Kauf dich glücklich?

Kauf dich glücklich?

Der FC St. Pauli ist gut in die Saison gestartet, doch Zweifel ob der offensiven Leistungfähigkeit bleiben. Einen Top-Stürmer wird der FCSP aber wohl nicht mehr verpflichten, eher entwickeln.
(Titelbild: Selim Sudheimer/Getty Images/via OneFootball)

Fabian Hürzeler wurde nach dem Spiel in Fürth deutlich: Nein, er möchte „nicht schon wieder“ eine Stürmer-Diskussion haben. Denn schließlich: „Es hat nichts damit zu tun, ob wir einen Stürmer haben oder nicht. Wir haben Torchancen gehabt. Die kann jeder versieben.“
Dass es aber auch eine Frage der Qualität ist und ein über Jahre mit Toreschießen vertrauter Spieler eher zum Torerfolg kommt als ein Abwehrspieler, ist Hürzeler natürlich auch klar. Und sowieso gibt es in der Öffentlichkeit die Stürmer-Diskussion nicht „schon wieder“, sie ist eher eine steter Begleiter. Bereits seit letztem Sommer. Unterbrochen wurde diese durch die starke Entwicklung von Lukas Daschner in der Rückrunde. Daschner ging diesen Sommer und rief sie damit wieder auf den Plan.

„Das Geld ist doch da!“

Die Debatte um einen weiteren Mittelstürmer ist also vorhanden, ob man möchte oder nicht. Was also tun aus Sicht des FC St. Pauli? Einen ganzen Batzen Geld in die Hand nehmen, womöglich sogar mehr Geld als der Verein jemals für die Verpflichtung eines Spielers in die Hand nahm? Durch den Verkauf von Jakov Medić müsste das Geld doch vorhanden sein, oder? Und, ach ja, die Kyereh-Millionen wurden auch nicht komplett ausgegeben.
Aber nein, das ist nicht der Weg des FC St. Pauli. Es geht dabei ja nicht nur um die Ablösesumme, sondern so eine Investion sprengt im Zweifel auch das Gehaltsgefüge des Kaders. Fabian Hürzeler sagte zuletzt auf der Pressekonferenz vor der Partie in Fürth deutlich: „Wir werden keinen Star verpflichten.“

Wie ernst diese Worte gemeint sind, wird auch an Aussagen von Oke Göttlich deutlich, der dem Abendblatt (€) gegenüber betonte, dass es aufgrund der schwierigen Weltwirtschaftslage, den gestiegenden Energiekosten und nach der Pandemie darum gehe „seriöse Budgets“ zu planen. „Deswegen kann und will der FC St. Pauli nicht Millionen Euro in einzelne Spieler investieren“, erklärt er. Das ist verständlich, wenn man beachtet, um welche Summen es zum einen auf dem Transfermarkt geht, aber auch, welche Gelder den FCSP aktuell belasten.

KfW-Kredite in Höhe von 15 Mio €

Konkret geht es dabei unter anderem um die Rückzahlung von KfW-Krediten, die der FC St. Pauli während der Pandemie aufgenommen hat. Erst hat der Verein im Oktober 2020 drei Millionen Euro, dann im März 2021 sieben Millionen Euro und zuletzt im Mai 2022 noch einmal fünf Millionen Euro KfW-Kredite aufgenommen. Das macht zusammen also rund 15 Millionen Euro, die der FCSP zurückzahlen muss (nachvollziehbar ist das hier). Dazu gestiegene Allgemeinkosten und der Plan die Kollaustraße umzubauen – man kann schon verstehen, warum der FCSP Transfereinnahmen nicht nur in den Kader investiert. Der Weg wirtschaftlicher Vernunft verlangt es.

Ein anderer Weg

Der Weg beim FC St. Pauli soll und muss also ein anderer sein. Der Verein möchte die Spieler selbst entwickeln. Möchte sie erst bei sich so wertvoll werden lassen, dass eben irgendwann andere Vereine bereit sind Summen für sie zu investieren, die dem FCSP selbst (noch) zu hoch sind. Zugegeben, das möchten alle Zweitligisten. Doch zum Beispiel in der Innenverteidigung wurden mit Hauke Wahl und Karol Mets zwei Spieler verpflichtet, die bereits als „fertig“ angesehen werden können. Da stellt sich die Frage, wieso das nicht auch im Angriffszentrum so gehandhabt wurde. Zumal dort die Spielerentwicklung zuletzt nicht so gut funktionierte. Aber da greift halt auch ein üblicher Mechanismus in der Branche: Stürmer kosten mehr als Abwehrspieler.

