DFL und Investoren – sind denn alle bekloppt?

DFL und Investoren – sind denn alle bekloppt?

Die DFL möchte (zukünftige) Medienrechte und deren Erlöse an Investoren verkaufen, ein Vorgriff auf zukünftige Einnahmen. Fans kritisieren das massiv – und der FC St. Pauli auch… oder zumindest will er die Entscheidung vertagen.
Foto: Stefan Groenveld

Die Anfrage kam sehr früh: „Macht doch mal ’nen Podcast über den DFL Investoren-Deal!“
Wir haben etwas gezögert und uns schließlich dagegen entschieden, weil es uns wenig unterhaltsam vorkam, sich in der Sendung gegenseitig zu erzählen, wie dumm das alles ist.
Noch dazu einer Zielgruppe, die das schon weiß.

Insbesondere, weil uns jemand fehlte, der/die uns schlüssig Pro-Argumente für den Verkauf hätte erzählen können. Aki Watzke wollten wir nicht einladen, er wäre wohl auch nicht gekommen. Und ob dann das „schlüssig“ aus dem Satz vorher gegeben gewesen wäre, wissen wir auch nicht so recht.
Aber das Thema ist zu groß, um es zu ignorieren. Wir können und wollen da nicht wegschauen und finden, dass das für alle gilt, die sich mit dem Fußball der ersten beiden Ligen befassen.
Und wir haben dabei noch nicht mal drüber nachgedacht, was für Folgen dies auch für Teams der 3. Liga haben wird.

Um was geht es?

Vorab einige Links zum Thema:

Entgegen ersten Ideen ist ein Anteilsverkauf der DFL selbst nicht geplant (siehe Sportschau-Artikel aus Februar 2023). Stattdessen soll eine Tochtergesellschaft als KGaA gegründet werden, welche die weltweiten Medienrechte lizenziert. Von dieser Tochtergesellschaft soll ein niedriger zweistelliger Prozentwert (es ist von 12,5% die Rede) an eine/n Investor*in abgegeben werden. Zeitlich befristet auf einen Zeitraum von etwa 20 Jahren. Investor*in wäre dann eine „Private Equity Gesellschaft“ (PEG).
Die erhoffte Summe aus diesem Deal: Etwa zwei bis drei Milliarden Euro.

Diese Summe würde dann in Teilen an die Vereine ausgeschüttet, teils mit Vorgaben in Bezug auf die Verwendung. Ehe es so weit kommt, müsste aber die DFL-Versammlung (also die 36 aktuell in den Bundesligen 1 & 2 spielenden Vereine) mit einer Zweidrittelmehrheit dem Deal zustimmen.

Private Equi… was?

Das Setting „Jemand, den ich privat kenne, erklärt mir bei zwei Kaffee, worum es bei Private Equity überhaupt geht“ klingt schon recht gut und Schwatzgelb.de hat das dankenswerterweise verschriftlicht. Zusammenfassend bleibt folgendes Zitat hängen:

„Das ist eine undurchsichtige Scheiße. Und das ist auch beabsichtigt. Aber es ist weder zwielichtig noch illegal. Es ist nur nicht an normale Leute gerichtet.“

Etwas ausführlicher: Da kommt jemand mit sehr viel Geld. Dies ist aber niemand, dem/der das Wohl des Fußballs am Herzen liegt. Es wird investiert in der Hoffnung auf größtmögliche Gewinne, um aus viel Geld noch mehr Geld zu machen. Transparenz nach außen ist nicht zu erwarten.
Das ist wenig überraschend, sollte man aber natürlich trotzdem nochmals so festhalten.
Wer sich dem Begriff etwas theoretischer nähern will: Wikipedia

Ähnliche Fälle in der Vergangenheit

In Bezug auf die DFL selbst gibt es hier nichts Vergleichbares.
Einen Verkauf von Anteilen oder auch Medienrechten (auf Zeit) findet man hingegen bei vielen Vereinen. So richtig positiv ist dies nur selten ausgegangen, wenn man mal von den ganz großen Nummern wie dem FC Bayern und strategischen Partnerschaften mit der Telekom, Adidas und Audi absieht.

