadt war sehr gut gewählt, bestes Wetter tat sein Übriges. Fotos folgen sicher auf der Seite von USP im Verlauf der Woche.

Der Weg per S-Bahn nach Othmarschen verlief problemlos. Auch wenn es etwas unverständlich war, warum die Polizei nun in Kampfmontur unbedingt auch mit in die S-Bahnen musste und diese dann teilweise sehr lange herumstanden, ehe sie losfahren durften. Immerhin waren die Polizist*innen numerisch gekennzeichnet, teilweise sogar sehr passend… // (Twitter, ggf. Klick aufs Foto zu Vergrößerung des Bildausschnittes notwendig)

Der Marsch selbst verlief unspektakulär und wurde lediglich einmal für ein paar Minuten gestoppt, mit dem Hinweis, das Abbrennen von Pyrotechnik zu unterlassen.
Wie entspannt dies von allen Seiten war zeigte sich beispielsweise auch daran, dass ein motivierter junger Mann vor seiner Haustür im HSV-Trikot dem Treiben drei Meter vor ihm unbehelligt zuschauen konnte. Einem Polizisten war das dann aber wohl doch dauerhaft zu riskant und er bat ihn sanft hinein und knallte dann die Haustür von außen zu.

Der Einlass

Da ich mich am Anfang des Marsches aufhielt, war ich relativ schnell dann auch im Stadion. Schon hier war aber absehbar, dass das alles dauern würde. Wenn man die Gründlichkeit vom Beginn aufrecht erhalten hätte, wäre man wahrscheinlich immer noch nicht fertig.
Gegen die Gründlichkeit ist natürlich grundsätzlich nichts einzuwenden, aber dann wäre zumindest die Öffnung von mehr Eingängen sinnvoll gewesen, denn da war schon noch Luft.

Das Spiel

Sven Jablonski

Auch über „den Bremer“ wurde schon vor dem Spiel viel geschrieben. Insbesondere von Fans des Heimvereins, die eine Verschwörung witterten. Dem war aber offenbar nicht so, muss man festhalten.
Schauen wir uns die strittigen Szenen nochmal im Detail an:

  • 0:1 durch Afolayan? (17. Minute)
    Klassische 50/50-Entscheidung, aus meiner Sicht. Dapos Arm geht in Richtung von Muheim, sein Blick geht vorher auch leicht in dessen Richtung. Kann man pfeifen, muss man nicht, Muheim nimmt den leichten Kontakt auch sehr gerne an.
    Da Jablonski schon vor dem Torschuss pfeift, stellt sich die VAR-Frage nicht. Aber wenn er mit dem Pfiff bis nach Torerzielung gewartet hätte, wäre es wohl trotzdem bei seiner Entscheidung geblieben und er wäre nicht überstimmt worden.
    Gleiches gilt auch umgekehrt, einen VAR-Eingriff für den Fall, dass das Tor zunächst gezählt hätte, halte ich für ebenso unwahrscheinlich.
  • Rote Karte für Schonlau? (43.)
    Für mich nicht 50/50 sondern eher 75/25 für Gelb. Ja, Daschner war dann frei auf dem Weg zum Tor, aber der Ball war weit vorgelegt und ging eher Richtung Strafkante (Grundlinie). In der Mitte war zwar Saliakas frei, aber einen eventuellen Pass auf ihn hätten sowohl Muheim als auch Heuer Fernandes abfangen können und in der gängigen Regelauslegung geht es bei der Notbremse schon um den gefoulten Spieler selbst und nicht um mögliche Anspielstationen. Definitiv also kein Grund für einen VAR-Eingriff.
    Gegenfrage: Wäre eine Rote Karte vom VAR angezweifelt worden? Weiß ich nicht… vielleicht wäre ein Onfield-Review empfohlen worden. Ob Jablonski dann seine Entscheidung aber korrigiert hätte, ist ungewiss.
Hamburg, Deutschland, 21.04.2023, Fußball 2. Bundesliga - Die Spieler des Hamburger SV diskutieren mit Schiedsrichter Sven Jablonski beim Spiel gegen den FC St. Pauli - Copyright: Peter Boehmer DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.
Diskussionsbedarf gab es mehrfach. // (c) Peter Böhmer
  • Rot für Paqarada? (48.)
    Nachtrag aufgrund mehrfacher Nachfrage:
    Hier wird vereinzelt Rot gefordert. Ich sehe da ehrlich gesagt auch in mehrfacher Wiederholung kein gestrecktes Bein und auch keine offene Sohle gegen den Knöchel o.ä., auch wenn es ein Standbild gibt welches zumindest das gestreckte Bein nahe legt.
    Insofern typisches zu spät kommen, klarer Kontakt – Gelbe Karte korrekt.
  • Abseitstor zum 3:1? (51.)
    Millimeterentscheidung, hier vertraue ich dann a) dem Assistenten und b) den kalibrierten Linien des Kölner Kellers. (Eventuelle TV-Linien sind meist ungenauer / willkürlicher gesetzt.)
  • Handspiel Jonas David (90.+2)
    Ja, sollte man imho pfeifen.
    Ja, wenn man das als Absicht auslegt kann das auch Gelb-Rot nach sich ziehen. Außerdem gibt es natürlich so oder so den Freistoß aus guter Position. Fällt für mich aber eher unter „Fehler passieren“ und ist jetzt auch nichts schreiend Ungerechtes.

