Lage am Millerntor – 26. Juni 2024

Lage am Millerntor – 26. Juni 2024

Die Saison 2024/25 nimmt auch ohne Cheftrainer langsam Gestalt an. Testspiele wurden gebucht, Verträge verlängert oder aufgelöst. Auf geht’s, FC St. Pauli!

Eigentlich sollte diese Woche hier noch Pause sein, aber jetzt hat sich schon so viel angesammelt, dass wir schon mal eine „Lage“ zwischendurch einstreuen. Je nachdem, was sich im Verein heute und morgen so tut, kommt die nächste dann vielleicht auch noch diese Woche. Allerspätestens am Montag geht es dann aber wieder täglich weiter.

FCSP-News

Testspiele

Den Auftakt macht am Samstag nach dem Trainingsauftakt ein Test gegen den Regionalligisten Bremer SV (13. Juli, 15.30h). Gespielt wird in Malente. Ticketinfos folgen.

Im Trainingslager in Spanien Österreich geht es dann gegen den langjährigen aber inzwischen ehemaligen Ligakontrahenten SpVgg Fürth (Kufstein, 19. Juli, 18.00h). Ein zweites Spiel ist noch in Planung.

Nach England geht es dann am 3. August (Uhrzeit offen), nordöstlich von London zum englischen Zweitligisten Norwich City. Die „Canaries“ haben den Aufstieg in die Premier League verpasst, in den Play-Offs scheiterten sie an Leeds United, was gleichzeitig das Ende von Trainer David Wagner besiegelte.
Gespielt wird an der Carrow Road, auch hier folgen die Ticketinfos noch.

Eric da Silva Moreira wechselt zu Nottingham Forrest

Tja nun… sehr schade.
Jedenfalls wechselt Eric da Silva Moreira in die Premier League. Der FCSP erhält eine Ablösesumme (vermutlich mit Weiterverkaufsbeteiligung) und verliert dafür ein Eigengewächs, welches etwa seit seinem 9. Geburtstag (2015) im Verein war.
Ob der zuletzt sehr transferfreudige Verein aus den englischen Midlands nun der beste Platz für die persönliche Entwicklung ist… werden wir verfolgen. Tschüss, Eric!

Muhammad Dahaba unterschreibt Profivertrag

Wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf: Muhammad Dahaba, 19-jähriger Innenverteidiger und seit 2011 im NLZ des FCSP, hat einen Profivertrag unterschrieben. Obwohl er letzte Saison noch für die U19 spielte, kam er in der Rückrunde bereits in sieben Spielen der U23 zum Einsatz. // fcstpauli.com

Muhammad Dahaba (FC St. Pauli) an der Kollaustraße
Muhammad Dahaba an der Kollaustraße. // (c) FC St. Pauli

Neues von den Alten

Rico Benatelli ist zurück in Deutschland. Nach seinem Gastspiel bei Austria Klagenfurt in Österreich unterschrieb er jetzt beim Drittligisten Waldhof Mannheim.

Noch nicht gewechselt ist Robin Himmelmann, der aber das Ende seiner Verweildauer in Kaiserslautern vermeldete. Daniel Ginczek hingegen wechselt gar nicht mehr, er hat auf Instagram sein Karriereende bekannt gegeben.

Regionalliga-Block:
Jesper Heim verlässt das Tor von Regionalligist Weiche Flensburg und geht zum TSV Steinbach Haiger in die Regionalliga Südwest. Luis Coordes hingegen wechselt innerhalb Hamburgs innerhalb des Hamburger Fußballverbandes von Teutonia zu Eintracht Norderstedt.

FC St. Pauli von 1910 e. V.