Michael Kölmel und die Sportwelt

Schon Ende der 90er versuchten Vereine mit dem Verkauf Medienrechten bspw. an Michael Kölmel und die „Sportwelt“ eine Wette auf die Zukunft zu gewinnen.
Das ganze Ding ging katastrophal in die Hose. Die „Sportwelt“ ging insolvent und Vereine wie Union Berlin und Fortuna Düsseldorf sahen sich auf einmal noch viel größeren Problemen gegenüber.

Zugegeben: Das Szenario ist mit dem jetzt geplanten Deal der DFL nicht vergleichbar, da der Investor hier in Vorleistung tritt.

Investoren bei 1860, dem HSV und Hertha BSC

Auch Ausgliederungen im Allgemeinen und Investoren im Speziellen sind im Profifußball hierzulande alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Es sei denn, man ist Aktionär eines Popcorn-Herstellers.

HSV-Fans wurde bei der Ausgliederung mit „HSV+“ das Blaue vom Himmel und der Ritt auf Einhörnern in die europäische Spitzenklasse versprochen. Stattdessen hat man weiterhin Albträume von KlauMiKü, ist vor fünf Jahren abgestiegen und immer noch stets bemüht, dies dann doch endlich mal zu korrigieren.

Bei 1860 München will Hassan Ismaik seit 2011(!) die Löwen ganz weit nach vorne bringen. Doch sie spielen auch nächste Saison wieder in der 3. Liga.

Und bei Hertha BSC kam Lars Windhorst mit einem großen Sack von Millionen an. Von diesem Geld ist nichts mehr da. Geblieben ist aber das komplette Chaos und vielleicht zeitnah der Abstieg in die 2. Liga (oder Schlimmeres).

Sind diese Beispiele jetzt vergleichbar mit der Situation der DFL? Nein, sicher nicht.
Aber warum sollten ausgerechnet die Vereine, die schon bisher mit dem vielen Geld nicht sinnvoll umgehen konnten, jetzt mit dieser finanziellen Spritze gerettet werden und auf einmal besser damit hantieren können?

Und was die genannten Beispiele alle eint: Investoren geben ihr Geld nicht, ohne Bedingungen daran zu knüpfen. Die DFL-Geschäftsführer Hellmann und Leki in ihren Statements betonen zwar, diesen Einfluss auf elementare Dinge auszuschließen. Es wäre aber wohl sehr blauäugig, dies in Bezug z.B. auf Anstoßzeiten und ähnliche Instrumente für den gesamten Zeitraum zu glauben.

Proteste zum Investorendeal in der Dortmunder Kurve
Protestplakate in Dortmund beim Spiel gegen Mönchengladbach. // (c) Christof Koepsel/Getty Images via OneFootball

Wer profitiert davon – und wer nicht?

Zunächst einmal: Kurzfristig profitieren werden die DFL und die 36 Vereine, die dieser aktuell angehören. Langfristig wird man durch den Deal aber sehr wahrscheinlich weniger Geld generieren als ohne ihn.
Da über die genaue Verteilung der Gelder offiziell noch wenig bis nichts bekannt ist, ist alles ab hier in Teilen Spekulation.

Wenn man aber die (gleich folgenden, nicht finalen) Zahlen mal als gegeben hinnimmt, wird das Geld eben komplett ausgegeben – zumindest (siehe nächster Abschnitt) in den nächsten fünf Jahren. Damit wird zukünftigen Klubs der DFL Geld weggenommen. Und da man wohl am aktuellen Schlüssel nach TV-Tabelle festhalten will, werden die jetzt bereits „Großen“ eben noch weiter gestärkt und die „Kleinen“ mit den üblichen Almosen bedacht. Vereinen „von unten“ wird es somit auch schwieriger gemacht, nach oben zu kommen.

Das Geld und der Verteilungsschlüssel

So richtig transparent und öffentlich ist das wie gesagt alles noch nicht. Die konkretesten Zahlen lieferte die Sportschau vor gut einer Woche. Wohlgemerkt: Hier wird von 2 Milliarden € als Gesamtsumme ausgegangen, dies kann sich natürlich noch nach oben oder unten verändern.