Fazit: Jablonski hat hier keine gravierenden Fehler gemacht und es lag sicher nicht an ihm, dass wir dieses Spiel verloren haben. Auch die simple Rechnung „Wenn Dapos Tor zählt, geht es 4:4 aus“ verkennt die Dynamiken eines Fußballspiels, denn natürlich wäre es danach alles anders verlaufen.
Klar aber auch: Ein „Auswärtsschiri“ war der Bremer nicht und jede einzelne Szene hätte auch anders verlaufen oder ggf. bewertet werden können – mit entsprechenden Folgen für den Spielverlauf.

Die Balljungen

Puh… zugegeben, was auch immer man dazu jetzt schreibt, es klingt unter der Überschrift nach beleidigter Leberwurst und schlechtem Verlierer. Und natürlich ist es für das Endergebnis unerheblich, ob da jetzt die Balljungen noch 30 Sekunden von der Uhr nehmen, die im Zweifel ohnehin nachgespielt werden könnten.
Aber (und natürlich kommt da jetzt ein „aber“) es passt halt so traurig ins Gesamtbild. Der reine Weltverein, der es nach wie vor als unter seiner Würde ansieht gegen den lästigen Stadtteilverein überhaupt antreten zu müssen, muss in so einem Spiel bei knappem Vorsprung darauf zurückgreifen, Einfluss von außen zuzulassen.

Was war passiert? So um und bei zwanzig Minuten vor Schluss war insbesondere der Balljunge auf Höhe Strafraum des FCSP vor der Westtribüne ganz offensichtlich darum bemüht, Zeit von der Uhr zu nehmen. Das kann man natürlich immer machen, zeugt aber nicht unbedingt von Fairness. Zügig und wach den Ball an eigene Spieler zu geben, um eine schnelle Spielfortsetzung zu ermöglichen – gerne.

Wenn man den Ball mal ne halbe Sekunde verzögert herausgibt – geschenkt. Ihn aber über mehrere Sekunden und nach Aufforderung gar nicht herauszugeben – nun ja. Getoppt und schäbig wurde es dann aber ein paar Minuten später, als der gleiche Balljunge schnell einen Ball aufs Spielfeld warf, um die normale Fortsetzung zu verzögern.
Die Verzögerung gab es auch nicht nur an der einen Stelle, auch Vasilj musste mehrfach länger nach einem Ball suchen.