Geschäftsstelle

Ein mittelschweres Beben gab es letzte Woche im Umfeld der Geschäftsstelle, als mehreren Mitarbeiter*innen gekündigt wurde. Namen werden wir hier nicht nennen, auch die MOPO (€) verzichtet darauf.
Fakt ist, dass der FCSP im letzten Geschäftsjahr einen Verlust eingefahren hat, den der kaufmännische Geschäftsleiter Wilken Engelbracht bereits auf der Mitgliederversammlung auch zumindest teilweise einem großen „Wasserkopf“ zuschrieb. An diesem wurde nun, nachdem die Pandemie vorbei ist, offenbar stark gearbeitet und jenen Personen wurde gekündigt.

Zumindest vom Zeitpunkt her aber kommt es sicher überraschend, angesichts der Mehreinnahmen in der 1. Bundesliga und sicher auch dem ein oder anderen damit verbundenen größeren organisatorischen Aufwand abseits des Platzes.
Der Verein wird in der MOPO dazu wie folgt zitiert:

„Der Aufstieg in die Bundesliga reicht bei Weitem nicht, um die finanziellen Corona-Schäden auszugleichen, Der Verein ist unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit gezwungen, Ausgaben zu senken. Denn unserer Top25-Strategie folgend muss der FC St. Pauli ein Geschäftsmodell haben, das auch auf Platz sieben der Zweiten Bundesliga funktioniert und keinen dauerhaften Bilanzstress verursacht.“

Der FC St. Pauli in der MOPO (€)

DFB-Pokal (w)

Morgen findet die Auslosung der 1. Runde des DFB-Pokals der Frauen statt. Die Teams der 1. Bundesliga sowie die Aufsteigerinnen aus Potsdam und Jena haben ein Freilos, die restlichen Teams werden in Nord und Süd unterteilt, um die Reisekosten einigermaßen übersichtlich zu halten. Das Team der 1. Frauen des FCSP kann daher auf die folgenden Teams treffen:

  • 2. Bundesliga
    • Hamburger SV
    • Union Berlin
    • FSV Gütersloh
    • VfL Bochum
    • SV Meppen
  • Regionalliga Nordost
    • Viktoria Berlin
    • Hertha BSC
    • 1. FC Magdeburg
    • Hansa Rostock
  • Regionalliga Nord
    • SV Henstedt-Ulzburg
    • ATS Buntentor
    • Kieler MTV
  • Regionalliga West
    • VfR Warbeyen
    • DJK Wacker Mecklenbeck
    • Arminia Bielefeld
  • Oberliga
    • Stahl Brandenburg
    • ESV Rot-Weiß Göttingen

Regionalliga Nord (w)

Der DFB reformiert die Spielklassen der Frauen und erhöht die Anzahl der Teams in der 1. Bundesliga ab der Saison 2025/26 von zwölf auf 14. Die ersten drei der 2. Bundesliga steigen dann direkt auf, es wird nur ein Team absteigen.
Außerdem entfallen die Relegationsspiele, die Meisterinnen der Regionalliga Nord steigen nächste Saison also ebenfalls direkt auf. // DFB.de

Regionalliga Nord (m)

Romeo Aigbekaen ist 19 Jahre alt und wechselt vom 1. FC Düren (Regionalliga West) in unsere U23. Bisher kam er als Linksaußen zum Einsatz.

Bei einem ersten Testspiel des neuen Kaders gab es einen 4:2-Sieg bei Oberligist Süderelbe. Ab heute geht es für fünf Tage ins Trainingslager nach Dänemark. In Skærbæk sind Tests erneut gegen Süderelbe und gegen Weiche Flensburg geplant. Weitere Testspiele sollen gegen Hertha BSC II (Freitag, 12. Juli, 14.00h, Bordesholm) und TuS Dassendorf (Samstag, 20. Juli, 14.00h, Wentorf) stattfinden, ehe am Wochenende drauf bereits der erste Spieltag der Regionalliga Nord ansteht.