Aber: Wie die Sportschau auch vorrechnet, beträgt der Gegenwert an 12,5% der Medienrechte auf Basis der aktuellen(!) TV-Verträge auf 20 Jahre gerechnet 3,25 Milliarden Euro – und die (anzunehmenden) Steigerungen sind da noch nicht mal mit drin.
2 Milliarden bekommen, den Gegenwert von (mindestens) 3,25 Milliarden abgeben, für einen (vereinfacht ausgedrückt) üppigen Sofortkredit? Man verzichtet hier also auf Geld, sehr viel Geld.

Gemäß dem Artikel verteilen sich die 2 Milliarden Euro wie folgt:

  • Topf 1: „Internationales Produkt Bundesliga“ (DFL): Streamingplattform und DFL-Entwicklung – 750 Millionen Euro
  • Topf 2a: „Infrastruktur“ (Vereine): Trainingszentren, Stadien, Digitalisierung – 950 Millionen Euro
  • Topf 2b: „zur freien Verfügung“ (Vereine): 300 Millionen Euro

Die Gelder an die Vereine sollen nach Medienberichten über den gängigen TV-Geld-Schlüssel verteilt werden.
Bedeutet: Der FC Bayern München bekommt wie immer sehr viel. Alle anderen dann schon deutlich weniger und in der 2. Liga bekommt man besagte Almosen oder wie Oke Göttlich es im Spiegel (€) nennt: „homöopathische Millionen“.
Wenn hier wirklich (siehe Abstimmungsmodus) auch die Zweitligisten zustimmen, ist ihnen auch nicht mehr zu helfen.

Oder anders: Das Wasser muss ihnen komplett bis zum Hals oder höher stehen, um in dieser Situation solch einem Deal zuzustimmen. Und dies gilt nicht nur für die Zweitligisten, sondern für alle Vereine, die nicht regelmäßig in der Champions League dabei sind.

Gesamtsumme wird über fünf Jahre gestreckt

Noch verrückter: Nach unseren Informationen wird die Summe nicht etwa jetzt sofort und in einer Zahlung übermittelt, sondern in fünf Tranchen über die nächsten fünf Jahre. Ausgehend von 2 Milliarden € sind dies 350 Millionen € pro Saison. Wenn man dann noch davon abzieht, was der Investorengruppe für die erhaltenen 12,5% als Gegenwert zusteht, reduziert sich die Summe um weitere gut 100 Millionen €.
Verteilt man dies anteilig auf die oben angeführten Töpfe und legt die TV-Geld-Tabelle an, bleiben für einen „mittelmäßigen Zweitligisten“ wie den FC St. Pauli etwa 400.000€ pro Saison.
Und dafür der ganze Zirkus? Ein solch einschneidender Schritt mit einer Tragweite über 20 Jahre und großen Fragezeichen über die Details und eventuelle Einflussmöglichkeiten der Investoren?

Und wofür eigentlich? Für eine internationale Vermarktung, für internationale TV-Gelder?
Zur Erinnerung: Während die nationalen TV-Gelder zwischen 1. und 2. Liga noch im Verhältnis 80/20 verteilt werden, geschieht dies bei den internationalen TV-Erlösen etwa im Verhältnis 96/4!
Warum zur Hölle sollte also ein Zweitligist dafür stimmen, diese Zementierung der sich öffnenden Schere zu unterstützen und die internationalen Erlöse zu pushen? Und es damit selbst unwahrscheinlicher machen, zukünftig in die Phalanx der etablierten Erstligisten einbrechen zu können?
Solidarität my ass, dies hilft ganz sicher niemandem – außer den Teams, die eh schon durch die Europapokaleinnahmen einen unfassbaren Wettbewerbsvorteil haben.

Man will das Geld. Viel davon. Jetzt.

Argumente für diesen Deal zu finden, fällt weiter schwer.
Mit vier Ausnahmen: Geld. Viel. Jetzt. Sofort.

Das „Argument“, nur so weiterhin international mithalten zu können, ist so komplett hanebüchen. Jemandem, der / die das ernsthaft vorträgt, müsste eigentlich sofort die Geschäftstüchtigkeit entzogen werden. Die DFL hängt u.a. deswegen in der internationalen Aufmerksamkeit hinterher, weil man sich in Sachen Social Media und Videos über Jahre in einer Höhle versteckt hat. Anschauungsunterricht bieten sowohl die amerikanischen Profiligen, als auch andere europäische Ligen seit Jahren.
Wie genau da jetzt der Topf 1 (DFL, 750 Millionen €) helfen sollen, ist zumindest nach außen unklar.
Als ersten Schritt könnte man einfach den sehr restriktiven Umgang mit Highlight-Videos vereinfachen.
YouTube und andere Videoportale sowie Soziale Netzwerke sind ausreichend vorhanden.