Der Schiedsrichter hat hier keine Handhabe (außer nachspielen zu lassen), aber zum Vergleich: Hätte ein Teamoffizieller dies so getan, wäre eine Rote Karte die Folge.
Ob das nun eine (inoffizielle) Ansage an die Balljungs war oder diese das „kreativ“ für sich selbst entschieden haben, werden wir wohl nicht erfahren. Der HSV täte trotzdem gut daran, hier sein Bild als Weltverein auch in Sachen Fairplay zu überdenken.
Und ja, dass der gesamte Sitzplatzblock den Balljungen für sein Verhalten feiert – passt schon.

Das Gesamterlebnis Volksparkstadion

… ist wohl auch ein typischer Fall von „Kann man nur mögen, wenn es der eigene Verein ist“. Das Stadion „liegt irgendwo am Arsch“ sangen schon die bekennenden HSV-Fans „Norbert & die Feiglinge“ und natürlich kann man dies nun auch nicht mehr ändern, schon klar.
Drumherum in Ermangelung von normaler Gastronomie zahlreiche Buden und Getränkestände, bei denen die gleiche musikalische Beschallung aus der Vorhölle wie im Stadion gespielt wird, ergänzt durch Knaller wie „Wir sagen Dankeschön, 40 Jahre die Flippers!“. Puh… muss man wohl mögen.

Im Stadion eine Geräuschkulisse, die einem einfach nur die Tränen in die Ohren treibt (ja, körperlich schwierig, aber hört Euch das doch mal an…) und die auch vom fidelen Stadion-Moderator*innen Duo mit dem üblichen „HSV? X!!! Gästeverein? NULL!“ und permanentem Entertainment-Geschrei mitgespielt wird. Immerhin kann man Christina Rann zugute halten, dass sie „St. Pauli“ sagte, auch das war ja in der Vergangenheit schon mal anders.

Nach dem Spiel bleibt dann wenig Raum für spontanes Feiern der Fans, es wird sofort auf Großraumdisco umgeschaltet. Puh… muss man wohl mögen.

HAMBURG, GERMANY - APRIL 21: Marcel Hartel of FC St. Pauli looks on dejected at the final whistle after losing the Second Bundesliga match between Hamburger SV and FC St. Pauli at Volksparkstadion on April 21, 2023 in Hamburg, Germany. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)
Marcel Hartel nach Abpfiff in einem Albtraum in Blau. // (c) Stuart Franklin/Getty Images via OneFootball

Nach dem Spiel

Tim Walter & Fabian Hürzeler

„Ich wurde so erzogen, dass ich auch im Sieg Größe zeige. Deshalb finde ich, dass zum Fußball Fairplay dazugehört. Das haben einige nicht gezeigt.“

Fabian Hürzeler bei Sky

Wir haken kurz das Offensichtliche ab:
HSV-Fans finden Tim Walter toll und halten Fabian Hürzeler für einen schlechten Verlierer.
FCSP-Fans finden Tim Walter scheiße und bedauern eher, dass Hürzeler nicht noch ’ne pädagogische Schelle verpasst hat.

Die Wahrheit mag ganz vielleicht irgendwo dazwischen liegen, aber als FCSP-Medium tendieren wir natürlich deutlich zu Letzterem und möchten das dann auch begründen.
So ist es komplett legitim, sich nach einem Derbysieg zu freuen – auch lautstark und emotional. Benedikt Pliquett und Leo Østigård haben diese Freude beispielsweise an Eckfahnen im Volkspark ausgelassen, Tom Mickel umgekehrt gleiches einmal am Millerntor getan.

Tim Walter freut sich – gen Gästebank.
// (c) Axel Heimken/AFP via Getty Images via OneFootball

Tim Walter sieht sich offenbar als „emotional leader“ seines Teams, geht daher mit „bestem“ Beispiel voran und bejubelt dann eben nicht nur lautstark den eigenen Sieg (wie es alle anderen um ihn herum auch zurecht tun), sondern tut dies klar mit Blickrichtung Gästebank, mit entsprechender Gestik. Gibt es hier einen Unterschied zwischen Häme gegenüber dem Gegner und gegenüber einem Gegenstand (Eckfahne)? Entscheidet selbst.