Vor und in der Saison 20/21 wurden Lukas Daschner, Daniel-Kofi Kyereh, Omar Marmoush und Guido Burgstaller verpflichtet. Spieler, die dem Verein entweder viel Geld oder Erfolge eingebracht haben – teilweise sogar beides. Doch seitdem scheint es auf dieser Position nicht mehr so gut zu laufen: Etienne Amenyido, David Otto, Johannes Eggestein, Maurides und Andreas Albers wurden seit Sommer 21/22 verpflichtet.

Stürmer-Entwicklung hakt

Vier dieser fünf genannten Spieler sind aktuell noch Teil des FCSP-Kaders (David Otto ist inzwischen wieder weg). Aber können sich diese vier (noch) dahin entwickeln, dass sie eine solche Rolle spielen können, wie es Burgstaller, Marmoush und Co. taten? Etienne Amenyido müsste dazu (mal wieder) fit werden und dann fragt sich leider meist nur, wie lange er das sein wird. Planen kann man mit ihm nicht wirklich. Maurides fehlt seit Ende März verletzt und ist noch nicht Teil des Team-Trainings. Sein nächster Einsatz dürfte noch einige Wochen hin sein. Johannes Eggestein ist seit Beginn dieses Jahres nahezu ohne Spielminuten geblieben, ist komplett abgemeldet, obwohl er voll mittrainiert. Er befindet sich in einer Sackgasse. So bleibt aktuell nur Andreas Albers übrig.

Mit bereits 33 Jahren hat Albers bereits ein Alter erreicht, in dem Fußballprofis üblicherweise ihren letzten Vertrag unterschreiben, wenn dieser nicht bereits läuft. Das bedeutet natürlich nicht, dass er keine Entwicklungsschritte mehr gehen kann. Selbst ohne diese gibt er dem Team bereits eine ganze Menge, verkörpert einen Spielertyp, der, abgesehen von Maurides, im Kader fehlt. Aber sicher wird sich Andreas Albers nicht zu dem Spielertypen mehr entwickeln, den Lukas Daschner verkörpert hat. Und dieser fehlt im Kader noch.

Hamburg, Deutschland, Juli 2023 - Andreas Albers (FC St. Pauli) im Duell mit einem Spieler von Hapoel Tel Aviv - Copyright: Peter Boehmer
(c) Peter Boehmer

Zukunft für Sinani im Zentrum?

Daher fallen bei der Besetzung der zentralen Stürmer-Position aktuell auch die Namen Dapo Afolayan, Danel Sinani und Marcel Hartel. Auch wenn alle drei ganz sicher Qualitäten haben, um auf dieser Position zu spielen, so fühlt sich das momentan eher nach Notnagel als nach Dauerlösung an. Afolayan ist bei den Bolton Wanderers übrigens auch aufgrund einer ähnlichen Anpassung seiner Position nicht mehr so gut zurechtgekommen. Und die letzten beiden Ligaspiele mit ihm im Angriffszentrum waren nicht überzeugend. Hartel kann alles spielen, klar. Aber er ist auf anderen Positionen wesentlich wertvoller für das Team. Bleibt noch Sinani, der diese Position teilweise in Fürth spielte. Ihm ist sie auch am ehesten zuzutrauen. Denn er spielte auch bei seinen vorherigen Clubs immer wieder im offensiven Mittelfeld oder ganz vorne im Zentrum.

Andere Mannschaftsteile bereits aufstiegsreif

Ob mit Sinani, Afolayan, Hartel, Albers, irgendwann wieder Maurides oder Amenyido, vielleicht sogar Winter: Der FC St. Pauli befindet sich auf der Mittelstürmer-Position im Entwicklungsstadium. Und kann damit momentan nicht mit der Qualität der anderen Mannschaftsteile mithalten. Der Wunsch nach einem Spieler, der das Level des Kaders auch im Sturm garantiert, wird dadurch verstärkt. Weil es auffällig ist, dass es auf dieser Position noch hakt, während viele andere Bereiche im Kader bereits jetzt das Top-Level der 2. Bundesliga repräsentieren.