Fairerweise muss man sagen, dass dieser Posten unter den drei Töpfen auch von den Kritikern am ehesten als notwendig angesehen wird. Eine Neustrukturierung der DFL erscheint sinnvoll. Auch abseits eines Streamingportals besteht hier am ehesten Handlungsbedarf. Wenn es aber wirklich nur um diese Summe geht, wäre sicher auch eine Finanzierung über andere Wege möglich.

Topf 2a, die 950 Millionen Euro für die Infrastruktur. Diese würden grundsätzlich kurzfristig helfen, fließen aber a) wohl über jenen TV-Geld-Verteilschlüssel und b) über fünf Jahre verteilt. Außerdem sind sie lt. einer Äußerung von DFL Geschäftsführer Oliver Leki nicht zweckgebunden. Niemand müsse also in die Infrastruktur investieren (Sportschau).
Vereine wie der HSV (Sanierung Volksparkstadion für die Euro 2024) und auch der FC St. Pauli (Projekt Kollaustraße) werden das Geld sicher dankbar annehmen. Aber Vereine, die jetzt gerade für sportliche Ziele (Abstieg verhindern, Aufstieg erreichen, endlich in die Champions League und damit an die wirklich relevanten Geldtöpfe kommen) dringend Gelder benötigen – wer soll denn glauben, dass die verantwortungsvoll damit umgehen?
Klar, es gibt positive Ausnahmen wie den SC Freiburg. Hier wurde über Jahre hinweg Geld sinnvoll investiert und man erntet jetzt die Früchte dieser Arbeit. Aber viel mehr als eine die Regel bestätigende Ausnahme ist dies eben nicht.

Der Glauben an nachhaltiges und vorausschauendes Handeln im schnelllebigen Tagesgeschäft Profifußball dürfte wirklich nur bei ganz wenigen Menschen mit sehr großer Naivität noch vorhanden sein.
Hier werden Milliarden aus der Zukunft gestohlen und kurzfristig als Durchlauferhitzer verbrannt.
Und nein, Erling Haaland wechselt trotzdem nicht zurück in die Bundesliga. Denn gegen die Summen, die aus Katar, Saudi-Arabien oder anderen Quellen in andere Ligen und Klubs fließen, bleibt die gehandelte Summe pro Klub weiterhin im Peanuts-Bereich.
Man verschenkt hier also zukünftiges Geld, weil man zu gierig oder ungeduldig ist und „schneller, höher, weiter“ einfach unbedingt sofort erreichen will. Eine langfristige Strategie dahinter?
Nicht zu erkennen.

Schreiben wir es also einmal deutlich aus. Vereinen, die jahrelang das kapitalistische Rattenrennen mitgespielt haben und auch deshalb, besonders, wenn sie finanziell schlecht geführt sind, auf den Abgrund zusteuern, soll hier zu Lasten anderer kurzfristig in und um die Kurve geholfen werden.

Wie wird entschieden?

Am kommenden Mittwoch (24. Mai 2023) soll eine Zweidrittelmehrheit der Vereine das „Go“ für die Verhandlungen geben. Im Juli, auf einer weiteren Versammlung, werden diese vorgestellt und dann final zur Entscheidung gebracht.
Bedeutet: (Mindestens) 24 Vereine müssten jetzt zustimmen.

Die Interims-Geschäftsführer der DFL, Axel Hellmann (Eintracht Frankfurt) und Oliver Leki (SC Freiburg) hatten allerdings beim kicker gesagt, dass zwar formal eine Zweidrittelmehrheit reiche, eine „ganz dünne Zweidrittelmehrheit aber kein guter Start“ wäre und man sich das weitere Vorgehen dann gut überlegen müsse.