Ob man als Trainer nun Vorbild sein sollte und souveräner agieren muss als die Spieler oder ob dies hingegen genau das ist, was die Fans vom eigenen Trainer sehen wollen (Kollege Tim spricht in diesem Zusammenhang immer gerne von einem „perfect match“ zwischen Walter und HSV) – eine weitere Frage.
Antwort: siehe Eingangssätze zu diesem Abschnitt. Die Meinungen sind ebenso eindeutig wie im jeweiligen Lager klar verortet.

Ich bin jedenfalls sehr froh, wenn Trainer des FCSP zwar emotional sind (und sich gerne und unbedingt auch über Niederlagen ärgern, insbesondere im Derby), dieses letzte Maß an Souveränität aber noch wahren.

Darüber hinaus war teilweise zu lesen, Hürzeler hätte Walter den Handschlag verweigert. Nun denn, wenn dem so war dürfte der emotionale Tim Walter für diese Reaktion sicher auch jedes Verständnis haben.

Der Rückweg

Der Weg zurück verlief dann ähnlich unspektakulär wie der Hinweg. Warum der Marsch dann noch mehrfach von der Polizei angehalten wurde, statt die Sache jetzt einfach schleunigst zum wohlverdienten Feierabend zu bringen… man weiß es nicht.

Und nun?

Angesichts von (mindestens) sieben Punkten Rückstand und nur noch fünf Spielen darf man die zarten Aufstiegshoffnungen wohl begraben. Angesichts der bisherigen Rückrunde ist das alles völlig okay, so schmerzhaft und unnötig die Niederlage gestern auch war.

Bleibt die Frage, ob man dem HSV nun den Aufstieg wünscht? Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust. Einerseits habe ich (aus all den oben beschriebenen Punkten) keinen Bock auf diesen ganzen Scheiß und ein Jahr ohne Derby wäre auch mal wieder ganz erholsam. Auch die Vorstellung, welche Rolle der HSV in der ersten Liga spielen wird, erfüllt mich mit dezenter Vorfreude.

Andererseits gönne ich dem Haufen natürlich nichts, gar nichts. Insbesondere nicht, den letzten Sieg im Derby dauerhaft mitzunehmen. Auch der finanzielle Boost für ein Jahr erste Liga ist nichts, was ich dem HSV zugestehen möchte. Ein grandioses Scheitern in der Relegation gegen z.B. Hoffenheim würde also mein Humorzentrum durchaus treffen.

Was aber völlig unstrittig ist und bleibt:
Hamburg ist Braun-Weiß und St. Pauli die einzige Möglichkeit – eh klar.
// Maik

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32 thoughts on “Tell me why – I don’t like Volkspark

  1. sehr cooler Artikel. Danke.
    kann ich mit Allem mitgehen, außer einer Kleinigkeit, ‚HSV-Fans finden Tim Walter toll‘ stimmt so nicht, so gut wie alle Rauten in meinem Dunstkreis (und da gibt es einige) sehen das gar nicht so. Tim Walter ist auch für die ein Unsympath und kommt äußerst überheblich rüber

  2. Danke. Motivation für diesen Artikel war vermutlich auch ein bisschen Selbsttherapie, aber es ist auch schön zu lesen dass eins mit seinen eigenen Eindrücken nicht alleine ist.

  3. Schön, dass Du „Großraumdisko“ schreibst. Die Bezeichnung hab ich gestern nämlich auch in diversen Chats benutzt („muss erstmal aus der scheiss Großraumdisko hier raus“). Volkspark ist wirklich immer wieder ein verstörendes Erlebnis.

      1. Ich finde die Seite wirklich ganz furchtbar und würde sie hier auch nie verlinken – aber das ist nun wirklich Blödsinn, die Person hinter der Seite ist ja hinlänglich bekannt.