Es ist alles andere als ausgeschlossen, dass der FC St. Pauli in den kommenden Tagen noch aktiv wird auf dem Transfermarkt. Fast sicher ist aber, dass es sich bei möglichen Transfers nicht um Spieler handeln wird, die auf ähnlichem Niveau in Regelmäßigkeit 15-20 Tore erzielt haben. Der FCSP wird versuchen Spieler in seinen eigenen Reihen dahin zu entwickeln. Allerdings liegt der Fokus auch darauf, dass die Aufgabe der Torerzielung auf möglichst viele Schultern verteilt wird, man sich als Team nicht in Abhängigkeit von einem einzigen Stürmer begibt. So gelang es z.B. in der Vorsaison, als der FCSP zwölf Spieler im Team hatte, die mindestens zwei Treffer in der Liga erzielten.

Kracher-Transfer unwahrscheinlich

Es ist also unwahrscheinlich, dass der FCSP die anhaltende Diskussion per Knall-Effekt mit einer Transfer-Nachricht beenden wird. Auch wenn wir uns das alle wünschen. Dass es dem Team gelingt einzelne Spieler im Kader in die gewünschte Richtung und auf das gewünschte Level zu entwickeln, ist nicht ausgeschlossen. Angesichts von gerade einmal drei Ligaspielen, ist ein endgültiges Urteil natürlich noch sehr verfrüht. Es ist zu erwarten, dass die Neuzugänge noch besser beim FCSP Fuß fassen werden. Und nicht wenige hoffen, dass auch der Name Benett Winter in naher Zukunft häufiger in diesem Zusammenhang fällt. Ob sie dann aber das gewünschte Level erreichen können? Sicher ist auch: Einer weiteren Neuverpflichtung muss dann aber auch Zeit zur Entwicklung zugestanden werden. Einen Stürmer, der sofort für den FC St. Pauli Tore garantiert, wird es wohl nicht geben.

Zweitligisten verpflichten selten einen Burgstaller

Aber wo gibt es das schon in der zweiten Bundesliga? Geht mal durch die Transferlisten der der Clubs. Der KSC hat Lars Stindl zurückgeholt, klar. Aber sonst? Kein Zweitligist – mit gewaltigen Abstrichen abgesehen von Kiel (Shuto Machino) und, hallo Planinsolvenz, Kaiserslautern (Ragnar Ache) – hat einen Angreifer mit „Knall-Effekt“ dauerhaft verpflichtet. 15-Tore-Stürmer kommen nur ganz, ganz selten in die 2. Liga, sie entstehen meist dort (Edit: Das bedeutet auch, dass einige Clubs diesen Knaller-Stürmer bereits haben und kein Bedarf da ist einen zu verpflichten). Niemand sollte davon ausgehen, dass Transfers der Marke Burgstaller, bei dem zwei Seiten auf viel Geld verzichteten, um das möglich zu machen, selbst für ambitionierte und wirtschaftlich gut situierte Zweitligisten mal eben realisierbar sind. Ja, auch wenn die Zweitligisten wissen, dass das ihre Aufstiegschancen massiv erhöhen würde. Das Risiko wäre enorm hoch, für den FC St. Pauli so hoch, dass er sicher einen Paradigmen-Wechsel bedeuten würde, hin zu mehr finanziellem Risiko. Wollen wir das?

Defense wins titles

Wären aufgrund eines fehlenden Top-Stürmers die Saisonziele in Gefahr? Na klar, mit einem Torjäger ist die Wahrscheinlichkeit aufzusteigen höher, es macht vieles einfacher. Aber beim Blick in die Statistiken fällt auf: Eine stabile Defensive ist mindestens genauso wichtig. Seit der FC St. Pauli wieder in der 2. Bundesliga spielt, landeten die besten Defensiven immer auf einem der ersten drei Plätze – abgesehen vom SV Sandhausen 17/18, der aber neben der besten Defensive (33 Gegentreffer) auch die schwächste Offensive (35 Treffer) stellte. Zweimal schaffte es das Team des besten Torschützen in diesem Zeitraum nicht unter die Top3. Der durchschnittliche Tabellenplatz der drei besten Defensiven einer Saison: 3.9; jener der Teams mit den drei besten Torschützen: 4.9 – zugegeben nur ein leichter Unterschied, aber eben schon ein Grund eher auf die Defensive zu setzen. Und in diesem Mannschaftsteil ist der FCSP Ligaprimus.