Oke Göttlich will mehr Zeit für den Entscheidungsprozess

Ob es aber bereits jetzt diese Mehrheit geben wird, ist seit dieser Woche noch etwas fraglicher als ohnehin schon. Oke Göttlich, seines Zeichens Präsident des FC St. Pauli und gewähltes Präsidiumsmitglied der DFL, sorgte mit seinen öffentlichen Aussagen für Aufsehen.
Selbst als Präsidiumsmitglied der DFL seien für ihn noch grundlegende Fragen offen, es fehle an Transparenz und einer gemeinsamen Strategie.

„Ich bin DFL-Präsidiumsmitglied und kenne weder den Businessplan, wie die Wachstumsziele erreicht werden sollen, noch kenne ich die Bewerbungen der einzelnen Private-Equity-Unternehmen. Nach einer der vergangenen Präsidiumssitzungen habe ich 20 Fragen zum Prozess eingereicht mit der Bitte um schriftliche Beantwortung. Das wurde mir verwehrt. […]“

Oke Göttlich im SPIEGEL (€)

Deswegen fordert er, die Entscheidung jetzt nicht schnell durchzuprügeln, sondern diese zu vertagen. Mindestens bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung der DFL im August. Um Fragen zu klären, um offen diskutieren zu können.

Mal ganz offen, ehrlich und unter uns: Was für eine schallende Ohrfeige ist es denn bitte für den gesamten Prozess, wenn sich nach zig Monaten der Planung und Diskussion ein Präsidiumsmitglied der DFL hinstellt und öffentlich sagt, dass ihm grundlegende Fragen nicht ausreichend beantwortet erscheinen und eine Strategie und Transparenz fehle?
Selbst Volker Wissing und Andi Scheuer würden sich schäm… naja, vielleicht auch nicht, aber ich schweife ab.

Fazit

Der Profifußball in Deutschland ist ein knallhartes Business und wer in diesem mitspielen will, muss sich von allerlei romantischen Illusionen verabschieden. Auch beim FC St. Pauli läuft kein Spieler auf, weil wir so schön singen.

Trotzdem gilt es, den Blick auf die Zusammenhänge nicht zu verlieren und zumindest zu versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen zu verfahren. In diesem Zusammenhang kann man als Fan den (anteiligen und zeitlich befristeten) Verkauf der Medienrechte nur ablehnen.
Gleiches sollte auch für alle Vereine gelten, insbesondere mit den jetzt genannten noch offenen Punkten und der fehlenden Transparenz der zu treffenden Entscheidungen.

Forza St. Pauli!
// Maik

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9 thoughts on “DFL und Investoren – sind denn alle bekloppt?

  1. Moin, alles gesagt topp Text. Das Oke keine Auskunft oder nicht ausreichend erhält, macht die Sache ja noch schwieriger. Wenn ich es richtig sehe und verstanden habe ist das Konstrukt bisher so. Oke ist im Präsidium des DFL e.V., dieser ist für die Lizenzierung zuständig. Für die Einnahmen ist jedoch die DFL GmbH zuständig mit eigener Geschäftsführung und eigenem Aufsichtrat, der sich in Teilen mit dem Präsidium des e.V. deckt. Jetzt soll eine neue Gesellschaft unter der Führung der GmbH gegründet werden, an der 12,5% der Anteile dem Investor gehören. Der Einfluss des e.V. also noch geringer sein wird und die „kleinen“ Vereine nicht nur wenig Geld bekommen, sondern auch auf das “ Tagesgeschäft“ des neuen Kontrukt kaum Einfluss haben. Oder sehe ich das völlig falsch?

  2. Moin und vielen Dank, diese Gemengelage habe ich nun deutlich besser verstanden, auch wenn das Konstrukt und die eigentliche Idee immer unverständlicher wird – wenn Private so agieren würden, würde jede Hausbank sofort die Geschäftsbeziehung beenden. Oder Konditionen aufrufen, die eine Verpfändung zukünftiger und in ihrer Höhe komplett offenen Einnahmen entsprechend im Risiko berücksichtigen.
    Und klar, wer bislang nicht mit Geld umgehen konnte, wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht können wenn davon noch mehr auf den Haufen geworfen wird. Die Konsequenz ist ganz deutlich beschrieben, nach einem kurzen Auf wird es ein langes und stetiges Ab geben, an dessen Ende eine „Marktbereinigung“ stehen wird und nur noch die „Vereine“ stehen bleiben, die entweder immer schon klug gehandelt haben (Bayern) oder die von sonstwo Geld beziehen – unser magischer FC wird sich in den Niederungen der Ligen wiederfinden, aber immerhin bleibt zu offen, dass das Eckenverhältnis dann noch immer nicht von irgendwelchen Firmen präsentiert wird.
    Btw.: Unterklassiger Fußball ist auch ganz nett, gestern bspw. der Pokalfinale der U19-Teams – guter Fußball ohne das ganze Brimborium. Glückwunsch nach Billstedt, gut gespielt 😉