  4. Ich gönne dem HVV den Aufstieg… mit all den folgenden Klatschen gegen die Erstligisten. Und der finanzielle Boost hält sich in Grenzen – .das wird Herr Boldt schon irgendwie verblasen…

  5. Klar, der Balljunge hat sich sehr unsportlich verhalten, ich denke aber, dass die gleiche Situation am Millerntor ebenfalls von unseren Fans gefeiert worden wäre. Das gehört in so einem Spiel dazu…

    1. Mag sein, dass die Reaktion so wäre, kann ich nicht ausschließen.
      Ich hoffe aber, wir finden das nie heraus. So würde ich nicht gewinnen wollen, auch kein Derby.

      1. Da hätte ich dann gerne mal das konkrete Beispiel, zumindest ich kann mich da nicht dran erinnern.
        Falls Du hingegen den Fall meinst, wo ein Balljunge geistesgegenwärtig den Ball für einen schnellen Einwurf zur Verfügung stellte, so ist das imho etwas völlig anderes.

        1. Lieber Maik, ich kann mich nicht mehr erinnern, wann und wie, ist auch gefühlt schon eine ganze Weile her. Ist tatsächlich nur eine gefühlte Gewißheit. Da ich keine Fakten liefern kann nehme ich die Aussage zurück.

          1. Sorry, ich wollte Dich nicht in die Ecke drängen, sondern wirklich nur fragen ob Du das mit dem „schnellen Helfen“ meintest.

  6. Danke! Nach 20 Jahren war ich mal wieder mit dem FCSP in der Dingsbums-Arena. Nach dem gestrigen Gesamterlebnis brauche ich jetzt wieder 20 Jahre Pause.

    1. Ich als bekannter HSV Fan finde diesen Artikel wunderbar geschrieben und auch inhaltlich perfekt.
      Der Balljunge wollte einmal im Leben im Rampenlicht stehen und wurde dann auch noch von der Kurve angestachelt… muss echt nicht sein Fairness wäre da schon gut.
      Der Liebe Tim ist leider in solchen Situationen zum Kotzen. Da bekomme ich als HSV Fan echt Fremdschämen.
      Ich persönlich glaube nicht das wir dieses Jahr aussteigen, Relegation gegen Hoppenheim wäre schon witzig…..
      Hamburg ist Braun weiß und auch schwarz Blau.
      Eine Stadt, Zwei Vereine mit unterschiedlichen Zielen.

  7. Ja. Verliert die Raute halt gegen Stuttgart. Ist mir auch egal.
    Die Sielwallfähre ist Sonntag übrigens noch nicht ausgebucht.
    Forza.

  8. Als eingefleischter HSVer, der zufällig auf der Seite gelandet ist, erlaube ich mir zwei Anmerkungen:
    1. Ich kann viele Beobachtungen (auch zum Spielverlauf des Derbys) gut nachvollziehen und finde die überwiegend differenzierte Betrachtung sehr angenehm.
    2. Aber gerade wegen der grundsätzlich differenzierten Haltung, wundere (und ärgere) ich mich über unnötig pauschale Behauptungen wie „alle HSVer finden Walter geil“.
    Nein, tun sie nicht. Und ein Satz wie:
    „Der reine Weltverein, der es nach wie vor als unter seiner Würde ansieht gegen den lästigen Stadtteilverein überhaupt antreten zu müssen,..“
    ist vor allem Feindbild-Folklore und total unnötig. (Genau so wie der bescheuerte Schlachtruf „Sch…St. Pauli“ auf der Nordtribüne)
    Etwas weniger Häme und etwas mehr Respekt für sportliche Leistungen würde der Rivalität sicher nicht schaden. Meine Meinung. Und Eure Rückrunde ist und bleibt beeindruckend.

    1. Danke Dir.
      Und wenn bei dem langen Text „nur“ zwei Dinge als größeres Unbehagen bzw Folklore auffallen, dann ist das trotzdem für alle Beteiligten wohl okay.
      Wir sind ja auch nicht die Tagesschau.