Schach

Was als irgendwie noch lustiger Marketing-Gag mit der Verpflichtung des Schach-Weltmeisters Magnus Carlsen begann, nimmt inzwischen erstaunliche Ausmaße an. Mit Johan-Sebastian Christiansen, Aryan Tari, Jonas Buhl Bjerre, Peter Heine Nielsen und David Howell wurden nun mehrere Großmeister verpflichtet, die für den FCSP antreten werden. Finanziert wird das alles von der Weissenhaus Chess Academy. Würde man dies auf den Fußball übertragen, könnte RaBa Leipzig es kaum besser machen.

Nun sind die Voraussetzungen im Schach andere als im Fußball, die Werbewirkung für den Mäzen dürfte auch deutlich überschaubarer sein, aber… nun ja, das Geschmäckle bleibt. Immerhin bemüht man sich darum, die Spieler*innen des Aufstiegsteams nicht komplett hinten über fallen zu lassen. Namentlich erwähnt werden sie im Artikel zwar nicht mehr, aber dann können wir das ja machen: Bartosz Socko, Igor Janik, Aljoscha Feuerstack, Benedict Krause, Monika Socko, Jonah Krause, Can Ertan, Frank Sawatzki und Fabian Müller bestritten einen Großteil der Partien. Martin Voigt, Giso Jahncke und Daniel Otis Thieme kamen auf einzelne Einsätze.

Fanszene-News

Female St. Pauli Stories

Debbie hat eine neue Folge am Start, in der sie mit Fotografin Kathrin über ihre vielfältige Arbeit und zahlreichen Aktivitäten gesprochen hat.

Dauerkarten

Die Dauerkarten und Fankurventickets sind seit letztem Donnerstag im Verkauf, die Vorkaufsfrist geht noch bis zum Sonntag, 7. Juli.
Alle Infos: fcstpauli.com

Vortrag: Antidiskriminierungsarbeit im Fußball

Fanladen und Fanräume laden am kommenden Montag (1. Juli, 19.00h) zu einem Vortrag in die Fanräume. Die „Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung“ (IVF) berichtet von der Bildungsarbeit abseits des Profifußballs, mit dem Schwerpunkt Sachsen.

Döntjes

Deiche

Grad noch (zumindest zwei von ihnen) bei uns im Podcast, jetzt mit Live-Video am Start: Kettcar!
Tickets für die Sommer-Konzerte gibt es im GHvC-Shop. (Keine bezahlte Werbung, nur ehrliche Empfehlung.)

Zu guter Letzt

„Ey, Leude… lasst mich ausreden!“ // Instagram

Forza St. Pauli!
// Maik

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12 thoughts on “Lage am Millerntor – 26. Juni 2024

  1. “Je nach dem, was sich im Verein heute und morgen so tut”

    Fieser Teaser!

    “Muhammad Dahaba, 19-jähriger Innenverteidiger und seit 2011 im NLZ des FCSP”

    Als 6jähriger kann man doch noch nicht ins NLZ kommen, oder?

    1. Wahrscheinlich war es am Anfang noch nicht das NLZ, richtig, sondern der „normale“ Bereich für F- und E-Jugend bzw. die „Rabauken“.
      Ich wollte das aber nicht übermäßig kompliziert formulieren 😉

      1. Damals startete des NLZ mit der E-Jugend. Für den Bereich davor gab es den „Förderkader“. Da könnte er im ersten Jahrgang dabei gewesen sein (ich erinnere mich aber nicht an ihn).