Es ist zu hoffen, dass der FC St. Pauli dies auch noch in anderen Mannschaftsteilen wird – egal, ob durch die Entwicklung von Spielern, die bereits im Kader sind oder jene, die vielleicht noch kommen. Der Saisonstart zeigte, dass Schalke 04 noch Probleme hat und Hertha BSC diese Saison die Liga eher in eine andere Richtung verlassen könnte. Das Titelfenster scheint also auch dieses Jahr für den FCSP offen zu sein, wenn es gelingt die Offensive in Schwung zu bringen, indem Spieler weiterentwickelt werden. Das ist ein schwieriger, aber wirtschaftlich vernünftiger Weg – der bei Erfolg dann auch jede Diskussion beenden würde.

// Tim

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17 thoughts on “Kauf dich glücklich?

  1. Moin, ich bin da mehr als zwiegespalten. Schaut man sich die Torjägerlisten der letzten Jahre an, gab es zumeist den einen Torjäger, der i.d.R. bei einem Absteiger, der mit direkten Aufstiegsambitionen gespielt hat. Also eher Erstligaspieler. Viele andere haben mit ihren 12-15 Toren nicht für den Aufstieg gesorgt. Ich will damit sagen, für das Gefühl wäre so ein Stürmer bestimmt schön, aber fragt mal im letzten Jahr HSV, Kiel, Düsseldorf, 96, KSC und die Region. Alle Torjäger in dieser Region, Aufgestiegen ist keiner von denen und nur HSV und Düsseldorf(knapp) hatten überhaupt ein besseres Torverhältnis. Ich denke, wenn das Team insgesamt wieder in etwa so ausgewogen spielt wie in der Rückrunde, dann ist der Aufstieg drin. Auch ohne Torjäger

  2. Momentan ist zu merken, dass die Laufwege vorne noch nicht eingespielt sind. Wenn bedienen wir uns über die Seiten mit Überspielen der Aussenverteidiger oder wir gehen über Einzelaktionen. Ein Direktpass Spiel fehlt momentan und könnte noch den Unterschied machen. Aber dafür ist es wohl auch noch zu früh .Ich fand Albers hat im letzten Spiel in den 10 Minuten ein Super – Stellungsspiel gehabt. Ich glaube, dass er den Durchbruch hingbekommt. Zumal er von den Stats in Regensburg nicht schlecht war.

  3. Star-Stürmer: muss von mir aus nicht unbedingt kommen.
    Aber selbst ein Stürmer mit Potential fehlt ja völlig: Amenyido (Verletzungen), Albers (Alter), Maurides (Alter & Verletzungen) und Eggestein (Hürzeler) werden nicht zu Topstürmern entwickelt werden können. Letztes Jahr hatten immerhin Otto und Matanovic das Potential dazu, auch wenn sie es nicht abrufen konnten. Aber dieses Jahr fehlt dieses Potential dazu vollständig bei den klassischen 9ern. Was sagt denn GSN dazu?
    Hoffentlich haben die Verantwortlichen da einen soliden Plan um Sinani oder Banks umzuschulen, oder noch ein Talent zu holen. Weil sonst werden werden wir im kommenden Sommer genau dasselbe Thema wieder haben.

  4. Nur kurz dazu: Ein Makienok ist vereinslos und mit 32 wäre er für uns ein Kandidat gewesen und ist es immer noch.
    Ein Ujah kostet auch nicht so viel, da der BTSV nicht über so viel Geld verfügt…aber manchmal fehlt auch der Glaube.
    S04, H96 und der Vorstadtclub brauchen keinen, da sie einen haben…

    Es bedarf auch ein wenig Glück und Gespür, einen guten und preiswerten Stürmer zu bekommen.

    Wenn ein Maurides fit ist, ist er schon ein Stürmer, den wir uns alle wünschen und Albers hat es für den Anfang gar nicht so schlecht gemacht.
    Die Saison ist noch lang….

