FC St. Paulis Mathias Rasmussen äußerte sich in der Medienrunde zum Bayern-Spiel, blickte auf Köln und lobte den Support der Fans.
Titelfoto: Stefan Groenveld
Nach einer ausbaufähigen Leistung der Mannschaft des FC St. Pauli im Spiel gegen FC Bayern München macht sich bei mir der Pessimismus angesichts des Restprogramms der Saison breit. Trotzdem: Kein Grund, nicht doch zu gucken, wie es im Training diese Woche läuft und was die Spieler, heute Mathias Rasmussen, in der Medienrunde zu sagen haben. Also habe ich mich aufgerafft, bin zum Bus gerannt und habe die letzte halbe Stunde des Trainings der Profis beobachtet.
Und dieses wirkte äußerst konzentriert. Hoher Fokus auf entscheidende Umschaltmomente, schnelles Tempo in der Offensive, Aufbauspiel in der Defensive. Auch Saliakas war wieder voll im Training dabei, während Irvine im Kraftraum zugange war. Am Ende gab es noch ein paar Torschüsse, bei denen Rasmussen unter anderem einen Volleyschuss mit voller Wucht ins Tor knallte. Dies darf er gerne auch im Spiel so machen. Einen kleinen Schreckmoment mit Erik Smith gab es auch noch, nachdem dieser von Adam Dźwigała getroffen worden war. Dies dürfte sich aber hoffentlich als harmlos herausstellen, Smith trainierte nach einer kurzen Pause noch individuell weiter.
Bayern abhaken und zweite Halbzeiten verbessern
Das Spiel gegen den FC Bayern hat Rasmussen weitestgehend verdaut, sagt aber trotzdem: „Das Spiel ist noch immer etwas in meinem Kopf. Es ist aber nicht zu schwer, es hinter dir zu lassen, wenn es um eines der besten Teams der Welt geht. Für unseren Standard haben wir allerdings mehr weggegeben, als wir wohl jemals tun werden. Die Tore hätten wir ihnen nicht so einfach geben sollen, aber am Ende ist es der FC Bayern.“ Rasmussen räumte ein, dass sie in der zweiten Halbzeit das Spiel weggegeben haben: „Wenn du gegen solch gute Teams spielst, musst du wissen, dass du, wenn du 0:1 zurückliegst, so lang es geht so im Spiel bleiben musst. Das 0:1 halten, so lange es geht, denn dann hast du noch eine Chance. Wenn du das 0:2 so schnell kassierst, das 0:3 noch schneller, weißt du, es ist durch.“
Wie Tim bereits in seinem Artikel genauer analysiert hat, zeigte der FC St. Pauli in den zweiten Halbzeiten der letzten Spiele eine deutlich schwächere Leistung als in den ersten Halbzeiten. Auch Rasmussen machte diese Feststellung und setzt für die nächsten Spiele auf starke Einwechselungen. Mit der möglichen Rückkehr von Smith, Saliakas und Irvine steige auch die Qualität des Kaders wieder. „Es ist sehr wichtig, das gesamte Team zur Verfügung zu haben und das alle Spieler sich gegenseitig pushen“, so Rasmussen.
Blick auf Köln und Liebe für St. Pauli
Das Restprogramm dieser Saison geht fast nur noch gegen Gegner, die genauso gegen den Abstieg kämpfen wie wir. Für uns Fans wohl purer Nervenkitzel. Für die Spieler großer Druck, mit dem sie umgehen müssen. „Wir wissen, dass es Teams sind, gegen die wir gut spielen können. Ich glaube, dass wir diese Spiele in unserer Hand haben müssen. Wir werden unser Bestes geben“, so Rasmussen. Gegen Köln gelte es nun, den Heimvorteil auszunutzen, doch leicht wird dieses Spiel nicht. Zuletzt gewannen die Kölner gegen Werder Bremen mit 3:1.
Einen Spieler der Kölner kennt Rasmussen außerdem gut: Alessio Castro-Montes. Beide haben zusammen bei Union Saint-Gilloise gespielt. „Ich weiß, dass er ein guter Spieler ist. Er hat uns quasi den Sieg der Liga geholt, als er das 1:0 gegen Brüssel schoss“, so Rasmussen zu ihrer gemeinsamen Zeit in Belgien. Weiter führte er aus: „Wenn sie [Köln] den Ball gewinnen, gehen sie schnell nach vorne, das erwarte ich von ihnen. Es wird nicht so hoch und furchtlos sein wie Bayern, aber sie werden alles geben. Aber es ist unsere Aufgabe ihnen zu zeigen, dass sie bei uns zu Hause spielen.“ Selbstironisch fügte Rasmussen hinzu: „Und das wir normalerweise nicht 0:5 verlieren.“
Zum Schluss drückte Rasmussen noch seine Liebe für Hamburg aus und dass er sehr glücklich sei, für St. Pauli zu spielen. „Es ist eine neue Aufgabe, ein neues Abenteuer“, so Rasmussen. Auch den DOM vom Spielfeld aus zu sehen sei beeindruckend, auch wenn er selbst keines der Karusselle fahre. Die Atmosphäre im Stadion lobte er ebenfalls: „Ich liebe es. Ich liebe es hier zu spielen, die Fans sind erstaunlich. Fünf meiner besten Freunde waren am Samstag im Stadion, sie haben die Tore gar nicht gesehen sondern nur gesungen. Es ist toll, dass die Fans trotzdem weiter supporten und singen.“
Nach Abpfiff am Freitag geht auch das Domfeuerwerk los. Das würde einen Sieg des FC St. Pauli doch abrunden. Und nach so netten Worten konnte ich meinen Pessimismus auch etwas ablegen und freue mich auf das Spiel am Freitagabend.
Immer weiter vor!
// Nina
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Hatte mit einem der Rasmussen-Freunde bisschen gequatscht, wir hatten alle so Spass und nach Abpfiff haben wir uns selig lachend auf „it‘s magic“ geeinigt.