  9. Maik, Danke für den Artikel.
    Auch in meinem Umfeld sind die gedrehten Quadrate sehr unglücklich mit dem Verhalten dieses Trainers.

    Ansonsten: Komplette Zustimmung!

    Diese Bummsbude mit Ihren Mondpreisen hat Champions League Niveau: Manchester City, Paris St. Germain, Rasenball Leipzig…
    …es würde mich freuen, wenn es endlich diese Super League geben würde und dieser Weltverein gleich mitgenommen werden würde. Auf diese herzlosen Kokserveranstaltungen von Menschen mit zu viel Geld kann ich gut und gerne verzichten.

  10. Ich bin Fan von beiden Vereinen, 49 % St. Pauli – 51% HSV. Uns hätte es bestimmt lustig gefunden, die St. Pauli Aufkleber auf seinen Zehen. St. Pauli hat in der Hinrunde gewonnen – der HSV in der Rückrunde. St. Pauli ihr habt eine tolle Rückrunde gespielt und das Stadtderby hat immer seine eigenen Regeln. Ich drücke beiden Vereinen die Daumen.

  11. Danke für den tollen Artikel!

    Die Formulierung „Angesichts der bisherigen Rückrunde“ finde ich allerdings nicht zutreffend denn angesichts der schwachen Punkteausbeute der Hinrunde dürfen wir ketzt nicht mehr um den Aufstieg mitspielen.

    Auch ich kenne einige Rauten die das Gebahren von Tim Walter absolut nicht abkönnen. Aber einigen Macker-Fans mag der bestimmt imponieren.

  12. Moin. Ich bin HSVer und bin hier zufällig gelandet.

    Ich finde, dass vieles durchaus sachlich und richtig ist.

    Walter ist allerdings bei uns überhaupt nicht unumstritten, es gibt sogar einige, die seine Art gar nicht mögen.

    Ist aber wohl normal, solche Typen werden immer polarisieren.

    Was die Balljungen angeht: Ist sicher auch schon mal woanders vorgekommen und wäre sicher in entsprechenden Situationen bei euch ähnlich gefeiert worden.

    Stadionshow: Bin ich bei Dir, finde ich auch uncool, deswegen bin ich auch immer erst 10 Minuten vorher aufm Platz und in der Halbzeit für kleine Stellinger. 😉

    Ist bei Euch sicher cooler, aber wer geht schon wegen der Musik ins Stadion? 😉

    Schönen Wochenstart und feiert mal Eure Stadtmeisterschaft. 😀

  13. Wer seinen Artikel mit „HSV ist scheiße“ beginnt, setzt wohl weniger auf seine journalistische Fähigkeiten bei der Bewertung von Sachverhalten, als dass er/sie/es die eigene Gefühlslage beschreiben möchte. Der Artikel mag als Trostspender auch für andere gemeint sein, wirkt aber eher als Abrechnung, in der alle bestehenden Vorurteile über den HSV (Weltverein) minutiös eingearbeitet werden. Wer sich dann noch Details herauspickt, die den Sieg des Gegners verwässern (Walter, Balljunge) und das eigene Selbstwertgefühl wieder heben sollen, bestätigt den Eindruck eines schlechten Verlierers. Ungereimtheiten (Tore, Karten) generös zuzugestehen, wirkt in diesem Kontext arrogant und peinlich. Das könnt ihr besser.

    1. „wohl weniger auf journalistische Fähigkeiten“

      Absolut. Deswegen steht das ja auch gleich am Artikelanfang, dass dies schriftliche Frustbewältigung aus Fansicht ist.
      Für alles andere gibt es ja (u.a.) den Spielbericht.