  5. Mich würde interessieren, was Ihr von Ahmet Arslan haltet – als Kieler Leihspieler 25 Tore (9 Vorlagen) für Dresden in der 3. Liga geschossen, jetzt zu Magdeburg gewechselt. Angeblich hat er auch unter einer Million Euro gekostet. Hätte man sich nicht um ihn bemühen müssen? Oder ist er zu klein? (1,79) HSV-Vergangenheit ein Problem? Was er kann, werden wir ja ggf. nächsten Wochenende am Millerntor erleben.

  6. Was nützt ein teurer Toptorjäger wenn er sich früh verletzt? Geduld ist hier gefragt. Die Hitze hat alles lahmgelegt… da war kein Feuer in der Mannschaft! Der Grieche stand völlig neben sich. Das war einfach nur Sommerfußball. Ich denke gegen Magdeburg sehen wir ein anderes Spiel. Nicht immer gleich vom Aufstieg träumen. Das Zeigt sich erst in der Rückrunde. Dieser Verein macht es genau Richtig nach seinen Möglichkeiten. Wir haben keinen Sponsor der aus der Portokasse mal eben Millionen auf den Tisch legt. Lieber weniger Pyro dann hat der Verein mehr Geld in der Kasse.

  7. Also ich fände in der aktuellen Situation auch eine Leihe vernünftig.

    Wie du schreibst: In vielen Mannschaftsteilen haben wir aufstiegsniveau und sind darüber hinaus auch noch gleichwertig doppelt besetzt. Dieses Niveau in einem Mannschaftsteil nicht mitzugehen halte ich für genauso unvernünftig wie irgendeinen Star-Stürmer zu verpflichten.

    Dabei sitzen die Woltemades, Hollerbachs und Kaufmanns ohne Kaderplatz bei Bundesligisten rum und bohren sich in der Nase.

    Ich hätte auch nichts dagegen eine Saison lang den Ausbilder für eine dieser Spieler zu machen. Vielleicht profitieren da auch unsere Spieler, wie Winter davon.

  8. Wenn „Entwicklungsspieler“ aber, nachdem der Verein für 1,5 Jahre geduldig auf sie gewartet hat endlich gut werden und performen, dann lassen Verträge auslaufen und gehen woanders Ablösefrei. Ein perverser Rattenschwanz.

  9. Klaut uns der Schiedsrichter in Fürth nicht das Tor, hätten wir jetzt 7 Punkte und die Diskussion wäre viel leiser.
    Auch mit einem Stürmer würde sich die Spielweise ja nicht schlagartig ändern. Hürzeler steht nunmal für Kontrolle und Geduld.
    Das Motto „Wir müssen den Gegner durch permanentes Torschiessen zermürben“ werden wir mit ihm als Trainer kaum erleben.
    Und viel Geld für einen Stürmer auszugeben, ist auch keine Garantie. Schaut mal nach Nürnberg und auf Daferner.

    Ich unterstütze daher den Verein zu 100% – nix verrücktes machen. Kein Geld verwenden, das nicht da ist. Aber: Augen offen halten. Und ich denke, das werden alle Beteiligten schon tun.

    1. Hätten sich Oczipka und Zambrano damals nicht verletzt, würden wir immer noch erste Liga spielen und wahrscheinlich längst Champions League!!! 🙂

      Aber: Ja, hinterher ist man immer schlauer und die jeweilige Entscheidung in der jeweiligen Situation ist „von außen“ immer leicht zu treffen.

  10. Mir fehlt in der Auflistung der Transfers in der 2. BL Max Kruse.

    Aber im Prinzip bin ich bei dir, solche Transfers sind die Ausnahme und auch nicht immer gleichbedeutend mit einem Aufstieg.

    1. Max Kruse ist, trotz aller Klasse, die er sicherlich mal hatte, für mich niemand mehr aus der Kategorie „Knaller-Transfer“, abgesehen davon, dass es natürlich medial ein ziemlicher Knall war.