  3. Top TExt, vielen Dank!

    Anmerkung: Vielleicht haben so wenig Vereine damit ein Problem damit, weil sie es bereits von Ihren Vermarktungsrechten (Sportfive & Co.) kennen. Die werden ja auch regelmäßig verhökert.

    Wäre ja witzig wenn es sich bei der private equity Bude um H.I.G. handeln würde…

  4. Danke Maik, für den erhellenden und fundierten Artikel.
    Schon irgendwie peinlich wie schlichte Geldgier als unternehmerische Strategie verpackt bzw. verschleiert wird.

  5. Danke für den Bericht, eigentlich sollten grundlegende Mathematik Kenntnisse die Vereine schon davon abhalten dafür zu stimmen, wobei bei einigen…
    Ich bin aber auch grad auf dem Weg zur Bank um mir 500k € zu leihen, weil ich ja in Zukunft mehr bezahlt bekomme.

  6. Mir persönlich ist das einigermaßen egal, ob es diesen Deal gibt oder nicht. Was mich aber jedes mal aufs neue fassungslos macht ist dieser Verteilungsschlüssel…
    Das wichtigste in einer Sportliga ist doch fairer Wettbewerb. Warum sollte ich mir einen Wettbewerb anschauen, in dem bereits vorher feststeht wer gewinnt. Im Fußball merkt man das bisher noch nicht so recht, weil die emotionale und soziale Verbundenheit zum Verein einfach sehr groß ist und viel kaschiert. Aber der Fan-Nachwuchs bricht komplett weg. Kaum Kinder werden noch Fans von „normalen“ Bundesligisten. Ich bin Lehrer in einer Realschule und bei den Kids gibt es nur PSG, Real, BVB, Bayern oder Liverpool… Nichtmal die bei uns nahegelegen Profiklubs Braunschweig und 96 sind relevant. Aber warum sollte man auch Fan von Bremen, Gladbach, Stuttgart werden wenn man eh keine Chance auf den Titelgewinn hat. Ich selbst bin großer Fußballfan, aber schaue im Profibereich nur den FCSP. Sonst nix. Weil es alles irgendwie egal wirkt. Und das geht sehr vielen fußballaffinen Menschen, die ich kenne, so.
    Und bin erschrocken, dass die DFL das nicht sieht. Da muss doch jemand mal in die USA rüberschauen: die NFL hat jedes Jahr 17 Mrd. (!!!) Umsatz, wie macht sie das? Sie stellt Chancengleichheit her: Einnahmen werden gesplittet, es gibt Gehaltsobergrenzen, die besten Nachwuchsspieler gehen im Draft an die schlechtesten Teams. Das Ergebnis ist eine super spannende Liga, in der jedes Jahr andere Teams den Titel gewinnen. Na klar schauen sich das Zuschauer lieber an. Aber die DFL denkt durch einen Dauermeister Bayern, der im Gegenzug aber jedes Jahr das Viertelfinale der CL erreicht wird die Liga attraktiver.. na dann viel Glück.
    Mein Vorschlag: Bayern, Dortmund, RB aus der Liga raus: SuperLeague. Dann das Geld gleich aufteilen: jeder Bundesligist bekommt den gleichen Betrag. Und wenn er absteigt bekommt er nur noch den Betrag wie alle Zweitligisten, keine 5-Jahres und 10-Jahreswertung mehr.

  7. Was mich wundert, ist das noch bei keinem Verein ich etwas von offiziellen Anträgen für die MV oder Unterschriftenaktionen unter Mitgliedern mitbekommen habe. Es sollte doch nicht schwer sein, bei einem Drittel der Vereine eine Mehrheit dafür hinzukriegen. Oder habe ich da was verpasst?
    Und ja, beteilige mich gerne daran.

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