    2. Ach weißt Du, für diejenigen, denen dieses journalistische Angebot nicht passt (ein Anspruch, der für diesen Beitrag auch noch ausdrücklich ausgesetzt war), gibt es in und um Hamburg genug Hofberichterstattung rund um das Parkhaus-meets-Großraumdisco. Konsumier doch einfach die, wenn du nichts lesen möchtest, was dir nicht ins Weltbild passt.
      Was ist das überhaupt für ne Art, nach einem nur mit viel Sott gewonnenen Derby beim Gegner rumzulungern und rumzuheulen?!? Hast du erwartet, hier irgendwelche Huldigungen entgegen nehmen zu können? Für schlechte Verlierer habe ich ein gewisses Verständnis, schlechte Gewinner sind aber schlicht zum speien.

  14. Guter Text! Natürlich ist eine subjektive Brille dabei und ich sehe einige Dinge naturgemäß anders, aber es ist eben auch nur eine Meinung und Meinungen können (und sollen) bekanntlich verschieden sein. Das wollte ich einfach mal als HSV Fan da lassen.

    Viel Erfolg euch noch für den Rest der Saison

    1. Danke Dir.
      Und so soll es ja auch sein, es wäre ja schon sehr merkwürdig wenn HSV-Fans bei so einem Text inhaltlich eifrig nicken würden – und umgekehrt.
      Subjektive Grüße zurück!

  15. „… weil diese Trummertruppe immer wenn’s ernst wird vergeigt.“

    Boah, das hat jetzt schon ein bisschen gedauert diese Derby-Niederlage zu verarbeiten.

    Ein bisschen wie das Spiel gegen Schalke letztes Jahr, als wir realisierten was alles möglich gewesen wäre und wie eng das alles wieder war.

    Geholfen haben mir natürlich die Artikel hier im Millernton, mein Lieblingslied bei Niederlagen von … But Alive mit Sven Brux am Mikro und ein bisschen auch die jubelnden HSV-Fans.

    Denn was ist da eigentlich passiert?

    Wir, der kleine Stadtteilverein haben gegen den großen HSV verloren. Gegen den sechsfachen deutschen Meister, den Europapokalsieger. Gegen die Fußball AG, die im Sommer locker lässig fast 10 Millionen in Transfers gepumpt hat.

    2018, vor dem ersten Spiel gegen den HSV in der zweiten Liga hörte man aus dem Rautenland noch, dass das Spiel ja gar kein richtiges Derby sei. Dass St.Pauli doch kein adäquater Gegner für einen Verein wie den HSV sei.

    Jetzt, fünf Derbyniederlagen später zahlt so mancher HSV-Fan bereitwillig 104 Euro um die Mannschaft aus dem Stadtteil sehen zu dürfen und jubelt nach einem knappen 4:3 als hätte man die Championsleague gewonnen.

    „… weil diese Trummertruppe immer wenn’s ernst wird vergeigt.“

    Immer wieder höre ich dieses Lied, aber irgendwas passt nicht …

    … es ist einfach keine Trümmertruppe mehr die da spielt.

    Vor einem Jahr auf Schalke war ich am Boden zerstört. Ich dachte dass da in der Saison 2021/22 eine einmalige Gelegenheit vorbei gezogen ist.

    Ich war mir sicher, dass diese Mannschaft jetzt komplett zerpflückt wird und als die Abgänge von Burgstaller und Kyreh bekannt wurden bestätigten sich die Befürchtungen ja auch ein wenig.

    Jetzt ein Jahr später sieht die Situation für mich ganz anders aus.

    Auch wenn mit Paquarada und vielleicht Medic und/oder Daschner sicher einige Leistungsträger den Verein verlassen, bricht uns das nicht das Rückrat.

    Wir spielen jetzt die zweite Saison um den Aufstieg mit und ich finde die Mannschaft in der Breite mittlerweile so gut besetzt, dass ich mich schon jetzt auf die nächste Saison freue. Egal in welcher Liga.

    Und wie man es dreht und wendet:

    Am Ende des Tages ist der FC St. Pauli ohnehin die einzige Möglichkeit.

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