  11. Auch wieder witzig, was hier so in den Kommentaren läuft…
    Da wird ein Spieler „der Grieche“ genannt“ (sehr unangenehm…) und zwei Zeilen weiter das Nonsense-Argument mit „weniger Pyro“ gebracht,
    wurde da der Artikel ud die Details bzgl. finanzieller Verpflichtungen und insbesondere deren Höhe sinnverstehend gelesen?
    Dann wird woanders mal wieder Makienok gefordert, der sicher nicht ohne Grund aktuell vereinlos ist, nach seiner reichlich mausen Saison in Dänemark – aber klar, der würde bei uns natürlich die gewünschten 15+ Buden machen.
    Und dann Leute wie Hollerbach (allein schon der Name…), der charakterlich wohl jenseits unserer Vorstellungen und ein Kaufmann, der weniger als zwei Monate bei Union ist und sicherlich in die genau die von den Offiziellen ausgeschlossene Kategorie „Millionentransfer“ fallen würde.

    Naja. ich wünsche mir weiterhin die Flügelzange Saad links und Afolayan rechts, und dann wird das schon – egal wer dann nun in der Mitte steht.

    1. Das Hollerbach durch seine Social-Media-Entgleisungen extrem unangenehm aufgefallen ist, ist mir tatsächlich erst eingefallen, als ich das Kommentar bereits abgesendet habe. Gäbe es eine Bearbeitungsfunktion, hätte ich den Namen im Nachhinein entfernt.
      Von daher: Ja, dummen Namen gedroppt, Asche auf mein Haupt.

      Allerdings bin ich auch nur ein Fan, der hier ein Kommentar schreibt und habe nicht die Freizeitaktivitäten aller Bundesliga -Spieler auf Knopfdruck parat.
      Zumal unsere Verantwortlichen das in den letzten Jahren ja gut hin bekommen, dass sie Spieler verpflichten, die zu Mannschaft und Verein passen.

      Mir ging es darum, dass die LEIHE eines Spielers, der in einem Bundesliga-Kader keine Rolle spielen wird in der aktuellen Situation meiner Meinung nach ein gutes Mittel sein könnte. Die gedroppten Namen dienten nur der Veranschaulichung und waren keine Scouting-Empfehlung an die sportliche Leitung des Vereins.

      Schade, dass ich mich da so unverständlich ausgedrückt habe, sonst wäre klar geworden, dass die Leihe eines Mikkel Kaufmanns kein Millionentransfer ist.

  12. ich finde man ist etwas Betiebsblind man sollte mehr das Hamburger Umland die
    3 und und 4 Liga beobachten .
    Auch schadet es nicht mehr die Jugendspieler im. Norden gleiches zu tun hier wird zu wenig getan ..
    Der in den Zeitung genannte Lucas Peifer der seine Treffer schon.nachgewiesen .
    Auch Mikel..Kaufmann der zu.Zeit 7 Stümer bei Union Berlin ist für St Pauli machbar.

  13. Tut mir leid, die „wir haben kein Geld“-Masche kaufe ich den Verantwortlichen nicht ab. Um zu sehen, dass da irgendetwas nicht ganz stimmt, reicht eigentlich bereits ein Blick in die Finanzkennzahlen. Ja, wir hatten in der Spitze ein deutlich niedrigeres Eigenkapital als vor Corona (dennoch immerhin 8 Mio. – da gibt`s diverse Vereine, die darüber sehr, sehr glücklich wären) und ja, die Verschuldung hat zugenommen, freilich „nur“ um knappe 7 Mio. Nur ist das für die Frage, welche Ausgaben sich ein Verein leisten kann, leider nicht besonders relevant.