  2. Gut wäre, zu den Entlassungen (um welche Größenordnung geht’s hier eigentlich?) noch die Stellungnahme des Betriebsrates zu hören und/oder der zuständigen Gewerkschaft und nicht nur die „Arbeitgeberseite“…

  3. In unserem Verein wird wie im schlimmsten Frühkapitalismus agiert . Um Gehälter und Kosten einzusparen , werden Betriebsteile von HH
    nach M/V verlegt , nun werden aus Kostengründen Mitarbeiter entlassen. Das vormals ehrenamtliche

    Präsidium hingegen erklärt sich für “ hauptamtlich “ und
    gönnt sich Gehälter , die sicherlich um einiges vom Bürgergeld abweichen. Kommuniziert wird das alles nicht , alles ist intransparent.
    Andererseits wurden langfristig Beschäftigte entlassen , die Liste ist lang . Unter Oke Göttlich verließen fast alle gewählten Mitglieder dass
    Präsidium / Vorstand . Dafür wurden die Ämter dann z.T. mit Personen besetzt , die mit dem Verein zuvor nichts zu tun hatten.In der
    Aussendarstellung gibt sich der Verein hingegen ganz anders und betont ständig irgendwelche Werte , die aber offenbar für den Verein selbst
    nicht od. nur dann gelten , wenn es gerade paßt . Das ist in meinen Augen Heuchelei !!

    1. Im schlimmsten Frühkapitalismus gab es keine Tarifverträge. Mit anderen Punkten hast du Recht, zu Entlassungen sollte transparenter gearbeitet werden.

      1. Das es im Frühkapitalismus keine Tarifverträge gab , stimmt natürlich , weiß ich auch und habe es auch nicht behauptet . Aber nach
        meiner Kenntnis wurde auf der Mitgliederversammlung beschlossen , Tarifverträge abzuschließen und nach meinem Wissensstand ist das
        nicht geschehen. Also doch irgendwie wie im Frühkapitalismus .

  4. Fakt ist, dass der Millionenverlust im letzten Jahr durch das Unvermögen der im Verein handelnden Personen bei der Auflösung und dem Umzug des Merch-Lagers verursacht wurde.
    Fakt ist, dass dieses Unvermögen selten diejenigen ausbaden müssen, die es an den Tag gelegt haben.
    Fakt ist, dass die MV am 1.12.2021 mit großer Mehrheit dem Antrag zur Aufnahme von Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des FCSP angenommen hat.
    Fakt ist, dass es im Juni 2024 immer noch keine Tarifverträge für die Beschäftigten des FCSP gibt.

  5. Ich finde es gut, dass sich der Verein wirtschaftlich konsolidiert. Wir hatten mal eine gut ausgebaute Hohe Kante. Die Finanzen erschienen mir letztes Jahr intransparent, leider konnte ich nicht an der MV teilnehmen. Aber aus der letzten Bilanz konnte man ungewöhnlich hohe KostenStrukturen erkennen, die sich der Verein auch nicht in der zweiten Liga leisten konnte. Wo ich übereinstimme ist das hauptamtliche Präsidium. Es hat keine Vorteile für den Verein. Man kann den Klub nicht wie ein kleines Musiklabel führen.In der Vergangenheit ist man damit bei uns, siehe Koch, schlecht gefahren.

  6. Ich bin tatsächlich sehr froh, dass mittlerweile im gesamten Verein der Leistungsgedanke im Vordergrund steht. Das ist zwar nicht besonders romantisch, aber für Profisport nunmal notwendig. Dazu gehört auch, dass von verschiedenen leitenden Personen unbequeme Entscheidungen getroffen werden: Bornemann (Himmelmann, Schulzentlassung), Göttlich (hauptamtliches Präsidium), Liedtke (Nicht mit Beratern sprechen, Rebellution) und nun auch Engelbrecht (Entlassung von Mitarbeitern). Die Freiheit der handelnden Personen eine unbeliebte Entscheidung, die sie aber für richtig/notwendig halten, treffen zu können ist unheimlich wertvoll und der Grund warum wir nun endlich den Aufstieg geschafft haben. Und das nun so eine Entscheidung kurz nach dem Aufstieg getroffen wurde gibt mir Mut, dass der Bundesligaufstieg keine Eintagsfliege werden wird, denn „Im Erfolg macht man die größten Fehler“ nämlich zufrieden und blind zu werden. Und für diese Fehler scheint man aktuell nicht sehr anfällig zu sein.

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