    Wenn man konservativ plant, gilt es, trotz Schuldendienst (den man, dem Stadion sei dank, auch durchaus strecken könnte) sein Eigenkapital zu erhalten. Und das konnten wir bereits 21/22, obwohl wir in dieser Saison deutlich in die Mannschaft investiert haben. Letztes Jahr hatten wir ein Transferplus, dieses Jahr haben wir ein (deutliches) Transferplus, die TV-Einnahmen sind in dieser Zeit um über 2,5 Mio. gestiegen, meines Wissens auch die Sponsoringerträge, dazu sollten wir im Vergleich zu den Vorjahreskadern auch noch Gehaltsbudget über haben. Kurz: Wenn wir schon 21/22 nicht mehr defizitär waren, trotz eines Transfersaldos von – 1,3 Mio., dann waren wir es die letzte Saison auch nicht und werden es von unserer Planung her auch jetzt nicht sein. Im Gegenteil sollte ein nicht unerheblicher Mio.-Betrag über geblieben sein, der allerdings womöglich (teils) in die Schuldentilgung gegangen ist. So oder so wäre es sehr verwunderlich, wenn der Verein trotz der sehr viel besseren finanziellen Bedingungen kein Geld für einen MS hätte.
    Übrigens scheinen wir im letzten Jahr das Geld ja gehabt zu haben, schließlich hat Bornemann sich mit diversen MS beschäftigt, die über der Mio.-Marke gekostet hätten. Ich erinnere nur an Ishak, für den Bornemann „bloß“ keine 3 Mio. zahlen wollte. Dafür spricht auch, dass man Spieler wie Ache sportlich (!) nicht für überzeugend hielt, ebenso den jungen Polen (man verzeihe mir, ich weiß den Namen nicht mehr), der dann für über 2 Mio. nach Österreich gewechselt ist. Das zeigt, in welcher Regalhöhe unsere Verantwortlichen wohl suchen – und sicherlich im Wissen, dass solche MS halt nicht für ein Appel & Ei zu bekommen sind.

    Auf einen MS zu verzichten, weil man niemanden findet, von dem man „voll überzeugt ist“, halte ich für lupenreinen Quatsch. Wenn man die 3 Mio. nicht hat oder ausgeben will, die so ein Spieler nun einmal kostet, dann muss man eben mit dem Regal darunter vorlieb nehmen. Das ist schließlich normaler Alltag in der Kaderplanung. Nebenbei: Holt man niemanden, verschiebt man das Problem doch nur um eine Saison. Eggestein spielt keine Rolle (und wird sicherlich nicht verlängern, falls er einen Zwei-Jahres-Vertrag hat) mit Amenyido wird man nicht verlängern wollen, so er denn nicht wie durch ein Wunder mal ein Halbserie verletzungsfrei und stark aufspielen kann. Albers dürfte, unabhängig von der Qualitätsfrage, nach der Saison mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weg sein, da er wohl aufgrund des Ausfalls Maurides verpflichtet wurde. Da kann man sich leicht ausrechnen, was für ein Bedarf dann im nächsten Sommer bestände… für mich, nebenbei, auch der einzige Grund, der gegen eine kostengünstige Leihvariante spräche, die freilich immer noch jederzeit besser wäre als darauf zu hoffen, dass sich schon irgendwer erbarmt und sich in Gottes Namen halt in die Box stellt.

    Ein letztes Wort noch zum ewigen Mythos „Defense wins Championhip“. Klickt man sich durch die Abschlusstabellen der zweiten Liga, dann fällt schnell auf, dass Aufsteiger in der Regel zwischen 60 und 70 Tore erzielt haben. Also etwas weniger als 2 Tore pro Spiel im Schnitt. Einige wenige Mannschaften schaffen es auch auf`s Treppchen, indem sie im Schnitt ein oder weniger als ein Gegentor pro Spiel kassieren. Aber selbst dies reicht nur, wenn sie selbst wenigstens um 1,5 Tore pro Spiel erzielen – die kriegt man leider ohne 10-Tore-plus Stürmer nicht hin. Wenn man also ernstlich um die Plätze 1 – 6 mitspielen will (was die Mannschaft im Allgemeinen wohl durchaus hergibt), muss man im Sturm noch einmal aktiv werden. Da nützt alles (taktisches) Lamentieren über Corona-Defizite, die alle anderen Vereine in Europa auch haben, gar nichts.

  14. Klingt vernünftig, aber egal, ich will einen Stürmer.
    Mit dem richtigen Mittelstürmer steigen wir auf.
    Alles ist angerichtet, wir brauchen nur noch einen, der die Kugel versenkt.
    In so einer Kadersituation ist man nicht alle Tage.
    Der Game Theory Laie in mir sagt:
    Vielleicht ist es dieses Jahr vernünftig, etwas unvernünftig zu sein.

    (Im übrigen tut es weh, dass wir als Belohnung dafür, dass wir gut gewirtschaftet haben, wegen Corona ans Eingemachte mussten, während Stellingen, FCK und andere mit zig Millionen Steuergeldern über Wasser gehalten wurden und jetzt wieder munter mit Geld um sich schmeißen können.)

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